Wie geht es weiter mit der Waffenruhe im Gaza-Krieg? Aktuell ist das nicht klar. Unklar ist auch die Zukunft der Menschen vor Ort. Mehr als 90 Prozent der Häuser in Gaza sind beschädigt oder zerstört. Tausende Menschen leben notdürftig in Zelten, ohne zu wissen, wann sie wieder ein richtiges Zuhause haben.
„Alles, was sie kannten als 'normales Leben' ist weg“, sagt Trauma-Therapeutin Katrin Glatz-Brubakk. Die Deutsch-Norwegerin war mit Ärzte ohne Grenzen im Gaza-Streifen – vor und nach in Kraft treten der Waffenruhe. Sehr viele Kinder hätten einen Arm verloren oder ein Bein. Geschwister oder Familienmitglieder, berichtet Glatz-Brubakk weiter.
Das Problem bei Kindern ist, dass wenn sie so starke Traumata erleben über so lange Zeit, dass ihre Entwicklung stockt.
Quelle: Katrin Glatz-Brubakk, Trauma-Therapeutin
Was die Kinder bräuchten, wären Traumatherapien über eine lange Zeit und ein stabiles Umfeld. Beides scheint im Gaza-Streifen unmöglich. So könne sie den Kindern mit ihrer Arbeit lediglich Pausen geben vom Stress des Kriegsalltags, sagt die Trauma-Therapeutin.
Das Wichtigste ist, dass wir nicht aufhören über Gaza zu sprechen. Über das Leid – vor allem der Kinder. Denn Gleichgültigkeit ist das Schlimmste, was jetzt passieren kann.
Quelle: Katrin Glatz-Brubakk, Trauma-Therapeutin
Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Christian Rönspies erklärt die Trauma-Therapeutin wie wichtig Spielen für Kinder ist im Krieg – jetzt und später.