Quatschbrötchen - Express

Quatschbrötchen - Express

By podcastlabel.de / Gregor BörnerComedy
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Quatschbrötchen - Express episodes

  • QBE: Reportage vom Oktoberfest

    In München wird wieder das Oktoberfest gefeiert, dieses mal schon zum 189. mal. Das wichtigste vorweg, eine Maß kostet in diesem Jahr ungefähr 15 Euro. Matthias berichtet für und von den Wiesn.

    4 min
  • QBE: wegen Ausbildungsbeginn: lustige Bewerbungen

    Wenn Ausbildungen im Spätsommer anfangen, sie die meisten auch drei Jahre Später zur selben Zeit wieder zu Ende. Das führt aber auch dazu, das im Spätsommer vermehrt neue Arbeitsstellen begonnen werden. In der Schule, später auch in der Berufsschule wird daher auch schon fleißig geübt, wie man eine Bewerbung um einen Arbeitsplatz überhaupt verfasst. Wir haben da ein paar Beispiele, da hat es vermutlich mit dem Arbeitsplatz nicht geklappt.

    7 min
  • QBE: Das Weißsternige Baukehlchen

    Das Weißsternige Baukehlchen (Albosylvia picturata)

    Dieser Vogel wird in in ornithologischen Fachkreisen auch der Fassadenkleckerer genannt.

    Er verbringt seine Tage zusammen mit einem Eimer Farbe auf hohen wackligen Gerüsten, flötet unspektakuläre Zoten der 1970er und 1980er Jahre, wie zum Beispiel

    • „Schmidtchen Schleicher“,
    • „Nippel durch die Lasche“,
    • „Spaghetti Polonaise“,
    • „Bolognese Blankenese“ und
    • „Majonäse Epigenese“
    • nach,

      und würde sicherlich allgemein in der Bedeutungslosigkeit und dem Hintergrundrauschen urbanen Lebens verschwinden, wenn er nicht die Eigenschaft hätte, mit diesem Farbeimer und einem dazu gedachten Anstreicherwerkzeug auch zu hantieren.

      So ergeht stetig ein Regen aus weißen Tröpfchen auf unter dem Gerüst lustwandelnde Baustellentouristen, der gelegentlich auch mal als kompletter Eimer herunterkommt, nämlich immer dann wenn das weißsternige Baukehlchen den Versuch unternimmt, auf die Zwanzigerschachtel „Malertod Premiumpils“ Zugriff zu nehmen, welche strategisch geschickt hinter dem 10-Liter-Gebinde mit der Farbe platziert ist.

      Nun darf sich allerdings keiner mehr beschweren, der koppheister eine neue Ganzkörperbemalung erhält, denn das weißsternige Baukehlchen hat an seinem Gerüst ein

      *Schild*

      befestigt, auf dem in großer Schrift steht, dass aktuell Malerarbeiten in der Höhe stattfinden und Gefahr durch Erdanziehung besteht.

      Das Schild ist zusätzlich barrierefrei mit Noppenschrift versehen und hängt in einer Höhe, die auch für Pudel und halbliegend fortbewegte Personen wie Cabriofahrer gut abzulesen ist.

      Auf dem Schild ist zur weiteren Verdeutlichung des Konfliktpotenzials zwischen weißsternigem Baukehlchen und Schwerkraft ein Pfeil angebracht, der zeigt, welche Richtung mit „in der Höhe“ gemeint ist.

      Auf diese Weise gelingen dem Vogel spektakuläre Volltreffer, ungefähr einer auf sieben zugegriffene Flaschen „Malertod Premium“.

      Denn die Baustellentouristen benehmen sich, als würden sie geradezu magnetisch von dem Warnschild angezogen!

      Sie sind verblüfft, dass das *Schild* immer blitzblank ist, obwohl alles im Unkreis von bis zu zehn Metern um das Gerüst weiß gesprenkelt oder sogar in Farbe ertrunken ist.

      Und dann wollen die Leute nur noch eins:

      *sie müssen einfach dieses prächtige Schild berühren und sein Geheimnis herausfinden.*

      Dabei könnten sie sich des Rätsels Lösung längst denken, denn wirklich jeder Haushalt hatte seit dem Start der US-Raumfähre Columbia mal so eine teflon-beschichtete Bratpfanne, an der alles abperlt.

      So weit reicht aber die mentale Transfer-Leistung heutiger Menschen nicht mehr;

      irgend eine alltägliche Beobachtung in die wundervolle Außenwelt hinein zu transferieren hat ja auch mit dem selbstgesetzten Ziel der Lust-Wandelei nichts zu tun.

      Und es könnte ja außerdem auch was Unwahrscheinlicheres angenommen werden, Ergebnisse der Kraftfeld-Ufologie vielleicht.

      Hast du die Anziehung nicht auch gespürt?

      Na also.

      KLATSCH, Schild berührt, Eimerflug, neues Standbild in Weiß. – Leises Fluchen vom Gerüst herunter.

      Also schnell zurück zu unserem Hauptdarsteller, dem weißsternigen Baukehlchen.

      Es hat dieses Schild nicht aus Bosheit aufgestellt, es ärgert sich tatsächlich schon genug darüber, dass es pro ergriffener Pulle „Malertod Premium“ einen Ersatzeimer Farbe aufs Gerüst hinauf schaffen muss.

      Das bedeutet:

      • runterfliegen,
      • neuen Eimer an die Seilwinde klinken,
      • wieder rauf fliegen,
      • hochkurbeln.
      • Dabei steht der weiße Pudel oder liegt der weiße Cabriofahrer auch schon mal im Weg. Aber wenigstens kein Gemecker mehr.

        Damals, ohne das Schild, traf nur jeder 30. Eimer, aber die generelle Streiterei mit begossenen Cabriofahrern und Pudeln wegen ungesicherter Baustellen war nervenraubend.

        Für so was hat das weißsternige Baukehlchen einfach keine Zeit.

        Denn wer gestresst ist, lässt noch viel mehr Farbeimer runterfallen als sowieso schon.

        Was das heißt, deutete dieser Text schon an:

        • runterfliegen,
        • neuen Eimer anklinken,
        • rauffliegen,
        • hochkurbeln.
        • Nur halt noch öfter, und ohne Pulle.

          Das Teflon-Schild hat das weißsternige Baukehlchen im Otter-Katalog entdeckt und sofort bestellt, wegen der Sicherheit, Sie verstehen.

          Seitdem ist Ruhe unterm Gerüst, selbst bei Volltreffer.

          5 min
        • QBE: Vogel der Woche - Der Notausstieglitz

          Der Notausstieglitz (Serinus emergens)

          und Kollegen

          Aufstieglitz (Serinus elevans), Abstieglitz (Serinus hadans) und Anstieglitz (Serinus schwallhalla)

          Ornithologen stellten im Jahre 2024 fest, dass die Zahl der Stieglitze eine umfangreichere sei als in all den Jahrzehnten zuvor, wo diese hübsch bunten Finken-klein-odien nur den gelegentlichen Farbtupfer auf der Twitcherliste stellten.

          Und jetzt sausen die Stieglitze gleich einem entfesselten Orkan aus Bonbonpapierchen herum, vermöchte die staunend-publikumgewordene Person den aufgeregten Teleobjektivogrammen der Vogelgucker (m/w/d) entnehmen.

          Was ist da los, meine lieben Küken?

          Als erstes dies: ja, es gibt mehr Stieglitze, denn die Stieglitzeltern brüten durchaus erfolgreich. Als zweites: nein, denn nicht jeder getwitchte Stieglitz ist auch einer! Auf der Twitcherliste fehlen mehrere Einträge!

          Nur weil etwas hellbraun-rot-weiß-gelb-schwarz ist und dazu Stieglitzgeräusche macht, einen Stieglitz draus zu machen, ist fatal.

          Denn hier werden sträflich unter’m Stieglitz auch die Notausstieglitze und Aufstieglitze subsummiert, vielleicht sogar noch die berüchtigten Abstieglitze, die in den Ball-tretliga-Stadien der Bundesrepublik sehr ungern wahrgenommen und daher nur vage und mit zuhgehaltenen Augen als aufgeregte Bonbonpapierchen oder bunte Spatzen bezeichnet werden.

          Der Aufstieglitz wird von einigen auch als Lerchenfink bezeichnet, weil er immer auf dem Weg nach oben in den endlos-blauen Himmel ist; keiner weiß, wie das funktioniert, kluge britische Ornithologen wussten schon immer: What goes up, must come down. Noch klügere deutsche Ornithologen pos-tulierten, dass Auf- und Abstieglitz eine Art seien; Feldforscher sahen diese aber niemals miteinander, nun ja, stieglitzen halt, sondern in höchst unterschiedlichen Richtungen aneinander vorbeisausen.

          Bleibt noch der Notausstieglitz zu beschreiben, der, wenn er Pause hat, ebenfalls zur optischen und akustischen Vervielfachung der Striche auf den Twitcherlisten für frei fliegende und Stieglitztöne von sich gebende bunte Vögel beiträgt, von dem mensch aber dank aufmerksamer Busfahrer (m/w/d) den Brutplatz kennt. Der Notausstieglitz sitzt nämlich auf den Halterungen für die kleinen roten Hämmerchen neben den Scheiben und heizt dort seine zwei bis drei Eier bis auf Schlupftemperatur, um zum insgesamten Anstieglitz seinen praktischen Teil zu geben.

          Staunend stehen wir Normallebewesen vor diesem ornithologischen Wunder und beobachten vollgetwichte Twitcherlisten mit einem angebauten Papierstück, die Spalte „Stieglitz“ nach rechts verlängernd, damit keine Beobachtungen in die Luft gemalt werden müssen.

          4 min
        • Vogel der Woche - Die Leuchtturmmöwe

          Die Leuchtturmmöwe (Larus interruptus Marunde)

          Diese Vögel brüten bei Leuchttürmen und schlafen dort nachts, aufgrund der Eigenschaft eines Leuchtturms, sein Licht im Kreis zu drehen, um Schiffe am Küsten-Gegendotz zu hindern, maximal für eine Minute auf ihrem Nest, bevor sie wieder im Lichtkegel sitzen und hochschrecken. Leuchtturmmöwen wirken aufgrund dieser permanenten Schlafstörungen notorisch unentspannt, und zwar dermaßen, dass es sogar in der Gruppe der allgemein schon recht reizbaren und tic-behafteten Möwen noch mal extra auffällt. Selbst tagsüber schlafen diese Vögel für eine Minute, um sofort wieder hochzuschrecken.

          Mit dem Aufkommen von Global-Positioning-Systemen als Navigation für Schiffe hat sich die Anzahl der in Betrieb gehaltenen Leuchttürme drastisch reduziert, und wir  könnte meinen, dass die Leuchtturmmöwen nun besser pennen könnten. Doch weit gefehlt: diese Vögel wären fast zusammen mit den Leuchttürmen ausgestorben. Ihre Bruterfolge gingen zunächst so drastisch zurück, dass ein Aussterben der Art wahrscheinlich wurde. Offenbar brauchten die Vögel den minütlichen Schlaf-/ Wach-Rhythmus.

          Da es aus verschiedenen Gründen nicht in Frage kam, nur wegen dem Vogel die Leuchttürme wieder in Gang zu setzen, haben Naturschützer den Möwen Smartphones hingelegt mit einer Leuchtturm-App, die jede Minute das Licht einschaltet. Seitdem zucken die Leuchtturmmöwen wieder fröhlich jede Minute aus dem Schlaf hoch, und die Populationen haben sich stabilisiert.

          4 min
        • QBE: Vogel der Woche - Die Legohenne

          Die Legohenne (Gallus noppis)

          Die Legohenne ist ein sehr praktischer Hühnervogel, der sich prima für die Intensivhaltung auf engstem Raum eignet.  Ihre Tage sind allerdings gezählt, weil ja nun aufgrund von EU-Gesetzen die sogenannte Volierenhaltung in den Eiererzeugungsbetrieben in Mode kommt.

          Bevor diese gesetzliche Unsitte, die nun alle Großdiscounter maßgeblich unterstützen, Volieren um die einzelnen Hennen herum vorschrieb, war es ein Leichtes, die Hennen einfach artgerecht, stabil UND platzsparend aufeinander zu stecken, und damit sogar ganze Gebäude bis zur Größe einer Lagerhalle hochzumauern.

          In Zukunft werden die Legohennen innerhalb herkömmlicher Lagerhallen in Kleinstvolieren vereinzelt ihr Dasein fristen und nicht mehr den Trost der acht Noppen der unter ihnen verbauten Vögel an ihrem Bauch verspüren.

          2 min
        • QBE: Vogel der Woche - Der Kramnich

          Der Kramnich (Krusch krusch)

          Der Kramnich ist in einigen Ländern der Erde ein heiliger Vogel. Er ist hübsch und elegant anzusehen, und er gehört zu den Umzugvögeln. Will meinen, zieht im Jahr mehrmals in ein neues Zuhause um. Das hat zur Folge, dass er permanent am Sachen suchen ist, die er in irgend einer seiner vielen Umzugskisten verstaut hat, oder die irgend einer seiner Kramnichfreunde für ihn in irgend einer seiner Umzugskisten verstaut hat, denn Kramniche helfen sich natürlich – Ehrensache! – gegenseitig beim Umziehen. Sie wissen ja schließlich selber, wie viel Arbeit das Umziehen ist, und da kann ja kein Kramnich bei alleine gelassen werden.

          Kramniche stehen gerne in größeren Gruppen zusammen, wenn sie gerade Pause vom Umziehen machen, und tanzen und trompeten dann gemeinsam. Worüber sie trompeten, werden wir wohl nie erfahren.

          …, denn du weißt schon, besonders die Karin Kramnich, die findet ja ohne Hilfe ihrer Freunde nichts wieder, und der Kuno Kramnich, ne, der hat sogar vorletztes Jahr seine Umzugskisten vergessen vor lauter Umzieherei. Na, DAS war aber ’ne Aufregung! Wie gut, dass Kirsten Kramnich noch Kisten übrig hatte, die waren dann zwar alle mit Kirsten statt mit Kuno beschriftet, aber guten Freunden musste ja helfen, nich wahr. Ach so, und Karol Kramnich fand bei sich im Nest dann Kuno Kramnichs Umzugskiste mit den Roland-Kaiser-Schallplatten, wo er eigentlich seine Nestummeldungs-GEZ-Papiere drin vermutet hatte, ja und das war natürlich auch ein Highlight, weil der Karol Kramnich ja gar keinen Plattenspieler hat. Und Kristina Kramnich sucht heute noch ihre Küken, die sind vor drei Jahren beim Spielen im Speditionslaster sonstwohin gefahren, ganz kurz tauchten sie während des Umzugs von Karsten Kramnich auf, als der seinen Flauschigen Pinkfarbenen Klodeckelbezug ööh, ja, keine Ahnung, ob der den suchte oder gefunden hat, weil, sein Pinkfarbener Waschbeckenvorleger mit dem Flamingomotiv war jedenfalls futsch, stattdessen guckte ihn dann Kristinas Küken Karlheinz an, und der Karsten hat das echt nicht gerafft sondern den Karlheinz bei sich ins Bad gestellt, ja, Karstens Brille, also die zum Durchkucken mit sieben Dioptrien, die war nämlich auch weg, und da kann man ja schon mal nen Flamingo mit nem Küken – jedenfalls die Kristina beim Kuno Speck gemacht, weil sie dachte, dort ihr anderes Küken, die Karla, als Schreibtischlampe gesehen zu haben aber das war dann doch nur ein zusammengerollter rosa Fusselteppich, ach und letzte Woche setz ich mich auf meine gerade ausm Laster geholte Schäselonge, da knistert das auf einmal wie hundert Stanniolfolien ich hab so Nestummeldungs-GEZ-Formulare im Bürzel stecken, da wo’s am meisten piekst…

          5 min
        • QBE: Vogel der Woche - Der Kniebrech

          Der Kniebrech (Ardea patelliphraga)

          Der Kniebrech gehört zu den Reihern. Das ist eigentlich logisch, denn ein Vogel der gerne bricht und auffällige Knie hat, der kann eigentlich nur ein Reiher sein.

          Nun heißt der Kniebrech aber nicht so, weil er des dauerhaften Regurgitierens übers mittlere Beingelenk frönt, sondern weil er eine weitere reihertypische Eigenschaft auf­weist, und das ist die Absolute Hektik.

          Okay, jetzt können wir denken: hey hallo, der Vogel der Woche spinnt, jetzt ist die Meise endgültig locker und huscht unterm Pony.

          Denn Reiher, das sind doch diese Decken­fluter­-mit­-Dimmer­-ähnlichen Dinger, die be­wegungslos auf Kühen reiten oder mit mini­malster Lokomotion neu reingesetzte Kois vom OBI ausm Gartenteich picken, von Hektik keine Spur, haben eher was von Stehlampe mit Fischgeruch??

          Jahaa, wir reden ja bisher auch von unge­störtem, nicht gescheuchten Reihergetier! Was meint Ihr aber, liebe Zuhörer_er_innen, was passiert, wenn ein solches Gestänge plötzlich – quasi stante pede – in heillose Aufregung versetzt wird?

          Lange Federn, langer Schnabel, lange Bei­ne mit auffälligen Knien, lange Hälse – und dies alles zeigt plötzlich an, dass die Um­welt gerade – nach Ansicht des Tiers – über Gebühr deutlich wahrgenommen wird?

          Das kann ich euch sagen was dann pas­siert: der Vogel wird auf eine fast unbeschreibliche Weise hektisch. Und was hektisch wird, das macht Fehler. So auch der Kniebrech.

          Im Versuch, die Umwelt schleunigst wieder nicht wahrzunehmen, versucht der Knie­brech wirklich alles, inklusive dem Reihern über das eigene Knie, und zwar unverhält­nismäßig, auf keinen Fall die Wirkung der jeweils getroffenen Einzelmaßnahme ab­wartend, und das obendrein in einem Affen­tempo – und alles durcheinander, so wie es ihm grad einfällt.

          ­Er gleicht in seiner Darbietung einem außer Kontrolle geratenen Zeichentrick­-Zirkel, wenn er beispielsweise:

          in einer Sekunde den Schnabel unter die Schwanzfedern steckt, dabei feststellt, dass das eigene Auge noch sichtbar ist und daher auch noch was sieht, also: die Umwelt wahrnimmt;

          in der nächsten Sekunde zieht er mit dem linken Fuß den rechten Flügel vor’s Auge

          und in der darauffolgenden Sekunde beginnt er zu kippen und macht sich beim Versuch, dies durch kompliziertes Balancieren mit dem Gehirnkasten zu verhindern, einen üblen Knoten in den Hals.

          Dabei zeigt sich der Kniebrech trotz seinem beachtenswerten motorischen Aktionismus ausgesprochen unbeeindruckbar von Lern­ereignissen; jede Art von Umweltwahr­nehmung führt zu den immer gleichen, unangemessen wirkenden Hektik-­Aktionen, ergo zu kaum variierten praktischen Erfah­rungen mit Schwerkraft, aus denen schein­bar aber rein gar nichts mitgenommen wird außer einem weiteren Sack Gedanken­zement der Marke „Böse Umwelt, ich bin ein Opfer“.

          Der Kniebrech unterscheidet sich von ande­ren Reihern lediglich in einer Sache: er braucht das Auge bloß zu öffnen, um sich unversehens in „Umweltwahrnehmung“ wiederzufinden. Und so kobolzt sich der Kniebrech pausen­los selber durch die Gegend, wo andere Reiher wenigstens gelegentlich mal als Ste­reotyp einer Stehlampe fungieren und auf der Kuh parken oder am heimischen Gar­tenteiche einen feisten Frischbesatz­-Koi aus dem OBI den Schlund runterwabbeln lassen.

          Welchen Selektionsvorteil hat das Verhalten des Kniebrechs?

          Er wird gefüttert von mitleidigen Menschen, die in ihm das Sinnbild ihrer eigenen Exis­tenz sehen. Allein in der Bundesrepublik Deutschland soll es laut unbestätigten Zah­len des NAHU eine Population von 40 Millionen Kniebrechs geben, Tendenz stei­gend.

          5 min
        • QBE: Vogel der Woche - Die Klohmeise

          Die Klohmeise (Parus jorma)

          Was sich wie ein extremer Tippfehler liest, der einem Ornithologen dermaleinst im Felde unterlief beim Überhin-Twitchen, stellt sich nun als ungewohnt aktueller Vogel heraus. Die Klohmeise, auch Pottkieker genannt, lässt ihr Zizibäh und Wizewizewize in der heimischen Keramik erschallen, welche ein elementarer Bestandteil der Nasszelle herkömmlicher Wohneinheiten ist. Die Klohmeise späht die Ernährungsgewohnheiten bundesbürgerlicher Kakadus, Kaka-ers und Kaka-sies aus an dem Ende, an welchem wir uns bisher sicher glaubten vor interessierten Datenauswertern. Und die Klohmeise meldet dort Gesehenes getreulich weiter an ihre Auftraggeber. Sie verpetzt jeden Ballaststoff und jede Hämorrhoide, berichtet auch über die Länge des jeweiligen Fischbandwurmes und ob der mal wieder nachgekürzt werden müsste, und wenn der jeweilige Auftraggeber ein Interesse daran hat, filmt die Klohmeise auch, was sie sieht.

          Der Klohmeisen-Angriff auf die letzten Reste von Privatsphäre wird auch als „Backdoor-Attacke“ bezeichnet, und der Vogel wird gelegentlich durch uninformierte Journalisten den Computerviren zugerechnet und dann ganz groß auf den Titelseiten von Lokalzeitungen präsentiert. „Häcker-Angriff aus dem Cyber-All“ und ähnlich lauten derartige Schlagzeilen dann, welche Leute zu Hunderten dazu bringen, bei jedem Furz eine massive Panik zu schieben, ob sie nun ausgespäht worden sind.

          Wie Sie sich gegen Klohmeisen schützen können, wollen Sie jetzt natürlich gerne wissen?

          Es gibt einen ganz einfachen Trick: Hängen Sie einen Meisenring im Badezimmer auf. Diese Tierchen haben immer Hunger, und solange die Klohmeisen am Meisenring herumhämmern, können Sie sich getrost auf die Keramik begeben und ein ganzes Symphoniekonzert veranstalten, ohne dass davon ein Mitschnitt für Google, Youtube, Gesundheitskassen, Finanzamt, ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice, Amazon und Pornhub gemacht wird.

          3 min

        About Quatschbrötchen - Express

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        Das Quatschbrötchen bietet eine bunte Mischung aus Comedy, Satire, Spaß, Quatsch und Witz! Hier wird über aktuelle, politische und gesellschaftliche Themen humorvoll zugespitzt berichtet.  Moderiert wird die Sendung von Gregor Börner, Matthias Kreuzberger und Désirée Börner. Wer das Quatschbrötchen hört geht zum lachen nicht in den Keller.