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  • Manfred Weber: In der EU rührt man die Kriegstrommel auch zu Weihnachten

    Von Dagmar Henn

    Na, Herr Weber, wollen wir nicht langsam das "C" in der CSU austauschen und durch ein "K" ersetzen? Nicht für katholisch, sondern für Kriegstreiber? Um den Ersatz für das S können wir uns ja nach Weihnachten kümmern, aber das C haben Sie abgeschossen.

    Klar, da kommen Sie jetzt nicht drauf. Weil Sie sozusagen im Anfängertest Weihnachtsgeschichte total versagt haben. Da heißt es doch zu Weihnachten "Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen" … Auch in Niederbayern, wo es bestimmt auch Krippenspiele mit den Hirten gibt. Und später die drei Könige. Aber fällt Ihnen etwas auf? Keine Soldaten.

    Die gibt es in der Geschichte auch, aber erst später. Die Weihnachtsgeschichte selbst kennt nur die Bürokratie der römischen Besatzungsmacht, die die Registrierung bei der Steuererfassung verlangte. Daher dann die ganze Nummer mit Bethlehem und der Herbergssuche und so, Sie wissen schon. Steuerschätzer also, nicht Soldaten, sind die Schurken in diesem Abschnitt. Und es soll gejauchzt und frohlockt werden wie im Münchner im Himmel und Hosianna gesungen. Angst macht da nur der Engel, der zu den Hirten auf dem Feld spricht und ihnen sagt, sie sollen doch einmal bei dem Neugeborenen vorbeischauen. Ja, wirklich, alles ganz und gar friedlich. Bei Nachholbedarf können Sie gern ins Bayerische Nationalmuseum gehen, wenn Sie aus dem Brüsseler Abgrund mal emporsteigen, und dort noch einmal durch die Krippensammlung wandern, um das Gedächtnis aufzufrischen.

    "Ich wünsche mir Soldaten mit der europäischen Flagge auf der Uniform." Hätten Sie nicht wenigstens noch bis Sonntag warten können? Da tauchen sie nämlich auf, die Soldaten, am Tag der Unschuldigen Kinder. Bei der Geschichte vom Kindermord. Spät als Fest eingefügt und als Bestandteil der Geschichte umstritten, aber da sind die Soldaten, auch wenn der Ablauf der Daten dabei nicht so ganz passt, weil erst danach die drei Weisen aus dem Morgenland angesagt sind, und erst nach diesen die Flucht nach Ägypten, aber man will ja nicht kleinlich sein. Ist es wieder eingefallen?

    Also, am 28.Tag der Unschuldigen KinderDezember hätte es irgendwie gepasst, mit den "europäischen Truppen", bei denen "Deutschland nicht außen vor bleiben" könne. Wie heißt es da? "Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig und er ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte." 

    Das Heer des Herodes war übrigens, so heißt es, mit Söldnern aller Art bestückt, von Germanen über Gallier und Thraker; wie das ukrainische heute ebenfalls. Und wenn man sich daran erinnert, wie in der Zeit vor dem russischen Eingreifen Schulen und Kindergärten im Donbass jahrelang beschossen wurden, wenn man an die widerlichen Schmetterlingsminen denkt, die immer wieder abgeworfen wurden, dann hat auch das etwas von der Geschichte des Herodes.

    Ja, das mit dem Kindermord, das findet sich in dieser Gegend auch, wo sie die "Soldaten mit der europäischen Flagge auf der Uniform" hinschicken wollen. Und ein bisschen weiter oben, im heutigen Weißrussland. Diese ukrainischen Hilfstruppen jedenfalls, die Bande des Stepan Bandera, war ziemlich daran beteiligt. Also, wenn man weiß, was sie etwa beim Pogrom in Lwow getrieben haben (ach ja, könnten Sie mal von der Leyen fragen, die Ihnen schließlich den Job in der Kommission weggeschnappt hat, wie genau das Verwandtschaftsverhältnis ihres Ehegatten zum damaligen Wehrmachtskommandanten Joachim von der Leyen aussieht?), als Wachen beispielsweise in Auschwitz oder sogar noch nach 1945, das hat schon etwas vom Kindermord von Bethlehem, auch wenn man heute bei diesem Stichwort eher an palästinensische Kinder denkt, und an das heutige Israel, das irgendwie viel von Herodes an sich hat.

    Nachdem die relevanten Dokumente alle auf Deutsch sind, würde ich auch annehmen, dass Sie damit vertraut sind, wie sehr damaligen Wehrmachtstruppen und insbesondere die Waffen-SS "europäisch" waren. Mit einem "europäisch" wie heute, ohne den europäischen Teil Russlands, ja gegen ihn, gegen die gesamte Sowjetunion, aber mit all diesen Kollaborateuren, die heute in ihren Ursprungsstaaten so gefeiert werden, allen voran im Baltikum und eben in der Ukraine. Also dieses "europäisch" passt nicht nur wegen der Farbkombination Blau-Gelb zur heutigen Ukraine, sondern auch wegen der durchschimmernden Hakenkreuze.

    Was zum Motiv des Kindermords von Bethlehem irgendwie passt, oder? Dieser Einbruch politisch motivierter Gewalt in diese Zeit des Friedens. Ausgelöst dadurch, dass sich Herodes, dem die drei Weisen von der Geburt eines Königs erzählten, bedroht fühlte; seine Macht in Gefahr sah. So, wie sich die ganze Brüsseler Meute bei einer Niederlage der Ukraine bedroht sähe und bereit wäre, alles zu tun, um sie zu verhindern. Alles und jeden zu opfern, nicht nur "Soldaten mit der europäischen Flagge auf der Uniform".

    Also, nicht, dass Ihre Erklärungen, "gemeinsam mit unseren ukrainischen Freunden den Frieden sichern" zu wollen, und dass Friedrich Merz "einen super Job" macht, weniger wahnhaft wären, und die Vorstellung, "nach einem Waffenstillstands- oder Friedensabkommen muss an der Sicherheitslinie die europäische Flagge wehen", weniger gruselig, aber zumindest wären die Weihnachtsfeiertage selbst nicht von Ihren olivgrünen Träumen mit blaugelben Patches gestört worden. Fragen Sie mal die französischen oder niederländischen Bauern, fragen Sie die einfachen Bulgaren, oder die Rumänen, denen das Wahlrecht genommen wurde – diese EU wird längst von vielen Menschen in Europa als eine Besatzungsmacht wahrgenommen, als feindliche Instanz, die man aus dem Land befördern muss, will man Frieden.

    Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat das kurz vor Weihnachten erst versinnbildlicht, in einem kurzen Clip, in dem er den Ghostbuster gab, der den bösen Geist von der Leyen verbannte.

    Who you gonna call? 💪😎 pic.twitter.com/gkf9NuiHOu

    — Orbán Viktor (@PM_ViktorOrban) December 19, 2025

    (Warum erinnert mich das nur an ein Lied aus einem alten Film mit Lilo Pulver?)

    Vermutlich finden sich auch im Niederbayrischen Winkel, in denen die Bauern Gift und Galle auf Brüssel spucken und es von früh bis abends verfluchen. Mit oder ohne Ochs und Esel, die heutigen Hirten sind nicht Ihre Freunde. Was dann ja wieder passt. Und klar, wenn die wahre Botschaft lautet, dass man unbedingt Krieg will, was sich aus jeder Äußerung aus der EU-Bürokratie, in der Sie schließlich als Vorsitzender der größten Fraktion im sogenannten Europäischen Parlament bis zur Halskrause drinstecken, entnehmen lässt, dann gibt es eigentlich gar keinen angemessenen Zeitpunkt dafür, weil es diese Botschaft nicht geben sollte.

    Nur, dass diese Hoffnung bei Ihnen so vergeblich ist wie beim Rest. Weshalb der einzige Einwand, der außer jenem, dass Sie überhaupt etwas gesagt haben, noch bleibt, warum Sie es unbedingt schon am Weihnachtstag sagen mussten, und nicht warten konnten, wenn schon nicht, bis auch das orthodoxe Weihnachten vorbei ist, dann bis zum 7. Januar, nach Dreikönig, oder, aller-, allermindestens den 28. Dezember wählen, an dem Kriegslüsternheit sich zumindest in das kulturelle Muster integriert. Als Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken sollte man da etwas mehr Gespür für Details haben.

    Aber das ist auch Teil dieser europäischen Nummer, nicht wahrnehmen zu wollen, dass man Blut an den Händen hat, dass es so viele Möglichkeiten gab, auch noch nach dem Putsch 2014, eine friedliche Lösung zu finden, und das eben nicht nur von den US-Amerikanern, sondern auch von den Europäern verhindert wurde. Von Angela Merkel und François Hollande beispielsweise. Und dass mit jeder Waffenlieferung nach Kiew, mit jeder Verlängerung eines unnötigen Gemetzels, noch mehr Blut an den Händen klebt. Wenn es nicht diese Pipeline aus den Geldbeuteln der EU-Bürger nach Kiew gäbe, wäre der ukrainische Krieg schon aus Geldmangel längst vorüber.

    Nun, hätten Sie das passende Datum gewählt, Sie hätten die Bosheit wahrnehmen müssen, die sich hinter der "europäischen Flagge auf der Uniform" verbirgt. Und versucht, die Flecken von den eigenen Händen zu reiben. Das hätte dann nicht den Weihnachtsfrieden der Deutschen gestört, sondern Ihren eigenen. Und der, der ist vermutlich in seiner verlogenen Selbstgerechtigkeit in der ganzen Geschichte das Einzige, das Ihnen etwas bedeutet.

    Mehr zum Thema – Der Donbass wollte nie Teil der Ukraine sein

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  • Denunziationsportal HateAid: Strack-Zimmermann rät zum Durchhalten und Weitermachen

    Die Rüstungslobbyistin und FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann rät den Geschäftsführerinnen des staatlich geförderten Denunziationsportals HateAid zum Durchhalten und Weitermachen. 

    Die USA haben die beiden Geschäftsführerinnen von HateAid, Josephine Ballon und Anna-Lena von Hodenberg, mit einem Einreiseverbot belegt. Nach Auffassung der USA handelt es sich bei Ballon und von Hodenberg um radikale Aktivistinnen, die Zensurmaßnahmen durchführen und deren Aktivitäten sich gegen die Demokratie sowie die Grundsätze der Meinungsfreiheit richten. 

    Strack-Zimmermann sieht das anders. HateAid leiste wichtige Arbeit und schütze die Demokratie im Netz, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Angriffe von außen zeigten, dass Europa mehr denn je selbstbewusst und entschlossen auftreten müsse, ergänzte sie. Die USA hingegen sehen die EU immer stärker in Richtung Totalitarismus driften. Die EU kehre demokratischen Prinzipien den Rücken. 

    Auslöser für den Streit zwischen den USA und der EU, der zur Sanktionierung der Geschäftsführerinnen des Denunziationsportals sowie des ehemaligen EU-Kommissars Thierry Breton geführt hat, ist der Digital Services Act der EU, der die Betreiber großer Internetplattformen zur zeitnahen und eigenständigen Entfernung "illegaler Inhalte" wie beispielsweise "Hassrede" verpflichtet.

    Die USA sehen in dem Gesetz eine Einschränkung der Meinungsfreiheit und eine gezielte Benachteiligung von US-Konzernen. Im Internet gemachte Aussagen sollen von den Plattformen auch dann zensiert werden, wenn sie strafrechtlich nicht relevant sind. Die Begriffe sind zudem schwammig. Was Hass und Hetze ist, ist nicht definiert. 

    Eine Gefahr sehen die USA und die Kritiker des Digital Services Act zudem darin, dass die EU-Kommission eine eigene Zensurbehörde geschaffen hat. Eine Behörde legt die Regeln für Zensur und damit die Grenzen der Meinungsfreiheit in der EU fest. Damit wird die ohnehin schon bestehende Tendenz, dass einzig die von Brüssel ausgegebenen Narrative als wahr, alles andere aber als zu löschende Desinformation gilt, weiter verstärkt. Eine offene Diskussion zu Themen wie dem Ukraine- und Nahost-Konflikt ist in EU-Ländern wie Deutschland schon jetzt kaum noch möglich, ohne Gefahr zu laufen, sich strafbar zu machen. 

    Dass Strack-Zimmermann die antidemokratischen Aktivistinnen von HateAid unterstützt, ist wenig verwunderlich. Strack-Zimmermann verklagt ihre Kritiker in großem Umfang und profitiert davon höchstwahrscheinlich auch finanziell. In ihrer Zeit als Abgeordnete des Deutschen Bundestags gab Strack-Zimmermann monatlich rund 250 Strafanzeigen auf.

    Möglich gemacht hat das eine Verschärfung des Strafgesetzes. Mit der Einführung des Straftatbestands der Politikerbeleidigung im Jahr 2021 entstand eine Zwei-Klassen-Justiz in Deutschland. Zwar kann Strack-Zimmermann ihre Kritiker verklagen ‒ sie allerdings kann weiter beleidigen, denn sie ist durch ihre Immunität als Abgeordnete vor strafrechtlicher Verfolgung geschützt. Davon macht Strack-Zimmermann umfangreich Gebrauch. Sowohl Strack-Zimmermann als auch HateAid profitieren von zunehmenden Repressionen in der EU. 

    Zu den Sanktionen von Wissenschaftlern und kritischen Journalisten seitens der EU hat sich Strack-Zimmermann bisher nicht geäußert. Die EU sanktioniert Journalisten, wenn sie von den von Brüssel vorgegebenen Narrativen abweichen. Ziel der Sanktionen ist die Vernichtung der sozialen und wirtschaftlichen Existenz der Betroffenen. Die Sanktionen werden von der EU-Kommission ohne gerichtliches Verfahren, ohne Anhörung der Betroffenen und ohne eine Aufschub gewährende Einspruchsmöglichkeit verhängt.

    Mehr zum Thema – Die USA zensieren die Zensoren

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  • Russland verurteilt ehemaligen Diplomaten wegen Verbindungen zum US-Geheimdienst

    Ein russisches Gericht hat den ehemaligen Mitarbeiter des Außenministeriums Arseni Konowalow wegen Hochverrats verurteilt, da dieser Geheimnisse an den US-Geheimdienst weitergegeben haben soll. Dies gab der Föderale Sicherheitsdienst (FSB) bekannt.

    In einer Erklärung vom Freitag teilte die Behörde mit, dass das Moskauer Stadtgericht Konowalow zu zwölf Jahren Haft in einer Hochsicherheitsstrafanstalt und einer Geldstrafe von 100.000 Rubel (1.075 Euro) verurteilt habe.

    Konowalow war Berichten zufolge von 2014 bis 2017 als Zweiter Sekretär im russischen Generalkonsulat in Houston tätig. In dem Video von der Verhaftung des 38-Jährigen im März 2024, die wegen des Verdachts der Zusammenarbeit mit ausländischen Geheimdiensten erfolgte, ist zu hören, wie ein Beamter fragt: "Wissen Sie, was passiert ist?" Hierauf antwortet Konowalow mit "Ja".

    Nach Angaben des FSB hat Konowalow "freiwillig" geheime Informationen, die er im Rahmen seiner Tätigkeit als Mitarbeiter des Außenministeriums in den USA erhalten hatte, an Spione des Gastlandes weitergegeben, wofür er bezahlt wurde.

    Der FSB erklärte, dass das Strafverfahren gemäß Artikel 275 (Hochverrat) des russischen Strafgesetzbuches eingeleitet worden sei, gab jedoch keine Details zu den Informationen bekannt, die Konowalow an den US-Geheimdienst weitergegeben haben soll.

    Russische Gerichte haben zudem kürzlich in anderen Fällen, die größtenteils mit dem ukrainischen Geheimdienst in Verbindung stehen, Verurteilungen wegen Hochverrats ausgesprochen. Anfang dieser Woche wurde ein 38-jähriger Einwohner von Kaluga zu 13 Jahren Haft verurteilt, weil er Informationen über den Einsatz russischer Luftabwehreinheiten in der Region an Kiew weitergegeben hatte.

    Anfang Dezember wurde Artjom Choroschilow, ein ehemaliger Mitarbeiter des Instituts für Allgemeine Physik der Russischen Akademie der Wissenschaften, wegen Hochverrats zu 21 Jahren Haft in einer Hochsicherheitsstrafkolonie verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, ukrainische Einrichtungen, darunter das Ministerium für digitale Entwicklung, finanziell unterstützt, kritische Computersysteme gehackt und Sabotageakte an einem Eisenbahnabschnitt in Russland geplant zu haben.

    Mehr zum Thema ‒ FSB vereitelt Anschlag auf hochrangigen russischen Offizier

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  • Nun offiziell: Litauen kein Mitglied des Ottawa-Übereinkommens über Antipersonenminen mehr

    Litauen ist sechs Monate nach der entsprechenden Benachrichtigung des UN-Generalsekretärs offiziell aus dem Übereinkommen über das Verbot des Einsatzes, der Lagerung, der Herstellung und der Weitergabe von Antipersonenminen und über deren Vernichtung (kurz Ottawa-Konvention) ausgetreten. Dies teilte das Portal BNS mit.

    Zuvor hatte das Verteidigungsministerium bekannt gegeben, dass Litauen nach dem Austritt aus dem Übereinkommen Verhandlungen über den möglichen Kauf oder die Herstellung von Antipersonenminen aufnehmen werde. Vilnius plane, ab dem Jahr 2026 mit der Produktion von Antipersonenminen für den eigenen Bedarf sowie für den Bedarf der Ukraine zu beginnen, heißt es in dem Artikel.

    Am 18. März kündigten Lettland, Litauen, Estland und Polen ihren Austritt aus dem Ottawa-Übereinkommen über das Verbot von Antipersonenminen an. Sie begründeten ihre Entscheidung damit, dass sich die Sicherheitslage in Europa seit der Ratifizierung dieses Dokuments verschlechtert habe und die militärischen Bedrohungen für die an Russland und Weißrussland angrenzenden NATO-Staaten "erheblich zugenommen" hätten. Den Austritt aus dem Abkommen beschlossen im Juni auch die Ukraine und im Juli Finnland.

    Russlands Außenministerium erklärte, dass diese Entscheidung der baltischen Staaten und Polens "unvermeidlich zu einer weiteren Eskalation der Spannungen in Europa und einer Verschlechterung der regionalen und internationalen Sicherheitslage" führen werde.

    Mehr als 160 Länder sind dem Ottawa-Abkommen beigetreten. Zu den 34 Staaten, die sich dem Übereinkommen nicht anschlossen, gehören unter anderem China, Russland und die USA.

    Mehr zum Thema – Russophobie zerstört baltische Wirtschaft

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  • "Das Leben für die Wahrheit einsetzen" – Die Gewinner des RT-Wettbewerbs für Kriegsberichterstatter

    Von Wladislaw Sankin

    RT vergibt seit 2018 jährlich den Preis für den besten Journalismus aus Konfliktgebieten. Benannt wird die Auszeichnung nach dem 25-jährigen syrischen Reporter Khaled Alkhateb, der bei seinem journalistischen Einsatz im Syrien-Krieg sein Leben verlor. Er war freier RT-Mitarbeiter und träumte davon, beim Sender Nachrichtensprecher zu werden.

    Fast 100 Beiträge gingen in diesem Jahr von Korrespondenten und Filmteams russischer und arabischer Medien sowie von unabhängigen Journalisten ein, die in Konfliktgebieten arbeiten. Ihre Berichterstattung umfasste die Sonderoperation und bewaffnete Konflikte im Nahen Osten, darunter Palästina, Südlibanon, Jemen und Syrien.

    Die Jury des Wettbewerbs wählte drei Arbeiten von Kriegsberichterstattern aus, die über eine der risikoreichsten Operationen der russischen Streitkräfte während der militärischen Sonderoperation sowie über die humanitäre Katastrophe und Angriffe auf Journalisten im Gazastreifen berichteten.

    Amir Jussupow (Erster Kanal)

    Der erste Preis ging an den russischen Korrespondenten Amir Jussupow vom Fernsehsender Erster Kanal für exklusive Aufnahmen der Operation "Potok" (Strom) in der russischen Region Kursk. Das Filmteam des Kanals begleitete russische Soldaten beim Bau des geheimen Tunnels, der russische Stellungen mit der stillgelegten Gaspipeline Urengoi–Pomary–Uschgorod verband.

    Der Korrespondent und sein Kameramann krochen für ihren Bericht auch zusammen mit den russischen Sturmtruppen in die Pipeline, deren Durchmesser lediglich 140 Zentimeter beträgt. Wegen Rußes und zahlreicher Giftstoffe in der Luft war dieser Einsatz extrem lebensgefährlich. Zudem bestand die Gefahr, von den ukrainischen Truppen entdeckt zu werden, denn die Hauptidee der Operation beinhaltete den Überraschungsangriff im ukrainisch kontrollierten Hinterland.

    Dieses Hinterland befand sich auf russischem Territorium im Gebiet Kursk, also handelte es sich um eine Befreiungsaktion. Der Korrespondent sprach mit Soldaten und Kommandeuren und schilderte die Operation von der Planung bis zur Umsetzung. Aus seinem siebenminütigen Bericht machte der junge Reporter eine spannende Dokumentation. Wie gesundheitsschädlich der Einsatz für die Soldaten war, zeigte er am eigenen Leib, als er seine rußschwarze Atemmaske in die Kamera zeigte.

    Im Laufe der Operation, die im März stattfand, mussten 800 Soldaten den 15 Kilometer langen Abschnitt im metanverseuchten Rohr der Gaspipeline kriechend durchqueren und vier Tage ausharren, bis der Befehl zum Angriff kam. Die Soldaten litten unter starken Schmerzen in der Lunge und Kopfschmerzen aufgrund der Vergiftung, einige fielen in Ohnmacht und mussten evakuiert werden. Alle Teilnehmer der Operation riskierten ihr Leben und mussten starke gesundheitliche Folgeschäden in Kauf nehmen.

    "Als wir die Reportage drehten, dachten wir nicht an journalistische Sensationen, sondern waren nur um den Erfolg der Operation besorgt. Wir dachten wenig über die journalistische Arbeit nach, sondern über das Schicksal unserer Soldaten und der Menschen, die sich zu diesem Zeitpunkt in der vom Feind eingenommenen Stadt befanden, deshalb hatten wir keine Zeit für Sensationen",

    kommentierte Jussupow seine Arbeit.  

    Die Operation "Potok" trug maßgeblich zur Befreiung des von der Ukraine besetzten Teils des Kursker Gebiets bei. Die ukrainischen Truppen fielen am 6. August 2024 in das Gebiet ein, mit dem Ziel, bis zum Kursker AKW vorzustoßen. Befreit war der von der Ukraine gehaltene Landstreifen im Mai 2025. Während der Besetzungszeit starben bis zu 550 russische Zivilisten, viele wurden vorsätzlich erschossen oder von Drohnen getötet.

    Ahmad Ghanim (Al Mayadeen)

    Der zweite Preis ging an Ahmad Ghanim vom Fernsehsender Al Mayadeen für seine Reportage aus dem Gazastreifen. Der Beitrag dokumentiert die verheerenden Folgen der Blockade des zerstörten Landstrichs, darunter eine von der Besatzungsarmee verursachte humanitäre Krise und Hungersnot, die für die Zivilbevölkerung zum Alltag geworden sind.

    In seinem Beitrag unternimmt der Journalist den Versuch, das unendliche Leid, das seine Kamera aus nächster Nähe zeigt, in Worte zu fassen. Das gelingt ihm. Er trifft den richtigen Ton, sein Kommentar im Voiceover-Modus verdichtet sich zum dokumentarischen Meisterwerk. Er zeigt die Rettung der Verwundeten, Begräbnisse, bei denen Mütter ihre Kinder beweinen, Schwestern die Brüder, Kinder die Väter und so weiter. Angehörige kommen zu Wort und weit und breit sind nur Ruinen zu sehen sowie erschöpfte Männer, die unter Beschuss Säcke mit Mehl zu den Hungernden tragen. Sein Bericht lässt niemanden gleichgültig. Hier ist ein Textauszug:

    "Im Al-Shifa-Krankenhaus vermischt sich der Geruch des Todes mit dem Geruch der Hilflosigkeit. Es gibt keinen Platz für Tränen. Die Seelen sind bereits am Abgrund angelangt.

    Dutzende von Leichen sind begraben, nicht nur im Gefrierschrank des Todes, sondern auch im Sand, in den Ecken und an den Türen des verschlossenen Lebens. Die Gesichter der Angehörigen sind blass, als wollten sie etwas sagen, aber niemanden finden, der sie hört. In ihren Augen eine Geschichte ohne Worte.

    Und in ihren Wunden eine Geschichte, die Schmerz über Schmerz durchdringt. Mütter weinen mit einer Stimme, die nicht gehört wird. Hier ist der Tod nicht das Ende.

    Vielmehr ist es eine Geschichte, die mit jedem neuen Patienten beginnt. Mit jedem Kind, das auf etwas wartet, das nicht kommen wird. Und mit jedem gebrochenen Versprechen vor zwei großen Augen."

    Fouad Jarada (Palestine TV)

    Der dritte Preis ging an Fouad Jarada, Kriegsberichterstatter bei der Palestinian Broadcasting Corporation, für seine Reportage über das Schicksal von Journalisten im Gazastreifen, die bei ihrem Einsatz für die Wahrheit starben. Der Bericht beginnt mit der Erzählung über Mohammed Abu Hatab, Korrespondent für Palestine TV, der bei einem Bombenangriff samt seinen elf Familienmitgliedern getötet wurde. Die Raketen trafen sie in ihrem Haus, unmittelbar nachdem Mohammed von der Berichterstattung über eine dunkle Nacht voller Angriffe zurückgekehrt war.

    In diesem Fall starb der Korrespondent vermutlich als Bewohner des Gazastreifens. Aber auch über einen gezielten Angriff der Israelis auf eine Gruppe von Journalisten berichtete Jarada. Am 25. August traf eine Artilleriegranate das Obergeschoss des Nasser Medical Complex. Journalisten versammelten sich, um den Vorfall zu dokumentieren. Zehn Minuten später schlug die zweite Granate ein, diesmal direkt in die Menschenmenge. Die Szene zeigte Fouad Jarada in seinem Bericht, als das zweite Geschoss das Bild in Schwarz verwandelt. Der palästinensische Fernsehkameramann Hussam al-Masri und fünf weitere Journalisten, darunter eine Journalistin, wurden getötet, andere wurden verletzt.

    Über das Grauen des Krieges unter extremer Lebensgefahr zu berichten, bleibt der einzige Weg, dem ungesühnten Verbrechen des Gemetzels im Gazastreifen zu trotzen. Jarada sagt, dass auch er bereit sei, sein Leben für die Wahrheit zu opfern. Journalisten nennt er Wächter der Wahrheit.

    "Als Journalist in Gaza zu arbeiten, bedeutet, sich freiwillig in die Schusslinie zu begeben, nur damit sie nicht sagen können, dass die Wahrheit nicht mehr den Preis eines palästinensischen Fernsehteams wert ist", so Jarada.

    Hunderte Medienschaffende starben

    Im Gaza-Krieg starben 240 Journalisten und Medienschaffende, im Ukraine-Krieg (auf russischer Seite) 30. Die drei diesjährigen Gewinner erhielten Auszeichnungen in Form von Statuetten, die von Kunsthandwerkern aus dem Donbass gefertigt wurden.

    "Mit der Stiftung eines Preises zu Ehren unseres Kollegen Khaled Alkhateb, der bei der Ausübung seiner journalistischen Tätigkeit in Syrien getötet wurde, und der nun zum achten Mal erfolgenden Verleihung möchte unser Sender die schwierige und manchmal lebensgefährliche Arbeit von Kriegsberichterstattern unterstützen", sagte Maya Manna, Leiterin von RT Arabic. "Heute arbeiten sie, sei es während der speziellen Militäroperation oder in anderen Konflikten, an der Informationsfront – der Front der Wahrheit."

    Mehr zum Thema ‒ Lawrow: "RT und Sputnik genießen hohes Ansehen, weil sie die Wahrheit sagen"

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  • ARD-Fernsehgottesdienst am Heiligabend: Gruselkrippe mit Schleimmonster

    Von Astrid Sigena

    Die katholische Kirche ist (zumindest im deutschsprachigen Raum) mittlerweile berüchtigt für ihre fragwürdigen Kunstinstallationen, die – gelinde gesagt ‒ Befremden erregen. So wurde im Mai 2025 während des Festakts zur 1.250-Jahrfeier Westfalens im Paderborner Dom eine Tanzzeremonie mit kopflosen Hühnern in Windeln aufgeführt (RT DE berichtete). Und bereits im Jahr zuvor war im österreichischen Linz im örtlichen Mariendom die Statue einer gebärenden Mutter Gottes aufgestellt worden, die bezüglich nackter Tatsachen während des Geburtsvorgangs keine Fragen offenließ, was zur Empörung unter katholischen Gläubigen und sogar zur Zerstörung der Skulptur führte. 

    Nun war offenbar die Stuttgarter St.-Maria-Kirche mit dem bewussten Provozieren frommer Gemüter an der Reihe. Dort fand am Heiligabend die Fernsehübertragung der katholischen Christmette unter dem Motto "So viel Mensch war nie!" statt. SWR-Rundfunkpfarrer Thomas Steiger beteuerte zwar bereits im Vorfeld, man wolle mit der Darbietung nicht provozieren, sondern inspirieren, es ist allerdings kaum glaubwürdig, dass er als Medienprofi diese Wirkung nicht mit einberechnet hat. Zumal während des Gottesdienstes Pastoralreferentin Katharina Leser immer wieder in mokantem Ton von der "perfekten heilen Jesusfigur" (zum Beispiel bei Minute 27:30) sprach. Ohnehin ist St. Maria durch die Regenbogenbeflaggung als Kirchengemeinde des woken Zeitgeistes gekennzeichnet. 

    Während der ansonsten unspektakulär verlaufenden, mit vertrauten Advents- und Weihnachtsliedern wie "Maria durch ein Dornwald ging" oder "Es ist ein Ros entsprungen" aufwartenden Christmette zeigte die Kamera immer wieder ein schleimiges, atmendes Etwas, das auf einem Strohhaufen gebettet war (zum Beispiel bei Minute 7:09) – die Krippe, wie Pfarrer Steiger den Zuschauern erklärte (Minute 26:00). Die Künstlerin Milena Lorek selbst nannte die von ihr entworfene Installation "Endwurf" – wobei die Endsilbe "-wurf" eine Reduzierung auf das rein Animalische impliziert. Denn "Wurf" und "werfen" bezeichnet schließlich nur den Geburtsvorgang bei Tieren.

    Ist Gott in Stuttgart etwa nicht Mensch, sondern Tier geworden? Ist das der "Moment der Ungewissheit" zwischen Sicherheit und Bedrängnis, von dem die Künstlerin in ihrem künstlerischen Konzept spricht? Nicht umsonst fühlte sich Hagen Stegmüller von der BILD an ein sich windendes, frisch geborenes Kalb erinnert. Andere Betrachter der Krippeninstallation dachten auf der Plattform X angewidert an ein "atmendes Alien" oder gar an die Geburt eines Uruk-hai (eines grausamen Ork-Kriegers aus der Fantasy-Sage "Herr der Ringe"). Sehr häufig fielen die Begriffe "satanisch" oder "blasphemisch". Den Eindruck eines neugeborenen Babys erweckte die Installation bei den Rezipienten ganz offensichtlich nicht. Es hätte auch keineswegs derartigen Abscheu erregt.

    Pfarrer Steiger verkündete zwar während des Gottesdienstes (Minute 9:00), die Krippe zeige einen echten Menschen, der dort "elend, nackt und bloß" liege (eine offensichtliche Anspielung auf das Kirchenlied "Lobt Gott, ihr Christen alle gleich"): "Der Mensch hier ist eingehüllt, weil er zart und verletzlich ist und wir seine Würde und Intimität bewahren wollen." (Was natürlich die Frage stellt, warum man dann überhaupt erst eine – unter den Reispapiertüchern womöglich nackte – Erwachsene anstelle einer Holzfigur des Jesuskindes in die Krippe legt) So sei Jesus geboren worden, ganz ohne Prunk, so wie jedes Menschenkind.

    Von der Menschwerdung Gottes ist in diesem atmenden Klumpen Fleisch, eingesponnen in dem Schleim des Reispapiers, allerdings nichts mehr zu verspüren. Bedeutet die Geburt Christi im Christentum, dass Gott ein menschliches Antlitz erhält, so fällt bei der in Stuttgart als Jesus-Ersatz fungierenden Kreatur gerade das Fehlen eines Gesichts auf. Es handelt sich geradezu um das Gegenteil der Menschwerdung, um eine Entmenschlichung, ja Vertierung. 

    Erstaunlich ist auch der offenkundige Widerspruch der Krippeninstallation zum im selben Gottesdienst vorgetragenen Evangeliumstext (Minute 17:50). Der wird in Stuttgart zwar noch verlesen, aber offensichtlich schert man sich nicht mehr um seine Aussage. Denn im Lukasevangelium ist davon die Rede, dass Maria ihren neugeborenen Sohn in Windeln hüllte und erst dann in die Krippe legte. Dem Evangelisten war das Vorhandensein der Windeln sogar so wichtig, dass er sie bei der Verheißung des Engels an die Hirten noch einmal wiederholte (einer theologischen Deutung zufolge findet sich hier die Reminiszenz eines altägyptischen Herrscherlobes: Der Topos des kleinkindlichen Herrschers in Windeln galt dort als Zeichen göttlicher Prädestination).

    Im Bistum Aachen verehrt die katholische Kirche die angeblichen Windeln Jesu sogar heute noch als Reliquie. Wobei man sich die antiken Windeln nicht als eine leichte Bedeckung rund um den Schambereich vorstellen darf – antike Säuglinge wurden vielmehr gepuckt, also fest in Stoffbinden verpackt (ein Abbild eines derart gepuckten Christuskindes in der Krippe findet sich im griechischen Kloster Hosios Lukas). Von einem Jesuskind, das "nackt und bloß" in der Krippe liegt, kann jedenfalls beim Evangelisten Lukas nicht die Rede sein. 

    Mittlerweile schaltete sich neben aufgebrachten Gläubigen auch die Politik ein. Es entrüsteten sich vor allem AfD-Politiker, aber auch Vertreter der lokalen CDU. Der Stuttgarter Stadtrat und Landtagskandidat Klaus Nopper von der CDU äußerte gegenüber der Presse seine Empörung: "Das ist eklig! Hier wird die Weihnachtsgeschichte im Sinne der Wokeness instrumentalisiert." Dabei würden Grenzen "immer weiter verschoben, unsere Werte über Bord geworfen. So zerstört man die Gesellschaft." Nopper sprach des Weiteren von einer Untergrabung der Legitimation der ARD durch eine solche Ausstrahlung. Auch sein Parteikollege Maximilian Mörseburg kritisierte die Installation und befürchtete, dass sich aufgrund einer solchen Darbietung an Weihnachten noch mehr Menschen von der Institution Kirche abwenden könnten. 

    Noch drastischer fiel die Kritik bei der AfD aus: Der sachsen-anhaltische Landtagsabgeordnete Daniel Wald schrieb auf X: "Widerlich, pervers – Blasphemie!" und zog die Konsequenz: "Wenn das Kirche sein soll, dann hat sie ihren Sinn endgültig verloren und kann weg!" Der bayerische AfD-Politiker Thomas R. Deutscher verfasste sogar einen Offenen Brief an die Diözese Rottenburg-Stuttgart, in dem er seiner Empörung Ausdruck verlieh. Derweil konstatierte die niedersächsische Landtagsabgeordnete Vanessa Behrendt: "Das Jesuskind brachte das Licht in die Welt zurück. Es wurde liebevoll umsorgt und war kein elendes, nacktes Monster. Die Geburt Jesu auf so blasphemische Art und Weise darzustellen, ist nicht christlich, sondern dämonisch." 

    Und auch der AfD-Landesvorsitzende von Sachsen-Anhalt und Bundestagsabgeordnete Martin Reichardt sah den Teufel am Werk: Die blasphemischen vom Antichristen gesteuerten deutschen Amtskirchen ließen keine Widerlichkeit aus, um das Christentum in den Dreck zu treten, so Reichardts Urteil.

    Zwischen der AfD und den beiden Staatskirchen ist das Tischtuch ganz offensichtlich endgültig zerschnitten. 

    Stellungnahmen des verantwortlichen Südwestrundfunks und der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart zur vehement anschwellenden Kritik gibt es bisher nicht. Das ist auch nicht erstaunlich, denn für beide Institutionen gibt es keinen Grund, sich Kritik zu Herzen zu nehmen. Garantiert doch der Staat sowohl den GEZ-Medien (durch den verpflichtenden Rundfunkbeitrag) als auch den Staatskirchen (durch den Einzug der Kirchensteuer sowie die Staatsleistungen) ein finanziell weitgehend sorgloses Schalten und Walten wie bisher, bei dem man sich dann die Aufträge zuschanzt (nicht umsonst soll nach Recherchen des ÖRR Blog die Künstlerin Milena Lorek für die Online-Redaktion von "Kirche im SWR" arbeiten).

    Solange sich daran nichts ändert, werden sich die beiden großen Kirchen und ihre medialen Komplizen weiterhin daranmachen, den Gläubigen Weihnachten zu verderben. Eine Abschaffung der staatlichen Unterstützung wäre daher eine veritable Weihnachtsrettungsaktion.

    Mehr zum Thema - "Woker Irrsinn" ‒ Entsetzen über Evangelischen Kirchentag in Hannover

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  • Bericht: Britischer Lehrer wegen Trump-Videos im Unterricht "mit Terrorist verglichen"

    Ein Lehrer einer Schule in Großbritannien gab laut einem Bericht des Telegraph an, er sei mit einem Terroristen verglichen worden, weil er seinen Studenten mehrere Videos von US-Präsident Donald Trump gezeigt hatte.

    Dem Bericht zufolge wurde der Mann zum Rücktritt vom Henley College in Oxfordshire gezwungen, nachdem ihm vorgeworfen wurde, Studenten zu radikalisieren und ihnen "seelischen Schaden" zuzufügen. Der Lehrer beschrieb dies als "dystopische" Verfolgung.

    Eine interne Untersuchung gegen den Lehrer, der anonym bleiben möchte, wurde bereits im Januar eingeleitet. Anlass waren Beschwerden von Schülern, die behaupteten, sein Unterricht sei aufgrund der Trump-Videos "einseitig" und "themenfremd" gewesen. Einer der Schüler soll durch die Videos sogar so "emotional aufgewühlt" worden sein, dass er Albträume hatte.

    Sein Fall wurde schließlich an eine Jugendschutzbehörde weitergeleitet, die ihrerseits zu dem Schluss kam, dass die Ansichten des Lehrers "als radikal wahrgenommen" werden könnten, und die Lehranstalt aufforderte, ihn bei "Prevent" zu melden – einem britischen Regierungsprogramm zur Bekämpfung terroristischer Radikalisierung an Schulen und anderen Einrichtungen.

    "Sie verglichen mich mit einem Terroristen. Das war völlig verstörend. Es ist dystopisch, wie aus einem Roman von George Orwell", kommentierte der Lehrer seinen Fall gegenüber dem Telegraph. Er argumentierte, er habe die Videos lediglich im Rahmen einer Diskussion über die US-Wahlen 2024 gezeigt. Er warf dem College zudem eine "ausgesprochen linke Schlagseite" vor und fügte hinzu: "Sie tolerieren nichts, was mit Donald Trump zu tun hat."

    Laut dem Telegraph leitete der Lehrer ein Beschwerdeverfahren gegen die Lehranstalt ein und erzielte eine außergerichtliche Einigung. Ihm wurde eine Abfindung von 2.000 Pfund (2.300 Euro) zugesprochen, nachdem er quasi gezwungen worden war, seine Stelle mit einem Jahresgehalt von 44.000 Pfund (50.400 Euro) aufzugeben.

    Die Beziehungen zwischen den USA und ihren europäischen Verbündeten sind angespannt, seit Trump im Januar ins Weiße Haus zurückgekehrt war. Seine Regierung hat insbesondere den Umgang der westeuropäischen Nationen mit Migration kritisiert und gewarnt, dass ihnen aufgrund ihrer aktuellen politischen und kulturellen Ausrichtung die "Auslöschung der Zivilisation" drohe.

    Mehr zum Thema - "Ideologen in Europa": USA verhängen Einreiseverbote gegen Europäer

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  • US-Akten: Epstein und Bill Clinton besuchten Russlands Fernen Osten

    Der verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein flog Anfang der 2000er-Jahre mindestens dreimal nach Russland, unter anderem in die fernöstliche Stadt Chabarowsk, wohin er mit dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton reiste. Dies geht aus Akten hervor, die vom US-Justizministerium veröffentlicht wurden.

    Vergangene Woche stellte das Justizministerium Tausende von Dokumenten online. Grundlage dafür war der "Epstein Files Transparency Act" ‒ ein Gesetz, das US-Präsident Donald Trump im November unterzeichnet hatte und das die Behörde zur Veröffentlichung von Daten im Zusammenhang mit den strafrechtlichen Ermittlungen gegen Epstein und seine langjährige Vertraute Ghislaine Maxwell verpflichtet.

    Laut Gerichtsakten einer Klage der Klägerin Virginia Giuffre zeigen Flugprotokolle, dass Epstein, Maxwell und seine Assistentin Sarah Kellen in den Jahren 2002 und 2003 drei Reisen nach Russland unternahmen – mit Epsteins privater Boeing 727.

    Die bemerkenswerteste Reise fand im Mai 2002 statt. Nach einem Zwischenstopp in Nowosibirsk in Zentralrussland flog die Gruppe am 22. Mai nach Chabarowsk. Auf der Passagierliste standen unter anderem Bill Clinton, dessen Berater Doug Band und mehrere andere Personen. Die Gruppe reiste anschließend Berichten zufolge nach Shenzhen in China.

    Eine weitere Reise von Epstein im November 2002 beinhaltete Zwischenstopps in Moskau und Sankt Petersburg. Vom US-Justizministerium veröffentlichte Fotos zeigen Epstein mit zwei unbekannten Frauen an bekannten Sehenswürdigkeiten der Städte.

    Als Epstein 2016 zum Flug mit Clinton nach Chabarowsk vor Gericht befragt wurde, schwieg er und berief sich auf sein Recht zur Aussageverweigerung. Der ehemalige US-Präsident beteuert seit jeher, keine Kenntnis von Epsteins kriminellen Machenschaften gehabt zu haben und die Verbindungen zum Finanzier Jahre vor dessen Verhaftung abgebrochen zu haben.

    Die Akten belegen zudem Geldtransfers von Epsteins Konten auf russische Banken zwischen 2008 und 2012 in Höhe von insgesamt über 10.000 US-Dollar, die an Frauen in Russland überwiesen wurden. Dies deckt sich mit einem umfassenderen Muster, das von den Aufsichtsbehörden festgestellt wurde. Diese verhängten 2020 eine Geldstrafe von 150 Millionen US-Dollar gegen die Deutsche Bank wegen Versäumnissen bei der Überwachung von Epsteins Transaktionen, darunter Zahlungen an russische Models und verdächtige Bargeldabhebungen in Höhe von über 800.000 US-Dollar.

    Die Veröffentlichung erfolgt nach monatelangem politischen Druck und öffentlicher Empörung im Zusammenhang mit dem Fall Epstein. Der Bankier wurde 2008 wegen Sexualdelikten verurteilt und 2019 erneut wegen Menschenhandels mit Minderjährigen und der Leitung eines Sexrings mit Minderjährigen angeklagt. Zu einem Urteil kam es aber nicht mehr, da Epstein im August 2019 tot in seiner Zelle in einem New Yorker Gefängnis aufgefunden wurde. Nach offiziellen Angaben hat er Selbstmord verübt, woran jedoch viele Menschen zweifeln. US-Abgeordnete und Interessengruppen fordern seit Langem mehr Transparenz hinsichtlich der Ermittlungen im Zusammenhang mit Epsteins Netzwerk von Geschäftspartnern.

    Mehr zum Thema ‒ Die Epstein-Israel-Verbindung, die niemand ernst nehmen will

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  • Düstere Prognose: Metallindustrie rechnet mit Verlust Zehntausender Arbeitsplätze im Jahr 2026

    Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall rechnet für kommendes Jahr mit einem weiteren Abbau Zehntausender Arbeitsplätze in der Metall- und Elektrobranche. Verantwortlich dafür seien die hohen Produktionskosten in Deutschland. 

    Die Unternehmen können eine nicht ausgelastete Produktion "nicht auf Dauer aushalten", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Oliver Zander, gegenüber der Bild-Zeitung. "Aktuell verlieren wir pro Monat fast 10.000 Arbeitsplätze." 

    "Die Steuern, die Energiekosten und die Arbeitskosten sind am Standort Deutschland so hoch, dass sich für viele Unternehmen die Produktion hier schlicht nicht mehr rechnet", führte Zander weiter aus. Bereits seit 21 Monaten gehe die Beschäftigung in der Branche ununterbrochen zurück. Und das wird sich laut dem Verbandschef zumindest kurzfristig auch nicht ändern. In der deutschen Metall- und Elektroindustrie sind rund 3,8 Millionen Menschen beschäftigt.

    Von der Bundesregierung fordert Zander vor allem, sich stärker für einen Abbau der EU-Bürokratie einzusetzen. In diesem Jahr werde es einen neuen Rekord bei verbindlichen Rechtsakten und Rechtsaktänderungen durch die EU-Kommission geben. "Auf Anregung von Bundeskanzler Merz wollen die europäischen Staats- und Regierungschefs am 13. Februar 2026 die EU-Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Es ist unerlässlich, dass dort auch eine Eindämmung der Rechtsakte beschlossen wird", sagte er.

    Auch die Erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, spricht von "extremen Herausforderungen" für die deutsche Wirtschaft, aufgrund derer das Exportmodell "in Gefahr" sei. "Ohne Industrie ist Deutschland ein armes Land. Und wenn der Wohlstand weggeht, gefährden wir unsere Demokratie", so die Chefin der größten deutschen Gewerkschaft. 

    Benner sieht auch die Industrie in der Pflicht. Mit der Abkehr vom Verbrenner-Aus bis 2035 und weiteren Weichenstellungen müsse nun die Industrie liefern. "Die Politik hat ja durchaus geliefert: Was die Energiekosten anbelangt, was die Förderung von Elektromobilität anbelangt, bessere Abschreibungsmöglichkeiten. Ja, es ist noch viel zu tun. Aber diese Entlastungssignale werden nicht ausreichend wertgeschätzt."

    Es könne nicht sein, dass man Beschäftigte "in den halb freiwilligen Vorruhestand oder gar in die Arbeitslosigkeit" verliere. Stattdessen müsse man diese auch für andere Tätigkeiten qualifizieren, so die Gewerkschafterin. Es gebe Bereiche, die wachsen und in denen es an Fachkräften mangele. "Ich denke da nicht nur an Rüstung. Dazu gehören auch der Flugzeugbau, die Medizintechnik oder der ganze Bereich der Energiewende", sagte Benner. Es sei ein Desaster, wenn Werke ohne triftigen Grund geschlossen und die Forschung und Entwicklung nach Asien oder Osteuropa verlagert werden. "Ganze Strukturen werden so kaputtgemacht."

    Es komme darauf an, die industriellen Kerne zu erhalten und sich auf die eigenen Stärken zu besinnen, so Benner. Die Politik ist laut der IG-Metall-Chefin in der Pflicht, faire Wettbewerbsbedingungen gegenüber China und den USA durchzusetzen.

    Mehr zum Thema - Bundesverband der Deutschen Industrie: Wirtschaftsstandort Deutschland "im freien Fall"

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  • Kein Wendepunkt für die Ukraine: Die Realität an der Front, die westliche Medien verschweigen

    Von Sergei Poletajew

    Ende Dezember wurde die Diskrepanz zwischen politischen Verlautbarungen und der Realität auf dem Schlachtfeld immer deutlicher. Trotz lokaler Kämpfe und vorübergehender Verzögerungen drängt die russische Armee in wichtigen Frontabschnitten weiter vor, schwächt schrittweise die ukrainischen Verteidigungsanlagen und gibt das Tempo der Operationen vor.

    Auf einer Pressekonferenz am 19. Dezember fasste der russische Präsident Wladimir Putin die Lage an der Front kurz und bündig zusammen: Seit März, als die Region Kursk von feindlichen Kräften befreit wurde, liegt die strategische Initiative auf dem Schlachtfeld vollständig in den Händen der russischen Armee. Das bedeutet, dass die russischen Streitkräfte entlang der gesamten Frontlinie vorrücken.

    Eine Gegenfrage wurde sofort aufgeworfen: Was ist mit Kupjansk? Das ukrainische Militär behauptet, die Stadt zurückerobert zu haben, und Wladimir Selenskij soll sie sogar besucht haben. Beginnen wir unsere Übersicht also dort.

    Kupjansk

    Die russische Armee steht in Kupjansk vor Herausforderungen, da es der Truppengruppe "West" nicht gelungen ist, die Stadt vor den Kämpfen von drei Seiten einzukesseln. Kupjansk wird von Norden nach Süden durch den Fluss Oskol geteilt; um die Stadt einzukesseln, muss die russische Armee zuverlässige und gut geschützte Übergänge nördlich und südlich der Stadt errichten und zudem von Osten vorrücken.

    Dnie russische Streitkräfte konnten nördlich von Kupjansk im Gebiet Kondraschowka einen Brückenkopf errichten, befestigen und ausbauen. Südlich der Stadt entlang der Linie Senkowo-Krugliakowka (Nummer 1 auf der Karte) gelang es ihnen jedoch nicht, einen Brückenkopf zu errichten. Im Sommer dieses Jahres schwächten sich die ukrainischen Verteidigungsanlagen in Kupjansk jedoch deutlich ab, was das russische Oberkommando zu dem Entschluss veranlasste, von Norden her in die Stadt einzudringen.

    <img src="https://mf.b37mrtl.ru/deutsch/images/2025.12/original/694fb040b480cc70547522cd.jpg" alt="" />Sergei Poletajew (basierend auf Daten von Lostarmor.ru) / RT

    Bis Mitte Oktober verliefen die Kämpfe um Kupjansk aus russischer Sicht recht gut. Um die Stadt zu erreichen, mussten die Truppen laut Berichten eine Heizungs-Pipeline am Flussgrund durchqueren (2) und sich dann zu Fuß oder kriechend vorwärts bewegen. Die Logistik gestaltete sich schwierig und war auf persönliche Lieferungen oder Drohnen angewiesen. Das Risiko wurde jedoch in Kauf genommen.

    Mitte Oktober war der zentrale Teil von Kupjansk am rechten Flussufer vollständig unter russischer Kontrolle. Aufgrund logistischer Herausforderungen war es nicht möglich, größere Truppenverbände in Kupjansk zu stationieren. Schätzungen zufolge befanden sich dort jeweils nicht mehr als 150 bis 200 russische Soldaten.

    Der östliche Teil der Stadt, in dem sich ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt befindet, blieb jedoch unter ukrainischer Kontrolle (3); bis zu 3.500 Soldaten waren dort operativ eingekesselt.

    Die ukrainischen Streitkräfte haben die Schwachstellen der russischen Stellungen am rechten Ufer erkannt und eine lokale Gegenoffensive gestartet. Ende Oktober verstärkten ukrainische Streitkräfte ihre Truppen und versuchten, die russischen Nachschublinien zwischen Kupjansk und Kondraschowka abzuschneiden (4). Infolgedessen ist das Gebiet nördlich der Stadt zu einer Grauzone geworden. Die Versorgung erfolgt hauptsächlich per Drohne, obwohl die Nachschubwege physisch nicht abgeschnitten sind.

    Das Kampftempo in der Stadt hat sich jedoch merklich verlangsamt, was das Kommando der Truppengruppe "West" zu einer vorsichtigeren Vorgehensweise veranlasste und den Fokus auf das linke Ufer verlagerte. Ziel ist es, das Gebiet zu befreien, den Bahnhof Kupjansk-Uslowoi einzunehmen und innerhalb der Stadt eine physische Verbindung zum rechten Ufer herzustellen.

    Könnte dieses lokale Scheitern der russischen Armee spürbare Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Konflikts haben? Wohl kaum. Kupjansk wird erst dann strategische Bedeutung erlangen, wenn sich die Front um 25 bis 30 Kilometer zurückverlagert und somit außerhalb der Reichweite von Drohnen liegt. Erst dann kann die Bahnlinie zur Versorgung der Armee genutzt werden, was die Logistik in diesem abgelegenen Frontabschnitt deutlich erleichtern würde.

    Liman

    Neben Kupjansk rückt die Truppengruppe "West" auf Liman vor, die zweitgrößte Stadt nördlich des Flusses Sewerski Donez. Russische Streitkräfte hatten Liman während der ukrainischen Gegenoffensive 2022 aufgegeben. Die Rückeroberung von Liman durch russische Truppen ist nicht nur aufgrund seiner Lage in der russischen Volksrepublik Donezk notwendig, sondern auch zur Sicherung der Nordflanke für mögliche zukünftige Kämpfe um Slawjansk.

    Im vergangenen Monat wurde die Ostflanke der Stadt vollständig isoliert, und ein sieben Kilometer langer Straßenabschnitt zwischen Liman und Sewersk ist abgeschnitten. Die teilweise Einkesselung der Westflanke hat sich ausgeweitet, und in der Stadt selbst dauern die heftigen Kämpfe an.

    <img src="https://mf.b37mrtl.ru/deutsch/images/2025.12/original/694fb096b480cc6fbb1d8262.jpg" alt="" />Sergei Poletajew (basierend auf Daten von Lostarmor.ru) / RT

    All dies deutet darauf hin, dass die ukrainische Garnison in Liman in eine Phase der Erschöpfung eingetreten ist. Ohne den Befehl, die Stadt um jeden Preis zu halten, hätten sich die ukrainischen Streitkräfte vermutlich längst zurückgezogen, da die Versorgung der Stadt über den Fluss äußerst schwierig ist.

    Sewersk

    Am 11. Dezember wurde Sewersk offiziell befreit. Die Stadt wurde in weniger als einem Monat eingenommen, was angesichts der aktuellen Konfliktsituation bemerkenswert schnell ist. Nachdem die russische Armee Ende November die Kontrolle über beide Hauptzufahrtsstraßen zur Stadt erlangt hatte, war ihr Schicksal besiegelt.

    Die ukrainische Garnison hätte hier länger durchhalten können, wie beispielsweise in Pokrowsk (in Russland als Krasnoarmejsk bekannt). Anders als in anderen "Hochburgen" verzichteten die ukrainischen Streitkräfte hier jedoch auf selbstmörderische Gegenangriffe und verließen das Gebiet klugerweise rechtzeitig.

    <img src="https://mf.b37mrtl.ru/deutsch/images/2025.12/original/694fb0c7b480cc6b3d4894d4.jpg" alt="" />

    Die Einnahme von Sewersk ebnet den Weg zur wichtigsten Bastion der ukrainischen Streitkräfte: dem Ballungsraum Slawjansk-Kramatorsk. Sollten die russischen Truppen den Fluss westlich von Sewersk (1 auf der Karte) überqueren und einen Brückenkopf in höher gelegenem Gelände errichten, müsste die Ukraine eine weitere Verteidigungslinie aufgeben und sich in Richtung Slawjansk zurückziehen.

    Ein solches Manöver ist durchaus möglich. Beispielsweise ermöglichte die Überquerung des Sewerski Donez nahe der Eisenbahnbrücke bei Dronowka den Russen, eine der Routen nach Sewersk abzuschneiden und so den Sieg in den Kämpfen um die Stadt zu erringen.

    Pokrowsk-Mirnograd

    Der Ballungsraum Pokrowsk-Mirnograd war das zweitbevölkerungsreichste Gebiet im Donbass, das noch unter ukrainischer Kontrolle stand. Zudem erstrecken sich westlich von Pokrowsk fast 100 Kilometer weit offene Steppen, sodass es jenseits der Stadt keine größeren Siedlungen gibt, in denen die ukrainischen Streitkräfte eine dauerhafte Verteidigung aufbauen könnten.

    Die Kämpfe in diesem Gebiet dauern seit dem Frühjahr an; wir haben bereits ausführlich darüber berichtet.

    Im vergangenen Monat ereigneten sich zwei entscheidende Momente. Erstens scheiterte die ukrainische Gegenoffensive. Der ukrainische Versuch, die Einkesselung Mirnograds von Norden her über Rodninskoje zu durchbrechen, blieb erfolglos, und Rodninskoje geriet teilweise wieder unter russische Kontrolle.

    Zweitens befreite die russische Armee Ende November Pokrowsk vollständig. Dadurch entstand eine enge physische Einkesselung (erstmals seit den Kämpfen um Mariupol), die die Garnison in Mirnograd einschloss. Hunderte ukrainische Soldaten ergaben sich, einigen Dutzend gelang die Flucht über die Felder; das Schicksal der Übrigen ist ungewiss.

    <img src="https://mf.b37mrtl.ru/deutsch/images/2025.12/original/694fb25cb480cc6eda7b65dc.jpg" alt="" />

    Berichten zufolge waren bis zum 25. Dezember 90 bis 95 Prozent des Stadtgebiets von Mirnograd befreit. Aufgrund unserer konservativen Berichterstattung zeigt die Karte ein kleineres Kontrollgebiet – sie basiert auf Videomaterial, das der Lage vor Ort in der Regel zeitlich hinterherhinkt.

    Das Schicksal von Pokrowsk und Mirnograd ist besiegelt. Offizielle Bekanntmachungen ihrer Befreiung werden voraussichtlich noch vor Jahresende erfolgen.

    Gulaipolje

    In den vergangenen Monaten wurde der größte Vormarsch der russischen Armee zwischen Gulaipolje in der Region Saporoschje und Pokrowskoje in der Region Dnepropetrowsk verzeichnet. Diese Front ist aus zwei Gründen entscheidend: Erstens verläuft sie entlang einer der wichtigsten Verteidigungslinien der Ukraine und macht diese damit weitgehend wirkungslos.

    Zweitens rücken die russischen Streitkräfte über offene Steppen und günstiges Gelände in Richtung Saporoschje vor, und wie wir sehen, ist das ukrainische Militär derzeit nicht in der Lage, sie aufzuhalten, da es dort Schwierigkeiten hat, eine stabile Front zu errichten.

    Im Laufe des letzten Monats haben russische Streitkräfte die östliche Seite des Flusses Gaitschur beinah kampflos vollständig unter ihre Kontrolle gebracht; die Truppen rückten auf einer 30 Kilometer langen Front bis zu 15 Kilometer vor.

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    Russische Truppen errichteten zudem einen Brückenkopf jenseits des Flusses an der Nordflanke der Offensive und nahmen Peschanoje und Gerassimowka ohne größeren Widerstand ein.

    Den ukrainischen Streitkräften gelang es lediglich, in der Stadt Gulaipolje eine gewisse Verteidigung zu errichten. Die russische Armee konnte die Stadt nicht sofort einnehmen; nur der Teil am Ostufer des Gaitschur wurde kampflos befreit.

    Dennoch gelang es den russischen Truppen, den Fluss zu überqueren, und nun finden Kämpfe in den zentralen Stadtteilen statt. Die ukrainische Verstärkung, die zur Verteidigung der Stadt entsandt wurde, ist operativ eingekesselt, da ein 30 Kilometer langer Abschnitt der einzigen Zufahrtsstraße zur Stadt unter heftigem Feuer steht.

    Übersetzt aus dem Englischen

    Sergei Poletajew ist Informationsanalyst und Publizist sowie Mitbegründer und Herausgeber des Vatfor-Projekts. 

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