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Nils Löwe berichtet aus eigener Erfahrung mit der Firma Seon, einem Startup, das ein smartes Alarmsystem für private Sicherheitsdienste entwickelt. Das Team arbeitet über mehrere Kontinente verteilt: Hamburg, Kapstadt, New York, Shenzhen.
Die digitale Zusammenarbeit funktioniert reibungslos, weil alle ein gemeinsames Ziel verfolgen: Menschenleben retten und eine Region sicherer machen. Tools zur Aufgabenverfolgung sind nützlich, aber nicht entscheidend. Entscheidend ist das gemeinsame Verständnis, warum jeder etwas tut.
Die Entwicklung digitaler Produkte ist einfacher geworden durch moderne Kommunikations- und Koordinationswerkzeuge. Die größte Herausforderung war nicht die Technik, sondern die Schulung von Nutzern – hier halfen klassische Anreizsysteme wie Leaderboards.
Digitale Tools bringen Wert, wenn sie echte Probleme lösen. In analog gebliebenen Branchen wie der Sicherheitsbranche werden sie sofort angenommen, wenn sie die Arbeit verbessern. Der Erfolg hängt an der klaren Zielsetzung und dem Verständnis des Nutzens.
Karim Youssef ist IT-Projektleiter bei Eurogate. Er hat einen BWL-Hintergrund und ist seit elf Jahren in der Containerlogistik tätig. Zuvor arbeitete er bei Eurogate Intermodal und übernahm die Digitalisierung von Auftragsabwicklungssystemen.
Er beschreibt zwei Projekte: Ein digitales Auftragsystem für LKW-Transporte, das Fax- und Telefonkontakte durch Drag-and-Drop-Übertragung ersetzt. Ein weiteres System für seemäßige Verpackung, das LKW-Anlieferungen, Schadensaufnahmen und Verpackungsprozesse digitalisiert.
Die Digitalisierung hat die Effizienz erhöht: Touren pro Tag verdoppelten sich, Auftragsabwicklung von Stunden auf 20 Minuten reduziert. Mitarbeiter wurden entlastet, nicht ersetzt. Transparenz für Kunden wurde verbessert.
Die Branche steht vor der Herausforderung, unterschiedliche Digitalisierungsstände zu harmonisieren. Gemeinsame Standards für die gesamte Logistikkette sind Ziel. Mitarbeiter bleiben entscheidend, da viele Prozesse noch manuell sind.
Prof. Susanne Hensel-Börner leitet den Masterstudiengang Digitale Transformation und Nachhaltigkeit an der HSBA in Hamburg. Ihr akademischer Hintergrund liegt im Marketing und Vertrieb. Seit 2009 unterrichtet sie an der dualen Hochschule.
Sie unterscheidet Digitalisierung als technischen Aspekt von digitaler Transformation, die Arbeitsweisen, Kommunikation und gesellschaftliche Strukturen verändert. Nachhaltigkeit definiert sie als Berücksichtigung von Auswirkungen auf andere an anderen Orten und zu anderen Zeiten.
Der Studiengang integriert beide Themen in allen Modulen. Beispiele sind die soziale Teilhabe durch Technik (z. B. Roboter für kranke Schüler) oder die Skalierung von Foodsharing durch digitale Plattformen. Kollaboration und kritisches Denken sind zentrale Elemente.
Sie empfiehlt die SDGs als Orientierung und Bücher wie „Eine smarte grüne Welt“. Die Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit ist keine Modeerscheinung, sondern eine notwendige Verantwortung, die sich langfristig auch wirtschaftlich auszahlt.
Nils Löwe spricht mit seiner Partnerin Friederike Löwe. Beide sind Mitbegründer des Podcasts „Software for Future“.
Sie reflektieren die ersten 18 Monate des Podcasts. 38 Folgen wurden produziert. Das Format war ein Interview mit Experten zur Digitalisierung.
Das Gespräch ist kein Interview. Es ist ein Weihnachtsgruß und eine Ankündigung der Pause. Das Format wird nach Weihnachten überarbeitet.
Sie danken den Zuhörern für Feedback, Kommentare, E-Mails und Weiterverbreitung. Das Feedback hat das neue Format beeinflusst.
Der Podcast kehrt am 9. Januar 2019 mit neuen Interviews zurück. Themen sind Digitalisierung, Ethik und Intrahavenlogistik.
Tobias Neumann ist Geschäftsführer und Gründer der Übex GmbH. Das Unternehmen entwickelt und produziert Spezialleuchten für Industrie und Gewerbe. Kunden sind große Unternehmen wie Tesa oder Volkswagen. Die Leuchten werden in Projekten wie Hafenanlagen oder Einkaufszentren eingesetzt.
Übex digitalisiert seine Produkte durch drahtlose Steuerung über selbstorganisierende Netzwerke. Diese Lösungen ermöglichen Energieeinsparungen durch Bewegungssensoren und Tageslichtnutzung. Ein Beispiel ist die Beleuchtung von Fahrtreppen in einem Einkaufszentrum, bei der Farbe und Helligkeit je nach Uhrzeit und Jahreszeit angepasst werden.
Das Unternehmen setzt auf externe Softwarelösungen statt interner Entwicklung. Sicherheit ist entscheidend, da Ausfälle in Produktionsstätten oder Straßenbeleuchtung Folgen haben können. Übex arbeitet mit Spezialfirmen zusammen, die sich auf Funksteuerung spezialisiert haben.
Die Digitalisierung des Vertriebs ist schwierig, da Kunden oft über Netzwerke und Vertrauen entscheiden. Übex nutzt keine Webshops, sondern setzt auf persönliche Beratung. Die Firma möchte Kunden durch verständliche Kommunikation erreichen, auch wenn diese aus der Old Economy kommen.
Mirja Bester ist Director Product bei XING und verantwortet die Entwicklung des Freelancer-Produkts Hallo Freelancer. Sie hat einen Hintergrund in Sozialökonomie und arbeitet seit ihrem Studium im digitalen Umfeld. Ihr Fokus liegt auf empathischer Produktentwicklung und der Repräsentativität von Nutzern in Teams.
Sie diskutiert, wie digitale Netzwerke die Arbeitswelt verändern, insbesondere durch globale, remote arbeitende Teams. XING nutzt Standorte in Hamburg, Barcelona, Porto und anderen Städten. Die Herausforderung liegt in der Kollaboration über Zeitzonen und Kulturen, die durch regelmäßige Face-to-Face-Treffen und digitale Tools wie virtuelle Büros unterstützt wird.
Das Produkt Hallo Freelancer zielt darauf ab, die Suche nach Freelancern effizienter und menschlicher zu gestalten. Es nutzt das bestehende XING-Netzwerk, um Vertrauen und soziale Nähe sichtbar zu machen. Im Gegensatz zu reinen Projektmarktplätzen wie Freelance.de bietet es Transparenz über Erfahrungen und Kontakte, was den Entscheidungsprozess beschleunigt.
Bester betont, dass technische Lösungen allein nicht ausreichen. Entscheidend ist die Berücksichtigung menschlicher Bedürfnisse wie Vertrauen, Empathie und kulturelle Vielfalt. Sie plädiert für eine Produktentwicklung, die sich nicht nur auf Daten, sondern auf die Persönlichkeit des Nutzers konzentriert.
Nils Löwe, Mitgründer von Lionizers, spricht über die Motivation hinter der Digitalisierung. Er reflektiert seine Erfahrungen aus 35 Podcast-Episoden und der Gründung seines Unternehmens.
Er beschreibt, dass Digitalisierung kein eigenständiger Treiber ist, sondern ein Symptom schneller Veränderungen. Diese Veränderungen betreffen Technik, Arbeitsplätze, Geschäftsmodelle und Führung.
Beispiele wie Wer liefert was? oder das Impulse-Magazin zeigen, wie Unternehmen von Produktionsfirmen zu Plattformen werden. Neue Jobs entstehen, alte verschwinden – oft ohne vorherige Planung.
Die entscheidende Erkenntnis: Die Geschwindigkeit von Veränderungen ist exponentiell gestiegen. Menschen sind auf lineare Entwicklung eingestellt, nicht auf exponentielle. Das führt zu Leidensdruck, der als Digitalisierung benannt wird.
Claudia Krüger ist Unternehmensberaterin mit Schwerpunkt Innovationsmanagement im Mittelstand. Sie hat 15 Jahre Erfahrung in der Beratung von mittelständischen Unternehmen, insbesondere im Bereich Kundenzentriertheit und Produktentwicklung.
Sie betont, dass Digitalisierung kein Selbstzweck ist, sondern erst dann sinnvoll wird, wenn sie einen klaren Mehrwert für den Kunden schafft. Ihr Ansatz beginnt nicht mit Technologie, sondern mit der Frage: Was löst das Produkt im Leben des Kunden?
Krüger beschreibt, wie ein mittelständischer Reinigungsgerätehersteller durch Kundensimulationen und Typologien erkannte, dass private Haushalte andere Bedürfnisse haben als gewerbliche Kunden. Dies führte zu einer Neuausrichtung der Produktentwicklung und einer stärkeren Einbindung von Mitarbeitern und Kunden in Innovationsprozesse.
Sie betont, dass digitale Tools wie Ideenmanagement-Plattformen oder Crowdsourcing helfen, aber der entscheidende Faktor ist die Kultur: Vision, Kommunikation und die Fähigkeit, Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse einzubinden. Führung bedeutet heute, Verantwortung abzugeben, nicht zu behalten.
Tim Adler ist CTO des Greenhouse Innovation Lab bei einem großen Hamburger Verlag. Er hat Erfahrung als Entwickler, Produktmanager und CTO bei einem Startup-Inkubator. Seine Arbeit umfasst die Umsetzung von Innovationen in kleinen und großen Organisationen.
Er vergleicht drei Ansätze: Startups, Mittelständler und Konzerne. Startups sind flexibel, aber oft knapp am Budget. Mittelständler haben oft zu wenig Kapazität oder Know-how. Konzerne sind durch etablierte Prozesse gebunden, was Innovation erschwert.
Innovationslabore sind nach seiner Erfahrung günstiger und schneller als interne Projekte im Konzern. Sie zwingen zur Priorisierung, schnelleren Prototypen und früherer Validierung. Er betont: Weniger ist oft mehr – man muss zuerst einen Kernprozess testen, bevor man skaliert.
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