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Superfly Selected episodes

  • Superfly Featured | Family Affair - "Tony, Toni, Toné"

    Tony! Toni! Toné! - das sind D’Wayne Wiggins, sein Bruder Raphael, später bekannt als Raphael Saadiq, und ihr Cousin Timothy Christian Riley. Sie kamen, als R&B gerade neu erfunden wurde: Synthesizer, Drumcomputer, glatte Produktionen dominierten die Szene. Doch die Tonis wollten das Gegenteil: echten Sound, echten Soul, lebendig und greifbar. 1988 erschien ihr Debütalbum Who?, und plötzlich war „Little Walter“ überall zu hören - funky, verspielt, mit jener Energie, die nur echte Musiker erzeugen können, wenn sie zusammen jammen. Zwei Jahre später folgte The Revival. Der Name war Programm: Mit Hits wie „Feels Good“, „It Never Rains in Southern California“ und „Whatever You Want“ erklommen sie die Spitze der R&B-Charts. Oakland stand wieder auf der musikalischen Landkarte.

    Sons of Soul

    1993 erschien ihr Meisterstück: Sons of Soul. Schon der Titel war ein Statement - die „Söhne des Soul“, Nachfahren einer Ära, die den Sound von Marvin Gaye, Curtis Mayfield und Sly Stone im Blut hatten. Funk, Soul und Hip-Hop verschmolzen zu einem organischen, kraftvollen, zeitlosen Klang. „If I Had No Loot“ bringt den Bass zum Sprechen, „Anniversary“ ist pure Romantik, neun Minuten lang, mit Streicherarrangements, die wie ein Sonnenuntergang über der Bay Area klingen.

    Mitte der 90er folgte House of Music, ein reifer, eleganter Abschluss. Danach trennten sich die Wege: Raphael Saadiq startete eine brillante Solokarriere, produzierte für D’Angelo, Erykah Badu und Solange. Doch der Geist von Tony! Toni! Toné! blieb – in jeder Basslinie, in jedem Neo-Soul-Track, der seitdem entstand. Und seit letztem Jahr tauchen im Netz immer wieder Studioaufnahmen der drei auf. Ein Revival? Vielleicht beginnt die Geschichte von Tony! Toni! Toné! gerade von Neuem.

    5 min
  • Superfly Portraits | Júníus Meyvant

    Beeindruckende Natur, raues Wetter und wilde Klippen: Mit ca. 4.000 Einwohner:innen ist Heimaey die größte Insel der isländischen Westmännerinseln. Dort wächst Júníus unter seinem bürgerlichen Namen Unnar Gisli Sigurmundsson auf. Dass er später mit der Musik sein Geld verdienen würde, hätte seine Familie wohl eher nicht gedacht. Obwohl er von seinen Eltern musikalisch geprägt wird, hat Júníus in seiner Kindheit und Jugend kein Interesse an der Musik.

    Freaky Folk Pop

    Erst in seinen 20ern findet er auf dem Dachboden des Elternhauses eine alte Gitarre. Autodidaktisch bringt er sich das Spielen bei und veröffentlicht 2014 unter dem Künstlernamen Júníus Meyvant seine erste Single „Color Decay“. Diese wird von den Icelandic Music Awards als „beste Single“ ausgezeichnet, und er selbst als „Newcomer des Jahres“. Zwei Jahre später erscheint sein Debütalbum „Floating Harmonies“, das ihn auf Bühnen in Europa und den USA bringt. Mit seiner sinnlichen Stimme und dem leidenschaftlich warmen Klangcharakter seiner Musik erobert er Stück für Stück die Herzen seines Publikums.

    Sein bisher persönlichstes Werk ist das 2022 erschienene Album „Guru“. Statt großer Orchester setzt er diesmal auf klare Melodien und seine markante Stimme, die direkt unter die Haut geht. Fans schätzen die Tiefe und Intimität seiner Songs...

    Seine Musik beschreibt der Künstler selbst als „Freaky Folk Pop“ - mal orchestral mit Bläsern und Streichern, mal ganz reduziert. Charakteristisch bleibt stets seine warme, soulige Stimme. Zeitlos und gleichzeitig modern, zeigt sich auch seine neueste Single „Raining over Fire“ von seiner bisher melancholischsten Seite. Wer Júníus Meyvant live erleben möchte, hat schon bald die Gelegenheit: Am 21. November spielt er im Rahmen des Bluebird Festivals im Porgy & Bess in Wien.

    5 min
  • Superfly Musikgeschichten | Die Geschichte des Karneval

    Von den Straßen Rios über die Kölner Altstadt bis zu den vibrierenden Paraden in Port of Spain - überall auf der Welt tanzt man zu einem Beat aus Tradition, Kreativität und Rebellion. Jede Stadt erzählt ihre eigene Geschichte, jede Maske und jedes Kostüm spiegelt die Seele ihrer Kultur wider. Doch woher kommt der Karneval eigentlich? Die Geschichte des Karneval kurz und knapp erzählt. Hört rein.

    3 min
  • Superfly Album der Woche | St. Paul & The Broken Bones - "St. Paul & The Broken Bones"

    Wenn eine Band mitten in ihrer Karriere ein selbstbetiteltes Album veröffentlicht, ist das selten Zufall, es ist ein Statement. Und genau das liefern St. Paul & The Broken Bones mit ihrem neuen, schlicht „St. Paul & The Broken Bones“ betitelten Werk. Ein musikalischer Neustart, eine Rückbesinnung und ein vibrierendes Lebenszeichen zugleich.

    Seit ihrer Gründung 2012 in Birmingham, Alabama, haben sich Paul Janeway und seine siebenköpfige Band zu einer der spannendsten Soul-Formationen der Gegenwart entwickelt. Gefeiert für ihre ekstatischen Live-Shows, den Mix aus Southern Soul, Funk und Rock’n’Roll, und Janeways unverwechselbare, Gospel-getränkte Stimme.

    Nach den experimentellen Ausflügen der letzten Jahre klingt dieses sechste Studioalbum wie ein warmer Atemzug aus der goldenen Ära des Souls. Produziert von Eg White (Adele, Celine Dion) in den legendären FAME Studios in Muscle Shoals, bringen die zehn neuen Songs die Band zurück zu ihrem Kern. Handgemachter, horngetränkter Soul mit Groove, Herz und Haltung.

    Tracks wie „Sushi and Coca-Cola“ oder „Ooo-Wee“ strotzen nur so vor Energie, Spielfreude. Zwischen Funk, Blues und Gospel klingt die Band so frisch, selbstbewusst und lebendig wie nie. „St. Paul & The Broken Bones“ ist kein Rückblick, es ist eine Wiedergeburt. Ein Album, das zeigt, worin diese Band am besten ist: Soul mit Seele zu spielen.

    Anspieltipps der Musikredaktion:

    • Sushi And Coca-Cola
    • Fall Moon
    • Ooo-Wee
    • I Think You Should Know
    • Nothing More Lonely
    • Change A Life
    • Seagulls
    3 min
  • Superfly Featured | Das Saxofon

    Entwickelt wurde das Instrument vom belgischen Instrumentenbauer und Musiker Antoine Joseph Sax. In der Instrumentenwerkstatt seines Vaters baute er 1842 ein von ihm entwickeltes Instrument und ging nach Paris - das Sopran-Saxofon. Mit diesem neuen Instrument erregte Sax schon bald für großes Aufsehen in der Pariser Musikerszene und fand hauptsächlich mit dem französischen Komponisten und Musikkritiker Louis Hector Berlioz einen finanziellen Unterstützer. Mit dessen Rückhalt entwickelte und baute Sax dann in den Folgejahren acht verschiedene Größen bzw. Klangfarben seines Instruments, die er fortan als Familie der Saxhörner führte.

    Es sollte allerdings noch bis zum 21. März 1846 dauern, bis Sax das entsprechende Patent für seine Erfindung erhielt. Mit diesem Patent in der Tasche war sein Erfolg aber nicht mehr aufzuhalten. 1857 nahm er eine Stelle als Saxofon-Lehrer am Pariser Konservatorium an, ab 1858 übernahm er die Position des Direktors des Bühnenorchesters der Pariser Oper. Wir springen weiter…das Saxophon war vor allem im Jazz ein wichtiges Instrument, doch später auch in anderen Musikgenres prägend, einschließlich im Pop, im Rock ’n’ Roll und in der elektronischen Musik. Doch die Virtuosität eines John Coltrane, Charlie Parker, Sonny Rollins oder Stan Getz bleiben für immer der Maßstab.

    3 min
  • Superfly Featured | Family Affair - "Staple Singers"

    Alles begann Zuhause: Vater 'Pops' Staples, brachte seinen Kindern das Singen bei, abends versammelt auf dem Wohnzimmerboden, vierstimmige Harmonien, ein bisschen Blues, vor allem Gospel. Der Erste Gigs war in der South Baptist Church. Ein einziger Song, mehr hatten sie damals nicht, aber das reichte, um die Gemeinde zum Schweigen zu bringen. Kurz darauf spielten sie live im Radio und landeten bei Vee-Jay Records.

    Freedom Songs

    Die Staple Singers blieben nicht im Kirchenraum: Sie verbanden Gospel mit den Herausforderungen ihrer Zeit – Freedom Songs, Botschaften gegen Rassismus und Ungerechtigkeit. In den 60er-Jahren schrieb Pops Songs, die zur Stimme der Bürgerrechtsbewegung wurden. „Why (Am I Treated So Bad?)“ war einer von Martin Luther Kings Lieblingssongs, und die Gruppe trat auf seinen Kundgebungen auf - ein Teil des Soundtracks des Civil-Rights-Kampfes. Trotz Welttourneen und Chart-Erfolgen blieb die Familie eins: familiär. Nach ihrem Umzug nach Chicago war ihr Haus berühmt für Barbecue-Partys. Die Tür stand immer offen für Nachbarn, Freunde und Musiker. Pops grillte, Mavis lachte, und wer vorbeikam, bekam nicht nur Essen, sondern auch Musik. Diese Herzlichkeit spiegelt sich in ihren Songs: ehrlich, geerdet, ein Stück Zuhause.

    Pops, Cleotha, Pervis, Yvonne und Mavis - deren tiefe, reife Stimme oft für die eines Mannes gehalten wurde – sangen gemeinsam. Für ihr Lebenswerk wurden die Staple Singers 1999 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, eine Würdigung ihres jahrzehntelangen Zusammenspiels von Glaube, Soul und sozialem Bewusstsein. Heute ist Mavis Staples die letzte lebende Hauptfigur der Familie. Sie führt das Erbe als Aktivistin, Solo-Künstlerin und Brückenbauerin zwischen Generationen fort.

    Ganz aktuell erscheint am 7. November ihr neues Album "Sad and Beautiful World" - ein kraftvoller, späte Beitrag einer Sängerin, die nie aufgehört hat, die Welt mit ihrer Stimme zu kommentieren. Die Staple Singers zeigen: Musik kann trösten, mobilisieren und verbinden - und Familie bleibt das Fundament.

    5 min

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