
Sign up to save your podcasts
Or


Von Bernhard Loyen
Die drei dunklen Jahre 2020 bis 2023 stellen weiterhin für Abertausende im Land ein traumatisches Ereignis im Leben dar, welches in seinen psychischen, wie auch physischen Auswirkungen weiterhin den andauernden mühsamen und schmerzvollen Tagesablauf bestimmt.
Demgegenüber verweilen die dafür Verantwortlichen aus den einfordernden Bereichen der nötigenden Politik, der Wissenschaft und der Medien, ich möchte sie auch weiterhin subjektiv urteilend als Täter bezeichnen, schwer erträglich und anmaßend im Zustand der Tiefenentspannung.
Am 15. Dezember präsentierte sich nach der unantastbaren Alena Buyx und dem aalglatten Christian Drosten nun der CDU-Politiker und Ex-Minister Jens Spahn in Berlin, um vor Politikern der Bundestagsfraktionen und einberufenen Sachverständigen bei der "Enquete-Kommission: Aufarbeitung der Corona-Pandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse" Rede und Antwort zu stehen.
Spahn startete seine politische Karriere vor 30 Jahren, ist damit Vollprofi im Agieren und Argumentieren. Er verpackt dabei nachweisliche Widersprüche und belegte Lügen so mit Worten und phrasierenden Ausführungen, dass sie für Außenstehende und oberflächlich Interessierte, eloquent, bemüht und glaubwürdig klingen. So berichtet die ARD-Tagesschau am frühen Abend:
"Fast sechs Jahre nach dem Corona-Ausbruch in Deutschland hat der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn sein heute umstrittenes Krisenmanagement verteidigt. Oberstes Ziel sei die Vermeidung einer Überlastung des Gesundheitswesens gewesen. 'Es gab damals keine Blaupause', so der Unions-Fraktionschef. Klar sei gewesen: 'Es geht um Leben und Tod.'"
Anders formuliert: Sie, die Politik, wusste es doch nicht besser und bemühte sich mehr als redlich und aufopfernd, rein zum Vorteil der Bürger. Der Spiegel, die kompletten drei Jahre der "Corona-Nötigung" treu an der Seite zweier verantwortlicher Bundesregierungen, kommentiert hinter der Bezahlschranke mehr als bestätigend für den tapferen Kümmerer und Organisationskünstler:
"Dreieinhalb Stunden, dann hat es Jens Spahn hinter sich"
Neben Spahn wurde Dr.Margaretha Sudhof platziert, laut Spiegel "jene Masken-Sonderermittlerin, die Spahn-Nachfolger Karl Lauterbach (SPD) eingesetzt hatte", der Verräter. So erklärt der Artikel weiter zu den Realitäten zum Thema der Chancen effektiver Anklage von politisch Verantwortlichen:
"Die frühere Staatssekretärin mit SPD-Parteibuch hatte einen scharfen Bericht zu Spahns Fehlern in der Maskenbeschaffung geschrieben. Ein Fest für die Opposition. Allerdings liest sich der Bericht deutlich schärfer als das, was Sudhof seitdem bei nicht öffentlichen Auftritten im Gesundheits- und im Haushaltsausschuss dazu gesagt hat. Sudhof muss aufpassen, was sie als Beamtin von sich geben darf, ohne ihre Pension zu gefährden. Auch in der Enquete-Kommission fragte sie an einer Stelle vorsichtig nach, ob sie vielleicht gerade mehr sage, als ihre Aussagegenehmigung hergebe."
Die gestrige Veranstaltung dauerte rund drei Stunden. Der seitens der AfD geladene Sachverständige Stefan Homburg, seine Fragen wirkten diesmal pointierter und kürzer in den Ausführungen, resümiert auf X, dass die Sitzung "hochinteressant" für ihn war. Dies sicherlich bezogen auf folgende Spahn-Aussage:
"Das Zweite ist, was den Infektionsschutz angeht, nach einer Impfung war immer klar, war übrigens auch von der WHO definiert, dass das Ziel der Impfstoffforschung und Beschaffung ist, einen Impfstoff zu haben, der vor schweren Verläufen schützt. Es war nie Ziel, auch der WHO nicht, bei der Impfstoffentwicklung, dass es zu Infektionsschutz gegenüber Dritten kommt."
Geschickt formuliert, da es Spahn persönlich am 26. Dezember vor genau fünf Jahren auf einer Pressekonferenz zum Thema so erklärte:
"Impfen ebnet den Weg raus aus dieser Pandemie. Wir schützen durch eine Impfung uns selber und wahrscheinlich auch andere."
Bewusst verdrängt, also für seine gestrigen Ausführungen nicht rausgesucht, hat der CDU-Politiker seine Wahrnehmung samt Aufforderung aus dem Dezember 2021:
"Der Impfstoff ist da, die Empfehlung ist da, jeder kann jetzt sich und andere schützen."
Wenige Wochen zuvor, am 25. August 2021, erklärte der vergessliche Ex-Minister laut Bundestagsprotokoll den Anwesenden wörtlich:
"Heute haben wir in Deutschland die Marke von 100 Millionen Impfungen in acht Monaten erreicht. Das ist auch eine große logistische Leistung; es ist vor allem ein großer gemeinsamer Erfolg unseres Landes, unserer Bürgerinnen und Bürger […] Ich bin sehr, sehr dankbar für jeden – und wenn es mit der Bratwurst funktioniert, umso schöner –, der sich darum bemüht, dass wir die Impfquote hochkriegen […]"
Dann die entscheidende Stelle hinsichtlich der gestrigen Ausführungen:
" Ja, ob man sich impfen lässt oder nicht, ist eine persönliche Entscheidung, aber die Entscheidung, die man trifft, hat auch Folgen für die Menschen um einen herum, also auch für andere […] Ja, wer sich impfen lässt, wer sich für die Impfung entscheidet, der schützt sich selbst, aber er schützt eben auch diejenigen, die sich nicht impfen lassen können."
Anika, Lehrerin, hält ihren #Corona-Schutz aktuell. Sie schützt nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Schülerinnen und Schüler. pic.twitter.com/HhzxIuJwVK
— Bundesgesundheitsministerium (@BMG_Bund) November 8, 2022So könnte man alle gestrigen Äußerungen, Rechtfertigungen, Halbwahrheiten, Lügen oder Ausflüchte des Jens Spahn sehr leicht zitieren und umgehend mit Fakten entzaubern. Faktum bleibt, dabei weiterhin ohne jegliche Konsequenzen für Spahn, er hat Milliarden Euro Steuergelder für medizinische Masken fahrlässig verpulvert, dazu kommen die laufenden Kosten juristischer Auseinandersetzungen des BMG mit themenbezogenen Klägern.
Bastian Barucker, freier Journalist und seit Jahren ein ruhiger Kämpfer für die Wahrheit zum Thema "Corona-Verbrechen" (Mitinitiator der "RKI-Files"), legt in einem Blog-Beitrag eine aufschlussreiche Zusammenfassung dar:
"Spahn wusste also bereits damals, dass er die Bevölkerung täuschte, als er ungeimpfte Menschen unbegründet stigmatisierte. Auch vor der Enquete-Kommission wiederholte Herr Spahn seine falsche Behauptung, Ungeimpfte würden häufiger schwere Verläufe aufweisen, und rechtfertigte damit das damals genutzte Framing. Seiner Meinung nach habe es keine 'Jagd auf Ungeimpfte' gegeben."
Herr Spahn stutzte des Öfteren in den drei Stunden, innehaltend, abwägend, er mimte den Empörten, den Missverstandenen, er lächelte – zu oft –, weil er wusste, wenn er jetzt keine groben Fehler in seinem Auftritt hinlegt, bleibt die "Leichtigkeit des Seins" auch weiterhin unbekümmert erhalten. Vom AfD-Sachverständigen Tom Lausen forciert befragt, ob sich Spahn ein generelles Amnestiegesetz vorstellen könnte, zum Thema verurteilter Ärzte und Maskenatteste, Strafen gegen Ungeimpfte, erklärte Spahn nachdrücklich und erkenntnisreich: "In der Pauschalität, nein."
Lausen:"Sie haben eine Jagd auf Ungeimpfte gestartet."Spahn:"Das weise ich zurück."Lausen:"Bitte sagen Sie mir, ob Sie ein Amnestiegesetz befürworten?"Spahn:"In der Pauschalität, nein." pic.twitter.com/8ejN4SrzSi
— TheRealTom™ - Trusted Flagger (@tomdabassman) December 15, 2025Eine der vielfältigen Aussagen, die verraten, wovon das Regierungsviertel samt zuarbeitenden Behörden auch weiterhin vollends überzeugt ist, lautete:
"Wenn ich eines im Nachgang wirklich anders machen würde, dann wäre es, die Breite der Beratung öffentlich zu machen. Es ist leider der falsche Eindruck entstanden, es habe nur zwei bis drei Ratgeber in der Krise gegeben."
Nein, es waren ein paar mehr, diese aber bewusst subjektiv ausgewählt, platziert und mit entsprechenden Agitationsaufträgen via ARD und ZDF auf die Bürger losgelassen.
Auch diese gestrige Enquete-Sitzung wird die nachweislichen Täter nicht weiter beunruhigen. Daher erneut ein unbefriedigendes Resümee. Die aktuelle Enquete-Kommission im Bundestag dient als reine Alibiveranstaltung mit der schwer zu ertragenden Realität der ungefährdeten Selbstdarstellung von kriminellen Akteuren.
Ein unabhängiges "Corona-Tribunal" mit eindeutiger Benennung und juristischer Verurteilung der bekannten Verantwortlichen bei unmissverständlicher Entschädigung aller Opfer ist und bleibt auch weiterhin die Notwendigkeit der Stunde.
Mehr zum Thema - Merkel und Kretschmann – zwei bösartige dunkle Seelen Seit an Seit
Hochrangige Vertreter der EU, der NATO und weiterer westlicher Staaten treffen sich am Dienstag im World Forum in Den Haag, um ein Übereinkommen zur Gründung einer internationalen Kommission zur Entschädigung der Ukraine zu unterzeichnen.
Die Kommission soll den zweiten Teil eines von westlichen Staaten initiierten Entschädigungsmechanismus bilden, der auf dem 2023 eingerichteten Schadensregister für die Ukraine aufbaut.
Dieses Register erfasst bereits über 80.000 Anträge ukrainischer Privatpersonen, Organisationen und öffentlicher Einrichtungen und wird von 44 Staaten sowie der Europäischen Union unterstützt.
Die Kommission wird die Anträge prüfen, bewerten und über Entschädigungen entscheiden. Offiziell soll sie unabhängig arbeiten, doch die Initiative wird von Beobachtern als Teil der einseitigen westlichen Maßnahmen gegen Russland gesehen.
Die heutige Unterzeichnung des Übereinkommens zur Einrichtung einer Internationalen Schadensersatzkommission ist ein Meilenstein für die #Ukraine, um die Schäden, die #Russland mit seiner illegalen Aggression in der Ukraine verursacht hat, aufzuarbeiten. @RD4U_claims, @coe pic.twitter.com/wRhzseacrl
— Auswärtiges Amt (@AuswaertigesAmt) December 16, 2025Das Übereinkommen tritt in Kraft, sobald es mindestens 25 Unterzeichnerstaaten ratifiziert haben und die Finanzierung gesichert ist.
Generalsekretär Alain Berset betonte, dass Europarat, EU und NATO die Ukraine unterstützten. Kritiker weisen darauf hin, dass die Maßnahme vor allem den westlichen Interessen dient und Russland einseitig belastet.
Die offiziellen Verhandlungen über die Kommission wurden 2025 von den Niederlanden und der Ukraine unter Mitwirkung des Europarates organisiert. Mehr als 50 Staaten sowie die Europäische Union waren an der Ausarbeitung des Übereinkommens beteiligt.
Während in Den Haag westliche Staaten die Einrichtung einer internationalen Kommission zur Entschädigung der Ukraine vorantreiben, zeigen sich in Brüssel die Grenzen der europäischen Einigkeit im Umgang mit Russland.
Parallel zu den einseitigen Entschädigungsinitiativen der EU und NATO stößt der Vorschlag der Europäischen Kommission, eingefrorene russische Vermögenswerte als Kreditsicherung für die Ukraine zu nutzen, auf wachsenden Widerstand innerhalb der Union.
Der Vorschlag der Europäischen Kommission, eingefrorene russische Vermögenswerte als Sicherheiten für Kredite an die Ukraine zu verwenden, stößt zunehmend auf Widerstand innerhalb der Union.
Neben Belgien, Ungarn und der Slowakei haben sich nun auch Italien, Bulgarien, Malta und die Tschechische Republik dem Vorhaben entgegengestellt.
Belgien, Sitz des größten Teils der betroffenen Konten bei Euroclear, warnt vor möglichen Haftungsrisiken, falls Russland rechtlich gegen die Nutzung vorgehen sollte. Andere Staaten fürchten, dass ein einseitiges Vorgehen gegen Russland die internationale Rechtsordnung untergräbt.
Ungarn und die Slowakei, die wiederholt einen eher zurückhaltenden Kurs gegenüber Russland verfolgt haben, sehen in dem Vorhaben eine zusätzliche Belastung ihrer Position innerhalb der EU. Italien und Malta äußern Bedenken, dass die Initiative den Zusammenhalt der Union gefährden könnte.
Die Kommission verweist auf die Möglichkeit einer qualifizierten Mehrheit, um das Vorhaben umzusetzen, räumt jedoch ein, dass ohne die Zustimmung Belgiens eine praktische Umsetzung erschwert sei. Russland reagierte umgehend mit scharfer Kritik und reichte eine Klage über rund 230 Milliarden Dollar gegen Euroclear ein.
Die divergierenden Positionen innerhalb der EU machen deutlich, wie schwierig ein einheitlicher Kurs in außenpolitischen Fragen ist. Ob und in welchem Umfang die Union die eingefrorenen russischen Gelder nutzen kann, wird entscheidend für ihre politische und rechtliche Handlungsfähigkeit sein.
Mehr zum Thema - Das Merz-Märchen: Wenn ein stolzer Nazi-Enkel Putin mit Hitler vergleicht
Flo Osrainik: Rees, du bist Illustrator und Kunstdozent. Kennengelernt haben wir uns vor knapp zehn Jahren bei acTVism Munich, einem unabhängigen und gemeinnützigen Onlinemedium in deutscher und englischer Sprache. Nun bist du seit ein paar Jahren nicht mehr bei acTVism aktiv, trotzdem beschäftigst du dich noch immer mit Geo- und Wirtschaftspolitik. Genauer gesagt interessierst du dich seit über zehn Jahren für heterodoxe Ökonomie, also für unkonventionelle Ansätze und Theorien der Wirtschaftswissenschaften. Etwa für die österreichische Schule, marxistische Ökonomie oder Postkeynesianismus. Seit wenigen Monaten schreibst du auf Substack auch Artikel über die wirtschaftlichen Folgen einer möglichen Entdollarisierung. Wenn ich deine Essays "Ein Geist in der Maschine: Wie ein Algorithmus den Edelmetallmarkt zerbrach", "TILT!: Wie der Edelmetallmarkt krampft", "Der Crash, der nie geschah, oder vielleicht doch?", "Das Große Angleichen: Eine Einführung in den kommenden monetären Kollaps und das Fundament der großen Kooperation" sowie "Das Bancor-Protokoll: Eine vergessene Heilung für eine terminale Krise" auf den Punkt bringe, dann stehen wir kurz vor einer globalen Wirtschaftskrise, um nicht zu sagen Explosion. Wie bist du auf diese These gekommen?
Rees Jeannotte: Vor über einem Jahr habe ich angefangen, mich mit Michael Hudson, einem US-amerikanischen Professor für Wirtschaftswissenschaften, zu beschäftigen. In seinen Interviews sprach er von Entdollarisierung und davon, dass Staaten enorme Mengen in Gold investierten, um sich vor US-amerikanischen Handels- und Finanzsanktionen zu schützen. Die Idee wäre, eine neue Handelsbasis mit einem Korb verschiedener Waren außerhalb des US-Dollarsystems zu etablieren. Und Gold sollte dabei das ultimative Handelsmittel sein. Jedenfalls hat Hudson in Bezug auf den Gold-Bruchteilreserve-Schwindel von einem Ansturm auf physisches Gold gesprochen. Wenn zum Beispiel indische Juweliere in panischen Ankäufen Unmengen an Gold kaufen und importieren würden, käme es zu einem Kollaps. Übrigens, was die meisten nicht wissen: Das gesamte westliche Goldsystem basiert seit Jahrzehnten auf einem Teilreservebetrug – so wie es auch bei normalen Banken mit Girokonten der Fall ist. Es geht also um eine Goldblase, die mit allen anderen Blasen verbunden ist, der sogenannten "Everything Bubble". Nur: Platzt die Goldblase, dann platzen alle Blasen. Das wäre auch das Ende des US-Dollarsystems, weil die USA durch die internationale Ablehnung von US-Dollarreserven ihre massiven Schulden nicht mehr in die restliche Welt exportieren können. Mir wurde also rasch klar, dass wir in einer massiven Weltwirtschaftskrise landen, wenn die Goldblase platzt und sich das US-Dollarsystem infolgedessen auflöst.
Flo Osrainik: Dass das Finanzsystem künstlich am Leben gehalten wird und früher oder später zusammenbricht, dürfte genauso wenig ein Geheimnis sein wie die Manipulation von Märkten und Preisen durch viel zu mächtige Marktteilnehmer und dunkle Akteure. Nun siehst du aber eine Systemkrise mit verheerenden Folgen bevorstehen und warnst davor. Welche Beobachtung hast du in den vergangenen Wochen gemacht und warum sollten wir ausgerechnet jetzt vor diesem Schreckensszenario stehen? Und welchem Betrug unterliegt das Goldsystem dabei?
Rees Jeannotte: Ja, dass der Kapitalismus immer wieder zu Krisen führt, ist kein Geheimnis. Und typischerweise bleiben diese Krisen finanziell, sie finden in der Regel innerhalb des monetären Systems statt. Etwa das Platzen der Dotcomblase oder die Bankenkrise im Jahr 2008 spielten sich innerhalb des US-Dollarsystems ab. Da andere Länder den US-Dollar aber unbedingt benötigen, um internationalen Handel betreiben zu können, nahmen die Krisen ein globales Ausmaß an. Immerhin können die USA unendlich viel Geld schöpfen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, solange das Vertrauen anderer Länder in den US-Dollar als Reservewährung bestehen bleibt. Dass die USA dieses Privileg lange Zeit ausgenutzt haben, um andere Länder zu erpressen, ist im Übrigen auch kein Geheimnis. Nachdem sie im Jahr 2022 aber Russlands US-Dollarreserven in Höhe von 300 Milliarden einfroren, kamen weltweit Zweifel an der Sicherheit des US-Dollars auf. Als Alternative fingen nicht nur Russland und China, sondern auch ein breites Spektrum weiterer Staaten an, Goldreserven aufzubauen. Und heute gibt es einen regelrechten Ansturm auf physisches Gold. In der zweiten und dritten Oktoberwoche, in etwa ab dem 9. Oktober dieses Jahres, hat der Goldpreis ein neues Hoch von rund 4.400 US-Dollar pro Unze erreicht. Daraufhin haben die sogenannten Bullionbanken, also Banken, die eine zentrale Rolle im globalen Edelmetallhandel spielen, und Mitglieder der London Bullion Market Association (LBMA), einem außerbörslichen Handelsplatz für die Festlegung des Weltmarktpreises für Gold und Silber, sind – Banken wie J.P. Morgan, Goldman Sachs oder die Citibank – panisch mit einem Algorithmus den Preis gedrückt. Das geht, da die Algorithmen unendlich viele Leerverkäufe als Munition zur Verfügung haben. Dazu muss man wissen, dass der US-Dollar 99,3 Prozent seines historischen Werts verliert, wenn Gold einen Wert von 5.000 US-Dollar erreicht. Aber nicht nur das, denn die US-Dollarliquidität wird ab dieser Marke so knapp, dass das US-Dollarsystem anfängt zu implodieren. Wir stehen also vor einer finanziellen und monetären Krise, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Noch nie ist eine Weltreservewährung kollabiert.
Flo Osrainik: Der Preis von Gold und anderen Edelmetallen wird also künstlich gedrückt und liegt in Wahrheit viel höher. Trotzdem bewegt sich der Goldkurs langsam, aber sicher in Richtung 5.000 US-Dollar pro Unze?
Rees Jeannotte: Der Goldkurs wird schon lange gedrückt. Die Live-Charts, die den Preis anzeigen, spiegeln das auch eindeutig wider. Die Bullionbanken werden den Preis nicht bis auf 5.000 US-Dollar steigen lassen, weil sie ganz genau wissen, was das bedeuten würde. Bei rund 4.500 US-Dollar pro Unze für Gold wäre das Vertrauen in den US-Dollar so gut wie gescheitert, so wie bei einem Preis um die 55 US-Dollar für eine Unze Silber. Nur haben wir diesen Punkt bei Silber bereits vor Kurzem überschritten. Und wie weit sie bereit sind zu gehen, konnte man dann am 27. und 28. November sehen.
Flo Osrainik: Wieso, was geschah?
Rees Jeannotte: Silber, ein Metall, das gerade sehr knapp ist, erreichte einen Preis von 56 US-Dollar pro Unze. Damit lag der Silberpreis noch höher als beim großen Hammerschlag vom 20. Oktober 2025, als Silber 54 US-Dollar pro Unze erreichte. Der Silberpreis befindet sich dem Ende ihrer Komfortzone vermutlich bedrohlich nahe. Auf jeden Fall wurden große Bestellmengen für physisches Silber fällig. Um nun eine Force Majeure, das heißt ein unvorhersehbar großes Ereignis, zu vermeiden, wurde das ganze System gestoppt. Die Märkte standen für zehn Stunden still. Die offizielle Ausrede dafür lautete, dass es sich um einen Kühlungsfehler im Klimakontrollraum gehandelt hätte, was aber kaum glaubwürdig war und auch kaum jemand glaubte. Mehrere IT-Experten hielten das zumindest für unmöglich. Die Banken haben in der Zwischenzeit eine Menge Geld in die Hände genommen, und sich Zeit bei den Anbietern von Auftragsbehältern für Edelmetalle, also dort, wo große Mengen wie Gold, Silber, Platin oder Palladium in hochsicheren und bankenunabhängigen Einrichtungen gelagert werden, gekauft.
Wenn zum Beispiel mehr physisches Edelmetall, etwa Gold, geliefert werden muss, als zur Verfügung steht, wird der Rest in US-Dollar ausbezahlt. Und daran scheitert es am Ende, weil viel mehr echtes Gold ausgehändigt werden muss, als vorrätig ist. Das alles in US-Dollar kompensieren zu können, würde das Bankensystem zum Kollabieren bringen. Zwar können sie immer mehr US-Dollar drucken, nur lässt sich die Inflation nicht mehr richtig exportieren, weshalb die Inflation im Land bleibt. Dann gibt es irgendwann eine Hyperinflation und die US-Währung hat keinen richtigen Wert mehr. Wo die Edelmetalle, wie etwa das benötige Silber oder Gold in der Zwischenzeit herkommen sollen, bleibt aber ein Rätsel?
Flo Osrainik: Ich versuche einmal kurz zusammenzufassen: Die Preise für Edelmetalle, allen voran für Gold, werden künstlich massiv gedrückt, um das Ende des US-Dollars als Reservewährung und in der Folge einen Systemkollaps mit unvorhersehbaren Auswirkungen für die ganze Welt zu vermeiden. Der Grund dafür ist, dass die physischen Lagerbestände etwa für Gold oder Silber nicht ausreichen, um das Gold und Silber, das auf dem Papier besteht oder real nachgefragt wird, nicht annähernd decken, womit die Blase und das ganze System zusammenbrechen und wie Dominosteine umfallen würden. Spielen die Pläne für digitale Währungen wie den digitalen Euro dabei eine Rolle und mit welchen Folgen rechnest du?
Rees Jeannotte: Alle Weltwährungen werden an Wert verlieren. Die Flucht ins Gold ist eine Stimme gegen Fiat-Währungen. Fiat-Geld ist das Gegenteil von Warengeld und nicht durch physische Rohstoffe wie Gold oder Silber gedeckt. Es hängt ausschließlich vom Vertrauen in eine Zentralbank oder Regierung ab, die es herausgibt. Das lateinische "Fiat" bedeutet im Übrigen "Es sei, werde, geschehe" und steht für Geld aus dem Nichts.
Kollabiert der US-Dollar, dann hat die Welt keine Preise mehr, weil die Rechnungseinheit US-Dollar verschwindet. Und ohne eine internationale Preismaßeinheit funktioniert zunächst kein globaler Handel mehr, weil niemand weiß, was etwas kostet. Auch alle anderen Währungen verlieren den Maßstab für ihren eigenen Wert. Das heißt aber auch, dass unser effizientes Lieferkettensystem, die Just-In-Time-Supply-Chain, zusammenbricht. Nichts würde sich weltweit mehr bewegen. Wahrscheinlich kann sich jeder vorstellen, was das bedeuten würde. Das physikalische Liquiditätsproblem führt also auch zu einem finanziellen Liquiditätsproblem.
Der digitale Euro ist dabei ein separates Thema. Man könnte sagen, dass es keine Rolle bei der Entdollarisierung spielt. Allerdings sagt die EZB, dass der digitale Euro ein Bollwerk gegen die digitale Dollarisierung sein soll und die EU vom US-Dollar unabhängiger machen könnte. Etwa wenn die US-Dollar-Zahlungen dadurch reduziert würden. Letztendlich spüren weltweit aber alle Akteure, dass das US-Dollarsystem zu seinem Ende kommt. Man weiß nur nicht, wie lange es noch dauert. Ich denke, dass es schon vorbei ist und nicht mehr lange künstlich am Leben gehalten werden kann.
Flo Osrainik: Du gehst schon sehr bald vom Zusammenbruch aus. Wie geht es weiter, wie sollte man vorsorgen und was kann man anders machen?
Rees Jeannotte: Ja, ich gehe von Wochen bis Monaten aus. Mathematisch wird es kollabieren. Die massive Schuldenblase und die dazugehörende "Everything Bubble" müssen unvermeidbar zu einem Ende kommen. Aber auch wegen des globalen Herrschaftsanspruchs entsprechender Kreise in den USA. Schon Karl Marx hat prognostiziert, dass der technische Fortschritt im Kapitalismus dazu führt, dass Arbeit, also variables Kapital, welches einen Mehrwert schafft, zunehmend durch Maschinen und Rohstoffe, eben durch konstantes Kapital, ersetzt wird. Die Profitrate sinkt deswegen tendenziell und das System muss immer mehr Rohstoffe extrahieren und neue Märkte ausbeuten, um alles am Laufen zu halten. Auch mit Gewalt. Das sehen wir jetzt in der Metallkrise, und die Entdollarisierung hat die Knappheit der Metalle nur aufgedeckt. Wir verbrauchen die Rohstoffe des Planeten schon viel zu lange mit viel zu niedrigen Preisen in einer nicht nachhaltigen Geschwindigkeit. Die Preise für Rohstoffe müssten also viel höher sein.
In Zukunft wird es nicht mehr machbar sein, so zu konsumieren, wie wir es heute tun. Ein anderer Umgang mit der Umwelt ist nötig. Wir stehen vor sehr ernsten Problemen und wir sitzen alle im selben Boot, wenn durch den Zusammenbruch der Lieferketten keine Produkte mehr geliefert werden. Das betrifft uns alle gleichermaßen, die Armen und die Reichen, die US-Amerikaner, die Chinesen und die Deutschen, und wenn wir nicht schnell reagieren, dann befürchte ich, dass es zu Hungersnöten kommen wird. Auch wenn sich das unglaublich anhört, zeigt es, wie abhängig wir durch die enorme Effizienz doch alle voneinander sind.
Aber wie gesagt, die Preise müssen unbedingt auf ihren realen Wert ansteigen, das lässt sich nicht vermeiden. Doch auch das muss in einer Art und Weise und vor allem sozial gerecht und machbar geschehen, damit wir am Ende dann nicht deswegen in ein Chaos stürzen.
Flo Osrainik: Ich danke dir für das Gespräch.
Mehr zum Thema – Experten: Sturzflug des US-Dollars hält auch in 2026 an
Von Pjotr Akopow
Manchmal verdrehen zufällige Ausrutscher von Dolmetschern nicht nur den Sinn des Gesagten, sondern enthüllen auch den eigentlichen Kern der Geschehnisse. Genau das passierte gestern in Berlin bei den fortgesetzten Verhandlungen zwischen den US-Amerikanern und Europäern mit Wladimir Selenskij. Bei seiner gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz wurde die Frage gestellt, ob NATO- und EU-Truppen die Einhaltung des Waffenstillstands in der Ukraine sicherstellen würden. Truppen heißen auf Englisch "troops" (ausgesprochen "trups"), aber die Dolmetscherin übersetzte sie ins Ukrainische als "Leichen" [Leichen werden im Ukrainischen "trupy" ausgesprochen]. Selenskij bemerkte diesen Fehler, aber es war schon zu spät. Daraus entstand nicht nur ein Meme, sondern etwas viel Größeres.
Denn zuvor hatte Friedrich Merz eine sensationelle Äußerung zu den Verhandlungsergebnissen mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner getätigt:
"Dies ist in der Tat eine weitreichende, inhaltlich substanzielle Vereinbarung, welche es bisher noch nicht gegeben hat: Sowohl Europa als auch die USA sind gemeinsam bereit, Kiew Sicherheitsgarantien zu gewähren. Präsident Selenskij wies dabei darauf hin, dass diese Sicherheitsgarantien dem Art. 5 des NATO-Vertrags entsprechen."
Doch der deutsche Kanzler war mit einer solchen Äußerung offensichtlich voreilig: Für denselben Tag war ein Telefonat von US-Präsident Donald Trump mit den europäischen Staats- und Regierungschefs und Selenskij geplant – genau zu dem Zweck, die Verhandlungen über ein Friedensabkommen zu erörtern. Hätten die Amerikaner der EU und der Ukraine tatsächlich das versprochen, was Friedrich Merz erwähnte, hätte dies nur eines bedeutet: Trump distanziert sich von dem Plan, den Witkoff vor kurzem mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin besprochen hat, und macht damit die Bemühungen zunichte, mit Moskau eine Einigung über die Beilegung des Ukraine-Konflikts zu erzielen. Denn jegliche "NATO-ähnlichen" Garantien für die Sicherheit der Ukraine sind für Russland inakzeptabel – sie könnten nicht nur zu einem Stellvertreterkrieg mit dem Westen führen, sondern auch zu einem direkten Militärkonflikt zwischen uns und der NATO auf ukrainischem Territorium.
Doch Trump hat offensichtlich nicht vor, darauf zu verzichten, seinen Plan den Europäern aufzuzwingen – und darin gibt es keine Garantien à la NATO. Merz übt sich also in Wunschdenken – davon werden sich die Europäer bereits diese Woche überzeugen können. Die aktuelle Woche wird für sie überhaupt zum Moment der Wahrheit. Laut Politico betrachten europäische Politiker die nächsten Tage als existenziell: Sollte es nicht gelingen, die Ukraine vor einem "demütigenden Friedensvertrag" zu schützen und Geld für die Finanzierung Kiews zu finden, wird Europa eine Niederlage erleiden.
Niemand ist bereit zu verlieren, aber Europa hat selbst den Einsatz erhöht, indem es seine Niederlage im Kampf um die Ukraine mit einem Schlag gegen die Zukunft der gesamten Europäischen Union gleichgesetzt hat. Und jetzt will es sich damit nicht abfinden und unternimmt weiterhin Versuche, das Friedensabkommen zu torpedieren.
Aber nicht nur Friedrich Merz müht sich nach Kräften – der britische Premierminister Keir Starmer sprach gestern über bereits bestehende Pläne der "Koalition der Willigen", nach einem Waffenstillstand Streitkräfte in der Ukraine zu stationieren. Diese altbekannte Idee lässt sich überhaupt nicht in Trumps Plan einfügen, da sie für Russland eine absolute rote Linie darstellt, deren bloße Erwähnung alle Chancen auf einen Waffenstillstand zunichtemacht. Und der Versuch, sie nach Abschluss eines Friedensabkommens ad hoc umzusetzen, würde zu einem sofortigen Scheitern des Waffenstillstands führen.
Denn die Truppen der NATO, der Europäischen Union und der "Koalition der Willigen" in der Ukraine sind für Russland nur in einer Form akzeptabel – als Leichen, wie die Dolmetscherin versehentlich "enthüllte". Ganz zu schweigen davon, dass ein echter Frieden für die gesamte Ukraine erst nach dem politischen "Tod" der Nordatlantischen Allianz und der Europäischen Union eintreten wird – und wir können beobachten, wie sie selbst zielstrebig darauf hinarbeiten.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 26. November 2025 zuerst bei "RIA Nowosti" erschienen.
Mehr zum Thema – Helsinki-Treffen: Finnland erwartet russische Truppen an der NATO-Ostflanke
Eine Entschuldigung der BBC reichte US-Präsident Donald Trump offenbar nicht aus. Auch die personellen Konsequenzen an der Spitze der britischen Rundfunkanstalt genügten ihm nicht. Stattdessen fordert der US-Präsident weitergehende Konsequenzen – und zwar eine finanzielle Entschädigung. Trump hat im Bundesstaat Florida eine Verleumdungsklage gegen die BBC auf den Weg gebracht.
Die geforderte Summe ist gewaltig. Er fordert bis zu zehn Milliarden US-Dollar (8,6 Milliarden Euro) Entschädigung von dem Sender.
Trump wehrt sich damit gegen die BBC-Dokumentation "Trump: Eine zweite Chance?" aus dem Jahr 2024. Der Film dreht sich um die Vorgänge am 6. Januar 2021, als es in der US-Hauptstadt Washington zum gewaltsamen Sturm auf das Kapitol kam. An diesem Tag sollte der Wahlsieg von Trumps demokratischem Amtsvorgänger Joe Biden offiziell bestätigt werden.
In der Dokumentation waren Ausschnitte aus Trumps Rede vom 6. Januar 2021 allerdings so zusammengeschnitten, dass der Eindruck entstand, er habe seine Anhänger direkt zum Sturm auf das Kapitol aufgefordert. Für die Sendung hatte die BBC allerdings Passagen aus unterschiedlichen Teilen der damaligen Rede Trumps aneinandergeschnitten.
Die BBC reagierte nicht umgehend auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme zum Einreichen der Klage. Im vergangenen Monat erklärte der Sender, er bedauere "die Art und Weise, wie der Videoclip bearbeitet wurde", sei aber "entschieden der Ansicht, dass es keine Grundlage für eine Verleumdungsklage gebe".
Die Klage verschärft den Konflikt zwischen dem britischen Sender und Trump, der bereits zum Rücktritt von BBC-Generaldirektor Tim Davie und der Leiterin der BBC-Nachrichtenredaktion, Deborah Turness, führte.
Mehr zum Thema - Nach Kirk-Kommentar: Kein US-Visum mehr für ZDF- und Arte-Dokumentarfilmer Mario Sixtus
Am Morgen des 16. Dezembers hat der 15-jährige Teenager Timofei in der Siedlung Gorki-2 im Stadtbezirk Odinzowo bei Moskau eine Messerattacke in der Uspenskaja-Schule verübt.
Die Polizei wurde gegen 9:00 Uhr Moskauer Zeit (7:00 Uhr MEZ) über den Angriff informiert. Der Schüler stach mit einem Messer auf einen Wachmann ein, versprühte Pfefferspray und verletzte anschließend einen zehnjährigen Jungen mit dem Messer. Dieser erlag später seinen Verletzungen.
Die Schule wurde evakuiert, der Angreifer festgenommen. Nach seiner Festnahme brachte die Polizei den Jugendlichen zum Verhör. Nach vorläufigen Angaben gestehe er seine Schuld, erklärte Olga Wradi, Vertreterin des Ermittlungskomitees im Gebiet Moskau. Auf einem Video ist der Moment der Festnahme des Täters zu sehen.
Eine Quelle der Zeitung RBK berichtete, dass die Strafverfolgungsbehörden die sozialen Netzwerke des Teenagers durchsuchten, um die Ursachen der Tragödie zu ermitteln. Es sei bereits jetzt klar, dass eine Reihe von Gutachten angeordnet würden, darunter auch ein psychiatrisches, so der Gesprächspartner.
Auf dem T-Shirt des 15-jährigen Teenagers, der die Messerattacke verübte, stand unbestätigten Angaben zufolge "No Lives Matter". Unter der Bezeichnung "No Lives Matter" firmiert eine Organisation, die sich für Gewalt, Terrorismus und die Vernichtung der Menschheit einsetzt.
Wie Schüler der Bildungseinrichtung erzählten, könnte das Ziel des Täters seine Mathematiklehrerin, die 29-jährige Marija Dmitrijewna, gewesen sein. Sie hatte demnach Schwierigkeiten mit Timofei, da er schlechte Noten hatte, sich arrogant verhielt und seine Hausaufgaben nicht machte. Marija ist vorrangig Grundschullehrerin, unterrichtet aber auch die Oberstufe. Daher suchte der Teenager sie mutmaßlich im Flügel für die Kleineren, fand sie jedoch nicht.
Das Ermittlungskomitee leitete ein Strafverfahren wegen Mordes und versuchten Mordes ein. Der Gouverneur des Gebietes Moskau, Andrei Worobjow, bezeichnete das Geschehen in Odinzowo als "schreckliche, unvorstellbare Grausamkeit". Die Kinderbeauftragte des Gebietes Moskau, Xenia Mischonowa, erklärte, dass Kindern und Erwachsenen jede erforderliche Hilfe zukomme. Nach Angaben des Bürgermeisters von Odinzowo, Andrei Iwanow, würden derzeit an allen Schulen des Bezirks die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.
Mehr zum Thema - Erneut Messerangriffe in Magdeburg und Berlin mit einer Toten und mehreren Verletzten
Der Korruptionsskandal in der Ukraine und die russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes könnten Präsident Wladimir Selenskij einem Friedensabkommen näherbringen. Das berichtete die Zeitung The Washington Post (WP).
Selenskij ist mutmaßlich in einen großen Korruptionsskandal im Land verwickelt und musste den Leiter seines Büros, Andrei Jermak, entlassen, nachdem dessen Haus im Rahmen der Ermittlungen durchsucht worden war. Laut einem hochrangigen europäischen Diplomaten könnte sich Selenskij ob dieser "Schwachstelle" und vor dem Hintergrund der russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur dazu bereit erklären, ein Friedensabkommen zu schließen. Der Gesprächspartner der Zeitung sagte wörtlich:
"Ich glaube wirklich, dass sie das nie so ernst genommen haben wie wir jetzt. Und aus irgendeinem Grund habe ich den Eindruck, dass dies mit dem Korruptionsskandal und dem ganzen internen Chaos zusammenhängt."
Russlands Verteidigungsministerium hat wiederholt betont, dass nur militärische und energetische Objekte der Ukraine und die damit verbundene Infrastruktur angegriffen werden.
Nach Angaben von Sky News und Bloomberg seien nach den Verhandlungen zwischen der Ukraine und den USA in Berlin 90 Prozent der Fragen des Friedensabkommens geklärt. Zu den wichtigsten Themen gehörten Sicherheitsgarantien für Kiew nach dem Vorbild von Artikel 5 des NATO-Vertrags und territoriale Fragen. Im Anschluss an die Verhandlungen antwortete US-Präsident Donald Trump auf die Frage, ob die Ukraine Gebietsabtretungen akzeptieren müsse:
"Ehrlich gesagt haben sie bereits einen Teil ihres Territoriums verloren."
Selenskij bezeichnete die Territorialfrage als eine der wichtigsten und merkte an, dass es dazu "bislang keinen Konsens" gebe. Seinen Worten zufolge strebe Washington eine möglichst schnelle Friedenslösung an, während Kiew die Qualität dieses Friedens sicherstellen wolle:
"Wenn Geschwindigkeit und Qualität übereinstimmen, sind wir mit beiden Händen dafür."
Donald Trump versicherte, dass eine Lösung des Konflikts "näher denn je" sei. Der russische Außenminister Sergei Lawrow erklärte in einem Interview, dass die jüngsten Kontakte mit den Vereinigten Staaten "Hoffnung machen", dass sie die Position Moskaus nun "besser verstehen."
Mehr zum Thema - Ruttes selbsterfüllende Prophezeiung vom Krieg gegen Russland droht mit bösem Ende für Europa
Zwei Tage intensiver Verhandlungen zwischen der Ukraine, den USA und europäischen Vertretern führten zu Fortschritten bei den "Sicherheitsgarantien" für die Ukraine, ließen jedoch erhebliche Lücken in der Frage des Territoriums offen, erklärten US-Vertreter am Montag gegenüber Reportern.
Die US-Beamten sagten am Montag, dass sich die Seiten einer Einigung über Sicherheitsgarantien näherten, die auf Artikel 5 des NATO-Vertrags basieren würden: Sicherheitsgarantien sollen eine rechtlich bindende Verpflichtung beinhalten, Maßnahmen zur Wiederherstellung von Frieden und Sicherheit im Fall eines künftigen bewaffneten Angriffs zu ergreifen. "Diese Maßnahmen können den Einsatz bewaffneter Streitkräfte, nachrichtendienstliche und logistische Unterstützung sowie wirtschaftliche und diplomatische Maßnahmen umfassen", hieß es später in der gemeinsamen Erklärung in Berlin.
"Präsident Trump glaubt, dass er Russland dazu bringen kann, diese NATO-ähnliche Garantie nach Artikel 5 zu akzeptieren", so ein US-Beamter gegenüber Axios. Der Beamte bestätigte, dass die Sicherheitsgarantien "vor den Senat gebracht werden müssten", aber sagte nicht, ob die Regierung überhaupt einen formellen Vertrag anstreben würde.
Selenskij sagte, er wolle ein klareres Verständnis davon, wie die Sicherheitsgarantien funktionieren würden, bevor er Entscheidungen über das Territorium treffe.
Die USA argumentieren, dass dieses Abkommen der Ukraine solide Sicherheitsgarantien bietet, ihren Weg in die Europäische Union beschleunigt und Milliarden für den Wiederaufbau bereitstellt – allerdings verbunden mit der bitteren Pille massiver territorialer Zugeständnisse.
Der ukrainische Präsident Selenskij, der in den letzten zwei Tagen sieben Stunden mit Trumps Beratern in Berlin verbracht hatte, bestätigte, dass die Seiten nach wie vor "unterschiedliche Positionen zum Thema Territorium" hätten.
Der US-Plan sieht vor, dass sich die Ukraine aus den Gebieten der Donbass-Region zurückzieht, die sie derzeit kontrolliert, die jedoch von Russland beansprucht werden ‒ insgesamt handelt es sich dabei um rund 14 Prozent des Donbass-Territoriums. In der neuesten Fassung würde diese Region zu einer entmilitarisierten "freien Wirtschaftszone" werden.
Selenskij stellte öffentlich infrage, warum Russland nicht einfach einmarschieren würde, sobald sich die ukrainischen Truppen zurückziehen. Außerdem erklärte er, dass nur das ukrainische Volk territorialen Zugeständnissen zustimmen könne, möglicherweise durch ein Referendum, hieß es in dem Bericht von Axios.
Am Ende der Gespräche am Montag in Berlin sagte Selenskij, er glaube nicht, dass die USA von der Ukraine die Abtretung des betreffenden Gebiets "verlangen", sondern lediglich die Forderungen Russlands weitergeben würden. Eine informierte Quelle beschrieb die Diskussionen über das Gebiet als "kompliziert", hieß es im Axios-Bericht.
Ein US-Beamter erklärte ebenfalls, dass es Sache der Ukraine sei, zu entscheiden, wie mit der Territorialfrage umgegangen werden solle. Der Beamte drohte zugleich, dass das übrige Angebot der USA – einschließlich der bislang stärksten Sicherheitsgarantien – "nicht ewig auf dem Tisch liegen werde".
Mehr zum Thema ‒ Das Merz-Märchen: Wenn ein stolzer Nazi-Enkel Putin mit Hitler vergleicht
Wie Channel 12 News am Montag berichtete, ist Israel zunehmend besorgt über die erneuten Gespräche der USA mit Katar über den möglichen Verkauf von F-35-Kampfflugzeugen, da Washington große Waffenverkäufe im Nahen Osten erwägt, die Israels qualitativen militärischen Vorsprung beeinträchtigen könnten.
Laut dem Bericht hat Doha erneut einen Antrag auf den Kauf der Stealth-Flugzeuge gestellt, nachdem eine ähnliche Anfrage vor fünf Jahren abgelehnt worden war. Diesmal sollen jedoch bereits Kontakte zwischen katarischen und US-amerikanischen Beamten bestehen.
Parallel dazu beobachten israelische Beamte Berichten zufolge auch andere Entwicklungen genau, darunter ein sich abzeichnendes Verteidigungsabkommen zwischen den USA und Saudi-Arabien, die Möglichkeit erneuter Verkäufe an die Vereinigten Arabischen Emirate und sogar potenzielle zukünftige Verkäufe an die Türkei.
Laut dem Bericht befürchtet Israel, dass eine Welle von Verkäufen hochmoderner US-Waffen in der Region den qualitativen militärischen Vorsprung der israelischen Luftwaffe untergraben könnte. Als Reaktion darauf arbeitet das israelische Verteidigungsministerium derzeit ein Paket von Forderungen für die US-Regierung aus, um Ausgleichskapazitäten zu sichern.
Dieses Paket umfasst zwei Staffeln moderner Kampfflugzeuge: eine mit F-35 und eine weitere mit F-15I, einem Modell, das auf die operativen Bedürfnisse Israels zugeschnitten ist. Darüber hinaus soll ein erweiterter Zugang zu moderner Munition und entsprechenden Systemen gewährt werden.
Israel ist derzeit das einzige Land im Nahen Osten, das über F-35-Kampfflugzeuge verfügt. Aktuell sind 45 dieser Flugzeuge im Einsatz, 30 weitere sind bestellt. Israel nutzt diese Flugzeuge bereits seit fast einem Jahrzehnt.
Trump hatte kürzlich den Verkauf von F-35 an Saudi-Arabien angekündigt, was im jüdischen Staat Besorgnis erregte. Nach Angaben von US-Beamten und Verteidigungsexperten gegenüber Reuters sollen die für Saudi-Arabien vorgesehenen Jets hinter dem technischen Niveau der israelischen Luftwaffe zurückbleiben.
Mehr zum Thema - Wegen Israel: Das Treffen zwischen Trump und Mohammed bin Salman verlief angespannt
Die finnische Regierung rechnet damit, dass Russland im Falle eines Friedensabkommens mit der Ukraine seine Streitkräfte näher an die NATO-Grenzen verlegen wird. Dies erklärte Ministerpräsident Petteri Orpo in mehreren Interviews, unter anderem gegenüber der Financial Times und Bloomberg. Vor diesem Hintergrund drängt Helsinki auf eine stärkere militärische Zusammenarbeit innerhalb der EU sowie auf zusätzliche Finanzmittel für die Staaten des sogenannten östlichen Flügels. Gegenüber der Financial Times sagte Orpo:
"Wenn in der Ukraine Frieden herrscht, wird Russland weiterhin eine Bedrohung sein. Es ist offensichtlich, dass sie ihre Streitkräfte an unsere Grenze und in den Ostseeraum verlegen werden."
Russland stelle "heute, morgen und langfristig" eine Gefahr dar, wobei der größte Druck aus seiner Sicht auf Osteuropa laste.
Vor diesem Hintergrund kündigte der finnische Premierminister den Gipfel der EU-Staaten des östlichen Flügels an. Dieser findet am 16. Dezember in Helsinki statt. An dem Treffen nehmen die Staats- und Regierungschefs Schwedens, Polens, Estlands, Lettlands, Litauens, Rumäniens und Bulgariens teil. Laut Bloomberg sollen dabei konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit abgestimmt und eine gemeinsame Linie innerhalb der Europäischen Union entwickelt werden.
Laut Orpo wollten die beteiligten Länder "ein klares Signal nach Brüssel senden" und zusätzliche Mittel für Verteidigungsprojekte erhalten. Für erste Pilotinitiativen stünden rund 1,5 Milliarden Euro aus bislang ungenutzten EU-Fonds zur Verfügung. Darüber hinaus hoffen die Staaten des östlichen Flügels auf einen erheblichen Anteil der bis zu 130 bis 135 Milliarden Euro, die im nächsten mehrjährigen EU-Haushalt ab 2027 für die Verteidigung eingeplant sind.
Die beantragten Mittel sollen unter anderem in die Sicherung der Grenzen, den Ausbau der Luftverteidigung, die Erkennung und Abwehr von Drohnen sowie in die Stärkung der Landstreitkräfte fließen. Europa müsse verteidigungsbereit sein, betonte Orpo auch mit Blick auf einen möglichen teilweisen Truppenabzug der USA vom Kontinent. Zugleich räumte er ein, dass sich Finnland selbst in einer wirtschaftlich schwierigen Lage befinde und die gesellschaftliche Stimmung angespannt sei.
Auch innerhalb der NATO werde damit gerechnet, dass Russland dem Bündnis selbst nach einem Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine noch über Jahre hinweg gegenüberstehen werde, schrieb die Financial Times. Lettland, Litauen und Estland planten demnach, ihre Verteidigungsausgaben auf mehr als fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen.
Parallel dazu treibt Finnland die eigene sicherheitspolitische Einbindung in das Bündnis voran. So schlug Helsinki der NATO vor, auf finnischem Territorium eine Einheit des Bündnis-Kommandosystems mit rund 50 Soldaten zu stationieren. Über die Initiative soll auf einem Treffen der NATO-Verteidigungsminister im Februar 2026 beraten werden. Finnland ist seit April 2023 NATO-Mitglied und teilt mit Russland eine rund 1.300 Kilometer lange Grenze.
In Moskau stoßen die westlichen Warnungen vor einer angeblichen russischen Bedrohung auf scharfe Kritik. Außenminister Sergei Lawrow erklärte, mit "hysterischen Aussagen" versuchten westliche Politiker, die weitere Finanzierung des Kiewer Regimes zu rechtfertigen. Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete die Aussagen von NATO-Generalsekretär Mark Rutte, der Europa zur Vorbereitung auf einen großen Krieg aufgerufen hatte, als "verantwortungslos".
Präsident Wladimir Putin hat wiederholt betont, dass Russland niemals die Absicht gehabt habe, NATO-Staaten anzugreifen. Die Behauptung, Moskau plane einen Angriff auf Europa, bezeichnete er als "unglaubliche Lüge", mit der die Bevölkerung Westeuropas eingeschüchtert werden solle. Zudem erklärte Putin, Russland habe historisch keine Probleme in den Beziehungen zu Finnland gehabt und bezeichnete dessen NATO-Beitritt als "Dummheit".
Mehr zum Thema – Finnland organisiert Gipfeltreffen der Nachbarländer Russlands
From the publisher's feed