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Mit 16 auf dem Weg nach ganz oben: Sängerin Stella Maria Barghouty. “Egal wo ich bin, ich suche immer die Bühne.”
Und genau dadurch hat sich ihr Leben inzwischen komplett verändert. Auf einem Norwegen-Urlaub mit ihrer Familie singt Stella spontan bei einer Open-Mic-Night in einer Bar. Der Musikproduzent Martin Kleveland, der schon mit Lionel Richie, Jessie J und den Sugababes zusammengearbeitet hat, sitzt just an diesem Abend im Publikum und wird auf sie aufmerksam.
Wenige Monate später ist das gemeinsame Werk fertig: 2026 erscheint Stellas Debütalbum mit Pop-Balladen und knalligen Dance Tracks.
"Drag hat mich gefunden!" Offen und mit einem Augenzwinkern spricht Mademoiselle Giselle über die Geschichte hinter ihrem neuen Namen, den Verlust ihres "Bordells" und ihren unermüdlichen Einsatz für die Wiener Drag-Szene.
Als Mitbegründerin des Vereins rund um den „Lipstick Ball“ und die legendäre „Drag Of The Night“-Wahl fördert sie gemeinsam mit Sassica Rabbit, Lexi Labor und Miss Patty Fanny die nächste Generation queerer Kunst. Eine Folge über Glamour, Zusammenhalt und die Kraft, sich immer wieder neu zu erfinden.
photo credits (c) Kevin Tuider/Uschi Pix
Ruhmers musikalische Laufbahn begann am Schlagzeug – heute steht er ganz vorne auf der Bühne. Ruhmer war Live-Drummer bei der Band Oehl und tourte als Support Act mit Herbert Grönemeyer. 2023 veröffentlichte er sein Debütalbum "Cherryland", vor kurzem folgte das zweite Album: "Masterplan". Doch gibt es den eigentlich - den Masterplan für sein Leben?
In dieser Folge sprechen wir über einschneidende Lebensentscheidungen, darüber, wann ein Werk wirklich fertig ist und Songs wie "Kill Me Now", die von toxischen Beziehungen erzählen und wie man sich davon befreit. Außerdem erzählt Ruhmer, wie er heute mit der Energie bei Live-Auftritten umgeht und warum er es liebt, sein Publikum zu erobern.
Er ist seit zwei Jahrzehnten ein fixer Bestandteil der österreichischen Musikszene: Andreas Födinger ist Mitbegründer der legendären Band "Bilderbuch", langjähriger Schlagzeuger und Gitarrist und seit 2022 mit seinem neuen Projekt "AF90" unterwegs.
Andreas weiß, was es für einen Hit braucht: "Das richtige Timing. Ich bin überzeugt, zwei Jahre früher hätte "Maschin" nicht den gleichen Impact gehabt."
Wie man es nach so vielen Jahren im Geschäft schafft, die Leichtigkeit zu behalten?
"Jeder Künstler hat Selbstzweifel, aber den Druck macht man sich ja nur selbst. Es ist ok einen Song nur für sich zu haben. Scheiß drauf, ob der im Radio gespielt wird oder ob jemand anderer ihn gut findet."
Sein Geheimrezept: "Weniger darauf schauen, was anderen gefallen könnte oder gerade dem Zeitgeist entspricht, sondern das tun, was man selber geil findet!"
photo credit (c) Liebentritt
„Ich hab manchmal das Gefühl, ich könnte aus allem eine Geschichte erzählen“, sagt Regisseurin und Drehbuchautorin Tereza Kotyk über ihren unbändigen Erzähldrang. Am 9. Mai kommt ihr neuer Film “Nebelkind - The End of Silence” in die österreichischen Kinos.
Bildgewaltig und berührend erzählt Tereza die Geschichte von drei Frauen. Auf den Spuren eines entlaufenen Wolfes begibt sich die Wolfshüterin Hannah nur widerwillig in das tschechische Heimatdorf ihrer Großmutter, nahe der österreichischen Grenze. Hier lebt Hannahs Mutter, die sich mit der versuchten Aufarbeitung der traumatischen Familiengeschichte keine Freunde im Dorf gemacht hat. Auch Hannah kann sich der tabuisierten Vergangenheit nicht länger entziehen.
„Wir erzählen einander Geschichten, um anderen näher zu sein und uns zu verbinden.“ Ihre Filme entstehen aus dieser Sehnsucht nach Nähe, nach dem Unsagbaren, nach dem, was unter der Oberfläche liegt.
Für Tereza ist klar: „Das Leben ist wie ein Kreis und niemals linear.“ Und Kunst? „Kunst kann verändern und Perspektiven öffnen.“
Auf der Waldorfschule wurde Christopher Wurmdobler eigenen Angaben zufolge fast alles beigebracht - außer seinen Namen zu tanzen. Er hat Angewandte Theaterwissenschaft studiert, schreibt Bücher, ist Ensemblemitglied bei Nesterval und war mehrfach für den Wiener Theaterpreis nominiert.
Im März ist sein neuer Roman “Felix Austria” erschienen, eine berührende queere Liebesgeschichte zwischen Felix und dem Zirkusartisten Jack. “Ich hatte in meiner Biografie als schwuler Mann das Glück, keine Ahnung zu haben, dass Homosexualität geächtet wird”. Als junger Mann, erzählt Christopher, strotzte er nur so vor Selbstbewusstsein und dieses Gefühl von Selbstsicherheit und Selbstverständlichkeit wollte er auch seiner Romanfigur mitgeben.
“Ich mag es nicht, wenn über uns Schwule immer nur Trauergeschichten erzählt werden. Ich bin für meine Homosexualität mehr als einmal blutig geschlagen worden, aber es ist doch mehr als absurd, dass ein so wertvolles Gefühl wie Liebe überhaupt bestraft wird. Ich kann sagen, ich hatte deshalb nie Schuldgefühle oder gar Minderwertigkeitskomplexe. Warum denn?”
Dieses Originalzitat eines Überlebenden (Friedrich Paul von Großheim, 1906-2006) steht auf der letzten Seite von Christophers neuem Buch “Felix Austria” und es findet sich auch in der Nestroy-nominierten Theaterproduktion “Die Namenlosen” des immersiven Theaterensembles Nesterval wieder. Christopher spielte seit der Premiere 2023 den schwulen Boutiquebesitzer “C”, der von den Nationalsozialisten aufgrund seiner sexuellen Orientierung verfolgt und von einem Wehrmachtssoldaten auf der Flucht erschossen wurde.
Mit Blick auf die aktuellen politischen Entwicklungen und Angriffe gegen die LGBTQIA+ Community sagt er: “You can't take our pride! Wir müssen dagegen halten und aufstehen gegen das, was gerade passiert!”
photo credit (c) Julia Fuchs
Große Bekanntheit hat Claudia Six durch ihre Puppen und Figuren erlangt, die nicht nur in Ausstellungen, sondern auch auf wichtigen Bühnen im deutschsprachigen Raum zu sehen sind. Ihre Arbeiten sind subtil politisch und spiegeln ihre tiefgehende Auseinandersetzung mit der Welt wider.
“Ich hab mir immer gewünscht, dass meine Kunst Unbehagen auslöst”. Claudia erschafft mit ihren Puppen düstere Welten, die gleichzeitig aber auch Geborgenheit und Sicherheit bieten - Safe Spaces, in die man sich zurückziehen kann, wenn einem die "echte" Welt zu viel wird.
Kunst ist für Claudia keine Einbahnstraße, sondern vielmehr ein interaktiver Dialog zwischen Kunstschaffenden und Rezipient:innen, die sie ganz bewusst und mit großer Freude an ihren Werken mitgestalten lässt.
Ob es sie stört, dass sie damit Deutungshoheit über ihre Kunst abgibt? "Nein, ich liebe es loszulassen!" Das Interpretieren ihrer Kunst überlässt sie gerne anderen, nämlich dem Publikum.
photo credit (c) Claudia Six
Übermalt - credit: Erik Jan Rippmann
Sassica Rabbit ist ein Urgestein der österreichischen Drag Szene und mitverantwortlich für den Boom, der in den letzten Jahren entstanden ist. Manche mag es verwundern, aber: "Wien ist zu einem Hotspot für Drag Artists geworden".
Body Standards, das perfekte Make-up und bestimmte Kleidergrößen findet Sassica uninteressant . Vielmehr geht es ihr darum, das Publikum mit ihrer positiven Energie mitzureißen und dabei selbst Spaß zu haben. Diesen Spirit gibt sie auch an die nächste Generation weiter.
Als Begründerin des legendären Lipstick Balls bietet sie aufstrebenden Nachwuchstalenten eine Bühne. Unterstützt wird sie dabei von ihren Freundinnen Mademoiselle Giselle, Lexi Labor und Miss Patty Fanny.
Wie schaut es eigentlich mit fairer Bezahlung im Kulturbereich aus? Schwierig, aber es wird langsam besser. Ihren Kund:innen richtet Sassica augenzwinkernd aus: „Du willst Qualität, ich geb dir Qualität. Und dann musst du dafür zahlen!".
photo credit (c) Uschi Straight
Wie fühlt es sich eigentlich an, tot zu sein, Lukas? Der Shootingstar Lukas Mayer übernimmt eine der legendärsten Rollen der Musicalgeschichte und begeistert uns als “Tod” im Kultmusical “Elisabeth”. In China wurde er wie ein Popstar empfangen. Bis August 2025 ist er nun auf großer Deutschland-Tournee.
Und dennoch plagen auch ihn manchmal Selbstzweifel: “Vor jedem neuen Engagement bin ich mir sicher, dass jetzt auffällt, dass ich eigentlich gar nicht singen kann.”
Das Theater sieht er als einen besonderen Ort mit gesellschaftspolitischer Relevanz: “Als Schauspieler:in auf der Bühne ist es unsere Aufgabe, ein Spiegel der Gesellschaft zu sein und für eine Katharsis zu sorgen.”
Darf Entertainment politisch sein? “ In der Zeit, in der wir leben, muss man fast ein politischer Mensch sein, um sich zu bewegen.”
photo credit: (c) shadow
"Als Drehbuchautorin ist der Plot und die Figurenführung immer das erste, worauf ich schaue. Aber ein Film ist so viel mehr."
Aktuell arbeitet sie mit Regisseur Sebastian Brauneis an einem neuen Film: "AMS - Arbeit Muss Sein". Nach dem Erfolgsfilm "Die Vermieterin" der nächste Film über prekäre gesellschaftliche Zustände. "Uns ist es wichtig, dass die Figuren in unseren Filmen verschiedene Aspekte repräsentieren, ohne die Menschen, die es tatsächlich betrifft zu stereotypisieren."
Der wichtigste Rat für junge Kunstschaffende? "Tu es einfach! Je mehr du machst, desto mehr kannst du herzeigen. Go where the people are und schau wen du dort findest!"
Ihr Wünsche für die Zukunft? Das queere Kino erlebt gerade eine Hochphase und davon möchte Lily in Zukunft noch mehr sehen. Und sie fordert mehr Förderungen für angehende Filmemacher:innen. "Nicht, um teurere Filme zu machen, sondern damit mehr Menschen Filme machen können."
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