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Mecklenburg-Vorpommern, 20. September 2026: Das Ergebnis der CDU nennt Friedrich Merz am Wahlabend ein Desaster. Eine Kurskorrektur kündigt er trotzdem nicht an, im Gegenteil: „Die Reformen müssen kommen.“ Sie seien „das Mittel gegen das autoritäre Gift, das mit der Faszination des Autoritären immer tiefer in unsere Gesellschaft eindringt“. Gemeint sind Einschnitte bei Gesundheit, Rente und Grundsicherung. Dabei wollen 78 Prozent mehr Geld für die Pflege und 58 Prozent mehr für die Rente, und drei von vier Beschäftigten würden für eine stabile Rente sogar höhere Beiträge zahlen.
Patrick und Jens fragen, wem diese Reformen nützen. Politische Entscheidungen folgten über drei Jahrzehnte systematisch den Wünschen der oberen Einkommensgruppen, das zeigt ein Gutachten für den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Und Kritik nach oben stößt auf Sperren: auf ein Framing, das die Vermögensteuer mit dem Verlust von Arbeitsplätzen verknüpft, auf eine Ökonomik, deren Lehrbücher zu neun Zehnteln nur die Neoklassik kennen, und auf ein Lobbyregister, in dem von den hundert ausgabenstärksten Akteuren 84 wirtschaftliche Interessen vertreten und sieben das Gemeinwohl.
Wer glaubt, Wirtschafts- und Medieneliten stünden geschlossen gegen die AfD, sollte genauer hinsehen. Verbandschefs, Konzernlenker und Leitartikler reden längst offen über das Ende der Brandmauer. Kein Zufall: Das Wirtschaftsprogramm der AfD will im Kern dasselbe wie die Reformen. Ihre Flat Tax käme nach Berechnungen des DIW zu drei Vierteln den reichsten zehn Prozent zugute. Den Schuldigen liefert die Partei gleich mit.
Geht das Sparen wenigstens ökonomisch auf? Drei Prüffaktoren, dreimal dasselbe Ergebnis. Wer bei Haushalten kürzt, die ohnehin alles ausgeben, senkt die Wirtschaftsleistung um mehr, als er kürzt: Der Internationale Währungsfonds hatte in der Eurokrise mit einem Multiplikator von 0,5 gerechnet, tatsächlich lag er bei etwa 1,6. Eine Kapitalrente verlagert das Risiko auf jeden Einzelnen. Und wer an der Vorsorge spart, zahlt später drauf. Die Geschichte hat die Probe schon einmal gemacht: Wo unter Reichskanzler Brüning ab 1930 härter gekürzt wurde, schnitt die NSDAP stärker ab. Sozialabbau ist keine Antwort auf den Rechtsruck. Er ist sein Treibstoff.
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Sachsen-Anhalt, 7. September 2026: Die AfD kommt auf 43,8 Prozent und ist damit erstmals stärkste Kraft in einem deutschen Landesparlament. Die CDU, die mit härterer Migrationspolitik gegenhalten wollte, halbiert sich auf 17,2 Prozent. SPD, Grüne und Linke liegen jeweils unter zehn Prozent, die FDP ist raus. Ulrich Siegmund, 35, könnte der erste AfD-Ministerpräsident Deutschlands werden. Im selben Landstrich wurde 1932 der erste nationalsozialistische Ministerpräsident gewählt – damals im Freistaat Anhalt.
Was dieses Ergebnis sichtbar macht, ist mehr als ein regionaler Ausschlag. Seit zehn Jahren gilt eine Strategie als alternativlos: der AfD inhaltlich entgegenkommen, um ihr die Themen wegzunehmen. Das Ergebnis dieser Strategie steht jetzt in Zahlen da. Und die Lehre, die ihre Verlierer daraus ziehen, lautet: noch härter. Neun von zehn AfD-Wählenden nennen „zu viele fremde Menschen“ als größtes Problem – ausgerechnet in einem Bundesland, in dem die wenigsten Menschen mit Migrationsgeschichte leben. Wer den Sündenbock braucht, hat ihn selten getroffen.
Patrick und Jens ordnen ein, was hier wirklich passiert ist: keine Protestwahl, sondern das Ergebnis einer jahrelangen Verschiebung dessen, was sagbar ist. Sie analysieren, was im Regierungsprogramm der AfD Sachsen-Anhalt tatsächlich steht, warum die Partei mit Sicherheit, Zugehörigkeit und Wirksamkeit drei Grundbedürfnisse bedient, die sonst niemand mehr adressiert, wie der vorpolitische Raum besetzt wurde, während die demokratischen Parteien ihn geräumt haben, und welchen Anteil ein Journalismus daran trägt, der jahrelang Reichweite gegen Empörung getauscht hat. Und sie stellen die Frage, die am Ende bleibt: Wenn das Establishment fertig ist – wer tritt an seine Stelle?
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Patrick und Jens gehen in die Sommerpause, aber nicht ohne Gepäck. Zwei Jahre „Schweigen ist Zustimmung“ haben Spuren hinterlassen: Wut, Präzision, und die Erkenntnis, dass der Diskursraum systematisch das Schlechte verstärkt und das Gute verschweigt. Diese Episode dreht das Prinzip um. Nicht weil alles gut ist. Sondern weil man wissen muss, wofür es sich lohnt weiterzukämpfen.
Patrick und Jens schütten ihre Zettelkästen aus: medizinischer Fortschritt bei Leukämie und soliden Tumoren, steigende Lebenserwartung in Deutschland, Nanoclay gegen Wüstenausbreitung, Bürgerbeiräte in Potsdam und Wuppertal, Ehe für alle in Griechenland und Estland, No-Kings-Proteste in den USA, Woke 2.0 als neue soziale Bewegung und die Frage, warum 60 Prozent der Menschen in westlichen Demokratien inzwischen sagen: Das aktuelle Wirtschaftssystem ist gegen uns gebaut. Die Sommerpause dauert bis zum 13. September. Was danach kommt, liegt schon in der Luft.
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Die drei tauchen tief ein in die Mechanismen des NS-Aufstiegs: die Volksgemeinschaft als leere Projektionsfläche, die Kriegswirtschaft als eigentlicher Motor der „Vollbeschäftigung“, die Zerschlagung der Gewerkschaften als Geschenk an die Industrie und immer wieder der Mythos Hitler. Er habe die Arbeitslosigkeit und Not beendet, die Autobahnen gebaut, Fortschritt gebracht etc. Was aber wirklich passierte: Rüstung auf Pump, geheime Staatsverschuldung via MEFO-Wechsel, und ein Lebensstandard, der selbst 1937 das Vorkrisenniveau nicht erreichte. Die Profiteure waren nicht der kleine Handwerker und schon gar nicht die sozial Benachteiligten, sondern die Rüstungskonzerne und all jene, die rechtzeitig die richtigen Netzwerke knüpften.
Patrick und Jens fragen gemeinsam mit Jonas, welche Muster heute noch erkennbar und vorhanden sind: Sündenbockstrukturen, Kulturalismus als Rassismus durch die Hintertür, die Sehnsucht nach dem starken Entscheider und warum der Satz „die entzaubern sich schon“ historisch so gefährlich ist. Eine Episode, die nicht Parallelen behauptet, sondern Mechanismen freilegt.
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Patrick und Jens nehmen das Reformpaket der Bundesregierung auseinander – gemeinsam mit dem Ökonomen und Sozialwissenschaftler Sebastian Thieme (X & Bsky). Was steckt wirklich drin? Wer profitiert von steuerfreien Sonntagszuschlägen bis 75 Euro Stundenlohn? Wer zahlt für die erhöhte Pauschalsteuer auf Minijobs? Warum verdoppelt man die sachgrundlose Befristung auf 48 Monate – ausgerechnet für die Generation, die keine Wohnung, keine Familie, keine Planung mehr finanzieren kann? Und warum muss man ab sofort schon am ersten Krankheitstag zum Arzt – obwohl die Evidenz für Missbrauch gegen null geht?
Hinter all dem steckt mehr als schlechte Politik. Es ist ein Menschenbild: Alle sind faul. Alle betrügen. Der Markt regelt. Und wer nicht funktioniert, ist selbst schuld. Patrick, Jens und Sebastian Thieme fragen, woher dieses Denken kommt, was es mit pluraler Ökonomik zu tun hat – und warum Wohlstand für alle eine andere Frage braucht als die, die diese Regierung stellt.
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Was diese Hitzewelle sichtbar macht, ist mehr als Schweiß und abgesagte Konzerte. Rettungsdienste am Limit, Straßenbahnschienen, die in Weichen schmelzen, Atomkraftwerke, die wegen zu warmem Kühlwasser gedrosselt werden müssen, Waldbrände, evakuierte Ortschaften, mindestens 26 Badetote an einem einzigen Wochenende. Dazu: 413 Millionen Euro Wirtschaftsleistungsverlust pro Hitzewellentag. Und wer zahlt den höchsten Preis? Ältere Menschen in Altersarmut, Obdachlose, Kinder in unsanierten Schulen. Soziale Ungleichheit ist auch hier das Brennglas der Krise.
Patrick und Jens ordnen ein, was diese Hitzewelle wirklich bedeutet: nicht Sommerwetter, sondern ein Systemschock. Sie analysieren, warum Medien den Zusammenhang mit dem menschengemachten Klimawandel weiterhin ausblenden, was die Bundesregierung stattdessen plant, z. B. Fördermittel für Klimaanpassung in Kitas und Pflegeheimen zu streichen, und warum Wirtschaftsministerin Reiche mit ihrer Energiepolitik die Krise aktiv massiv verschärft. Und sie stellen die entscheidende Frage: Wann wird (Klima-)gerechtigkeit endlich wieder zum politischen Programm?
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Wer hat diesen Krieg eigentlich gewollt? Trumps Kalkül, ein schneller Sieg sollte die Midterms retten, wie einst 9/11 George W. Bush in die Höhe katapultierte, ist spektakulär falsch aufgegangen. Israel kämpft im Libanon weiter, als hätte es das Memorandum nie gegeben, weil es das Papier schlicht nie unterschrieben hat. Die Hisbollah feuert zurück. Die Straße von Hormuz öffnet und schließt sich im Takt der Eskalation. Und innerhalb der US-Regierung, der israelischen Koalition und des iranischen Regimes toben Machtkämpfe, die das gesamte Konstrukt jederzeit sprengen können.
Patrick und Jens puzzeln zusammen, was hinter dem Islamabad-Memorandum wirklich steckt und warum die eigentliche Rechnung dieses Krieges erst noch kommt. Denn während Rohölpreise schnell sinken, treffen die Folgen für Lebensmittel, Dünger und Konsumgüter Monate später und dann vor allem jene, die ohnehin kaum noch Spielraum haben. Wer zahlt am Ende für Trumps Friedenstheater in Versailles?
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Und SpaceX? Mindestens 38 Milliarden an öffentlichen Verträgen, Subventionen und Krediten seit 2003. Die NASA, die keine eigenen Raketen mehr besitzt, hat allein fast 15 Milliarden beigesteuert. Fast ein Drittel des Umsatzes kommt direkt vom US-Militär. Wer trotzdem einen MSCI World oder Nasdaq-ETF bespart, kauft SpaceX automatisch mit, denn Nasdaq hat kurz vor dem Börsengang die Aufnahmeregeln geändert und den Streubesitz als Mindestanforderung gestrichen. Insider könnten dann verkaufen und die Anleger:innen kommen rein, ob sie wollen oder nicht.
Patrick und Jens analysieren, warum das alles bekannt ist und trotzdem niemand laut genug fragt. Sie ziehen die Linie von Enron bis Tesla, von gebrochenen Versprechen bis zu Wirtschaftsmedien, die den Mythos täglich mitschreiben und sie stellen die eigentliche Frage: Nicht ob das System kippt, sondern wer am Ende die Rechnung bezahlen wird. Die Antwort kennen wir sicher schon.
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Über 100 Millionen Menschen weltweit werden die WM 2026 verfolgen, aber wer darf eigentlich noch dabei sein? Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko wird das größte in der Geschichte des kommerziellen Fußballs: 48 Teams, 104 Spiele, 16 Austragungsorte auf einem ganzen Kontinent. Doch hinter der Rekordfassade zeigt sich ein System, das aktiv daran arbeitet, sein eigenes Versprechen zu zerstören.
Patrick und Jens nehmen dieses Turnier als Seismograf: für die Verwertungslogik der FIFA, für Trumps America-First-Agenda und für die Frage, wann aus einem Volkssport endgültig ein Luxusprodukt wird. Wer bezahlt die Infrastruktur und wer sitzt am Ende eigentlich im Stadion? Und was bleibt vom alten Versprechen des Fußballs, wenn selbst ein Sepp Blatter zum Boykott aufruft?
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Patrick und Jens zeichnen nach, wie aus den feministisch-sozialistischen Roten Strümpfen der 1970er-Jahre eine der konsequentesten Gleichstellungspolitiken der Welt entstand: das Entgelttransparenzgesetz mit Beweislastumkehr, das weltweit einzigartige Elternzeitmodell nach dem Prinzip „use it or lose it“, die 40-%-Aufsichtsratsquote, das Verbot von Stripclubs. Und sie zeigen, warum Island trotzdem 2023 erneut streiken musste – weil der Gender Pay Gap wieder stieg, weil jede vierte Frau Gewalt erlebt hat und weil ein Spitzenplatz im Ranking noch lange kein Paradies bedeutet.
Was kann man dagegen tun? Das ist die häufigste Frage an den Podcast – und diese Episode liefert konkrete Antworten: von der Geschichte des Frauenstreiks über den spanischen Generalstreik 2018 bis zur südkoreanischen 4B-Bewegung. Patrick und Jens erklären, warum politische Streiks in Deutschland faktisch verboten sind, was trotzdem möglich ist und warum Veränderung immer mit Organisation beginnt.
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