CDU, CSU und SPD haben sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt, nun stimmen die Parteien darüber ab. Auf 144 Seiten haben die Koalitionäre ihre Vorhaben festgehalten.
Darin abzulesen, ist ein Neustart meint Politikwissenschaftlerin Claudia Ritzi von der Universität Trier: "Man versucht hier sehr deutlich, sich abzusetzen von der Ampelregierung", so Ritzi. Das sehe man an der Tonalität und auch an den Inhalten des Koalitionsvertrages. So würde einiges, was die Ampel umgesetzt habe, geradezu zurückgedreht.
Man merkt, dass die Parteien einen Cut machen wollen, dass sie anders miteinander umgehen und dass sie auf die Stimmung der Bevölkerung reagiert haben, die sehr unzufrieden mit der Ampel war.
Quelle: Claudia Ritzi, Politikwissenschaftlerin an der Universität Trier
Erstaunlich findet die Politikwissenschaftlerin, dass das Thema Klimaschutz im Koalitionsvertrag sehr wenig Beachtung findet. Stattdessen würden andere Themen wie ein höherer Mindestlohn oder Steuererleichterungen für Unternehmen vorangetrieben.
Wenn man den Koalitionsvertrag liest, spürt man den warmen Regen des Geldes.
Quelle: Claudia Ritzi, Politikwissenschaftlerin an der Universität Trier
Durch die finanziellen Mittel, die die künftige Regierung durch das Sondervermögen habe, hätte jeder Koalitionspartner seine Vorhaben reinschreiben können. Es lasse sich der Wunsch nach Ausgleich, nach Harmonie und die Macht des Geldes rauslesen, so Ritzi.
Bei der Verteilung der Ministerien hat sich die SPD – trotz schlechtem Wahlergebnis – sieben Ressorts gesichert. Inwieweit die Sozialdemokraten hier gut verhandelt haben und welche wichtigen Ministerien bei der Union liegen, erklärt Politikwissenschaftlerin Ritzi im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch.