
Sign up to save your podcasts
Or


George Papadopoulos, ein ehemaliger Berater von US-Präsident Donald Trump, hat der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti ein Interview gegeben. Im Jahr 2016 war Papadopoulos in Trumps erster Präsidentschaftskampagne Mitglied des Teams für Außenpolitik.
Sowohl die USA als auch Russland hätten ein Interesse an der Denuklearisierung und der Nichtverbreitung von Kernwaffen, meint Papadopoulos. Denn sobald Atomwaffen in einem Konflikt eingesetzt würden, sei ein Präzedenzfall geschaffen, fügt er hinzu.
Und weiter:
"Das kann weltweit enormen Schaden anrichten, und ich glaube, weder Präsident Putin noch Präsident Trump wollen das."
"Ich glaube, sowohl Putin als auch Trump sind Friedensstifter", sagt Papadopoulos. "Sie wollen das Beste für ihre Länder, deshalb verstehen sie sich meiner Meinung nach sowohl persönlich als auch hinsichtlich strategischer Themen gut."
Laut dem früheren Trump-Berater liege es im Interesse der gesamten Weltgemeinschaft, dass die Spannungen zwischen Russland und den USA abgebaut werden. Der beste Weg in diese Richtung sei, die Verbreitung von Atomwaffen zu stoppen, führt Papadopoulos aus.
Ende Oktober hatte Donald Trump den sofortigen Beginn neuer Atomwaffentests angekündigt. Der US-Präsident begründete die Maßnahme in einem Post auf der Plattform Truth Social mit den Testprogrammen anderer Länder. Er habe das Kriegsministerium angewiesen, Tests "auf gleicher Basis" durchzuführen.
Russland wisse, dass manche Länder Atomtests planen, erklärte Putin bei der jährlichen Tagung des Waldai-Diskussionsklubs Anfang Oktober. "Und wenn sie stattfinden, werden wir genauso handeln", stellte der russische Staatschef damals klar.
Mehr zum Thema - Putin umreißt Prinzipien einer polyzentrischen Welt
Bei einem Angriff in Syrien sind nach Angaben des Pentagons zwei US-Soldaten und ein US-Dolmetscher getötet worden, drei weitere Personen wurden verletzt. Der tödliche Angriff erfolgte laut einem Pentagonsprecher in der Stadt Palmyra. Die Soldaten hätten die Aufgabe, laufende Operationen gegen den IS in der Region zu unterstützen.
Der Angriff erfolgte kaum einen Monat, nachdem Syrien bekannt gegeben hatte, dass es ein politisches Kooperationsabkommen mit der von den USA geführten Koalition gegen den Islamischen Staat unterzeichnet habe, was mit dem Besuch des syrischen Machthabers Ahmed al-Scharaa im Weißen Haus zusammenfiel.
Ein hochrangiger US-Beamter sagte, erste Einschätzungen deuteten darauf hin, dass der Islamische Staat wahrscheinlich für den Angriff verantwortlich sei, obwohl die militante Gruppe nicht sofort die Verantwortung dafür übernommen habe.
Wie drei lokale Beamte gegenüber Reuters angaben, war der Angreifer Mitglied der syrischen Sicherheitskräfte. Ein Sprecher des syrischen Innenministeriums erklärte einem staatlichen Fernsehsender zufolge, der Mann habe keine Führungsrolle innerhalb der Sicherheitskräfte innegehabt.
"Am 10. Dezember wurde eine Bewertung veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass dieser Angreifer möglicherweise extremistische Ansichten vertritt", sagte der Sprecher Noureddine el-Baba dem syrischen Fernsehsender Al-Ikhbariya.
US-Präsident Donald Trump kündigte "Vergeltung" an. "Dies ist ein Angriff des IS", behauptete Trump vor Journalisten im Weißen Haus. Er sprach den Angehörigen der drei getöteten Amerikaner sein Beileid aus und fügte hinzu, dass es den drei weiteren Verletzten "ziemlich gutzugehen scheint."
Kriegsminister Pete Hegseth schrieb auf X, der Angreifer sei von verbündeten Streitkräften getötet worden. Und er fügte hinzu:
"Seien Sie gewiss: Wenn Sie Amerikaner angreifen – egal wo auf der Welt –, werden Sie den Rest Ihres kurzen, angstvollen Lebens in dem Wissen verbringen, dass die Vereinigten Staaten Sie jagen, finden und gnadenlos töten werden."
Mehr zum Thema - Vom Pragmatismus zum Zynismus in der Politik ist es nur ein Schritt – die USA haben ihn gemacht
Von Olga Samofalowa
Die EU-Handelskammer hat China vorgeworfen, den Kurs des Yuan gegenüber dem Euro künstlich niedrig zu halten. In diesem Jahr hat er gegenüber dem Euro um 7,5 Prozent an Wert verloren, und der reale effektive Kurs des Yuan-Währungskorbs ist gegenüber dem Höchststand im März 2022 während der COVID-19-Pandemie um 18 Prozent gesunken.
Der unterbewertete Yuan-Kurs sei faktisch eine Subvention für chinesische Exporte, erklärte der Präsident der EU-Handelskammer, Jens Eskelund. Seiner Meinung nach wäre es für Handelspartner unter diesem Gesichtspunkt einfacher, Gegenmaßnahmen in Form von Antidumping-Untersuchungen und der Einführung von Zöllen zu ergreifen.
Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) konnte sich der Diskussion über den Yuan nicht entziehen. Dort ist man ebenfalls der Meinung, dass die Ursache für das Handelsungleichgewicht und das Wachstum der chinesischen Exporte in der realen Abwertung des Yuan liege. Die Chefin des IWF, Kristalina Georgiewa, wies darauf hin, dass China als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt sein Wirtschaftswachstum nicht ausschließlich durch Exporte sichern sollte, da dies die globalen Handelskonflikte weiter verschärfe.
Auch Donald Trump missfällt der unterbewertete Wechselkurs des Yuan, was verständlich ist: Der US-Präsident führt Zölle auf chinesische Waren ein, während China durch den Wechselkurs seiner Währung den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit seiner Waren kompensiert und im Gegenteil seine Exporte steigert. Trump hat Peking auch wiederholt dafür kritisiert, dass es seine verarbeitende Industrie aktiv ausbaut. Denn die USA würden diesen Sektor gern selbst ausbauen, aber Peking steht ihnen dabei im Weg.
Politiker auf höchster Ebene weisen ausdrücklich darauf hin, dass es China nicht schaden würde, seine Währung zu stärken, und westliche Ökonomen sprechen offen und ohne diplomatische Umschweife darüber.
Unterdessen überrascht die Kritik am Yuan-Kurs. Julia Handoshko, CEO des europäischen Brokers Mind Money, erklärt:
"Der Yuan-Kurs wird gezielt gesteuert, und es wird ein Korridor geschaffen, den die Währung nicht verlassen darf. Das ist keine Verschwörungstheorie. Es ist die offizielle Politik der Volksbank von China – die Steuerung des Yuan-Kurses.
Daher ist es ziemlich seltsam, im Jahr 2025 zu konstatieren, dass der Yuan künstlich unterbewertet ist. Die Volksrepublik China sagt ganz offen, dass sie dies tut, das ist eine Eigenschaft ihres Systems."
Europa und die USA beschweren sich, dass China ihre Märkte mit seinen Waren "überflutet" habe, und aus Sicht des Standard-Wirtschaftsmodells müsste Peking tatsächlich einen erheblichen Handelsüberschuss aufweisen. Formal gesehen sei diese Logik richtig, aber dabei ignoriere die westliche Kritik zwei große Gruppen von Faktoren, bemerkt Handoshko. Sie führt diesbezüglich aus:
"Der erste Faktor ist das völlige Scheitern der europäischen Industriepolitik. Das heißt, Probleme mit den Energiepreisen und die stattfindende Deindustrialisierung. Jeder nicht verkaufte Volkswagen ist faktisch ein verkauftes chinesisches Automobil. Und wenn man den russischen Markt betrachtet, dann hat China ihn nicht so sehr dank seiner Beharrlichkeit erobert, sondern vielmehr dank der Tatsache, dass die Europäer selbst gegangen sind und einen wesentlichen Teil des Marktes unbesetzt gelassen haben. Daher ist es seltsam, sich über den Erfolg Chinas dort zu empören, wo man selbst Platz gemacht hat.
Der zweite Faktor, den man im Westen lieber nicht wahrnehmen möchte, besteht darin, dass China trotz aller Erfolge seiner Expansion im Ausland innerhalb des Landes mit ziemlich ernsten internen Problemen zu kämpfen hat. Die Krise im Immobiliensektor hat tiefe Spuren hinterlassen. Die Haushalte sind vorsichtiger geworden, sparen jetzt mehr und konsumieren weniger. Die Binnennachfrage ist schwach, und die Importe wachsen kaum noch. Das heißt, trotz starker Exporte erlebt China gleichzeitig eine Abkühlung der Binnenkonjunktur. Das erhöht automatisch den Handelsüberschuss, bedeutet aber nicht, dass die Wirtschaft in idealer Verfassung ist."
Alles läuft darauf hinaus, dass es für Chinas Handelsüberschuss gegenüber der EU viele Gründe gibt und nicht nur den günstigen Yuan, wie die USA und die EU glauben machen wollen.
So spiele laut Natalja Miltschakowa, leitende Analystin bei Freedom Finance Global, der Rückgang des Handelsvolumens zwischen China und den USA aufgrund der von Trump verhängten Zölle und die Umleitung der chinesischen Exporte auf die Märkte Europas eine wichtige Rolle. Der Warenumsatz sei von Januar bis November 2025 um 18 Prozent zurückgegangen, was hauptsächlich auf den Rückgang der chinesischen Exporte in die USA zurückzuführen sei.
Darüber hinaus verlören die Europäer bei einer Reihe von Warengattungen selbst gegenüber Peking. Miltschakowa meint:
"China dominiert die Märkte für bestimmte Rohstoffe, Materialien und Waren, vor allem die Märkte für Solarmodule, Seltenerdmetalle und einige seltene Metalle (zum Beispiel Lithium) sowie Elektroautos. Hinzu kommt der hohe Anteil Chinas am weltweiten Smartphone-Markt, auf dem europäische Produkte überhaupt nicht wettbewerbsfähig sind."
Warum also verbreitet sich in westlichen Ländern die Verschwörungstheorie über China und den Yuan? Die Expertin erinnert daran, dass die in den G7-Ländern populäre Verschwörungstheorie einer "böswilligen" Abwertung des Yuan durch China seit Beginn des 21. Jahrhunderts verbreitet wird, nachdem China offiziell erklärt hatte, dass es den Kurs des "internen" und erst recht des "externen" Yuan nicht mehr an den US-Dollar koppeln werde. Miltschakowa betont:
"Das heißt, der Westen ist im Grunde genommen empört darüber, dass China weniger abhängig von den USA und dem Westen insgesamt geworden ist. Das bedeutet, dass Europa dem Reich der Mitte nun nicht mehr seine Bedingungen diktieren kann, sondern es als gleichberechtigten Partner berücksichtigen und mit ihm auf Augenhöhe verhandeln muss, und nicht wie mit einer ehemaligen Kolonie eines kleinen europäischen Staates, der vor nicht allzu langer Zeit aus der EU ausgetreten ist."
In Europa sei man sehr besorgt darüber, dass die Chinesen bereits alles aufgekauft haben. Tatsächlich besäßen chinesische Unternehmen oft nicht nur Minderheits-, sondern sogar Mehrheitsanteile an europäischen Unternehmen. Insbesondere hielten chinesische Geschäftsleute große Aktienpakete an den europäischen Unternehmen Volvo und Volkswagen. Die Chinesen seien Eigentümer von Energieunternehmen, Herstellern von Düngemitteln, Chemiefasern, Zellulose und Lackprodukten in europäischen Ländern, darunter auch in der Schweiz und Großbritannien, die nicht zur EU gehören, bemerkt die Analystin.
In den letzten 20 Jahren (von 2005 bis 2024) hat China 1,5 Billionen US-Dollar in den Erwerb bestehender Unternehmen in Europa und eine weitere Billion US-Dollar in die Gründung von Unternehmen "von Grund auf" in Europa investiert (laut Angaben des American Enterprise Institute). Chinesische Hersteller haben in diesem Jahr bereits einen Anteil von zehn Prozent aller in der Europäischen Union verkauften Autos. Außerdem entfallen mehr als 32 Prozent des Smartphone-Marktes in der EU auf drei chinesische Marken, stellt Miltschakowa fest.
Allerdings hat die EU selbst aktiv dazu beigetragen, dass die Chinesen in ihre Wirtschaft gekommen sind, da sie Geld brauchten, um das zu erhalten, was sie haben. Dass ihre Industrien durch den Verzicht auf preiswerte russische Energieträger untergraben wurden, ist nicht den chinesischen, sondern den europäischen Politikern zuzuschreiben.
Hätte die EU die Möglichkeit, den Euro selbst abzuwerten, um dem europäischen Export wieder zu altem Glanz zu verhelfen, würde sie dies tun. Die Expertin betont:
"Die Europäische Zentralbank selbst kann den Euro jedoch nicht künstlich abwerten, da dies das Ansehen des Euros als Weltreservewährung vollständig zerstören würde.
Die Entwicklungsländer lehnen den Euro ebenso wie den US-Dollar aufgrund seiner politischen 'Toxizität' ab. Sollte der Euro noch dazu einbrechen, werden seinen Platz schnell der US-Dollar, der Yen und der Yuan einnehmen."
Miltschakowas Meinung nach sollte die EU nicht in einem herrischen Ton mit China sprechen, da die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und die größte gemessen am BIP (Kaufkraftparität) sich relativ leicht vom EU-Markt abwenden könnte. Für Europa wäre es dann nicht einfach und ohne eine Rückkehr zum Inflationswachstum sogar unmöglich, die chinesischen Waren zu ersetzen.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 11. Dezember 2025 auf der Website der Zeitung "Wsgljad" erschienen.
Olga Samofalowa ist Wirtschaftsanalystin bei der Zeitung "Wsgljad".
Mehr zum Thema - Teures Gold ist ein Schlag gegen den US-Dollar
Von Pierre Lévy
Die Szene ist nicht alltäglich: Am 2. Dezember wird Federica Mogherini auf Antrag der EU-Staatsanwaltschaft von der belgischen Polizei festgenommen. Wie zwei hohe EU-Beamte wird sie in Gewahrsam genommen und mehrere Stunden lang verhört. Nach dieser Vernehmung wird sie freigelassen, aber wegen "Betrugs bei der Vergabe öffentlicher Aufträge, Korruption, Interessenkonflikt und Verletzung des Berufsgeheimnisses" angeklagt.
Der Fall hat die Brüsseler Blase in Aufruhr versetzt. Die Details wurden von der speziellen Internetseite Euractiv veröffentlicht, die man nicht verdächtigen kann, der europäischen Integration feindlich gegenüberzustehen. Um den Fall und seine möglichen Folgen besser zu verstehen, muss man zunächst einmal daran erinnern, wer Mogherini ist.
Nachdem sie 2014 kurzzeitig italienische Außenministerin gewesen war (in einer Regierung unter Führung des Sozialdemokraten Matteo Renzi), wird sie im November desselben Jahres zur Hohen Vertreterin der EU für Außenpolitik ernannt, wodurch sie gleichzeitig ein Amt als Vizepräsidentin der Kommission übernimmt. Damit wird sie zur "Nummer drei" innerhalb der europäischen Institutionen, eine Position, die sie bis zum Ende ihrer Amtszeit Ende 2019 innehaben wird.
Sie hat kaum Zeit, sich beim Arbeitsamt anzumelden. Denn kurz darauf wird sie zur Direktorin des "Europakollegs" in Brügge ernannt – einer renommierten privatrechtlichen Einrichtung, die jedoch hauptsächlich aus europäischen öffentlichen Mitteln finanziert wird und deren Aufgabe es ist, angehende Brüsseler Spitzenbeamte auszubilden, die "Crème de la Crème" der zukünftigen Eurokraten. Ihre Ernennung sorgte damals für einige Unruhe: In EU-Kreisen wiesen einige diskret auf ihre Unerfahrenheit in diesem Bereich hin und betonten die politische Unterstützung, die sie damals genoss – insbesondere von Herman Van Rompuy, einem ehemaligen Präsidenten des Europäischen Rates.
Gerade in ihrer Funktion als Rektorin des Europakollegs in Brügge erregte Mogherini die Aufmerksamkeit der Justizbehörden – woraufhin sie am 4. Dezember hastig zurücktrat. Natürlich gilt für sie die Unschuldsvermutung. Aber das, was man ihr vorwirft, scheint kaum bestreitbar zu sein. Es beginnt kurz nach der Ernennung ihres Nachfolgers an der Spitze der europäischen Diplomatie im Dezember 2019, des Spaniers Josep Borrell (der ebenfalls sozialistischer Außenminister seines Landes gewesen war).
Dieser kündigt die Schaffung einer hochrangigen Einrichtung zur Ausbildung künftiger EU-Diplomaten an, die den Namen "Diplomatische Akademie der Europäischen Union" erhält. Der Europäische Auswärtige Dienst (EAD), den Borrell zu dieser Zeit leitet, leitet daraufhin eine Ausschreibung ein, um einen Dienstleister für diese Ausbildung zu finden (wobei es zu einer gewissen Verwirrung zwischen öffentlich und privat kommt). Der glückliche Gewinner ist kein Geringerer als das Europakolleg. Aber alles deutet darauf hin, dass diese Wahl von vornherein abgekartet war: Die von Mogherini geleitete Institution hatte offensichtlich im Voraus Kenntnis von den Anforderungen, was ihr einen klaren Vorteil gegenüber ihren Konkurrenten verschaffte.
Tatsächlich scheint es, dass die genannten Anforderungen sogar diskret von beiden Seiten gemeinsam ausgearbeitet wurden. Ein bedeutender Hinweis unter vielen: Das Kolleg war die einzige Organisation, die über die logistischen Voraussetzungen verfügte, um die zukünftigen Praktikanten unterzubringen, eine zwingende Klausel, die in den Spezifikationen festgelegt war. Zufälligerweise hatte die Einrichtung von Brügge kurz vor der Veröffentlichung die gute Idee gehabt, für 3,2 Millionen Euro ein Gebäude zu erwerben, das genau diesen Anforderungen entsprach ...
Ebenso gewährte der EAD dem Kolleg anschließend einen Zuschuss in Höhe von 654.000 Euro für ein "Stipendienprogramm" zur Finanzierung der Unterkunft und der Ausgaben der Praktikanten – und dies ohne Ausschreibung.
Dennoch gab es durchaus Konkurrenten des Europakollegs: die IE Business School in Madrid sowie ein Konsortium aus dem Europäischen Hochschulinstitut in Florenz und dem Europäischen Institut für öffentliche Verwaltung in Maastricht.
Es muss wohl nicht extra erwähnt werden, dass es zwischen all diesen Organisationen keine ideologischen Unterschiede gibt: Sie alle befürworten eine verstärkte europäische Integration. Die vorgebrachten Vorwürfe beruhen also lediglich auf einer Rivalität zwischen Gruppen und Clans – was Insider als "Vetternwirtschaft" bezeichnen.
Sie kommen zudem in einem Kontext zum Vorschein, in dem die aktuellen Beziehungen zwischen der Europäischen Kommission unter der autoritären Ursula von der Leyen und dem EAD, der seit einem Jahr von der Estin Kaja Kallas geleitet wird, bekanntermaßen miserabel sind.
Und in dem Kallas, eine bekennende Russophobe, davon träumt, die eingefrorenen russischen Vermögenswerte zu beschlagnahmen, um Kiew zu finanzieren – eine Hypothese, die die belgische Regierung ablehnt (aus Angst, an vorderster Front von möglichen finanziellen Konsequenzen betroffen zu sein), was vielleicht den Eifer der Polizei dieses Landes erklärt, die Anträge der Europäischen Staatsanwaltschaft gegen die ehemalige Chefin des EAD sowie gegen ihren damaligen Generalsekretär Stefano Sannino zu bearbeiten ...
Muss man sich also über Korruptionsfälle in einem solchen Haifischbecken aufregen? Alles in allem gibt es kaum ein Land oder einen Kontinent, in dem Korruption nicht weit verbreitet ist; in dieser Hinsicht hat die EU keineswegs das Monopol.
Allerdings weist sie eine Besonderheit auf, die sie von anderen unterscheidet: Sie zeichnet sich regelmäßig durch moralische Belehrungen aus, die sie an die ganze Welt richtet ... Diese Lektionen nehmen die Form von Aufforderungen an, die an den Globalen Süden gerichtet sind; von Bedingungen, die an Länder gestellt werden, die der EU beitreten wollen (einschließlich der Ukraine, die in diesem Bereich tatsächlich olympische Rekorde bricht); und von Sanktionen gegen EU-Mitgliedstaaten wie Ungarn. Der Regierungschef dieses Landes, Viktor Orbán, hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, die Heuchelei Brüssels anzuprangern, die unter diesen Umständen deutlich zutage tritt...
Denn die Gründung der Diplomatischen Akademie war nicht nur eine Initiative von Borrell. Sie wurde im Mai 2024 vom Europäischen Rat der EU mit Begeisterung bestätigt, laut dessen Aussage mit dem Ziel, "bewährte Verfahren im Zusammenhang mit der Durchführung der EU-Diplomatie zu verbreiten". Ein Satz, der im Nachhinein humorvoll wirkt ... Mogherinis Mitangeklagter Sannino lobte seinerseits die "Werte, Grundsätze und Partnerschaften", die das Gerüst der Ausbildung am Kolleg von Brügge bilden sollten.
Und genau vor dieser heute auf der Anklagebank sitzenden Institution hatte Borrell seine berühmt gewordene Analyse vorgetragen, wonach im Gegensatz zur EU "der Rest der Welt nicht gerade ein Garten ist; der größte Teil der übrigen Welt ist ein Dschungel, und der Dschungel könnte den Garten überwuchern".
Das war auf der ersten Sitzung der Diplomatischen Akademie im Jahr 2022. Mogherini stand ihm in nichts nach. Sie rechtfertigte die Ausbildung von "Tausenden" zukünftiger Diplomaten mit den Worten: "Stellen Sie sich vor, der gesamte Europäische Auswärtige Dienst würde für 24 Stunden aus der Welt verschwinden; die meisten Orte auf der Welt würden wahrscheinlich vor Ablauf der 24 Stunden zusammenbrechen."
Leider fallen grenzenlose Arroganz und Anmaßung im Gegensatz zu Korruption nicht unter das Gesetz. Sonst hätten die Brüsseler Eliten Grund zur Sorge ...
Mehr zum Thema – Die Europäische Union muss zerschlagen werden
Da anscheinend Bewegung in die Gespräche zwischen Washington und Moskau gekommen ist, die eine mögliche Beilegung des Konflikts in der Ukraine in Aussicht stellen, sind westliche Fluggesellschaften inzwischen dabei, ihre Rückkehr in die Ukraine zu planen. Presseberichten zufolge sollen die westlichen Billigflieger geradezu von einem Boom ausgehen, falls es zu einem Frieden kommt. Ihr Kalkül: Sehr bald gäbe es eine Welle ukrainischer Rückkehrer aus dem Westen, außerdem rechnen sie mit einer Art von massenhaftem "Katastrophentourismus" in das Land am Dnjepr.
Ungarischer Anbieter an prominenter Stelle
Wie die Deutschen Wirtschaftsnachrichten (DWN) nun unter Berufung auf Meldungen des estnischen Wirtschaftsportals Äripäev und einen Artikel der Financial Times (FT) von Anfang Dezember berichten, entwickeln die bekannten Namen der westlichen Billigfluganbieter konkrete Pläne für die Markterschließung. Beispielsweise wolle die ungarische Billigfluglinie Wizz Air innerhalb von zwei Jahren, nachdem ein Friedensabkommen unterzeichnet worden sei, mit 15 Flugzeugen den ukrainischen Markt bedienen. Es werde sogar an eine Steigerung auf bis zu 50 Flugzeuge innerhalb von sieben Jahren gedacht. So gestand József Váradi, der Geschäftsführer von Wizz Air, der FT ein, dass die "Wiedereröffnung" des ukrainischen Marktes "eine bedeutende Chance" für sein Unternehmen böte. Nicht nur durch die Rückkehrer und im Zusammenhang mit den Wiederaufbauarbeiten sei mit einem Aufschwung des Luftverkehrs zu rechnen, sondern auch durch die bereits genannten "Katastrophentouristen". Váradi zog als Vergleich die Öffnung der Berliner Mauer heran, die ebenfalls für einen anhaltenden Strom von Touristen gesorgt habe. Vor dem Beginn der russischen Sonderoperation habe Wizz Air beispielsweise im Jahr 2021 rund 5.000 Flüge in die Ukraine durchgeführt. Nach der russischen Aeroflot und dem ukrainischen Charterflieger Windrose sei die ungarische Fluggesellschaft der drittgrößte Anbieter von Flügen in der Ukraine gewesen.
Das britische Wirtschaftsblatt rechnet außerdem anhand von Daten des Luftfahrt-Consulting-Unternehmens Cirium vor: Bis zum Einschnitt durch die Corona-Maßnahmen machte die Ukraine einen Markt von rund 15 Millionen Flugpassagieren aus (2019); im Jahr 2021 seien es immerhin noch etwa 10,8 Millionen Fluggäste gewesen.
Billiglinien aus Westeuropa
Dieses Marktpotenzial wollen sich auch die irische Ryanair und die britische EasyJet wieder erschließen. Dem FT-Bericht zufolge waren bereits Ryanair-Manager in der Ukraine, um die Lage vor Ort zu begutachten. Wie die Ungarn, können auch die irischen Billiganbieter auf eine Präsenz vor den Kampfhandlungen in der Ukrainer zurückblicken, als sie Kiew, Lwow und Odessa bedient haben und jährlich anderthalb Millionen Fluggäste in und aus der Ukraine beförderten. Nun planen die Iren, diese Zahl auf vier Millionen Passagiere mehr als zu verdoppeln – sollte es zu einer Friedensregelung kommen. Innerhalb von zwei Wochen könne man Flugtickets anbieten, so Ryanair-Geschäftsführer Eddie Wilson gegenüber der FT. Die einzige Frage sei, wann Flüge sicher durchgeführt werden könnten.
Im Unterschied zu Konkurrenzanbieter könne Ryanair seinen Ukraine-Dienst von 95 Flughäfen, an denen die Airline in Europa präsent ist, aufnehmen, ohne dass es deshalb zu Unterbrechungen bei den übrigen Verbindungen des Anbieters kommen würde. Nicht nur von den irischen Heimatflughäfen wie Dublin, Cork und Shannon oder den britischen Airports, sondern aus ganz Europa werde seine Gesellschaft Verbindungen in die Ukraine anbieten könne. Wilson gibt sich überzeugt:
"Es wäre überhaupt kein Problem, dorthin vier Millionen Passagiere zu befördern."
Auch der britische Wettbewerber EasyJet hat seine Fühler in Richtung Ukraine ausgestreckt. Der Geschäftsführer des Transportunternehmens Kenton Jarvis schwärmt gegenüber der FT von "Europas größtem Bauprojekt", zu dem die Ukraine nach einem Friedensschluss werden könne. Allerdings ist für EasyJet die Ukraine noch Neuland, gleichwohl sagt Jarvis: "Es ist derzeit ein fehlendes Stück Europa."
Allerdings muss der EasyJet-Manager einräumen:
"Operativ kann die Flugsicherung recht schnell aufgenommen werden. Es kommt auf den Zustand der Flughäfen sowie der Start- und Landebahnen an und darauf, dass die Terminals und Start- und Landebahnen den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen."
Und im Unterschied zur ungarischen Wizz Air und der irischen Ryanair plant EasyJet zumindest auf kürzere Sicht keine eigenen Flugzeuge in der Ukraine zu stationieren.
Marktaufteilung noch vor Waffenstillstand oder Friedensschluss
Doch die Expansionspläne der europäischen Billigflieger in der Ukraine werden zu einem Zeitpunkt entwickelt, an dem noch nicht feststeht, ob und wann die Kampfhandlungen in der Ukraine beendet sein werden. Auch die EU-Behörde für Flugsicherung bremst die Pläne der Fluggesellschaften aus. Eurocontrol rät nach wie vor davon ab, den ukrainischen Luftraum zu überfliegen oder in diesem Land zu landen:
"Der Luftraum und kritische Infrastrukturen, darunter Flughäfen, sind militärischen Aktivitäten ausgesetzt, die Sicherheitsrisiken für zivile Flugzeuge mit sich bringen. Insbesondere besteht die Gefahr, dass zivile Flugzeuge sowohl absichtlich angegriffen als auch falsch identifiziert werden", so die Warnung der EU-Flugsicherung.
Angeblich habe nur eine einzige Fluggesellschaft – und zwar der russische Billiganbieter Smartavia – in den vergangenen beiden Jahren Flüge in das Land angeboten, wie Daten von Cirium zeigen sollen.
Mehr zum Thema – "Neuer Kalter Krieg" – Trump macht Europa als Gegner aus
Von Maria Marikjan
"Immer schwieriger, durchzukommen"
Am frühen Morgen beladen Volontäre der Stiftung "Byt Dobru" (Gutes kommt) das Auto von Andrei Lyssenko mit humanitärer Hilfe. Sie erklären:
"Gries, Konserven, Wurst, Süßigkeiten … Kurz, Lebensmittel des täglichen Bedarfs sammeln wir im Voraus. Und ganz unbedingt – Wasser."
Lyssenko liest die Berichte über Angriffe entlang der Route zu einer der Siedlungen am Frontabschnitt Krasnoarmeisk durch und gibt das Kommando:
"Bisher ist es ruhig, also läuft alles nach Plan. Los!"
Ein langer Weg steht bevor – je näher der Zielort ist, desto schlechter sind die Straßen. Lyssenko manövriert geschickt zwischen den Schlaglöchern. Eine doppelläufige Schrotflinte liegt griffbereit. Er sagt:
"Zuvor habe ich ein Leschi-Luftgewehr mitgenommen, bis ich einen Waffenschein erhalten habe. Heutzutage sind Drohnen das größte Problem. Eine Jagdschrotflinte verschießt eine Schrapnell-Wolke, die Angriffsfläche ist größer. Daher ist die Flinte effektiver. Sie hat mich schon oft gerettet."
Daneben sind ein Drohnendetektor und ein Abfangsystem für Videosignale angebracht. Sobald eine Drohne heranfliegt, zeigt der Bildschirm, auf welchem Kurs sie fliegt. Doch all das ist kein Allheilmittel – kommt eine Drohne in Sichtweite, halten die Volontäre an, verlassen das Auto und suchen nach Deckung. Lyssenko berichtet:
"Es gab so Einiges. Einmal brachten wir Hilfe nach Gorlowka, und uns verfolgte eine Drohne. Wir bogen in einen Wald ab und liefen zu den Häusern. Mir gelang es, sie zu treffen – sie explodierte in der Luft. Wir konnten uns gerade noch verteidigen. Einmal schoss ich daneben – die Drohne traf das Auto zehn Meter von mir entfernt. Was den Abschnitt angeht, wo wir arbeiten, ist die Drohnenaktivität hier unterschiedlich. Manchmal ist es schwieriger, in Siedlungen und Städte durchzubrechen, in denen wir bereits waren. Unsere Verteidiger rücken vor, also kommt der Widerstand vom Himmel. Und wir halten die Augen offen."
Wir fahren an einem bis auf die Grundmauern zerstörten Dorf vorbei. Am Straßenrand stehen verbrannte Autowracks, keine Menschenseele ist zu sehen. Neben einem Keller sehen wir Hunde und Katzen. Wir halten an und rufen, ob jemand da ist. Aus der Deckung kommt eine ältere Frau und grüßt uns mit einem Handzeichen – wir sind an der richtigen Adresse. Wir laden die Kisten schnell ab. Antonina Iwanowna und Natalja Nikolajewna laden die seltenen Gäste in ihre Notunterkunft ein.
"Hier ist unser Haus"
Natalja Nikolajewna sagt:
"Mäuse, Ratten … Natürlich gibt es keine Hygiene. Man hat uns eine Evakuierung vorgeschlagen, doch ich mache hier keinen Schritt weg."
Natalja Nikolajewna lebt hier seit über 30 Jahren. Von ihrem Haus ist nach dem Beschuss nichts übrig, sie wohnt seit eineinhalb Jahren in einem Keller. Einst arbeitete sie als Melkerin auf einer Farm, nach einer Umschulung fand sie eine Stelle als Krankenschwester. Fertigkeiten der Ersten Hilfe erwiesen sich jetzt als sehr nützlich.
Antonina Iwanowna erinnert sich unter Tränen:
"An unserem Keller kamen drei Jungs vorbei, alle drei mit gebrochenen Armen. Natascha stoppte sofort die Blutung. Wir kümmerten uns um sie zwei Tage lang. Sobald sie zu sich kamen, kam ihr Appetit wieder. Sie löffelten mit solchem Vergnügen an unserem Rassolnik."
Über die Frontlage erfahren die Frauen aus dem Radio. Natalja Nikolajewna fügt hinzu:
"Als wir hörten, was im Gebiet Kursk geschah, blieb uns der Atem stehen. Auch wenn meine Kinder nicht im Grenzgebiet leben, machte ich mir dennoch große Sorgen. Die Ukrainer haben vorgeschlagen, uns in westliche Regionen zu evakuieren. Wir lehnten entschieden ab, besonders nach allem, was wir erlebt hatten."
Natalja Nikolajewna wischt sich die Tränen weg. Auf die Frage, wie sich das ukrainische Militär zu ihnen verhielt, antwortet sie knapp:
"Sie hielten uns in Angst."
Antonina Iwanowna fügt hinzu:
"Hier ist unser Haus, hier sind unsere Eltern begraben. Wohin sollen wir fliehen? Soldaten helfen uns mit Essen und Wasser, teilen ihre Rationen mit uns, wofür wir ihnen sehr dankbar sind. Und insgesamt ist es ruhiger geworden, ab und zu gehen wir hinaus an die frische Luft …"
Wir machen uns für den Rückweg bereit – man sollte sich beeilen, solange das Wetter nicht aufgeheitert ist. Die Rentnerinnen umarmen zum Abschied die Volontäre: "Geht mit Gott!" Auf einen weiteren Vorschlag, sich evakuieren zu lassen, schütteln sie ablehnend den Kopf.
Andrei seufzt:
"Leider ist das kein Einzelfall. Menschen, vor allem ältere, halten sich daran fest, was übrig ist. Manchmal sogar an eine Erinnerung. Natürlich empfangen und verabschieden sie uns mit Umarmungen und Tränen. Sie danken uns dafür, dass wir sie nicht vergessen haben. Dennoch erklären wir: Richtiger wäre es jetzt, zu einem sicheren Ort, in Zeitunterkünfte, wegzufahren und gleichzeitig alle notwendigen Dokumente zu erhalten."
Probleme mit Wasser
Die Liste von Siedlungen, die Andrei besucht hat, ist beträchtlich: Er hilft seit den ersten Tagen des Kriegs im Donbass. Zur Freiwilligenarbeit wurde er unter anderem durch einen tragischen Fall angeregt: Im Jahr 2014 starb in seinen Händen ein kleines Mädchen. Bei einem Beschuss war er in der Nähe und versuchte, sie zu retten.
Zuvor hatte Lyssenko bei der Eisenbahn an einer leitenden Stelle gearbeitet. Er hat auch Erfahrung bei der Wasserversorgung. All das half, ein Team von Freiwilligen zu organisieren und sich auf die Lösung der akutesten Probleme in seiner Heimatstadt zu konzentrieren.
Eines der heikelsten Probleme ist der Wassermangel. Wasser wird unregelmäßig zugeleitet, in vielen Wohnblöcken und Einfamilienhäusern gibt es gar keins. Menschen installieren Wasserspeicher und sammeln technisches Wasser, das in Tankwagen in die Stadt gebracht wird. Vor Kurzem begannen die Bewohner von einem der Stadtbezirke mit Unterstützung von Volontären, Wasser aus einer Quelle zu schöpfen, und bauen sie aus.
Mehrere Wochen lang befasste sich Andrei nach jeder humanitären Fahrt mit der Installation eines Behälters für diese Quelle. Dank Spenden wurde die notwendige Summe gesammelt und ein Wasserversorgungspunkt geöffnet. Der Volontär erklärt:
"Das Bohrloch ist einhundert Meter tief. Es wurde von Spezialisten gebohrt. Ein Fünf-Tonnen-Fass wird innerhalb von zweieinhalb Stunden gefüllt. Abends ist es schon leer."
Der Tank steht in einer geschlossenen Box mit Wärmedichtung und ist vor Kälte geschützt. Im Raum stehen auch zusätzliche Wärmespender und ein Generator. Andrei sagt:
"Es gibt noch andere Ideen zu den Wasserquellen. Man sollte berücksichtigen, dass Wasser am Tag der Zuleitung nicht bei jedem den Wasserhahn erreicht. Bei jenen, die über dem dritten Stock wohnen, ist der Druck nicht hoch genug. Doch wenn der Druck erhöht wird, platzen die Rohre. Wann eine zentralisierte Wasserversorgung beginnt, ist unklar. Von den Donezkern gibt es viele Anträge."
Lyssenko erhält ständig Anrufe und Meldungen am Telefon, selbst wenn er im frontnahen Gebiet ist. Die Arbeit läuft rund um die Uhr. Volontäre aus seinem Team bereiten indessen Pakete für eine weitere Siedlung vor. Sie machen kein Hehl daraus, dass es schwer mit anzusehen ist, unter welchen Bedingungen die Menschen dort leben. Doch sie verstehen, wie sehr ihre Hilfe erwartet wird.
Trotz der hohen Risiken bereiten sie sich auf eine weitere Fahrt vor. Sie verstehen: Selbst wenn die Waffen zum Schweigen kommen, werden die Volontäre nicht weniger Arbeit haben.
Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei RIA Nowosti am 8. Dezember.
Mehr zum Thema – "Jede Fahrt kann zur letzten werden" – wie Volontäre im Gebiet der Sonderoperation arbeiten
Die Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK) hat am Freitag die Angehörigen des 528. Pionierregiments der Koreanischen Volksarmee geehrt. An der feierlichen Zeremonie in der Hauptstadt Pjöngjang nahm auch DVRK-Chef Kim Jong-un teil und begrüßte persönlich die Soldaten, die nach einigen Monaten Minenräumung im russischen Gebiet Kursk heimgekehrt waren. Die Nachrichtenagentur KCNA zitierte das Staatsoberhaupt mit den Worten:
"Ihr habt ein Wunder bewirkt, indem ihr in einem Zeitraum von weniger als drei Monaten eine äußerst gefährliche Zone in eine sichere Zone verwandelt habt."
Kim betonte in seiner Rede, dass die DVRK-Militärpioniere in ihrem Auslandseinsatz den heroischen Mut der DVRK-Streitkräfte und deren besondere Eigenschaften bewiesen hätten. Sie hätten ihre Aufgabe pflichtbewusst erfüllt. Dabei gab der Staatschef bekannt, dass das Regiment im Mai des auslaufenden Jahres gebildet worden sei, "um den wertvollen Sieg zu festigen", der bei der Unterstützung der russischen Streitkräfte im Gebiet Kursk errungen worden sei – darunter auf Kosten der Leben von DVRK-Soldaten. Nach Kims Angaben seien die Militärpioniere im August nach Russland abkommandiert worden.
Dem Pionierregiment wurde am Freitag der Freiheits- und Unabhängigkeitsorden verliehen. Damit ehrte die Führung in Pjöngjang die Tapferkeit und den Heldenmut der Einheit. Neun beim Einsatz im Gebiet Kursk gefallene Militärpioniere wurden posthum mit dem Titel des Helden der DVRK, dem Orden der Nationalen Fahne und dem Orden des Soldatenruhms ausgezeichnet.
Die örtlichen Medien veröffentlichten am Samstag zahlreiche Aufnahmen von der Zeremonie. Auf Fotos ist zu sehen, wie Kim die zurückgekehrten Soldaten umarmte und breit in die Kamera lächelte. Einige Armeeangehörige saßen auf Rollstühlen.
Ceremony of Welcoming Return of KPA Unit of Engineers Held with Splendor pic.twitter.com/rk3UQDMnbx
— KFA-UK (@Korea_Friend_UK) December 13, 2025Am Samstag bestätigte Alexander Chinschtein, der Gouverneur des Gebiets Kursk, die Rückkehr des 528. Pionierregiments der Koreanischen Volksarmee in die DVRK. Die Militärpioniere aus dem asiatischen Land hätten sich seit diesem Herbst besonders aktiv an der Minenräumung beteiligt. Der Politiker gab auf der Plattform Telegram folgende Statistiken bekannt:
"Die Militärpioniere aus der befreundeten Republik machten fast 42.400 Hektar unseres Bodens minenfrei und beseitigten mehr als 1,5 Millionen explosive Gegenstände."
Diese Hilfe sei von unschätzbarem Wert, denn ohne sie sei der Wiederaufbau des Gebiets Kursk nicht denkbar, so Chinschtein. Vor der Rückkehr in die DVRK habe man den "koreanischen Brüdern" Auszeichnungen verliehen. Er habe darüber hinaus dem Verteidigungsministerium in Moskau vorgeschlagen, die besonders fleißigen DVRK-Soldaten mit Medaillen zu ehren. Der Gouverneur fügte hinzu:
"Ich rechne damit, dass wir im Frühling wieder Armeeangehörige aus der DVRK empfangen werden, damit der Wiederaufbau des Gebiets Kursk weitergeht."
Die ukrainischen Streitkräfte waren am 6. August 2024 in das russische Grenzgebiet Kursk vorgestoßen. Dabei besetzten sie mehrere grenznahe Ortschaften. Tausende Zivilisten gerieten in Gefangenschaft. Sie mussten wochenlang ohne Essen und Medikamente auskommen. Mehrere Einwohner wurden getötet oder verletzt. Zahlreiche andere mussten aus ihren Häusern fliehen. Russland warf der Ukraine Kriegsverbrechen vor. Die besetzten Gebiete wurden erst am 26. April 2025 befreit. An den Kämpfen waren Truppen aus der DVRK beteiligt, die Schulter an Schulter mit russischen Armeeangehörigen kämpften. Russlands Präsident Wladimir Putin bedankte sich bei dem asiatischen Nachbarland für die Unterstützung.
Mehr zum Thema - Seoul signalisiert Pjöngjang Annäherungswunsch: Militärübungen mit USA können revidiert werden
Von Astrid Sigena
Er hat es wieder getan. Das Ceterum censeo des NATO-Generalsekretärs Mark Rutte, wer nicht gezwungen sein will, Russisch zu lernen, müsse aufrüsten, ist bereits berüchtigt. Immer wieder droht Rutte damit denjenigen, die sich von der Notwendigkeit einer Militarisierung der europäischen Gesellschaften aufgrund einer vermeintlichen russischen Gefahr noch nicht überzeugt zeigen.
An diesem Donnerstag war es mal wieder so weit, diesmal in Berlin (RT DE berichtete). Den Deutschen drohte Rutte mit dem Verlust ihrer Muttersprache, sollten sie sich nicht der Aufrüstung gegen Russland anschließen:
"Ich weiß, dass auch in Deutschland einige Leute fragen, ob wir das wirklich tun müssen. Ja. Wenn Sie die deutsche Sprache lieben und nicht Russisch sprechen wollen. Das ist entscheidend. Es ist ein sine qua non (eine unerlässliche Voraussetzung), denn sonst wird dieser Typ nicht mit der Ukraine aufhören."
Mit Logik ist dem nicht beizukommen. Etwa mit dem Argument, dass es abwegig ist, einem russischen Präsidenten mit immer noch vorzüglichen Deutschkenntnissen (auch wenn sein letzter Aufenthalt in Deutschland schon etwas zurückliegt) Abschaffungswünsche bezüglich der deutschen Sprache zu unterstellen. Es sind vielmehr die gehässigen Sanktionen und Einreiseerhürden der EU, die verhindern, dass russische Schüler und Studenten, die Deutsch lernen, ihre Sprachkenntnisse in Deutschland vertiefen können.
Selbst wenn man die den Russen durch Rutte irreführend attestierten Expansionswünsche ernst nehmen wollte: Gibt es den Verfechtern dieser Theorie nicht zu denken, dass die Sprachen Finnisch, Estnisch, Lettisch und Litauisch immer noch existieren? Dies trotz (oder gerade wegen?) einer jahrhundertelangen Herrschaft Russlands über ihre Verbreitungsgebiete. Gelegentliche kleinliche Maßnahmen unter zaristischer Herrschaft (wie das Verbot lateinischer Lettern im heutigen Litauen) hatten keine Auswirkung.
Nein, Gefahr droht dem Deutschen von einer ganz anderen Seite, nämlich von innen.
So thematisierte die Oppositionsführerin im Bundestag, Alice Weidel von der AfD, bei der Generaldebatte den hohen Ausländeranteil an deutschen Schulen und sprach von einem "Offenbarungseid". In 275 bayerischen Schulklassen befinde sich kein einziges Kind mehr mit deutscher Muttersprache. Die Migrationskrise bringe ganze Generationen um ihr Recht auf ordentliche Schulbildung (Minute 3:38). Die Deutschen verlören ihre Heimat, so Weidel, die sich dabei auf eine Anfrage des bayerischen Landtagsabgeordneten Markus Walbrunn bezüglich des Anteils an Nichtmuttersprachlern in bayerischen Regelklassen bezog.
Walbrunns Schlussfolgerung angesichts der Zahlen der bayerischen Staatsregierung:
"Wer zu Hause kein Deutsch spricht, wird sich nicht nur selbst schwerer tun, dem Unterricht zu folgen, er gefährdet letztlich auch den Bildungserfolg seiner Klassenkameraden, durch die zusätzliche Aufmerksamkeit, die im seitens der Lehrer gewidmet werden muss."
Diese Zahlen wurden in der Mainstreampresse zwar schöngeredet, sie weisen nichtsdestotrotz auf die Schwierigkeiten hin, die Lehrern beim Vermitteln des Schulstoffes gerade im Deutschunterricht heutzutage begegnen – vor allem, wenn man bedenkt, dass Bayern nicht das Bundesland mit dem höchsten Migrantenanteil ist. In NRW gibt es derzeit einen Vorstoß der schwarz-grünen Regierungsparteien im Landtag, Schulprüfungen nicht mehr allein auf Deutsch abzuhalten – sehr zum Missfallen der NRW-Schulministerin. Hintergrund sind natürlich (wie könnte es anders sein) die mangelhaften Deutschkenntnisse vieler Schüler.
Der Pessimismus, was die Zukunft des deutschen Spracherwerbs betrifft, kommt nicht allein von rechts, wie man meinen könnte. Ende November dieses Jahres veröffentlichte die eher links zu verortende (also tendenziell zuwanderungsoffene) Lehrergewerkschaft GEW einen Brandbrief hessischer Grundschullehrer an das Kultusministerium dieses Bundeslandes. Darin beklagten die Pädagogen die Arbeitsbedingungen an hessischen Grundschulen: Sie seien mittlerweile an ihre Belastungsgrenze gelangt. Neben psychischen und physischen Auffälligkeiten der Schüler, Entwicklungsstörungen (viele können bei der Einschulung noch keinen Stift halten oder sich die Schuhe schnüren), Vernachlässigung durch die Eltern und weiteren belastenden Zeiterscheinungen werden auch die negativen Auswirkungen der Massenmigration thematisiert. Durch die Zuteilung von Kindern mit nichtdeutscher Herkunftssprache in den Regelunterricht sei "ein binnendifferenziertes, methodenreiches, grundschulgemäßes Arbeiten kaum noch möglich".
Wenn schon die GEW Alarm schlägt und – wenn auch etwas verklausuliert – den hohen Ausländeranteil in den Klassen thematisiert, muss die Lage wirklich dramatisch sein!
Nun sollte man nicht schwarzsehen: Die Mehrzahl dieser Kinder wird es im Laufe der Zeit vermutlich noch lernen, sich auf Deutsch zu verständigen. Die Frage ist nur: auf welchem Niveau? Werden sie jemals fähig sein, einen vor einigen Jahrzehnten oder gar im vorletzten Jahrhundert verfassten deutschen Text zu verstehen?
Im Frühjahr diesen Jahres führte das Nationaltheater Mannheim Johann Wolfgang von Goethes "Faust" in einfacher Sprache auf. Man wolle damit "die Tragödie über die Suche nach Erkenntnis möglichst vielen Menschen zugänglich" machen, hieß es als Begründung. Ein hehres Ziel. Allerdings bleibt – wenn man Weltliteratur nur als inhaltliches Kondensat mit gelegentlichen Einsprengseln von Originalzitaten anbietet – dem Publikum der Einblick verschlossen, bis zu welcher Stufe sprachlichen Adels sich das Deutsche emporschwingen kann. Um den wahren Goethe werden die Zuschauer betrogen.
Und das ist kein Einzelfall: Auch Goethes Briefroman "Die Leiden des jungen Werther" wird auf dem Buchmarkt schon in einfacher Sprache angeboten. Wenn Goethe überhaupt noch gelesen wird. Seit dem Schuljahr 2024/25 ist das Hauptwerk des Dichterfürsten keine Pflichtlektüre an bayerischen Gymnasien mehr.
Es wäre ungerecht, den Einbruch der sprachlichen Fähigkeiten bei an deutschen Schulen unterrichten Schülern allein den Ausländerkindern anzulasten. Das sprachliche Niveau scheint auch bei einheimischen, "biodeutschen" Schülern nachzulassen. Einigen unter ihnen fällt sogar in der gymnasialen Oberstufe die Bildung eines logischen Satzzusammenhangs mithilfe von Nebensätzen schwer. Der übermäßige Konsum von Fernsehen und Videospielen tut ihrer sprachlichen Ausdrucksfähigkeit der jungen Generation womöglich nicht gerade gut.
Wie dem auch sei, fest steht, dass sich die Deutschkenntnisse von Neuntklässlern an deutschen Schulen einer IQB-Studie von 2022 zufolge in besorgniserregender Weise verschlechtert haben, während dies bei den Englischkenntnissen nicht der Fall ist. Damals verfehlte jeder dritte Schüler die Mindeststandards in den Kompetenzen Lesen und Zuhören. Dies dürfte sich bis heute, wo die betreffenden Schüler sich in der Oberstufe oder in der Berufsausbildung befinden, nicht geändert haben. Es geht nicht einmal darum, hypotaktische Sätze im Stil des dafür berühmten Thomas Mann selbst bilden zu können – wünschenswert wäre wenigstens, dass die Hypotaxe des Literaturnobelpreisträgers, der in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag sowie seinen 70. Todestag hatte, im deutschen Original auch in der nächsten Generation Deutscher noch verstanden werden.
Die Liste der Bereiche, in denen Deutsch auf dem Rückzug ist, ließe sich fortsetzen. So soll es in Berlin vermehrt nur noch englischsprachige Kellner geben. Und Deutsch als Wissenschaftssprache ist schon länger auf dem Rückzug. Die Ludwigs-Maximilian-Universität in München bietet in diesem Wintersemester 52 englischsprachige Studiengänge an. Auch die universitäre Neugründung in Bayern, die Technische Universität in Nürnberg, führt als "University of Technology Nuremberg" (UTN) den Vorrang des Englischen gleich im Namen. Auch hier sieht die AfD Anlass zur Sorge: Der bayerische Landtagsabgeordnete Benjamin Nolte erkennt Tendenzen zu einer Marginalisierung des Deutschen als Wissenschaftssprache im eigenen Land. Insbesondere in Bayern fänden Forschung und Lehre oft nur noch auf Englisch statt. Dies führe zu einer Verarmung der Wissenschaftskultur und zu einer Benachteiligung deutscher Forscher.
Vorreiter ist übrigens die Politik. Immer wieder gibt es Forderungen von Politikern der Altparteien, das Englische als zweite Verwaltungssprache einzuführen. Zuletzt tat dies die FDP in ihrem Bundestagswahlprogramm 2025. Und im einst zwischen Deutschland und Frankreich heiß umkämpften Saarland soll das Französische einem Strategiepapier von 2014 zufolge zur Verkehrssprache neben dem Deutschen werden – mit Zweisprachigkeit in Verwaltung und Schulen. Zuletzt wagte im September der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen von der CDU ein Plädoyer für Englisch als zweite Amtssprache.
Gefahr droht dem Deutschen also eher von den eigenen Politikern. Aus Russland jedenfalls nicht.
Eine Gelegenheit zur Förderung der deutschen Sprache hat der Niederländer Rutte schon mal ausgelassen: Bei seinen Stellungnahmen und Diskussionsbeiträgen im Rahmen seines Berlin-Besuches bediente er sich des Englischen, nicht des Deutschen (wenn man von Floskeln wie "lieber Friedrich" gegenüber dem deutschen Bundeskanzler während der Pressekonferenz absieht). Dabei beherrscht der ehemalige niederländische Ministerpräsident auch die Sprache seines Nachbarlandes, wie ein Grußwort in flüssigem Deutsch zum FDP-Parteitag 2011 beweist. Sollte Rutte in der Zwischenzeit seine Deutschkenntnisse verloren haben, wäre es an der Zeit, sie aufzufrischen. Die Verteidigung der deutschen Sprache fängt bei ihm selbst an.
Mehr zum Thema – Rutte stimmt Europäer auf "Krieg, wie ihn unsere Großeltern und Urgroßeltern erlebt haben" ein
Am Samstag haben die EU-Staaten unbefristetes Einfrieren russischer Vermögenswerte beschlossen. Damit werde sichergestellt, dass bis zu 210 Milliarden Euro an russischen Geldern in der EU verbleiben, es sei denn, Russland zahle der Ukraine die volle Entschädigung für den verursachten Schaden, teilte die Vizepräsidentin der EU-Kommission Kaja Kallas mit.
Aleksandar Vulin, der ehemalige Vizeministerpräsident Serbiens und Gründer der Sozialistischen Bewegung, kritisiert die Entscheidung Brüssels scharf. Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti zitiert den Politiker in dem Zusammenhang wie folgt:
"Die Entscheidung der EU, russische Vermögenswerte einzufrieren, ist eine Rückkehr zu den gemeinsamen Grundwerten Europas, das seinen Reichtum auf der Plünderung von Kolonien aufgebaut hat. Die Beschlagnahme russischen Staatsvermögens ist lediglich eine erwartbare Fortsetzung der Tradition, auf der Europa gegründet worden war."
Russland werde diesen Raub überstehen, betont Vulin weiter. Aber die EU in ihrer jetzigen Form werde die Entstehung einer multipolaren Welt nicht überleben können.
Es gebe eine für russische und serbische Geschäftsleute sowie die politische und kulturelle Elite typische Fehleinschätzung, meint Vulin. Der Westen sei demnach ein System von Rechtsstaaten, in denen Eigentum und Meinungsfreiheit unantastbar seien. Er hoffe nun, dass sich dieser Irrglaube in Luft auflösen werde.
"Europa kann nur diejenigen ausrauben, die ihm vertrauen. Die Wahl liegt bei uns."
Nach dem Beginn der militärischen Spezialoperation in der Ukraine haben die EU und die G7-Staaten die Gold- und Devisenreserven Russlands im Wert von rund 300 Milliarden Euro eingefroren. Seitdem diskutieren die westlichen Länder über mögliche Wege, das russische Staatsvermögen zu beschlagnahmen.
Sowohl das Einfrieren russischer Vermögenswerte als auch alle damit verbundenen Handlungen seien absolut rechtswidrig, erklärten mehrfach die Spitzenpolitiker in Moskau. "Dies sollte von der Weltgemeinschaft als das wirtschaftliche Banditentum des kollektiven Westens betrachtet werden, der seine neokolonialen Instinkte nicht überwinden will", betonte Russlands Außenministerium.
Mehr zum Thema ‒ Orbán warnt: EU plant "irreparablen Schaden" mit russischen Vermögenswerten
Nachdem die Verteidigung des Gegners zusammengebrochen ist, rücken die Russen auch in Gulaypolye weiter vor.
Die Entwicklungen in Gulaypolye und Mirnograd gelten aktuell als besonders entscheidend. Beide Orte sind strategische Verkehrsknotenpunkte: Mirnograd öffnet den Zugang zu weiteren urbanen Räumen im Donbass, während Gulaypolye als Schlüsselposition gilt, um die ukrainische Verteidigungslinie an dem Frontabschnitt aufzubrechen.
Mehr zum Thema – Kiew experimentiert mit KI-Nationalismus
From the publisher's feed