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Patrick und Jens legen das theoretische Fundament frei. Mit Johann Galtungs struktureller Gewalt und Pierre Bourdieus symbolischer Gewalt zeigen sie, dass Buhrufe und Trillerpfeifen keine Gewalt sind – sondern der Entzug von Ehrerbietung (Deferenz). Und genau das macht Merz und Linnemann so wütend. Wer keine Talkshow hat, kein Direkttelefon zur Bildzeitung, keinen Platz im Bundestag – für den ist die Trillerpfeife das schwächste verfügbare Werkzeug, um gehört zu werden. Während täglich Menschen im Mittelmeer sterben, Bürgergeld-Sanktionen Familien unter das Existenzminimum drücken und Deutschland alle Klimaziele verfehlt, empört sich die bürgerliche Klasse über Lärm auf Podien.
Patrick und Jens analysieren, warum viele sich über Pfiffe empören, aber nicht über Pushbacks. Sie zeigen, wie Merz mit Begriffen wie „Sozialtourismus“ und „Paschas“ selbst Diskursvergiftung betreibt – und wie Linnemann gleichzeitig als Diskurspolizist auftritt, während er verfassungswidrige Forderungen stellt. Am Ende bleibt eine unbequeme These: Wer Macht hat, darf sich über Pfiffe ärgern. Wer sie kontrollieren will, sollte sich freuen.
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Doch hinter dem Wabern steckt ein System: Thinktanks wie R21 schmieden Narrative für eine CDU-Minderheitsregierung unter AfD-Duldung, Medienformate wie „nius“ demolieren täglich das Bild des Kanzlers, internationale Netzwerke wie das Atlas Network – finanziert von ExxonMobil bis Shell – liefern die ideologische Infrastruktur. Und mittendrin: Jens Spahn, CDU-Fraktionsvorsitzender, gut befreundet mit Julian Reichelt, Redner bei R21, vernetzt bis in die MAGA-Welt – mit offenen Kanzlerambitionen. Kein Masterplan, aber eine Melange aus gemeinsamen Interessen, Ideologien und Ambitionen.
Patrick und Jens legen offen, wie die Brandmauer nicht durch einen großen Knall fällt, sondern durch tausend kleine Nadelstiche – von kommunalen Abstimmungen in Bautzen bis zu WhatsApp-Gruppen im EU-Parlament. Und sie rechnen durch, was eine AfD-geduldete Minderheitsregierung konkret bedeuten würde: für Klimapolitik, Sozialstaat, Verfassungsgericht und die Demokratie selbst. Die Frage ist leider nicht mehr ob – sondern wann.
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Patrick und Jens zeigen, wie diese Logik tief in die Gegenwart reicht: in den nächtlichen Körper liberaler Demokratien, der hinter Sonntagsreden über Menschenrechte verborgen bleibt. In maltusianischen Rechtfertigungen, die Massensterben als Naturgesetz verkaufen, obwohl es politische Entscheidung ist. In der Ideologie der Technofaschisten – Effective Accelerationism, Long-Termism, Neoreaktionäre –, die Hyperkapitalismus und KI-Beschleunigung zur heiligen Pflicht erklären, während sie Sozialstaaten zerstören, Daten monopolisieren und das Töten an Algorithmen auslagern.
Patrick und Jens ordnen ein, was Mbembes Analyse für heute bedeutet: von neokolonialer Ressourcenausbeutung über Drohnenkrieg und Grenzgewalt bis zur Frage, wie eine Politik des Lebens aussehen könnte: Epistemischer Ungehorsam, Ubuntu-Philosophie, Klimareparationen und Datensouveränität.
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Patrick entdeckt beim Netflix-Binge eine erschreckend präzise Blaupause für die aktuelle Politik: das American Wrestling. Was nach Trash-TV klingt, ist in Wirklichkeit ein ausgeklügeltes System aus Storylines, Gimmicks, Heels und Babyfaces – und es hat die politische Kommunikation von Trump bis MAGA grundlegend geprägt. Vince McMahon baute ein Milliarden-Imperium auf der Kunst, Emotion über Wahrheit zu stellen. Trump hat dieses Playbook perfektioniert: Skandale werden zu Werbung, Anklagen zu Sympathiepunkten, Lügen zum Loyalitätsbeweis.
Patrick und Jens analysieren, wie dieselbe Logik längst in Deutschland angekommen ist – von Söders Cosplay bis zur Kürzungsorgie hinter dem Kulturkampf-Vorhang. Sie zeigen, warum Faktenchecks im falschen Genre spielen, was „Breaking Kayfabe“ als politische Strategie bedeutet – und warum die Macht der Menschen größer ist als die Menschen an der Macht.
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Patrick und Jens sprechen in dieser Episode mit Tino Pfaff – Autor, Publizist und ehemaliger Sprecher von Extinction Rebellion. Sein Sammelband Ökozid beschreibt, was hinter dem Begriff steckt: nicht Apokalypse-Fantasie, sondern die messbare, großräumige Zerstörung von Ökosystemen durch Konzerne und fossile Interessen. Shell verseucht den afrikanischen Kontinent. Golfstrom und Korallenriffe stehen vor dem Zusammenbruch. Ernten fallen aus. Kaffee wird teurer. Und Milliardäre bauen Bunker. Sie wissen, was kommt.
Patrick und Jens fragen Tino: Warum rennen wütende Menschen nach rechts, statt links? Was bedeutet Vergesellschaftung – und warum ist VW enteignen kein Sowjet-Reflex, sondern eine konkrete Antwort auf Machtkonzentration? Welche Rolle spielt der Springer-Konzern bei der Verdummung des Diskurses? Und was können Menschen tun, die nicht viel Zeit haben, aber wirksam sein wollen? Eine Episode über Wut, Kollektiv und die Frage, ob Demokratie dem standhält – oder ob wir ihr erst wieder Substanz geben müssen.
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Ein Klempner, der eine Verstopfung mit noch mehr Dreck bekämpft: So beschreibt Jens die von Trump im Zuge des Irankriegs gemachte Blockade der Straße von Hormus. Seit dem letzten Update vor vier Wochen hat sich die Lage nicht beruhigt – sie hat sich verdichtet. 13.000 US-Schläge gegen den Iran. Mehr Patriot-Raketen in drei Tagen verbraucht als die Ukraine in vier Jahren hatte. Und Kriegsminister Pete Hegseth erklärt öffentlich: „We are negotiating with bombs.“
Patrick und Jens zeichnen nach, wie aus einem bereits eskalierenden Konflikt ein geopolitisches Pulverfass geworden ist. Der kurzlebige Zehn-Punkte-Waffenstillstand, vermittelt durch Pakistan, scheiterte nicht an fehlendem Willen – sondern an beidseitig überzogenen Forderungen, darunter ein Mitspracherecht der USA bei iranischen Wahlen oder eine dauerhafte Maut-Gebühr als Kriegsreperation. Israel flog währenddessen weiter Angriffe auf den Libanon. China schickt Kriegsschiffe. Russland liefert Satellitendaten und profitiert am meisten von dem Konflikt. Die Straße von Hormus ist de facto gesperrt. Und die NATO wird von Trump als Papiertiger beschimpft – während er gleichzeitig Blankobegnadigungen für seine gesamte Administration ankündigt, sich mit dem Papst anlegt und sich als Jesus postet.
Patrick und Jens analysieren, was das bedeutet: für die Weltwirtschaft, für die europäische Sicherheitsarchitektur, für die iranische Zivilbevölkerung – die längst aus dem Diskurs verschwunden ist. Und sie fragen, was jetzt noch möglich ist: ein Frieden, der diesen Namen verdient, oder eine Eskalation, die niemand mehr kontrolliert.
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Patrick und Jens zeichnen nach, wie aus einer Bewegung, die den Kapitalismus überwinden wollte, ein Konkursverwalter des Status quo wurde. Von den Frühsozialisten Saint-Simon, Fourier und Owen über Marx und Engels, von Ferdinand Lassalle und August Bebel bis zu Rosa Luxemburg – alle stritten um den Weg, nicht um das Ziel: ein Leben in Würde für alle. Die SPD entschied sich nach Jahrzehnten des Drucks für den Weg der Reform. Und dann, unter Gerhard Schröder, für den Weg der neoliberalen Deregulierung. Die Agenda 2010 schuf den größten Niedriglohnsektor Europas – 6,3 Millionen Jobs, 15 bis 16 Prozent aller Beschäftigten. Eine Partei, die diesen Sektor miterschaffen hat, erklärt ihn heute zur Zielgruppe, die sie nicht mehr adressiert.
Patrick und Jens fragen, was eine erneuerte Sozialdemokratie heute bedeuten könnte: Demokratisierung der Wirtschaft, Rekommunalisierung der Daseinsvorsorge, Abkehr vom Wachstumsparadigma, kostenfreie Bildung von der Kita bis zur Hochschule, echte Umverteilung. Nicht als Nostalgie – sondern als Antwort auf die Krisen, die kommen. Die Frage ist: Wer sammelt diese Themen auf – und wann?
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Warum funktioniert die Kaperung? Weil die Filme echte Entfremdung ansprechen. Das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, dass dieses System einen verarscht – das ist kein rechtes Monopol. Aber wo eine linke Lesart auf Solidarität und Strukturkritik zielt, dreht die rechte Rezeption den Spieß um: Das System ist nicht das Problem – du bist nur noch nicht oben. Die rote Pille als Einladung zur Erleuchtung. Tyler Durden als Männlichkeitsideal. Jordan Belfort als Erfolgsformel. Der Joker als kranke Systemkritik mit individueller Gewaltlösung.
Patrick und Jens sprechen mit dem Film- und Kulturwissenschaftler Patrick Kittler (Spiegelkabinett Kino) kritisch über vier Filme, die tief in unserem kollektiven kulturellen Gedächtnis verankert sind. Sie loten den Unterschied zwischen Subversion und Affirmation aus – und diskutieren, warum eine progressive Antwort auf diese Filme nicht Ablehnung, sondern Analyse sein muss. Welche Bilder formen wie unser Denken? Und wer entscheidet am Ende über die eigentliche Botschaft – der Sender oder die Empfänger?
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Patrick und Jens liefern in dieser Episode einen schonungslosen Sachstandsbericht zur Klimakrise – und zeigen, warum die Lage nicht nur schlimmer wird, sondern aktiv verschlechtert wird. Sieben Billionen Dollar jährlich fließen weltweit in fossile Subventionen. Die neue Bundeswirtschaftsministerin baut die Wärmewende systematisch ab – eins zu eins nach dem Drehbuch der Gaslobby. Über 5.000 Unternehmen laufen mittlerweile Sturm dagegen. Der Emissionshandel steht europaweit unter Beschuss. Und der Krieg gegen den Iran befeuert nicht nur die Energiepreise, sondern emittiert in einem Monat rund 15 Prozent der deutschen Jahresemissionen.
Patrick und Jens verbinden die Punkte, die im Mainstream-Diskurs getrennt bleiben: Wasserkrise, Biodiversitätsverlust, fossiles Kapital, geopolitische Abhängigkeit und das systematische Abräumen von Klimapolitik durch eine Koalition aus Fossilinteressen und autoritären Akteuren. Ihre Frage am Ende: Wer hat eigentlich ein Interesse daran, dass wir aufgehört haben, darüber zu reden?
Diese Episode behandelt den systematischen Abbau von Klimaschutzmaßnahmen in Deutschland – während sich die Klimakrise messbar beschleunigt. Wenn du möchtest, dass deine Abgeordneten davon erfahren, kannst du diesen Brief verwenden – so wie er ist, oder angepasst an deine eigenen Worte.
ich schreibe Ihnen, weil mich die aktuelle energiepolitische Entwicklung in Deutschland ernsthaft besorgt. Während wissenschaftliche Institutionen wie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und die Vereinten Nationen eindringlich vor einer sich beschleunigenden Klimakrise warnen – und erste Kommunen in Europa bereits Klimabinnenflüchtlinge verzeichnen – werden in Deutschland zentrale Klimaschutzmaßnahmen zurückgebaut.
Die Fakten sind bekannt: Die Erderwärmung hat sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt. 3,5 Milliarden Menschen leiden bereits heute mindestens einen Monat im Jahr unter schwerer Wasserknappheit. Das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens ist nach Einschätzung führender Forschungseinrichtungen kaum noch erreichbar. Vor diesem Hintergrund halte ich es für einen schwerwiegenden Fehler, dass die Bundesregierung die Wärmewende aktiv schwächt: Alte Heizkessel sollen künftig unbegrenzt weiterlaufen dürfen, Ausnahmeregelungen für die kommunale Wärmeplanung werden ausgeweitet, und als Alternative werden Technologien wie Wasserstoff ins Feld geführt, die für die Wärmeversorgung weder wirtschaftlich noch technisch ausgereift sind. Mehr als 5.000 Unternehmen haben diese Politik öffentlich kritisiert – mit dem Argument, sie gefährde den Wirtschaftsstandort Deutschland und führe zurück in fossile Abhängigkeiten.
Ich fordere Sie auf, sich dafür einzusetzen, dass die Wärmewende nicht zurückgedreht wird. Konkret bedeutet das: Die Pflicht zur energetischen Sanierung von Heizungsanlagen muss erhalten bleiben. Die kommunale Wärmeplanung muss verbindlich und flächendeckend umgesetzt werden. Und die jährlichen Subventionen für fossile Energieträger – nach vorliegenden Berechnungen rund 69 Milliarden Euro allein in Deutschland – müssen schrittweise abgebaut und in erneuerbare Energien umgelenkt werden.
Klimaschutz ist keine ideologische Frage, sondern eine Frage der Daseinsvorsorge. Die Kosten des Nichthandelns – steigende Energiepreise durch geopolitische Abhängigkeiten, Ernteausfälle, Infrastrukturschäden durch Extremwetter – treffen am härtesten diejenigen, die sich am wenigsten schützen können. Eine Politik, die das ignoriert, handelt nicht im Interesse der Bevölkerung. Ich bitte Sie, Ihrer Verantwortung gerecht zu werden.
Mit freundlichen Grüßen
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Vor 100 Jahren saß Antonio Gramsci in Mussolinis Gefängnis und entwickelte eine Theorie, die heute aktueller ist denn je: Hegemonie. Herrschaft funktioniert nicht nur durch Polizei und Gesetze, sondern vor allem durch Zustimmung. Durch Schulen, Medien, Talkshows wird uns eingetrichtert, was als „gesunder Menschenverstand“ gilt. Selbst wenn es gegen unsere eigenen Interessen läuft.
Die neue Rechte hat Gramsci längst für sich entdeckt. Steve Bannon, die AfD, MAGA – sie alle führen einen „Stellungskrieg“ um die Köpfe. Sie kämpfen nicht mehr auf der Straße, sondern um Deutungshoheit im Diskurs. Mit Erfolg: Aus NPD-Parolen von gestern ist heute „Politik der Mitte“ geworden.
Patrick und Jens zeigen, wie Framing, Agenda-Setting und Gatekeeping funktionieren. Sie entschlüsseln die Mechanismen hinter Begriffen wie „Wirtschaftsstandort Deutschland“ oder „alternativloser Kapitalismus“. Und sie liefern konkrete Werkzeuge für den Gegenwehr: Wie man Frames durchbricht, eigene Narrative entwickelt und Resonanzräume schafft.
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