SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Börsen-Crash: DAX rauscht zu Handelsbeginn um zehn Prozent ab
    Die Zoll-Turbulenzen haben den Deutschen Aktienmarkt weiter auf Talfahrt
    geschickt. Zum Handelsauftakt um neun Uhr stürzte der DAX mit
    den wichtigsten Börsenwerten um rund zehn Prozent ab. Danach stieg
    er wieder leicht.
    "Die Börsen in Asien, die ja durch die Zeitverschiebung schon viel früher aufmachen, sind alle abgestürzt. Dass auch der DAX abstürzen wird, war eigentlich klar", sagt Michael Wegmer aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.
    DAX ist in Realität angekommen
    Trotz einer schlechten Wirtschaftslage in Deutschland, sei der DAX immer weiter gestiegen. Jetzt, wo der DAX in der Realität angekommen sei, werden Anlegerinnen und Anleger verschiedene Signale genau beobachten und reagieren, so Wegmer. Auf den sogenannten "Panic Monday" folge häufig der "Turnaround Tuesday", an dem die Kurse wieder nach oben gehen. Das könnte auch am DAX passieren. 
    Wir werden in den kommenden Wochen noch viele Schwankungen sehen. Es ist einfach noch so viel unklar.

    Quelle: Michael Wegmer, SWR-Wirtschaftsredaktion

    Hintergrund ist die Sorge vor einem Handelskrieg und einer weltweiten Rezession durch US-Zölle und Gegenzölle.
    5 min
  • Gegen Angst und Depression - so macht ein Projekt Schüler psychisch fit
    Die mentale Gesundheit von Schülerinnen und Schülern ist seit der Corona-Pandemie auch ein Thema in der Öffentlichkeit. Denn verschiedene Studien zeigen einen Anstieg psychischer Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen. Sie leiden unter Angst und Depression.
    Um dem zu begegnen, bietet der Verein "Irrsinnig Menschlich" bundesweit das Projekt an: "Verrückt? Na und! Seelisch fit in der Schule". Das Projekt richtet sich an Jugendliche der 8.-13. Klasse. Die Förderung durch die Landesregierung besteht seit 2022 und wird nun verlängert. "Wenn wir in die Klasse kommen, sind die Schülerinnen und Schüler erstmal sehr skeptisch", erzählt Christopher Haas, er ist der Landeskoordinator für das Projekt in Rheinland-Pfalz. Das ändere sich recht schnell, wenn die Jugendlichen begreifen, dass es heute um sie geht und um ihre Fragen.
    Es geht um Leistungsdruck und Anforderungen, die die Schule, ihre Eltern oder auch andere an sie stellen. Es geht um die Fragen: Wer bin ich? Bin ich normal mit meinen Problemen? Und wie gehen wir miteinander um - worüber sprechen wir und worüber nicht?

    Quelle: Christopher Haas, Landeskoordinator für das Projekt "Verrückt? Na und? Seelisch fit in der Schule" in Rheinland-Pfalz

    Fokus liegt auf Aufklärung
    Es gehe darum aufzuklären, sagt Haas. Und darum, Jugendliche auf Hilfsangebote hinzuweisen. Warum so ein Projekttag nicht nur Schülerinnen und Schülern, sondern auch Lehrkräften etwas bringt, erklärt Christopher Haas im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch.
    5 min
  • Kommunen nach Tarifabschluss: "Wir sparen an Investitionen und machen mehr Schulden"
    Streiks in Kitas, bei der Müllabfuhr oder an Flughäfen wird es in nächster Zeit nicht mehr geben. Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst ist beigelegt. Die rund zweieinhalb Millionen Beschäftigte erhalten mehr Geld.
    Rückwirkend zum 1. April drei Prozent - mindestens aber 110 Euro. Zum 1. Mai des kommenden Jahres kommen nochmal 2,8 Prozent drauf. Außerdem steigen die Schichtzulagen. Für die Kommunen bedeutet das Zusatzkosten im Jahr von rund zehn Milliarden Euro.
    "Das vergrößert unsere Defizite in den laufenden Haushalten", sagt Moritz Petry, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz. Um das zu stemmen, müsse gespart werden. Konkret würden Investitionen verschoben und neue Schulden gemacht.
    Das kann in dem ein oder anderen Fall auch dazu führen, dass Einrichtungen geschlossen werden müssen, die man sich schlichtweg nicht mehr leisten kann. Aber natürlich setzt man auf wichtige Infrastrukturen wie Kitas und Schulen Prioritäten.

    Quelle: Moritz Petry, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz

    Petry sagt, die Kommunen hofften darauf, dass das Investitionspaket des Bundes einiges an Kosten und Ausgaben kompensiere. Der Tarifabschluss, zugunsten der Beschäftigen im öffentlichen Dienst, sei das eine. Es müssten aber auch die Rahmenbedingungen verbessert werden. Welche Erwartungen der Vertreter des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz an die künftige Bundesregierung richtet, erklärt er im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch.
    6 min
  • Schüleraustausch mit den USA: Gibt es einen Trump-Effekt?
    Die USA waren immer ein Traumreiseziel der Deutschen. Doch mit den neuen Zeiten, die unter Präsident Trump angebrochen sind, will ein gutes Drittel der Menschen hierzulande auf einen Trip in die Vereinigten Staaten verzichten. Ist das auch beim Schüleraustausch so?
    "Nach Corona hatten wir eine positive Tendenz, die jetzt aber durch Trump zunichte gemacht wurde", sagt Thomas Terbeck vom unabhängigen Bildungsberatungsdienst Weltweiser. "Seit einigen Wochen spiegeln uns Austauschorganisationen, dass die Nachfrage relativ abgerissen ist", so Terbeck im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch.
    Hören Sie im Interview, warum der Experte die Lage der deutschen Schülerinnen und Schüler in den USA trotzdem positiv sieht. Und welche anderen Länder für Austauschprogramme immer attraktiver werden.
    6 min
  • USA als "kleine" Diktatur? "Da haben die Leute nichts dagegen"
    Die Vereinigten Staaten - das war mal ein Sehnsuchtsort für viele Menschen. Nun ist es vielleicht noch ein Sehnsuchtsort für manche Menschen, aber definitiv verändert sich etwas. Konnten sich früher noch viele Menschen vorstellen, in den Vereinigten Staaten zu leben, wenigstens auf Zeit, schreckt heute schon ein großer Teil der sonst reisefreudigen Deutschen vor einem USA-Urlaub zurück.
    Kultur US-geprägt
    Das tiefe Zerwürfnis und die große Enttäuschung über die US-Politik führt Psychologe Hans-Georg Häusel darauf zurück, dass unsere Kultur stark von den Vereinigten Staaten geprägt ist. New York, San Francisco, der Grand Canyon oder die Florida Keys - wir kennen diese Orte, selbst, wenn wir noch niemals dort waren. Wir sind mit ihnen quasi aufgewachsen: in Fernseh-Serien oder in Kino-Filmen. Die Vereinigten Staaten seien ein Symbol für Ideale, für Freiheit, sagt der Psychologe und Konsum-Forscher im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch - umso schwerer falle es uns, die aktuelle Politik von US-Präsident Donald Trump mit anzusehen. Trotzdem könne es gut sein, dass wir uns auch daran gewöhnen.
    "Kleine Diktatur" USA
    US-Präsident Trump sei heute für viele so etwas wie das hässliche Gesicht der Vereinigten Staaten. Sollte sich aber herausstellen, dass Trump zwar am Anfang seiner Amtszeit viele unpopuläre Maßnahmen umsetzt, sich dann aber mäßigt, könnten die Vereinigten Staaten wieder an Attraktivität gewinnen - sogar als "kleine, aber stabile Diktatur":
    Die Veränderung ist es, die Angst macht. Wenn sich das Ganze mal eingespielt hat in Form einer „kleinen Diktatur“, da haben die Leute nichts dagegen, solange ihnen selbst nichts passiert.

    Quelle: Psychologe und Konsum-Forscher Hans-Georg Häusel

    Die meisten Leute warteten nun ab, wie sich die Lage in den Vereinigten Staaten weiter entwickle. Autoritäre Strukturen an sich hielten kaum jemanden von einer Reise ab. Eine "Normalisierung" der Zustände in den Vereinigten Staaten wäre nicht ungewöhnlich, da sie einer erprobten Strategie folge: "Man muss alle Sauereien am Anfang machen", so zitiert Psychologe Häusel den früheren Reichskanzler Otto von Bismarck.
    5 min
  • Frühstücks-Quarch: Hat politischer Protest ausgedient?
    Bestseller-Autor und Philosoph Christoph Quarch gibt jeden Freitagmorgen seinen "Frühstücks-Quarch" im Radioprogramm SWR Aktuell ab. Er sucht sich also jede Woche ein Thema aus, über das er nachdenkt und sich manchmal auch aufregt.
    "Macht und Gewalt"
    Diese Woche geht's um Demonstrationen. Solche, wie in der Türkei, gegen das Vorgehen der Regierung gegen den Bürgermeister von Istanbul und Oppositionspolitiker, Ekrem İmamoğlu. Oder Proteste, wie die in Georgien für Freiheit. Hunderttausende Menschen gehen auf die Straße – doch die Mächtigen sitzen scheinbar fester im Sattel denn je. Quarch verweist auf ein Essay von Hannah Arendt, das sie vor rund 50 Jahren unter dem Titel "Macht und Gewalt" veröffentlicht hat. Darin beschreibt sie, wie die Macht Einzelner so groß sein kann, dass sie viele Menschen unterdrückt.
     Steter Tropfen höhlt den Stein? 
    Arendts Essay lade aber nicht dazu ein, sich zurückzuziehen. Ihre Antwort sei es gewesen, Unterlegenheit bei der gewaltsamen Auseinandersetzung - etwa mit Sicherheitskräften - in politische Überlegenheit zu wandeln. Wird der politische Druck zu groß, bestehe die Chance, dass Sicherheitskräfte die Seite wechseln. Es gelte noch immer: "Steter Tropfen höhlt den Stein." Warum er aber findet, dass es den Mächtigen dieser Welt zunehmend leicht fällt, Protest gewaltsam zu unterdrücken, erklärt er im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch.
    6 min
  • Weltkriegsbombe bei Koblenz entschärft: "Manche sind in einem hervorragenden Zustand"
    Auf der Mosel, bei Koblenz, ist am Vormittag eine 500-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Ungewöhnlich: Ein Baggerschiff fuhr die Bombe ein Stück weit vom Fundort weg - so mussten weniger Anwohnerinnen und Anwohner Häuser und Wohnungen verlassen. Alles hat gut geklappt - die Fachleute vom Kampfmittelräumdienst haben den Blindgänger unschädlich gemacht.
    Christoph Rottner ist einer von ihnen. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex berichtet er von seiner Arbeit. "Manche dieser Bomben sind heute noch in einem hervorragenden Zustand", sagt er. Gerade, wenn sie luftdicht abgeschlossen unter Wasser oder im Schlamm lägen. Hören Sie im Interview auch, wie ein Einsatz zur Bombenentschärfung abläuft - und wann es dabei auch mal richtig gefährlich wird.
    7 min
  • Union im Umfrage-Tief: "Den Mund nicht so voll nehmen"
    Eigentlich wollte CDU-Chef Friedrich Merz die AfD halbieren, so hat er es angekündigt. Das scheint aber nicht zu klappen - im neuen ARD DeutschlandTrend rutscht die Union um drei Prozentpunkte auf 26 Prozent ab, die AfD legt genau so viel zu und kommt auf 24 Prozent. Ist Merz damit am Ende, noch bevor er angefangen hat? "Nein", meint die prominente Politikwissenschaftlerin Ursula Münch und sagt: "Der Mann hat eine Chance verdient".
    Trotzdem findet Münch, dass der CDU-Chef Fehler gemacht hat: "Merz und die Union haben im Vorfeld der Bundestagwahl die Erwartungen unheimlich hochgetrieben". Vor allem, indem sie den Eindruck vermittelt hätten, mit Merz als Bundeskanzler würde sofort alles anders. "Man sollte den Mund nicht so voll nehmen - schon gar nicht vor einer Wahl", sagt Münch.
    Hören Sie im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Julia Kretschmer auch, wie Merz das Ruder wieder herumreißen könnte.
    6 min
  • "NATO als Bündnis nicht mehr verlässlich" - CDU-Verteidigungsexperte gibt Hoffnung auf US-Partnerschaft auf
    US-Außenminister Marco Rubio hat zwar beim Treffen mit seinen NATO-Amtskollegen in Brüssel bekräftigt, die Vereinigten Staaten wollten Mitglied in der NATO bleiben, doch das überzeugt den Bundestagsabgeordneten aus Baden-Württemberg nicht. Rubio sei nur "ein Umsetzer, der nichts zu sagen hat", sagte Kiesewetter im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch. Wichtiger sei die Politik des Ukraine-Beauftragten Steve Witkoff, "der Putin nach dem Mund redet und ohne Kompetenz die Ukraine preisgibt". Europa müsse den Vereinigten Staaten möglichst deutlich machen, dass die Ukraine die NATO-Länder sicherer mache.
    Das ist das eigentlich Gravierende, dass die NATO als Bündnis nicht mehr verlässlich ist.

    Quelle: CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter

    Der stellvertretende US-Verteidigungsminister, Elbridge Colby, habe ihm mal gesagt, die Vereinigten Staaten würden nicht ihre eigene Sicherheit "wegen Ost-Estland aufs Spiel setzen", sagte Kiesewetter. "Wenn die NATO-Mitgliedschaft kleiner Staaten ein anderes Gewicht hat als die großer, dann ist die NATO zerstört."
    USA fordern 5 Prozent Verteidigungsausgaben
    US-Außenminister Rubio hatte von den NATO-Mitgliedsstaaten gefordert, dass die Ausgaben des Militärbündnisses steigen. Jedes Mitgliedsland solle sich dazu verpflichten, 5 Prozent seiner Wirtschaftskraft für die Verteidigung auszugeben. Im Vergleich zu den jetzigen Rüstungsausgaben wäre das mehr als doppelt so viel. Polen hat bereits angekündigt, dieser Forderung nachkommen zu wollen. Viele andere Mitgliedsstaaten zögern - und auch Außenpolitiker Kiesewetter ist zurückhaltend. Es dürfe bei den Verteidigungsausgaben nicht nur um Zahlen gehen, sondern um militärische Fähigkeiten. Auch die meisten EU-Regierungen halten die US-Forderung für überzogen. In Teilen sei sie unrealistisch, weil noch nicht mal das jetzige Ziel von 2 Prozent Verteidigungsausgaben aller NATO-Staaten erreicht wird. Deutschland ist mit der Lockerung der Schuldenbremse für Rüstungsausgaben vorangegangen. Das wird von den NATO-Spitzen gelobt. Andere große EU-Länder sind aufgerufen, zu folgen - vor allem Frankreich, Spanien und Italien.
    7 min

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