Stufen.aufs.Ohr

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Stufen.aufs.Ohr episodes

  • Barmherziger Samariter

    Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn; und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn.    Lukas 10, Vers 33+34

    Dieser Text hat mich jetzt auf der Kursleitertagung zum Thema „Überrascht von der Freude“ neu berührt.

    Da war ein Samariter, einer der unter den Juden nicht angesehen war, gemieden wurde, der sah genau hin als er bei dem Ausgeraubten ankam. Er jammerte ihn. Er hatte Erbarmen mit ihm. Sein Leid berührte sein liebevolles Herz und er legte sofort Hand an.

    Er neigte sich zu ihm herunter, vernahm den inneren Schrei nach Leben und Liebe.

    Er goss Öl und Wein auf seine Wunden. Öl zur Pflege und Heilung, Wein zur Stärkung und Desinfektion.

    Und er brachte ihn in eine Herberge, in einen Schutz- und Heilungsraum, wo er Wärme, Zuwendung, Liebe, Pflege erfuhr. Vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben?

    Weckt das Sehnsüchte in Ihnen in Euch?

    Welche Stellen möchte ich von Seiner Liebe, von Seiner Barmherzigkeit berührt haben? 

    So ist Jesus. Hier bringt sich Jesus selbst ins Bild. Er will auch meine Lasten abnehmen, mich entlasten und heilen. Ist das nicht wunderbar? In der Geschichte gab er dem Wirt Geld, falls er mehr ausgeben müsse. Er bezahlte. Mit seinem Leben hat er für uns am Kreuz bezahlt.

    Der Heilungsweg geht über das Kreuz, hier hin können wir alles, was uns belastet, bringen.

    Ein Samariter kam dahin….er sah ihn…….er jammerte ihn…….er ging zu ihm……goss Öl und Wein auf seine Wunden…….verband sie ihm……..hob ihn auf sein Tier…….brachte ihn in eine Herberge ……..pflegte ihn ……… und hatte für ihn bezahlt.

    Ich wünsche Ihnen und euch, eines dieser Worte zu nehmen, im Herzen zu bewegen und darüber mit Jesus ins Gespräch zu kommen.  Vielleicht schmerzt es, vielleicht weckt es Sehnsüchte. Aber es ist gewiss: Ihr seid nicht allein. Jesus sieht Sie und Euch. Seine größte Sehnsucht ist, dass wir uns seiner Barmherzigkeit überlassen, damit wir zum Leben, zur Liebe und zur Freude kommen. Dann drängt es uns, mit Freude und Liebe das Erfahrene weiterzugeben.

    3 min
  • Gottes Geist udn Gottes Kraft

    Letzte Woche war ich mit einem Bibeltext unterwegs, der Predigttext vom vorletzten Sonntag, der mich sehr angesprochen hat: 1. Korinther 2.

    Das ist nicht immer so. Doch beim Hören einiger dieser Verse wusste ich, dass ich diesen Text bewegen will.

     

    Schon beim ersten Lesen blieb ich bei der Überschrift hängen:

    Paulus hat der Gemeinde als schwacher Mensch gepredigt.

    Paulus – ein schwacher Mensch?

    Ich merke wie das in mein Bild von Paulus nur schwer reinpasst. Ja – da ist die Stelle mit dem „Dorn im Fleisch“ und mir ist schon bewusst, dass er da gelitten hat – was auch immer dieser Dorn war – ABER, dass er ein schwacher Mensch war und als schwacher Mensch predigte?

    Ein paar Tage später blieb ich dann an Vers 3 hängen, in dem Paulus an die Korinther schreibt: „Als schwacher Mensch trat ich vor euch und zitterte innerlich vor Angst.“

    Also wirklich – Paulus, der solche komplexen Briefe geschrieben hat, Jesus an so vielen Orten verkündigte – er zitterte innerlich vor Angst als er Jesus verkündigte?

    Wovor hatte er denn Angst?

     

    Wovor hab‘ ich Angst? Wovor hast du Angst?

     

    Ich kenne das, innerlich vor Angst zittern. Ich zittere manchmal nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich. Wenn es in Konflikten immer heißer wird, die Fronten immer härter werden, dann kann mein Körper so zittern, dass sogar meine Zähne klappern.

    Und dann fühle ich mich schwach. Sehr schwach. Und klein.

     

    Ich kenne auch, dass ich vor Angst nicht zittere, sondern gar nichts sage. Mich nicht traue, weil ich Angst habe, dass man mich dann nicht mehr mag und ich mein Ansehen verliere; dass andere denken, ich bin „naiv oder dumm“.

     

    Paulus zitterte innerlich vor Angst als er den Korinthern Jesus Christus verkündete und von dessen Tod und Auferstehung redete. Seine Verkündigung sollte nicht durch Weisheit die Menschen von Jesus Christus überzeugen, sondern vielmehr sollte in seiner Rede Gottes Geist und Kraft zur Geltung kommen – so schreibt er in V 4.

     

    Das hat mich angesprochen und gestärkt. Vielleicht stärkt das auch dich:

    Gottes Geist und Gottes Kraft.

    Nicht ich MUSS komplex durchdachte Reden schwingen, geschmeidige Antworten haben, Konflikte durch „Smarte Lösungen“ auflösen – sondern ich darf mich mit dem Geist Gottes verbinden – mit meinem Atem mich erinnern, dass ER mich erfüllt – IHN einatmen und die Angst zu IHM hinausatmen – und „Stückchen für Stückchen“ wieder Boden unter die Füße kriegen, Stimme kriegen und sagen, was mir auf dem Herzen ist.

    Eine gesegnete Woche!

    3 min
  • Gottes viele Namen

    Womit ich mich beschäftige, was mir wichtig ist oder was ich liebe, für das habe ich viele Bezeichnungen. Ein Experte kennt viele Details. Ein Landwirt hat nicht nur einfach Kühe, sondern Kälber und Fresser, Bullen und Ochsen, Muttertiere, bestimmte Rassen und so weiter. Ein Gartenliebhaber kennt seine Pflanzen mit Namen, ein Handwerker seine Spezialwerkzeuge.

    Rund um die neuen Medien haben sich Begriffe gebildet, die jemanden, der hier nicht aktiv ist, komplett verwirren können. Reels und storys, vlogs und blogs, streamen, liken und swipen. Nur diese kleine Auswahl zeigt, wie wichtig diese Themen für viele sind.

    Für unsere liebsten Mitmenschen haben wir oft auch mehrere Namen, Kosenamen oder scherzhafte Bezeichnungen, die wir in unterschiedlichen Situationen verwenden.

    Menschen, die nicht an Gott glauben oder die ihre Schwierigkeiten mit ihm haben, kennen keine oder kaum eine Bezeichnung für ihn. Manche können nicht einmal das Wort aussprechen und sprechen „von dem da oben“ oder von „Deinem Gott“.

    Wer eine lebendige Beziehung mit Gott hat, hat viele Namen für ihn. Die Namen oder Titel oder Begriffe, mit denen wir Gott benennen, zeigen, welche Bedeutung er für uns hat. Mein Gott, mein Retter, mein Heiland, mein Fürsprecher, Vater, Wegweiser, Begleiter, der Ewige, der Allwissende, der Liebende, der Dreieinige. Dies nur als einige Beispiele.

    Gott bei verschiedenen Namen zu nennen ist Lobpreis. Ich zeige ihm, welche Bedeutung er für mich hat. Ich mag Gebetsrunden in denen wir ihn nur mit den vielen Namen und den vielen Bedeutungen, die er für unser Leben hat, ansprechen. Einmal befreit dies von einem Druck schöne Sätze finden zu müssen oder komplexen Gedankengängen anderer zu folgen, aber vor allem zeigt es den ganzen Reichtum, die ganze Tiefe von Gottes Zuwendung zu uns Menschen. Ich lerne immer neue Dimensionen von Gott kennen. Ein Gott, der in jeder Lebenssituation für mich da ist, ein Gott der Vielfalt, mein Gott.

    Wenn ich in einer Beziehung mit Gott lebe, wenn er mir wichtig ist, dann fallen mir immer neue Namen für ihn ein.

    In Kulturen, in denen mehrere Götter verehrt werden, müssen diese Namen haben, um sie voneinander zu unterscheiden. Wir brauchen keinen Namen für Gott, um ihn zu identifizieren, da nur er allein Gott ist.

    Aber meiner Beziehung zu Gott, mir selbst tut es gut, mir immer wieder neu zu überlegen, was er mir bedeutet oder in der Bibel nachzuforschen, welche Namen und Beschreibungen dort stehen und dabei immer Neues über ihn zu lernen.

    Ich glaube nicht, dass ich auf irgendeinem Fachgebiet ein echter Experte bin. Aber ich bin stolz darauf, dass ich sagen kann, meine Beziehung zu Gott ist so intensiv, so wesentlicher Bestandteil meines Lebens, dass ich ganz viele Namen und Bezeichnungen für ihn habe.

    Eine gesegente Woche wünscht Ihnen Christine Sommer.

    3 min
  • Beladen mit Proviant für die Reise

    Vor mir steht eine Frau, der ich gerne ein Segenswort zusprechen möchte. Mein Kopf ist leer, ich weiß nicht, welches Wort es sein könnte. Da sehe ich es plötzlich:

    Ein Lasttier kniet sich nieder, um beladen, ausgerüstet zu werden mit dem Nötigen für die anstrengende Reise. „Barakh“, niederknieen, dieses Bild aus dem Nomadenleben wurde zum hebräischen Begriff für Segen. Das finde ich so gut und passend. Das ist es doch, was wir so dringend brauchen. Ausrüstung für unsere Lebensreise. Das ist es, was beim Segnen geschieht, wir werden ausgerüstet mit dem lebensnotwendigen für die Reise – auch durch die Wüste.

    Das Griechische und Lateinische kennen andere Worte für Segen. Neben dem griechischen „eulogein, das gute Wort sagen“  (und dessen direkter lateinischen Übersetzung „benedicere – Gutes sagen“)  vor allem das lateinische „Signare – jemanden unter das Kreuzzeichen stellen, mit dem Kreuz gezeichnet zu werden“.

    Es ist eine große Sehnsucht in uns, beim Namen genannt zu werden, angesehen, berührt, gesegnet  zu werden.  Wie gut tut es uns, wenn jemand von Gott her Gutes über unserem Leben ausspricht.

    Und Gott segnet, ganz ohne dass ich es mir verdienen müsste. Von allem Anfang an ist die Schöpfung gesegnet, sozusagen als Grundlage und unterster Boden.

    Fulbert Steffensky erzählt von einer kleinen Szene in seiner Kindheit. Bevor sie  morgens zur Schule gingen machte die Mutter ihnen ein Kreuzzeichen auf die Stirn und segnete sie. Mit der linken Hand rührte sie im Kochtopf, mit der rechten Hand segnete sie. Er schreibt, sie als Kinder wurden berührt an der Stirn und in der Seele. Wie sehr wünschen wir uns, in dieser Weise gesegnet zu werden.

    Der Sommer ist eine Zwischenzeit, für Schüler und Lehrer ist das Schuljahr vorbei. Wer kann, macht Pause. Das Neue hat noch nicht begonnen, steht aber schon vor der Tür. Zuerst ist eine Unterbrechung ,eine Auszeit.

    Wie gut!

    Für die Pause und für den neuen Anfang möchte ich uns den Segen Gottes zusprechen:

    Der Herr segne Dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe dir seinen Frieden. Amen

     Und das ist nicht nur ein Wunsch. Segen ist viel mehr. Er tut, was er sagt. Weil der mächtige Gott dahintersteht und dafür einsteht. Wo er Segen zusagt, wird er wirksam. So bist du und sind sie ganz persönlich beladen mit dem nötigen Proviant für die Reise durch die vor uns liegenden Wochen. Ihre und Eure Traudel Krause

    3 min
  • Von den Kleinsten lernen

    Unser jüngster, neunmonatiger Enkel bevorzugt drei Zeichen. Damit kommuniziert er hervorragend: Mit dem ausgetreckten Zeigefinger. Mit dem ausgestreckten rechten Arm und der offenen Handfläche, die er nach oben gedreht hat. Und immer wieder mit dem Klatschen in seine beiden Hände und einem strahlenden Gesicht.

    Den Zeigefinger nach vorne gestreckt. Das heißt: Da will ich hin. Wenn seine Mama da ist, bevorzugt zu ihr. Zu meiner Mama will ich. Der nach vorne gestreckte Zeigefinger heißt aber auch: Das will ich haben oder essen. Oder: Da sollst du mit mir hingehen. Zu einem Blatt, das vom Wind bewegt wird. Oder zu einem Baustein am Boden. Mich fasziniert das. Der kleine Junge äußert mit einem ausgestreckten Zeigefinger und einem entschlossenen Gesicht, was er will und wofür er uns braucht.

    Mich erinnert dieser ausgestreckte Finger an den ausgestreckten, überlangen Finger vom Täufer Johannes. Der weist auf dem beeindruckenden Kreuzigungsbild von Matthias Grünewald auf den gekreuzigte Jesus. Die Botschaft des Johannes auf dieser Tafel des Isenheimer Altars spricht zu mir: Da musst du hin. In diesem gekreuzigten und auferstandenen Jesus findest du Gott und dein Heil.

    Wenn unser kleiner Enkel seinen rechten Arm ausstreckt und seine offene Hand nach oben wendet, sehe ich eine große Bereitschaft etwas zu empfangen oder sogar eine Haltung des Staunens.

    Das wünsche ich mir, dass ich immer wieder mit leeren, offenen Händen empfangsbereit bin für das Schöne, das nicht selbst Gemachte, für das Wunder des Lebens. Offene Hände nach oben gedreht ist für mich auch eine Weise des Betens. Mir fällt ein schlichtes Gebet aus meiner Kindheit ein: „Komm, Herr Jesus, sei du unser Gast und segne, was du uns bescheret hast.“

    Klatschen in die Hände ist reine Begeisterung. Das Gesicht unseres jüngsten Enkels strahlt dann. Freude pur. Das hat etwas Ansteckendes. Da kann ich gar nicht anders als Mitklatschen und mich am Leben freuen. Zugegeben, manchmal klatsche ich ganz bewusst bei dem kleinen Jungen. Dann stecke ich ihn an und er klatscht auch. Klatschen ist applaudieren. Ein Zeichen der Anerkennung. Nach einer Rede oder der Aufführung eines Musikstücks. Da erkenne ich die Leistung anderer an. Warum nicht auch Gott applaudieren für das Wunder des Lebens eines kleinen Kindes.

    Von einem neunmonatigen Kind lernen. Der ausgesteckte Zeigefinger. Die nach oben geöffnete Hand. Begeistert klatschen. Erwachsenen zur Nachahmung empfohlen.

    Schalom und liebe Grüße Hans-Martin Steffe, Linkenheim-Hochstetten

    3 min
  • Singen

    „Geh aus mein Herz und suche Freud…“:

    Dieses Lied summte heute in mir und je mehr ich es laut werden ließ, umso mehr veränderte sich meine Haltung, meine Stimmung, meine Laune. Es fand wie eine Umstimmung statt.

    Wie geht es euch heute? Was für eine Stimmung ist in euch? Vielleicht seid ihr auch mit einem Lied aufgewacht? Vielleicht summt etwas in euch? Vielleicht ist es ganz still, grummelt und ist verstimmt in euch?

    Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen.  Epheser 5,19.

    So werden wir aufgefordert! Vielleicht lohnt es sich, dem mal nachzugehen.

    Was passiert im Singen? Wozu singen? Probiert es mal aus! Ich möchte euch ermutigen, ein Lied, eine Melodie anzustimmen, vielleicht erstmal summen und lauschen, spüren, hören, was aus der Seele herauskommen möchte.

    Im Singen werden wir aufmerksam zum Hinhören, werden befreit, aufgerichtet, umgestimmt, eingestimmt. Wenn wir singend Gott loben, bekommen wir eine neue Haltung, eine neue Blickrichtung.

    Wenn wir GOTT loben und danken mit eigenen Worten, vertrauten oder ganz neuen Liedern, nehmen wir vorweg was noch gar nicht ist. Wir holen uns ein Stück Himmel und Ewigkeit in das Jetzt und Hier.

    Das weitet das Herz, erweicht das Herz, wir spüren was von der Erlösung und Befreiung durch Jesus Christus.

    „Wer singt, betet doppelt“ soll Luther gesagt haben.

    Ja, ich habe den Eindruck da kommt noch mehr zum Ausdruck als in gesprochenen Worten, oft mit viel weniger Worten, als ich zu sagen und zu denken vermag.

    Singen kann Angst nehmen. Schon als Kind, wenn ich in den Keller ging, habe ich laut gegen die Dunkelheit angesungen.

    Singen kann Unsicherheiten lösen und mich verankern in die Gegenwart Gottes.

    So geht es mir, wenn ich mit einem Lied im Herzen und auf den Lippen meinen Seelsorgedienst in der Klinik verrichte.

    Oft höre ich vorher Musik, singe mit. Das Lied summt wie ein Gebet in mir in der Begegnung mit den Menschen. Das ist wie ein heiliger Boden, ein Grundton, der Halt gibt.

    Ein Gefängnisseelsorger berichtete in einem Interview, dass er die Treffen mit den Inhaftierten immer mit Singen beginne. Am Anfang seien die Männer ganz verschlossen und nach einiger Zeit sei das Singen nicht mehr wegzudenken. Es geschehe eine innere und äußere Öffnung hinter den Gittern.

    Ich möchte nochmal ermutigen, zu singen. Ja, es braucht Mut!

    Der Stimme freien Lauf lassen, ganz ohne sich gleich zu beurteilen. Stimmt euch ein auf und mit dem und zu dem Gott hin, der euch sieht, hört und euch immer wieder eine neue Lebensmelodie Seiner Liebe zusingen möchte.

    Der eure Herzen und Seelen zum Leben, Jubeln und Klingen bringen will.

    4 min
  • Philosophische Fragen

    HINWEIS: Während der Sommerzeit erscheint das Stufen.aufs.Ohr nur alle 2 Wochen! Nächste Folge also wieder am 7.8.

    Heute mache ich mal mit euch einen philosophischen Exkurs in meine Gedankenwelt...

    Mich bewegen diese beiden Fragen:

    Wer ist Gott und wer ist der Mensch?

    Was kommt mir von Gott als Gegenüber entgegen und was kommt aus mir heraus oder geschieht in mir „von allein“?

    Wo handelt Gott an mir, am Menschen? Wo bewegt er etwas in mir? Und wo bewege ich etwas in mir?

    Philosophische Fragen.

     Man könnte mir jetzt antworten, dass das doch letztendlich egal ist. Wenn es mir am Ende des Weges besser geht oder ich weitergekommen bin oder zufrieden bin – dann ist es doch egal, ob Gott mir handelnd gegenübertrat oder ob er in mir gewirkt hat oder ob sich was aus meiner Person heraus verändert hat – letztendlich ist doch alles Gott, oder?

    Mit ihm hat alles begonnen – wenn wir ihn als den Schöpfer anerkennen.

    Er hat uns Menschen so zusammengesetzt wie wir sind – auf wundersame und wunderbare Weise: mit Fähigkeiten, Körperfunktionen, Kreativität, dass wir nur Staunen können.

    Also wirkt Gott letztendlich – wenn ich ihn als Realität anerkenne – immer – egal wie.

    Doch irgendwie befriedigt mich das nicht. 

    Wer bin ich und wer ist Gott?

    Ich bin vereint mit Gott – so wie Jesus es in Johannes 15,5 ausdrückt:

    Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

    Dieses Bild der Innigkeit, für mich auch wie ein Bild der Verschmolzenheit, ist so intensiv, so nah, hat etwas von „Untrennbarem“.

    Und ich glaube, das auch zu erleben. Dann wenn ich Gedanken/Ideen habe, die mich weiterbringen; Impulse, die helfen, die Liebe, Freude und Klarheit verstreuen. Dann empfinde ich dieses Verschmolzen sein. Irgendwie ist es der Heilige Geist und irgendwie bin es auch ich – und doch bin ich einfach nur dankbar darüber, freue mich – weil ich weiß: Es ist der Weinstock der meine Reben zum Fruchttragen bringt.

    Und doch suche ich nach der Grenze zwischen mir und Gott. Ich suche das Gegenüber. Ja, das DU. Wo bist du? Wo höre ich auf und Du beginnst?

    Denn Gott ist MEHR, ist größer, anders als ich denke, unbegreifbar, mächtiger. Mein Erschaffer und Erlöser.

    Ich kann es nicht fassen und euch heute auch keine „Botschaft“ in die Woche mitgeben, hab euch einfach mit in meine Gedankenwelt genommen und hoffe, es macht Euch Mut euren eigenen Fragen zu begegnen und zeigt: Wir sind alle unterwegs– im Suchen und im Finden – angewiesen, dass sich das DU,  unser Vater im Himmel, sich uns persönlich offenbart und uns in Seinen Händen hält.

    Eine gesegnete Woche, Eure Damaris Friedrich

    3 min
  • Hunger

    Die Eigenarten von „Hunger“ und „satt sein“ zeigen viel vom Wesen von uns auf.

    Hungern zu müssen ist eine Grundangst. Wir planen, organisieren, mühen uns ab und sparen, um uns abzusichern, niemals hungern, uns nicht einschränken zu müssen, von allem immer genug zu haben.

    Wenn ich gegessen habe und satt bin, erscheint es fast unvorstellbar, dass ich wieder Hunger bekommen könnte. Doch der Hunger kommt wieder, egal wie viel ich gegessen habe – nach einer gewissen Zeit ist der Hunger wieder da.

    Es stellt einen auch nicht zufrieden, nur die notwenigen Nährstoffe zu erhalten. Wir haben Lust auf bestimmte Sachen, können genießen aber auch zu gierig werden und für uns Schädliches zu uns nehmen.

    Selbst wenn unser Körper Fettpolster als Reserve anlegt – der Hunger kommt trotzdem wieder. Wir sind angewiesen darauf, regelmäßig Nahrung zu uns zu nehmen. Auf Dauer satt sein geht nicht.

    Auch andere Bedürfnisse wie Durst, Schlaf, Zuwendung, können wir nicht ein für alle Mal erfüllen –auch sie kehren immer wieder. Wir halten Mangelzeiten eine Weile durch, aber wir leiden und irgendwann geht es nicht mehr ohne.

    Wir haben nicht nur Hunger nach Nahrung. Wir hungern nach einer Weisung Gottes, nach dem Bewusstsein, Gott ist bei mir, nach Zeichen seiner Liebe und Zuwendung und seinem Geist. Wenn wir Gott ganz intensiv spüren, so bewirkt das innere Zufriedenheit, meine Seele ist gesättigt.

    Und auch diese Seelensattheit hält nicht für immer vor. Wieder kommt der Hunger nach erlebter Gegenwart Gottes.

    Ich merke, dass ich mit mir selbst ungeduldig bin. Immer wieder denke ich: Du hast viel mit Gott erlebt, Du hast den Geist gespürt, Gebetserhörung erfahren, nun sei doch zufrieden und fühle Dich satt.

    Aber ich befürchte, dass das nicht geht. Der Hunger kommt wieder, einmal satt werden reicht nicht.

    Ich kann mir aus Erinnerungen gewisse Vorräte anlegen, von denen ich in mageren Zeiten zehren kann – aber irgendwann kommt der Punkt, an dem ich neue Gotteserfahrungen brauche.

    In der Bibel steht: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von allem, was aus dem Mund des HERRN geht (5. Mose 8, 3; Mt 4,4; Lk 4,4),

    Im Vater-unser beten wir: Unser täglich Brot gibt uns heute. Dieses Gebet gilt nicht nur für körperliche Nahrung, sondern auch die geistige. Ich bitte Gott darum, mir jeden Tag den Hunger nach IHM zu stillen.

    Ich merke, dass ich lernen muss, zu akzeptieren, dass es kein dauerhaftes satt sein gibt, und ich auf mein tägliches Wort-Brot von Gott angewiesen bin.

    Herzliche Grüße von Christine Sommer

    3 min
  • Kein neutraler Blick

    Mitten im Jahr sind wir angekommen, deshalb möchte auch ich an die Jahreslosung erinnern, die wir das ganze Jahr im Blick haben sollten. In meinem Andachtsbuch, Termine mit Gott, 365 Tage mit der Bibel, fand ich unter dem Jahr als Erinnerung eine weitere Auslegung zu  1. Mose 16 Vers 13: Du bist ein Gott der mich sieht. Holger Noack schreibt dort: Blicke sind vielfältig, selten neutral; denn jeder Blick, den wir wahrnehmen, stellt eine Beziehung her. Wir empfinden ihn als kritisch, abschätzig, gleichgültig, auffordernd, liebevoll. Der Blick löst etwas in uns aus: Wir verwahren uns gegen die Kritik, ärgern uns über die Abschätzigkeit oder Gleichgültigkeit des anderen, stellen uns der Anforderung oder weichen ihr aus, sind beglückt über einen liebevollen Blick. Der intensive Blick eines anderen bleibt nicht beim andern, er wird auch mein Blick. Ich nehme auch mich selbst wahr, indem ich den anderen wahrnehme, spüre was mich freut, was mich stresst, ärgert oder anzieht. Der Blick öffnet eine Beziehung, auf die ich eingehen kann oder die ich recht zügig beende. So oder so hat ein intensiver Blick mich verändert.

    Und wenn Gott mich ansieht, verunsichert mich dieser Blick? “Du bist ein Gott, der mich sieht“. Die junge Frau, die diesen biblischen Spitzensatz ausgesprochen hat, hat ganz andere Erfahrungen mit Gott gemacht. Sie fühlt sich von den Menschen verlassen, verloren, am Ende. Und dann findet Gott sie! Man spürt die Erleichterung der jungen Frau, Hagar. Das Glück, nicht verloren gegangen, sondern gefunden zu sein.

    Das Gefühl, etwas wert zu sein, weil Gott sich für sie auf die Suche gemacht hat. Wer so von Gott angesehen ist, hat Ansehen bei Gott. Dieser Blick Gottes verändert alles; denn es ist kein neutraler Blick. Wenn Gott einen Menschen sucht, dann ist dieser Mensch wichtig, egal was andere sagen und gleichgültig wie er von anderen angesehen wird. Gott hat sich auf den Weg gemacht, das Verlorene zu suchen so lange, bis er es gefunden hat. Soweit der Autor.

    Ich wünsche uns, dass wir Blickkontakt mit Gott üben, ER sieht uns immer, es liegt an uns, Gottes Blick liebevoll zu suchen,  aufzunehmen und uns von ihm führen und leiten zu lassen. Es gibt keine Wartezeiten bei Gott, jederzeit können wir Jesus anrufen, IHN um Hilfe bitten, ER weiß schon was wir brauchen, weil auch ER uns sieht. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete zweiter Jahrehälfte 2023.

    4 min
  • Die Quelle

    Auf meinem Weg in unseren Ortskern komme ich immer an einem Bach vorbei. Genauer einem Bächlein. Es ist schattig dort und der Bach plätschert beruhigend vor sich hin. Wie wunderbar! Ein schöner Ort, kühl und schattig. Die Quelle, sie speist den Bach zuverlässig. Die Quelle. Sie fließt und fließt und fließt und hört nicht auf.

    Nachdem es einige Wochen fast nicht geregnet hat, ist uns der Wert des Wassers wieder mehr als bewusst. Ich spare das Wasser. Wo es möglich ist, benutze ich es mehrmals. Das heißt, dass es am Ende dann in den Garten gebracht wird zum Gießen. Wasser, Quelle, Bach, Brunnen oder Fluss. Es sind Worte, die vor unserem inneren Auge sofort ein Bild und ein Gefühl auslösen. Und in einigen Kursen von Stufen des Lebens wird deutlich, dass es auch in uns selbst solch eine Quelle gibt.

    Es gibt viele Zitate zu diesem Thema. Eines davon von Alfred Delp:“ Gott ist in uns als ein Brunnen, zu dem wir zu Gast und Einkehr geladen sind.“

    Ein Zweites von Sören Kirkegaard will ich noch zitieren: „Wenn ein Wüstenbewohner in seinem Zelt plötzlich eine Quelle entdeckte, so dass er beständig Quellwasser im Überfluss hätte: Wie glücklich würde er sich preisen. So auch der Mensch, der als sinnliches Wesen beständig nach außen gekehrt ist, in der Meinung, dass seine Glückseligkeit außer ihm liege. Wenn er plötzlich nach innen gekehrt wird und entdeckt, dass die Quelle in ihm liegt, geschweige, wenn er die Quelle entdeckt, die das Gottesverhältnis ist.“

    Mein Herz, mein Innerstes, ein Quellort. Ein Ort, an dem alles zusammenfließt und dann wieder in meine verschiedenen Bereiche und Beziehungen zurückfließt. Martin Schleske schreibt, dass das Herz des Menschen ein innerer Tempel ist, ein heiliger Ort.  Ich wünsche mir und uns, dass wir immer wieder am Tag an diesen Quellort gehen, der Einladung folgen und einkehren in unserer Mitte und uns niederlassen an der Quelle, uns erfrischen und nähren lassen um dann wieder in die Bereiche und Beziehungen unseres Alltags zurückzukehren.

    Ihre und eure Traudel Krause

    3 min

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Stufen.aufs.Ohr – Stufen zum Lauschen - für Zwischendurch