SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Typisch im Sommer: Bindehautentzündung
    Die Augen sind verklebt, sie jucken und tränen. Es fühlt sich an, als wäre ein Fremdkörper im Auge. Diagnose: Bindehautentzündung. Die kann viele Formen und auch verschiedene Ursachen haben. Sie kann durch einen Infekt ausgelöst werden, aber auch durch einen Reiz oder kann allergische Gründe haben. Wie man eine Bindehautentzündung erkennt und wie man sie behandeln kann, darüber hat SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch mit dem SWR-Arzt und Journalisten Lothar Zimmermann gesprochen. Er gibt Tipps, wie man die Symptome deuten kann, was als Erstes zu tun wäre und wann der Weg zum Augenarzt führen sollte.
    5 min
  • Kolumne: Sommerloch ohne Kaiman, Bär und Löwe
    In diesem Sommer hat die Politik wieder keine Pause: Haushalt, Kriege und Krisen lassen keine Unterbrechung zu. Und wo es praktisch kein Sommerloch gibt, fehlen auch Kaimane, Problembären und Löwen, die sonst schon Aufregung auslösen. Dafür gibt es aber andere Biester, wie unser Kolumnist Gerhard Leitner festgestellt hat.
    3 min
  • "Bekannter als die Stadt": Ravensburg feiert 50 Jahre "Ravensburger"-Logo
    Was passiert, wenn eine Stadt so eindeutig mit einem Firmenlogo verbunden ist wie Ravensburg mit dem kleinen blauen Dreieck der "Ravensburger"-Spiele? Dieses Logo feiert gerade sein 50. Jubiläum und im besten Fall färbt etwas von einem guten Image auf die Stadt ab, sagt der Oberbürgermeister der Stadt, Daniel Rapp, im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex. Rapp zeigt sich optimistisch: "Die Menschen in Ravensburg identifizieren sich sehr stark mit ihrer Heimatstadt" und zum Glück habe der Spiele-Konzern ein sympathisches Image. Rapp erzählt, wie auch in seiner Kindheit Spiele wie "Fang den Hut", "Memory" oder "Malefiz" populär waren. Und wie es sich lebt mit einer großen Marke, die denselben Namen trägt wie der Heimatort.
    6 min
  • Frühstücksquarch: Die Liberalen und ihre Auto-Phantasien
    Weniger Radwege und Fußgängerzonen, dafür mehr und günstigere Parkplätze: Wenn es nach der FDP ginge, würden deutsche Innenstädte künftig autofreundlicher. Keine gute Idee, findet der Deutsche Städtetag und auch der grüne Koalitionspartner zeigt sich wenig begeistert. Kritik kommt zudem von Stadtplanern, die auf die guten Erfahrungen verweisen, die Städte wie Kopenhagen, London oder Rotterdam seit Jahren damit machen, ihre Zentren möglichst autofrei zu halten. Da fragt man sich, wie es sein kann, dass eine Partei, die sich selbst als innovationsfreundlich versteht, von alledem nichts wissen will. Einschätzungen des Philosophen Christoph Quarch im SWR-Aktuell-Gespräch mit Arne Wiechern.
    4 min
  • 75 Jahre Otto-Versand: Wie die Katalog-Firma zweitgrößter deutscher Online-Händler wurde
    Der Otto-Katalog war fast 1000 Seiten dick und erschien zweimal im Jahr. Jahrzehntelang war er in vielen Haushalten Pflichtlektüre, neben den „Werken“ von Quelle, Neckermann und Schöpflin. Vor 75 Jahren, am 17. August 1949, gründete Werner Otto in Hamburg das Unternehmen "Werner Otto Versandhandel". Das Unternehmen hat die Krisen überstanden, an denen seine Konkurrenten gescheitert sind. Wie, das erklärt Wirtschaftsredakteurin Tamara Land im Gespräch mit SWR-Aktuell-Moderator Arne Wiechern.
    5 min
  • Rechnungshofpräsident zum Haushalt: Es geht nur mit Umsteuern
    Die Haushaltspolitik läuft in eine völlig falsche Richtung, davon ist Rechnungshof-Präsident Kay Scheller überzeugt. Die Bundesregierung versuche nur noch, Haushaltslöcher mit Maßnahmen zu stopfen, die hart am Rand der Verfassungswidrigkeit seien, so Scheller im ARD Interview der Woche. Stattdessen sollten bisherige Ausgaben überprüft werden, inwieweit sie noch notwendig und sinnvoll seien. Nur mit einer radikalen Ausgabenkritik und Einsparungen könnten die Mittel für dringend notwendige Investitionen, den Klimaschutz und die Bundeswehr aufgebracht werden.
    Deutschlands oberster Rechnungsprüfer besorgt, dass in der Politik vor allem über zusätzliche neue Schulden nachgedacht wird. Zu Abstrichen an den vorhandenen Ausgabenblöcken im Haushalt sei "anscheinend keiner der Koalitionspartner bereit und in der Lage." Scheller verweist auf Empfehlungen des Bundesrechnungshofs, Staatsausgaben neu zu bewerten, die Wirksamkeit von Programmen zu überprüfen und Aufgaben neu zu priorisieren.
    "Politik wird immer sagen, dass sie mit dem Geld nicht auskommt"
    Eine Reform der Schuldenbremse, wie sie von SPD, Grünen und Landespolitikern der CDU, aber auch von Wirtschaftswissenschaftlern ins Spiel gebracht wurde, lehnt Scheller ab: "Die Politik wird immer sagen, dass sie mit dem zur Verfügung stehenden Geld nicht auskommt." Die Begrenzung der staatlichen Kreditaufnahme hält er nicht nur aus Gründen der Generationengerechtigkeit für wichtig. Schon heute würden die Zinsausgaben den Spielraum der Politik einschränken. Dass andere Länder höhere Schuldenquoten haben, lässt Scheller als Argument für eine stärkere Kreditfinanzierung nicht gelten: Deutschland sei der Stabilitätsanker für Europa. Sollten Zweifel an der Bonität Deutschlands aufkommen, hätte das massive Folgen – "dann wird uns kein anderer europäischer Staat retten können", so Scheller.
    Tragfähigkeit deutscher Staatsfinanzen gefährdet
    Eine Kehrtwende in der Haushaltspolitik fordert Scheller auch mit Blick auf die langfristigen finanziellen Herausforderungen. Der Präsident des Bundesrechnungshofs verweist auf die steigenden Bundeszuschüsse für die Sozialversicherungskassen: "Wir sprechen hier mittlerweile von jährlichen Zuschüssen von mehr als 150 Milliarden Euro." Ohne Korrekturen sei die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen auf Dauer gefährdet.
    Kritik an der Umsetzung der Energiewende
    Für viel Aufmerksamkeit hat in der Ampel-Koalition ein Bericht von Schellers Behörde zur Umsetzung der Energiewende gesorgt – die sei "nicht auf Kurs", so die Feststellung eines im März vorgelegten Berichts. Darüber war im Bundestag erregt debattiert worden, die SPD-Politikerin Nina Scheer hatte dabei auf Schellers Mitgliedschaft in der CDU hingewiesen. Scheller sagt dazu, das Gutachten sei von 16 Mitgliedern seiner Behörde erarbeitet worden, die unabhängig agierten. Zudem habe es schon seit 2016, also in der Zeit der Großen Koalition, Berichte zur Energiewende gegeben, die ebenfalls kritisch ausgefallen seien.
    Spahns Maskenbeschaffung: Völlig aus dem Ruder gelaufen
    Angesprochen auf die Kritik des Rechnungshofes an der Maskenbeschaffung in Corona-Zeiten sagt Scheller, hier seien unterschiedliche Phasen zu berücksichtigen. Zu Beginn der Corona-Zeit sei die Politik sehr erfolgreich gewesen, Masken für Arztpraxen und Krankenhäuser zu besorgen. Danach aber sei die Maskenbeschaffung "aus dem Ruder geraten": Es sei ohne jegliche Steuerung bestellt worden, zum Teil bei Firmen mit sehr merkwürdigen Hintergründen. Die Kritik des Rechnungshofes könne man nicht so verstehen, dass man im Nachhinein immer schlauer sei.
    Rechnungshofpräsident auch privat ein Sparfuchs
    Auf sein eigenes Ausgabeverhalten angesprochen sagt Scheller, dass ihm Sparsamkeit auch persönlich wichtig sei. Er hole schon mal Wasser aus dem öffentlichen Brunnen in seinem Wohnort Rhöndorf, sagt er mit einem Augenzwinkern. Allerdings gebe er schon mal gerne Geld für Feste aus: "In die Gemeinschaft würde ich immer investieren."
    25 min
  • Durch die Blume: Deutsche Meisterschaft der Floristik
    Wenn in Berlin heute und morgen die Deutsche Meisterschaft der Floristik über die Bühne geht, ist Klaus Götz mit dabei. Er ist seit 45 Jahren Florist, hat in Heilbronn ein Blumengeschäft und ist Bundesvorsitzender des Fachverbandes Deutscher Floristen und auch Präsident des Landesverbandes Baden-Württemberg. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex erzählt er, warum dieses Jahr die Meisterschaft im Zeichen der Nachhaltigkeit steht. Außerdem geht es auch darum, wie Blumensträuße je nach Mode aussehen und wie Blumen Gefühle auslösen. Zehn Finalisten – in diesem Jahr sechs Frauen und vier Männer – wetteifern um die Meisterschaft und müssen dafür eine Jury von ihren Arbeiten überzeugen.
    8 min
  • Mehr als „Dabeisein ist alles“: Was muss sich bei der Sportförderung ändern?
    Die deutschen Sportlerinnen und Sportler haben bei den Olympischen Spielen in Paris etliche Medaillen erkämpft- aber es waren doch weniger als erhofft. Das hat die Diskussion wieder in Gang gebracht, wie man junge Menschen überhaupt dazu bringen soll, Sport zu treiben – und wie man dann große Talente entdecken und fördern sollte. Bei der staatlichen Sportförderung muss dringend etwas verbessert werden, sagt SWR-Sportredakteur Marcel Fehr, ehemaliger Spitzen-Leichtathlet. Was er ändern würde, erklärt er im Gespräch mit SWR-Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex.
    9 min
  • Gletscher in Europa in Gefahr: Forscher veröffentlichen „Gefallenenliste“
    SWR Aktuell: Mit der Liste für die Toten Gletschern oder der „Beerdigung“ auf Island wollen Wissenschaftler auf das Gletschersterben aufmerksam machen. Wie finden Sie als Forscherin solche Aktionen?
    Isabelle Gärtner-Roer: Es ist sehr wichtig, dass wir Unterstützung bekommen von der Öffentlichkeit. Wir sammeln ja die Daten global. Wir stellen zusammen, was alle unsere Kollegen weltweit messen, auf den verschiedenen Gletschern über die ganze Welt verteilt. Das ist aber nur eine kleine Anzahl der etwa 200.000 Gletscher, die es weltweit gibt. Und dann gibt es solche Aktionen wie die vor fünf Jahren in Island, die uns helfen, die Message rüberzubringen, die Leute darauf hinzuweisen, was da verloren geht. Und das wäre das Anliegen von dieser Tafel, die da am Gletscher vor fünf Jahren installiert wurde, auch zu zeigen: Wir sind uns voll bewusst, was da auf uns zukommt, und wir wissen, was wir tun. Wir wissen, dass die Gletscher weiter zurückgehen werden. Und im Falle Islands heißt es, dass in den nächsten 200 Jahren wahrscheinlich alle Gletscher in Island verschwinden werden. Das ist die Message, mit der wir an die Öffentlichkeit gehen wollen.
    SWR Aktuell: Die Gedenktafel haben Sie gerade schon angesprochen. Brauchen wir eigentlich so ein Mahnmal an allen ehemaligen Gletschern?
    Gärtner-Roer:Sicher nicht. Wir haben ja auch in den Alpen verschiedene Orte, wo dann angezeigt wird: Hier war der Gletscher 1980, 2010 et cetera, um den Touristen, den Wanderern, die dort vor Ort sind und jetzt noch die schönen Gletscher sehen, zu zeigen: Nur Teile davon sind noch da, der war mal viel größer - und wie schnell dieser Verlust, dieser Rückgang passiert, vor allem in den letzten 20 Jahren. 2000 sehen wir als so ein Jahr an, seit dem es deutlich schlimmer geworden ist. Es gibt verschiedene Arten, das zu zeigen. Eine Gedenktafel ist ein Hinweis, wo der Gletscher wann gewesen ist. Es gibt auch Telefonhäuschen in Österreich, wo man anrufen kann und den Gletscher beim Schmelzen zuhören kann. Es werden also unterschiedliche Sinne angesprochen, unterschiedliche Orte. Und bei dieser Liste, die Sie erwähnt haben, geht es darum, auch das Internet zu nutzen, auch wenn Sie nicht vor Ort sind. Es geht darum, zu zeigen, dass diese Gletscher verschwinden, dass die Anzahl der toten oder „beerdigten“ Gletscher zunimmt - und wie die Verteilung ist, wo die sind, da gibt es Steckbriefe. Da kann man ein bisschen mehr über die Gletscher erfahren. Auch das ist wieder einen Weg, darauf aufmerksam zu machen, was da passiert, was wir eigentlich auch schon wissen.
    SWR Aktuell: In den vergangenen Monaten und Jahren sind wir weltweit von einem Temperaturrekord zum nächsten geeilt. Wie sehr hat sich die Lage für Gletscher gerade auch in Europa dadurch verschlechtert?
    Gärtner-Roer: Es ist so, dass wir früher immer schon mal noch Jahre hatten, wo die Werte nicht so negativ waren. Das hat sich mit dem Jahr 2000 verändert. Wir sind komplett im negativen Bereich. Wir hatten zum Teil noch Regionen wie Westnorwegen, wo wir manchmal positive Werte hatten, weil dort dann manchmal Luftmassen ankommen, die sehr viel Niederschlag in Form von Schnee bringen und dann die Gletscher dort eben positive Werte zu verzeichnen hatten. Auch das ist in den letzten Jahrzehnten nicht mehr der Fall gewesen. Island hatte eine Zeit lang positive Werte. Auch da sind ja noch sehr viele Gletscher oder sehr viel Eis zu finden im Vergleich zu den Alpen. Das hat sich schon sehr auf die negative Seite gedreht. Im letzten Messjahr hatten wir, glaube ich, von allen Gletschern, von denen wir Messungen haben, nur einen, der einen positiven Wert gezeigt hat. Und früher waren das mal 10 oder 15. Man konnte auch manchmal so regionale Muster erkennen. Das ist jetzt in den letzten Jahren nicht mehr der Fall gewesen.
    SWR Aktuell: Welchen Appell haben Sie an die Politik, um diese Entwicklung zu stoppen?
    Gärtner-Roer: Der Appell ist klar: Reduzierung der Treibhausgase. Das geht uns alle an. Aber es geht hier natürlich auch darum, dass auch Länder wie Deutschland – ich meine, wir haben nur noch winzige Gletscherreste im Bereich der Zugspitze - mit an einem Strang ziehen, global Verantwortung zu übernehmen für Regionen wie zum Beispiel die Anden, die wirklich stark von diesem Wasser, das in den Gletschern gespeichert ist, abhängen, und wo die Ausmaße durch die Veränderungen deutlich zu spüren sind, auch für die Menschen, die dort leben. Das geht uns alle was an, und da müssen wir einfach alle global an einem Strang ziehen.
    5 min
  • Historisch schlechte Apfelernte erwartet – aber nicht am Bodensee
    SWR Aktuell: Die Bodenseeregion ist die größte Apfel-Anbaufläche bundesweit. Wie wird sich die Ernte denn dort entwickeln?
    Manfred Büchele: Im Gegensatz zu Europa und zum übrigen Deutschland sind wir am Bodensee mit einer leicht überdurchschnittlichen Ernte gesegnet, kann man in diesem Fall sagen. Uns haben die Frühjahrsfröste nicht ganz so stark getroffen.
    SWR Aktuell: Das heißt also, Sie profitieren im Prinzip davon, dass es den anderen Regionen etwas schlechter geht und können sogar besser verkaufen, weil die Preise insgesamt steigen?
    Büchele: Ja, so kann man es sagen. Dieses Jahr wird es so sein, dass die Landwirte am Bodensee mal auf der Sonnenseite stehen. Das war in der Vergangenheit andersherum. 2017 waren wir schlechter dran. Das wechselt so über die Jahre hinweg. Aber dieses Jahr schauen die Obstbauern doch recht zuversichtlich auf die neue Ernte.
    SWR Aktuell: Die Frage ist ja, wie sieht es mit der Qualität aus, wenn sich die Wetterlage massiv ändert? Bei ihnen ist es jetzt sonniger gewesen, in anderen Regionen dagegen hat es stärker geregnet. Oder es gab eben diesen Spätfrost. Wie sieht es dann mit dem Geschmack aus?
    Büchele: Der Geschmack der Äpfel ist vor allem von der Sorte abhängig. Da haben wir heutzutage neue Sorten, die geschmacklich dem entsprechen, was die Verbraucher erwarten. Knackig, saftig und süß soll der Apfel sein, gerne auch noch rot. Das Wetter hat eher Auswirkungen auf die äußerliche Qualität. Wenn sehr viel Feuchtigkeit in der Luft ist, kommt der Schorfpilz. Und dann sieht der Apfel hässlich aus. Wenn die Blüte Frost erwischt hat, dann ist der Apfel ein bisschen hässlicher, weil er Berostung zeigt - solche Dinge. Am Bodensee haben wir durch diesen Wechsel vom warmen Tagen und kühleren Nächten eine besonders gute Aromaentwicklung und gute Farbentwicklung. Aber in der Regel ist es dann schon die Obstsorte, die auch den guten Geschmack ausmacht.
    SWR Aktuell: Viele Äpfel werden ja auch verarbeitet, zu Apfelsaft, Apfelwein, Marmelade, Apfelmus. Da kommt es dann auf die Optik des einzelnen Apfels jetzt weniger an. Wir hatten ja gerade schon gesagt, aufgrund der Entwicklung in anderen Regionen können die Preise steigen. Werden damit auch Apfelsaft und Marmelade teurer?
    Büchele: Wesentlich teurer werden sie nicht. Wir sprechen beim Verarbeitungsobst von einer Preissteigerung um zehn Cent. Das macht dann auf den Saft umgerechnet 15 Cent an den Gestehungskosten aus. Es ist etwas, was der Landwirt auch zunehmend braucht. Wir hatten in der Vergangenheit hier Preise, mit denen es kaum mehr lohnt, die Äpfel an Hochstämmen aufzulesen. Es ist auch für den Erwerbslandwirt, der darauf angewiesen ist, dass er im Herbst für seine Arbeit einen guten Preis bekommt, nun mal hilfreich. Er hat ja gestiegene Kosten für die Erntearbeiter und für alles Mögliche. Wenn er da jetzt, zwischen 20 und 25 Cent je Kilogramm für sein Verarbeitungsobst bekommt, statt früher zwölf, dann ist es für ihn ein Segen – und für den Verbraucher noch lange kein großer preislicher Einschnitt.
    SWR Aktuell: Dass sich die klimatischen Bedingungen und auch das Wetter so entwickeln, wie wir es in diesem Jahr erleben, dass es eben teilweise auch Spätfröste gibt, dann wieder sehr feuchte Phasen - damit müssen wir ja immer wieder rechnen, auch am Bodensee natürlich, auch wenn Sie dieses Jahr profitiert haben. Wir versuchen denn die Obstbauern in der Region, gegen solche künftigen Probleme resistenter zu werden?
    Büchele: Die Plage, die wir lange hatten, war der Hagel. Da haben wir Hagelnetze gebaut. Gegen die Hitze lässt sich nicht sehr viel machen. Da könnte man die Kulturen noch weiter beschatten. Aber das ist sehr, sehr kostenintensiv. Gegen den Mangel an Wasser, den wir Gottseidank nicht haben, im Gegenteil, kann man Bewässerungseinrichtungen bauen. Wir haben im Bodenseeraum sehr gute Böden, die lange das Wasser halten, haben da noch keine Defizite festgestellt. Gegen den Spätfrost könnte man theoretisch eine Frostschutzberegnung einrichten. Aber das ist in unserer Gegend, wo wir hier viele unterschiedliche Flächennutzungsansprüche haben, schwieriger aufzubauen. Um das Wasser aus dem Bodensee zu holen, müssten wir Leitungen legen, und da komme ich durch vielerlei Grundstücke durch, die eben nicht dem Landwirt oder dem Land gehören, sodass das schwierig zu machen ist. Ich denke, da werden wir in Zukunft mit leben. Wir von der Forschungseinrichtung schauen uns nach schorfresistenten Sorten um. Das Wasser war in diesem Jahr schon eine Herausforderung. Man müsste deutlich mehr machen, dass wir da resistenter und resilienter sind, Und was den Frost betrifft, gibt es die eine oder andere neue Sorte, die etwas später blüht, die eine heißt „Mammut“ und wurde von den Kollegen in Weinsberg gezüchtet. Das sind solche Ansätze, mit denen man versucht, dem entgegenzuwirken. Aber gegen den Spätfrost würde, wie gesagt, nur eine Frostschutzberegnung helfen, wie es sie in Norddeutschland gibt, aber nicht bei uns.
    6 min

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