Alle Menschen über 60 Jahre sollten sich gegen Gürtelrose impfen lassen. Das ist eine Empfehlung des Robert-Koch-Instituts. Hintergrund ist, dass das Varizella-Zoster-Virus, das bei Kindern ungefährliche Windpocken auslöst und bei Erwachsenen zu einer gefährlichen Gürtelrose führen kann. Doch trotz der RKI-Empfehlung lässt sich nur jeder und jede Fünfte impfen. Eine Studie aus Wales könnte jetzt einen neuen Anreiz für die Impfung setzen.
"Bei den Forschungen in Wales hat sich herausgestellt, dass 20 Prozent, also ein signifikanter Teil, weniger an Demenz erkrankt sind. Das deutet darauf hin, dass eine Gürtelrosenimpfung tatsächlich einen gewissen Schutz gegen Demenz verspricht", sagt Arzt und Journalist Lothar Zimmermann.
Effekt von Lebend-Impfstoff auch bei Tot-Impfstoff erwartet
Allerdings seien die Studienteilnehmer mit dem Lebend-Impfstoff geimpft worden und nicht mit dem Tot-Impfstoff, der in Deutschland zur Verfügung stehe. Der Tot-Impfstoff gelte allerdings als effektiver. Deshalb gehe man davon auch, dass dessen Wirkung gegen Demenz genauso gut ist. "Das ein Virus eine Entzündung im Körper macht und wir aufgrund dieser Entzündung andere Erkrankungen haben können, das ist bekannt", so Zimmermann.
Bei dem Zosta-Virus wissen wir, dass das Schlaganfallrisiko unter der Erkrankung erhöht sein kann, und das könnte alles darauf hindeuten, dass es Sinn macht sich gegen Zosta zu impfen, um den Nebeneffekt zu haben, eine protektive Wirkung zu haben gegen Demenz und gegen Herzerkrankungen.
Quelle: Lothar Zimmermann, Arzt und Journalist
Auch wenn die Gürtelrose-Impfung nicht für jeden leicht verträglich sei, lohne es sich ernsthaft darüber nachzudenken, so Zimmermann. Er habe sich auch selbst impfen lassen, erzählt der Arzt und Journalist im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Petra Waldvogel.