Stufen.aufs.Ohr

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Stufen.aufs.Ohr episodes

  • Ich- am Rand des Ostergeschehens

    Wie geht es euch gerade in Bezug auf Ostern? Ist es noch ganz weit weg oder seid ihr gedanklich und gefühlsmäßig auf dem Weg zu Karfreitag? Fastet ihr? Nehmt ihr diese Tage vor Ostern – die Erzählungen in der Bibel, die den Weg Jesu beschreiben ganz bewusst wahr: auf einem Esel reitend, bejubelt mit Palmblättern und Hallelujas zieht Jesus in Jerusalem ein, feiert ein letztes Mahl mit seinen Jüngern; Er – betend, schwitzend, bedürftig nach Gemeinschaft im Garten Gethsemane; verhaftet, verleugnet, verspottet und dann sein Weg ans Kreuz und hin zur Auferstehung.

     Jedes Jahr wieder neu kommt diese Zeit, an der wir uns besinnen auf die Passionszeit Jesu und auf die Auferstehung Jesu – Ostern, Neuanfang, Hoffnung.

    Und jedes Jahr wieder spüre ich gerade zu Ostern, dass ICH anscheinend nicht genüge.

    Die Christen um mich herum reden davon, die Passionszeit ganz bewusst wahr zu nehmen. Sie fasten, bewegen die biblischen Geschichten zu Jesu Leidensweg, gehen zu Veranstaltungen in der Karwoche oder in den Ostergarten...

    Für mich klingt das so als bereiten sie sich vor, nehmen sich Zeit für und mit Jesus, ehren Gott – und ich – ich lebe meinen Alltag zur Osterzeit fast genauso wie sonst.

    Ich vergleiche mich, nehme mich als „schlechtere“ Jesus-Freundin wahr, genüge nicht – bin nicht richtig als Jesus-Freundin...

    Meine Gedanken.

    Mein Empfinden.

    Mein Vergleichen und Bewerten.

    Und dann streitet es in meiner Brust: muss ich so sein wie die anderen, so- auf diese Weise -  Jesus nahe sein in der Osterzeit oder darf ich so sein, wie ich bin? Ostern mal Ostern sein lassen...

    Ich lande bei einer Kernfrage – die mich bewegt – und ich glaube, eine Frage, die eigentlich gerade auch uns Christen sehr bewegen sollte:

    Genügt mein Sein?

    Genügt es wirklich?

    Auch wenn es bedeutet, dass ich nichts mache, nichts bewege, mich nicht ausrichte, ...?

     Es ist eine Spannung in der ich stehe – und die ich mit euch teile, weil ich vermute, dass es noch andere gibt, die diese Spannung auch kennen: diese Spannung zwischen „SEIN dürfen“ und „angestoßen werden“. Zwischen „jedem Vergleich trotzen“ und „aus dem Vergleich Ideen und Möglichkeiten entdecken, die mich beflügeln können“.

     Jesus breitet am Kreuz die Arme aus und tritt mit diesen ausgebreiteten Armen in meine Spannung hinein – wirbt darum mich zu umarmen – wie ich bin – hält mich, so lange ich es brauche und stärkt mich, die zu sein, die ich bin.

    Du bist auch eingeladen – dich, so wie du bist in seine Arme zu geben, dich halten zu lassen. Gesegnete Ostern, Eure Damaris Friedrich

    3 min
  • Segen und Verheißung

    Segen und Verheißung, diese Begriffe haben mich in der letzten Zeit bewegt. Ausgelöst wurden diese Gedanken durch den Kurs im Rahmen von Stufen des Lebens „Ob Vertrauen sich lohnt?!“ die Abrahamgeschichte, den wir hier gerade in Heidelberg durchführen.

    Gott fordert Abraham auf, aufzubrechen und alles zu verlassen. Dabei verheißt er ihm:

    ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein

    Gott verspricht ihm Nachkommen so viel wie Sterne am Himmel sind, so viel wie Sandkörner am Meer.

    Abraham und seine Frau Sara erleben zunächst was ganz anderes: Heimatlosigkeit, Namenlosigkeit und vor allem Kinderlosigkeit. Es folgt ein langer Weg voller Irrungen und Wirrungen, Zusagen, Segen, neuen Schritten und an vielen Stellen Altäre der Dankbarkeit für einen so großen Gott.

    Mich beeindruckt die Tiefe und Weite dieser Verheißungen nicht nur für Abraham und Sara, sondern für ein ganzes Volk und letztendlich für jeden von uns.

    Das ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu fassen und hilft mir doch, über mein menschliches kleines Erleben in aller Ehrfurcht und staunend hinauszusehen.

    Es gab Krisensituationen in meinem Leben, da hat mir gerade dieser Blick, dieser Aufblick in den Sternenhimmel, auch auf die Abrahamgeschichte geholfen.

    In der Passion und an Ostern vollenden sich diese Verheißungen.

    Hier wird die Sehnsucht Gottes deutlich, die um unsere Liebe ringt.

    Indem Er uns Seinen Sohn schenkte, dem auch die tiefste Finsternis nicht erspart blieb und der uns segensvoll zusagt:

    Fürchte dich nicht! Ich bin bei dir!

    Karfreitag und Ostern, Angst und Vertrauen, Finsternis und Licht sind so nah beieinander.

    Da sind wir angewiesen, wie auch Abraham, zu warten, zu vertrauen, zu hoffen, den Segen zu erfahren.

    Wie habe ich es neulich bei Sarah Young gelesen:

    „Warten, Vertrauen und Hoffen sind eng miteinander verbunden, wie goldene Fäden, die miteinander verknüpft sind und ein starkes Seil bilden.

    Vertrauen ist der wichtigste Faden.

    Warten und Hoffen verschönern diesen Faden und machen das Seil, das uns mit Gott verbindet, stärker.“

    Das lädt uns ein, hoffnungsfroh, erwartungsvoll zu leben,

    Ausschau zu halten, die Ohren zu spitzen, mit allen Sinnen sich auszustrecken nach den Liebesbotschaften, SegensspurenGottes im Unterwegssein und diese in Dankbarkeit im Hier und Jetzt zu entdecken.

    Diese Erfahrungen wünsche ich Ihnen als Gesegnete und Segnende

    3 min
  • Mit Psalm 23 im Jahr 2023

    Fünf Lebensfragen bewegen mich:

    1.     Wo finde ich Nahrung für Leib und Seele?

    2.     Wie finde ich meinen Weg im Unübersichtlichen?

    3.     Wer steht mir bei, wenn ich in tödliche Gefahr gerate?

    4.     Wer gibt mir Frieden in von Krisen bedrohter Zeit?

    5.     Wo bin ich zuhause, selbst wenn ich meine Heimat verliere?

    Diese fünf existenziellen Lebensfragen haben auch den Beter von Psalm 23 bewegt.

    Die erste Frage begleitet uns von Geburt an: Wovon lebe ich? Was gibt mir Kraft und Zuversicht?

    Das bekannte Vertrauenslied aus dem Gesangbuch des Volkes Israel bekennt:
    Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
    Er erquicket meine Seele.

    Als ich Konfirmand war, trieb mich die Frage um: Was ist der Sinn meines Lebens? Woran kann ich mich orientieren? In Psalm 23 heißt es vom guten Hirten:  

    Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
    Gemeint ist der Weg der Gerechtigkeit. Das ist mehr als alles richtig machen. Gerechtigkeit ist Gottes Qualität, ein Geschenk vom Himmel, ist Gottes unbedingte Ja zu mir. In Jesus ist die Gerechtigkeit Gottes Mensch geworden. Ihm darf ich mich anvertrauen.

    Früher oder später stellt sich uns eine dritte Frage: An wen kann ich mich halten, wenn mein Leben bedroht ist?

    Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück,
    denn du bist bei mir. Dein Stecken und Stab trösten mich.
    Wo es eng wird, mich lebensbedrohliche Krankheit oder der Tod selbst gefährden,
    da wechselt die Sprache in Psalm 23 vom Er zum Du, vom Bekennen zum inständigen Beten.

    Es gibt Feinde des Lebens. Die machen mir das Leben schwer. Psalm 23 bewahrt vor der Verzweiflung und nimmt meine Frage nach Frieden in den Anfeindungen des Lebens in sein Gebet des Vertrauens:

    Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
    Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

    Im älter werden bewegt mich die Frage: Wo bin ich zuhause? Wo bin ich wirklich daheim?

    Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang
    und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
    Unsere Heimat liegt in der Zukunft. Das ist der Satz des Glaubens. Diese Hoffnung stirbt nicht zuletzt, sondern bewährt sich am Ende des Lebens. Dafür hat Jesus gelebt, gelitten, ist gestorben und von Gott auferweckt worden. Diese Hoffnung feiern wir an Ostern.

    In Psalm 23 finde ich Ermutigung, Orientierung, Trost und Widerstandskraft.

    3 min
  • Fastenzeit

    Zwischen Aschermittwoch und Ostern fällt das Wort“ Fasten“ öfters als sonst im Jahr. Es gibt Fastenkalender und viele Vorschläge, die uns durch diese Zeit helfen können. Mancher lässt sich darauf ein, freiwillig auf eine liebgewordene Gewohnheit zu verzichten und wer es probiert, merkt, dass es gar nicht so einfach ist. Manche Menschen fasten aus gesundheitlichen Gründen oder einfach, weil sie merken, dass es ihnen gut tut. Andere fasten aus religiösen Gründen.

    Unsere Vorfahren wussten noch etwas davon, daß im Vorfeld der großen Feste im Jahreskreis gefastet wird. So war die Adventszeit und die Zeit vor Ostern eine Fastenzeit. Eine Zeit der Konzentration und der Vorbereitung.

    Die Bibel spricht an vielen Stellen vom Fasten. Die Propheten im Alten Testament fordern das Volk Israel zum Fasten auf und sagen auch, dass ein Fasten ohne Hinwendung zu Gott, kein Fasten ist, an dem Gott Gefallen hat. Jesaja spricht im Kapitel 58 ganz deutlich davon, dass das Volk nicht darauf hoffen kann, dass Gott auf das Fasten reagiert, wenn sie nicht ihr Handeln ändern.

    Auch Jesus hat über das Fasten gesprochen und wir wissen, dass er selbst gefastet hat.

    Im Volk Israel wurde zweimal in der Woche gefastet, später in der Kirche gab es auch zwei Fastentage in der Woche, Mittwoch und Freitag.

    Ich merke bei mir selbst, dass der freiwillige Verzicht mich im Tagesablauf immer wieder daran erinnert innezuhalten, die Stimme Gottes zu hören und mich selbst bewusster wahrzunehmen.

    Der Verzicht bewirkt zunächst eine Leere, die ich nicht durch eine Aktivität oder Essen fülle. Und genau an dieser Stelle will ich mich auf das Gebet, auf das Gespräch mit Gott konzentrieren.

    Fasten hat mit Loslassen zu tun, Loslassen des Vielerlei, auch davon, mich auf meine Kraft zu verlassen.

    Anselm Grün sagt: Fasten ist Beten mit dem Leib.

    Ich verzichte und werde beschenkt mit neuen Erfahrungen mit mir selbst und mit Gott. Ich unterbreche mich selbst und habe Zeit, mich auf das Fest vorzubereiten, auf Gründonnerstag, Karfeitag und Ostern, darauf, was Jesus für mich getan hat.

     Bilder, Bibeltexte oder Psalmausschnitte können mir helfen.

     Zum Beispiel aus Psalm 42, der mir beim Fasten immer besonders nahe ist:

    Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.

    Was betrübst du dich meine Seele und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist………..

    So grüße ich Sie und Euch in diese neue Woche der Passionszeit hinein und ich will uns ermutigen, diesen inneren Weg der Vorbereitung zu gehen.

    3 min
  • Auf die innere Stimme hören

    Kennen Sie das, etwas lässt Sie nicht in Ruhe? Immer wieder taucht dieser Gedanke auf. Daran erkenne ich oft, dass etwas nicht in Ordnung war, sei es in einem Brief oder einem Gespräch. In aller Regel gehe ich dem dann nach, weil es sonst nicht aufhören will. Oder aber höre ich manchmal ganz deutlich, dass was gesagt wird, obwohl niemand anwesend ist außer mir. So war es damals mit dem Wort: Nimm die Uhr mit, zunächst so unlogisch und es wurde etwas Gutes d‘raus, weil ich sie in die Tasche steckte. Nimm das alte Sparbuch mit, als ich mit meinem Mann mal über die österreichische Grenze fuhr. Es lag so lange mit ein paar Schillingen drauf, dass es nach Auflösung ein Essen reichte. Nimm die Geige mit, hörte ich vor meiner Kurzreise nach Sachsen Anfang Januar, ja die Geige meines Mannes war hier. Ich nahm sie mit, fand einen Geigenbauer, der für mich eine Lösung hatte und ich mit einer sehr schönen erzgebirgischen Pyramide wieder kam. Der Heizungsableser hier im Ort hatte überall Ablesedaten für Montag an die Haustüren gehängt. Bei meinem Sohn nicht, es ließ mir keine Ruhe, da stimmte was nicht und ich ging in die Verwaltung und fragte und siehe da, es war dort gemeldet aber durch ein Versehen nicht weitergeleitet, es betraf 2 Partien, nicht anwesend zu sein ist sehr teuer. So könnte ich grad weitermachen. In Sprüche 20 Vers 12 heißt es: ein hörendes Ohr und ein sehendes Auge, die macht beide der Herr. In Hosea 4 Vers 1 heißt es: Höret des Herrn Wort. Natürlich ist da der Glaube gefragt und das Lesen in der Bibel. Hören kann man im Gottesdienst auf das gepredigte Wort oder eben diese leise innere Stimme wahrnehmen. Es ist ein Privileg, dass Jesus uns hört, gerne gibt und wir uns auf Ihn verlassen können. Ich habe einmal den Satz kreiert: Zuerst die Leitung zum Heiland spannen, dann wird alles spannend geleitet. Ja es ist spannend, wie so Manches läuft, oft ganz anders als wir planten und es sogar besser wurde. Unser Erlebtes Weitersagen kann auch ein Auftrag sein. Mir ist dazu ein Kanon eingefallen, mit dem ich Sie herzlich grüße: Gottes Stimme laßt uns sein, rufen in die Welt hinein: Jesus lebt und Jesus siegt, alles ihm zu Füßen liegt.                                                   

    Margret Trojer

    3 min
  • Lebensgeschwindigkeit

    Es gibt eine Theorie, dass sich unsere Lebensgeschwindigkeit alle 20 Jahre verdoppelt. Doppelt so viele Kontakte, doppelt so viel zurückgelegte Strecke, doppelt so viele Termine.

    Wie viel Korrespondenz pro Tag haben unsere Großeltern erhalten, wie viele erhalten wir? Wie viele Reisen haben unsere Eltern unternommen und wir selbst? Die Liste kann mit vielem fortgesetzt werden: Häufigkeit von Nachrichten, Wege der von uns konsumierten Lebensmittel, wahrgenommene Freizeitangebote, Zeitbedarf für einen Arbeitsprozess, Filmsequenzen bis ein Schnitt kommt.

    Wir machen und erleben immer mehr in immer kürzeren Abständen.

    Ich habe von dieser Theorie zum ersten Mal vor etwa 15 Jahren in einer Schulung gehört. Der Trainer damals sah hier eine Ursache für die zunehmende Anzahl an Burn-outs. Die Geschwindigkeit, die ein Mensch ertragen könne, sei begrenzt und wir versuchen so lange Schritt zu halten, bis uns unser Körper eine Bremse verordnet.

    Zeiteinsparungen, die der technische Fortschritt bringt, werden durch eine Erhöhung der Vorgänge eingeholt. Vergleichen wir z.B. den typischen Frauenalltag: Die Zeitersparnis im Haushalt durch Maschinen, bügelfreie Hemden und Convenience Produkten führt dazu, dass Frauen nun mehr Zeit haben außerhalb des eigenen Haushalts zu arbeiten– sie führt nicht unbedingt zu mehr Entlastung.

    Auch eine Reduzierung der Arbeitszeit bringt nicht automatisch mehr Entspannung, denn auch das Tempo der Freizeitgestaltung erhöht sich, das Angebot wird immer größer und hierdurch baut sich Entscheidungsdruck auf.

    Doch was können wir tun? Auch wenn Achtsamkeit, Slow Food, Nachhaltigkeit, Entschleunigung im Trend sind, glaube ich, dass aufgrund des grundlegenden Wunsches des Menschen nach Verbesserung und Erleichterung die Beschleunigung nicht einfach aufzuhalten ist.

    Ich kann nur für mich selbst immer wieder neu entscheiden, Phasen der Entschleunigung in mein Leben einzuplanen und gewonnene Zeit nicht nur in mehr Aktivität zu verwandeln, sondern bewusst etwas genussvoll langsam, einmal nach altmodischer Art zu tun.

    Vielleicht können wir für uns selbst den Text von Prediger 3 fortführen. Dort heißt es:  31 Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.

    Und unsere Entscheidung könnte heißen:

    E-Mails lesen hat seine Zeit und keine Mails checken hat seine Zeit, Medien konsumieren hat seine Zeit und abschalten hat seine Zeit, Gebäck kaufen hat seine Zeit und Hefeteig gehen lassen hat seine Zeit, Reisen hat seine Zeit und daheim bleiben hat seine Zeit, mir von Gott erzählen lassen hat seine Zeit und still sein vor Gott hat seine Zeit.

    Christine Sommer

    4 min

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