Im Gespräch mit Beate Rupietta, Geschäftsführerin aus Dortmund
Folge 13 – Pflegearbeit im Ruhrgebiet
mit Beate Rupietta, Geschäftsführerin aus Dortmund
Rupietta ist Gründerin und Geschäftsführerin des Zeitarbeitsunternehmens Assum.
Das Unternehmen stellt Krankenhäusern Fachkräfte im Bereich der Pflege mit dem
Schwerpunkt Funktionskräfte bei Personalengpässen zur Verfügung. Gemeint sind
hier Fachpflegekräfte für OP, Anästhesie, Intensiv, Aufwachraum und
Notaufnahme. Die Fachkräfte selbst sind fest bei Assum angestellt und arbeiten
bei unterschiedlichen Auftraggebern. Für Beate Rupietta ist die Zufriedenheit
der Mitarbeiter wichtiges Ziel und hohes Gut. So bietet sie neben diversen
finanziellen, weiterbildenden und sonstigen Annehmlichkeiten auch eine
besondere Form der Betreuung.
Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci plant eine Bundesratsinitiative, die
Zeitarbeit in der Pflege verbieten zu lassen. Abgesehen davon, dass ein Verbot
europa- und verfassungsrechtlich mehr als bedenklich ist, wird hier wieder
einmal eine neue "Themen-Sau" durchs politische Dorf gejagt: Es gibt
im Gesundheitswesen und auf dem Arbeitsmarkt einen Berg von Themen, die auf
vernünftige Lösungen warten. Stattdessen werden von Herrn Spahn Pflegekräfte
für Pflegeeinrichtungen in homöopathische Dosen übers Land
"bewilligt" und ein Übeltäter für die knappe Fachkräftesituation
wird der Eindruck erweckt, die Zeitarbeit sei einmal wieder Wurzel allen Übels
auf dem Arbeitsmarkt. Wenn man aber einmal einen Blick auf die Relationen
wirft, kann man feststellen, dass Zeitarbeit auf dem Beschäftigungsmarkt gerade
einmal 2% ausmacht. Das ist in der Pflege nicht anders. Auch hier finden sich
gerade einmal 2% der Pflegekräfte in Anstellung bei Personaldienstleistern.
Zeitarbeit ist also als selten zu betrachten und das aus gutem Grund: Sei
es, weil sie noch ein Studium oder eine Weiterbildung absolvieren, noch eine
Selbstständigkeit ausüben oder schlicht einfach nicht an ein Haus gebunden
die sich für einen Dienstleister als Arbeitgeber entscheiden, entscheiden sich
auch gleichzeitig für wechselnde Arbeitsumgebungen, wechselnde Arbeitswege,
wechselnde Kollegen und wechselnde Standards der einzelnen Häuser. Wer über
viele Jahre in der gleichen Beschäftigung verweilt, kann sich schwerlich
vorstellen, dass sich dahinter ein hohes Maß an Flexibilität und Konzentration
verbirgt. Und dies wird neben der hohen Qualifikation mitgebracht, die auch
Kräfte leisten also mehr, als ein Kollege, der die Routineabläufe im Schlaf
kennt. Mehr Leistung kostet aber auch mehr.
Man kann auch nicht erwarten, dass die Arbeit eines Handwerkers im
Notfall am Wochenende oder am Abend den gleichen Preis aufruft, wie die
geplante Leistung zu Kernarbeitszeiten. - Das ist schlicht Marktwirtschaft!
Rückschluss, dass nach einem Verbot, diese Kräfte wieder Anstellungen in
Krankenhäusern suchen, ist eine Milchmädchenrechnung. Diese Kräfte gehen der
Pflegetätigkeit vermutlich vollends verloren. Zeitarbeit in der Pflege ist ein
ausgezeichnetes Mittel, um vorrübergehende Personalengpässe in Krankenhäusern
zu überbrücken. Und es ist ein klares Zeichen der Wertschätzung an die
Stammbelegschaft, die dann eben
nicht aus dem Urlaub/Frei/der
Fortbildung zurückgerufen werden muss oder einmal die ganzen Überstunden
Gespräch über demografischen Wandel, Pflegenotstand und einen musikalischen
Hund auf www.ruhrpodcast.de
Info: https://www.assum.org/