„Ich fühle mich frustriert“ statt „Du bist schuld“
In dieser Episode spreche ich mit Maroš Kutschy über gewaltfreie Kommunikation. Klingt erstmal nach Kuschelkurs, ist aber ein ziemlich scharfes Werkzeug, wenn es darum geht, Konflikte konstruktiv anzugehen. Maroš erklärt, wie man mit Beobachtungen statt Bewertungen, echten Gefühlen und der Kommunikation der eigenen Bedürfnissen besser durchs Projektchaos navigiert. Besonders spannend fand ich seine Beispiele aus dem Testing-Alltag, die jeder von uns kennt. Für mich war’s ein echter Reminder: Technik ist wichtig, aber Kommunikation verändert Kultur. Und die brauchen wir dringend.
"As testers we need to communicate a lot - with developers, with product owners, with architects. It never stops." – Maroš Kutschy
Maroš ist technischer Leiter für Qualitätssicherung bei der Firma Ness in Košice in der Slowakei. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit dem Thema Testautomatisierung. Er arbeitet gerne mit Kollegen zusammen und hilft anderen, in die Welt des Testens einzusteigen. Maroš ist international als Speaker für Softwaretesten unterwegs, u.a. in Prag, Tallinn, Budapest und Krakau, München, Wien, Bukarest und Bratislava. Maroš liest gerne Bücher über persönliche Entwicklung und Führung, er interessiert sich für die "Philosophie der Stoiker" und liebt es, sich im Fitnessstudio auszupowern.
Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg besteht aus vier Komponenten: Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse und Bitten, aufgeteilt in ehrliches Sprechen und einfühlsames Zuhören.Bewertungen von Beobachtungen zu trennen verhindert Missverständnisse: Statt "Der Entwickler schiebt Dinge auf" besser konkret formulieren, dass der Code in den letzten zwei Sprints jeweils am letzten Sprint-Tag geliefert wurde.Aussagen wie "Du hast mich enttäuscht" verlagern die Verantwortung für eigene Gefühle auf andere; gewaltfreie Kommunikation fordert stattdessen "Ich war enttäuscht, weil ich dieses Gespräch gebraucht hätte."Unklare Bitten führen zu Nichthandeln: Statt "Schick mir öfter Automatisierungsberichte" liefert eine konkrete Bitte, etwa montags, mittwochs und freitags, eine handlungsfähige Grundlage.Wer die Prinzipien der gewaltfreien Kommunikation täglich kurz liest, zum Beispiel vor schwierigen Meetings, verankert sie schrittweise im eigenen Kommunikationsverhalten.📌 Testen ist People Business, Menschlichkeit als Superkraft. Darüber spreche ich am 7. Oktober auf der HUSTEF 2026 in Budapest: Programm und Tickets ansehen
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