SoftwareForFuture PODCAST Made by Lionizers

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By Nils & Friederike Löwe: Software-Engineers, Entrepreneurs, Digital NativesSociety & CultureNewsTechnologyTech News
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SoftwareForFuture PODCAST Made by Lionizers episodes

  • E78: Wozu braucht es den Menschen in einer durchdigitalisierten Welt? – Sven Enger (Autor, Speaker und Experte für Digitalisierung)

    Sven Enger ist Experte für Digitalisierung, ehemaliger Finanzmanager und Autor. Er hat in der Wirtschaftsbranche gearbeitet und später als Speaker und Impulsgeber die Themen Digitalisierung und menschliche Haltung im technologischen Wandel verfolgt.

    Er betont, dass Digitalisierung keine technische Aufgabe ist, sondern eine innere Haltung. Viele Menschen verwechseln Tools mit Veränderung. Die entscheidende Frage ist: Was möchte ich mit Digitalisierung erreichen? Ohne klaren Zweck wird Technik sinnlos.

    Enger beschreibt die Angst vor künstlicher Intelligenz als Ausdruck von Unsicherheit. Die eigentliche Herausforderung ist nicht die Technik, sondern die Frage: Was macht uns Menschen aus? Gefühle, Intuition und Werte unterscheiden uns von Maschinen.

    Er fordert interdisziplinäre Gespräche zwischen Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft. Die Antwort auf die Frage „Warum gibt es uns?“ muss menschlich, emotional und ethisch sein – nicht nur rational.

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  • E77: Wie funktioniert guter, unabhängiger Journalismus in digitalen Zeiten? – Alexandra Borchardt und Ulrike Dobelstein-Lüthe  (Hamburg Media School / Digital Journalism Fellowship)

    Alexandra Borchardt und Ulrike Dobelstein-Lüthe leiten das Digital Journalism Fellowship an der Hamburg Media School. Beide haben langjährige Erfahrung im Qualitätsjournalismus und in der digitalen Transformation von Medienhäusern.

    Sie diskutieren, wie Digitalisierung Journalismus verändert: durch neue Plattformen, veränderte Machtverhältnisse in Redaktionen und die Notwendigkeit von Vielfalt in Publikum und Personal. Dazu gehören Diversität, Gender und Migration in Medien.

    Geschäftsmodelle sind gefährdet, weil Anzeigen einbrechen. Alternative Finanzierungsformen wie Abos, Spenden, Mitgliedschaften oder Events werden genutzt. Facebook finanziert das Fellowship, aber eine unabhängige Beiratsstruktur sichert die Redaktionsfreiheit.

    Die Herausforderung liegt in der Kulturveränderung: Agilität, Experimentieren und ständiges Lernen sind nötig. Auch in der Bildung und Weiterbildung wird digitaler Wandel sichtbar – mit neuen Formaten wie virtuellen Escape Rooms oder Online-Workshops.

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  • E76: Was braucht der deutsche Mittelstand, um digitaler zu werden? – Rudolf Neumüller (Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum)

    Rudolf Neumüller ist Leiter des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Hamburg. Er arbeitet seit zehn Jahren für die Handelskammer Hamburg und koordiniert ein Konsortium aus Hochschulen und Handwerkskammer. Das Zentrum wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bei der Digitalisierung.

    Das Zentrum bietet Angebote wie Workshops, Leitfäden, Best-Practice-Beispiele und Projekte zur Datendigitalisierung. Ein zentrales Thema ist die Schaffung einer digitalen Datenbasis, bevor technische Anwendungen wie Predictive Maintenance oder KI genutzt werden können. Die Projekte werden dokumentiert und auf der Website kompetenzzentrum-hamburg.digital veröffentlicht.

    Neumüller betont, dass Digitalisierung keine Einzeltechnologie ist, sondern ein Netzwerk von Technologien, das Wertschöpfungsketten in Netzwerke verwandelt. Die größte Herausforderung für KMU ist die Informationsflut und das Fehlen von Zeit und Kapazitäten. Die Corona-Krise hat die Notwendigkeit von Remote Work und digitalen Geschäftsmodellen beschleunigt.

    Das Zentrum ist Teil eines bundesweiten Netzwerks mit 26 Kompetenzzentren. Die Plattform mittelstand-digital.de ermöglicht den Zugriff auf Experten und Angebote aus ganz Deutschland. Neumüller plädiert für mehr Branchenübergreifenden Austausch, um Best Practices zu übertragen.

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  • E75: Ist der Datenschutz ein Hindernis für die Corona-App? – Jasmin Lieffering (externe Datenschutzbeauftragte, LITC)

    Jasmin Lieffering ist selbstständige externe Datenschutzbeauftragte und Gründerin der Beratungsfirma LITC. Sie berät Unternehmen, insbesondere im Bereich Software as a Service und Werbeagenturen, zu datenschutzrechtlichen Anforderungen.

    Im Gespräch geht es um die Datenschutzaspekte der Corona-App. Lieffering betont, dass der Zweck der App klar und konkret sein muss, nicht nur „Pandemie eindämmen“. Sie kritisiert, dass Freiwilligkeit bei einer App, die 60 Prozent der Bevölkerung erreichen soll, nicht funktioniert und als Erpressung wirken kann.

    Eine datenschutzkonforme App müsste auf einer gesetzlichen Grundlage basieren, mit transparenter Datenverarbeitung, klaren Speicherdauern und regelmäßigen Prüfungen. Technische Maßnahmen wie zentraler Server oder KI-Scoring sind problematisch, da sie den Datenschutz gefährden.

    Lieffering sieht die DSGVO nicht als abgeschlossen an. Viele Unternehmen verstehen die Regelungen noch immer nicht vollständig. Behörden und Gerichte liefern widersprüchliche Auslegungen. Sie empfiehlt, Quellen wie EU-Whitepapers und Datenschutzbehörden zu nutzen.

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  • E74: Welchen Nutzen hat Agilität in konservativen Gebieten wie der Umformtechnik? – Enno Stöver (HAW)

    Enno Stöver ist Professor für Maschinenbau und Produktion an der HAW Hamburg. Sein Spezialgebiet ist die Umformtechnik, insbesondere Tiefziehen. Er beschäftigt sich mit der Anwendung agiler Methoden in einem traditionellen, konservativen Bereich des Maschinenbaus.

    Agilität wird in der Umformtechnik durch iterative Prozesse und User Stories eingeführt. Werkzeuge werden nicht mehr als endgültig geplant, sondern als Prototypen für Sprintphasen genutzt. Dies ermöglicht frühes Kundenfeedback und reduziert Entwicklungszeiten.

    Stöver betont die Bedeutung von Transparenz und Ehrlichkeit im Prozess. Er nutzt digitale Tools wie RFID und Product-Lifecycle-Management, um Dokumentation zu minimieren und nur notwendige Daten zu speichern. Das Ziel ist Lean-Prinzipien mit agilen Methoden zu verbinden.

    Die Digitalisierung der Lehre an der HAW Hamburg hat sich durch Corona beschleunigt. Präsenz-Labore werden durch asynchrone Formate und digitale Kurse ergänzt. Die Stimmung ist positiv, viele digitale Lösungen sollen auch nach der Krise bestehen bleiben.

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  • E73: Wie funktioniert Datensicherheit in der Industrie 4.0? – Pierre Manière (Cybus)

    Pierre Manière ist Geschäftsführer von Cybus, einem Hamburger Start-up. Er hat BWL studiert und früher als Strategieberater gearbeitet. Mit zwei Mitgründern gründete er Cybus vor knapp fünf Jahren.

    Cybus entwickelt eine Software-Plattform namens Connectware. Diese ermöglicht den sicheren Zugriff auf Maschinen- und Sensordaten in der Industrie. Die Daten bleiben lokal, und die Kunden behalten die Kontrolle über ihre Nutzung.

    Die Kunden nutzen die Plattform für Smart Factory (innere Effizienzsteigerung) und Smart Services (externe Dienstleistungen wie Predictive Maintenance). Cybus positioniert sich als universelles Edge-Gateway mit Datenhoheit.

    Die deutsche Industrie ist gemischt: große Unternehmen sind weit vorne, viele KMUs hinken hinterher. Cybus nutzt den Second-Mover-Advantage, um Fehler der Digitalisierung im Internet zu vermeiden.

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  • E72: Wie erleichtert die Digitalisierung die Finanzplanung? – Matthias Haß (accaris AG)

    Matthias Haß ist Partner der Accaris Financial Planning AG. Er ist seit 1994 im Finanzbereich tätig, zunächst als Bankkaufmann, später als unabhängiger Finanzmakler. Sein Schwerpunkt liegt auf strategischer Finanzplanung für Unternehmen und Privatpersonen.

    Er beschreibt die Digitalisierung als Umstellung von Papierarbeit zu digitalen Prozessen. Heute gibt es kein Papier mehr im Büro. Anträge werden digital unterschrieben, Beratungen per Video, und Kunden nutzen Online-Tools wie den Kontenplan. Dieser ermöglicht transparente Vermögensplanung mit festen Regeln und Automatismen.

    Ein zentrales Werkzeug ist das Drei-Schritte-System: Erst Absicherung existenzieller Risiken, dann Automatisierung von Zahlungen und schließlich Vermögensaufbau über ETFs und Immobilien. Die Digitalisierung erleichtert die Umsetzung dieser Strategie im Alltag.

    Haß betont, dass digitale Tools wie eine Taschenrechner-App helfen, Finanzprodukte zu prüfen und Kunden zu befähigen. Er sieht in der Digitalisierung keine Arbeitsplatzvernichtung, sondern eine Umverteilung von Aufgaben – Effizienz steigt, neue Rollen entstehen.

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  • E71: Wie entwirft man Geschäftsmodelle für die digitale Zukunft? – André Lienesch (Helm AG)

    André Lienesch ist Leiter der Digitalisierungs- und Innovationsabteilung bei der Helm AG. Das Hamburger Unternehmen ist ein traditionsreiches Handelsunternehmen in der Chemiebranche mit Schwerpunkten in Düngemitteln, Pflanzenschutz und pharmazeutischen Wirkstoffen. Es verfügt über über 100 Niederlassungen in mehr als 30 Ländern und einen Umsatz von über 18 Milliarden Euro.

    Die Diskussion dreht sich um die Entwicklung von Geschäftsmodellen für die digitale Zukunft. Lienesch betont, dass Digitalisierung kein eigenständiges Projekt ist, sondern Teil einer gesamten Businessstrategie. Helm positioniert sich als Brücke zwischen Produzenten und Verarbeitern und nutzt digitale Plattformen, um die Supply Chain zu optimieren.

    Er berichtet von Reisen nach China, Indien und Europa, um den Reifegrad der Digitalisierung in der Chemiebranche zu vergleichen. In China gibt es über 70 B2B-Handelsplattformen, in Indien nur fünf. Helm sieht sich nicht als Plattformanbieter, sondern als Teilnehmer an bestehenden Plattformen, insbesondere in China.

    Die größte Herausforderung ist die Entwicklung schlüssiger Zukunftsbilder, die über Jahre hinweg relevant bleiben. Dabei geht es nicht nur um Technologie, sondern um die Veränderung von Geschäftsmodellen, die auf Service statt nur auf Produkte setzen. Die Umsetzung erfordert methodisches Vorgehen und Überzeugungsarbeit innerhalb der Organisation.

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  • SONDERAUSGABE: Wie begleiten Führungskräfte ihre Mitarbeitenden gut durch die Coronakrise? – Petra Carlsen (Change Manufaktur)

    Petra Carlsen von der Change Manufaktur begleitet Veränderungsprozesse in Unternehmen. Sie hat IT-Ausbildung und arbeitet als Change Manager, Agile Coach und Workshop-Trainer.

    Sie betont, dass die aktuelle Krise durch Corona eine neue Dimension der Unsicherheit bringt. Führungskräfte müssen täglich Entscheidungen treffen, ohne klare Aussichten. Die wichtigsten Maßnahmen sind: tägliche, ehrliche Kommunikation, klare Ziele und Vertrauen in die Mitarbeiter.

    Besonders herausfordernd ist die Balance zwischen Struktur und Flexibilität im Homeoffice. Mitarbeiter mit Kindern oder veränderten Lebensbedingungen brauchen mehr Verständnis. Führungskräfte sollten Fragen stellen, Feedback einholen und gemeinsam Lösungen finden.

    Carlsen warnt vor frühzeitiger Rückkehr zu alten Strukturen. Veränderungen müssen ausreichend Zeit haben, um evaluiert zu werden. Die Krise zeigt, wie fragil globale Lieferketten sind und welche Jobs systemrelevant sind – wie Pflege, Erntehilfe oder Regalbestückung.

    58 min
  • E70: Was können deutsche Unternehmen in Sachen Digitalisierung von Estland lernen? – Birthe Stuijts (Best Strategies)

    Birthe Stuijts ist Geschäftsführerin von Best Strategies. Sie berät Unternehmen zu Digitalisierung, Online-Marketing und Prozessoptimierung. Ihre Expertise basiert auf langjähriger praktischer Erfahrung, darunter die Erstellung der ersten Webseite 1996.

    Sie vergleicht die Digitalisierung in Estland mit der Situation in Deutschland. Estland hat seit der Unabhängigkeit in den 1990er Jahren digitale Prozesse in Schulen und Verwaltung eingeführt. Heute sind 99 % der Verwaltungsschritte digital, inklusive Fahrzeugdaten und Versicherungsinfos.

    Stuijts betont, dass Digitalisierung in Estland aus Notwendigkeit entstand – durch fehlende Verwaltungsressourcen. Die Digitalisierung wurde als Lösung für Effizienz und Skalierbarkeit genutzt. Auch die E-Residency und der Erfolg von Startups wie Skype zeigen, wie Digitalisierung als Wettbewerbsvorteil genutzt wird.

    Sie empfiehlt deutschen Unternehmen, von Estland zu lernen, nicht durch Kopieren, sondern durch kulturellen Wandel. Dazu gehört, Mitarbeiter früh einzubinden, Fehlerkultur zu fördern und Prozesse wie Job Rotation oder interne Weiterbildung einzuführen.

    33 min

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