Wir haben gerade Hochsaison. Am Ende des Sommers ist fast alles reif. Obst, Beeren, Kräuter - es ist wirklich ganz viel zu finden. Man muss nur wissen wo, dann findet man immer etwas zu naschen.
Quelle: Anna Dandekar, Ernährungsexpertin
Diese Beerensorten gibt es aktuell
"Gerade sind vor allem Brombeeren reif. Aber auch Heidelbeeren und Himbeeren sind noch gut zu finden", sagt Dandekar. Im Übergang zwischen Hochsommer und Frühherbst gibt es auch manchmal noch Johannes- und Stachelbeeren. Preiselbeeren kommen gerade, da gibt es auch schon die ersten, die man pflücken kann.
Nicht alles ist genießbar
"Ganz wichtig beim wilden Pflücken ist, nur das mitzunehmen und zu essen, was man eindeutig bestimmen kann. Wenn man sich nicht sicher ist, Finger weg! Es kann wirklich schnell zu Vergiftungen durch Verwechslungen kommen." Zu dem Thema Wald-und-Wiesen-Küche gibt es inzwischen auch viele Kurse. "Ich empfehle ausdrücklich, sich nur das in den Mund zu schieben, was man auch hundertprozentig erkennt", sagt Dandekar noch einmal mit viel Nachdruck.
Wo man nicht sammeln sollte
"Straßenränder sollte man vermeiden. Hundewiesen oder beliebte Wege für Hundespaziergänger sind ebenfalls nicht die allerbeste Wahl. Pflücken sollte man auch lieber weiter oben statt nah am Boden. Außerdem wichtig: nur Intakte Früchte nehmen, keine zermatschten. Dann hat man schonmal viele Gefahren reduziert." Das Obst mit kaltem Wasser zu waschen, sollte man natürlich auch nicht vergessen. Ein gewisses Restrisiko besteht aber bei frischen Früchten immer. Wer ein schwaches Immunsystem hat, sollte die Beeren lieber erhitzen.
Beeren sind sehr vielseitig
"Man kann viel daraus machen. Marmelade ist natürlich der Klassiker. Aber man kann auch alle möglichen Gebäcke, Soßen oder Smoothies zubereiten. Mein persönlicher Favorit sind Beerenpfannkuchen." Am einfachsten ist es natürlich, die Beeren einfach ins Müsli zu streuen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Reifes Wildobst gibt es gerade auch überall
"Jetzt gerade kann man die Kornelkirsche finden. Und es beginnt auch die Holunderbeeren-Saison. Sanddorn beginnt ebenfalls langsam zu reifen. Wenn es nicht ganz so wild sein soll, gibt es auch Mirabellen, Äpfel, Birnen und Pflaumen." Online gibt es inzwischen Karten, auf denen eingetragen ist, wo man entsprechende Bäume findet.
Kräuter für Feinschmecker
"Mein Lieblingskraut ist absolut unverwechselbar. Das ist die Brennnessel. Wenn man die mit Handschuhen pflückt und mit einem Nudelholz bearbeitet, sticht sie auch nicht mehr. Die Brennnessel ist wirklich ein totales Nährstoffpaket. Darin sind Magnesium, Eisen und verschiedene Vitamine. Sie schmeckt intensiv nussig und man erkennt sie tatsächlich sehr gut." Gänseblümchen und Löwenzahn sind gute Ergänzungen für einen Salat. Wer sich etwas besser auskennt, findet auch noch Giersch, Spitzwegerich und Sauerampfer.
Und wenn man zu viel gesammelt hat?
"Sowohl Beeren als auch Kräuter kann man problemlos einfrieren. Die Kräuter würde ich gehackt mit etwas Öl in eine Eiswürfelform geben - und aus den Beeren kann man, wie gesagt, Marmelade kochen. Chutneys sind aber auch lecker", findet Dandekar. Mit einem Dörrautomat kann man Kräuter auch trocknen. Dabei wird aber immer etwas von den Nährstoffen verloren gehen.