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1946: Bobby Robinson eröffnet Bobby’s Record Shop – ein Treffpunkt für Musikliebhaber, Künstler und unabhängige Produzenten. Bis 2008 ist der Laden eine feste Größe im Viertel, ein kultureller Hotspot mit historischem Einfluss. Robinson gründet in den Folgejahren mehrere Labels: Robin, Fury, Fire – und schließlich Enjoy Records. Besonders dieses letzte Label sollte einen besonderen Platz in der Musikgeschichte einnehmen.
1962: die erste Single: King Curtis – Soul Twist. Mit Katalognummer 1000 startet Enjoy Records in die 60er. Das Label fokussiert sich auf R&B, Blues und Rock & Roll – veröffentlicht rund 30 Singles in diesem Jahrzehnt. Dann wird es ruhiger um das Label – doch Bobby Robinson bleibt aktiv und arbeitet an weiteren Projekten.
1979: Der Rap erobert Harlem. Und Bobby Robinson ist wieder da – mit einem Gespür für das, was kommt. Enjoy Records veröffentlicht nun Platten, die als Grundsteine eines völlig neuen Musikstils gelten. Der erste große Name: Funky Four Plus One More. Kurz darauf: Grandmaster Flash & The Furious Five – mit ihrem Track Superrappin wird klar, dass sich etwas Revolutionäres zusammenbraut. Die Straßen Harlems werden zur Bühne – und Enjoy Records zum Sprachrohr einer Generation.
1987: Mit Künstlern wie Doug E. Fresh, The Source und The Fearless Four prägt Enjoy Records den Sound der frühen Hip-Hop-Ära. Nach dem letzten Release 1987 widmet sich Bobby Robinson wieder voll und ganz seinem Plattenladen – bis zu seinem Tod im Jahr 2011. Ein Vermächtnis, das bleibt...hört rein!
Radio Superfly's Album der Woche
Titel: Horse Meat Disco Presents Disco & Boogie From Brazil Vol. 1
Artist: Various Artists
Label: Mr. Bongo
Die Geschichte hinter dieser Sammlung beginnt im Jahr 2003, als die Mitglieder von „Horse Meat Disco“ ihre wöchentliche Residency im Londoner Club Eagle begonnen haben. In diesem Jahr unternahm Mitbegründer Luke Howard seine erste Reise nach Brasilien. Ein Kindheitstraum. Diese hat bei ihm eine Leidenschaft für die brasilianische Musikszene entfacht. Mit der Compilation „Disco Boogie from Brazil“ feiert Horse Meat Disco jetzt diese Leidenschaft.
Die Compilation bietet einen facettenreichen Querschnitt durch die Stile Funk, Disco, Boogie, Samba und der Musica Popular Brasileira. Bekannte Acts wie Jorge Ben, Marcos Valle oder Robson Jorge und Lincoln Olivetti treffen auf weniger bekannte Künstler wie Zé Carlos oder Carlos Bivar. Der brasilianische Plattensammler Tee Cardaci hat dabei einen wichtigen Part übernommen, und geholfen, die Master Tapes zu beschaffen. Bei so mancher Rarität kein leichtes Unterfangen.
Im Kern fängt diese Compilation die Begeisterung und den unbändigen Entdeckergeist ein, die vor über 20 Jahren das Herz von Horse Meat Disco erobert haben. Ein vor Energie sprudelnder Mix aus sonnendurchfluteten Disco- und Boogieperlen, angereichert mit dem Geist einer Nation, in der Musik eine zentrale Rolle spielt. Der Sommer kann kommen.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Hinter dem Tresen steht Fritz Plöckinger – eine der prägendsten Persönlichkeiten der Wiener Clubkultur. Er hat nicht nur ein feines Gespür für den perfekten Track zur richtigen Zeit, sondern auch immer ein offenes Ohr und gute Geschichten parat. Wer hier reinkommt, bleibt selten nur für einen schnellen Kauf – oft wird daraus ein langes Gespräch über Musik, Nächte, Erinnerungen und neue Entdeckungen. Fritz ist nicht nur Verkäufer – er ist Sammler, Berater, Freund und vor allem: House. Ohne ihn und seinen Market wäre Wien ein ganzes Stück leiser. Mehr hört ihr NUR, wenn ihr reinhört!
Mit ihrer unverfälschten und eindringlichen Art zu erzählen trifft Nia mitten ins Herz. Ihre Songs greifen Themen wie Identität, mentale Gesundheit und die Herausforderungen unserer Zeit auf – ehrlich, direkt und berührend. Ob als Support-Act oder auf den großen Bühnen des Glastonbury Festivals – ihre musikalische Reise ist genauso beeindruckend wie inspirierend. Es geht um ihren kreativen Prozess, das neue Album, persönliche Hürden und vieles mehr. Hört unbedingt rein!
Radio Superfly's Album der Woche
Titel: The Revival Of Survival
Artist: Stone Foundation
Label: 100% Records
Seit nun etwa 25 Jahren stehen Stone Foundation für handgemachten britischen Soul, der tief in der Tradition verwurzelt ist, aber stets den Blick nach vorne richtet. Mit "The Revival of Survival", ihrem mittlerweile elften Studioalbum, beweist die achtköpfige Band aus den Midlands einmal mehr, warum sie zu den spannendsten Vertretern ihres Genres gehört.
Ihr Sound vereint klassischen Soul, R&B und Jazz-Elemente mit modernen Einflüssen, getragen von kraftvollen Bläsern, groovenden Rhythmen und mitreißenden Melodien. "The Revival of Survival" reiht sich nahtlos in die stolze Menge an Veröffentlichungen ein. Es ist ein Album, welches wortwörtlich, wie der Titel schon verrät, eine Wiederbelebung des Überlebens ist.
Was Stone Foundation ebenso auszeichnet, ist ihr musikalisches Selbstbewusstsein. Nie hätten sie den einfachen Weg gewählt - mit jeder Platte entwickeln sie sich weiter und schaffen neue kreative Ebenen. Bekannt für ihre zahlreichen Kollaborationen, holen sie sich auch diesmal brilliante Gäste ins Studio wie J.P. Bimeni, Omar, oder Carmy Love und Sheree Dubois.
Mit "The Revival of Survival" liefern Stone Foundation ein Album, das seinem Namen alle Ehre macht. Fans können sie in diesem Jahr auf ihrer großen Europa-Tour hautnah erleben. Dort gibts dann authentische Soul-Musik mit ganz viel Herz.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Radio Superfly's Album der Woche
Titel: Pan Africa
Artist: Patchworks
Label: Cezame
Der Franzose Bruno Hovart ist ein Tausendsassa, ein Workaholic, in seinem Studio am Stadtrand von Lyon. Er produziert und musiziert fast wie am Fließband. Einzig, die Monotonie der Arbeit in einer Fabrik fehlt bei ihm. Im Dienste der Musik zeigt er sich nicht gerne im Rampenlicht, sondern bleibt treibende Kraft im Hintergrund. Bei seinem neuen Album unter seinem Pseudonym Patchworks nimmt er uns auf eine Reise durch den Kontinent des Rhythmus mit. Im wahrsten Sinne des Wortes. Einsteigen, wir lassen uns durch Pan Africa treiben.
Dass Hovart immer schon einen Einfluss afrikanischer Sounds bei seinen Projekten geltend macht wissen wir. Voilaaa ist hier ein gutes Beispiel. Wo aber dort vor allem der Westen Afrikas eine Rolle spielt, ist es auf Pan Africa der gesamte Kontinent. Groß und vielfältig. Und so hat jeder Song eine eigene Geschichte, ist ein eigenes Kapitel. Oft sagen die Titel der Songs schon einiges über das Land aus, welches musikalisch porträtiert wird . „Ethopian Groove“, „Ok Dakar“ oder „Soweto Stomp System“ etwa. Und manchmal ist auch ein sprachlicher Querverweis zu ehemaligen Kolonien zu finden, wie etwa bei „Morna Saudade“.
Ein besonderes Merkmal von Pan Africa ist die geschickte Balance zischen Tradition und Innovation. Tracks wie „Congo Rumba Sensation“ oder „Makossa Night Fever“ ziehen mit treibenden Rhythmen in den Bann, während Stücke wie „Zanzibar Sunset“ eine Atmosphäre schaffen, die einen regelrecht hineinträumen lassen, in die ostafrikanische Inselgruppe.
Mit „Pan Africa“ gelingt es Patchworks, eine Brücke zwischen den vielen afrikanischen Musiktraditionen und modernen westlichen Klängen zu schlagen. Eine Sammlung an Songs, die eine tiefe Wertschätzung für die unterschiedlichen Kulturen ausdrücken. Spannend, und bewegend. Und, aufpassen, Fernweh garantiert.
Anspieltipps der Musikredaktion:
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