
Sign up to save your podcasts
Or


Produziert wurde das Album von Greg Kurstin, der den Songs einen ausgesprochen klaren, druckvollen Sound gibt. Basslines, Synthesizer und trockene Funk-Gitarren bilden das Fundament, darüber steht Chaka Khans Stimme, die auch mit 73 Jahren nichts von ihrer Präsenz eingebüßt hat.
Der Titelsong liefert gleich zu Beginn die Richtung: selbstbewusst, rhythmisch und unmittelbar. „Boogie’s In My Soul“ mit Snoop Dogg zieht den Funk stärker nach vorne, „Curious Subject“ treibt dezenter, und rückt die Stimme von Chaka Khan noch stärker in den Fokus.
Interessant ist dabei vor allem, dass „Chakzilla“ seine Vergangenheit nicht nachstellt. Greg Kurstin übersetzt vielmehr klassische Funk- und Soul-Elemente in eine Produktion von heute. Gelegentlich wirkt das fast ein wenig zu glatt...Chaka Khans Stimme liefert allerdings genügend Reibung. So ist „Chakzilla“ kein nostalgischer Rückblick, sondern ein überraschend gegenwärtiges Album: kompakt, selbstbewusst und mit dem Groove als verbindender Konstante.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Fleecepulli, schwarze Hose und Vans: das Outfit von Jay Kay in dem Musikvideo für Virtual Insanity ist nicht sonderlich ausgefallen bis auf den riesigen Hut vielleicht. Das Musikvideo hat nicht umsonst bei den MTV Video Music Awards mehrere Auszeichnungen gewonnen. Der Boden sieht aus, als würde er sich bewegen, obwohl er stillsteht. Der Name ist Programm: "Travelling Without Moving".
Das dritte Studioalbum der britischen Band Jamiroquai aus dem Jahr 1996 wird heute, am 9. September, 30 Jahre alt. Funk, Acid-Jazz, Soul und Disco. Genau das macht Jamiroquai damals so besonders. Die Band entsteht Anfang der 90er in London und wird schnell Teil der britischen Acid-Jazz-Szene. Viele denken bei der Band nur an Sänger Jay Kay, er ist schließlich der Einzige, der von Anfang an dabei ist. Aber Jamiroquai ist keine One-Man-Show. Der typische Sound entsteht durch das Zusammenspiel der ganzen Künstler, besonders durch den Bass, die Keyboards, Gitarre, Schlagzeug und immer wieder mal etwas ungewöhnlichere Instrumente, wie das Didgeridoo. Das hört besonders bei Didjerama und Didjital Vibrations. Und dann ist da noch Cosmic Girl, einer dieser Songs, die sofort ins Ohr gehen. Der groovige Bass, die Streicher und der lockere Sound machen ihn ziemlich tanzbar. Gleichzeitig hört man die Mischung aus Funk, Disco und Pop, die für Jamiroquai typisch ist. Dabei ist gar nicht so eindeutig, ob es sich bei Cosmic Girl eigentlich um eine Frau oder um ein Auto handelt. Das Musikvideo zumindest wirkt eher wie eine Hommage an schöne Sportwagen. Jay Kay ist immerhin ein großer Fan schneller Autos. Das Albumcover spielt sogar auf das Ferrari-Logo an.
"Travelling Without Moving" hat aber auch seine ernsten Seiten. Das Lied "Virtual Insanity" zum Beispiel handelt von Technologie und einer Zukunft, in der der Mensch immer stärker von ihr abhängig wird. Genau das macht den Song auch heute noch so interessant. Musikalisch macht er gute Laune, aber textlich ist er eigentlich ziemlich düster. So ist Jamiroquai eben: vielseitig. Und damit: Happy Birthday!
Miriam Egger und Helene Löcken
Produziert wurde das gesamte Album von Snoop Dogg und Soopafly. Gemeinsam schaffen sie einen warmen, detailreichen Sound: elegante Streicher, geschmeidige Basslinien und Arrangements, die bewusst an die großen Soulproduktionen der Siebziger erinnern, dabei aber nicht zur bloßen Retroübung werden. Im Zentrum steht Londons samtige, bisweilen verletzliche Stimme.
Inhaltlich kreisen die zehn Songs um Liebe in all ihren weniger übersichtlichen Formen: um Begehren und Hingabe, um Nähe, Zweifel und die Frage, ob man auch dann geliebt wird, wenn die Fassade zu bröckeln beginnt. Stücke wie „Body Talk“, „Your Girl“ oder das bereits erfolgreiche „Silent Treatment“ zeigen dabei unterschiedliche Seiten eines Albums, das Romantik nicht mit Naivität verwechselt.
"Love Me For Me" ist klassischer Soul mit zeitgenössischem Selbstbewusstsein: sinnlich, sorgfältig produziert und emotional genug, um auch hinter der makellosen Oberfläche Spuren zu hinterlassen. October London erfindet das Genre nicht neu – aber er erinnert eindrucksvoll daran, weshalb dieser Sound nie wirklich alt geworden ist.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Der Laden ist nicht groß und genau das muss er auch nicht sein. Was Betino’s besonders macht, ist die Atmosphäre: gut kuratiert, einladend und vor allem persönlich. Sobald das Gespräch auf Musik kommt, nimmt sich Inhaber Betino Errera die Zeit, herauszufinden, wonach jemand sucht. Er zieht Platten aus den Regalen, gibt Empfehlungen und lässt seinen Kunden alle Zeit der Welt, um zu hören, zu stöbern und zu entdecken. Gerald Travnicek war auf Stipvisite in der französischen Hauptstadt und hat mit Betino über Platten, musikalische Entdeckungen, Gemeinschaft und die Frage gesprochen, was einen unabhängigen Record Store auch heute noch lebendig hält.
BETINO'S RECORD SHOP/SARL CITRON VERT
32, rue Saint-Sébastien
75011 Paris
Ouvert du Lundi au Samedi
13h-20h
The Alchemist hält sich dabei bewusst zurück. Seine Beats sind düster, körnig und bisweilen psychedelisch, DJ Quik ergänzt zusätzlich mit Percussions. Darüber bewegt sich Badu gewohnt frei zwischen Gesang, Spoken Word und jener lässigen Phrasierung, die längst zu ihrem Markenzeichen geworden ist.
"Before the World Blows" versucht dabei gar nicht erst, an das Meisterwerk Baduizm oder ihre großen Platten der Vergangenheit anzuschließen. Das Album ist dunkler, fragmentarischer und stellenweise bewusst sperrig. Gerade deshalb funktioniert die Zusammenarbeit mit The Alchemist so gut: Er baut keine Hochglanzkulisse für eine Soul-Ikone, sondern lässt ihr genügend Raum für all die Ideen, Abschweifungen und kleinen Verrücktheiten.
Die Gästeliste ist prominent: Steve Lacy, Kamasi Washington, Earl Sweatshirt, Thundercat und viele andere huldigen geradezu eine der bedeutendsten Künstlerinnen ihres Fachs. "Before the World Blows" ist dabei weniger großes Comeback als konsequente Weiterentwicklung. Keine Nostalgie, sondern ein eigenwilliges, reduziertes und stellenweise bewusst sperriges Album. Es lohnt jedenfalls, öfters zu hören.
Heute fühlt sich dieser leichte Sommersong aber etwas schwerer an. Dolly Parton ist am 25. August im Alter von 80 Jahren gestorben. Fast sechs Jahrzehnte lang hat sie die Countrymusik geprägt und dabei Generationen von Menschen begeistert. Dolly war unerschrocken und hatte einen starken Willen. Sie setzte sich immer wieder für soziale Anliegen ein und wollte mit ihrer Musik vor allem eines: Menschen Mut machen. In ihren Liedern geht es um Liebe, Zusammenhalt und gegenseitige Akzeptanz. Genau deshalb passt „Sweet Summer Lovin’“ heute so gut.
Der Song erschien 1979 auf ihrem Album „Great Balls of Fire“. Parton verbindet darin Country mit Disco und erzählt von einem Sommer voller Leichtigkeit: barfuß am Wasser sitzen, zwischen Löwenzahn und einer sommerlichen Brise. Dazu der rote Sonnenuntergang und ganz viel süße Liebe. Es ist diese besondere Stimmung eines Sommerabends, an dem man sich wünscht, dass die Nacht und dieser Moment nie zu Ende gehen. Sweet Summer Lovin ist kein „Jolene“ und auch kein „I Will Always Love You“. Aber vielleicht gerade deshalb ein schöner Song, um sich heute an Dolly Parton zu erinnern: sommerlich, warm und voller Liebe.
From the publisher's feed

3 Listeners