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Die USA haben in den letzten Wochen Luftangriffe geprobt, die sie in Venezuela durchführen wollen, berichtete das Wall Street Journal (WSJ) am Samstag unter Berufung auf einen Verteidigungsbeamten und nach Auswertungen von Flugverfolgungsdaten. US-Präsident Donald Trump hat erneut die venezolanische Regierung beschuldigt, "narkoterroristische" Kartelle zu betreiben, und am Samstag angekündigt, dass der Luftraum des Landes für "alle Fluggesellschaften, Piloten, Drogenhändler und Menschenhändler" gesperrt werde.
Laut Artikel des WSJ erklärte Trump Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro in einem geheimen Telefonat letzte Woche, er werde seine Absetzung in Betracht ziehen, sollte dieser nicht zeitnah zurücktreten (Bezahlschranke). So hätte Trumps Social-Media-Beitrag auf ein Telefongespräch zwischen Trump und dem venezolanischen Präsidenten in der vergangenen Woche hingewiesen, wie aus Kreisen bekannt wurde, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Das Weiße Haus lehnte nach WSJ-Anfrage eine Stellungnahme ab.
Vor zwei Tagen deutete Trump zudem an, dass Landangriffe gegen Venezuela unmittelbar bevorstehen könnten. "Das wird sehr bald beginnen. Wir haben sie gewarnt, sie sollen aufhören, Gift in unser Land zu schicken", erklärte er während seiner Thanksgiving-Rede in seiner Golfanlage Mar-a-Lago. Weiter heißt es wörtlich im Artikel:
"Den Flugverfolgungsdaten und Angaben eines Verteidigungsbeamten zufolge hat die USA in den letzten Wochen mit Kampfflugzeugen und Bombern simulierte Angriffe gegen Venezuela geflogen. Außerdem hat sie ihre Präsenz in der Karibik ausgebaut, um eine Erhöhung des Flugbetriebs zu ermöglichen, falls Trump sich zu weiteren militärischen Maßnahmen entschließen sollte."
Die US-Luftfahrtbehörde FAA verwies laut WSJ Fragen zu Trumps Social-Media-Beitrag vom Samstag "auf eine Mitteilung an Piloten, die sie letzte Woche herausgegeben hatte" und demnach bis Februar 2026 gültig sein soll. Die FAA forderte zudem Piloten auf, "bei Flügen über Venezuela wegen der 'sich verschlechternden Sicherheitslage und verstärkten militärischen Aktivitäten' im Land und in dessen Umgebung Vorsicht walten zu lassen". Internationale Fluggesellschaften strichen nach dieser Empfehlung zunehmend Flüge nach Venezuela.
Die Drohungen erfolgen vor dem Hintergrund einer parallelen Verstärkung der US-Seestreitkräfte in der Karibik, wo auf Befehl von Trump seit September mehr als 20 mutmaßliche Drogenschmugglerschiffe angegriffen und teils durch Drohnenattacken samt den Bootsinsassen zerstört wurden.
Obwohl keine der beiden Seiten bis dato bestätigt hat, dass dieses Telefonat stattgefunden hat, hatte Trump zuvor bestritten, den venezolanischen Präsidenten mit Gewalt stürzen zu wollen. Im August erhöhten die USA die Belohnung für Maduros Festnahme auf 50 Millionen Dollar.
Am Samstag wies das venezolanische Außenministerium die Drohung gegen seine Flugzeuge als "kolonialistische Aggression" zurück, die nach internationalem Recht illegal sei. Maduro hat die Armee in höchste Alarmbereitschaft versetzt und mehrere Übungen durchgeführt, wobei er schwor, jede Invasion abzuwehren.
Die venezolanische Regierung hat Vorwürfe der Unterstützung von Kartellen zurückgewiesen und argumentiert, dass Trump die Bekämpfung des Drogenhandels als Vorwand für einen Regimewechsel nutze.
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"Pierre und die Sylphiden" – so heißt die einzigartige Ausstellung, die derzeit in Sankt Petersburg zu sehen ist. Sie ist der Geschichte des Balletts und dem berühmten französischen Choreografen Pierre Lacotte gewidmet, der im Jahr 2023 verstarb. Lacottes Witwe, die Ballerina Ghislaine Thesmar, beschloss nach dem Tod ihres Mannes, sein Archiv – Dokumente, Fotos, Kunstwerke, Tagebücher, persönliche Gegenstände – nach Russland, an das Staatliche Museum für Theater- und Musikkunst in St. Petersburg, zu übergeben. Die Zeitung The Art Newspaper schreibt:
"Angesichts der langjährigen Freundschaft des französischen Ballettstars mit dem Museum und der Tatsache, dass er seit der Sowjetzeit viel in unserem Land gearbeitet hat, erscheint diese Entscheidung völlig logisch... Jetzt werden die Raritäten zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt. Es ist unmöglich, alle Kostbarkeiten aufzuzählen, mit denen die Besucher der Ausstellung verwöhnt werden (die Exponate stammen nicht nur aus dem Archiv von Lacotte, sondern auch aus dem Museum selbst sowie aus der Eremitage und dem Museum des Bolschoi-Theaters). Von einem Thema ausgehend, ziehen sich die Bedeutungszusammenhänge über die unterschiedlichsten Bereiche: Hier geht es um die Geschichte des weltweiten und russischen Balletts, um Mode, Karikaturen und romantische Landschaften mit zauberhaften Wäldern und Gewässern..."
Lacotte war eng mit der Geschichte des russischen Balletts verbunden – sein Ballettkurator und Förderer an der Pariser Oper war der berühmte russische Tänzer Serge Lifar, erster Tänzer der berühmten "Russischen Saisons" von Djagilew. Eine weitere Förderin und Mentorin, die in den poetischen Erläuterungen zur Ausstellung von den Kuratoren als "Ballettmutter" bezeichnet wird, war die russische Ballerina Ljubow Jegorowa, bei der er Privatunterricht nahm. Sie war es, die Lacotte, der von einem modernistischen Ballett träumte, für dessen alte, klassische Variante – das "russische" Ballett – begeisterte.
Ghislaine Thesmar, die Witwe von Pierre Lacotte, eine französische Tänzerin, dachte über sein kreatives Erbe, über sein Archiv nach und kam zu dem Schluss, dass es in gute Hände gegeben werden müsse – und dachte dabei an Russland, sagt Natalja Meteliza, Direktorin des St. Petersburger Museums für Theater- und Musikkunst und eine der Kuratorinnen der Ausstellung. Und fügt hinzu: "Gott sei Dank." Sie erklärt:
"Das ist kein Zufall, denn sowohl sie als auch Pierre Lacotte hatten eine enge Verbindung zu Russland. Er arbeitete mit russischen Ensembles zusammen. Sie tanzte und gab 70 Vorstellungen in Russland. Das war Anfang der 1970er Jahre. Sie sagte, als sie Ulanowa sah, habe sie endgültig verstanden, wie man tanzen muss und dass sie Ballerina werden muss.
Pierre Lacotte hatte schon in jungen Jahren viel über Russland gelernt. Er war ein hervorragender Schüler an der Pariser Oper. Dort wurde er von Serge Lifar sehr wohlwollend aufgenommen und, man könnte sagen, gefördert. Auch das ist eine Tradition der russischen Schule. Ljubow Jegorowa gab ihm Privatunterricht. Das alles ist eine wunderbare Geschichte."
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Österreich hat den Erwerb von zwölf Leonardo-M-346-Kampfjets endgültig beschlossen. Die Jets sollen die seit Jahren ausgemusterten Saab 105 ersetzen und die Pilotenausbildung im Land wieder vollständig ermöglichen. Der Stückpreis liegt bei rund 80 Millionen Euro, für das Gesamtpaket inklusive Bewaffnung, Munition, Wartung und Ausbildung rechnet das Verteidigungsministerium mit Gesamtkosten von rund 1,5 Milliarden Euro.
Die Lieferung der neuen Maschinen ist für das Jahr 2028 geplant. Stationiert werden sie in Linz-Hörsching, dem zentralen Ausbildungsstützpunkt der Luftstreitkräfte. Mit der Entscheidung für die Leonardo-Jets setzt Österreich seine Zwei-Flotten-Strategie fort.
Einerseits können Kampfpiloten im Inland ausgebildet werden, andererseits bleiben die Luftstreitkräfte modern und einsatzbereit. Seit dem Ausscheiden der Saab 105 war die Pilotenausbildung vorübergehend nach Italien und Deutschland ausgelagert worden, was zu logistischen Herausforderungen geführt hatte.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hoben die strategische Bedeutung des Projekts hervor. Der Ankauf der zwölf Leonardo-M-346-FA-Jets ist abgeschlossen und sichert nicht nur die Verteidigungsfähigkeit, sondern bringt auch wirtschaftliche Vorteile für Österreich.
Die Regierung betont, dass ein Kern des Abkommens ein Kooperationspaket im Wert von 400 Millionen Euro ist, das österreichische Unternehmen in Luftfahrttechnik, Zulieferindustrie, Digitalisierung und sicherheitsrelevanter Forschung einbindet. Die zweisitzigen Leonardo-M-346-Jets stärken die Verteidigungsfähigkeit, ermöglichen effizientes Training neuer Kampfpiloten und sind zentral für den Aufbauplan 2032+ zur Modernisierung der Luftstreitkräfte.
Mit der Lieferung 2028 verfügt Österreich wieder über "moderne Ausbildungs- und Trainingskapazitäten im Inland". Die Regierung hebt hervor, dass das Abkommen die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Italien stärkt, Arbeitsplätze sichert und heimische Hightech-Unternehmen in internationale Netzwerke einbindet.
Der Ankauf zeige "die strategische Ausrichtung des Landes, fördere Forschung und Industrie, sichere Wertschöpfung" und stärke die technologische Kompetenz. Die Leonardo-M-346-Jets seien ein entscheidender Schritt zur langfristigen Modernisierung der Luftstreitkräfte und zur Stärkung der heimischen Wirtschaft.
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Wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf die russische staatliche Behörde für Bodenschatzgewinnung Rosnedra berichtet, wurden in diesem Jahr in Russland über 200 Lagerstätten fester Bodenschätze in der staatlichen Bilanz registriert. Dabei handelt es sich jedoch um einen Durchschnittswert, so die Behörde weiter – eine solche Anzahl von Vorkommen lässt sich jedes Jahr registrieren.
Die größten Lagerstätten für Edelmetalle wurden in diesem Jahr im Gebiet Sabajikalje und im Gebiet Magadan entdeckt, teilte die Pressestelle von Rosnedra mit. "Im Bereich der Edelmetalle waren die wichtigsten großen Entdeckungen die Lagerstätten Unkurskoje (Gebiet Sabajikalje) mit 699,6 Tonnen Silber und Kegali (Region Magadan) mit 70,5 Tonnen Silber", berichtete die Behörde über die größten Entdeckungen seit Anfang dieses Jahres.
Zu den bedeutendsten neuen Vorkommen in diesem Jahr zählten Rosnedra unter anderem die Kalium-Magnesium-Lagerstätten Iwanichinskoje und Tselinnoje im Gebiet Saratow mit Reserven von einer Milliarde bzw. zwei Milliarden Tonnen, das Apatit-Perowskit-Titanomagnetit-Erzvorkommen Schidojskoje in der Region Irkutsk mit 17,3 Millionen Tonnen Titan, 6,3 Millionen Tonnen Phosphor und 218,8 Millionen Tonnen Eisenerzen, sowie das Golewskoje-Vorkommen im Gebiet Sabajikalje mit Reserven an sogenannten Synnyrit-Erzen (enthalten Aluminium und Kalium) in Höhe von 163,9 Millionen Tonnen.
Rosnedra gab auch den Anstieg der Öl- und Gasreserven in Russland seit Anfang des Jahres 2025 bekannt. Demnach stiegen die förderbaren Reserven an flüssigen Kohlenwasserstoffen in Russland von Januar bis September um 80,5 Millionen Tonnen und die Gasreserven um 450 Milliarden Kubikmeter, wie die Nachrichtenagentur TASS unter Bezugnahme auf Rosnedra berichtet. Das Ministerium verwies darauf, dass die endgültigen Daten für das gesamte Jahr 2025 zu einem späteren Zeitpunkt vorliegen werden.
Russische Unternehmen, die Bodenschätze fördern, wollen ihre Investitionen in die geologische Erkundung von Goldvorkommen im Jahr 2025 um ein Drittel auf 103 Milliarden Rubel (über 1 Milliarde Euro) erhöhen, sagte der Minister für Naturressourcen, Alexander Koslow, im September in einem Interview mit der Agentur RIA Nowosti.
Die Gesamtkosten für die geologische Erkundung von Gold, Diamanten, Kohle und Seltenerdmetallen in Russland beliefen sich im vergangenen Jahr auf 76,7 Milliarden (über 860 Millionen Euro) Rubel, wie RIA Nowosti im April aus dem Ministerium erfuhr.
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Von Oleg Jassinski
Seltsamerweise habe ich nirgendwo sonst eine so große Vielfalt an Mojitos in allen Geschmacksrichtungen und Kombinationen probiert wie in Kiew. Das war ein paar Jahre vor dem Maidan-Putsch. Kuba war noch in Mode, rote Sterne waren nicht verboten, und ich glaube, niemand konnte sich vorstellen, welcher Albtraum bevorstand.
Vor einigen Tagen, nach der erneuten Zustimmung der Ukraine zur US-Blockade gegen Kuba in der UN-Generalversammlung, kündigte der Außenminister des Kiewer Regimes Andrei Sibiga "die Herabstufung der diplomatischen Beziehungen" zur Insel und damit die Schließung der ukrainischen Botschaft in Havanna an.
Das ist keineswegs ein Wunder, die Frage wäre vielmehr eine andere: Warum hat eine Regierung wie die ukrainische so viele Jahre gebraucht, um die Beziehungen zu Kuba abzubrechen, einem Land, das in seiner Außen- und Innenpolitik seit mehr als sechs Jahrzehnten genau das Gegenteil von dem vertritt, was Wladimir Selenskij und seine Komplizen unter "Souveränität" verstehen? Hatten sie Angst vor Kuba? Oder vor der Reaktion der Welt?
Anscheinend geht es nur um das dringende Bedürfnis, sich in den Augen Donald Trumps zu profilieren, in einer Zeit, in der das Imperium die halbe Welt bedroht. Sicherlich wird der nächste Schritt Kiews darin bestehen, seine Truppen für eine Invasion Venezuelas anzubieten, sollte der Fall eintreten.
Wenn wir das Handeln der ukrainischen Regierung mit einem einzigen Wort beschreiben müssten, dann wäre es Undankbarkeit. Ich weiß nicht, ob Selenskij und Sibiga es überhaupt wissen, aber die ganze Welt erinnert sich sicherlich an die Bilder von Fidel Castro, der 1990 am Flughafen José Martí ukrainische Kinder empfing, um sie nach der Katastrophe von Tschernobyl zu behandeln.
Kuba war das erste Land der Welt, das reagierte, und half viel mehr als alle anderen zusammen. Nicht nur, ohne dafür einen einzigen Cent zu verlangen, sondern auf ausdrücklichen Wunsch Castros auch unter Verbot jeglicher Medienberichterstattung über diese Solidaritätsaktion.
Erinnern wir uns daran, dass die Regierung Michail Gorbatschows Kuba zu diesem Zeitpunkt bereits verraten hatte, indem sie es den neuen "Partnern", den USA, als "Geschenk des guten Willens" anbot, und dass das kubanische Volk die schlimmsten Zeiten der Blockade durchlebte, es litt Hunger und Mangel an allem, außer an seiner Würde.
Augenzeugen berichten, dass die sowjetischen Behörden fast vier Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl angesichts des Zusammenbruchs ihres Landes begannen zu begreifen, dass sie nicht in der Lage waren, Zehntausende von Kindern zu behandeln, die von der Radioaktivität betroffen waren. Deshalb rief das Notfallkomitee des Zentralkomitees der Kommunistischen Jugend der noch bestehenden Sozialistischen Sowjetrepublik Ukraine, die am stärksten von der Katastrophe betroffen war, im Februar 1990 die internationale Gemeinschaft dazu auf, den betroffenen Kindern zu helfen. Es hieß, dass dies ein Akt der Verzweiflung war, da keine andere Möglichkeit bestand, etwas zu unternehmen.
Die erste und praktisch sofortige Reaktion kam vom Generalkonsulat Kubas in der UdSSR. Konsul Sergio López Briel teilte mit, dass Kuba bereit sei, die Kinder aufzunehmen, die eine Behandlung benötigten.
Die leitende Onkologin Kubas Marta Longchong, der Direktor des Instituts für Hämatologie und Immunologie Professor José Manuel Balester und der Professor für pädiatrische Endokrinologie Ricardo Güell kamen nach Kiew. Nachdem sie die Kinder untersucht hatten, wurde ihnen das ganze Ausmaß des Problems bewusst. Sie kamen zu dem Schluss, dass Tausende von Kindern krank waren und dass Hunderte von ihnen dringende und kostenintensive Behandlung benötigten, um ihr Leben zu retten.
Die ukrainische Seite räumte ein, dass sie weder für die Behandlung noch für die Flugtickets Mittel zur Verfügung hatte. Auf persönliche Initiative Castros übernahmen die Kubaner praktisch alles, und am 29. März 1990 starteten zwei Flugzeuge mit kranken Kindern nach Kuba, begleitet von ihren Eltern.
Als Castro die Ankommenden am Flughafen von Havanna begrüßte, kündigte er den Beginn des staatlichen Hilfsprogramms für die Kinder von Tschernobyl an, und als Journalisten fragten, wie lange dieses Programm laufen werde, antwortete er: "So lange wie nötig."
In den zwei Jahrzehnten, in denen das Programm lief, wurden mehr als 20.000 ukrainische, fast 3.000 russische und mehr als 700 weißrussische Kinder behandelt. Die Ukraine, Weißrussland und Russland waren damals noch drei Republiken eines einzigen Landes.
Es wurden zahlreiche komplexe Operationen durchgeführt, die in der "zivilisierten Welt" Hunderttausende von Dollar gekostet hätten, aber die kubanische Regierung berechnete niemandem auch nur einen Cent und gab diesen Kindern das Beste. Das Programm "Die Kinder von Tschernobyl" kostete Kuba etwa 350 Millionen Dollar, während auf der blockierten Insel Devisen knapp waren und das Volk unter unzähligen Entbehrungen litt.
Nun frage ich mich, wie viele dieser Kinder aus Tschernobyl und wie viele ihrer Kinder von der ukrainischen Regierung rekrutiert werden, um zu töten und zu sterben, um die "demokratischen Werte" ihrer schlimmsten Feinde zu verteidigen.
Der dritte Präsident der unabhängigen Ukraine Wiktor Juschtschenko kam 2005 nach einer Revolte an die Macht, die als "Orangene Revolution" bekannt wurde und eine Generalprobe für die "Maidan-Revolution" von 2014 war. Mit seiner Regierung begannen die direkte antirussische Propaganda und die totale Verherrlichung der ukrainischen Nazis, womit die wahre Geschichte auf den Kopf gestellt wurde.
Noch im selben Jahr erklärte Juschtschenko die Absicht der Ukraine, Mitglied der NATO zu werden, zum Hauptziel des ukrainischen Staates, und versprach vor dem US-Kongress, dass die Ukraine die Mission zur "Förderung der Demokratie in Weißrussland und Kuba" unterstützen werde.
Zu diesem Zeitpunkt war eine kubanische Delegation auf einer offiziellen Reise in die Ukraine unterwegs und befand sich bereits in einem europäischen Transitland. Sie sagte den Besuch ab und kehrte auf die Insel zurück.
Seitdem unterstützt die Ukraine regelmäßig die US-Blockade gegen Kuba und bestätigt damit erneut, was bereits bekannt ist: Die Haltung der Regierungen, die die Blockade unterstützen, war und ist der deutlichste Indikator für ihre tatsächliche Unabhängigkeit.
In diesem Sinne hat Sibiga mit der Schließung der Botschaft in Havanna nichts Neues getan. Überraschend wäre es gewesen, wenn die ukrainische Regierung ein gewisses Maß an Anstand gezeigt hätte.
Übersetzt aus dem Spanischen von Olga Espín.
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Von Sergei Poletajew
Im vergangenen Monat hat sich das Tempo des Krieges deutlich verschärft. Die russischen Streitkräfte rücken nun entlang sieben Hauptachsen vor, und in acht Städten toben heftige Kämpfe. Abgesehen vom ersten Monat der russischen Militäroperation hat Moskau noch nie eine Offensive dieses Ausmaßes gestartet. Der Zeitpunkt ist besonders bemerkenswert: Der Spätherbst bietet einige der ungünstigsten Bedingungen für eine Bewegungs-Kriegsführung, und Drohnen überwachen das Schlachtfeld permanent.
Wie erwartet, hat die im Mai 2025 begonnene russische Offensive stetig an Dynamik gewonnen. Ihre kumulativen Auswirkungen sind nun, zum Jahresende hin, unübersehbar. Jenseits der Kontaktlinie sehen sich die ukrainischen Streitkräfte mt zunehmenden Krisen bei ihrer Verteidigung konfrontiert und versuchen verzweifelt, Lücken mit immer knapper werdenden Reserven zu schließen. In den weniger beachteten Sektoren – den Gebieten, die weniger mediale Aufmerksamkeit erhalten – sind die ukrainischen Einheiten so überdehnt, dass sie zum ersten Mal seit 2022 gezwungen waren, Stellungen kampflos aufzugeben.
Bislang sind diese Krisen noch lokal begrenzt. Ihre zunehmende Zahl deutet jedoch auf einen umfassenderen und weitaus beunruhigenderen Trend für Kiew hin. Man könnte sogar eine Parallele zur alliierten 100-Tage-Offensive von 1918 ziehen, die die deutsche Armee an den Rand des Zusammenbruchs brachte und Berlin zur Kapitulation zwang, kurz bevor die Front vollständig zusammenbrach.
Am 20. November besuchte Russlands Präsident Wladimir Putin den Stab der "West"-Gruppe zu einer Lagebesprechung an der Front. Seine Botschaft war eindeutig: Die laufende Offensive ist das wichtigste Instrument, um die Ukraine zur Kapitulation zu zwingen – oder, offiziell formuliert, um die Ziele der militärischen "Sonderoperation" zu erreichen.
Im Folgenden werden die wichtigsten Entwicklungen entlang der Front im vergangenen Monat von Norden nach Süden zusammengefasst.
Kupjansk und die Nordfront
Der Sektor Kupjansk liegt in der Region Charkow. Die Stadt selbst dient als Pufferzone und schützt Charkow – die zweitgrößte Stadt der Ukraine – vor Angriffen aus dem Osten. Russische Truppen zogen sich im September/Oktober 2022 aus Kupjansk zurück, und fast ein Jahr lang gab es in dem Gebiet kaum schwere Kämpfe. Das änderte sich im vergangenen Herbst, als russische Einheiten den Fluss Oskol überquerten und einen Brückenkopf an seinem Westufer errichteten.
Im Frühjahr und Sommer kesselten russische Truppen Kupjansk von Norden her ein und bereiteten so den Boden für die Kämpfe, die im Herbst ausbrachen. Anfang November verkündeten russische Militärvertreter die Einnahme des östlichen Teils der Stadt. Der südliche Stadtteil Jubileiny – eine Ansammlung von Plattenbauten aus der Sowjetzeit – blieb jedoch unter ukrainischer Kontrolle und diente der ukrainischen Armee als befestigte Hochburg.
Vergangene Woche meldete der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow Präsident Putin die vollständige Befreiung Kupjansks, merkte aber an, dass noch immer isolierte ukrainische Einheiten ausgehoben würden. Gemäß unserer üblichen vorsichtigen Vorgehensweise bei der Berichterstattung von der Frontlinie stufen wir die Stadt noch nicht als vollständig eingenommen ein und warten auf eine visuelle Bestätigung.
Eine weitere wichtige Entwicklung in diesem Abschnitt war die Befreiung des Dorfes Dwuretschanskoje durch die Gruppe "Nord". Dadurch konnte ihr Brückenkopf mit dem von der Gruppe "West" gehaltenen Oskol-Brückenkopf verbunden werden.
Liman und Sewersk
Russland verlor Liman (in der Volksrepublik Donezk) während der ukrainischen Gegenoffensive 2022. Ohne die Rückeroberung der Stadt bleibt die Sicherung des Nordufers des Sewerski Donez – eine wichtige Voraussetzung für die Einkesselung der wichtigsten Hochburg der ukrainischen Streitkräfte, des Ballungsraums Slawjansk-Kramatorsk – unmöglich.
Nachdem Russlands westliche Gruppierung Liman im Oktober von drei Seiten eingekesselt hatte, startete sie einen direkten Angriff auf die Stadt. Da der Bahnhof Jampol nun unter russischer Kontrolle steht, bleibt den ukrainischen Streitkräften nur noch eine schmale Nachschubroute. Angesichts des Tempos des russischen Vormarsches in Liman sind weitere Geländegewinne im kommenden Monat wahrscheinlich.
Südlich des Sewerski Donez bröckelt die Verteidigung der ukrainischen Streitkräfte in Sewersk weiter. Drei Jahre lang diente die Stadt als wichtiger ukrainischer Stützpunkt in der Region. Die russische Gruppe "Süd" hat Swanowka – einen Bahnhof am südlichen Stadtrand von Sewersk – vollständig befreit und rückt nun in die Stadt selbst vor, stetig in Richtung Zentrum.
Westlich von Sewersk überquerten russische Truppen den Sewerski Donez und nahmen zwei Siedlungen am Südufer ein – ein Meilenstein, der noch vor kurzem unerreichbar schien. Dieser Durchbruch deutet darauf hin, dass die ukrainischen Streitkräfte in diesem Sektor kurz vor der Erschöpfung stehen.
Konstantinowka
Die Lage der ukrainischen Streitkräfte in Konstantinowka, einer Großstadt, die als südöstliches Tor nach Slawjansk und Kramatorsk dient, sieht etwas besser aus. Hier hat die ukrainische Armee nach Pokrowsk (siehe unten) ihre zweitgrößte Gruppierung konzentriert und konnte bis vor kurzem ihre Verteidigungslinie halten.
Das änderte sich, nachdem russische Truppen am 21. November die Siedlung Iwanopolje einnahmen und die äußeren Verteidigungsanlagen Konstantinowkas durchbrachen. Die russische Armeegruppe "Süd" kämpft seitdem innerhalb der Stadt. In einem Gespräch mit Präsident Putin erklärte der Kommandeur der Armeegruppe, Konstantinowka könne bis Mitte Dezember vollständig eingenommen sein. Der Präsident mahnte zur Vorsicht und riet von einem überstürzten Vorgehen ab.
Pokrowsk (Krasnoarmeisk)
Die entscheidende Schlacht des Jahres 2025 – der Kampf um Pokrowsk (in Russland als Krasnoarmeisk bekannt) – wurde in unserem vorherigen Bericht ausführlich analysiert. Zur Erinnerung: Pokrowsk, Mirnograd und Rodninskoje bildeten den zweitgrößten noch von der ukrainischen Armee gehaltenen Ballungsraum. Da sich im Umkreis von fast 100 Kilometern westlich davon keine größeren Siedlungen befinden, besteht die Gefahr, dass der Fall von Pokrowsk einen Dominoeffekt an der gesamten Zentralfront auslöst.
Bis Oktober waren zwischen 2.000 und 5.000 ukrainische Soldaten in Pokrowsk und Mirnograd (Dimitrow) eingekesselt. In der ersten Novemberhälfte versuchte die ukrainische Armee, die Belagerung über Rodninskoje zu durchbrechen, doch alle Versuche scheiterten. Am 15. November war Pokrowsk vollständig und Rodninskoje teilweise eingenommen – der Ring um Mirnograd war damit effektiv geschlossen.
Der Kessel scheint nun kurz vor der Spaltung in zwei Teil zu stehen. Die ukrainischen Truppen im südlichen Kessel versuchen, sich nach Norden zurückzuziehen, doch da die meisten Gebäude in Schutt und Asche liegen und die Temperaturen unter den Gefrierpunkt sinken, gibt es praktisch keinen Schutz mehr. Die Schlacht um Pokrowsk tritt in ihre Endphase ein und wirft die Frage auf, wie effektiv die ukrainischen Streitkräfte westlich der Stadt eine neue Verteidigungslinie errichten können.
Region Dnjepropetrowsk und Guljaipolje
Dieser Sektor hat die geringste Medienaufmerksamkeit erhalten – er weist keine größeren Städte, keine markanten Sehenswürdigkeiten und zumindest oberflächlich betrachtet keine dramatischen Veränderungen auf. Dennoch erschwert das offene Steppengelände eine nachhaltige Verteidigung erheblich.
Zwischen dem 14. und 15. November eroberten russische Streitkräfte die strategisch wichtige Siedlung Nowopawlowka. Truppen der "Zentralen" Gruppierung errichteten rasch Pontonbrücken über einen zerstörten Übergang nördlich von Dachnoje und nahmen die Siedlung mit minimalem Widerstand ein. Nowopawlowka hatte vor dem Krieg etwa 3.500 Einwohner – zum Vergleich: Sudscha in der Region Kursk zählte rund 4.900 Einwohner – und der russische Vormarsch drang in einem einzigen Stoß bis zu acht Kilometer weit vor, überwand zwei Verteidigungslinien und ein wichtiges Wasserhindernis. Zusammengenommen deuten diese Entwicklungen auf eine ernste Krise für die ukrainischen Streitkräfte in diesem Gebiet hin.
Die Lage an der Front bei Guljaipolje ist noch alarmierender. Seit Anfang November ist die russische Ost-Gruppe auf einer 30 Kilometer langen Frontlinie um bis zu 15 Kilometer vorgerückt und hat dabei ein Dutzend Siedlungen und mehr als 260 Quadratkilometer Gebiet erobert. Die Nachschubwege nach Guljaipolje sind abgeschnitten, und die Frontlinie drängt nun direkt an die Stadt heran; urbane Kämpfe könnten bereits im Dezember beginnen. Die ukrainischen Einheiten leisten kaum noch Widerstand, was darauf hindeutet, dass nahezu alle Reserven in Richtung Pokrowsk verlegt wurden.
Orechow und die Dnjepr-Front
Der Sektor, in dem die Gruppe "Dnjepr" operiert, ist seit einiger Zeit relativ ruhig. Während der gescheiterten ukrainischen Gegenoffensive im Sommer 2023 diente Orechow als rückwärtiges Hauptquartier und wichtiger Logistikknotenpunkt der ukrainischen Streitkräfte; einige der heftigsten Kämpfe fanden in und um die Stadt statt.
Im vergangenen Monat haben russische Streitkräfte den Belagerungsring um Orechow von drei Seiten enger gezogen und die Siedlung Malaja Tokmatschka, im Wesentlichen einen Vorort der Stadt, eingenommen. Dennoch ist Orechow durch starke Verteidigungsstellungen geschützt, sodass ein schneller Durchbruch unwahrscheinlich ist, solange nicht der gesamte Sektor zusammenbricht.
Entlang des Dnjepr setzen russische Truppen ihren langsamen, methodischen Vormarsch fort. Um die strategisch wichtige Stadt Stepnogorsk wird heftig gekämpft, und nördlich davon gibt es auf einer Strecke von etwa 10 Kilometern keine nennenswerten ukrainischen Befestigungen. Diese Achse ist der nächstgelegene Weg nach Saporoschje, einer wichtigen Frontstadt mit einer Vorkriegsbevölkerung von rund 750.000 Einwohnern. Zum Schutz der Stadt ist weiterhin eine beträchtliche Anzahl ukrainischer Truppen in diesem Gebiet gebunden.
Zusammengenommen markiert der vergangene Monat einen Wendepunkt auf dem Schlachtfeld. Der russische Vormarsch besteht nicht länger aus einer Reihe isolierter Durchbrüche, sondern aus einer koordinierten Offensive, die sich von den Wäldern der Region Charkow bis zum Ufer des Dnjepr erstreckt. Die ukrainischen Streitkräfte, geschwächt durch chronischen Personalmangel und den Zusammenbruch mehrerer Verteidigungslinien, sind zunehmend gezwungen, reaktiv und stückweise statt strategisch zu planen.
Die allgemeine Entwicklung ist eindeutig: Jede Woche liefert neue Beweise dafür, dass Kiews Fähigkeit zur groß angelegten Verteidigung schwindet, während Russlands Streitkräfte – größer, besser ausgerüstet und unter einheitlichem Kommando – weiter vorrücken.
In diesem Umfeld könnten politische Entscheidungen in Kiew und im Westen bald ebenso wichtig sein wie militärische. Während Russland seine Erfolge konsolidiert und den Druck entlang der gesamten Kontaktlinie erhöht, verschiebt sich die Lage von der Frage, ob Moskau die Initiative behalten kann, hin zu der Frage, wie weit es diese Offensive tragen will.
Was im Frühjahr als allmählicher Truppenaufbau begann, hat sich nun zu einer anhaltenden, vielschichtigen Offensive entwickelt. Wenn sich die aktuellen Trends fortsetzen, könnten der Winter und der frühe Frühling 2026 noch folgenreichere Veränderungen auf dem Schlachtfeld – und möglicherweise auch in der breiteren politischen Landschaft des Konflikts – mit sich bringen.
Sergei Poletajew ist Informationsanalyst und Publizist sowie Mitbegründer und Herausgeber des Vatfor-Projekts. Übersetzt aus dem Englischen.
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Wiktor Medwedtschuk, Vorsitzender der Bewegung "Andere Ukraine", hat sich in einem Interview zu den kürzlich in der Ukraine aufgedeckten Machenschaften im Zusammenhang mit Energieunternehmen geäußert. Der aktuelle Korruptionsskandal unter Beteiligung der engsten Vertrauten von Präsident Wladimir Selenskij bahnte sich allmählich an, sagte der ukrainische Oppositionspolitiker, der heute im russischen Exil lebt.
In dem Zusammenhang führte Medwedtschuk im Gespräch mit der Nachrichtenagentur RIA Nowosti aus:
"Das ist kein Skandal, der dank Aktivitäten der ukrainischen Strafverfolgungsbehörden ans Licht gekommen ist. Das ist etwas, was die US-Amerikaner angeordnet haben."
"Anderthalb Jahre lang prüften die US-Amerikaner zusammen mit dem Nationalen Antikorruptionsbüro (NABU) und der Spezialisierten Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) Selenskijs Vertraute mit Verbindungen zum finanziellen Umfeld", fügte der ukrainische Oppositionelle hinzu. Selenskijs eigene Aktivitäten seien dabei ebenfalls unter die Lupe genommen worden.
Medwedtschuk erklärte außerdem, dass die vom NABU im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal im Energiebereich veröffentlichten Tonaufnahmen auch eine Aufzeichnung von Gesprächen Selenskijs selbst enthielten.
"Ich weiß das ganz genau", betonte der Politiker. "Es gibt Aufnahmen eines Gesprächs von Selenskij selbst und seiner speziellen Anweisungen."
Die ukrainischen Antikorruptionsbehörden hatten vor etwas mehr als zwei Wochen mitgeschnittene Gespräche zu Bestechungszahlungen im Energiesektor publik gemacht. Es gab mehrere Festnahmen. Energieministerin Swetlana Grintschuk und Justizminister German Galuschtschenko wurden entlassen. Der Hauptverdächtige und Vertraute von Selenskij, Timur Minditsch, konnte aus dem Land fliehen.
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Von Wladimir Kornilow
Noch vor wenigen Tagen heulten sie alle: "Alles ist verloren!", doch dann fand ein Treffen zwischen US-Außenminister Marco Rubio und Vertretern der Ukraine in Genf statt – und schon strömten beruhigende Meldungen über "Fortschritte" aus den europäischen Fernsehsendern: Es sei doch nicht alles verloren! Die Europäer haben sich so sehr mit der Ukraine-Frage beschäftigt, dass sie nach und nach die ukrainische Tradition des "Rades der ewigen Schmachschlacht" ("Genotba-Rad" – ukrainischer Neologismus, der das ständige Bestreben symbolisiert, jemanden zu beschuldigen und mit jemandem zu streiten) übernommen haben, bei der eine "Niederlage" sofort zu einem "Sieg" wird und umgekehrt.
Und nun berichten europäische Zeitungen bereits, dass "Trumps Friedensplan" von 28 Punkten auf 19 reduziert worden sei. Dabei wird kaum beachtet, dass die einzige Quelle dieser Information der stellvertretende Außenminister der Ukraine, Sergei Kisliza, ist, der bereits mehrfach als Lügner in Bezug auf jene Verhandlungen entlarvt wurde, an denen er selbst beteiligt war.
Rubio bezeichnete diesen Plan bei seiner Pressekonferenz lediglich als "lebendiges, atmendes Dokument" und erklärte, dass sich die Parteien nur auf Fragen konzentriert hätten, die im bilateralen Format diskutiert werden könnten. Das bedeutet natürlich nicht, dass alle anderen Themen von der Tagesordnung gestrichen wurden, wie man in Kiew und Europa zu vermitteln versucht. Dabei taten die Europäer so, als hätten sie Rubios kleine Bemerkung nicht mitbekommen: Denn diese ruinierte die in den EU-Hauptstädten praktizierte Taktik des "Aufblasens der Backen". Auf die Frage nach dem von Europa vorgelegten "Friedensvorschlag" antwortete der US-Außenminister kurz und bündig: "Ich habe keinen Gegenplan gesehen." Übersetzt aus der diplomatischen Sprache ergibt sich daraus ein zwar bekanntes, aber nicht ganz zensurtaugliches Zitat von Victoria Nuland auf dem Kiewer "Maidan", mit dem sie die Rolle der EU in der Ukraine-Frage genau auf den Punkt gebracht hat.
Was die europäische Strategie hinsichtlich des Ukraine-Friedensprozesses angeht, so hat der italienische Professor Alessandro Orsini diese recht präzise formuliert: "Die Europäische Union wollte Putin mithilfe der Ukrainer besiegen; Putin hat sie schließlich besiegt, und nun lässt die EU ihre Wut an Trump aus. Hier ist eine kurze Zusammenfassung der politischen Nachrichten der letzten Stunden in drei Etappen."
In diesem Zusammenhang erinnerte der Italiener an die Worte des Boxers Mike Tyson: "Jeder hat seinen eigenen Plan, bis er einen Schlag ins Gesicht bekommt." Orsini kommt zu folgendem Schluss: "Ein Boxer, der am Boden liegt, hört nicht auf, sich zu bewegen und Schläge in die Luft zu werfen, während der Ringrichter anzählt. Der Friedensplan ist ein 'Schlag ins Gesicht'; Donald Trump ist der 'Ringrichter', der zu zählen begonnen hat, und die Europäische Union ist der am Boden liegende 'Boxer'. Die europäischen Staatschefs 'boxen' und reden Unsinn." Das erklärt tatsächlich vieles.
Der von Rubio nicht bemerkte "Gegenplan" der Europäischen Union läuft offensichtlich auf ein einziges Ziel hinaus: den Friedensprozess um jeden Preis zu torpedieren und den Krieg "bis zum letzten Ukrainer" fortzusetzen. Die Online-Publikation Responsible Statecraft bemerkt in diesem Zusammenhang: "Europa, das die einzigen ernsthaften Verhandlungen, die derzeit geführt werden, zum Scheitern bringen will, verteidigt damit nicht die Ukraine, sondern verurteilt sie zu neuem Blutvergießen und sich selbst zu strategischer Nutzlosigkeit. Die Alternative zu Trumps zwar unvollkommenem, aber realistischem Plan ist derzeit nicht ein vorteilhafterer Deal, sondern ein endloser Krieg, dessen Folgen allein Europa zu tragen haben wird."
Besonders zynisch am Verhalten der Europäer ist die Tatsache, dass sie ihr Bestreben, mehr ukrainisches Blut zu vergießen, als Sorge um die Ukraine darstellen. Die westlichen Medien sind derzeit voll von "Berichten" aus Kramatorsk und Slawjansk – Städten der Donezker Volksrepublik (DVR), die noch immer von ukrainischen Streitkräften besetzt sind. Sie zitieren die Meinungen der dortigen Einwohner, die angeblich nicht wollen, dass ihre Städte infolge diplomatischer Bemühungen zu Russland gehören würden (man kann sich vorstellen, welches Schicksal sie erwartet hätte, hätten sie sich anders geäußert!). Aber diese Zeitungen verschweigen ihren Gesprächspartnern erneut die schmerzhafte Alternative – die Annäherung der Front direkt an ihre Städte und die gewaltsame Vertreibung aller Einwohner – eine Praxis, die das Kiewer Regime stets praktiziert, um anschließend ihre Häuser in Schutt und Asche zu legen. Welche der beiden Alternativen ist also vorzuziehen?
Es besteht kein Zweifel daran, dass Europa versuchen wird, den Friedensprozess nicht nur in der Vorphase zu torpedieren. Angesichts des irrationalen Verhaltens der dortigen Führer müssen wir damit rechnen, dass sie auch nach Abschluss eines Friedensabkommens – unabhängig davon, welchen Inhalt es letztendlich haben wird – weiterhin Sand ins Getriebe streuen werden. Genau aus diesem Grund präsentieren die Europäer so eifrig ihre "Gegenpläne": Sie packen sie voller Zweideutigkeiten, die die Möglichkeit implizieren, das ukrainische Regime aufzurüsten, es mit neuen Geldmitteln und Humanressourcen zu versorgen (darunter auch solche, die aus der EU zurück in ihre Heimat gedrängt wurden) – und den Krieg "bis zum letzten Ukrainer" wiederaufzunehmen.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 26. November 2025 zuerst bei "RIA Nowosti" erschienen.
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Von Sachar Prilepin
Russische Streitkräfte rücken von drei Seiten in die Stadt Guljaipole im Gebiet Saporoschje ein – die Stadt, in der der anarchistische Revolutionär Nestor Machno geboren wurde und aufwuchs.
Daran glaubten wir und davon träumten wir noch im Jahr 2022! Vor drei Jahren standen unsere Truppen 30 Kilometer von der Stadt entfernt.
Der Weg war schwierig.
Nun sind wir da.
Machnos Heimat hört die russische Sprache.
Da begab ich mich zu den gegnerischen Online-Enzyklopädien, um nachzuschlagen, was dort alles über diese Stadt geschrieben wird.
Ich fand die amüsanten Ergebnisse der ukrainischen Volkszählung aus dem Jahr 2001 vor, aus denen ich erfuhr, dass zum damaligen Zeitpunkt 95 Prozent von 20.000 Einwohnern in Guljaipole Ukrainisch als ihre Muttersprache angegeben hätten. Der ukrainische Artikel belehrte mich im strengen Ton:
"Die ukrainische Sprache ist die größte und einzige offizielle Sprache der Stadt."
Daraus sollen wir wohl die Schlussfolgerung ziehen, dass diese Stadt durch und durch ukrainisch sei, dass dort alle Ukrainisch sprechen würden und es schon immer getan hätten.
Also hätten die "Moskauer Besatzer" in dieser Stadt nichts zu suchen.
Ich werde offen sein: Ich habe die ukrainische Sprache gern und habe nicht die Gewohnheit, ihre Bedeutung herabzuwürdigen, wie es einige tun.
Auf Ukrainisch wurde eine schillernde und bemerkenswerte Literatur verfasst – hier kann es keine Diskussion geben.
Ich lehne nur Lügen ab.
Das Problem unserer ukrainischen Opponenten besteht darin, dass der aus Guljaipole stammende Machno auf Russisch nicht nur gesprochen, sondern auch geschrieben hat. Er schrieb sogar Gedichte, und zwar gute Gedichte – auf Russisch!
Daran gibt es nichts Verwunderliches: Nestor Iwanowitsch war ein belesener Mensch und gehörte zur russischen Kultur. Den ukrainischen Separatismus verachtete er und hatte damit nicht das Geringste zu tun.
Sowjetische Massenkultur hatte einst versucht, ein negatives Bild von Machno zu schaffen. Doch merkwürdigerweise leistete der längst zu einem Mythos aufgestiegene Machno dagegen hartnäckig Widerstand. Erst erkämpfte er einen verhaltenen Respekt gegenüber der Erinnerung an sich. Später ging er sogar in die Sparte von alternativen Helden über und reihte sich neben andere Volkshelden wie Stepan Rasin und Jemeljan Pugatschow ein.
Doch mit Machno nimmt die russische Geschichte von Guljaipole kein Ende.
Auch andere russische Berühmtheiten wurden im gleichen Städtchen geboren, etwa der Schriftsteller Leonid Juchwid (1909 bis 1968).
Juchwid ist bei uns im ganzen Land bekannt, obwohl sich niemand an seinen Namen erinnert. Dafür wird in Russland sein größtes Meisterwerk geliebt, denn von ihm stammt das Theaterstück "Hochzeit in Malinowka" aus dem Jahr 1936.
Nach diesem Stück schrieb Boris Alexandrow, der Sohn des Komponisten der sowjetischen und russischen Hymne, Alexander Alexandrow, eine Operette. Später wurde auf Grundlage des Stücks und der Operette ein Kultfilm gedreht.
Juchwids andere Werke, etwa der Roman "Explosion" oder die Stücke "Wundervolles Land" und "Eine Nacht im Juni" erlangten keine vergleichbare Berühmtheit. Doch darum geht es hier nicht.
Die Rede ist davon, dass selbst zu den Zeiten von Stalins "Korenisazija", als es sogar vorteilhaft war, zur ukrainischen Sprache zu wechseln, der berühmte Sohn von Guljaipole, der Schriftsteller Leonid Juchwid, ebenso wie sein Landsmann Machno, die russische Sprache nutzte. Gerade in dieser Sprache verfasste Juchwid sein Hauptstück, das in Wirklichkeit die ukrainischen separatistischen Träumereien ins Lächerliche zieht.
Auch wenn Guljaipole ein kleines Städtchen ist, gelang es noch einem weiteren Schriftsteller – Michail Tardow (1892 bis 1948) – dort geboren zu werden. Er verfasste Novellen über die Bürgerkriegshelden Grigori Kotowski und Alexander Parchomenko. Seine Werke erreichten in der Sowjetunion riesige Auflagenzahlen. An dieser Stelle sei hervorgehoben, dass sowohl Kotowski als auch Parchomenko auf dem Gebiet der Ukraine gegen den ukrainischen Separatismus gekämpft hatten.
Davon erzählte Tardow seinen Lesern.
Außerdem ist er Autor des Theaterstücks "Die Offiziere", auch wenn der gleichnamige sowjetische Kultfilm nicht auf dessen Grundlage basiert. Doch auch wenn der Film nicht nach Tardows Stück gedreht wurde, hätte er nach seinem Leben gedreht werden können, denn Tardow kämpfte sowohl im Russischen Bürgerkrieg als auch im Großen Vaterländischen Krieg und erreichte den Rang eines Majors. Und auch wenn er zwischen den Kriegen diverse ukrainische Verlage geleitet hat, schrieb er ebenfalls auf Russisch.
Am Schluss bleibt uns eine einzige Frage.
Wenn zwei russische Schriftsteller und ein russischer Volksheld in einer Stadt geboren wurden, wessen Stadt ist es dann?
Wir antworten selbst: Guljaipole ist eine russische Stadt.
Heute leben dort nur noch 1.000 Menschen. Doch ich versichere Ihnen: Heute sprechen 100 Prozent der dort verbliebenen und ankommenden Bevölkerung Russisch.
Sie sprechen in ihrer Muttersprache.
Übersetzt aus dem Russischen. Verfasst am 26. November speziell für RT.
Sachar Prilepin ist ein russischer Schriftsteller und Journalist, der in den 1990er-Jahren im Krieg in Tschetschenien gekämpft hat. Er kämpfte später als stellvertretender Kommandeur eines Freiwilligenbataillons der Volksmiliz der Volksrepublik Donezk in der Ukraine.
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