Sitzfleisch - werbefrei

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By Christoph Strasser, Florian Kraschitzer & PodcastwerkstattSportsLeisureWilderness
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Sitzfleisch - werbefrei episodes

  • Did Not Finish: Die Kunst vom Weitermachen und Aufgeben im Ultracycling. Mit Ulrich Bartholmoes.
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    Heute gibt es zusätzlichen Content! Diese Episode wurde bereits am 19.01.2024 veröffentlicht und wir versuchen ab sofort etwas Neues. Jeden zweiten Montag wird eine zeitlose und ausgewählte Episode noch einmal veröffentlicht. Du hast diese Episode schon gehört und keine Lust drauf? Dann ist es natürlich okay, wenn du sie ignorierst und dich auf die neue Episode am Donnerstag um 15:30 freust!

    Did Not Finish: Die Kunst vom Weitermachen und Aufgeben im Ultracycling. Mit Ulrich Bartholmoes.

    Der Moment, wo man aufgeben muss, sich unlösbare Probleme einstellen, oder man aus Vernunft aussteigt, ist immer sehr bitter. Es gibt aber unterschiedlichste Gründe, warum jemand das Ziel nicht erreicht. Und vor allem gibt es auch viele verschiedene Gründe, warum jemand überhaupt an den Start eines Ultra Radrennens geht.

    Wo ist die Grenze? Auf welcher Basis entscheidet man, ob man weiterfährt oder nicht? Bereut man im Nachhinein, ausgestiegen zu sein? Oder bereut man es vielleicht sogar, wenn man um jeden Preis das Ziel erreichen will und sich damit langfristig gesundheitliche Probleme einhandelt?

    Ist das vermeintliche Warnzeichen des Körpers nur der innere Schweinehund, der getarnt als „Stimme der Vernunft“ durch die getrübte Wahrnehmung und die mentale Müdigkeit ein körperliches Problem als Ausrede vorschiebt?

    Diese Fragen beschäftigen uns immer wieder, und daher haben wir heute Ulrich aka UBA zu uns eingeladen, der beide Seiten kennt: Einerseits hat er überragende Erfolge auf unterschiedlichen Terrains gefeiert, gehört seit Jahren zur absoluten Spitze im unsupported Ultracycling, musste aber auch schon Rückschläge einstecken. In der Saison 2023 erlebte er nach dem DNF beim Race Around Rwanda, worüber auch sein Film „Dirt, Sweat, Fever.“ erzählt, seinen bisher größten Erfolg, als er die Tour Divide gewann.

    Flo Kraschitzer und Christoph Strasser sind auch selbst schon gescheitert, im Endeffekt kann man daraus aber die wichtigsten Lernerfahrungen ziehen – wenn man selbstkritisch analysieren kann und ehrlich zu sich selbst ist.

    Der legendäre Mike Hall hat es mit diesen Worten gesagt: „Never scratch at night“. Denn nachts trifft man in scheinbarer Aussichtslosigkeit meist keine guten Entscheidungen.
    Wenn man trotzdem am Punkt angelangt ist, wo man entscheiden muss, sollte man sich selbst fragen: „Kann ich mir im Nachhinein etwas vorwerfen? Fahre ich, um ein Abenteuer zu erleben, um zu finishen, oder um zu gewinnen? Will ich das selbst, oder lasse ich mich von außen unter Druck setzen?“

    Das Fazit der heutigen Sitzfleisch Episode:

    Am schönsten sind Erfolge dann, wenn es mehrere Anläufe braucht.
    Geht etwas beim ersten Mal superglatt, ist die Genugtuung nicht so groß.
    Auszusteigen ist keine Schande. Das Einzige, was man wirklich bereut, ist es nie versucht zu haben.

    Ulrich Bartholmös auf Instagram: https://www.instagram.com/ubartholmoes
    Dirt, Sweat, Fever. auf Youtube: www.youtube.com/watch?v=OJENkJNL4XY
    Round Table „Scratching from Ultracycling Races” auf dotwatcher.cc: https://dotwatcher.cc/feature/roundtable-scratching-from-ultra-distance-races-part-1

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    1 hr 14 min
  • #295 - Rund um Sachsen Teil 2: Der Filterkaffee-Turbo

    Eine Nacht, ein Landstrich und ganz viel „Sitzfleisch“: In Teil 2 von „Rund um Sachsen“ geht es für Straps richtig zur Sache. Nach Leipzig wird’s hügelig – und im Vogtland nicht nur landschaftlich spannend, sondern auch sprachlich. Zwischen improvisierten Reparaturen am Flaschenhalter, cleverem (und manchmal weniger cleverem) Materialmanagement und der Suche nach Wasser kämpft sich Straps durch die Nacht Richtung Fichtelberg.

    Mit wenig Licht, und überraschend knappen Versorgungsmöglichkeiten wird das Rennen zur mentalen Herausforderung. Der Sonnenaufgang bringt zwar neue Energie, doch Hitze, Dehydrierung und sinkender Appetit fordern ihren Tribut. Ein Liter Tankstellen-Kaffee wird zum Gamechanger, bevor es auf die letzten flachen, aber zermürbenden Kilometer geht.

    Am Ende steht eine starke Zeit, ein unsupported Streckenrekord und die Erkenntnis: Perfekt läuft’s nie – aber genau das macht Ultra-Cycling aus. Zwischen Schrauben, Kabelbindern und Koffein entsteht eine Reise, die weit über Leistung hinausgeht. Trotzdem ist die Freude groß, dass Straps bis auf Sebastian Mayr alle aus der Kategorie "supported" hinter sich lassen konnte. Das gibt Selbstvertrauen für das nahende Transcontinental Race.

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    Replay und GPS Tracking zum Nachsehen: https://racemap.com/player/rund-um-sachsen-2026

    Rund um Sachsen Resultate: https://racemap.com/leaderboard/rund-um-sachsen-2026
    Rund um Sachsen Website: https://rund-um-sachsen.com/

    1 hr 6 min
  • #294 Rund um Sachsen #1: Mit dem Zeitfahrrad auf 900 Kilometer

    In dieser Episode steigen Straps und Flo in den ersten Teil der Nachbesprechung zu Rund um Sachsen ein – ein 900 Kilometer langes Unsupported-Rennen mit 9.000 Höhenmetern, das Straps gezielt als Vorbereitungsrennen für das Transcontinental gewählt hat. Sie sprechen über die Saisonplanung und warum zwei kleinere Rennen vor dem Saisonhöhepunkt aus seiner Sicht besser funktionieren als ein einziges langes, sowie darüber, wie wichtig die Auswahl des richtigen Rennens jenseits von Instagram-Marketing ist.

    Ein zentrales Thema ist das Setup: Straps ist tatsächlich auf seinem Zeitfahrrad gestartet, dem gleichen Rad, mit dem er 2021 den 1000-Kilometer-in-24-Stunden-Weltrekordversuch unternommen hat. Die beiden gehen detailliert durch alle Umbauten und Entscheidungen – vom auf maximale Höhe gebrachten Cockpit über die kurzfristig montierte SRAM-Kurbel mit 50er-Kettenblatt, die nicht gewechselte Kette, die durchgezogenen Aerothan-Schläuche bis zum mutigen Entschluss, mit Scheibenlaufrad zu fahren. Dazu kommt das Lichtsetup ohne Dynamo mit der Supernova M99 und einer Ersatzlampe in den Depots. Straps gibt offen zu, dass er sich vor dem Rennen nur fünfmal auf das Zeitfahrrad gesetzt hat – ein Vorgehen, das beide ausdrücklich nicht zur Nachahmung empfehlen.
    Ausführlich besprochen wird auch die Depot-Logistik: vier vorbereitete Beutel an vier Checkpoints, jeweils kalkuliert per Excel-Tabelle mit Kohlenhydraten pro Stunde, Trinkmenge und Reserve-Material. Straps hat insgesamt nur rund 60 Minuten Stehzeit über das gesamte Rennen gebraucht, wobei hier auch rote Ampeln oder Baustellen inkludiert sind. Außerdem geht es um die Startaufteilung der verschiedenen Distanzen und Wertungen, die Ultracycling-Europameisterschaft im Supported-Bereich mit Lukas Kaufmann und Sebastian Mayr, und um Streckenrekordhalter Konrad Pfützner, der absagen musste, Straps aber wertvolle Insider-Tipps gegeben hat – und dessen Bäckerei Pfützner aus Schmiedeberg die Checkpoints mit Eierschecken versorgt hat.
    Die Episode endet beim ersten Checkpoint südlich von Leipzig, an dem Straps als Führender ankommt, ohne ein einziges Mal auf den Tracker geschaut zu haben. Der zweite Teil folgt in einer Woche.

    Links:

    Replay und GPS Tracking zum Nachsehen: https://racemap.com/player/rund-um-sachsen-2026
    Rund um Sachsen Resultate: https://racemap.com/leaderboard/rund-um-sachsen-2026
    Rund um Sachsen Website: https://rund-um-sachsen.com/

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    1 hr 6 min
  • #293 - Vor ihrer größten Ultracycling Herausforderung: Susi spricht über Ängste und Ziele

    In dieser Folge von Sitzfleisch geht’s zurück zu einem Aufruf aus dem letzten Jahr: Wer aus Österreich – idealerweise Frauen – stellt sich der Herausforderung der Transcontinental Race? Eine davon hat sich gemeldet: Susi. Und jetzt, wenige Monate vor dem Start, ist sie zu Gast im Podcast.

    Susi erzählt, wie aus anfänglichem Dotwatching und dem Gefühl „nichts für mich“ plötzlich ein konkreter Plan wurde. Mit Rückendeckung aus der Familie meldet sie sich an – trotz technischer Hürden beim Bewerbungsprozess und Respekt vor der eigenen Entscheidung. Die anfängliche Euphorie weicht langsam einem Wechselbad aus Vorfreude und wachsender Nervosität. 5000 Kilometer quer durch Europa sind kein kleines Projekt.

    Ihre bisherigen Erfahrungen zeigen: Ganz neu ist das Abenteuer nicht. Von selbstorganisierten Touren nach Innsbruck über Gravel-Events bis zu Solo-Trips quer durch die Alpen hat sie sich Schritt für Schritt an längere Distanzen herangetastet. Trotzdem ist das TCR eine andere Liga – vor allem was Dauer, Eigenverantwortung und mentale Belastung betrifft.

    Besonders spannend sind ihre ehrlichen Einblicke in die Gedankenwelt kurz vor dem Start: die Angst vor Pannen, Respekt vor Hunden, Unsicherheit bei technischen Problemen – und gleichzeitig die Vorfreude auf neue Länder, Landschaften und Begegnungen. Polen, Balkan, Griechenland: Für vieles ist es ihr erstes Mal.

    Auch strategisch hat sie klare Vorstellungen: kein Durchfahren der Nächte, stattdessen ein stabiler Rhythmus mit ausreichend Schlaf, um innerhalb der Cut-Off-Zeiten zu bleiben.

    Zum Schluss bringt sie ihr persönliches Mantra auf den Punkt: „If you want to finish first, you first have to finish.“

    Neue Website mit Ultracycling Kalender: https://ultracyclingraces.com

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    1 hr 20 min
  • #292 - Kurt Matzler: Wenn du in der Hölle bist, fahr weiter!

    In dieser Folge von Sitzfleisch starten Straps und Flo mit viel Schmäh, Rasierpannen und Alltagsfailures. Sie erzählen von Ultra-Rennen und akuter Vorfreude auf kommende Abenteuer, bevor es ernst und tiefgründig wird.

    Zu Gast ist heute Kurt Matzler, RAAM‑Finisher und Autor, der offen über sein zweites Race Across America als Solo Teilnehmer spricht – über Corona-Folgen, Nackenprobleme, Shermer's Neck, mentale Tiefpunkte und die brutale Realität eines Rennens, das bei jeder weiteren Teilnahme neue Probleme mit sich bringt. Aus diesen Erfahrungen leitet er zentrale Lebens- und Führungsprinzipien ab: Warum Planung vor allem psychologisch wirkt, weshalb man nie am Tiefpunkt aufgeben sollte, warum aufkommende Probleme gelöst werden sollten solange sie noch klein sind, wie Vertrauen im Team entsteht und wieso Erfolg kein Ziel, sondern ein Ergebnis ist.

    Sein neues Buch „Wenn du in der Hölle bist, fahr weiter“ verknüpft Extremsport mit Haltung, Gelassenheit und Entscheidungsstärke – Themen, die weit über den Radsport hinausgehen.

    Gewinnspiel:

    Kurt Matzler verlost 5 signierte Exemplare seines neuen Buches.
    Beantwortet die Frage und schickt die Antwort per Email an [email protected]

    Wieviele Finisher gibt es in der Geschichte des RAAM seit 1982?

    a) circa 400
    b) circa 800
    c) circa 1600

    Das Gewinnspiel läuft bis 24.5. um 23:59 Uhr!

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    1 hr 23 min
  • #291 Schwester Kerstin-Marie: Im Ordenskleid aufs Rad

    Diese Folge ist anders. Nach einer kurzen Nachbesprechung der Ultracycling Events der letzten Woche (Traka, Race Across East Germany und Race Across Italy) schalten Straps und Flo nach Niedersachsen zu Schwester Kerstin-Marie, die im Dominikanerkloster lebt und Bikepacking-Touren, Orbits und Ultra-Events fährt. Eine Hörerempfehlung, die endlich Realität wird.

    Kerstin-Marie räumt mit Klischees auf: Ordensleben gründet nicht auf Verzicht, sondern auf etwas Großartigem. Den Weg ins Kloster beschreibt sie wie eine Beziehung – vom Kennenlernen über erstes Date bis hin zu "fix zammen" nennt es sich hier Postulat, Noviziat und Profess.

    Mit 40 entdeckte sie Gravel und die Orbit-Serie, seither gehören Bikepacking-Touren quer durch Europa fix zu ihrem Leben. Spannend wird es bei ihrer Doktorarbeit: Sie hat über Begegnungen beim Bikepacking geforscht. Beim Radfahren öffnen sich Menschen – und das graue Kleid wird zum Türöffner für Gespräche, die in hautengem Lycra möglicherweise nie zustande kämen. Auch ihr Volunteer-Einsatz beim VIA Ultra Race bei Turin, ihre kommenden Events (Fleche Allemagne, Right Around the Ruhr, Lost in Loops) und ihr Coaching-Standbein sind Thema. Das Schönste am Ordensleben für sie: die Gemeinschaft, die sogar bei verrückten Radprojekten mit Lunchpaketen und Gebet hinter ihr steht.

    Schwester Kerstin-Marie als Coach und Begleiterin: www.suchen-finden-gehen.com

    Schwester Kerstin-Marie auf Instagram: https://www.instagram.com/sr.kerstinmarie/

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    1 hr 15 min
  • #290 Vulkane, Verkühlung & verrückte Vorhersagen

    Diese Woche sind Straps und Flo zwischen Verkühlung, Vulkanen und gewagten Vorhersagen unterwegs.

    Christoph erwischt es, was aktuell offenbar die halbe Podcast-Welt erwischt: ein Virus, der sich nicht wegtrainieren lässt. Statt durchzubeißen, geht er den unspektakulär klugen Weg – Pause. Vier Tage komplett, dann vorsichtig zurück auf den Heimtrainer, ohne Ventilator, mit ordentlich Schweiß am Boden und einem klaren Appell an alle Ambitionierten da draußen: Eine verschleppte Verkühlung will niemand, und im schlimmsten Fall kann dies zu einer Herzmuskelentzündung führen, was deutlich länger dauert als drei Tage Couch-Programm.
    Dann geht's nach Girona. Das Traka 560 steht vor der Tür, und das Starterfeld ist so dicht besetzt, dass selbst eingefleischte Ultrafans ins Schwärmen kommen. Bei den Herren rechnen die beiden mit einem Showdown zwischen Victor Bosoni, Robin Gemperle und Lokalmatador Ulrich Bartholmös. Bei den Damen wird's noch spannender: Lael Wilcox, Marei Moldenhauer, Jana Kesenheimer, Cynthia Carson – und mittendrin Anna Kofler, die bei vielen Vorschauen unter dem Radar fliegt, obwohl sie genau das Profil mitbringt, das auf dieser Distanz funktioniert. Straps tippt sie aufs Podium. Eine kleine Lektion nebenbei: Wer auf Instagram leise ist, taucht in den Favoritenlisten oft nicht auf – auch wenn die Ergebnisliste eine andere Sprache spricht.
    Vom kommenden Rennen geht's zum gerade beendeten: Two Volcano Sprint. Bruno Wicht gewinnt in 59:20 Stunden – nach 36 Stunden ohne nennenswerte Pause, dann vier Stunden Schlaf, dann durch. Hauchdünn vor Adam Bialek und Anatole Naimi (Gründervater des Unknown Race – die Story dahinter gibt's als Bonus). Die beiden diskutieren die verpflichtenden Stehzeiten des Rennens (2 Stunden pro 24h), die DNF-Highlights ("lack of enthusiasm" als Ausstiegsgrund ist hart zu schlagen), und den vielleicht romantischsten DNF des Jahres: Rick Steffen steigt bei Kilometer 600 aus – nicht nur wegen der Defekte, sondern weil ein paar Tage später seine Hochzeit ansteht. Prioritäten darf man haben.
    Im Fail der Woche geht's um falsch erkannte Brüder am Radweg und einen Producer namens Rosi, der mit dem Rennrad im Schotterwald des Plesch landet. Beim Feedback der Woche geht es um GPS-Genauigkeit und Flos sehr unterhaltsamen Exkurs ins Selbstüberschätzungs-Universum: 12 % der britischen Männer glauben, sie könnten gegen Serena Williams einen Punkt machen. 29 % der Briten halten sich für olympiatauglich. Naja.
    Zum Abschluss: Highest Weekly Mileage Records. Warum Straps' RAAM-Distanzen nicht zählen, was Xandi Mixner geleistet hat (3.953 km in einer Woche, 13.000 im Monat), und warum Daniel Steinhauser gerade in Süddeutschland Kreise zieht – mit wachsenden Nackenproblemen und einer Spendenaktion im Rücken. Mental, da sind sich beide einig, ist so ein Rekordversuch ohne Rennsetting nochmal eine ganz andere Liga.
    Plus: Neuigkeiten im Ultracyclingshop mit Peeroton (Cola-Geschmack als Antwort auf Flavor Fatigue) und endlich einem akkubetriebenen Rücklicht von Supernova – ohne Kabelsalat am Rennrad.

    Übersicht über die Ultracycling Rekorde: https://ultracycling.com/highest-weekly-mileage-records/

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    1 hr 6 min
  • #289 Unknown Race (Teil3): der Straps gwinnt uns den Schas

    Christoph hat gewonnen. Flo war beim Dotwatchen. Wie sich die Geschichte entwickelt hat, besprechen die beiden in einer der dichtesten Rennerzählungen, die Sitzfleisch je produziert hat.

    Checkpoint für Checkpoint, Nacht für Nacht, mit allem, was dazugehört: kein Wasser über Dutzende Kilometer, ein Powernap auf einem 40-cm-Fußabstreifer in einem Bankfoyer, ein Getränke-Automat der 17 Euro in 1-Euro-Münzen herausgibt, und ein Moment, in dem Christoph mitten in der Nacht eine Einkaufsliste mit seiner Frau bespricht – die gerade 1.000 Kilometer entfernt schläft.

    Die erste Nacht gehört aber dem Checkpoint 3B. Mitten im Wald, 50 Meter von der Straße entfernt, unsichtbar im Stockdunkeln. Christoph klettert über Zäune, sucht auf eingezäunten Wiesenstücken nach einem Schild das nicht dort ist wo alle es erwarten – und ist damit nicht allein. Fast das gesamte Feld hat das gleiche Problem.

    Danach: Checkpoint 4, Schneesturm. Die Rennleitung ruft persönlich an. Kurswechsel per WhatsApp. Und hier passiert Robert Müller das, was beim Dotwatchen niemand verstehen konnte: Er fährt 80 Kilometer in die falsche Richtung. Der Grund ist so simpel wie brutal – ein fehlendes Minuszeichen bei den Koordinaten. Wer in WhatsApp auf eine Zahl tippt, kopiert sie wie eine Telefonnummer. Das Vorzeichen bleibt auf der Strecke. Statt 20 Kilometer westlich des Nullmeridians landet man 20 Kilometer östlich davon. Zwei Punkte, die geografisch vertretbar nah klingen – und trotzdem eine Katastrophe bedeuten.

    Checkpoint 6B endet nicht besser: Christoph steht am Fuß eines 1.400-Meter-Anstiegs, der Wind schmeißt ihn fast vom Rad. Er schickt der Rennleitung ein Video. Checkpoint gestrichen. Direkt zum Finishparcours. Was das bedeutet: Die Fahrer hinter ihm sparen sich 60 bis 70 Kilometer. Ergebnis ohne Zeitkorrektur, ohne faire Lösung – weil es bei diesem Format keine gibt.

    946 Kilometer, 16.600 Höhenmeter, 43 Stunden 40 Minuten. Zwei Stunden 50 Minuten Stehzeit laut Strava. Zielankunft kurz vor fünf Uhr morgens, zu dritt auf einem leeren Hauptplatz in Reus.

    Das Unknown Race im Replay: https://www.followmychallenge.com/live/turno4/

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    1 hr 38 min
  • #288 - Unknown Race (Teil 2): Straps startet ins Ungewisse

    Bevor es nach zum Unknown Race nach Spanien geht, gibt es eine kurze Bestandsaufnahme. Flos Hand – ein Küchenmesser, ein Kabelbinder, eine vermeidbare Wunde – hat ihn nach 94 von 150 Kilometern beim Wörthersee Gravel zur Aufgabe gezwungen. Die Quali zur WM in Australien, mit der er kurz geliebäugelt hatte, ist damit aus mehreren Gründen kein Thema.

    Christoph bringt dazu eine Fanpost, die unsere Herzen berührt und viel Freude bringt: Die fünfjährige Marie hört Sitzfleisch, hat ein Woom und will mit Zelt und Schlafsack auf Biketour.

    Aber jetzt zum Rennen: Startort Reus, eine Stunde südlich von Barcelona, direkt hinter der Küste in einer Gegend, die aussieht wie eine Mischung aus Colorado und Katalonien. Das Unknown Race 2025 findet zum ersten Mal in Spanien statt – und damit endlich bei Bedingungen, die der Community jahrelang gefehlt haben. Keine Schneefahrbahn auf Alpenpässen, kein Hagel in den Bergen, kein Dauerregen in der Nacht. Dafür: Wind. Brutaler, anhaltender Wind, der Christoph auf dem Weg zum ersten Checkpoint an seine Grenzen bringt.

    Christoph erzählt von seiner Vorbereitung: radikal weniger Gepäck als in den Jahren zuvor, ein neu montierter Flaschenhalter aus dem Triathlon-Bereich, den er bewusst bisher nicht öffentlich gezeigt hat und der eine mit Kohlehydrat Pulver gefüllte Flasche trägt.

    Dazu eine klare Entscheidung für Bikerouter als einziges Tool zur Routenplanung – einmal planen, drauf vertrauen, nicht mehr herumüberlegen. Bei einem Treffen mit Uba kurz vor dem Start gibt es auch noch etwas Insider Wissen: die Pyrenäen werden sicher nicht auf der Strecke liegen, denn dort liegt noch zu viel Schnee, die meisten Pässe sind gesperrt.

    Die Episode endet kurz vor Checkpoint 2 – mitten in einer bilderbuchhaften Tallandschaft mit Serpentinen, Stausee und irrem Gegenwind. Was danach passiert, folgt nächste Woche.

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    1 hr 20 min
  • #287 - Am Podium des Unknown Race: Elodie Robert und Johannes Keller

    Christoph Strasser sitzt diesmal nicht im Studio, sondern direkt am Zielort des Unknown Race in Reus – und hat gleich zwei Überraschungsgäste im Gepäck: Elodie Robert, Zweitplatzierte und schnellste Frau, und Johannes Keller, Drittplatzierter – und zufällig auch ihr Partner.

    Elodie kommt ursprünglich aus Frankreich, wohnt in Freiburg, und kam über eine Laufverletzung zum Radfahren. Inspiriert von Jana Kesenheimer wagte sie sich vor drei Jahren ins Ultra-Cycling – und ist seither nicht mehr aufzuhalten. Johannes hingegen kommt vom Fechten und Kampfsport, hat erst 2022 ernsthaft mit dem Radfahren begonnen – hat sich bald bei MTB Rennen in der Spitze etabliert und legt beim ersten Ultra-Cycling-Rennen seines Lebens gleich einen Podestplatz hin.

    Die drei reden über Ernährungsstrategien auf über 900 Kilometern (Johannes hatte drei Kilo selbstgemischtes Kohlenhydratpulver im Rahmen), über Windböen die einen buchstäblich vom Rad schmeißen, über eiskalte Nächte auf 1.400 Meter hohen Pässen – und über den Moment, als Checkpoint 6B wegen Sturmgefahr gestrichen wurde. Dazu: Wie man gemeinsam an einer Startlinie steht, privat in einer Beziehung ist und trotzdem komplett alleine fährt.

    Flo ist diesmal daheim. Vermissen wir ihn? Ja natürlich. Aber drei Stimmen direkt nach der Zieleinfahrt entschädigen für alles.

    Elodie Robert auf Instagram: https://www.instagram.com/melodieohnem/

    Johannes Keller auf Instagram: https://www.instagram.com/johannesv_keller/

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    1 hr 10 min

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Ultracycling-Profi Christoph Strasser und sein ehemaliger Betreuer Florian Kraschitzer, der mittlerweile selbst erfolgreich an Ultracycling-Events teilnimmt, geben in „Sitzfleisch“ spannende Einblicke in die Welt des Radsports. Von aktuellen Rennen bis hin zu neuesten Trends im supported und unsupported „Weitradlfoan“ – die beiden sprechen über Training, Taktik und das Leben auf dem Rad.