RT DE

RT DE

By
Download on the App Store

RT DE episodes

  • Airbus zieht Tausende A320-Flugzeuge für dringende Updates aus dem Verkehr

    Airbus sieht sich mit einem ungewöhnlichen technischen Risiko konfrontiert. Der Konzern warnt, dass starke Sonneneinstrahlung Daten im Flugsteuerungssystem der A320-Reihe verfälschen kann.

    Die Flottenbetreiber wurden aufgefordert, betroffene Maschinen vorerst am Boden zu lassen und Schutzmaßnahmen einzuleiten. Rund 6.000 Jets benötigen ein Software-Update, bei mehreren hundert Maschinen soll zusätzlich Hardware ersetzt werden.

    Auslöser war ein Zwischenfall Ende Oktober, als ein JetBlue-A320 auf dem Flug von Cancun nach Newark wegen eines Kontrollsystemfehlers abrupt an Höhe verloren hatte und nach Tampa umgeleitet worden war. Die Analyse ergab, dass intensive Strahlung Daten in einem Steuerungsrechner beschädigen kann. Das betroffene Modul wird vom französischen Zulieferer Thales produziert.

    Airbus teilte mit, dass in vielen Fällen die vorherige Softwareversion binnen Stunden installiert werden könne. Bei etwa einem Drittel der Flotte ist der Aufwand erheblich größer, was zu längeren Ausfallzeiten führen dürfte. Besonders problematisch ist der Zeitpunkt, denn in den USA beginnt eines der verkehrsreichsten Reisewochenenden des Jahres.

    Mehrere Fluggesellschaften haben bereits Flüge gestrichen. Air France meldete am Freitag 35 Ausfälle. Airlines wie American, Delta, Wizz Air oder Air India rechnen mit Einschränkungen. Die Lufthansa geht nicht von größeren Störungen aus und hat einen Großteil der Updates bereits eingespielt.

    Weltweit sind mehr als 11.000 Airbus-Flugzeuge der A320-Familie im Einsatz. Das Modell zählt zu den erfolgreichsten Kurz- und Mittelstreckenmaschinen überhaupt. Die nun festgestellte Anfälligkeit der Steuerungsdaten zwingt Airbus und die Behörden zu einer raschen technischen Korrektur.

    Die Europäische Agentur für Flugsicherheit bereitet eine Notfall-Flugtüchtigkeitsanweisung vor. Für die Airlines beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um die Betriebsstabilität aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Sicherheitsauflagen zu erfüllen.

    Mehr zum Thema – Sanktionen wirken: Superjet 100 startet mit russischen Triebwerken in neue Ära der Luftfahrt

    0 min
  • Russland kritisiert britische Presse wegen falscher Zitate Putins

    Die russische Botschaft in Großbritannien hat britischen Medien vorgeworfen, sie stellten die Äußerungen von Präsident Wladimir Putin zum Ukraine-Konflikt falsch dar. Die Diplomaten verwiesen auf die Berichterstattung bestimmter Medien, wie zum Beispiel der Tageszeitung The Daily Telegraph. Diese hätten Putins Äußerungen während seines jüngsten Besuchs in Kirgisistan "erheblich verzerrt" wiedergegeben.

    Am Donnerstag hieß es in einer Erklärung auf der offiziellen Webseite der Botschaft: "Seine Worte wurden effektiv manipuliert, um sie mit der offiziellen Darstellung Großbritanniens in Einklang zu bringen. [...] Insbesondere soll er gesagt haben, dass es Russland sei, das bis zum Tod des letzten Ukrainers kämpfen wolle."

    Die Botschaft teilte mit, dass der tatsächliche Kontext ganz anders gewesen sei, und zitierte Putins Äußerungen wörtlich:

    "Und dann gibt es noch andere, die weiterhin glauben, dass Kupjansk irgendwie wieder unter ukrainischer Kontrolle steht, und die darauf bestehen, den Kampf fortzusetzen, bis der letzte Ukrainer getötet ist. [...] Diejenigen, die Herrn Witkoff [US-Sonderbeauftragter Steve Witkoff] angreifen, sind genau diejenigen, die sich dieser zweiten Sichtweise anschließen, diejenigen, die sich dem ukrainischen Establishment anschließen wollen, um Geld abzuschöpfen und gleichzeitig die Feindseligkeiten so lange zu verlängern, bis der letzte Ukrainer stirbt. Aber ich habe bereits öffentlich gesagt: Tatsächlich sind wir darauf vorbereitet."

    Die russische Vertretung warnte, dass solche Verzerrungen von Putins Aussagen nur Öl ins Feuer gießen würden. Das spiele denen im Westen in die Hände, die bis zum letzten Ukrainer kämpfen wollen, so die Botschaft.  

    Witkoff wird nächste Woche in Moskau erwartet, um einen von Washington entworfenen Friedensplan zu besprechen. Offiziell wurde der Plan noch nicht veröffentlicht. Doch Berichten zufolge werde darin gefordert, dass sich die Ukraine aus den immer noch unter ihrer Kontrolle stehenden Teilen des russischen Donbass zurückziehe, ihre Streitkräfte reduziere und der NATO fernbleibe. Die europäischen Unterstützer der Ukraine lehnen jegliche territorialen Zugeständnisse ab und unterstützen weiterhin ihre NATO-Ambitionen.

    Russische Truppen haben innerhalb von zwei Wochen über 24 Siedlungen eingenommen, darunter Kupjansk, einen wichtigen Logistik-Knotenpunkt in der Region Charkow. Die Ukraine beharrt darauf, dass die Stadt unter ihrer Kontrolle bleibt.

    Mehr zum Thema ‒ Liveticker Ukraine-Verhandlungen – Kreml: Treffen Putins mit Witkoff für kommende Woche geplant

    0 min
  • FSB verhindert Terroranschlag auf Ferngasleitung im Raum Moskau

    Nach Angaben des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB hat ein 1969 geborener russischer Staatsbürger versucht, einen Terroranschlag auf eine Gaspipeline im Raum Moskau zu verüben. Der Täter agierte demnach im Auftrag ukrainischer Geheimdienste. Darüber berichten russische Staatsmedien am Samstag unter Verweis auf eine Mitteilung der Behörde in Moskau.

    Darin heißt es: "Der Inlandsgeheimdienst FSB verhinderte einen von ukrainischen Geheimdiensten geplanten Terroranschlag auf eine Ferngaspipeline im Gebiet Moskau." Der Täter sei nachts im Bezirk Serpuchow auf frischer Tat ertappt worden, als er versucht habe, einen selbstgebauten Sprengsatz zu platzieren.

    Bei dem Festgenommenen wurden demnach vier als Montagekleber getarnte, improvisierte Bomben sowie Kommunikationsgeräte zur Verbindung mit Auftraggebern in der Ukraine beschlagnahmt.

    Wie es heißt, wurde der russische Staatsbürger im Jahr 2024 von ukrainischen Geheimdiensten angeworben, während er sich in einem temporären Lager für Ausländer in der Ukraine aufgehalten hatte. In der Einrichtung sei er wegen Verstoßes gegen Einwanderungsgesetze untergebracht worden. Nach seiner Anwerbung sei der Agent Kiews unter dem Vorwand der Abschiebung nach Russland geschickt worden.

    Im November 2025 kaufte der Täter auf Anweisung seines ukrainischen Auftraggebers ein Auto und einen Elektrobohrer und holte anschließend anhand der ihm übermittelten Koordinaten selbstgebaute Bomben aus einem Versteck.

    "Im Auftrag der ukrainischen Geheimdienste sollte der Mann über der Gaspipeline ein Loch in den Boden bohren, anschließend einen Sprengsatz aktivieren und dort platzieren."

    Nach der Erfüllung seines Auftrags musste er ins Ausland reisen und über Drittländer in die Ukraine zurückkehren, berichtet der FSB.

    Mehr zum Thema ‒ Attentäter neutralisiert: FSB verhindert Terroranschlag auf Bahngleise

    0 min
  • Tumulte rund um AfD-Jugendkongress: Polizei setzt Wasserwerfer gegen Blockierer ein

    Die AfD trifft sich an diesem Wochenende zur Neugründung ihrer Jugendorganisation im hessischen Gießen. Bereits im Vorfeld waren zahlreiche Gegendemonstranten angekündigt worden. Am Samstagmorgen sind die Ereignisse eskaliert. Viele Veranstaltungsteilnehmer können aufgrund von Blockaden nicht zur Messehalle gelangen. 

    Berichten zufolge haben mehrere Tausend Demonstranten die Zufahrtswege nach Gießen blockiert. 16 Zufahrtsstraßen sollen insgesamt blockiert sein. Die Polizei setzte daraufhin Wasserwerfer, Pfefferspray und Schlagstöcke ein, um die Blockade-Teilnehmer zu verdrängen. 

    Bilder aus Gießen zeigen, wie die Antifa unter anderem Zugangsunterführungen zur Messehalle mit Sprintern blockiert. Wie die Polizei Mittelhessen mitteilte, kontrollieren Demonstranten die durchfahrenden Autos auf der L3020 und demolieren die Fahrzeuge. Einige AfD-Anhänger berichten, sie seien schon am frühen Morgen von der Polizei zum Veranstaltungsort eskortiert worden.

    <img src="https://mf.b37mrtl.ru/deutsch/images/2025.11/original/692ac0abb480cc37882f6f33.jpg" alt="" />

    "Um mal ein Eindruck der zahlreichen Blockaden rund um Gießen zu bekommen. Es sind nicht nur große Demonstrationszüge, sondern auch kleine Straßenblockaden an Feldwegen, wie diesem. Polizei weit und breit nicht zu sehen", schrieb Tagesspiegel-Korrespondent Julius Geiler auf X. 

    Um mal ein Eindruck der zahlreichen Blockaden rund um Gießen zu bekommen. Es sind nicht nur große Demonstrationszüge, sondern auch kleine Straßenblockaden an Feldwegen, wie diesem. Polizei weit und breit nicht zu sehen. #Gi2911 #2911Gi pic.twitter.com/o0h0rwKrFS

    — julius geiler (@glr_berlin) November 29, 2025

    Dass manche der AfD-Gegner auch vor dem Einsatz von Gewalt nicht zurückschrecken, zeigt ein Video aus dem Auto des Berliner AfD-Politikers Martin Kohler. Eine Scheibe seines Autos ging durch einen Steinwurf zu Bruch. Bemerkenswert: Auch Jean-Pascal Hohm, der designierte Vorsitzende der neuen AfD-Jugendorganisation, soll noch auf dem Anfahrtsweg festsitzen, weit entfernt vom Veranstaltungsort.

    Auf einem in den sozialen Medien geposteten Video ist zu sehen, wie sich die Menge der Demonstranten auf die Polizisten zubewegt, woraufhin die Beamten zur Verteidigung gegen sie zu Schlagstöcken greifen.

    Massiver Schlagstock-Einsatz jetzt auf der Bundesstraße. Danach Pfeffersprayeinsatz. Polizei droht mit Wasserwerfer. #gi2911 #2911GI #Giessen @Tagesspiegel pic.twitter.com/uB5uManQbp

    — julius geiler (@glr_berlin) November 29, 2025

    Einige Videos vom Ort des Tumults setzte Julius Geiler ins Netz. Er berichtete auch vom Einsatz der Wasserwerfer auf der blockierten Bundesstraße. 

    Polizei setzt Wasserwerfer auf der Bundesstraße ein. #2911Gi @Tagesspiegel #Giessen pic.twitter.com/t45fLUUccK

    — julius geiler (@glr_berlin) November 29, 2025

    Die Polizei bestätigte ebenfalls den Einsatz von Wasserwerfern. "Wir räumen aktuell eine Blockade von 2000 Personen auf der B49, nachdem die Gruppe auf die mündliche Aufforderung, die Straße frei zu machen, nicht reagiert hat. Zur Räumung setzen wir auch den Wasserwerfer ein", teilte die Polizei Mittelhessen auf X mit.

    Jetzt auch ein zweiter Wasserwerfer im Einsatz auf der B429. Natürlich werden nicht nur Demonstranten nass, sondern auch Polizisten. (Und Reporter) @Tagesspiegel #Gießen #gi2911 pic.twitter.com/g5reaPg4u4

    — julius geiler (@glr_berlin) November 29, 2025

    Laut einem Bericht von WELT-TV seien Polizisten von Demonstranten mit Flaschen und Steinen beworfen worden. Unter den Beamten gebe es die ersten Verletzten. Das Gelände rund um den Veranstaltungsort habe sich in eine Sperrzone verwandelt, so Reporter vor Ort.

    Hunderte AfD-Anhänger gelangen derzeit aufgrund der Blockaden nicht nach Gießen. Medienberichten zufolge sollen sie nun zu einem Treffpunkt außerhalb der Stadt gelotst und dann von der Polizei zum Veranstaltungsort Messehalle gebracht werden. Die AfD-Gegner greifen dabei auch zu für sie selbst riskanten Blockademethoden. So sollen sich einige Aktivisten von einer Brücke abgeseilt haben.

    Mittlerweile kritisieren Aktivisten aus der rechten Szene die AfD scharf für die Wahl Gießens als Versammlungsort. Angesichts der Selbstjustiz linker Gruppen fordern auch die ersten CDU-Bundestagsabgeordneten ein Antifa-Verbot. "In meinem Heimatort spielen Linksextreme Selbstjustiz. Es ist überfällig diese Banden zu ächten", schrieb Johannes Volkmann auf X.

    In meinem Heimatort spielen Linksextreme Selbstjustiz. Es ist überfällig diese Banden zu ächten. https://t.co/TxWStDf0Pg

    — Johannes Volkmann (@jbvolkmann) November 29, 2025

    Mehr Details in Kürze …

    0 min
  • Die chinesische Wirtschaft gewinnt dank Russland gegenüber ihren Konkurrenten

    Von Olga Samofalowa

    Russland ist dank seiner rechtzeitigen Neuausrichtung gen Osten in den letzten zehn Jahren zum größten Ölversorger Chinas mit einem Anteil von rund 20 Prozent geworden, erklärte Igor Setschin, Exekutivsekretär der Kommission für die Entwicklung der Energiewirtschaft beim Präsidenten der Russischen Föderation und Chef von Rosneft.

    Dank der höheren Effizienz der Erdölkäufe aus Russland im Vergleich zur Alternative aus dem Nahen Osten beläuft sich der Gesamtwirtschaftseffekt für China ab dem Jahr 2022 auf etwa 20 Milliarden US-Dollar, verkündete Setschin auf dem russisch-chinesischen Energie-Wirtschaftsforum.

    Damit hat Peking nach dem Jahr 2022 den Import von Öl noch kosteneffektiver gemacht, im Gegensatz zur Europäischen Union, die im Gegenteil die Effizienz ihrer Importe verringert hat. Dies ist einer der wichtigen Wettbewerbsvorteile der chinesischen Wirtschaft insgesamt und insbesondere im Vergleich zur konkurrierenden europäischen Wirtschaft.

    Die gleiche Situation ist auch im Bereich der Elektrizität zu beobachten. Für die Industrie in Russland und China ist Elektrizität mehr als doppelt so günstig wie in den USA und drei- bis viermal günstiger als in einer Reihe von EU-Ländern, stellte Setschin fest. Dies sei ein grundlegender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaften beider Länder, fügte er hinzu. Grund dafür ist, dass China nicht so rigoros und drastisch wie die EU auf Kohle verzichtet, aber gleichzeitig aktiv erneuerbare Energien fördert. In Peking ist man sich bewusst, dass man, um etwas Altes aufzugeben, zunächst etwas Neues schaffen muss, das es ersetzt.

    Die Zusammenarbeit zwischen Russland und China entwickelt sich auch im Gasbereich aktiv. Russland hat einen Anteil von mehr als 20 Prozent am chinesischen Gasimportmarkt, was es zu einem der wichtigsten Partner Chinas bei der Gewährleistung der Energiesicherheit macht. Ein Fünftel des von China importierten Gases stammt aus Russland, betonte Setschin. China ist bestrebt, auch die Gaslieferungen effizienter zu gestalten. Aus diesem Grund hat es in diesem Jahr begonnen, russisches Flüssiggas zu kaufen, das mit Sanktionen belegt ist. Nach inoffiziellen Informationen beträgt der Rabatt darauf zwischen 20 und 30 Prozent, was bedeutet, dass Peking damit einen echten Coup landen und sich einen weiteren Wettbewerbsvorteil auf der Weltwirtschaftsbühne verschaffen wird.

    Interessant ist die Berechnung des wirtschaftlichen Nutzens Chinas aus dem Kauf von russischem Öl ab dem Jahr 2022. Möglicherweise geht es um den Preisunterschied zwischen der russischen Sorte Urals und der nordischen Sorte Brent. Das mit Sanktionen belegte russische Öl ist für China billiger, wodurch sich Einsparungen ergeben. Igor Juschkow, Experte der Finanzuniversität der russischen Regierung und des russischen Fonds für nationale Energiesicherheit, argumentiert:

    "Während des gesamten Jahres 2024 und eines Großteils des Jahres 2025 betrug der Preisunterschied zwischen Urals und Brent etwa 12 bis 13 US-Dollar pro Barrel. Möglicherweise hat man diesen Preisunterschied und die Menge an Öl, die wir auf dem Seeweg nach China geliefert haben, genommen und so die Einsparungen berechnet. Der Preisnachlass für Öl, das über Pipelines von Russland nach China transportiert wird, ist viel geringer – etwa zwei US-Dollar. Daher geht es eher um Urals-Öl, das auf dem Seeweg transportiert wird.

    Bis 2022 war China bereits der größte Abnehmer von russischem Öl, wenn man die Statistiken für einzelne Länder betrachtet. Insgesamt kauften die Länder der Europäischen Union natürlich mehr als China allein. Aber nach 2022 begann die Volksrepublik China, viel mehr von unserem Öl zu kaufen als zuvor. Waren es früher vor allem Öl aus der Ostsibirien-West-Petersburg-Pipeline (OSWP) und aus Sachalin, das über Pipelines durch Kasachstan und über die OSWP zum Hafen transportiert wurde, so stiegen nach 2022 die Liefermengen von Urals-Öl auf dem Seeweg aus den westlichen russischen Häfen – Noworossijsk und den Häfen der Region Leningrad."

    Russland hat auf dem chinesischen Markt vor allem Lieferanten aus dem Nahen Osten verdrängt – Saudi-Arabien, den Irak und Produzenten aus Afrika. Sie seien in der Rangliste der Lieferanten auf niedrigere Positionen zurückgefallen und hätten den Spitzenplatz an russische Lieferungen abgegeben, betont der Experte. Das Gleiche geschah auch auf dem indischen Markt. Allerdings dürften die Nahost-Partner die Situation Russland kaum übel genommen haben, da sie den europäischen Absatzmarkt erhalten haben und weiterhin wie zuvor Gewinne erzielen konnten, meint Juschkow. Sergei Tereschkin, Generaldirektor von Open Oil Market, bemerkt seinerseits:

    "Die Ölexporte aus Russland nach China stiegen von 12,8 Millionen Tonnen im Jahr 2005 auf 108,5 Millionen Tonnen im Jahr 2024, und der Anteil Russlands an den chinesischen Importen stieg von 10 auf 20 Prozent.

    Zum Vergleich: Der Anteil Saudi-Arabiens, des zweitgrößten Lieferanten, betrug im vergangenen Jahr 14 Prozent, der Anteil Malaysias 13 Prozent."

    Er fügt hinzu, dass Malaysias Anteil an den chinesischen Ölimporten im Jahr 2021 noch bei nur vier Prozent lag, bis zum Ende des Jahres 2024 jedoch bereits 13 Prozent erreichte. Der Grund dafür sind Lieferungen von iranischem Öl, das mit Sanktionen belegt ist. Tereschkin erklärt:

    "Mehr als zwei Drittel der Lieferungen aus Malaysia bestehen aus iranischem Öl, das über malaysische Häfen auf den chinesischen Markt gelangt. Dieser Anstieg des Anteils hing mit der Lockerung der Sanktionsüberwachung zusammen, die im Jahr 2022 aufgrund des Bestrebens der Biden-Regierung, die Schwankungen der Ölpreise zu glätten, erfolgte."

    Nach dem Jahr 2022 begann China, noch mehr sanktioniertes Öl zu kaufen, sagt Juschkow. Es kaufte bereits iranisches und venezolanisches Öl, das unter Sanktionen steht, und steigerte dann seine Einkäufe von russischem Öl, das ebenfalls unter Sanktionen steht. Auf diese Weise stieg der Anteil des sogenannten Discount-Öls in der Kraftstoffbilanz der Volksrepublik China erheblich, so der Energieexperte. Russisches Öl sei für China billiger – und darin liege seine größte Effizienz. Tereschkin bemerkt:

    "Der Durchschnittspreis für Öllieferungen aus Russland nach China lag 2024 bei 574 US-Dollar pro Tonne, während er aus Saudi-Arabien bei 609 Dollar pro Tonne lag. Im Jahr 2021 war russisches Öl hingegen das teuerste: 509 US-Dollar pro Tonne gegenüber 502 US-Dollar pro Tonne für saudisches Öl und 479 US-Dollar pro Tonne für malaysisches (im Grunde genommen iranisches) Öl."

    Iranisches Öl, das über Malaysia nach China geliefert wird, ist heute übrigens sogar billiger als russisches Öl, das mit Sanktionen belegt ist.

    Russland und China haben gleichzeitig ihre Bereitschaft zur Ausweitung der Zusammenarbeit bekundet. Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping betonte, dass China bereit sei, mit Russland zusammenzuarbeiten, um die umfassende Energiepartnerschaft kontinuierlich zu stärken.

    Laut Setschin wird China in den nächsten fünf Jahren – bis zum Jahr 2030 – seine Ölimporte um weitere 1,4 Millionen Barrel pro Tag steigern, was auch Prognosen internationaler Analyseagenturen zeigen würden. Die Wachstumspunkte des weltweiten Ölverbrauchs liegen im asiatisch-pazifischen Raum, vor allem in China, betont er.

    Was den Gasmarkt betrifft, so sei es nicht gelungen, die in Europa verlorenen Exportmengen nach China umzuleiten, da hierfür eine Infrastruktur aufgebaut werden müsse und dafür zunächst ein langfristiger Vertrag abgeschlossen werden müsse, sagt Juschkow. Daher musste Russland die Gasförderung drosseln.

    Der Anstieg der Gaslieferungen über die Pipeline Power of Siberia 1 ist jedoch ein planmäßiger Anstieg im Rahmen eines Vertrags, der lange vor dem Jahr 2022 – im Frühjahr 2014 – unterzeichnet wurde. Derzeit könnte es im Rahmen der geplanten Ausweitung der Zusammenarbeit im Gasbereich um die Unterzeichnung eines Vertrags über Gaslieferungen über Power of Siberia 2 sowie um eine Erhöhung der Flüssiggaslieferungen nach China gehen. Dabei hat Peking seit diesem Jahr begonnen, sanktioniertes Flüssiggas aus dem Projekt Arctic LNG 2 zu kaufen, für das laut inoffiziellen Informationen ein Rabatt von bis zu 20 bis 30 Prozent gewährt werden kann. Auch hier kann Peking kräftig sparen.

    Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 26. November 2025 auf der Webseite der Zeitung "Wsgljad" erschienen.

    Olga Samofalowa ist Wirtschaftsanalystin bei der Zeitung "Wsgljad".

    Mehr zum Thema – Kampf gegen Shein und Temu - EU gesteht Ohnmacht gegenüber chinesischer Handelsexpansion ein

    0 min
  • "Kallassale Entdeckungen" – Medinski bietet Kallas Nachhilfe in Geschichte an

    Als "kallassale Entdeckungen" hat der Assistent des russischen Präsidenten, Wladimir Medinski, die jüngsten Äußerungen der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas bezeichnet. Die Chefdiplomatin der Europäischen Union hatte zuvor während einer Pressekonferenz im Rahmen des Informellen Rats für Auswärtige Angelegenheiten am 26. November behauptet, dass Russland in den vergangenen 100 Jahren "über 19 Länder" überfallen hätte. Kallas wörtlich:

    "In den letzten 100 Jahren hat Russland mehr als 19 Länder angegriffen, einige davon drei oder vier Mal. Keines dieser Länder hat je Russland angegriffen."

    Medinski reagierte am 28. November mit einem "Crashkurs der russischen Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts für Kaja Kallas". In einem ironischen Beitrag auf Telegram schrieb er mit Blick auf den Russisch-Japanischen Krieg, die ausländischen Interventionen im Russischen Bürgerkrieg sowie die beiden Weltkriege:

    "1904: Russland überfällt hinterhältig Japan im russischen Port-Arthur.

    1914: Überfall auf Deutschland in den westlichen Gouvernements des Russischen Imperiums.

    1918: Russland greift England in Murmansk, die USA in Archangelsk, Frankreich in Odessa, Japan und die USA in Wladiwostok und Sibirien an.

    1919 hebe ich besonders hervor. Russland greift das junge unabhängige Estland bei Pskow und ein noch unabhängigeres Polen bei Kiew an.

    1941 ist der Gipfel der Hinterhältigkeit erreicht: ein Überfall auf das wehrlose Deutschland in den verschneiten Feldern bei Moskau."

    Medinski fügte ein Angebot über "persönliche Nachhilfe" für Kallas hinzu, die er als eine "in jeder Hinsicht (außer einiger Bildungslücken) angenehme junge Dame" bezeichnete. Abschließend schrieb er:

    "Wir verstehen, dass Estland ein kleines Land ist, und dass es in diesem Bruchstück der UdSSR schwierig war, das sowjetische Bildungsniveau aufrechtzuerhalten, als Kaja zur Schule ging."

    Die Außenbeauftragte der EU war schon zuvor durch Besorgnis erregende Unkenntnis historischer Tatsachen aufgefallen. Im September wurde sie laut eigener Aussage von der Erkenntnis "überrascht", dass die Sowjetunion und China im Zweiten Weltkrieg gemeinsam gekämpft und gesiegt haben.

    Mehr zum Thema - Warum die EU so kaputt ist? Werfen wir einen Blick auf ihre Spitzendiplomatin

    0 min
  • Tödliches Risiko: Warum will Macron Truppen nach Kiew und Odessa schicken?

    Von Polina Duchánowa

    Europas "Koalition der Willigen" hält an ihrer Absicht fest, ein Truppenkontingent in die Ukraine zu entsenden – ohne allerdings an der Front eingesetzt zu werden, erklärte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Laut Macron kämen Kiew und Odessa sowie zusätzlich die Nachbarländer der Ukraine als mögliche Standorte infrage. Moskau hat wiederholt betont, dass jegliche ausländische Truppen in der Ukraine ein legitimes Ziel russischer Streitkräfte werden. Experten führen Macrons Beharren auf der Idee eines europäischen Kontingents auf Realitätsferne und ein unzureichendes Lageverständnis zurück.

    Angesichts des erneut angelaufenen Prozesses der friedlichen Beilegung des Ukraine-Konflikts bemüht sich Europa weiterhin, auch für sich selbst einen Platz darin zu finden (den es dort aktuell nicht hat) und Stärke zu demonstrieren. So erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron in einem Interview für den Radiosender RTL, die sogenannte Koalition der Willigen halte an ihrer Absicht fest, ein Militärkontingent in die Ukraine zu entsenden.

    Macron geht davon aus, dass diese Einheiten fernab der Front stationiert werden – beispielsweise "in befestigten Räumen von Kiew oder Odessa". Ihm zufolge werden "französische, britische und türkische Militärangehörige nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens ukrainische Soldaten ausbilden und für die Sicherheit sorgen."

    Dies allerdings, so Macron, erst nach Friedensschluss. Er betonte:

    "Wir hatten nie die Absicht, unsere Truppen an die Front zu schicken."

    Mehr noch: Die an besagten Truppen beteiligten Kontingente der jeweiligen Luftstreitkräfte könnten auch in Nachbarländern stationiert werden, ihre Operationen würden aber mit der ukrainischen Luftwaffe koordiniert. Der französische Präsident ließ sich nicht nehmen, Russland erneut als Bedrohung zu bezeichnen, und schrieb dem Land zu, eine strategische Konfrontation gegen Europa zu führen. Natürlich müsse man dabei Stärke zeigen, so Macron:

    "Wenn wir Franzosen uns verteidigen wollen, müssen wir angesichts einer Macht, die die größte Bedrohung für uns darstellt, zeigen, dass wir nicht schwach sind."

    Geständnis europäischer Politiker – und ihr Bekenntnis zum Nazitum als "europäischem Wert"

    Moskau nahm seine Worte zur Kenntnis und nannte sie "überaus aggressiv". Russlands Außenminister Sergei Viktorowitsch Lawrow wertete Macrons Pläne, Stärke zu demonstrieren und Truppen in die Ukraine zu entsenden, als reine Illusion:

    "Das sind bloße Träumereien, die nichts mit einer friedlichen Konfliktbeilegung zu tun haben."

    Er qualifizierte zudem die Erklärungen europäischer Politiker, sie würden der Ukraine bis zum Ende beistehen, da diese "für europäische Werte kämpft", als "Geständnis" – auch in der Frage, was dies für Werte sind:

    "Das bedeutet, dass Europa die Ideologie und Praxis des Nazismus fördert, die in der Ukraine legalisiert wurden. Das bedeutet auch, dass Europa Rassismus fördert, der sich in einem gesetzlichen Verbot der russischen Sprache und alles Russischen, einschließlich der Kultur und der Medien, sowie einem Verbot der kanonischen ukrainisch-orthodoxen Kirche äußert."

    Russlands Chefdiplomat erinnerte zudem daran, dass Europa bereits die Chance gehabt habe, sich an einer friedlichen Beilegung des Ukraine-Konflikts zu beteiligen, diese aber nicht genutzt habe:

    "Wenn sie jetzt sagen: 'Wagt ja nicht, etwas ohne uns zu tun' – ihr hattet eure Chance bereits. Ihr habt sie nicht genutzt. Ihr habt sie einfach vertan."

    Russland hat sich wiederholt zu den Plänen europäischer Staats- und Regierungschefs geäußert, Militärkontingente in der Ukraine zu dislozieren. Insbesondere Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin äußerte sich Anfang September 2025 auf der Plenarsitzung des Östlichen Wirtschaftsforums unmissverständlich zum Schicksal europäischer Truppen:

    "Was nun mögliche Militärkontingente in der Ukraine betrifft: Diese sind einer der Hauptgründe dafür, warum die Ukraine in die NATO hineingezogen wird. Sollten also Truppen dort auftauchen, insbesondere jetzt während der Kampfhandlungen, gehen wir davon aus, dass diese legitime Ziele für Angriffe sein werden."

    Der russische Präsidentensprecher Dmitri Peskow äußerte sich später in ähnlichem Tenor und wies auf die möglichen Konsequenzen einer solchen Entscheidung der "Koalition der Willigen" hin:

    "Wie immer gibt es Länder, die eine Position der fanatischen Besessenheit einnehmen und die verheerenden Folgen solch leichtsinnigen Handelns entweder nicht verstehen können oder nicht verstehen wollen. Und es gibt wiederum Länder, die die Realität viel besser verstehen."

    Zu Letzteren zählt insbesondere Ungarn. Die Staatsführung des Landes hat stets auf der Sinnlosigkeit und Schädlichkeit der europäischen Finanzierung des Ukraine-Konflikts bestanden. Wie Ministerpräsident Viktor Orbán jedoch beklagte, befürworten die EU-Spitzen weiterhin die Fortsetzung der Kampfhandlungen in der Ukraine und haben bereits eine Art "Militärbündnis" geschlossen, das sie als "Koalition der Willigen" bezeichnen. Orbán kommentierte dies bei einer Kundgebung vor dem nationalen Parlament im Anschluss an den Friedensmarsch in Budapest am 23. Oktober wie folgt:

    "Willige – willig, andere in den Tod zu schicken und die Ukraine mit noch mehr Waffen und Geld zu versorgen."

    Schädliche Ideen

    In einem Gespräch mit RT vermerkte Politologe und Wirtschaftswissenschaftler Alexander Dudtschak, Experte an der Denkfabrik GUS-Institut: Die anhaltenden Versuche europäischer Politiker, über den Einsatz ihrer Truppen in der Ukraine zu diskutieren, stellen eine bewusste Provokation dar – eine Provokation mit dem Ziel, jegliche Aussichten auf einen Friedensprozess zu begraben. Er betonte, dass solche Pläne völlig realitätsfern seien und keine Chance hätten, von Russland im Rahmen möglicher Abkommen akzeptiert zu werden:

    "Sie sollten diese schädlichen Ideen beizeiten aufgeben – sie sind völlig realitätsfern. Sie tun alles, um den Beilegungsprozess zum Scheitern zu bringen, denn Russland wird solchen Bedingungen ganz offensichtlich nicht zustimmen. Das bedeutet also, sie warten auf einen Waffenstillstand, um sofort ihre Truppen zu entsenden – und die Ukraine wird sich dann unter ihre Kontrolle wiederfinden. Russland braucht diese Art von Frieden nicht."

    Dudtschak macht darauf aufmerksam, dass die europäischen Pläne bereits die Möglichkeit von Verhandlungen faktisch ausschließen. Denn sie sehen die Präsenz ausländischer Truppen in Gebieten vor, die ihren Berechnungen zufolge unmittelbar nach einer Kampfpause unter externe Kontrolle gebracht werden sollen.

    Wladimir Schapowalow, Politikwissenschaftler, Historiker und Vorstandsmitglied der Russischen Gesellschaft für Politikwissenschaft, stimmt dem zu. Seiner Ansicht nach seien die Aussagen europäischer Staats- und Regierungschefs über die Entsendung von Truppen nicht bloß realitätsfern – sondern eine bewusste Realitätsverweigerung und ein Versuch, das eigene Unvermögen zu verschleiern, das Scheitern des von ihnen unterstützten Kiewer Regimes anzuerkennen. Er betonte, die europäische Rhetorik werde als Instrument der innenpolitischen Öffentlichkeitsarbeit und als Mittel zur Sabotage der Verhandlungen zwischen Russland und den USA über eine Beilegung des Ukraine-Konflikts missbraucht. Der Experte sagte in einem Gespräch mit RT:

    "Diese Aussage Macrons ist, wie alle anderen Äußerungen westeuropäischer Staats- und Regierungschefs, völlig realitätsfern. Sie ist reine Fantasie des französischen Präsidenten. Alles, was er heute über Russland gesagt hat, beweist seine Unfähigkeit, die Situation rational zu analysieren und strategisch zu denken. Seine europäischen Kollegen legen dasselbe Manko an den Tag. Ihre Unfähigkeit, die Niederlage des Kiewer Regimes, die auch ihre eigene ist, anzuerkennen, veranlasst sie dazu, den Verhandlungsprozess mittels für Russland inakzeptabler Bedingungen zu torpedieren."

    Seiner Wertung nach lassen sich Macrons aktuelle Äußerungen auch als PR-Maßnahme interpretieren, die auf die französische Öffentlichkeit abzielt, wo er sich "aus dem Nichts eine Gelegenheit zum Demonstrieren politischen Willens" schaffen wolle.

    Alexander Dudtschak betonte seinerseits, dass die Präsenz ausländischer Truppen in der Ukraine nicht nur zukünftige Eskalationen nicht verhindern, sondern vielmehr auch neue Länder in den Konflikt hineinziehen werde:

    "Andererseits hat die Ukraine lange davon geträumt, dass jemand sich auf ihrem Territorium disloziert und zu Kampfhandlungen gezwungen wird, wodurch sie offiziell zum Konfliktpartei wird."

    Wladimir Schapowalow bewertete die Risiken für den Westen durch einen Truppeneinsatz in der Ukraine und hielt fest: Eine Entsendung westlicher Truppen dorthin würde eine direkte Bedrohung für das Leben der Soldaten darstellen und könnte eine militärische Krise auslösen, da Russland gezwungen wäre, hart auf diese Verletzung seiner roten Linien zu reagieren. Er unterstrich, dass solche Schritte die ohnehin schwere Krise in den Beziehungen zwischen der EU und Russland unweigerlich verschärfen würden:

    "Für westliche Truppen wäre dies ein tödliches Risiko – sie würden von der russischen Armee vernichtet werden. Für Westeuropa bestünde die Gefahr einer weiteren Krise in den Beziehungen zu Russland – und damit einer sozioökonomischen Krise. Sollte die Entscheidung fallen, Truppen in die Ukraine zu entsenden, entstünde schließlich auch ein globales Sicherheitsrisiko, das mit der Kubakrise vergleichbar wäre."

    Übersetzt aus dem Russischen.

    Mehr zum Thema – Die Sieger des Zweiten Weltkriegs sind dazu gezwungen, die Verlierer erneut zu bestrafen

    0 min
  • Trump räumt russische Überlegenheit bei Eisbrechern ein

    US-Präsident Donald Trump hat offen zugegeben, dass die USA Russland bei der Zahl leistungsfähiger Eisbrecher deutlich unterlegen sind. Während Moskau über mehr als 40 Eisbrecher verfügt, darunter sieben nuklear betriebene Schwer-Eisbrecher, besitzt Washington derzeit nur eines dieser Spezialschiffe. Eisbrecher sind unverzichtbar, um die Schifffahrt in eisbedeckten arktischen Regionen zu ermöglichen und hohe Breiten zugänglich zu machen.

    "Wissen Sie, wir haben im ganzen Land nur eines", sagte Trump am Donnerstag in einer Telefonschalte mit Angehörigen der US-Streitkräfte. "Russland hat 48, und wir haben eines – das ist einfach lächerlich." Der US-Präsident betonte, die Vereinigten Staaten arbeiteten daran, diese Lücke zu schließen. Gemeinsam mit Finnland sollen elf neue Eisbrecher gebaut werden.

    "Wir machen das in Zusammenarbeit mit Finnland und einigen anderen Leuten. Die bauen … 90 Prozent aller Eisbrecher, sie haben darin viel Erfahrung", sagte er, ohne zu präzisieren, wer die "anderen" seien. Die neuen Schiffe würden "sehr bald" geliefert, so Trump. Anschließend wolle er weitere elf bestellen.

    Den Kauf der elf finnischen Eisbrecher hatte Trump bereits im Oktober während eines Treffens mit Finnlands Präsident Alexander Stubb angekündigt. Der Vertrag soll ein Volumen von rund 6,1 Milliarden US-Dollar haben, die erste Lieferung wird für das Jahr 2028 erwartet. Washington sieht das Programm als Schritt zur Stärkung seiner Präsenz in der Arktis und zur Wiederherstellung der "maritimen Dominanz" der USA.

    Während die Vereinigten Staaten ihren Rückstand erst zu schließen versuchen, baut Russland seinen Vorsprung weiter konsequent aus. Am 18. November 2025 wurde in der Baltischen Werft in Sankt Petersburg der Atomeisbrecher "Stalingrad" auf Kiel gelegt – das siebte Schiff des leistungsstarken Projekts 22220. Die Zeremonie, bei der ein 103-jähriger Veteran der Schlacht von Stalingrad eine Kapsel mit Erde vom Mamajew-Hügel übergab, fand bewusst am Jahrestag des Beginns der sowjetischen Gegenoffensive von 1942 statt.

    Präsident Wladimir Putin betonte in einer Videobotschaft, dass der Name "Stalingrad" ein Signal für die Beständigkeit und Leistungsfähigkeit Russlands in einem schwierigen geopolitischen Umfeld sei – ein Symbol nationaler Selbstbehauptung. 

    Mit mehr als 40 Eisbrechern verfügt Russland weltweit über die größte und leistungsfähigste Flotte. Besonders die nuklear betriebenen Schwer-Eisbrecher der Klasse Projekt 22220 ermöglichen Passagen durch bis zu drei Meter dickes Eis und sichern so ganzjährig die Schifffahrt entlang der Nördlichen Seeroute.

    Vor dem Hintergrund der verbesserten Beziehungen zwischen den USA und Russland, die durch gemeinsame Friedensbemühungen in der Ukraine angestoßen wurden, heben russische Vertreter die Vorteile einer erneuten Zusammenarbeit in der Arktis hervor. Putin erklärte, russische Unternehmen verfügten über das nötige Kapital und die Technologie, um große gemeinsame Projekte zu realisieren – auch in Alaska und der Arktis.

    Gleichzeitig unterstreicht der kontinuierliche Ausbau der Flotte – inklusive der bis 2030 geplanten 14 weiteren Eisbrecher – Moskaus langfristige Strategie zur Sicherung seiner Interessen im Nordpolargebiet.

    Mehr zum Thema - USA beginnen "Eisbrecherrennen" mit Russland

    0 min
  • Ein Wendepunkt? Südkorea kauft plötzlich russisches Aluminium und Kohle

    Südkorea hat zum ersten Mal in der modernen Geschichte Aluminium im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar aus Russland gekauft – von Januar bis Oktober beliefen sich die Importe auf einen Rekordwert von 1,1 Milliarden US-Dollar. Das berichtet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf Daten des koreanischen Statistikamtes. Die Agentur erklärt:

    "Insgesamt hat Seoul in den ersten zehn Monaten dieses Jahres Aluminium und Aluminiumprodukte im Wert von etwas mehr als 1,11 Milliarden US-Dollar aus Moskau gekauft – das ist 1,6-mal mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2024. Damit hat das Gesamtvolumen erstmals eine Milliarde Dollar überschritten. Die südkoreanischen Importe beliefen sich im Oktober auf 121,9 Millionen Dollar, was einem Anstieg von 8 Prozent gegenüber dem Vormonat und einem Anstieg von einem Viertel gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht."

    Zu den wichtigsten Importgütern Seouls zählen da vor allem Rohaluminium sowie Aluminiumbleche und Aluminiumdraht. Nach zehn Monaten stieg Russland also vom dritten auf den zweiten Platz unter den wichtigsten Lieferanten von Aluminium und Aluminiumprodukten nach Südkorea auf, so RIA Nowosti weiter. An der Spitze bleibt China (mit Lieferungen im Wert von 1,45 Milliarden US-Dollar), gefolgt von Australien (910,2 Millionen), den USA (612,1 Millionen) und Indien (491,3 Millionen US-Dollar).

    Aluminium ist jedoch nicht das Einzige, was Seoul in letzter Zeit aus Russland bezogen hat. Zum ersten Mal seit Jahren wurden wieder umfangreiche Einkäufe von russischer Kohle getätigt, schreibt die Zeitung Kommersant. Dabei ist der südkoreanische Markt einer der wichtigsten für Kohle in Asien. Zuvor hatte Südkorea auf andere Lieferanten umgestellt, insbesondere aus Kolumbien. Die Zeitung Kommersant merkt an:

    "Im Juli wurde Russland zum führenden Lieferanten von Energiekohle nach Südkorea und verschiffte 2,7 Millionen Tonnen, was den höchsten Monatswert seit dem Jahr 2022 darstellt.
    Im August stieg der Export um 54,6 Prozent auf 3,76 Millionen Tonnen, wodurch Russland seinen ersten Platz vor Indonesien (3,74 Millionen Tonnen) und Australien (2,7 Millionen Tonnen) behaupten konnte.
    "

    Experten führen das gestiegene Interesse an russischen Angeboten auf Lieferengpässe bei australischer Kohle sowie auf die attraktiven Preise für russische Rohstoffe zurück. Alexander Kotow, Beratungspartner bei dem Unternehmen NEFT Research, geht in einem Gespräch mit Kommersant davon aus, dass Russland einen bedeutenden Anteil am südkoreanischen Markt behalten wird und die Lieferungen moderat steigen könnten, insbesondere in Zeiten der Spitzennachfrage. Dies hängt auch damit zusammen, dass einer der großen asiatischen Lieferanten – Indonesien – seine Förderung reduzieren will und einer der größten Abnehmer – China – große Mengen kauft. Hier spielen also sowohl wirtschaftliche als auch geopolitische Faktoren eine Rolle, weshalb russische Rohstoffe auf die Märkte zurückkehren, von denen man sie nach dem Jahr 2022 zu verdrängen versuchte.

    Mehr zum Thema – Der Handel mit befreundeten Ländern hat das Exportmodell Russlands verändert

    0 min
  • Ungültige Pässe, gültige Visa: Baerbocks Visa-Politik unter strafrechtlicher Prüfung

    Die Visa-Vergabe an Afghanen unter Annalena Baerbock gerät zunehmend unter juristische Beobachtung. Anfang 2024 stießen Bundespolizisten am Flughafen Hannover auf 16 Afghanen mit ungültigen oder gefälschten Pässen. Die an sie ausgestellten Visa waren dennoch gültig.

    Elf davon stammten von einem Beamten in Brandenburg; die Staatsanwaltschaft Cottbus prüft seit über eineinhalb Jahren den Verdacht der Urkundenfälschung und Falschbeurkundung.

    Für fünf weitere Visa sei ein anderer Mitarbeiter verantwortlich, gegen den Berlin das Verfahren einstellte, obwohl während der Ermittlungen weitere verdächtige Fälle bekannt geworden waren. Parallel läuft in Berlin ein Verfahren gegen einen dritten Mitarbeiter, der in Islamabad Kollegen angewiesen haben soll, Visa trotz zweifelhafter Unterlagen auszustellen.

    Die Affäre offenbart die Kollision zwischen politischem Migrationsdruck und rechtlicher Kontrolle. Mitarbeiter des Auswärtigen Amts handelten offenbar nach Vorgaben, mit denen interne Prüfmechanismen ausgehebelt wurden.

    Unterschiedliche Entscheidungen der Staatsanwaltschaften Cottbus und Berlin verdeutlichen die juristische Grauzone und werfen Fragen nach Verantwortlichkeit und Systematik in der Baerbock-Ära auf.

    Seit bekannt wurde, dass Außenministerin Annalena Baerbock Präsidentin der UN-Generalversammlung werden sollte, sorgte ihre Nominierung für Kritik. Viele Fragen richteten sich darauf, wie sie auf den Posten gelangen konnte.

    Das UN-Hochhaus am East River in New York wurde zu Baerbocks Arbeitsplatz. Ein Jahr lang leitet sie die Treffen der Delegationen der 193 Mitgliedstaaten. Die Rolle gilt als prestigeträchtig, ermöglicht jedoch kaum direkten politischen Einfluss.

    Baerbock sicherte sich den Posten, obwohl ursprünglich die erfahrene Karrierediplomatin Helga Schmid vorgesehen war. Intern wie extern stieß dies auf Kritik. Offiziell verteidigte Baerbock ihren Schritt mit dem Hinweis, dass frühere Außenminister auf ähnliche Weise nach New York gewechselt seien.

    Mehr zum Thema – Traditionelles Nicht-Ereignis in Brüssel: die jährlich gehaltene "Rede zur Lage der Union"

    0 min

About RT DE

From the publisher's feed

RT DE