Superfly Selected

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Superfly Selected episodes

  • Superfly Portraits | Leisure

    Im Jahr 2015 verbrachten sechs befreundete Musiker aus Auckland einen spontanen Urlaub in einem Ferienhaus. Die kleine Hütte an der neuseeländischen Westküste war in dieser Zeit Heimat unzähliger Songwriting-Sessions. Und genau dort entstand die Idee, eine Band zu gründen. Eine Band, die dem Mainstream strotzt und ihren ganz speziellen, eigenen Stil verfolgt. Die Mitglieder: Djeisan Suskov, Jaden Parkes, Josh Fountain, Tom Young, Jordan Arts und später Paul Roper bringen alle bereits wichtige Erfahrungen und vor allem Erfolge in der Musikbranche mit. Sie bilden gemeinsam ein Kollektiv, das Soul, Funk, R&B und Indie-Pop miteinander vereint. Ihr Sound fühlt sich an wie ein warmer Sommernachmittag - entspannt und elegant, mit einem Hauch Melancholie.

    Bereits ihre ersten Singles gehen um die Welt, und mit dem Debütalbum Leisure gelingt ihnen 2016 der internationale Durchbruch. Trotz verschiedenster Stimmungen und Klänge bleibt LEISURE immer sehr intim: In ihren Songs geht es um Liebe, Verlust, Hoffnung und darum, sich selbst zu finden. Sie kombinieren Retro-Elemente der 70er und 80er mit modernen Sounds - und schaffen dabei etwas Zeitloses.

    Wer jetzt Lust hat, Leisure live zu erleben, hat schon bald die Chance dazu. Am 09. Dezember tritt die Band im Rahmen eines Superfly Konzerts in der SiMM City Wien auf.

    5 min
  • Superfly Featured | Family Affair - "Gladys Knight & The Pips"

    1957 kam der erste Plattenvertrag, doch der wirkliche Durchbruch ließ noch auf sich warten. Mit der Single “Every Beat of My Heart” (1961) erzielte die Band erstmals Chart-Erfolge. In den späten 60ern unterschrieben Gladys Knight & the Pips bei Motown Records in Detroit, und veröffentlichten Hits wie “I Heard It Through the Grapevine”. Ihre rauchige Stimme, die harmonischen Pips-Gesänge und ihre Bühnenpräsenz machten sie bald zu einem der markantesten Soul-Acts der Zeit. 

    Mehr Freiheit

    Doch der Wunsch nach mehr künstlerischer Freiheit führte sie 1973 zu Buddah Records in New York. Die 70er waren für Gladys Knight & the Pips eine Dekade der Emanzipation und des kreativen Aufbruchs. Nachdem sie Motown den Rücken gekehrt hatten, suchten sie nach einem Ort, an dem ihre Musik größer, wuchtiger und persönlicher klingen durfte. Bei Buddah Records fanden sie genau das und legten eine Serie von Hits hin, die sie endgültig in die Soul-Geschichtsbücher schrieb.

    Das legendäre “Midnight Train to Georgia” wurde ihr größter Hit und begleitet Generationen bis heute. In den 70er und frühen 80er Jahren lockten Alben und Singles wie “I’ve Got to Use My Imagination”, “Best Thing That Ever Happened to Me” oder “Love Overboard”, sowie der grandiose Soundtrack für den Film „Claudine“. 1989 trennten sich die Wege, Gladys startete ihre Solokarriere, blieb aber eine Stimme, die bis heute berührt.

    5 min
  • Superfly Portraits | David Bay

    Aus der Arbeit an den eigenen Songs entwickelte sich schnell eine beeindruckende Producer-Karriere: David Bay kollaborierte mit ganz unterschiedlichen Acts, von Top-5-Chart-Produktionen bis zu liebevoll schrägen Indie-Releases ohne Budget. Irgendwann wuchs dann doch der Wunsch nach einem ganz eigenen, kompromisslosen Sound. So kam die Geburtsstunde seines Solo-Projekts als David Bay.

    Musikalisch bewegt er sich dort, wo analog auf digital trifft, Retro auf Jetzt, wo funky Grooves auf eine lässige, beinahe schwebende Stimmung stoßen. Seine Tracks mischen poppige, housige Discobeats mit glitzernden Synths und souligen Basslines. Ob als electronic Live-Act, Disco-DJ, Produzent oder Label-Inhaber: David Bay schreibt, recorded, produziert und mixt alles selbst. Er ist ein vielseitiger Soundtüftler, der die Brücke schlägt zwischen Club-Energie und Wohnzimmer-Vibe. Wer diesen Sound nicht nur bei uns auf Radio Superfly, sondern hautnah erleben möchte, kann das beim anstehenden David Bay-Superfly-Konzert tun! 

    3 min
  • Superfly Album der Woche | Ella Eyre - "Everything, In Time"

    Ella Eyre ist so eine Stimme, die man schon kannte, bevor ihr Name so richtig präsent war. Sie ist Londoner Sängerin mit diesem gewissen britischen Etwas, hat einen BRIT-Award im Regal und war schon früh auf den Nummer-eins-Singles anderer Leute unterwegs. Etwa mit Rudimental oder DJ Fresh. 2015 veröffentlichte sie ihr Debüt-Album "Feline". Heute hat sie ein neues Album am Start mit dem Titel: „Everything, in Time“.

    Danach wurde es stiller. Allerdings nicht, weil die Karriere durch war, sondern weil der Körper die Reißleine zog: schwere Stimmband-OP während der Lockdowns, monatelange Funkstille, sie musste buchstäblich wieder sprechen und singen lernen. Parallel dazu  die Trennung vom Major-Label, künstlerische Differenzen, ein komplett fertiges Album wieder eingestampft, die eigenen Master zurückgeholt. Erst mit neuem Umfeld und Independent-Partner PIAS (Play It Again Sam), entstand Everything, in Time. Zehn Jahre nach dem Debüt und deutlich näher an dem, wer Ella wirklich sein will.

    Musikalisch verabschiedet sie sich ein gutes Stück vom Uptempo-EDM der frühen Features. Das neue Material atmet Soul, warmen R&B, ein bisschen Retro-Funk und viel organische Band-Vibes. Statt Dauer-Drops gibt es tiefe Grooves, Raum, Dynamik. Eyres markante, leicht angeraute Stimme steht klar im Mittelpunkt, hörbar gezeichnet von den letzten Jahren, aber vielleicht gerade deshalb mit noch mehr Charakter. Die Texte kreisen um Trennungen, Neuanfänge, Selbstwert, das Chaos der Mittzwanziger und dieses Gefühl, dass manche Dinge eben Zeit brauchen, bis sie sich fügen.

    Everything, in time ist ein erwachsenes, sehr persönliches Pop-Soul-Album…das völlig zu Recht unser Album der Woche ist.

    Anspieltipps der Musikredaktion:

    • Little Things
    • Red Flags & Love Hearts
    • High On The Internet (feat. Jay Prince)
    4 min
  • Superfly Featured | Family Affair - "The Jones Girls"

    Bevor sie selbst im Rampenlicht stehen, arbeiten sie jahrelang als Background-Sängerinnen: für Diana Ross, Aretha Franklin, Lou Rawls und Teddy Pendergrass. Besonders prägend war ihre Zusammenarbeit mit Diana Ross von 1975 bis 1978 - eine Zeit, in der sie national sichtbarer wurden.

    Philly Soul

    Ein entscheidender Moment kam, als das Trio von Kenny Gamble entdeckt wurde, einem der Architekten des Philly Soul und bei Philadelphia International Records unterschrieb. 1979 veröffentlichten die Jones Girls ihr Debütalbum „The Jones Girls“, produziert von Gamble & Huff. Auf dem Album war auch ihr größter Hit „You Gonna Make Me Love Somebody Else“, der sich zu einem Klassiker entwickelte. Aber es gibt mehr als nur Tanznummern: Songs wie „Who Can I Run To?“ oder „Nights Over Egypt“ zeigen die volle emotionale Bandbreite des Trios. Ihre Alben - etwa At Peace with Woman (1980) oder Get as Much Love as You Can (1981) werden von Kritikern ebenso geschätzt wie von Fans.

    Nach ihrem kommerziellen Höhepunkt bei PIR verließen die Schwestern das Label und versuchten sich bei RCA – doch der Glanz ließ nach. Shirley startete daraufhin eine Solo-Karriere und hatte 1986 mit „Do You Get Enough Love“ einen Nummer-1-R&B-Hit. Das Schicksal nimmt tragische Wendungen: Valorie stirbt 2001, Brenda 2017.  Doch Shirley hält das Erbe lebendig: Sie tritt weiterhin auf, oft mit Verwandten im Background, und bringt die Harmonie und Seele der Jones Girls auf die Bühne.

    Der elegante Philadelphia-Sound der Jones Girls, orchestraler, warmer und gleichzeitig rhythmischer Soul, ist ein direkter Vorläufer des heutigen Neo-Soul. Ihre Musik inspiriert Generationen von Sänger:innen und Produzent:innen, und Songs wie „Nights Over Egypt“ gelten als Meilensteine des „Quiet Storm“-Stils.

    5 min
  • Superfly Portraits | Moodena
    Wenn man in den letzten Jahren auch nur ein bisschen mit Disco oder Nu Disco zu tun hatte, ist einem ein Name garantiert ständig begegnet: Moodena. Der Mann ist gefühlt überall – in den Dance-Charts, in Clubs, auf Festivals rund um den Globus. Und während viele denken, er sei quasi aus dem Nichts aufgetaucht, steckt dahinter eigentlich eine fast 30-jährige Reise durch die Musiklandschaft.
    4 min
  • Superfly Portraits | Nachruf: Jimmy Cliff

    Geboren als James Chambers im Jahr 1948 in St. James auf Jamaika, wuchs er unter sehr einfachen Verhältnissen auf. Seine Eltern, 8 Geschwister, ohne luxuriöse Ausstattung, mit dem Glauben und der Hoffnung als steter Begleiter. Schon früh fand seine Stimme Ausdruck, in der Kirche, auf den Straßen und schließlich auf der großen Bühne. 

    Mit 14 Jahren zog er nach Kingston, änderte seinen Namen von Chambers zu „Cliff“, ein klares Zeichen dafür, wohin ihn sein Weg führen sollte, über alle Grenzen hinweg. Seine frühen Singles schlugen ein wie ein Ruf, später folgten Songs wie „Wonderful World, Beautiful People“ und „You Can Get It If You Really Want“, die nicht nur eingängige Melodien waren, sondern Botschaften hatten: Hoffnung, Gemeinschaft, Überwindung.

    1972 kam der Film „The Harder They Come“ in dem Cliff die Hauptrolle spielte und der als Schlüsselwerk für den weltweiten Durchbruch von Reggae gilt. Der Film erzählt die Geschichte von Ivanhoe „Ivan“ Martin, gespielt von Cliff, ein junger, ehrgeiziger Mann vom Land, der nach Kingston kommt, um als Sänger groß rauszukommen. Doch die Realität ist härter als der Traum. Korrupte Produzenten, soziale Ungerechtigkeit, Polizei­gewalt und Armut bestimmen sein Leben. Als Ivan schließlich einen Song aufnimmt, aber um seinen wohlverdienten Erfolg betrogen wird, rutscht er in die Kriminalität ab und wird unfreiwillig zur rebellischen Kultfigur.

    Der Soundtrack, mit Songs wie “You Can Get It If You Really Want“, “Many Rivers to Cross“ und dem titelgebenden “The Harder They Come“, katapultierte Reggae aus Jamaika hinaus in die Welt. Für viele war dieser Film der erste direkte Kontakt mit der Musik und Kultur des Landes. Der Film zeigt Kingston so, wie man es damals selten sah: roh, pulsierend, arm, aber voll Leben. Kein weichgespültes Karibikbild, sondern ein echtes, unverfälschtes Porträt einer Gesellschaft im Umbruch.

    Die Karriere des Musikers hat vielen anderen Türen geöffnet. Noch 2022 brachte er sein Album „Refugees“ heraus. Mit diesem Werk kehrt Jimmy Cliff auf kraftvolle Weise zurück, er spricht darin Themen an wie Migration, Flucht, Gerechtigkeit und globale Solidarität. Am 24. November 2025 verließ uns Jimmy Cliff nach einem Krampfanfall und einer darauffolgenden Lungenentzündung im Alter von 81 Jahren. Sein Tod schmerzt,  aber die Musik und vor allem die Botschaft bleibt. Und wir schließen mit seinen eigenen Worten, oder dem, was wir in ihnen finden: “You can get it if you really want”

    Ja, wir können. Lasst uns seine Energie weitertragen. Lasst uns leben, so wie er es getan hat.

    4 min
  • Superfly Portraits | James Vickery

    Der Vocalcoach der ihm nach der lebensrettenden Operation hilft seine Stimme wiederzufinden, ist Beryl Coreman. Sie bringt ihm bei, wieder zu sprechen.

    Until Morning

    Mit „Until Morning -  A colors show“ startet 2018 Vickery’s Karriere. Er jobbt damals in einem Kino und nimmt sich für die Aufnahme einen Tag frei. Der Song hat mittlerweile 40 Millionen Views auf Youtube. Quasi über Nacht wird Vickery zu einer der aufregendsten neuen Soulstimmen Großbritanniens.Mit seinem Debütalbum „Songs That Make Me Feel“ macht James Vickery erstmals international auf sich aufmerksam - ein gefühlvolles R&B-Album, das vor allem durch seine weiche, unverwechselbare Stimme überzeugt. Doch wo das Debüt noch eher zurückhaltend klang, zeigt sich Vickery auf seinem neuen Album „JAMES“ selbstbewusster und authentischer.

    Mit „JAMES“ präsentiert James Vickery gemeinsam mit namhaften Produzenten wie JD Reid und Larance Dopson ein vielseitiges Album, das moderne R&B Sounds mit gefühlvollen Balladen verbindet. Im Mittelpunkt der insgesamt 12 Songs steht dabei vor allem er selbst und seine Geschichte. 

    4 min
  • Superfly Album der Woche | Madrid de los Austrias - "Tercero"

    Es gab eine Zeit, da sah ich Wien weniger als Metropole, und vielmehr als größtes Dorf der Welt. Ende der 90er, Anfang des neuen Jahrtausends. Es wurde oft klein gedacht, klein gehandelt, obwohl man schon damals zu großem bestimmt war. Projekte, wie das von Michael „Pogo“ Kreiner und Heinz Tronniger ins Leben gerufene Madrid de los Austrias, haben dich rausgeholt, und mit einer mitreissenden Atmosphäre auf eine Reise geschickt. Jetzt haben sie ihr drittes Studioalbum herausgebracht. Selbsterklärend, "Tercero". 

    Madrid de los Austrias waren seit ihrem letzten Album, welches ganze 20 Jahre zurückliegt, nicht untätig. Immer wieder tauchte der Name in unterschiedlichen Konstellationen auf. Mit "Tercero" schließen sie aber dennoch am letzen Werk an, ohne dabei aber zu vergessen, dass sie im Jahr 2025 angekommen sind. Dafür hat man mit mehr als zwanzig Musiker:innen gearbeitet und dem Sound viel Raum zum Atmen gegeben: lose groovende Drums, rollende Basslines, präzise Bläser und elegante Keys formen ein organisches, detailreiches Klangbild.

    Eine besondere Rolle übernimmt Sängerin Rebeca Jiménez, die gleich vier Tracks veredelt und die iberischen Wurzeln des Projekts noch stärker hervorhebt. Schon "Amor" und "Más Amor" machten Madrid de los Austrias zu Botschaftern eines kosmopolitischen Sounds, der Wiener Lässigkeit mit südlicher Wärme verbindet. "Tercero" führt diese Linie fort, aber offener, freier, reifer. Ein Album, das nicht erklären muss, wo es herkommt, sondern selbstbewusst zeigt, wohin es sich weiterentwickelt:

    Madrid de los Austrias - "Tercero" - ist auf Sunshine Enterprises Music Division erschienen.

    Anspieltipps der Musikredaktion:

    • Guapa 90
    • Elelelele
    • No Me
    3 min

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