SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • 40 Jahre E-Mails in Deutschland - wie entstand die elektronische Post?
    "Michael, this is your official welcome" - so fängt die erste E-Mail an, die einen deutschen Server erreicht. Verschickt wurde sie heute vor 40 Jahren vom MIT in den Vereinigten Staaten. Einen Tag später, am 3. August 1984 um 10:14 Uhr trudelt sie im Keller des Technischen Instituts in Karlsruhe ein. Geöffnet hat sie Michael Rotert. Der ist heute Ehrenpräsident von eco - dem Verband der Internetwirtschaft. Mit ihm hat SWR-Aktuell-Moderator Jonathan Hadem über 40 Jahre E-Mail in Deutschland gesprochen.
    4 min
  • Kiesewetter (CDU): „Russland macht Geiseldiplomatie zum Geschäftsmodell“
    Von der menschlichen Frage her: ganz klar eine gute Lösung

    Quelle: Roderich Kiesewetter, CDU

    SWR Aktuell: Wie hätten Sie entschieden?
    Roderich Kiesewetter: Zunächst einmal ist das aus menschlicher Perspektive völlig zu begrüßen. Der Punkt ist ja, dass die Bundesregierung eine sehr schwierige Abwägungsentscheidung hatte. Und Biden hat es heute Nacht ja auch deutlich gemacht, dass die Bundesregierung quasi über ihren Schatten gesprungen ist. Wir haben einen Mörder freigelassen. Ich weiß nicht, ich bin ja da nicht in Verantwortung, ob wir mehr hätten rausverhandeln können. Aber wichtig ist, dass auch unserer Bevölkerung klar ist: Wir bleiben ein Rechtsstaat, und es geht nicht darum, dass man auf deutschem Boden weiter morden kann - das Berliner Landgericht hat ja davon gesprochen, dass Russland ein Terrorstaat ist - und dann wird man nach einigen Jahren ausgetauscht. Das ist für mich der wesentliche Kritikpunkt. Von der menschlichen Frage her: ganz klar eine gute Lösung.
    SWR Aktuell: Ihr Parteichef und Oppositionsführer Friedrich Merz hat dem Kanzler versichert, dass er mit der Entscheidung der Bundesregierung einverstanden ist. Hat Merz da ihrer Meinung nach die Lage falsch eingeschätzt?
    Russland macht Geiseldiplomatie zum Geschäftsmodell

    Quelle: CDU-Außenpolitiker Kiesewetter in SWR Aktuell

    Kiesewetter:Nein, es ist ja eine schwierige Abwägungsentscheidung. Und Friedrich Merz arbeitet ja darauf hin, Bundeskanzler zu werden, und muss sich mit solchen Fragen auch intensiv beschäftigen. Ich sage als jemand, der im Parlamentarischen Kontrollgremium ist und sich seit 30 Jahren sehr intensiv mit Sicherheitspolitik beschäftigt: Russland macht Geiseldiplomatie zum Geschäftsmodell. Es ist eine Frage der Zeit, dass der nächste Auftragsmord ausgeübt wird, und dass dann durch Festnahmen auf russischer Seite wieder „Austauschpersonal“ gesammelt wird. Wir haben ja den Fall bei Belarus, den Herrn Krieger, der festgenommen wurde, ohne großen Hintergrund. Wir haben den Fall Woronesch und andere, die sich nichts zuschulden haben kommen lassen und dann quasi zur Freipressung von echten Straftätern und Terroristen dienen. Darüber müssen wir uns im Klaren sein. Und als frei gewählter Abgeordneter aus Baden-Württemberg, aus Aalen-Heidenheim, sage ich auch: Unsere Bevölkerung muss wissen, man darf in Deutschland nicht Morde ausüben, um dann hinterher seine Leute freizupressen. Darüber müssen wir uns im Klaren sein.
    SWR Aktuell: Trotzdem noch eine Frage zu diesem Dilemma: Scholz hat es gestern auch so genannt, hat die Schutzverpflichtung gegenüber inhaftierten Deutschen erwähnt. Deswegen sei es auch gerechtfertigt, Mörder wie Krassikow auszutauschen. Wenn man Krassikow nicht freigelassen hätte, dann hätte man im Gegenzug natürlich auch niemandem zurückholen können. Da sind einem doch als Bundesregierung und als Kanzler auch ein bisschen die Hände gebunden, oder?
    Kiesewetter:Es ist die Kernfrage, und Sie haben das Dilemma sehr gut beschrieben. Krassikow war die Schlüsselfigur, ein langer Kollege, Freund, Partner von Putin. Die kennen sich seit vor 30 Jahren, und Putin lag sehr daran, diesen Mann freizubekommen, weil natürlich Krassikow viel mehr weiß, als er in seinen Verhören preisgegeben hat. Er ist ein engster Vertrauter von ihm und ist jetzt belohnt worden für sein Schweigen. Das ist das Dilemma, das wir aushalten müssen. Ich kenne Kara-Mursa persönlich. Ich kenne seine Frau, ich kenne eines seiner Kinder. Ich habe auch Frau Nawalnaja kennengelernt und eines ihrer Kinder. Es ist ein Drama, wie mit diesen Menschen umgegangen wird. Und Nawalny hat ja mit dem Leben bezahlt, für seinen Mut, wieder zurückzugehen.
    Russland führt einen Krieg gegen unsere Art, zu leben

    Quelle: Roderich Kiesewetter, CDU-Bundestagsabgeordneter

    Wir müssen uns im Klaren sein: Russland ist ein Terrorstaat. Man muss teilweise verhandeln. Aber entscheidend ist, dass Russland einen Krieg gegen unsere Art zu leben führt und wir deswegen sehr vorsichtig sein müssen. Wir sollten das nicht als Lichtblick sehen, sondern als notwendiges Opfer in einer schwierigen diplomatischen Frage.
    SWR Aktuell: Der russische Präsident Putin hat diesen Austausch für seine Propagandazwecke benutzt und ausgeschlachtet. Wie sollten Deutschland und der übrige Westen darauf reagieren?
    Kiesewetter:Wir müssen das einfach entlarven und öffentlich ansprechen. Es ist völlig klar, dass Putin das ausschlachtet. Wichtig ist bei uns, dass wir unsere Strafermittlungsbehörden stärken, dass unsere Nachrichtendienste nicht noch weiter eingeschränkt werden. Wir sind sehr abhängig von nachrichtendienstlichen Informationen von Tschechien, von USA, von Israel und anderen Partnern. Wir müssen unsere eigenen Dienste stärker befähigen, damit wir nicht ständig Hinweise bei anstehenden Katastrophen von Nachbarstaaten bekommen. Wir müssen uns selber stärker wappnen. Und wir brauchen deshalb eine „Bedrohungsgesamtrechnung“ – und keine, wie es im Koalitionsvertrag heißt, „Überwachungsgesamtrechnung“. Unsere Bevölkerung muss wissen, wie die Bedrohungslage ist. Und dann kann man auch schauen, dass, wenn die Dienste besser ausgestattet sind, unsere Sicherheitslage insgesamt verbessert. Die ist nicht gut.
    5 min
  • EU reguliert Künstliche Intelligenz: Das müssen Sie wissen
    Die Europäische Union hat sich im Frühjahr einheitliche Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz gegeben. Diese schärferen Regeln für Künstliche Intelligenz treten jetzt in Kraft. Die EU will damit auch weltweite Standards setzen. Das Gesetz gilt für alle, die KI-Systeme innerhalb der EU entwickeln, anbieten oder nutzen.
    Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz soll also in der EU sicherer werden. Wird Europa durch diese strengeren Regelungen abgehängt, in der technologischen Entwicklung im Vergleich zu den USA oder China? Darüber hat SWR-Aktuell Moderator Florian Rudolph mit Alexander Winkler gesprochen, KI-Experte aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.
    6 min
  • 40 Jahre "Bitte anschnallen!" Die spannende Geschichte des Gurts
    Dass man sich anschnallt, wenn man mit dem Auto unterwegs ist, gilt heute als selbstverständlich. Das war allerdings nicht immer so und freiwillig hat sich diese Sicherheitsmaßnahme in Deutschland nicht durchgesetzt. Seit dem 1. August 1984 muss man ein Bußgeld bezahlen, wenn man hierzulande unangeschnallt im Auto sitzt.
    Über die Einführung der Gurtpflicht hat sich SWR-Aktuell Moderator Florian Rudolph mit Siegfried Brockmann unterhalten. Er ist bei der Björn Steiger Stiftung verantwortlich für den Bereich Verkehrssicherheit und Vizepräsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates.
    6 min
  • Benachteiligte Schüler fördern: Was bringt das Startchancenprogramm?
    Deutschlandweit hat das Förderprogramm einen Finanzrahmen von bis zu 20 Milliarden Euro. Für Rheinland-Pfalz bedeutet das: 200 Brennpunkt-Schulen erhalten ab jetzt jährlich zusätzlich Millionenbeträge für die Ausstattung, für Fachkräfte oder Förderangebote in Deutsch und Mathematik. In Baden-Württemberg sollen Schulen mit zusätzlich 2,6 Milliarden Euro gefördert werden. In Rheinland-Pfalz soll es insgesamt 1 Milliarde Euro sein.
    Das Startchancen-Programm sei das größte und langfristigste Bildungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, sagte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) der Deutschen Presse-Agentur.
    Zahlen müssen relativiert werden
    Bildungsexperte Armin Himmelrath sagt im Gespräch mit dem SWR, zwar seien die angekündigten 20 Milliarden ein hoher Betrag – allerdings werde das Geld auf 10 Jahre verteilt. "Pro Jahr bleiben 2 Milliarden Euro übrig, die dann auch noch verteilt werden an 4.000 Schulen." Pro Schule seien es dann 500.000 Euro – immerhin: Eine halbe Million Euro zusätzlich – "da hat die Schule schon etwas in der Hinterhand und hat Chancen, damit tatsächlich etwas zu starten."
    Andererseits könnten die Schulen nicht frei über das Geld verfügen. Für welche Bereiche der Zuschuss ausgegeben werden dürfe, sei klar festgelegt. "Da wird es dann schon sehr kleinteilig."
    6 min
  • Gezielte Tötungen in Nahost: Wie wirkt sich das auf den Konflikt mit Israel aus?
    Auch wenn sich dazu noch niemand bekannt hat, spricht vieles dafür, dass Israel verantwortlich ist. Es ist das Vorgehen der gezielten Tötungen. Damit bekämpft Israel seine Erzfeinde wie Hisbollah und Hamas.
    Was diese Attacken für die Region bedeuten, darüber hat SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem mit Bente Scheller gesprochen. Sie ist Nahost-Expertin der grünennahen Heinrich-Böll-Stiftung.
    6 min
  • 80 Jahre Warschauer Aufstand: Darum ist das Gedenken so wichtig
    80 Jahre ist es her, dass sich in Polen die Menschen gewehrt haben gegen die grausamen Besatzer aus Deutschland, mit dem Warschauer Aufstand. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, etwa 200.000 Polen wurden getötet. Daran wird mit einem Staatsakt in Polen erinnert und dazu ist auch der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit einer Delegation ins Nachbarland gereist. Darunter ist der CDU-Politiker und frühere CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, Vorsitzender der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe im Bundestag. Seine Familie stammt aus Polen. Über die Bedeutung dieser Reise und die Erinnerung an den Warschauer Aufstand hat sich Paul Ziemiak mit SWR Aktuell-Moderator Gerhard Leitner unterhalten.
    7 min
  • Einsturz von Supermarktdach: Wie kann so etwas passieren?
    Nach dem Einsturz eines Supermarktdaches in Ratzeburg in Schleswig-Holstein laufen die Ermittlungen. Bei dem Unglück waren am Dienstagnachmittag zwölf Menschen leicht verletzt worden. Wie eine Sprecherin der Polizei berichtet, gab es wohl vor dem Einsturz ein lautes Knacken. Der stellvertretende Filialleiter habe daraufhin alle Mitarbeiter und Kunden des Supermarkts aufgefordert, sofort das Gebäude zu verlassen. Zum Zeitpunkt des Einsturzes seien deshalb kaum noch Personen im Supermarkt gewesen. Wie so etwas passieren kann, hat SWR Aktuell-Moderator Florian Rudolph von Axel Bißwurm wissen wollen, er ist Vorstandsmitglied in der Bundesvereinigung der Prüfingenieure für Bautechnik.
    6 min
  • Schwimmen in Flüssen im Sommer: Eine große Gefahr?
    Einfach mal in den Fluss in der Nachbarschaft zu springen, um sich abzukühlen - das klingt verlockend. Aber es kann auch sehr gefährlich werden. Darüber hat SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem mit Luca Wernert gesprochen. Er ist Leiter der Verbandskommunikation bei der DLRG im Bezirk Karlsruhe.
    Gefahr durch Schifffahrt und Strömung
    Auch wenn die Wasserqualität der Flüsse durchaus gut sei, so Wernert, seien die Flüsse nur bedingt zum Baden geeignet. "Wo Baden behördlich nicht ausdrücklich erlaubt ist, würde ich davon abraten." Neben den gesundheitlichen Risiken, wie sie zuletzt in Paris in der Seine thematisiert wurden, gebe es noch weitere Gefahren.
    Die Strömung sei nicht zu unterschätzen. Sie sei von außen und besonders für ungeübte Augen nicht immer sichtbar. Dazu käme noch die Schifffahrt - gerade auf den großen Flüssen, den Bundeswasserstraßen. "Dort sind Schiffe und Boote unterwegs, die Sog und Wellenschlag erzeugen".
    Man käme ja auch nicht auf die Idee, auf einer Autobahn Tennis zu spielen. Warum dann in einer Bundeswasserstraße schwimmen?

    Quelle: Luca Wernert, DLRG

    Wer in einem Fluss trotz aller Warnungen doch in eine Strömung gerät, sollte vor allem Ruhe bewahren, so Luca Wernert. Gegen die Strömung anzuschwimmen, sei sehr anstrengend. "Deshalb gilt es, sich erstmal auf den Rücken zu drehen - mit den Füßen voraus." Sinnvoll sei es, um Hilfe zu rufen. Wer jedoch aus eigener Kraft zum Ufer zurückkehren muss, sollte in einem 45-Grad-Winkel mit der Strömung Richtung Uferkante schwimmen. "Das ist allerdings nur etwas für geübte Schwimmer."
    6 min
  • Wie interessant ist Deutschland für indische Fachkräfte?
    Warum sind indische Fachkräfte für den deutschen Arbeitsmarkt so attraktiv und wie könnte man ihnen das Leben und Arbeiten in Deutschland schmackhaft machen? Darüber hat SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem mit Prasad Chaudhari gesprochen. Er ist Geschäftsführer von GloreSoft, einer Firma für Fachkräfte-Vermittlung aus Indien.
    Interesse vor allem an produzierendem Gewerbe
    Laut Chaudhari ist das Interesse vor allem am produzierenden Gewerbe groß. Dazu gehören etwa die Automobil- oder Pharma-Industrie, die Chemiebranche oder der Maschinenbau. Ebenso hätten viele Inder Interesse am IT-Bereich oder am Gesundheitssektor. Wichtige Faktoren seien dabei bessere Perspektiven und ein höheres Einkommen in Deutschland.
    Dabei kämen auch Punkte zum Tragen, die eher die Rahmenbedingungen betreffen: Eine bessere Work-Life-Balance, eine nahezu kostenlose Bildung, das hervorragende Gesundheitswesen - außerdem sei es ein "Privileg" als Ingenieur oder als Naturwissenschaftler in Deutschland zu arbeiten, so Chaudhari weiter. "German Engineering" sei eine weltweite Marke.
    Politischer Wille zur Fachkräfteanwerbung ist vorhanden
    So viele positive Aspekte Chaudhari auch anspricht - einige Probleme gibt es dennoch: Zwar ist von der politischen und der wirtschaftlichen Seite der Wille vorhanden, möglichst schnell viele Arbeitskräfte nach Deutschland zu holen. Schwierig werde es allerdings oft bei der Vergabe der nötigen Visa. Die Vergabe dauere länger als geplant. Nachholbedarf gebe es auch bei der Anerkennung der Berufsabschlüsse.
    4 min

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