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Foto von Pixabay
Die Landeshauptstadt Niedersachens ist in heller Aufregung. Gestern suspendierte die Staatsoper in Hannover ihren Balletdirektor, erteilte ihm sogar Hausverbot. Der Anlass für diese außergewöhnliche Maßnahme: Der Chef des Tanzensembles, Marco Goecke, hatte einer Tanzkritikerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Samstagabend – aufgeführt wurde die Prämiere der Balletveranstaltung „Glaube, Liebe, Hoffnung“ – in der Pause Hundekot ins Gesicht geschmiert. Davon berichtete am Montag unter anderem der NDR.
Wie war es zu dem Zwischenfall gekommen? Goecke hatte sich viele Jahre lang über die Kritik der Journalistin Wiebke Hüster geärgert. Diese habe, so der wohl bald ehemalige Chef des Ballets, sein Werk, seine Person, sein Geschäft durch ihre Kritik geschädigt. Eigentlich wollte Goecke sie nur zur Rede stellen, dann aber habe er ihr den Kot seines alten Dackels, den er gerade in einer Tüte entsorgen wollte, ins Gesicht geschmiert.
Die Reaktionen. Die Tanzkritikerin, sie hat eine Anzeige erstattet. Und ihr Arbeitgeber, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, reagierte bereits am Sonntag mit einem Artikel, in dem bemerkt wurde, dass das Ereignis zeige, wie in Kunstkreisen mit Kritikern umgegangen werde. Der deutsche Journalistenverband Niedersachsen verurteilte die Aktion als einen Angriff auf Pressefreiheit.
Aus der Staatsoper in Hannover ist zu hören, dass man nach der Suspendierung und dem Hausverbot auf eine umfassende Erklärung und Entschuldigung des Täters warte. Ob das reiche, um die Dinge wieder in Ordnung zu bringen, scheint fraglich. Den niedersächsischen Kulturminister zitiert der NDR hierzu mit den Worten „Gewalt anzuwenden und übergriffig zu werden, das ist nicht zu entschuldigen“.
Der Balletdirektor selbst, er scheint erschrocken über sein eigenes Handeln zu sein, er wisse – so berichtet das ZDF – dass es gesellschaftlich bestimmt nicht anerkannt sei, wenn man wie er zu solchen Mitteln greife.
Differenzen welcher Art auch immer treten im menschlichen Miteinander nun einmal auf, sie sind gleichsam unvermeidlich. Es stellt sich die Frage – im Großen wie im Kleinen – wie man damit umgeht. Darüber sprechen und Wege zum Miteinander finden bietet sich als Lösung an, schließlich haben wir doch als Menschen die einzigartige Gabe kommunizieren zu können. Nutzen wir sie. Das Verschmieren von Verdauungsresten in Gesichtern derer, über die man sich – wie in diesem Fall sehr lange – geärgert hat, erleichtert zwar kurzfristig die frustrierte Partei, bringt ihr aber über den Moment hinaus wenig, eher ist das Gegenteil der Fall.
Foto von Susanne Jutzeler, suju-foto
Die EU ist Hauptimporteur von Froschschenkeln und interessiert sich wenig dafür, woher die Tiere, deren Beine als Delikatesse gelten, eigentlich kommen und welche Folgen die Einfuhr von mehreren tausend Tonnen im Jahr für die Natur hat. Das meldet der Deutschlandfunk am 13. Februar 2023 in seinen Nachrichten und bezieht sich dabei auf ein Papier des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels.
Liest man den Abstrakt dieses wissenschaftlichen Artikels, dann sieht man sich mit einer Reihe unerfreulicher Fakten konfrontiert, die auch die Froschschenkelliebhaber nachdenklich stimmen sollten. Denn die Konsequenzen dieser besonderen Form der Amphibienliebhaberei für die Natur sind mannigfaltig und beunruhigend.
Die Untersuchenden wissen zu berichten, dass der größte Teil der Schenkel von Wildtieren stammt. Diese – freundlich formuliert – Überbeanspruchung natürlicher Nahrungsressourcen leiste einen wesentlichen Beitrag zu einem Rückgang der entsprechenden Populationen in ihrem natürlichen Umfeld, die Gefahr des Aussterbens einzelner Arten sei durchaus gegeben.
Über viele Jahrzehnte habe die Nachfrage nach Froschschenkeln in der EU dazu beigetragen, dass diese in großer Zahl aus unterschiedlichsten Ländern wie Bangladesh, Indonesien, in letzter Zeit besonders aus der Türkei und Albanien importiert werden. Dabei sei es für die Kunden aus Europa ohne Bedeutung gewesen, welche Rolle zum Beispiel der Faktor Nachhaltigkeit in der Beschaffung der Schenkel gehabt habe.
Schaut man sich einige Seiten später in der Untersuchung eine Tabelle an, welche Auskunft über die die unterschiedlichsten Froscharten, deren Schenkel verwendet werden, gibt und darüber informiert, wie sich der jeweilige Bestand der einzelnen Spezies entwickelt hat, so ist festzuhalten, dass viele dieser Arten in ihrem Vorkommen in der Natur rückläufig sind. Ursache ist, dass meisten Tiere, deren Beine von den Europäern so gerne verspeist werden, aus freier Wildbahn stammen.
Gibt es Alternativen der Froschschenkelbeschaffung? In einigen Ländern existieren Froschfarmen. Die Untersuchung zeigt, dass diese wirtschaftlich mit dem Lebendfang nicht konkurrieren können. Die Kosten für Zucht, Unterhalt und Nahrung sind deutlich höher. Darüber hinaus gibt es Probleme mit Krankheiten bei den Tieren. Und der Gesamtbedarf kann ohnehin mit dieser Methode nicht gedeckt werden.
Berücksichtigt man das hier Betrachtete, so drängt sich einem doch die Frage auf, wie bedeutsam der Froschschenkel im Speiseplan der Menschen ist. „Enorm wichtig“ wird man aus unterschiedlichen Ländern Europas hören. Ein Blick in Rezepte mit dieser vermeintlichen Delikatesse, macht mehr oder minder Appetit auf Froschschenkel in Sahnesoße, Froschschenkel in Riesling oder auch Froschschenkel mit Knoblauch. Aus den Zubereitungstexten ergibt sich, dass man sich geschmacklich mit dem Fleisch der quakenden Hüpffidelen sehr in der Nähe von Hühnchen befindet. Es drängt sich der Gedanke auf, diese bei den oben genannten Rezepten zu verwenden. Immer vorausgesetzt sie wurden natürlich aufgezogen und gehalten. Übrigens finden sich in den Rezeptsammlungen bereits „falsche Froschschenkel“, sie bestehen aus Schweinslendchen, einer weiteren Alternative. Es muss also nicht immer Frosch sein.
Foto von Oleksandr Pidvalnyi
Über den USA wurde ein Spionageballon gesichtet und abgeschossen
Foto von Nachelle Nocom
Kirche und Leben berichtet 2020 darüber, dass Vandalismus in Gotteshäusern zugenommen hat, quantitativ wie auch qualitativ. Auch katholisch.de befasst sich mit dem Thema, in einem Artikel aus demselben Jahr kann man nachlesen, dass die Zerstörung kirchlicher Räumlichkeiten und ihrer Ausstattung seit 2010 „spürbar angestiegen sei“. Art und Ausmaß variieren vom umgeworfenen Kerzenständer bis hin zum vollständig verwüsteten Andachtsraum.
Und man geht auch weiter, so wie am frühen Freitagmorgen in der katholischen Kirche in Wissen (Sieg). Hier wurde das Gotteshaus in Brand gesetzt, in dem man offenbar Kirchenbänke zusammenschob und diese dann anzündete, berichtet der SWR. Ein barocker Hochaltar aus dem 17. Jahrhundert, er wurde vollständig zerstört, ebenso wertvolle Fresken. Die Bewohner des kleinen Ortes im nördlichen Rheinland-Pfalz sind schockiert. Spontan hatte man sich am Freitagabend zu einer Andacht auf dem Kirchplatz getroffen. 200 Menschen kamen.
Gotteshäuser – Kirchen, Synagogen, Moscheen, Konigreichssäle, Tempel – sie sind Orte der Begegnung, an denen Gläubige sich treffen um zusammen zu sein, zu beten, zu singen, wo sie ihren Glauben in Gemeinschaft leben und erleben zu können. Damit dies ungestört geschehen kann, müssen Gotteshäuser geschützte und sichere Orte sein, Orte, an denen man sich nicht vergeht, in kleinster Weise.
Und so sehr man diesen zunehmenden Vandalismus laut und öffentlich verurteilen muss, so sehr müssen wir uns doch Gedanken darüber machen, wer die Menschen sind, die so etwas tun. In Bayern hat das Innen- und Justizministerium dies für das Jahr 2019 näher untersucht, übrigens auf die Anfrage eines AFD-Abgeordneten hin, man wollte wissen wie viele Täter Ausländer, Asylbewerber, Migranten oder Menschen mit Migrationshintergrund waren. Darüber berichtete die Süddeutsche Zeitung im Mai 2021. Das Ergebnis der Erkundigung: 53 Straftaten auf Religionsstätten hatten stattgefunden, in nur fünf Fällen gab es Hinweise auf religiöse oder sonstige Ideologien als Motive. 24 Taten hatten einen rechtextremistischen, 20 Angriffe einen linksextremistischen Hintergrund. Ein Ergebnis, dass die anfragende AFD wohl so nicht erwartet hatte.
Und die Kirche in Wissen? Die Polizei Betzdorf hat eine Ermittlungsgruppe gegründet. Wie groß die Chancen sind, die Täter dingfest zu machen, zeigt die eben angesprochene Untersuchung aus Bayern, nur in 10 % der Fälle gelang es, Verdächtige überhaupt zu ermitteln. Vielleicht funktioniert das in diesem Fall, erst dann werden wir etwas über die Motive der Täter von Wissen erfahren. Man muss wohl fragen, was sich in einer Gesellschaft verändert hat, in der Orte des Glaubens von Menschen nicht mehr als besonders schützenswert respektiert werden. Darüber können wir – wenn überhaupt – nur von denen erfahren, die diese und ähnliche Straftaten begangen haben.
Foto von sergio souza
Das ist ja mal gut gelaufen. Jedenfalls für Exxon, Shell, BP und Total. Diese und weitere Unternehmen der Mineralölindustrie haben in diesem Jahr Gewinne gemacht wie noch nie zuvor. Einer der Gründe ist offensichtlich: Durch den Ukrainekrieg und den Verzicht auf russisches Gas und Öl in der westlichen Welt wird die vorhandene Nachfrage von den Ölmultis gedeckt, die sich das gut bezahlen lassen. Hinzu kommt: Die Produktionskosten für Mineralölprodukte, bedingt durch immer noch infolge der Corona Zeit brach liegende und im Betrieb teure Produktionsanlagen, sind gering.
Diese wirtschaftlichen Erfolge, sie spiegeln sich dann in den nun vorgelegten Jahresbilanzen. Beispiel Total, der Konzern verdoppelte seinen Gewinn, der jetzt bei 36,2 Milliarden Dollar liegt. Shell geht es nicht schlechter, hier hat sich der Reinerlös auf 40 Milliarden Dollar verdoppelt. Und auch das amerikanische Unternehmen Exxon profitiert von der aktuellen Lage, dessen Gewinn von 56 Milliarden Dollar 140 % über dem des Vorjahres liegt.
Die Kritik an diesen Rekordgewinnen bleibt nicht aus. So äußerte sich zum Beispiel US-Präsident Biden und bezeichnete die über die Maßen guten Betriebsergebnisse als empörend. In der Bundesrepublik blickt man u.a. von Seiten der Linken in den Sommer zurück und findet diese Erklärung für die zusätzlichen Einnahmen plausibel: Es gab Tankrabatte und der Verdacht liegt doch nahe, dass diese zu den insgesamt großen Erträgen der Mineralölindustrie durchaus beigetragen haben.
Immerhin gibt es den Beschluss der EU, eine Übergewinnsteuer einzuführen. Sie kommt, aber sie kommt eben zu spät. Tanken muss man, wenn der Tank leer ist. Und dann ist es am Ende egal, welcher Preis an der Zapfsäule für den begehrten Liter des benötigten Antriebsmittels aufgerufen wird, denn der Endbetrag muss in jedem Fall entrichtet werden. Kurz: Wer fahren muss, muss tanken und zahlen. Das sichere Wissen der Konzerne um diese unumstößliche Tatsache und das Fehlen von in ausreichender Zahl im Verkehr befindlichen Antriebsalternativen haben dazu beigetragen, dass die Rekordgewinne überhaupt realisiert werden konnten. Dieser Markt schreit geradezu nach Regulierung, geschehen wird auf absehbare Zeit wohl wenig bis nichts. Das ist schade.
Foto von Anna Shvets
In der Hochzeit der Coronapandemie sind sie enorm gewachsen: Unternehmen, deren Geschäftsmodell onlinebasiert ist halfen diese Zeit zu überwinden und zu bewältigen, indem sie das infektionsfreie Zusammentreffen per Videokonferenz oder den Einkauf im virtuellen Geschäft ermöglichen konnten.
Genau diese Zeit ist nun vorbei, Besprechungen finden wieder in Konferenzräumen statt, Schulen unterrichten wie frühen ihre Schüler in wirklichen Klassen und studiert wird auch nicht mehr von der Kleinstraumwohnung aus, der Lern- und Lebensraum Uni wurde mittlerweile wiederbelebt. Auch die Notwendigkeit des kontaktlosen Einkaufens besteht nun nicht mehr zwingend, die Türen der Geschäfte sind wieder weit geöffnet. Willkommen also in der nach-pandemischen Welt, in der manches eben doch so ist, wie es einmal war.
Schlecht für die Unternehmen der Onlinebranche. Zeigten sich hier zu Coronahochzeiten enorme Zuwächse, so ist der Trend nun gegenläufig, die Folgen für die Firmen, vor allem aber ihre Mitarbeiter gravierend. Das Gespenst des Stellenabbaus zieht durch die Büros von Facebook, Alphabet und Twitter und auch Amazon muss sich massiv von Mitarbeiter:Innen trennen.
Nun hat es auch Zoom erwischt, die Software, die uns während Corona zusammenführte und das ansteckungsfreie Begegnen und Austauschen ermöglichte, ein Programm, das also dabei half, dass es weitergehen konnte, obwohl uns der Virus daran hinderte, das zu tun, was für uns Menschen so essentiell ist: das Zusammensein und – wirken.
Zwei Probleme waren es, die bei Zoom zu einer Kündigungswelle geführt haben, bei der jetzt 1.300 Mitarbeiter ihren Job verloren: Der nicht mehr in dem Maße bestehende Bedarf nach einer Konferenzsoftware zum einen, zum anderen die Konkurrenz durch Produkte wie Teams, WebEx oder Slack.
Ökonomen nennen so etwas einen unvermeidlichen Marktbereinigungsprozess, was die jetzt arbeitslosen Mitarbeiter der Onlineunternehmen wenig trösten dürfte. Ob ihre berufliche Zukunft in dieser wachstumsverwöhnten Branche liegt oder nicht, hängt nicht zuletzt davon ob, in welchem Maße Automatisierungsprozesse und künstliche Intelligenz ihre Tätigkeit in Unternehmen obsolet machen. Vielleicht gibt es aber in der Offlinewelt die eine oder andere Beschäftigungsofferte, die für die jetzt nach Arbeit Suchenden interessant sein könnte.
Foto von Pixabay
In den letzten Wochen in aller Munde: ChatGPT, ein Chatbot, der natürliche Sprache und Intelligenz soweit verknüpfen kann, dass ganze Essays entstehen, wenn man ihn nur danach fragt. Schwer dabei zu erkennen ist, ob die dann vorliegende Abhandlung das Ergebnis menschlicher oder künstlicher Intelligenz ist. Das führte dann doch, als die Botschaft von dieser technischen Errungenschaft schließlich in der Welt war, zu einem lauten Aufschrei, besonders auch im Bereich der Bildung. Wie soll denn nun erkennbar sein, ob Fritz K. sein Referat über Fürst Pückler höchstselbst verfasst hat? Bislang war das zumindest in der Schule kein Problem: War das Thema bekannt, kopierte der Schüler einfach einen Wikipedia-Artikel und das wundervolle Plagiat wurde als Eigenleistung präsentiert. Genauso einfach war der Nachweis der eben nicht vorhandenen geistigen Urheberschaft, denn wer sich wenig Mühe beim Fälschen gibt, sorgt auch dafür, dass das Beweisen dieses Vorgangs schnell erfolgen kann.
Nun ist alles anders, denn wie bereits gesagt: ChatGPT erzeugt überzeugend gute Texte und der Nachweis des Einsatzes eben dieses Hilfsmittels gestaltet sich schwierig. Prompt reagierte der Hersteller der Software, die Firma OPEN AI, und programmierte ein System, das helfen soll, Chat GPT als Autoren zu überführen. Der Erfolg dieses Enthüllungsprogrammes sei aber bislang eher mäßig, die Erkennungsquote noch zu gering.
Der Geist ist also aus der Flasche und macht keinerlei Anstalten alsbald dorthin zurückzukehren. Und wenn Chat GPT erst einmal Kenntnis von der feindlichen Erkennungssoftware aus eigenem Hause hat, wird er dann Gegenmaßnahmen einleiten?
Ein Geist im Übrigen reicht nicht. Google zieht nach und testet zurzeit seinen Chat-Bot „Brad“. Das ist auch unbedingt erforderlich, denn Mircosoft plant ChatGPT in seine Suchmaschine Bing zu integrieren. Da kann Google natürlich nicht zurückstehen. Das Wettrennen um die beste künstliche Intelligenz, die der Welt per Suchmaschine in denkbar einfachster Form zur Verfügung stehen soll, ist also eröffnet.
Da – wie bereits gesagt – Texte, die mit diesen Programmen erstellt wurden sich nicht von menschgemachten unterscheiden, ist die Sorge nicht unberechtigt, dass die künstlichen Intelligenzen ggf. sehr schnell und effizient Falschinformationen verbreiten, gerade wenn man die Integration in Suchmaschinen berücksichtigt. Die Chat-Bots als virtuelle Autoren hätten damit die Macht, Einfluss auf die reale Welt in ungeahntem Ausmaß zu nehmen, das sind schlechte und sehr reale Nachrichten.
Foto von Alexander Grey
Ich bin bekennende Gender:In. Damit, so zeigt eine Umfrage von InfraTest Dimap, gehöre ich nicht zur Mehrheit der Deutschen, zwei Dritteln von ihnen ist das nicht so wichtig. Die Bedeutung des Genderns nimmt bei zunehmendem Alter ab. Und nur 16% der Deutschen finden Gendern überhaupt wichtig. Als Alternative wird von den Befragten die Doppelnennung genannt, sie wird von 50% der Umfrageteilnehmer:Innen genutzt. Keine Anhänger:Innen findet auch der Gender-Gap, also die Sprechpause vor der weiblichen Endung eines Wortes. Soweit die Untersuchungsergebnisse von InfraTest Dimap.
Warum bin und bleibe ich bekennende Gender:In? Grundsätzlich bietet unsere Sprache die Möglichkeit, bei Wörtern zwischen einer weiblichen und männlichen Form zu unterscheiden: der Bäcker, die Bäckerin – der Beamte, die Beamtin usw. Es ist die Bequemlichkeit und die Praktikabilität, die uns dazu verführt, uns auf nur eine Form, nämlich die Männliche, im alltäglichen Sprachgebrauch zu beschränken.
Darüber nachgedacht, dass damit 50 % der Bevölkerung sprachlich keine Berücksichtigung finden, haben wohl nur die wenigsten … Männer. Und Frauen haben leider gelernt, zu vieles eben einfach hinzunehmen. Umso mehr ist es längst Zeit, Wörter so zu gestalten, dass beide Geschlechter adäquat berücksichtigt werden. Und der Gender-Gap. Nun er scheint männlich zu sein und hilft eben diesem Teil der Menschheit sich im Sprechakt daran zu erinnern, dass sich etwas geändert hat. Das ist gut so.
Foto von Andrea Piacquadio
Diskussion um die Rente in Frankreich und das Altern in Deutschland
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