Wenn wir über Jagd sprechen, dann geht es oft um Tradition, um Naturschutz oder um Regulierung, wie viel Wild in einem bestimmten Bereich lebt. Aber es geht auch immer um Tiere und wie wir mit ihnen umgehen. Darf der Mensch Tiere überhaupt jagen? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Welche Verantwortung tragen Jägerinnen und Jäger dabei? Darum geht es beim Deutschen Jägertag. Dort beschäftigt man sich mit der moralischen Frage.
Jagd im Einklang mit Tierschutz? Jäger brauchen "triftigen Grund"
Grundsätzlich brauche es einen triftigen Grund, um Tiere zu töten, sagt Helmut Dammann-Tamke im Gespräch mit SWR Aktuell. Er ist Präsident des Deutschen Jagdverbandes und weist auf das Tierschutzgesetz hin. "Ein im Moment in unserer Gesellschaft doch sehr verbreiteter und akzeptierter Grund ist, dass es nötig ist, Wildtierpopulationen einzuregulieren", sagt Dammann-Tamke. Hintergrund sei, dass unsere Mischwälder klimastabil werden sollen. Dazu müssten genug junge Bäume wachsen können, ohne gefressen zu werden. Denn sie dienen gleichzeitig auch als Nahrungsgrundlage für zum Beispiel Rehe und Hirsche. Als weiteren Grund nennt Dammann-Tamke Wildschäden in der Landwirtschaft durch Wildschweine.
Ein Anliegen ist ihm auch, das Bild der Jagd in der Öffentlichkeit aufzubrechen. Das Werkzeug hierzu laute Kommunikation.
Wir müssen den Menschen erklären, was wir machen, warum wir‘s machen und wie wir’s machen.
Quelle: Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbandes
Was sogenannte Hunt-Influencer auf Social Media mit der öffentlichen Wahrnehmung zu tun haben und welche Rolle Jägerinnen hierbei spielen, hören Sie im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr.