Menschen

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Menschen episodes

  • Lamya Kaddor - „Muslimisch – weiblich – deutsch“
    Dass es höchste Zeit ist, dem Islam ein zeitgemäßes Gesicht zu geben, davon ist Lamya Kaddor überzeugt. Deshalb lehrt sie an Schulen Islamkunde in deutscher Sprache und gibt an Universitäten Seminare zu Themen wie „Bibel und Koran“ oder „Muslime in Deutschland“. Moderate Moslems, findet die Tochter syrischer Einwanderer, melden sich in Deutschland viel zu wenig zu Wort - und werden viel zu wenig gehört. Um dieser „schweigenden Mehrheit“ eine Stimme und ein Forum zu geben, hat sie den Liberal-Islamischen Bund e.v. mitgegründet, dem sie heute vorsitzt. Der interreligiöse Dialog liegt ihr am Herzen, zuletzt hat sie gemeinsam mit Michael Rubinstein von der Jüdischen Gemeinde Duisburg das Buch veröffentlicht “So fremd und doch so nah - Juden und Muslime in Deutschland“, ihre Tochter schickt sie in einen jüdischen Kindergarten. „Die einen halten mich für eine Schläferin, die in Wirklichkeit Leute zum Islam bekehren will, für die anderen bin ich keine echte Muslima“, sagt Lamya Kaddor. Wo sie in ihren eigenen Augen steht, davon erzählt sie in domradio Menschen. Sie berichtet von ihrer zweisprachigen Kindheit in Westfalen, von ihren Erfahrungen als Pionierin der islamischen Religionspädagogik und von ihrer Sorge um die Verwandten im kriegsgebeutelten Syrien.
    1 hr 11 min
  • Die Geschichte von Hayat Holland - Ein Beitrag von Angela Krumpen (Redaktion und Moderation)
    Wie so viele aus ihrer Generation gehört Hayat Holland zur verlorenen zweiten Generation der Gastarbeiter. Ihre Großeltern zogen als Angehörige der diskriminierten alevitischen MInderheit in die Türkei. Ihre Eltern zogen auf der Suche nach mehr Glück aus der Türkei weiter nach Deutschland. Und weil sie hier voll arbeiteten, schickten sie ihre vier Kinder wieder in die Türkei zurück. Hayat traf es als jüngste besonders hart. Als sie in der Türkei in die Schule kam, verstand sie kein Wort. Schließlich sprachen Großeltern und Nachbarn nur arabisch mit ihr. Und als die Eltern, die Hayat sonst nur drei Wochen im Jahr sah, wenn sie den Koffer voller duftender Schokolade, golden verpackter Osterhasen oder glänzender Weihnachtskugeln hatte, sie mit in dieses Schokoladenland nahm - da saß sie das zweite Mal in einer Schule und verstand kein Wort. Und doch hat Hayat Holland es geschafft: die deutsche Schule geschafft, eine Ausbildung gemacht und arbeitet heute als Krankenschwester auf einer Dialysestation. Und ihre drei Kinder sollen jede Ausbildung und jedes Studium machen können, das sie wollen.
    56 min
  • Monika Lauer Perez - Zwischen zwei Kontinenten
    „Ich habe wie eine Nomadin gelebt“, sagt Monika Lauer Perez. Heute ist sie Ländereferentin für Kolumbien und Mexiko beim katholischen Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat. Als junge Frau folgte sie 1975 der Liebe nach Argentinien, heiratete in Buenos Aires und bekam eine Tochter. Sie studierte Psychologie an der Jesuiten-Universität, an der ein gewisser Jorge Mario Bergoglio Rektor war. Das alles zu Zeiten der Militärdiktatur. Was damals wirklich geschah, wurde ihr erst viel später klar – als sie in einem Psychologen-Team Folteropfer und Angehörige von Verschwundenen betreute und die Grundlagen der Trauma-Therapie mit erarbeitete. Die Rückkehr nach Deutschland Anfang der 90er Jahre war schwer, der Wiedereinstieg auch. Monika Lauer Perez sattelte noch einen Master in Friedenswissenschaften auf ihr Studium und ging nach dem Tod ihres Mannes nach Ecuador, wo sie in der dortigen Wahrheitskommission arbeitete. In Deutschland betreute sie später für die Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) Fachkräfte im Zivilen Friedensdienst und kam schließlich als Länderreferentin zu Adveniat. Gerade bei der Betreuungso stark von Gewalt und Konflikten gebeutelter Länder wie Kolumbien und Mexiko kommt ihr ihre langjährige Erfahrung in der Friedensforschung zugute. In domradio Menschen erzählt sie von ihrem Leben und ihrer Arbeit zwischen Europa und Lateinamerika.
    1 hr 2 min
  • Gisela Steinhauer - Die Geschichten-Erfragerin
    Eine leidenschaftliche Zuhörerin war sie schon als kleines Mädchen. Egal ob die Mutter Märchen erzählte, die Großeltern von früher oder die Moderatoren von Radio Luxemburg von diesem und jenem: Gisela Steinhauer hat ganz genau hingehört. Weil sie das noch immer tut - und meist auch noch genau die richtigen Fragen stellt, gehört sie heute zu den beliebtesten Rundfunk-Moderatorinnen der Republik. Talk-Formate liegen ihr besonders, im Westdeutschen Rundfunk und im Deutschlandradio präsentiert sie verschiedene Gesprächssendungen. Zuletzt hat sie für eine Ausgabe ihrer „Sonntagsfragen“ den Deutschen Radiopreis in der Kategorie „Bestes Interview“ bekommen. In domradio Menschen wechselt Gisela Steinhauer auf die andere Seite des Mikrofons und erklärt, wie sie sich den Geschichten ihrer Gäste nähert. Ihre eigene Geschichte beginnt als Zwillingsschwester in Aachen und führt über Münster und Exeter nach Köln und Berlin. Gisela Steinhauer reiste als Reporterin um die halbe Welt und landete am Ende in diversen Sendestudios. Warum sie immer noch so gerne unterwegs ist und warum sie in vielen Kirchen dieser Welt schon eine Kerze angezündet hat – auch davon erzählt sie in der Sendung.
    1 hr 2 min
  • Karl Hermann Büsch - Wähle das Leben!
    "Wähle das Leben." Diese Maxime hat sich Karl Hermann Büsch als roten Faden für sich und sein Leben ausgesucht. Vielleicht weil sein Vater schwer traumatisiert aus sibirischer Kriegsgefangenschaft in die Eifel zurückkam. Und es, wenn die Seele sehr schwer verletzt worden ist, es dann schwer ist, das Leben zu fühlen. So tat Karl Hermann Büsch es für seinen Vater. Übernahm als Kind die Verantwortung für die Sonne, den Sonnenschein, die helle, schöne Seite des Lebens. So wie es zehntausende anderer Nachkriegskinder in ihren Familien auch taten, als ihre Eltern verstört vom Krieg ins Leben zurück ausgespuckt worden waren. Vielleicht ist es von daher kein Wunder, dass Karl Hermann Büsch heute ein tiefes Verständnis für seelische Verletzungen hat. Ein Verständnis, das sich aus dem bunten eigenen Lebensweg speist, der vom BWLer über den Priester zum Psychotherapeuten führt. "Meine eigene gemeisterten Krisen waren mein eigentliches Studium, mein eigentlicher Lehrmeister“, sagt er heute. Und: „Die Mitte der Nacht ist der Anfang des neuen Tages.“
    59 min
  • Nadim Ammann - "Wo bleibt die Solidarität mit den Christen in Ägypten?"
    Arabisch hat Nadim Ammann in Bochum gelernt, das dient ihm bei seinen Reisen um die Welt im Auftrag seiner Arbeitgeber. Nadim Ammanns Mutter ist in Kairo geboren aber im Libanon aufgewachsen. Sein Vater hat dort studiert. Von A wie Ägypten, Äthiopien oder Australen, über I wie Indien, Indonesien, Irak, Iran oder U wie die USA hat der Erziehungswissenschaflter Nadim Amman im Rahmen seiner Projektarbeiten die Kontinente bereist. Heute ist er Referatsleiter der Diözesanstelle Weltkirche im Erzbistum Köln. Und reiste in den letzten Monaten immer wieder nach Kairo. Er hat erschütternde Berichte über Gewalt, Unterdrückung und Willkür erlebt. Er klagt an, dass der Westen Ägypten im Stich lasse.
    57 min
  • Hans Mörtter - "... mit Gott habe ich so ein Don- Camillo- Ding"
    Eine Trauung von Hochseilartisten in 15 Meter Höhe, Tango im Gottesdienst, ein 7 Sterne Hotel für Obdachlose - es sind nicht die spektakulären Ideen, um die Hans Mörtter verlegen wäre. Angst davor, sich zum Narren zu machen hat er nicht. Nicht wenn er mit Clownnase im Gesicht predigt - und sonst auch nicht. Nur Freunde macht er sich damit nicht. Aber so viele Menschen werden angezogen, dass seine Kirche immer voll ist. "Ich bin der glückliche Pfarrer mit einem buntem, buntem Völkchen von Gläubigen und Heidenmenschen". Und einen glücklichen Eindruck macht Pfarrer Mörtter in der Tat. Er liebt seine Arbeit und die Menschen. Sein Problem, sagt er, sei nur, dass er nicht zuschauen könne. Nie. Jedenfalls nicht, wenn er Ungerechtigkeiten zuschauen sollte. Dann, ist seine Erfahrung mit sich "renne ich gegen Beton. Aber meistens erfahre ich ja dann, dass der anfängt zu bröckeln." Über diesen Beton wird zu reden sein. Aber wir werden auch versuchen zu klären, warum Hans Mörtter mit Gott so ein "Don-Camillo-Ding" hat. Kann nur spannend werden. Und vielleicht auch lustig.
    1 hr 3 min
  • Joachim Frank - "Ich dachte, über die Zukunft der Kirche ist das Allermeiste längst geschrieben"
    "Ich dachte, über die Zukunft der Kirche ist das Allermeiste längst geschrieben", sagt Joachim Frank, Theologe und Journalist. Aber dann hat er doch ein Buch über genau dieses Thema geschrieben. Ein Interviewbuch, in dem die unterschiedlichsten Menschen, von ganz Jungen bis zu Bischöfen, zu Wort kommen. Weil er das "Wir" spannend fand. Weil nie einer alleine etwas verändern könne. Und Veränderung auch nicht von oben bestimmt werden, sondern nur wachsen könne. So ist das Buch " Wie kurieren wir die Kirche?" entstanden. Weil dem Autor die Kirche am Herzen liegt. Und er die Hoffnung nicht aufgeben will.
    1 hr 2 min
  • Karin Titz - Seelsorgerin und Sängerin
    Es ist wichtig, immer wieder die Komfortzone zu verlassen und sich in unbekannte Gewässer zu begeben." Das sagt Karin Titz. Stagnation ist der Leiterin des Foyer-Teams im Kölner Domforum ein Graus. Und deshalb macht ihr die Arbeit direkt am Kölner Dom so viel Spaß: Weil sie jeden Tag Neues bringt - neue Gesichter, neue Fragen, neue Ideen. Als Erzieherin und KITA-Leiterin hat sie sich in ihren ersten Berufsjahren Aktionen, Projekte und Spiele für Kinder und Eltern ausgedacht. Heute konzipiert sie Angebote für Menschen, die am Dom vorbeikommen, für Kirchennahe genauso wie für Kirchenferne: „Was uns auffällt: Die Leute sind immer stärker auf der Suche nach Ruhe und Stille im Alltag." Auch auf dieses Bedürfnis versuchen Karin Titz und Team im Domforum zu reagieren. Sie selbst holt sich Kraft und Ruhe aus der Musik. Von klein auf ist Karin Titz begeisterte Sängerin, seit Jahren schon tritt sie mit ihrer Gruppe „Liederschlag" auf. Sie war mal TV-Wetterfrau bei der Aktuellen Stunde, besingt die Schlager-Sängerin Alexandra und liebt die große Bühne. Von alledem erzählt Karin Titz in domradio Menschen.
    1 hr
  • Klaus Felder - "Ich möchte mich dahin aufmachen, wo ich mich nicht auskenne"
    "Ich möchte mich dahin aufmachen, wo ich mich nicht auskenne", sagt Klaus Felder. Für einen Supervisor, der sich doch vor allem dort auskennen sollte, wo sich seine Klienten noch nicht auskennen, ein gewagter Satz. Möchte man im ersten Moment meinen. Oder auch nicht. Wenn man Supervisor nicht mit Superman verwechselt, der alles kann und alles weiß. Diesen Anspruch gibt Klaus Felder nicht vor. Dafür das Versprechen, seine Klienten so ins Unbekannte zu begleiten, wie er selber lebt. So lebt, dass „das Leben“ auf ihn zukommt. Damit er es gestalten kann. So wie damals, Anfang der 90er, als er vier kleine Kinder und eine Festanstellung als Abteilungsleiter in der Jugendarbeit hatte. Und dennoch auf einer einzigen Autofahrt in dichtem Schneetreiben beschloss: ich muss mein Leben ändern. Ich muss mich als Supervisor selbstständig machen. Auch wenn damals noch nicht einmal jemand wusste, was das sein soll, ein Supervisor. Seitdem sind Hunderte Menschen durch seine Praxis gegangen. Haben mehr Leben für ihr Leben entdeckt. Was Klaus Felder für sich noch entdeckt hat, mit seiner Familie, seinen Töchtern, seinen Schwarzweiß-Fotografien, seiner Musik, seinen Texten – und warum ein Dokumentarfilm über ihn: „Amerika in Biesfeld“ heißt, davon erzählen wir in dieser Menschensendung
    1 hr 2 min

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Jede Woche war ein Gast eingeladen, eine Stunde lang aus seinem Leben zu erzählen. Ein intensives Gespräch über das, was zählt. Die Sendung wurde im Januar 2023 eingestellt.

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