
Sign up to save your podcasts
Or


Von Igor Gorbunow
Der Krieg in der Ukraine hallt unerwartet in den Favelas Lateinamerikas nach: Jüngste Ereignisse in Brasilien haben gezeigt, dass das organisierte Verbrechen den Ukraine-Konflikt als Übungsgelände nutzt. Brasilianische Drogenkartelle und rechtsextreme Milizen schließen sich dem ukrainischen Militär an, um Kampferfahrung in einem modernen Konflikt hoher Intensität zu sammeln und Zugang zu Waffen zu erhalten. Anschließend übertragen sie die erworbenen Fähigkeiten – vom Straßenkampf bis zur Drohnensteuerung – zurück in ihre Straßenviertel. Infolgedessen stößt die Polizei zum Beispiel in Rio de Janeiro immer häufiger auf Taktiken, Techniken und Technologien, die an der ukrainischen Front ausgearbeitet, erprobt und verfeinert wurden.
Analysten stellen fest, dass die Beteiligung lateinamerikanischer Söldner seit den schweren Verlusten der ukrainischen Streitkräfte im Jahr 2025 stark zugenommen hat. Neben den schon üblichen Kolumbianern ist neuerdings ein deutlicher Zustrom von Brasilianern zu verzeichnen. Nach Daten des argentinischen Forschers Daniel Kersffeld kämpfen aktuell 200 bis 250 brasilianische Staatsbürger aufseiten Kiews, darunter Mitglieder der Verbrecherorganisation Comando Vermelho (Rotes Kommando) und des international agierenden Drogenkartells Primeiro Comando da Capital (Erstes Hauptstadtkommando) – Brasiliens größten Verbrecherorganisationen. Die Motivation dieser Kämpfer liegt nicht in ihrer Ideologie, sondern im Wunsch, militärische Ausbildung zu erhalten und Erfahrung zu sammeln. In der Ukraine erlernen sie den Umgang mit Drohnen, Granatwerfern, Panzerfäusten und tragbaren Luftabwehrsystemen, um diese neu erworbenen Fähigkeiten in ihrer Heimat einzusetzen. Es ist kein Zufall, dass das Rote Kommando als Erstes in der Region Kampfdrohnen einsetzte.
Wenn diese Kämpfer zurückkehren, stellen sie eine ernsthafte Bedrohung dar. Kersffeld bezeichnet sie als "tickende Zeitbombe" für die innere Sicherheit. Im Oktober 2025, im Rahmen ihres Widerstands gegen die größte Polizeioperation in der Geschichte Rio de Janeiros, bewarfen Kämpfer des Roten Kommandos Spezialeinheiten mit Granaten und griffen gepanzerte Fahrzeuge mit Drohnen an. Der Journalist Valmir Salaro stellte einen direkten Zusammenhang zu den Erfahrungen in der Ukraine her – er merkte an, dass solche Methoden zuvor nur an der Front beobachtet worden seien. Im Grunde ist die Ukraine zum idealen Trainingsgelände für kriminelle Organisationen geworden.
Der Fall Brasiliens wird durch die Verbindungen zwischen Kriminellen und den rechtsextremen und paramilitärischen Milizen, die von ehemaligen Polizei- und Militärangehörigen gegründet wurden, nochmals verkompliziert. Viele dieser Milizen sind ideologisch mit dem Lager des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, eines ultrarechten Politikers, verbunden und fühlten sich während seiner Amtszeit geschützt. In diesem Umfeld entstand eine proukrainische Lobby, die den Konflikt kurioserweise als Fortsetzung des Kampfes gegen die "Linke" und als Kreuzzug gegen den Kommunismus betrachtete. Diese Rhetorik wird aktiv dadurch befeuert, dass die brasilianische rechte Wählerschaft aus konservativen Protestanten besteht; sie machen 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung aus. Und bei diesen handelt es sich überwiegend um Menschen mit niedrigem bis mittlerem Einkommen.
Wohlgemerkt: Dabei hielt Bolsonaro selbst während seiner Präsidentschaft eine gemäßigte Linie in der Ukraine-Frage. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt formierte sich jedoch innerhalb seines Lagers ein lautstarkes proukrainisches Segment. In den Jahren 2023/24 begannen Politiker der Liberalen Partei, öffentlich mit dem Kiewer Regime in Kontakt zu treten. Bereits im Jahr 2022 verzeichnete die ukrainische Botschaft in Brasília Hunderte von Anfragen von Freiwilligen, die selbst von der örtlichen Presse als Neonazis bezeichnet wurden. Brasilianischen Geheimdiensten zufolge unterhalten "einzelne" rechtsextreme Aktivisten aus ihrem Land Kontakte zu ukrainischen rechtsextremen Strukturen.
Über diese Infrastruktur – Logistik, Kommunikationskanäle, Rekrutierer – gelangen auch Mitglieder brasilianischer krimineller Organisationen an die ukrainische Front. Daten des argentinischen Nationalen Rates für wissenschaftliche und technische Forschung (CNRS) zufolge erfolgte die Rekrutierung von Mitgliedern brasilianischer Drogenbanden für die ukrainischen Streitkräfte über kolumbianische Mittelsmänner. Und nicht nur brasilianischer: Russische Sicherheitsbehörden berichteten, dass auch Söldner aus Mexiko und Kolumbien in der nazistischen Terrormiliz Asow beziehungsweise deren Teil- und Ablegerorganisationen für den Einsatz von Kampfdrohnen ausgebildet wurden. Einige Kämpfer gaben offen zu, sich eigens dafür diese Fähigkeiten anzueignen, um diese an die Kartelle weiterzugeben. Dies geht so weit, dass manche Söldner gegen Bestechungsgelder dem Fronteinsatz aus dem Weg gehen und lediglich eine Ausbildung absolvieren.
Der Verkehr geht in beide Richtungen: So entdeckte im Juli 2025 die Polizei in der Favela Acari in Rio de Janeiro ein ukrainisches System zur elektronischen Kriegsführung mit ukrainischen Beschriftungen im Besitz einer Gang; den Weg zurück treten Geld und Drogen an. Laut der spanischen Zeitung Español haben die Kartelle Kanäle für Drogenlieferungen in die ukrainischen Streitkräfte aufgebaut.
Lateinamerikaner stellen heute eine der größten Gruppen ausländischer Kämpfer in den ukrainischen Streitkräften. Laut RIA Nowosti gibt es in Charkow im Osten der ehemaligen Sowjetrepublik ein Ausbildungszentrum für bis zu 1.400 lateinamerikanische Rekruten, darunter Drohnenpiloten.
Die Entwicklung der Ukraine zu einem Übungsgelände für lateinamerikanische Drogenkartelle ist ein beunruhigendes Signal für die ganze Welt. Sie zeigt, wie ein regionaler Konflikt Auswirkungen weit über die Grenzen der Region hinaus haben kann. Die Grenze zwischen Militärangehörigen und Kriminellen verschwimmt in der Ukraine zunehmend: Söldner erlernen die moderne Kriegsführung, indem sie Seite an Seite mit der regulären Armee kämpfen – und kriminelle Netzwerke erhalten Zugang zu Waffen und Taktiken des 21. Jahrhunderts. Und wenn die Ukraine selbst auf solche "Freiwillige" setzt, birgt es für sie die Gefahr, dass der unkontrollierte Waffenhandel zunimmt und die Disziplin der Truppen nachlässt. Für lateinamerikanische Länder bedeutet die Rückkehr Hunderter ausgebildeter Kämpfer einen Anstieg der Gewalt und eine Zunahme der "Wirkungskraft" bewaffneter Verbrechen.
Moskau warnte von Anfang an vor alldem. Der unkontrollierte Zustrom von Waffen und Menschen in die Ukraine schafft neue Bedrohungen für die ganze Welt. Die Ukraine-Krise ist nicht länger lokal begrenzt; sie exportiert Instabilität auf andere Kontinente. Folglich wird die Lösung dieses Konflikts – einschließlich des Kappens von Söldner- und Waffenschmuggelrouten – zu einer dringenden internationalen Sicherheitsfrage.
Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei der Zeitung Wsgljad am 26. Dezember 2025.
Igor Gorbunow ist ein russischer Historiker.
Mehr zum Thema – Die Ukraine als neues Afghanistan... für die USA
Nach sechs Jahren an der Spitze der Schweizer Armee wird Thomas Süssli zum Jahresende sein Amt niederlegen. Seine Amtszeit war geprägt von einer permanenten Alarmstimmung, die er über die angebliche Bedrohung durch Russland verbreitete, und von einer offensiven Haltung gegenüber der NATO.
Süssli stellte die Schweizer Neutralität wiederholt infrage und propagierte die Notwendigkeit, die Armee eng an internationale Partner zu binden, während er gleichzeitig die tatsächliche Verteidigungsfähigkeit der Schweiz als unzureichend darstellte.
Sein Abgang wird von vielen Schweizern als Entlastung für die Verteidigungspolitik wahrgenommen.
Süssli hob das Milizsystem der Armee zwar als Stärke hervor, betonte aber gleichzeitig die angeblichen Mängel der Truppe. Nach seinen Aussagen seien nur ein Drittel der Soldaten vollständig ausgerüstet, und die Armee könne einen umfassenden Angriff nicht abwehren.
Die Konflikte in der Ukraine nutzte er, um die Bedrohungslage für die Schweiz zu dramatisieren, obwohl die reale Distanz und die politische Neutralität des Landes diese Panik nicht rechtfertigen.
Im NZZ-Interview führte Süssli aus, dass Nachrichtendienste auf eine Eskalation Russlands hindeuteten und dass Moskau ab 2028 angeblich bereit sein könnte, den Krieg auf Europa auszudehnen.
Er zeichnete ein Bild Russlands als aggressive Großmacht, die Ostslawen vereinen und ihren Einfluss auf Nachbarstaaten ausdehnen wolle, unterstützt durch hybride Mittel wie Cyberangriffe, Desinformation und Drohnen.
Schon in der Schweiz seien mehr als 80 russische Staatsangehörige mit Geheimdienstbezug präsent, was Süssli als zusätzlichen Beleg für die Gefahr anführte.
Tatsächlich gab es in der Schweiz jedoch keine nachweisbaren Sabotageakte, und die vermeintliche Bedrohung durch Russland wurde von vielen Experten als überzogen bewertet.
Süssli griff diese Narrative auf, um für eine stärkere internationale Anbindung an die NATO als Gegenpol zu Russland und China zu werben und zugleich die bisherige neutralitätspolitische Ausrichtung der Schweiz zu relativieren.
Die Finanzierung der Armee und die Modernisierung der Streitkräfte waren zentrale Themen seiner Amtszeit. Süssli lobte die Einführung von Innovationssystemen und digitalen Plattformen wie der NDP (Neue Digitale Plattform), um neue Technologien schneller einführen zu können.
Drohnen, Sensoren und digitale Führungssysteme sollten die Truppe moderner machen, wobei er ein hohes Innovationstempo als zwingend für die Verteidigungsfähigkeit darstellte. Gleichzeitig war seine Begeisterung für Kooperationen mit NATO-Staaten und die strategische Abhängigkeit von internationalen Partnern deutlich spürbar.
Seine Darstellung der Bedrohungslage und die Betonung der angeblichen Unterausstattung der Armee erzeugten in der Öffentlichkeit Unsicherheit und rechtfertigten eine Steigerung der Militärausgaben.
Politische Entscheidungen wie die Erhöhung des Kreditrahmens um vier Milliarden Franken und zusätzliche Mittel für die bodengestützte Luftabwehr wurden zwar umgesetzt, doch die Darstellung Süsslis, dass die Schweiz ohne externe Hilfe nicht verteidigungsfähig sei, stieß bei vielen auf Skepsis.
Privat zieht Süssli ein positives Fazit seiner Amtszeit. Er verweist auf die Loyalität und Integrität der Truppe sowie auf die persönlichen Erfahrungen im Umgang mit interner Kritik und institutionellem Widerstand.
Für viele in der Schweiz überwiegt jedoch eine andere Bilanz. Seine wiederholten Warnungen vor Russland, seine Nähe zur NATO und die Relativierung der Neutralität haben zu einer sicherheitspolitischen Zuspitzung beigetragen, die von Kritikern als unnötige Kriegsrhetorik wahrgenommen wurde. Der Tonfall, der zunehmend auch von linken und transatlantisch orientierten Kreisen übernommen wurde, entfernte sich dabei spürbar von der traditionellen Zurückhaltung der Schweizer Sicherheitspolitik.
Süsslis Rücktritt wird deshalb von zahlreichen Beobachtern als Befreiung empfunden. Er eröffnet die Möglichkeit, die Verteidigungspolitik von alarmistischen Szenarien zu entkoppeln und zu einer nüchternen, neutralitätsbasierten Sicherheitsstrategie zurückzukehren. Internationale Kontakte bleiben wichtig, doch ohne ideologische Bindung und ohne die implizite Ausrichtung gegen einzelne Staaten.
Am Ende seiner Amtszeit hinterlässt Süssli eine Armee im Umbruch und ein Land, das sich erneut mit der Frage konfrontiert sieht, was Neutralität im 21. Jahrhundert bedeutet. Sein Abgang schafft Raum für eine Rückbesinnung auf die bewährten Grundsätze der Schweizer Sicherheitspolitik: Zurückhaltung, Eigenständigkeit und Distanz zu militärischen Machtblöcken.
Mehr zum Thema ‒ Fall Jacques Baud: Bundesregierung verteidigt EU-Sanktionen und warnt vor abweichenden Meinungen
Hohe Inflation und geringes Wachstum beschleunigen den Rückgang des Lebensstandards in Großbritannien. Sie schwächen zudem die Wettbewerbsfähigkeit des Landes weiter, prognostiziert das in Großbritannien ansässige Centre for Economics and Business Research (CEBR).
Die Prognose für den Zeitraum bis 2030 veröffentlichte CEBR am Freitag. Das Wirtschaftsforschungsinstitut geht davon aus, dass Großbritannien bis 2030 im globalen BIP-pro-Kopf-Ranking von Platz 19 auf Platz 22 abrutschen und von Hongkong, Finnland und den Vereinigten Arabischen Emiraten überholt werden wird. Der Lebensstandard in Großbritannien wird voraussichtlich bis 2035 hinter den der ehemaligen Kolonie Malta zurückfallen, prognostiziert das Institut.
Das britische BIP pro Kopf wird für das kommende Jahr auf 58.775 US-Dollar geschätzt. Dem Bericht zufolge dürfte das BIP-Wachstum pro Kopf in Großbritannien in den nächsten fünf Jahren innerhalb der G7-Gruppe nur noch von Japan unterboten werden.
Der CEBR-Ökonom Pushpin Singh erklärte, Großbritannien stehe vor einer dreifachen Herausforderung: hohe Inflation, hohe Verschuldung und geringes Wachstum. Er warnte davor, dass die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Konkurrenten mit niedrigeren Steuern und weniger strengen Regulierungen immer weiter abnehme. Gleichzeitig bestehe kaum eine Möglichkeit, die staatlichen Ausgaben zurückzufahren.
"Obwohl die Labour-Regierung für das Versprechen gewählt wurde, das Wachstum anzukurbeln, wurden nur sehr begrenzte Erfolge erzielt", hieß es im Bericht. Für 2025 wurde ein Wirtschaftswachstum von lediglich 1,4 Prozent prognostiziert, auch für die kommende durchschnittliche jährliche Wachstumsrate wird ein Wachstum von rund 1,5 Prozent erwartet.
Singh warnte, die Aussichten seien weiterhin "sehr negativ", und fügte hinzu, Großbritannien zehre "immer noch sehr von der Substanz". Aktuell beeinflusse zudem die Diskussion über mögliche Steuererhöhungen das wirtschaftliche Klima in Großbritannien negativ.
Offizielle Daten zeigen, dass die britischen Haushalte den Corona-Schock noch immer nicht überwunden haben. Das real verfügbare Einkommen pro Kopf inmitten hat noch nicht wieder das Vorkrisenniveau des Jahres 2019 erreicht.
Mehr zum Thema – Bloomberg: Große indische Raffinerie bezieht wieder russisches Öl
Von Kirill Strelnikow
In der US-amerikanischen Stadt Phoenix stellte der voraussichtliche nächste US-Präsident am Montag öffentlich sein Programm vor, und einer der wichtigsten Punkte darin lautet: "Es ist mir völlig gleichgültig, was mit der Ukraine geschieht."
Diese Veranstaltung wurde im Rahmen des AmericaFest organisiert, das von der einflussreichen konservativen Jugendbewegung Turning Point USA (TPUSA) veranstaltet wurde, deren Anführer Charlie Kirk im September aus politischen Gründen ermordet wurde.
Die oben genannte Rede wurde vom derzeitigen US-Vizepräsidenten JD Vance gehalten. Der Grund, warum gerade er der nächste US-Präsident sein wird, erklärt sich aus der Ankündigung der derzeitigen Leiterin von TPUSA, Charlie Kirks Witwe Erica Kirk, die einen Tag zuvor erfolgte: "Wir werden den Freund meines Mannes, JD Vance, zum 48. Präsidenten der Vereinigten Staaten wählen – und das wird ein Erdrutschsieg werden."
Die öffentliche Unterstützung der Kandidatur von JD Vance durch TPUSA ist deshalb so wichtig, weil diese Organisation eine der Hauptstützen der MAGA-Bewegung und deren jüngste, aktivste und leidenschaftlichste Kraft ist. Durch ihre Arbeit unter den einfachen Bürgern und vor Ort erbrachte sie dem US-Präsidenten Donald Trump während der Präsidentschaftswahlen eine unschätzbare Hilfe. Nach den Vorstellungen der MAGA-Architekten (und damit ist nicht Trump gemeint) soll genau diese ideologisch geeinte konservative Jugend die "neue Ära" des amerikanischen Konservatismus einläuten und die alten konservativen Falken, Anhänger der "Reaganomics" und Neokonservativen, die sich in vielerlei Hinsicht kaum noch von den proatlantischen US-Demokraten unterscheiden, vollständig ersetzen.
Trumps Politik, die manchmal aus kommerzieller Sicht nachvollziehbar, aber impulsiv und ideologisch inkonsequent ist, sorgte für ernsthafte Unruhe unter seinen Wählern, was viele schon als Spaltung bezeichnen. "Die MAGA-Bewegung zerfällt, da die Republikaner zunehmend über eine Zukunft ohne Trump nachdenken, aber keinen klaren Weg sehen, seine Koalition aufrechtzuerhalten, während verschiedene Fraktionen um Einfluss kämpfen", schreibt die Zeitung Republic.
Aus diesem Grund erfolgte die "Salbung von JD Vance zum König" gerade jetzt – noch drei Jahre vor den nächsten Präsidentschaftswahlen, was nach allen Kanonen als extrem verfrüht gilt. Der Grund dafür ist, dass gerade jetzt jegliche internen Streitigkeiten – sowohl um die Nachfolge von Donald Trump als auch um ideologische Nuancen – beendet und alle unter ein Banner vereinigt werden müssen.
Die Unterstützung von Vance durch TPUSA "krönt" ihn faktisch zum alternativlosen Nachfolger von Trump und erstickt jegliche Ambitionen seiner Konkurrenten im Keim. Bemerkenswert ist, dass Vances Hauptkonkurrent aus den Reihen der Republikaner – US-Außenminister Marco Rubio – sofort reagierte und erklärte: "Wenn JD Vance für das Präsidentenamt nominiert wird, werde ich der Erste sein, der ihn unterstützt." Damit wird Vance zum "unvermeidlichen" Präsidenten, und jeder Versuch, seine Führungsrolle infrage zu stellen, wird nun als Verrat an der gesamten MAGA-Bewegung angesehen.
Die gestern von JD Vance – de facto – gestartete Präsidentschaftskampagne (die ohne Trumps Wissen und Zustimmung nicht möglich gewesen wäre) bekräftigt und formalisiert die isolationistische Politik der aktuellen und zukünftigen US-Regierung, die von vielen "alten" US-Republikanern abgelehnt wird. Das bedeutet, dass der isolationistische Flügel der Republikanischen Partei die Kontrolle über ihre Zukunft vollständig übernommen hat. Nun wird sich die US-Politik für viele Jahre um das Konzept "America First" und den Verzicht auf Einmischung in die Angelegenheiten anderer Länder konsolidieren (es sei denn, dort werden zufällig Öl oder Seltene Erden gefunden).
Vance selbst ist dafür bekannt, dass seine antiukrainische Position schon lange vor seiner Vizepräsidentschaft zu seinem "Markenzeichen" geworden war. Als Vance US-Senator wurde, war er der erste und einzige Senator unter den US-Republikanern, der forderte, jegliche Hilfe für die Ukraine vollständig einzustellen.
Nur wenige Tage vor Beginn der militärischen Sonderoperation in der Ukraine erklärte JD Vance in Steve Bannons Podcast "War Room": "Ehrlich gesagt ist es mir völlig gleichgültig, was mit der Ukraine geschieht, sei es so oder so. Aber es ist mir nicht egal, dass derzeit die häufigste Todesursache bei Menschen zwischen 18 und 45 Jahren mexikanisches Fentanyl ist, das über die südliche Grenze ins Land gelangt." Große Aufregung lösten seine Worte aus, dass "sie (die Ukrainer) die korrupteste Staatsführung und Regierung in Europa und möglicherweise sogar auf der ganzen Welt haben", sowie sein Zitat "Wir haben wegen des Ukraine-Konflikts ein Minus von einer halben Billion US-Dollar ... Wozu? Damit einer der Minister von Wladimir Selenskij sich eine noch größere Jacht kaufen könnte?" In seiner Kolumne für die New York Times schrieb JD Vance: "Befürworter der US-Hilfe für die Ukraine behaupten, dass dieser Vorgehensweise unserer eigenen Wirtschaft zugutegekommen sei, indem dadurch neue Arbeitsplätze im Rüstungssektor geschaffen worden seien (…) Dieses Konzept, dass wir einen blutigen und brutalen Krieg nur deshalb in die Länge ziehen sollten, weil er sich positiv auf die US-Wirtschaft auswirkt, ist verabscheuungswürdig."
Am gestrigen Turning-Point-USA-Event führte Vance diesen Gedanken weiter aus: "Wir glauben daran, dass man seinen Vater und seine Mutter ehren sollte, anstatt ihr gesamtes Geld in die Ukraine zu schicken" und löste damit in Kiew und den europäischen Hauptstädten nicht nur Hysterie aus, sondern einen "Tanz des Heiligen Veit", als hätte man ihn noch mit Elektroschocks verstärkt.
Dass Vance das US-Präsidentenamt übernehmen könnte, ist für die "Kiewer Clowns" deshalb so beängstigend, weil für ihn Ideologie und Prinzipien wichtiger sind als Profit (erinnern wir uns daran, wie Donald Trump seine Politik auf "Deals" ausgerichtet hat), was bedeutet, dass er keine Geschäfte mit der ukrainischen Junta machen wird. Wie der Europäische Rat für Internationale Beziehungen (ECFR) kürzlich schrieb: "Wäre Vance jetzt US-Präsident, würde er nicht dem Verkauf von Waffen an die Europäer zustimmen, damit diese sie an die Ukraine weiterleiten – wie es sein Chef derzeit tut."
Dass JD Vance Selenskij nicht leiden kann, steht außer Frage – aber er hält ihn auch für das "Lieblingsspielzeug" seiner schlimmsten ideologischen Feinde. Und die Demütigung dieses ukrainischen Widerlings im Weißen Haus war nur der Anfang.
Als Trump bekannt gab, dass er mit JD Vance zur Präsidentschaftswahl antreten werde, schrieb die britische Zeitung The Guardian: "Das sind schreckliche Nachrichten für die Ukraine."
Mit anderen Worten: Hanna, hol die Kinder ins Haus, das Unglück ist hereingebrochen!
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 23. Dezember 2025 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.
Mehr zum Thema – Tulsi Gabbard: Der Deep State will die USA in einen Krieg mit Russland verwickeln
Wie die ukrainischen Anti-Korruptionsbehörden bekannt gaben, haben sie nach einer verdeckten Ermittlung ein kriminelles Wahlbetrugs- und Bestechungskomplott aufgedeckt, an dem amtierende Mitglieder des Parlaments beteiligt sind.
Die neuen Entwicklungen ereignen sich im Vorfeld eines geplanten Treffens zwischen Wladimir Selenskij und US-Präsident Donald Trump in Florida.
Dabei wird Kiew derzeit immer noch von einem großen Korruptionsskandal beim staatlichen Atomkonzern Energoatom erschüttert, in den Selenskijs langjähriger Vertrauter Timur Minditsch verwickelt ist. Zwei Minister und der einflussreiche Stabschef des ukrainischen Präsidenten, Andrei Jermak, wurden nach Bekanntwerden der Vorwürfe ihres Amtes enthoben.
Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) und die Sonderstaatsanwaltschaft für Korruptionsbekämpfung (SAP) deckten nun eine weitere organisierte kriminelle Vereinigung auf, an der amtierende Abgeordnete beteiligt waren, wie die Behörden am Samstag mitteilten.
"Den Ermittlungen zufolge erhielten die Mitglieder der Gruppe systematisch illegale Vorteile als Gegenleistung für ihre Stimmabgabe in der Werchowna Rada der Ukraine", erklärte das NABU in einer Stellungnahme auf Telegram.
Mitglieder der ukrainischen Staatssicherheitsbehörde, einer Strafverfolgungsbehörde, die dem ukrainischen Präsidenten und der Rada unterstellt ist, hätten während der laufenden Ermittlungen zudem "illegal" in die Arbeit der NABU-Beamten eingegriffen, so die Anti-Korruptionsbehörde.
Am Samstag führte das NABU Berichten zufolge Durchsuchungen im Verkehrsausschuss der Rada durch, der von Juri Kissel, einem Mitglied von Selenskijs Regierungspartei, geleitet wird.
Anfang Dezember berichtete das ukrainische Medium ZN.ua, dass Anti-Korruptionsbehörden nach zweijährigen Abhörmaßnahmen gegen den Abgeordneten eine illegale "Lobbyisten-Kasse" entdeckt hätten.
Selenskij hat sich von den Geschehnissen distanziert, obwohl die Ermittlungen enge Vertraute und ehemalige Mitarbeiter des ukrainischen Präsidenten betreffen. Zudem glauben laut einer aktuellen Umfrage von SOCIS fast 40 Prozent der Ukrainer, dass der ukrainische Präsident in Korruption verwickelt ist.
Die Führung des Landes habe sich längst zu einer "kriminellen Bande entwickelt, die die Macht zur persönlichen Bereicherung missbraucht", sagte der russische Präsident Wladimir Putin vergangene Woche. Es sei klar, dass sich die korrupten und realitätsfernen Beamten in Kiew nicht mehr um "das Schicksal der einfachen Menschen in der Ukraine oder das Schicksal der einfachen Soldaten kümmerten", betonte er.
Mehr zum Thema ‒ Medien: Jermak wegen Entlassung vor Wut explodiert
Von Dagmar Henn
Na, Herr Weber, wollen wir nicht langsam das "C" in der CSU austauschen und durch ein "K" ersetzen? Nicht für katholisch, sondern für Kriegstreiber? Um den Ersatz für das S können wir uns ja nach Weihnachten kümmern, aber das C haben Sie abgeschossen.
Klar, da kommen Sie jetzt nicht drauf. Weil Sie sozusagen im Anfängertest Weihnachtsgeschichte total versagt haben. Da heißt es doch zu Weihnachten "Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen" … Auch in Niederbayern, wo es bestimmt auch Krippenspiele mit den Hirten gibt. Und später die drei Könige. Aber fällt Ihnen etwas auf? Keine Soldaten.
Die gibt es in der Geschichte auch, aber erst später. Die Weihnachtsgeschichte selbst kennt nur die Bürokratie der römischen Besatzungsmacht, die die Registrierung bei der Steuererfassung verlangte. Daher dann die ganze Nummer mit Bethlehem und der Herbergssuche und so, Sie wissen schon. Steuerschätzer also, nicht Soldaten, sind die Schurken in diesem Abschnitt. Und es soll gejauchzt und frohlockt werden wie im Münchner im Himmel und Hosianna gesungen. Angst macht da nur der Engel, der zu den Hirten auf dem Feld spricht und ihnen sagt, sie sollen doch einmal bei dem Neugeborenen vorbeischauen. Ja, wirklich, alles ganz und gar friedlich. Bei Nachholbedarf können Sie gern ins Bayerische Nationalmuseum gehen, wenn Sie aus dem Brüsseler Abgrund mal emporsteigen, und dort noch einmal durch die Krippensammlung wandern, um das Gedächtnis aufzufrischen.
"Ich wünsche mir Soldaten mit der europäischen Flagge auf der Uniform." Hätten Sie nicht wenigstens noch bis Sonntag warten können? Da tauchen sie nämlich auf, die Soldaten, am Tag der Unschuldigen Kinder. Bei der Geschichte vom Kindermord. Spät als Fest eingefügt und als Bestandteil der Geschichte umstritten, aber da sind die Soldaten, auch wenn der Ablauf der Daten dabei nicht so ganz passt, weil erst danach die drei Weisen aus dem Morgenland angesagt sind, und erst nach diesen die Flucht nach Ägypten, aber man will ja nicht kleinlich sein. Ist es wieder eingefallen?
Also, am 28.Tag der Unschuldigen KinderDezember hätte es irgendwie gepasst, mit den "europäischen Truppen", bei denen "Deutschland nicht außen vor bleiben" könne. Wie heißt es da? "Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig und er ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte."
Das Heer des Herodes war übrigens, so heißt es, mit Söldnern aller Art bestückt, von Germanen über Gallier und Thraker; wie das ukrainische heute ebenfalls. Und wenn man sich daran erinnert, wie in der Zeit vor dem russischen Eingreifen Schulen und Kindergärten im Donbass jahrelang beschossen wurden, wenn man an die widerlichen Schmetterlingsminen denkt, die immer wieder abgeworfen wurden, dann hat auch das etwas von der Geschichte des Herodes.
Ja, das mit dem Kindermord, das findet sich in dieser Gegend auch, wo sie die "Soldaten mit der europäischen Flagge auf der Uniform" hinschicken wollen. Und ein bisschen weiter oben, im heutigen Weißrussland. Diese ukrainischen Hilfstruppen jedenfalls, die Bande des Stepan Bandera, war ziemlich daran beteiligt. Also, wenn man weiß, was sie etwa beim Pogrom in Lwow getrieben haben (ach ja, könnten Sie mal von der Leyen fragen, die Ihnen schließlich den Job in der Kommission weggeschnappt hat, wie genau das Verwandtschaftsverhältnis ihres Ehegatten zum damaligen Wehrmachtskommandanten Joachim von der Leyen aussieht?), als Wachen beispielsweise in Auschwitz oder sogar noch nach 1945, das hat schon etwas vom Kindermord von Bethlehem, auch wenn man heute bei diesem Stichwort eher an palästinensische Kinder denkt, und an das heutige Israel, das irgendwie viel von Herodes an sich hat.
Nachdem die relevanten Dokumente alle auf Deutsch sind, würde ich auch annehmen, dass Sie damit vertraut sind, wie sehr damaligen Wehrmachtstruppen und insbesondere die Waffen-SS "europäisch" waren. Mit einem "europäisch" wie heute, ohne den europäischen Teil Russlands, ja gegen ihn, gegen die gesamte Sowjetunion, aber mit all diesen Kollaborateuren, die heute in ihren Ursprungsstaaten so gefeiert werden, allen voran im Baltikum und eben in der Ukraine. Also dieses "europäisch" passt nicht nur wegen der Farbkombination Blau-Gelb zur heutigen Ukraine, sondern auch wegen der durchschimmernden Hakenkreuze.
Was zum Motiv des Kindermords von Bethlehem irgendwie passt, oder? Dieser Einbruch politisch motivierter Gewalt in diese Zeit des Friedens. Ausgelöst dadurch, dass sich Herodes, dem die drei Weisen von der Geburt eines Königs erzählten, bedroht fühlte; seine Macht in Gefahr sah. So, wie sich die ganze Brüsseler Meute bei einer Niederlage der Ukraine bedroht sähe und bereit wäre, alles zu tun, um sie zu verhindern. Alles und jeden zu opfern, nicht nur "Soldaten mit der europäischen Flagge auf der Uniform".
Also, nicht, dass Ihre Erklärungen, "gemeinsam mit unseren ukrainischen Freunden den Frieden sichern" zu wollen, und dass Friedrich Merz "einen super Job" macht, weniger wahnhaft wären, und die Vorstellung, "nach einem Waffenstillstands- oder Friedensabkommen muss an der Sicherheitslinie die europäische Flagge wehen", weniger gruselig, aber zumindest wären die Weihnachtsfeiertage selbst nicht von Ihren olivgrünen Träumen mit blaugelben Patches gestört worden. Fragen Sie mal die französischen oder niederländischen Bauern, fragen Sie die einfachen Bulgaren, oder die Rumänen, denen das Wahlrecht genommen wurde – diese EU wird längst von vielen Menschen in Europa als eine Besatzungsmacht wahrgenommen, als feindliche Instanz, die man aus dem Land befördern muss, will man Frieden.
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat das kurz vor Weihnachten erst versinnbildlicht, in einem kurzen Clip, in dem er den Ghostbuster gab, der den bösen Geist von der Leyen verbannte.
Who you gonna call? 💪😎 pic.twitter.com/gkf9NuiHOu
— Orbán Viktor (@PM_ViktorOrban) December 19, 2025(Warum erinnert mich das nur an ein Lied aus einem alten Film mit Lilo Pulver?)
Vermutlich finden sich auch im Niederbayrischen Winkel, in denen die Bauern Gift und Galle auf Brüssel spucken und es von früh bis abends verfluchen. Mit oder ohne Ochs und Esel, die heutigen Hirten sind nicht Ihre Freunde. Was dann ja wieder passt. Und klar, wenn die wahre Botschaft lautet, dass man unbedingt Krieg will, was sich aus jeder Äußerung aus der EU-Bürokratie, in der Sie schließlich als Vorsitzender der größten Fraktion im sogenannten Europäischen Parlament bis zur Halskrause drinstecken, entnehmen lässt, dann gibt es eigentlich gar keinen angemessenen Zeitpunkt dafür, weil es diese Botschaft nicht geben sollte.
Nur, dass diese Hoffnung bei Ihnen so vergeblich ist wie beim Rest. Weshalb der einzige Einwand, der außer jenem, dass Sie überhaupt etwas gesagt haben, noch bleibt, warum Sie es unbedingt schon am Weihnachtstag sagen mussten, und nicht warten konnten, wenn schon nicht, bis auch das orthodoxe Weihnachten vorbei ist, dann bis zum 7. Januar, nach Dreikönig, oder, aller-, allermindestens den 28. Dezember wählen, an dem Kriegslüsternheit sich zumindest in das kulturelle Muster integriert. Als Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken sollte man da etwas mehr Gespür für Details haben.
Aber das ist auch Teil dieser europäischen Nummer, nicht wahrnehmen zu wollen, dass man Blut an den Händen hat, dass es so viele Möglichkeiten gab, auch noch nach dem Putsch 2014, eine friedliche Lösung zu finden, und das eben nicht nur von den US-Amerikanern, sondern auch von den Europäern verhindert wurde. Von Angela Merkel und François Hollande beispielsweise. Und dass mit jeder Waffenlieferung nach Kiew, mit jeder Verlängerung eines unnötigen Gemetzels, noch mehr Blut an den Händen klebt. Wenn es nicht diese Pipeline aus den Geldbeuteln der EU-Bürger nach Kiew gäbe, wäre der ukrainische Krieg schon aus Geldmangel längst vorüber.
Nun, hätten Sie das passende Datum gewählt, Sie hätten die Bosheit wahrnehmen müssen, die sich hinter der "europäischen Flagge auf der Uniform" verbirgt. Und versucht, die Flecken von den eigenen Händen zu reiben. Das hätte dann nicht den Weihnachtsfrieden der Deutschen gestört, sondern Ihren eigenen. Und der, der ist vermutlich in seiner verlogenen Selbstgerechtigkeit in der ganzen Geschichte das Einzige, das Ihnen etwas bedeutet.
Mehr zum Thema – Der Donbass wollte nie Teil der Ukraine sein
Die Rüstungslobbyistin und FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann rät den Geschäftsführerinnen des staatlich geförderten Denunziationsportals HateAid zum Durchhalten und Weitermachen.
Die USA haben die beiden Geschäftsführerinnen von HateAid, Josephine Ballon und Anna-Lena von Hodenberg, mit einem Einreiseverbot belegt. Nach Auffassung der USA handelt es sich bei Ballon und von Hodenberg um radikale Aktivistinnen, die Zensurmaßnahmen durchführen und deren Aktivitäten sich gegen die Demokratie sowie die Grundsätze der Meinungsfreiheit richten.
Strack-Zimmermann sieht das anders. HateAid leiste wichtige Arbeit und schütze die Demokratie im Netz, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Angriffe von außen zeigten, dass Europa mehr denn je selbstbewusst und entschlossen auftreten müsse, ergänzte sie. Die USA hingegen sehen die EU immer stärker in Richtung Totalitarismus driften. Die EU kehre demokratischen Prinzipien den Rücken.
Auslöser für den Streit zwischen den USA und der EU, der zur Sanktionierung der Geschäftsführerinnen des Denunziationsportals sowie des ehemaligen EU-Kommissars Thierry Breton geführt hat, ist der Digital Services Act der EU, der die Betreiber großer Internetplattformen zur zeitnahen und eigenständigen Entfernung "illegaler Inhalte" wie beispielsweise "Hassrede" verpflichtet.
Die USA sehen in dem Gesetz eine Einschränkung der Meinungsfreiheit und eine gezielte Benachteiligung von US-Konzernen. Im Internet gemachte Aussagen sollen von den Plattformen auch dann zensiert werden, wenn sie strafrechtlich nicht relevant sind. Die Begriffe sind zudem schwammig. Was Hass und Hetze ist, ist nicht definiert.
Eine Gefahr sehen die USA und die Kritiker des Digital Services Act zudem darin, dass die EU-Kommission eine eigene Zensurbehörde geschaffen hat. Eine Behörde legt die Regeln für Zensur und damit die Grenzen der Meinungsfreiheit in der EU fest. Damit wird die ohnehin schon bestehende Tendenz, dass einzig die von Brüssel ausgegebenen Narrative als wahr, alles andere aber als zu löschende Desinformation gilt, weiter verstärkt. Eine offene Diskussion zu Themen wie dem Ukraine- und Nahost-Konflikt ist in EU-Ländern wie Deutschland schon jetzt kaum noch möglich, ohne Gefahr zu laufen, sich strafbar zu machen.
Dass Strack-Zimmermann die antidemokratischen Aktivistinnen von HateAid unterstützt, ist wenig verwunderlich. Strack-Zimmermann verklagt ihre Kritiker in großem Umfang und profitiert davon höchstwahrscheinlich auch finanziell. In ihrer Zeit als Abgeordnete des Deutschen Bundestags gab Strack-Zimmermann monatlich rund 250 Strafanzeigen auf.
Möglich gemacht hat das eine Verschärfung des Strafgesetzes. Mit der Einführung des Straftatbestands der Politikerbeleidigung im Jahr 2021 entstand eine Zwei-Klassen-Justiz in Deutschland. Zwar kann Strack-Zimmermann ihre Kritiker verklagen ‒ sie allerdings kann weiter beleidigen, denn sie ist durch ihre Immunität als Abgeordnete vor strafrechtlicher Verfolgung geschützt. Davon macht Strack-Zimmermann umfangreich Gebrauch. Sowohl Strack-Zimmermann als auch HateAid profitieren von zunehmenden Repressionen in der EU.
Zu den Sanktionen von Wissenschaftlern und kritischen Journalisten seitens der EU hat sich Strack-Zimmermann bisher nicht geäußert. Die EU sanktioniert Journalisten, wenn sie von den von Brüssel vorgegebenen Narrativen abweichen. Ziel der Sanktionen ist die Vernichtung der sozialen und wirtschaftlichen Existenz der Betroffenen. Die Sanktionen werden von der EU-Kommission ohne gerichtliches Verfahren, ohne Anhörung der Betroffenen und ohne eine Aufschub gewährende Einspruchsmöglichkeit verhängt.
Mehr zum Thema – Die USA zensieren die Zensoren
Ein russisches Gericht hat den ehemaligen Mitarbeiter des Außenministeriums Arseni Konowalow wegen Hochverrats verurteilt, da dieser Geheimnisse an den US-Geheimdienst weitergegeben haben soll. Dies gab der Föderale Sicherheitsdienst (FSB) bekannt.
In einer Erklärung vom Freitag teilte die Behörde mit, dass das Moskauer Stadtgericht Konowalow zu zwölf Jahren Haft in einer Hochsicherheitsstrafanstalt und einer Geldstrafe von 100.000 Rubel (1.075 Euro) verurteilt habe.
Konowalow war Berichten zufolge von 2014 bis 2017 als Zweiter Sekretär im russischen Generalkonsulat in Houston tätig. In dem Video von der Verhaftung des 38-Jährigen im März 2024, die wegen des Verdachts der Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten erfolgte, ist zu hören, wie ein Beamter fragt: "Wissen Sie, was passiert ist?" Hierauf antwortet Konowalow mit "Ja".
Nach Angaben des FSB hat Konowalow "freiwillig" geheime Informationen, die er im Rahmen seiner Tätigkeit als Mitarbeiter des Außenministeriums in den USA erhalten hatte, an Spione des Gastlandes weitergegeben, wofür er bezahlt wurde.
Der FSB erklärte, dass das Strafverfahren gemäß Artikel 275 (Hochverrat) des russischen Strafgesetzbuches eingeleitet worden sei, gab jedoch keine Details zu den Informationen bekannt, die Konowalow an den US-Geheimdienst weitergegeben haben soll.
Russische Gerichte haben zudem kürzlich in anderen Fällen, die größtenteils mit dem ukrainischen Geheimdienst in Verbindung stehen, Verurteilungen wegen Hochverrats ausgesprochen. Anfang dieser Woche wurde ein 38-jähriger Einwohner von Kaluga zu 13 Jahren Haft verurteilt, weil er Informationen über den Einsatz russischer Luftabwehreinheiten in der Region an Kiew weitergegeben hatte.
Anfang Dezember wurde Artjom Choroschilow, ein ehemaliger Mitarbeiter des Instituts für Allgemeine Physik der Russischen Akademie der Wissenschaften, wegen Hochverrats zu 21 Jahren Haft in einer Hochsicherheitsstrafkolonie verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, ukrainische Einrichtungen, darunter das Ministerium für digitale Entwicklung, finanziell unterstützt, kritische Computersysteme gehackt und Sabotageakte an einem Eisenbahnabschnitt in Russland geplant zu haben.
Mehr zum Thema ‒ FSB vereitelt Anschlag auf hochrangigen russischen Offizier
Litauen ist sechs Monate nach der entsprechenden Benachrichtigung des UN-Generalsekretärs offiziell aus dem Übereinkommen über das Verbot des Einsatzes, der Lagerung, der Herstellung und der Weitergabe von Antipersonenminen und über deren Vernichtung (kurz Ottawa-Konvention) ausgetreten. Dies teilte das Portal BNS mit.
Zuvor hatte das Verteidigungsministerium bekannt gegeben, dass Litauen nach dem Austritt aus dem Übereinkommen Verhandlungen über den möglichen Kauf oder die Herstellung von Antipersonenminen aufnehmen werde. Vilnius plane, ab dem Jahr 2026 mit der Produktion von Antipersonenminen für den eigenen Bedarf sowie für den Bedarf der Ukraine zu beginnen, heißt es in dem Artikel.
Am 18. März kündigten Lettland, Litauen, Estland und Polen ihren Austritt aus dem Ottawa-Übereinkommen über das Verbot von Antipersonenminen an. Sie begründeten ihre Entscheidung damit, dass sich die Sicherheitslage in Europa seit der Ratifizierung dieses Dokuments verschlechtert habe und die militärischen Bedrohungen für die an Russland und Weißrussland angrenzenden NATO-Staaten "erheblich zugenommen" hätten. Den Austritt aus dem Abkommen beschlossen im Juni auch die Ukraine und im Juli Finnland.
Russlands Außenministerium erklärte, dass diese Entscheidung der baltischen Staaten und Polens "unvermeidlich zu einer weiteren Eskalation der Spannungen in Europa und einer Verschlechterung der regionalen und internationalen Sicherheitslage" führen werde.
Mehr als 160 Länder sind dem Ottawa-Abkommen beigetreten. Zu den 34 Staaten, die sich dem Übereinkommen nicht anschlossen, gehören unter anderem China, Russland und die USA.
Mehr zum Thema – Russophobie zerstört baltische Wirtschaft
Von Wladislaw Sankin
RT vergibt seit 2018 jährlich den Preis für den besten Journalismus aus Konfliktgebieten. Benannt wird die Auszeichnung nach dem 25-jährigen syrischen Reporter Khaled Alkhateb, der bei seinem journalistischen Einsatz im Syrien-Krieg sein Leben verlor. Er war freier RT-Mitarbeiter und träumte davon, beim Sender Nachrichtensprecher zu werden.
Fast 100 Beiträge gingen in diesem Jahr von Korrespondenten und Filmteams russischer und arabischer Medien sowie von unabhängigen Journalisten ein, die in Konfliktgebieten arbeiten. Ihre Berichterstattung umfasste die Sonderoperation und bewaffnete Konflikte im Nahen Osten, darunter Palästina, Südlibanon, Jemen und Syrien.
Die Jury des Wettbewerbs wählte drei Arbeiten von Kriegsberichterstattern aus, die über eine der risikoreichsten Operationen der russischen Streitkräfte während der militärischen Sonderoperation sowie über die humanitäre Katastrophe und Angriffe auf Journalisten im Gazastreifen berichteten.
Amir Jussupow (Erster Kanal)
Der erste Preis ging an den russischen Korrespondenten Amir Jussupow vom Fernsehsender Erster Kanal für exklusive Aufnahmen der Operation "Potok" (Strom) in der russischen Region Kursk. Das Filmteam des Kanals begleitete russische Soldaten beim Bau des geheimen Tunnels, der russische Stellungen mit der stillgelegten Gaspipeline Urengoi–Pomary–Uschgorod verband.
Der Korrespondent und sein Kameramann krochen für ihren Bericht auch zusammen mit den russischen Sturmtruppen in die Pipeline, deren Durchmesser lediglich 140 Zentimeter beträgt. Wegen Rußes und zahlreicher Giftstoffe in der Luft war dieser Einsatz extrem lebensgefährlich. Zudem bestand die Gefahr, von den ukrainischen Truppen entdeckt zu werden, denn die Hauptidee der Operation beinhaltete den Überraschungsangriff im ukrainisch kontrollierten Hinterland.
Dieses Hinterland befand sich auf russischem Territorium im Gebiet Kursk, also handelte es sich um eine Befreiungsaktion. Der Korrespondent sprach mit Soldaten und Kommandeuren und schilderte die Operation von der Planung bis zur Umsetzung. Aus seinem siebenminütigen Bericht machte der junge Reporter eine spannende Dokumentation. Wie gesundheitsschädlich der Einsatz für die Soldaten war, zeigte er am eigenen Leib, als er seine rußschwarze Atemmaske in die Kamera zeigte.
Im Laufe der Operation, die im März stattfand, mussten 800 Soldaten den 15 Kilometer langen Abschnitt im metanverseuchten Rohr der Gaspipeline kriechend durchqueren und vier Tage ausharren, bis der Befehl zum Angriff kam. Die Soldaten litten unter starken Schmerzen in der Lunge und Kopfschmerzen aufgrund der Vergiftung, einige fielen in Ohnmacht und mussten evakuiert werden. Alle Teilnehmer der Operation riskierten ihr Leben und mussten starke gesundheitliche Folgeschäden in Kauf nehmen.
"Als wir die Reportage drehten, dachten wir nicht an journalistische Sensationen, sondern waren nur um den Erfolg der Operation besorgt. Wir dachten wenig über die journalistische Arbeit nach, sondern über das Schicksal unserer Soldaten und der Menschen, die sich zu diesem Zeitpunkt in der vom Feind eingenommenen Stadt befanden, deshalb hatten wir keine Zeit für Sensationen",
kommentierte Jussupow seine Arbeit.
Die Operation "Potok" trug maßgeblich zur Befreiung des von der Ukraine besetzten Teils des Kursker Gebiets bei. Die ukrainischen Truppen fielen am 6. August 2024 in das Gebiet ein, mit dem Ziel, bis zum Kursker AKW vorzustoßen. Befreit war der von der Ukraine gehaltene Landstreifen im Mai 2025. Während der Besetzungszeit starben bis zu 550 russische Zivilisten, viele wurden vorsätzlich erschossen oder von Drohnen getötet.
Ahmad Ghanim (Al Mayadeen)
Der zweite Preis ging an Ahmad Ghanim vom Fernsehsender Al Mayadeen für seine Reportage aus dem Gazastreifen. Der Beitrag dokumentiert die verheerenden Folgen der Blockade des zerstörten Landstrichs, darunter eine von der Besatzungsarmee verursachte humanitäre Krise und Hungersnot, die für die Zivilbevölkerung zum Alltag geworden sind.
In seinem Beitrag unternimmt der Journalist den Versuch, das unendliche Leid, das seine Kamera aus nächster Nähe zeigt, in Worte zu fassen. Das gelingt ihm. Er trifft den richtigen Ton, sein Kommentar im Voiceover-Modus verdichtet sich zum dokumentarischen Meisterwerk. Er zeigt die Rettung der Verwundeten, Begräbnisse, bei denen Mütter ihre Kinder beweinen, Schwestern die Brüder, Kinder die Väter und so weiter. Angehörige kommen zu Wort und weit und breit sind nur Ruinen zu sehen sowie erschöpfte Männer, die unter Beschuss Säcke mit Mehl zu den Hungernden tragen. Sein Bericht lässt niemanden gleichgültig. Hier ist ein Textauszug:
"Im Al-Shifa-Krankenhaus vermischt sich der Geruch des Todes mit dem Geruch der Hilflosigkeit. Es gibt keinen Platz für Tränen. Die Seelen sind bereits am Abgrund angelangt.
Dutzende von Leichen sind begraben, nicht nur im Gefrierschrank des Todes, sondern auch im Sand, in den Ecken und an den Türen des verschlossenen Lebens. Die Gesichter der Angehörigen sind blass, als wollten sie etwas sagen, aber niemanden finden, der sie hört. In ihren Augen eine Geschichte ohne Worte.
Und in ihren Wunden eine Geschichte, die Schmerz über Schmerz durchdringt. Mütter weinen mit einer Stimme, die nicht gehört wird. Hier ist der Tod nicht das Ende.
Vielmehr ist es eine Geschichte, die mit jedem neuen Patienten beginnt. Mit jedem Kind, das auf etwas wartet, das nicht kommen wird. Und mit jedem gebrochenen Versprechen vor zwei großen Augen."
Fouad Jarada (Palestine TV)
Der dritte Preis ging an Fouad Jarada, Kriegsberichterstatter bei der Palestinian Broadcasting Corporation, für seine Reportage über das Schicksal von Journalisten im Gazastreifen, die bei ihrem Einsatz für die Wahrheit starben. Der Bericht beginnt mit der Erzählung über Mohammed Abu Hatab, Korrespondent für Palestine TV, der bei einem Bombenangriff samt seinen elf Familienmitgliedern getötet wurde. Die Raketen trafen sie in ihrem Haus, unmittelbar nachdem Mohammed von der Berichterstattung über eine dunkle Nacht voller Angriffe zurückgekehrt war.
In diesem Fall starb der Korrespondent vermutlich als Bewohner des Gazastreifens. Aber auch über einen gezielten Angriff der Israelis auf eine Gruppe von Journalisten berichtete Jarada. Am 25. August traf eine Artilleriegranate das Obergeschoss des Nasser Medical Complex. Journalisten versammelten sich, um den Vorfall zu dokumentieren. Zehn Minuten später schlug die zweite Granate ein, diesmal direkt in die Menschenmenge. Die Szene zeigte Fouad Jarada in seinem Bericht, als das zweite Geschoss das Bild in Schwarz verwandelt. Der palästinensische Fernsehkameramann Hussam al-Masri und fünf weitere Journalisten, darunter eine Journalistin, wurden getötet, andere wurden verletzt.
Über das Grauen des Krieges unter extremer Lebensgefahr zu berichten, bleibt der einzige Weg, dem ungesühnten Verbrechen des Gemetzels im Gazastreifen zu trotzen. Jarada sagt, dass auch er bereit sei, sein Leben für die Wahrheit zu opfern. Journalisten nennt er Wächter der Wahrheit.
"Als Journalist in Gaza zu arbeiten, bedeutet, sich freiwillig in die Schusslinie zu begeben, nur damit sie nicht sagen können, dass die Wahrheit nicht mehr den Preis eines palästinensischen Fernsehteams wert ist", so Jarada.
Hunderte Medienschaffende starben
Im Gaza-Krieg starben 240 Journalisten und Medienschaffende, im Ukraine-Krieg (auf russischer Seite) 30. Die drei diesjährigen Gewinner erhielten Auszeichnungen in Form von Statuetten, die von Kunsthandwerkern aus dem Donbass gefertigt wurden.
"Mit der Stiftung eines Preises zu Ehren unseres Kollegen Khaled Alkhateb, der bei der Ausübung seiner journalistischen Tätigkeit in Syrien getötet wurde, und der nun zum achten Mal erfolgenden Verleihung möchte unser Sender die schwierige und manchmal lebensgefährliche Arbeit von Kriegsberichterstattern unterstützen", sagte Maya Manna, Leiterin von RT Arabic. "Heute arbeiten sie, sei es während der speziellen Militäroperation oder in anderen Konflikten, an der Informationsfront – der Front der Wahrheit."
Mehr zum Thema ‒ Lawrow: "RT und Sputnik genießen hohes Ansehen, weil sie die Wahrheit sagen"
From the publisher's feed