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Im Gespräch mit Gerald Travnicek erzählt Legat, wie er den Funk nicht nur verstanden, sondern über Jahrzehnte hinweg auf seine ganz eigene Art weiterentwickelt hat. Als Gitarrist, Komponist und kreativer Kopf hinter Count Basic mischt er seit den frühen 1990er-Jahren Funk, Soul, Jazz und Nu-Groove – ein eleganter Sound, der internationale Bühnen ebenso wie heimische Plattenspieler zum Schwingen bringt. Tracks wie Speechless oder All Time High stehen sinnbildlich für diesen stilvollen Mix zwischen Club, Konzertsaal und Kopfhörer.
Wir sprechen mit ihm über die musikalische Sprache des Funk, über Vorbilder wie Sly Stone und James Brown, über das Wiener Musikleben, über skurrile Herbie-Hancock-Konzerte – und natürlich darüber, was es heute eigentlich heißt, funky zu sein. Also: Zurücklehnen oder lostanzen – hier kommt der Funk. Hier kommt Peter Legat.
Unser Album der Woche kommt aus London. Sie trifft mit ihrer neuesten Veröffentlichung mal wieder auf den Punkt. Little Simz ist zurück. Mit “Lotus” legt sie ihr sechstes Studioalbum vor, welches nach Neuanfang, nach Aufbruch, nach Schmerz, Wut und einer ganzen Menge Selbstbehauptung klingt.
Schon der erste Track macht klar: Hier wird nichts beschönigt. In ‚Thief‘ geht es um Verrat, um das Ende einer langen kreativen Partnerschaft. Doch was Little Simz daraus macht, ist alles andere als destruktiv. Lotus entwickelt sich Schicht für Schicht, mit Elementen aus Punk, Soul, Jazz, Garage und Afrobeat. Ein Sound, der gleichzeitig roh und feinfühlig ist. Und das Ganze wie man es von ihr gewohnt ist: sprachlich messerscharf, emotional offen, und ein Sound zum immer und Überall hören.
Im zweiten Drittel wird das Album leichter - zumindest klanglich. Songs wie Young oder Far Away, laden zum Kopfnicken ein und schaffen Raum zum Atmen. Mal verspielt, mal nachdenklich. Unterstützt wird Simz von starken Features: Obongjayar, Michael Kiwanuka, Lydia Kitto - sie alle bringen ihre eigene Zutat in den Mix. Und genau das macht Lotus so lebendig: Es ist tief, persönlich, aber nie erdrückend. Vielmehr ein Album, das trotz allem Dunkel den Drang zum Blühen feiert.
“Lotus” ist nicht nur ein Statement, sondern ein Soundtrack für alle, die selbst am Wachsen sind.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Ob George Clinton mit seinem intergalaktischen Atomic Dog, die Ohio Players und ihr durchgedrehter Funky Worm, oder Lyn Collins mit dem explosiven Think (About It). Funk hat den Hip-Hop nicht nur inspiriert – er hat ihn beflügelt. Und auch weit darüber hinaus Spuren hinterlassen. Wir sind mittendrin im Funk-Monat Juni – hier auf Radio Superfly. Mehr hört ihr nur, wenn ihr reinhört!
Geboren als Natalie Renée McIntyre im US-Bundesstaat Ohio, war ihr Start ins Musikbusiness alles andere als einfach. Bevor sie die Bühne betrat, schrieb sie Songs für andere, spielte Klavier – und arbeitete hart an ihrem eigenen Stil. Der Durchbruch kam im Jahr 1999 mit dem Album" On How Life Is" und der weltweiten Hit-Single "I Try". Ein bittersüßer Lovesong, der sich in die Herzen einer ganzen Generation gebrannt hat.
Doch Macy Gray ist weit mehr als nur ein One-Hit-Wonder. Mit jeder neuen Platte hat sie sich neu erfunden – immer mit einer gewissen Kantigkeit, oft unbequem, nie belanglos. Ihre Musik bewegt sich irgendwo zwischen Neo-Soul, Funk, R’n’B und psychedelischem Pop. Ein Sound, der genauso einzigartig ist wie ihr Look: wilde Afrofrisuren, bunte Outfits, extravagante Bühnenauftritte. Macy Gray ist Stil-Ikone und Soul-Rebellin in einem.
Auch als Schauspielerin hat sie sich einen Namen gemacht, etwa in Training Day oder Spider-Man. Und immer wieder nutzt sie ihre Stimme – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – um über Themen wie mentale Gesundheit, gesellschaftliche Ungerechtigkeit oder die Schattenseiten des Ruhms zu sprechen. Macy Gray bleibt eine Ausnahmeerscheinung: Eine Frau, die nicht gefallen will, sondern gehört werden muss. Ihre Musik ist nicht glattgebügelt –Und genau das macht sie so wertvoll.
Am Montag dem 16. Juni gastiert Macy Gray in der Simm City in Wien, presented by Radio Superfly.
Der Funk war nie nur Musik – er war Bewegung, Statement und auch Utopie. Er brach gesellschaftliche Grenzen auf. Eine Klangsprache der Befreiung, geboren aus Widerstand und Vision. Funk sprach dort, wo andere schwiegen. Er gab jenen eine Stimme, die systematisch überhört wurden – mit Basslines so kraftvoll wie der Wunsch nach Gleichheit, mit Rhythmen so komplex wie Identität selbst.
Auch heute, Jahrzehnte später, schwingt in dieser Musik ein Versprechen mit: Dass Vielfalt nicht nur existiert, sondern gefeiert werden kann. Dass jede Bewegung, jeder Ausdruck, jedes Sein seinen Platz hat. Dass wir gemeinsam Räume schaffen können, in denen Hautfarbe, Geschlecht, Begehren oder Herkunft keine Schranken, sondern Facetten sind. Mehr hört ihr nur, wenn ihr reinhört.
Geboren als Sylvester Stewart in Texas, aufgewachsen in Kalifornien, war Sly nicht einfach ein Musiker – er war eine musikalische Revolution. Mit seiner Band Sly & The Family Stone brachte er ab Ende der 60er Jahre nicht nur einen völlig neuen Sound auf die Bühne, sondern auch eine Vision: Schwarz und Weiß, Frau und Mann – vereint in einer Band, die klang wie die Zukunft. Songs wie „Dance to the Music“, „Family Affair“ oder „Thank You“ sind mehr als nur Klassiker – sie sind Statements. Aussagen über Gleichheit, Liebe, Kampfgeist und kollektive Ekstase auf dem Dancefloor.Ohne Sly Stone kein Prince, kein George Clinton, kein D’Angelo – und vermutlich auch kein Radio Superfly, so wie wir es heute kennen.
Doch wo es funkelt und glänzt, liegt oft auch Schatten. Sly kämpfte mit Ruhm, Drogen und Dämonen. Er zog sich zurück, wurde zur Legende im Untergrund. Aber sein Einfluss blieb – in jedem Basslauf, der dich nicken lässt, in jedem Funk-Groove, der deine Seele hebt Sein 2023 erschienenes Memoir „Thank You (Falettinme Be Mice Elf Agin)“ war ein spätes, berührendes Lebenszeichen – ehrlich, erschütternd, inspirierend.
Sly Stone ist gegangen, aber sein Funk lebt. In jedem Beat, der uns bewegt. In jeder Botschaft, die uns verbindet.
Auf seinem neunten Studioalbum „Brighter The Days“ präsentiert sich der britische Soul und R&B Veteran Omar als musikalischer Visionär. Mühelos navigiert und bewegt sich der Ausnahmemusiker zwischen Genres und Generationen. Mehr als ein Statement zu seinem 40-jährigen Jubiläum als Künstler. Eher ein Höhepunkt.
Omar hat seinen Sound bereits in den 90ern gefunden, als er im Zuge der Acid Jazz Revolution zu einem der Stars avancierte. Mit Brighter The Days tänzelt er gekonnt zwischen Soul, Jazz und Funk hin und her, und flirtet auch mit Hip-Hop und Dub. Ein Brite, vielseitig und open minded. Und vor allem thematisch reichhaltig. Die Themen sind Liebe, Hoffnung und gesellschaftliche Verbundenheit. Songs wie „There’s much love in the world“ oder „This thing called life” reflektieren Omar’s Wunsch nach einer besseren Zukunft.
Omar hat gerufen und alle sind sie gekommen. So oder so ähnlich dürfte es bei den Gästen auf diesem Album gewesen sein. Eric Roberson und Raheem de Vaughn sind ebenso dabei, wie India Arie, Scratch Professor oder Jeru The Damaja. Bei der Auswahl der Gäste zeigt sich die Vielseitigkeit des Künstlers. Besonderes Highlight ist aber der Gastauftritt von Brit Pop Urgestein und Modfather Paul Weller beim Song „On my own“.
Mit Brighter The Days liefert Omar ein Album ab, das sowohl musikalisch als auch inhaltlich überzeugt. Eine gelungene Mischung aus klassischen Soul-Elementen und modernen Einflüssen, die sowohl langjährige Fans wie mich als auch neue Hörer begeistern wird. Omar beweist erneut, warum er zu den bedeutendsten Künstlern des britischen Soul-Genres zählt.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Die Geschichte von Pride beginnt 1969 in New York mit den Stonewall Riots, einem mutigen Aufstand queerer Menschen gegen Polizeiwillkür. Zum ersten Mal setzten sie sich öffentlich, lautstark und gemeinsam für ihre Rechte ein. Daraus entstand die weltweite Pride-Bewegung. Ein Ausdruck davon sind die Pride-Paraden, oder Regenbogenparaden, in Wien findet sie kommendes Wochenende, am 14. Juni statt. Hier kommen tausende Menschen zusammen, und zeigen damit Sichtbarkeit, Stolz und politisches Engagement.
Trotz Fortschritten sind queere Menschen aber immer noch mit Diskriminierung, Vorurteilen und Herausforderungen konfrontiert. Besonders in den letzten Jahren ist Queer-Feindlichkeit wieder deutlich mehr verbreitet. Viele erleben im Alltag Anfeindungen, fühlen sich nicht gleichberechtigt, oder deren Identität wird ihnen schlichtweg abgesprochen. Es bleibt nicht nur Frust und Wut zurück, sondern besonders die Frage: Wo liegt das Problem jetzt genau?
Ein wichtiger Teil von Pride ist die Regenbogenfahne, doch auch die hat sich weiterentwickelt: Neben dem klassischen Regenbogen symbolisieren heute etwa die Progress Pride Flag die Vielfalt der queeren Community noch besser, indem sie unter anderem trans* Personen und People of Color sichtbar macht.
Es ist schön, dass wir im Juni alle für die Sichtbarkeit und Rechte aller Personen einstehen. Doch was wir dennoch kritisch sehen sollten, ist der Trend mancher Unternehmen, mit bunten Werbekampagnen „queer friendly“ zu wirken …oft nur für den Monat, um Marketing zu betreiben. Echte Solidarität heißt, das ganze Jahr über Haltung zu zeigen und Vielfalt zu leben. Queere Sichtbarkeit, Respekt und Zusammenhalt sollten kein einmaliges Event sein, es ist die tägliche Realität.
Schaut bei der Parade vorbei, nicht zum Feiern, vielmehr um ein Zeichen zu setzen. Mehr Infos zur Wiener Pride am 14. Juni gibt’s auf viennapride.at. Am Rathausplatz moderiert dann außerdem meine liebe Kollegin Miriam Hie. Diesen Beitrag und viele mehr gibt’s als Podcast jederzeit zum Nachhören auf unserer Website oder in der Superfly-App. In diesem Sinne: Be Loud, Be Queer, nicht nur im Juni, sondern all Year!
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