SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Feuersalamander in Rheinland-Pfalz: Selten und bedroht
    Der Feuersalamander ist in Rheinland-Pfalz verbreitet. Damit ist der Ort der Feuersalamander Tagung gut gewählt, denn die findet in dieser Woche in Mainz im Naturhistorischen Museum statt. Susanne Müller nimmt an der Tagung teil. Sie arbeitet bei der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, ist deren Feuersalamander-Expertin. Der ist aber selten geworden, wie sie in SWR Aktuell erklärt: "Das liegt an einer Pilzerkrankung, die speziell dem Feuersalamander zu schaffen macht. Dieser Pilz befällt die Haut des Feuersalamanders und frisst da Löcher hinein. Das ist dann das Einfallstor für weitere Infektionen, an denen der Feuersalamander dann stirbt." Die Universität Trier erforscht diese Pilzerkrankung und sucht nach Wegen, den Feuersalamander-Bestand zu retten. Dabei können wir alle die Arbeit der Forscherinnen und Forscher unterstützen. Wie – darüber hat Susanne Müller mit SWR Aktuell-Moderator Simon Dörr gesprochen.
    4 min
  • Deutsch-Amerikanerin Jessica Strain: "In Deutschland läuft das Leben langsamer – das ist der größte Unterschied"
    Jessica Strain ist in Hessen geboren, ihr Vater ist Amerikaner. Mit sieben Jahren zog sie in die USA und kam während des Studiums zunächst für ein Auslandsjahr nach Tübingen. Dort lebt sie seit 2006 - unterrichtet Englisch am Deutsch-Amerikanischen-Institut Tübingen und bietet interkulturelle Trainings für deutsche Firmen an, die mit US-amerikanischen Unternehmen Geschäfte machen wollen. Jessica Strain vereint beides, das Deutsche und das Amerikanische. In SWR Aktuell sagt sie, die deutsche Art zu leben sei etwas langsamer: "Man hat Zeit für Kuchen und Kaffee. Sich Zeit für Dinge und Menschen zu nehmen – das ist in den USA anders. Da geht es meist darum, ganz viel in die Zeit reinzupacken, auch in die Freizeit." Welche Erfahrungen sie macht, wenn sie deutsche Geschäftsleute coacht, darüber hat Jessica Strain mit SWR Aktuell-Moderator Andrea Böhnisch gesprochen.
    5 min
  • Konferenz zur Krebsprävention: "Krebs ist ein angstbesetztes Thema"
    Etwa zwei von fünf Krebserkrankungen ließen sich laut Medizinern vermeiden, würden alle wissenschaftlich belegten Maßnahmen zur Vorbeugung umgesetzt. Primärprävention und Früherkennung könnten außerdem die Krebssterblichkeit enorm senken. Könnten. Es werden aber nicht alle Maßnahmen umgesetzt und noch immer erkranken und sterben zu viele Menschen an Krebs.
    In Heidelberg kommen ab heute Mediziner aus aller Welt zur internationalen Konferenz zur Krebsprävention des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Deutschen Krebshilfe zusammen. Ziel der Konferenz ist es, sich auszutauschen und auf das Thema Krebsprävention aufmerksam zu machen. "Viele Angebote der Krebsprävention sind schwer zugänglich", beklagt Dr. Ute Mons. Sie ist Abteilungsleiterin für Primäre Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum. Es sei Aufgabe der Gesundheitspolitik, es den Menschen leichter zu machen, zur Früherkennung zu gehen.
    Es ist ein angstbesetztes Thema. Es kann sein, das etwas gefunden wird.

    Quelle: Dr. Ute Mons, Abteilungsleiterin für Primäre Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum

    Mons sieht auch bei der Aufklärung noch Luft nach oben. Denn die meisten Vorsorgeuntersuchungen gäben dem Patienten im Anschluss Entwarnung. Allerdings sei ein weiteres Problem die hohe Belastung der Hausärzte. Diese seien, so Mons, häufig so belastet, dass kaum Zeit für Präventionsgespräche bliebe.
    Inwieweit digitale Angebote wie Apps die Krebsprävention ein Stück voranbringen könnten, erläutert Dr. Ute Mons im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch.
    7 min
  • VW-Krise und Streik: Fordert die IG Metall im Tarifstreit zu viel?
    VW und die gesamte Autoindustrie stecken in der Krise. Trotzdem fordert die IG Metall für die Beschäftigten mehr Geld und will mit Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.
    Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie haben heute ihre Arbeit niedergelegt. Sie folgen damit dem Streikaufruf der IG Metall. In Rheinland-Pfalz wird laut Gewerkschaft in insgesamt 13 Unternehmen gestreikt, unter anderem bei Opel in Kaiserslautern und mehreren Betrieben in Bad Kreuznach. In Baden-Württemberg sind Bosch, Porsche und ZF von den Streiks betroffen.
    Hintergrund ist das Ende der Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie. Im laufenden Tarifstreit fordert die IG Metall unter anderem sieben Prozent mehr Geld für die Beschäftigten. Die Arbeitgeber bieten 3,6 Prozent bei einer Laufzeit von 27 Monaten. "Das ist zu wenig", sagt Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall in Baden-Württemberg. Für sie komme die Erhöhung zu spät, außerdem sei die Laufzeit zu lang. Auch nachdem bekannt geworden war, dass Volkswagen drei Werke in Deutschland schließen und zahlreiche Stellen abbauen will, hält die IG Metall ihre Forderungen für angemessen.
    Unsere Forderungen sind absolut leistbar. Das Angebot, was jetzt auf dem Tisch liegt, ist noch nicht einmal der Inflationsausgleich, deshalb muss mehr Schwung in die Verhandlungen kommen.
    Inwieweit eine Erhöhung der Gehälter nicht nur den Beschäftigten sondern auch der Wirtschaft nutzt, erklärt die Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch.
    5 min
  • Ampel-Streit: Zwei Wirtschaftsgipfel – ein Desaster
    In Berlin finden heute zwei Gipfel zur Wirtschaftspolitik statt. Zum einen hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Nachmittag zu einem Industriegipfel geladen. Allerdings bleiben seine Koalitionspartner dabei außen vor. Und so hat zum anderen die FDP-Bundestagsfraktion bereits am Vormittag ein Wirtschaftstreffen organisiert, das Finanzminister Christian Lindner initiiert hat.
    Politikwissenschaftler und Publizist Albrecht von Lucke nennt es ein Desaster, dass Scholz seine Koalitionspartner nicht zum Gipfel einlädt. Dass in Folge Finanzminister Christian Lindner (FDP) eine Gegenveranstaltung macht, absurd. Mit Blick auf ein Fortbestehen der Ampel-Koalition bezeichnet der Politikwissenschaftler den 14. November als "D-Day", also als alles entscheidenden Stichtag.
    "Wenn es den 14. November mit einem neuen Haushalt gibt, dann müsste die Koalition in der Lage sein, dieses Jahr noch durchzuhalten."

    Quelle: Albrecht von Lucke, Politikwissenschaftler und Publizist

    Inwieweit Kanzler Scholz, aber auch Finanzminister Lindner und seine FDP, Schuld an der Situation der Ampel-Koalition tragen, erklärt Albrecht von Lucke im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch.
    7 min
  • Hausärzteverband: Kein verstärkter Missbrauch durch telefonische Krankschreibung erkennbar
    Die telefonische Krankschreibung wurde während der Corona-Pandemie eingeführt. Zunächst vorübergehend. Seit vergangenen Dezember gilt sie dauerhaft. Aktuell wird aber diskutiert, ob die Regelung wieder abgeschafft werden soll. Arbeitgeberverbände fordern das, weil sie befürchten, dass Beschäftigte "blau machen" könnten. Ärztevertreter wie Nicola Buhlinger-Göpfarth, verteidigen die telefonische Krankschreibung. Die Vorsitzende des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg bezeichnet die Regelung in SWR Aktuell als sinnvoll: "Sie entlastet unsere Praxen, die ohnehin am Limit sind, weil landesweit Hausärzte fehlen." Den von Arbeitgeberseite unterstellten Missbrauch könne sie nicht erkennen, sagte Nicola Buhlinger-Göpfarth im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer: "Krankheit kann man immer vortäuschen. Das geht am Telefon genauso wie in der Praxis."
    5 min
  • Warum American Football in Deutschland boomt
    Wenig verbindet mehr als der Sport. Während in Deutschland Fußball der Mannschaftssport Nummer Eins ist, steht in den USA American Football ganz oben auf der Liste. Und das Interesse daran steigt auch bei uns. Fans versammeln sich nachts vor dem Fernseher, um den Super Bowl live zu schauen – das Endspiel der Meisterschaftssaison in der US-amerikanischen National Football League. Und auch auf deutschen Sportplätzen wird immer öfter American Football gespielt – in Stuttgart zum Beispiel bei "Stuttgart Surge". Das Team spielt in der European League – die Spieler sind überwiegend Deutsche. Trainiert werden sie von dem US-Amerikaner Jordan Neuman. Er sagt über die wachsende Popularität des Sports in Deutschland: "Ich bin seit 2005 in Deutschland und es ist kein Vergleich, wie viele Zuschauer wir heute haben, im Vergleich zu damals." Im Gespräch mit SWR-Moderator Andreas Fischer hat Head Coach Jordan Neuman erklärt, worin er den Grund für die Begeisterung der Deutschen sieht.
    7 min
  • Neues Games-Stipendium - Bund fördert Gründungen
    Deutschland ist der größte Markt für Computerspiele in Europa. Bei der Entwicklung der Spiele haben aber andere Länder die Nase vorn - allen voran die USA, Japan und Südkorea. Das soll sich ändern.
    Die Ampel-Koalition will deshalb Gaming-Start-Ups stärker fördern. Acht Millionen Euro gibt die Regierung jetzt für ein neues Stipendium aus, auf das sich Spiele-Entwickler ab heute online bewerben können. Am Ende werden 130 Gründer ausgewählt, sie bekommen dann anderthalb Jahre lang über 2.700 Euro im Monat, außerdem Programme zum Netzwerken und ein Coaching.
    "So ein Programm gab es noch nie. Es wird hoffentlich dafür sorgen, dass ganz viele sich trauen, zu gründen und für Innovationen zu sorgen, die wir in 10 Jahren dringend brauchen", sagt Felix Falk, Geschäftsführer von "game", dem Verband der deutschen Games-Branche.
    Für ihn sind die Stipendien nötig, um den Spiele-Entwicklern über die Hürden bei einer Gründung zu helfen. Zwar gebe es bereits Stipendien, diese seien aber nicht auf Games zugeschnitten und gingen an der Produktions- und Unternehmensrealität vorbei.
    Virtual Reality, Gamification, 3D-Simulation: Games-Unternehmen stehen für Innovation
    Nach Ansicht von Felix Falk ist die Gaming-Branche ein Schlüsselbereich in Deutschland: technologisch, kulturell und wirtschaftlich. Allerdings sei die Entwicklung eines Spiels in Deutschland um ein Vielfaches teurer als beispielsweise in Paris oder London.
    "Es geht darum, gleiche Ausgangsbedingungen zu schaffen und Wettbewerbsnachteile auszugleichen."

    Quelle: Felix Falk, Geschäftsführer von "game", Verband der deutschen Games-Branche

    Warum er darin eine wichtige Investition in die Zukunft sieht, erklärt Felix Falk im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch.
    8 min
  • US-Amerikaner auf Air Base Ramstein - "Sie sind Nachbarn und Freunde"
    Das deutsch-amerikanische Zusammenleben lässt sich kaum irgendwo besser erfahren als in Ramstein-Miesenbach in Rheinland-Pfalz. Hier auf der US-Air Base leben und arbeiten Militärangehörige aus den USA.
    Rund 50.000 US-Soldaten und deren Familien leben in der Region. "Für die meisten ist unsere Heimat auch ihr home far away from home", sagt Ralf Hechler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach. Für ihn sind die US-Bürger in Deutschland nicht wegzudenken. Seit 1952 leben und prägen sie die Region. Man treffe sich im Sportverein oder beim Einkaufen. "Sie sind Teil des täglichen Lebens, sie sind Nachbarn und Freunde", so Hechler. Deshalb findet auch einmal im Jahr in Ramstein-Miesenbach ein deutsch-amerikanisches Freundschaftsfest statt.
    Harris oder Trump? - Von Wahlkampf ist im Ramstein nichts zu spüren
    Politische Einstellungen spielten laut dem Bürgermeister eher selten eine Rolle. "Die Amerikaner sind politisch sehr zurückhaltend, sie verhalten sich als Militärangehörige neutral." Als Ex-US-Präsident Trump in seiner Amtszeit einen Abzug der US-Streitkräfte aus Deutschland ins Spiel brachte, gab es allerding in Ramstein-Miesenbach einen großen Aufschrei.
    Warum diese Frage nicht zwangsläufig davon abhängt, ob der Republikaner Donald Trump oder die Demokratin Kamala Harris die Präsidentschaftswahl in den USA gewinnt, erklärt Ralf Hechler im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch.
    5 min
  • Goldschakale breiten sich in Deutschland aus: Welche Folgen hat das?
    SWR Aktuell: Von der Größe her sortiert sich der Goldschakal da irgendwo zwischen Fuchs und Wolf ein, und vom Wolf denken viele, dass er eine Gefahr ist. Wie steht es denn mit dem Goldschakal?
    Alexandra Ickes: Tatsächlich ist der Goldschakal leicht zu verwechseln mit Fuchs oder Wolf. Allerdings ist es ein bisschen anders. Der Wolf ist ja eine einheimische Art, aber der Goldschakal ist jetzt eine Art, die neu dazugekommen ist und deswegen auch einen besonderen Stellenwert jetzt auch in Baden-Württemberg hat.
    SWR Aktuell: Zurück zu meiner Frage: Wenn Leute jetzt ohnehin schon Angst vorm Wolf haben – müssen die jetzt noch mehr Angst haben, weil der Goldschakal noch dazukommt?
    Ickes: Angst ist unberechtigt - auch übrigens beim Wolf. Beim Goldschakal verhält sich ähnlich. Er ist sogar noch kleiner als der Wolf, und er ist eine sehr, sehr scheue Art. Das ist wirklich ein Glücksfall, wenn man dem begegnen würde. Er würde den Kontakt zu Menschen eigentlich vermeiden.
    SWR Aktuell: Wie kommt es überhaupt, dass der sich jetzt bei uns ausbreitet?
    Ickes: Das weiß man tatsächlich nicht so genau. Es gibt verschiedene Theorien: Zum einen vielleicht durch den Klimawandel, dass einfach die Lebensräume für ihn jetzt in unseren Breiten geeignet genug sind. Zum anderen gibt es auch die Theorie, dass dadurch, dass die großen Beutegreifer wie zum Beispiel Wolf oder Braunbär in Mitteleuropa jetzt nicht mehr so stark vorhanden sind, der Goldschakal hier eine Chance nutzt und da diese ökologische Lücke einfach schließt.
    SWR Aktuell: Über wie viele Tiere reden wir denn da, die bei uns heimisch werden - gibt es ja schon irgendwie Untersuchungen, wieviele Goldschakale es in Deutschland gibt?
    Ickes: Es ist sehr spannend. Tatsächlich kann man keine genauen Zahlen sagen, denn der Nachweis von Goldschakal ist sehr, sehr schwierig. Es ist eine sehr, sehr scheue Art. Man kann den Tieren mit Wildtierkameras auf die Schliche kommen. Aber man müsste diese auch wirklich flächendeckend im ganzen Land verteilen, damit man wirklich gute Eindrücke bekommt. Und auch so ist ein Goldschakal nicht unbedingt von einem anderen Goldschakal zu unterscheiden. Deswegen kann man bloß „Pi mal Daumen“ sagen: Für Baden-Württemberg wissen wir, dass momentan etwa zwei Reviere vorhanden sind.
    SWR Aktuell: Wo sind die?
    Ickes: Einmal haben wir im Landkreis Schwarzwald-Baar ein Revier, das schon länger besteht. Dort haben wir auch immer wieder Reproduktionsnachweise bekommen. Das heißt, man konnte zum Beispiel Welpen auf Wildtierkameras feststellen. Und das andere Rudel ist jetzt neu dazugekommen. Das ist im Landkreis Konstanz. Es hat zum ersten Mal dort einen Nachweis gegeben mit mindestens zwei Welpen.
    SWR Aktuell: Was frisst der Goldschakal eigentlich? Haben Kleintierbesitzer oder Hunde- und Katzenhalter jetzt eine Sorge mehr?
    Ickes: Der Goldschakal ist eine Art, die einmal sehr clever ist und zum anderen auch verschiedene Nahrungsmittel zu sich nimmt. Den Speiseplan kann man sich ähnlich vorstellen wie auch beim Fuchs, also angefangen von kleineren Mäusen über Aas, aber es können natürlich auch größere Tieren sein, zum Beispiel Rehe oder auch so in der Größe von Schafen.
    SWR Aktuell: Und Hühner und solche Sachen natürlich auch. Wenn ich mit meinem Hund im Wald Gassi gehe, muss ich Angst haben, um den, wenn das jetzt nicht gerade ein Rottweiler ist?
    Ickes: Ich denke eher nicht, ein Goldschakal ist eben eine sehr seltene Sichtung. Er würde den Menschen und natürlich dem Hund aus dem Weg gehen. Aber man sollte generell bei Wildtieren immer den Hund am besten zu sich holen, wenn man eine komische Bewegung sieht oder nicht ganz sicher ist, ob da jetzt ein fremder Hund kommt oder ein Fuchs oder eben ein Goldschakal. Das ist immer sehr hilfreich, den Tieren einfach nicht zu dicht auf die Pelle zu rücken, ihnen immer Fluchtmöglichkeiten lassen. Und so etwas wie Streicheln und Zufüttern sollte man tunlichst unterlassen. Und dann passiert in der Regel auch gar nichts.
    SWR Aktuell: Sie haben was anderes Interessantes gerade eben noch gesagt. Auf dem Speiseplan des Goldschakals stehen Rehe drauf. Wir haben im Programm auch einen Beitrag gehört aus unserer SWR-Umweltredaktion, wonach das Rehwild die Triebe junger Bäume frisst und so den Baumbestand gefährdet. Kommt da jetzt mit dem Goldschakal möglicherweise sogar eine Art, die wiederum hilft, den Rehbestand zu reduzieren?
    Ickes: Das kann man jetzt natürlich nicht wirklich sagen. Wie gesagt: Der Goldschakal ist eine neue Art, man weiß noch nicht, welche Auswirkungen das genau auf das Ökosystem hat. Aber es ist durchaus anzunehmen, dass große Beutegreifer wie Goldschakal, aber auch Wolf, dazu beitragen können, wieder ein ökologisches Gleichgewicht in unseren Wäldern herbeizuführen. Und deswegen muss man das weiterhin beobachten.
    SWR Aktuell: Aus Sicht des NABU würden Sie sagen, der Goldschakal ist ein Gewinn für unsere Artenvielfalt?
    Ickes: Ich würde es mal vorsichtig formulieren: Es ist immer eine tolle Nachricht, wenn man sieht, dass Arten wieder zu uns zuwandern können. Es ist natürlich besonders erfreulich, wenn es einheimische Arten sind. Beim Goldschakal ist es jetzt eine neue Art. Da muss man einfach abwarten, ob sie tatsächlich so eine Art Klimagewinner ist, wie zum Beispiel der Bienenfresser, oder eine Art ist, die sich vielleicht sogar zu schnell ausbreitet, vielleicht invasiv ist. Aber bisher gibt es da keine Nachweise und auch keinerlei Hinweise darauf, dass dass der Goldschakal jetzt in diesem Stadium ist.
    6 min

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