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Soilcast episodes

  • SC173 SoilTalk: Polysynthese statt Photosynthese?
    Der Einfluss von Mikroplastik auf die Ernte

    In dieser Folge sprechen Kathrin und Christoph über die aktuelle Forschung zu Mikroplastik im Ackerboden, und darüber, wie es direkt und indirekt das Pflanzenwachstum und unsere Ernten beeinflussen kann.

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    • Thema: Polysynthese statt Photosynthese?

      Plastik im Boden – das klingt erst einmal nach einem Randthema im großen Mikroplastik-Diskurs. Trotzdem taucht inzwischen in vielen Studien die Frage auf, was diese Fremdkörper im Boden eigentlich mit unseren Kulturpflanzen machen. Beeinflussen sie Wurzelwachstum, Nährstoffaufnahme und am Ende vielleicht sogar unsere Erträge? In dieser Folge schauen wir uns an, was die Forschung dazu bisher wirklich weiß – und wo die Unsicherheiten liegen.

      Als „Paper der Woche“ steht die Literaturstudie von Iqbal et al. im Mittelpunkt: Impacts of soil microplastics on crops: A review. Wir gehen durch, welche Effekte von Boden-Mikroplastik auf Pflanzen bisher beschrieben wurden – von Veränderungen der Bodenstruktur über Stressreaktionen der Pflanzen bis hin zu möglichen Auswirkungen auf Qualität und Quantität der Ernte. Gleichzeitig sprechen wir darüber, wo die Datenlage noch dünn ist und warum sich viele Ergebnisse (noch) nicht einfach auf die Praxis übertragen lassen.

      Noch einen Schritt weiter geht die kritische Meta-Analyse von Bethanis und Golia: Micro- and nano-plastics in agricultural soils: A critical meta-analysis of their impact on plant growth, nutrition, metal accumulation in plant tissues and crop yield. Hier werden viele Einzelstudien zusammengeführt, um systematisch zu bewerten, wie stark Mikro- und Nanoplastik Pflanzenwachstum, Nährstoffversorgung, die Anreicherung von Metallen in Pflanzengeweben und Erträge beeinflussen. Wir sprechen darüber, welche klaren Trends sich abzeichnen – und wo die Ergebnisse widersprüchlich bleiben.

      Weiten wir den Blick zudem einmal in Richtung Praxis: Im EU-Projekt SOPLAS wird untersucht, wie Makro- und Mikroplastik in landwirtschaftlichen Bodensystemen überhaupt in die Fläche gelangt, wie es sich dort verhält und welche Folgen das für Bodengesundheit und Pflanzenproduktion haben kann. Und wer sich fragt, was das alles konkret für unsere Ernten bedeutet, kommt im Thünen-Faktencheck „Mikroplastik – ist es ein Risiko für unsere Ernten?“ auf seine/ihre Kosten: Wir greifen zentrale Punkte aus dem Gespräch von Katrin Scheidung mit Elke Brandes auf und ordnen ein, wie groß das Risiko für die Landwirtschaft nach aktuellem Stand der Forschung einzuschätzen ist.

      59 min
    • SC172 Interview: Jäger des verlorenen Archivbodens
      Was ist ein Archivboden und welche Informationen kann der Geoarchäologe Felix Reize ihm entlocken?

      Felix Reize ist Geoarchäologe an der Universität Koblenz. Im Rahmen seiner Dissertation untersucht er Siedlungsspuren im heutigen Süd-Irak. Er erklärt uns in dieser Folge, welche Informationen man dem Archivboden entlocken kann und was ein Boot in der Wüste sucht!

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      • Thema: Jäger des verlorenen Archivbodens

        Auch für das Jahr 2026 wurde ein Boden des Jahres ausgelobt – der Archivboden! Beim Archivboden handelt es sich erstmals um einen funktionalen Boden, denn der Boden ist als Schutzgut im Bundes-Bodenschutzgesetz definiert, das gemäß § 2 (2) BBodSchG bestimmte Funktionen erfüllt. Eine dieser Funktionen ist die Archivfunktion, über die wir auch bereits in der Lehrbuchfolge SC159 Bodenfunktionen gesprochen haben.

        In der Planungspraxis orientiert man sich oft an Handreichungen der Bundesländer, übergreifend sind aber die Empfehlungen zur Bewertung und zum Schutz von Böden mit besonderer Funktion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte der Bund/ Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO) aus dem Jahre 2011 sehr hilfreich. Auf Seite 18 dieser Empfehlungen findet sich ein Bewertungsschema, dem man die wertgebenden Eigenschaften von Archivböden entnehmen kann und die auf den nachfolgenden Seiten ausführlich aufgeschlüsselt sind.

        Im Interview ist der Geoarchäologe Felix Reize zu Gast, der laut dem Merkur sogar weltbekannt ist. Neben solchen nicht wirklich ernstzunehmenden Artikeln hat der Fund, an dessen Bergung und Dokumentation Felix beteiligt war, auch beim renommierten Science Magazine für Aufsehen gesorgt. Im Interview erzählt uns Felix etwas über ein Boot, das bei Uruk inmitten der heutigen Wüste gefunden wurde und welche Methoden man in der Geoarchäologie einsetzen kann, um solch bedeutende Funde zu untersuchen.

        1 hr 4 min
      • SC171 Kryoturbation

        Wir werden in dieser eiskalten Lehrbuchfolge in Erfahrung bringen, was Kryoturbation ist, wie sie funktioniert und welche Rolle sie zusammen mit anderen Prozessen in der Landschaftsformung spielt.

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          10 min
        • SC170 SoilTalk: Ausgrabung mit Nebenwirkungen
          Risikoverringerung bei archäologischen Ausgrabungen

          Wenn der Boden als Archiv schadstoffbelastet ist, sind Archäolog*innen bei Ausgrabungen großen Gefahren ausgesetzt. In dieser Folge reden Lea und Christoph über eine Methode, mit dem ein Teil dieser Schadstoffe bei der Grabung effizient detektiert werden kann.

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          • Thema: Ausgrabung mit Nebenwirkungen

            Archäologische Ausgrabungen zählen zu den Dingen, über die man sich eher selten Gedanken macht. Dennoch helfen sie uns, etwas über und als Menschheit zu erfahren und sind für die grabenden mit teilweise erheblichen Gefahren verbunden. Neben den typischen Gefahren der Arbeit im Gelände können Grabende zum Beispiel auch mit Bodenkontaminationen konfrontiert werden.

            Wie wir spätestens seit Folge 159 des Soilcast wissen, haben Böden auch gewisse Speicherfähigkeiten, die auch Schadstoffe umfassen können und dazu beitragen, diese teilweise über Jahrhunderte zu konservieren.

            Die Jahrestagung des deutschen Ablegers vom Chartered Institute für Archaeologists (CIfA) hat sich in diesem Jahr mit Schadstoffen im archäologischen Kontext befasst und unser Host Christoph Genzel hat die Gelegenheit genutzt, um auf dieser Tagung über Schadstoffe im archäologischen Bodenarchiv zu sprechen.

            In dieser Folge beschäftigen wir uns mit der Studie Heavy Metals in Archaeological Soils - The Application of Portable X-Ray Fluorescence (pXRF) Spectroscopy for Assessing Risk to Human Health at Industrial Sites und, wie der Titel verrät, mit der Frage, wie man mit mobiler Röntgenfluoreszenzanalytik (pXRF) Gefahren durch Schwermetallkontaminationen effizient und recht zuverlässig abschätzen kann.

            Ein Video zur Anwendung eines pXRF-Geräts findet ihr zum Beispiel hier bei YouTube.

            53 min
          • SC169 Gleye

            Gleye sind nicht nur coole Böden, sie erzählen Landschaftsgeschichten! Erfahrt in dieser Folge mehr über die Bodenklasse der Gleye und ihre einzigartigen Eigenschaften!

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              12 min
            • SC168 Der pH-Wert als ökologische Steuerungsgröße

              Hier erfahrt ihr, was pH im Boden eigentlich bedeutet, wo er herkommt, warum er so viele Prozesse steuert, wie man ihn sinnvoll misst – und was man praktisch tun kann, wenn der pH-Wert mal aus den Fugen gerät.

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                12 min
              • SC167 SoilTalk: CSI BODEN - Citation Scene Investigation
                "True Crime" in der Fachzeitschrift

                SoilTalk goes True Crime! Im Februar 2017 wird ein Gutachten veröffentlicht, das dem Verdacht auf Bildung eines Zitierkartells in bodenkundlichen Fachzeitschriften nachgeht. Anhand dieses Falls lassen sich interessante und grundsätzliche Fragen zum wissenschaftlichen Publikationswesen stellen. Kommt mit und verfolgt einen Krimi der ganz anderen Art – ein Angebot, das ihr unmöglich ausschlagen könnt!

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                • Thema: Das bodenkundliche Zitierkartell.

                  Die Aufregung war groß, als die EGU im Februar 2017 ein Gutachten über Bodenkundler veröffentlicht, um dem Verdacht der Manipulation von Zitationen nachzugehen. Ein anonymer Hinweisgeber gab den Tipp, dass acht Wissenschaftler*innen als Editor und Reviewer ungewöhnlich große Literaturlisten zum Einbau empfehlen würden. Listen, in denen vornehmlich ihre Studien, aber auch die von ihnen betreuten Journals auftauchen.

                  Das EGU-Gutachten kommt zum Schluss, dass ein Wissenschaftler – Artemi Cerda – tatsächlich eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Empfehlungen ausgegeben wurde, und dies merklich Einfluss auf den Impact Factor einzelner Journals hatte. So empfahl er als Reviewer und Editor bei insgesamt 79 Studien 1045 zusätzliche Quellen. Als Resultat stieg der Impact Factor der Land Degradation & Devlopment mit Cerda als Editor in Chief innerhalb eines Jahres von 3,089 auf 8,145.

                  Als direkte Konsequenz erklärte der Verlag Wiley die Abberufung von Cerda](https://onlinelibrary.wiley.com/page/journal/1099145x/homepage/statementregardingallegationsofcitationirregularitiesin_ldd.htm)), der sich selbst aber keiner Schuld bewusst war](https://retractionwatch.com/2017/03/24/ousted-editor-speaks-not-manipulate-citations/)). Im April 2025 wurde er aber erstmals wieder als Editor einer Zeitschrift aufgenommen](https://retractionwatch.com/2025/10/10/soil-scientist-artemi-cerda-citation-scandal-appointed-editor-role-elsevier-journal/)), und er ist Editor in Chief einer derzeit noch nicht publizierenden Fachzeitschrift. Ebenso publiziert er weiterhin sehr aktiv.

                  Der Fall zeigt eindrücklich die Grauzone von Reviewverfahren und die Schwächen im System des wissenschaftlichen Publikationswesens. Denn: Wie eine umfassende Netzwerkstudie der fraglichen Paper treffend festhält: Eine Sanktion der fraglichen Beiträge hätte vor allem ein Opfer – die Autor*innen.

                  1 hr 5 min
                • SC166 SoilTalk: Salzwiesenpower fürs Klima
                  Wie Salz-Rohmarschen Kohlenstoff speichern

                  Salz-Rohmarschen sind Bodentypen an den Küsten und zählen zu den „Blue Carbon-Ökosystemen“, welche atmosphärisches CO2 aufnehmen und speichern. Die genauen Prozesse sind noch nicht vollständig erforscht. Laura und Christoph gehen in die salzigen Wiesen um zu erklären, welchen Beitrag sie leisten.

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                  • Thema: Salzwiesenpower fürs Klima

                    Blue Carbon bezeichnet den Kohlenstoff, der in Küsten- und Meeresökosystemen gespeichert wird. Salz-Rohmarschen sind Bodentypen im Bereich zwischen Meer und Land und zählen zu den Blue Carbon-Ökosystemen](https://www.geomar.de/entdecken/kohlenstoffaufnahme-im-ozean/blue-carbon-management)), welche CO2 aus der Atmosphäre speichern. Die Wirkung und Maßnahmen zur Förderung von Blue Carbon-Ökosystemen ist Untersuchung mehrerer Forschungsprojekte und kurz zusammengefasst auf der Helmholtz Klima Dialog-Plattform](https://www.helmholtz-klima.de/aktuelles/fuer-seegraswiesen-koennten-die-auswirkungen-schwerwiegend-sein)).

                    In der Beispielstudie von Mueller et al. aus dem Jahr 2023 wird der Einfluss des anorganischen Kohlenstoffs, also der Karbonatsedimente und Muschelschalen untersucht, welche in den Böden der Salz-Rohmarschen verstärkt eingelagert sind. Sodass bei ihrer Auflösung und Neuausfällung auch der Versauerung der Meere entgegengewirkt werden kann.

                    Einen [Bericht über die Maßnahmen und das Potential der Kohlenstoff-Fixierung von Salzwiesen der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer(https://www.nationalpark-wattenmeer.de/wp-content/uploads/2023/12/MartensetalBlueCarbonImNationalparkNiedersaechsischesWattenmeerBerichtereihe2021_02.pdf)) aus dem Jahr 2021 beschreibt wie viel Kohlenstoff aus der Atmosphäre in diesen Böden potentiell fixiert werden kann und welche Maßnahmen ergriffen werden müssten um dieses Effekt zu verstärken.

                    48 min
                  • SC165 SoilTalk: Don't bust the crust!
                    Die Rolle von Biokrusten in Stoffkreisläufen

                    Nur weil etwas kaum zu sehen ist, ist es nicht automatisch bedeutungslos. Biokrusten spielen eine wichtige Rolle in den Stoffkreisläufen von Kohlenstoff und Stickstoff. Christoph und Lea gehen dieser Rolle auf den Grund!

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                    • Hausmeisterei

                      Lea-Marie Pollok verstärkt seit Kurzem unser Team! Lea ist Doktorandin an der TU Bergakademie Freiberg und beschäftigt sich mit Mooren. Herzlich willkommen im Team!

                      Thema: Don’t bust the crust!

                      Eine kleine Einführung zum Thema Biokrusten bietet der Websiteartikel der TU Berlin, in dem auch die Studie der Woche verlinkt ist.

                      In der SZ ist im Jahre 2022 ein Artikel erschienen, der auch auf die Bedeutung von Biokrusten im Zusammenhang mit Sandstürmen in Wüstengebieten hinweist.

                      Nathalie Höhmann, M.Sc. (Masterarbeit Gök): Ex-situ-Untersuchung der Erosionsminderung durch biologische Bodenkrusten mit Hilfe einer Erosionskammer. / Ex-situ examination of erosion reduction by biological soil crusts using an erosion chamber. (Betreuer: Jun.-Prof. K. Glaser & Jun.-Prof. C. Jackisch)

                      Eine viel beachtete Studie von Weber et al. Aus dem Jahr 2022 fasst die wesentliche Definition des Begriffs Biokruste zusammen und begründet ihn über die Gestalt des Habitats Biokruste, die physikalische Struktur der Biokruste, ihre Funktion und die in ihr angesiedelten Arten(-gruppen).

                      Die Studie der Woche von Kristina Witzgall und Kolleg*innen befasst ich mit der einzigartigen Rolle von Biokrusten in den Stoffkreisläufen bzw. Stoffverlagerungsprozessen von Kohlenstoff und Stickstoff an der Schnittstelle von der Atmosphäre mit dem Boden.

                      51 min
                    • SC164 Ökoakustik im Boden

                      Hinter der Ökoakustik im Boden versteckt sich nicht nur ein spannender und schonender Einblick in den Zustand eines Ökosystems. Wir können hier auch einer jungen Forschungsdisziplin bei ihrer Entwicklung zuschauen!

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                        9 min

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                      Dieser Podcast präsentiert fundiertes Wissen rund um Böden. Böden sind nicht nur unsere Ernährungsgrundlage, sie sind Global Player in der Klimakrise und wir alle sollten mehr über ihre Funktionen…