Ref.: Weihbischof em. Dr. Marian Eleganti, Chur, Schweiz
Die traditionalistische Priesterbruderschaft St. Pius X. will am 1. Juli vier Priester zu Bischöfen weihen – und steht damit erneut im offenen Konflikt mit Rom. Der emeritierte Churer Weihbischof Dr. Marian Eleganti hat viel Verständnis für traditionsbewusste Katholiken. Dennoch blickt er mit großer Sorge auf die angekündigten Weihen. Im Standpunkt erklärt Eleganti, warum ausgerechnet nicht genehmigte Bischofsweihen von der Kirche als besonders gravierend eingestuft werden – andere Akte des Ungehorsams hingegen nicht automatisch zu ähnlichen Sanktionen führen. Außerdem sprechen wir mit ihm über die Folgen der unerlaubten Weihen für die Gläubigen und mögliche pastorale Lösungen.
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) wurde 1970 von Erzbischof Marcel Levebvre gegründet. Sie feiert Liturgie ausschließlich im vorkonziliaren Ritus und lehnt manche Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils ab, u.a. zu Ökumene und Religionsfreiheit. Die ersten nicht vom Papst genehmigten Bischofsweihen durch Levebvre führten 1988 zu Exkommunikation aller Beteiligten. Diese wurde 2009 für die vier noch lebenden vier Bischöfe durch Papst Benedikt XVI. aufgehoben. Doch weitere Versuche der Annäherung scheiterten. Aktuell zählt die Priesterbruderschaft weltweit nach eigenen Angaben 733 Priester, zwei Weihbischöfe und 264 Seminaristen.