SWR Aktuell Im Gespräch

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SWR Aktuell Im Gespräch episodes

  • Schultoiletten: "Türsteher Plus" gegen Dreck und Vandalismus
    Schultoiletten sind vielfach das Gegenteil von Wellness-Feeling: In Varianten verdreckt, marode, kaputt, stinkend, verwüstet, unzureichend ausgestattet - und mitunter lässt auch die Privatsphäre zu wünschen übrig. Das will der 1. Deutsche Schultoilettengipfel ändern - eine Initiative der "German Toilet Organization". Zusammen mit der Bundesschülerkonferenz und dem Bundeselternrat lädt die Organisation zum Dialog zwischen Schule und Politik ein.
    Schulklos mit Vorbildcharakter
    Am Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss Mainz ist man schon einen Schritt weiter - hier herrscht Ordnung auf den Toiletten. Und zwar, weil einige Schülerinnen und Schüler das Problem selbst in die Hand genommen haben. Maxim Pötz, Schüler der 12. Jahrgangsstufe sagt: "Wir sind eine Art Türsteher Plus - wir sorgen dafür, dass in den Pausen alles zivilisiert zugeht". Wie das genau funktioniert, hat Maxim im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex erklärt.
    5 min
  • Marketingexperte: Reutlingens Schmäh-Kampagne gelungen
    "Ja", sagt der Marketing- und Kommunikationsexperte Wolfgang Gerstenhauer in SWR Aktuell: Reutlingen sei, anders als Tübingen keine bekannte Touristendestination. "Jetzt ist Reutlingen plötzlich in aller Munde - und das hat diese Kampagne auf eine humorvolle selbstironische Art und Weise bewirkt." Im Prinzip zeigten die Reaktionen der Leute, dass Reutlingen trotzdem geliebt werde, auch wenn die Kampagne das Gegenteil aussagen würde.
    "Auch negative Nachrichten können gute Werbung sein."
    Er habe zuerst gelernt, dass man keine negative Werbung machen dürfe, so der Marketingexperte. "Aber im Endeffekt werden solche Grundsätze eben ausgehöhlt, um interessant zu werden. Also auch negative Nachrichten können gute Werbung sein." Ob er es generell für gelungen hält, mit Schwächen die Stärken betonen zu wollen, sagt Wolfgang Gerstenhauer im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich.
    5 min
  • Abenteurer sticht in See und sammelt Daten für Klimaschutz
    Seit 9 Jahren unternimmt Arved Fuchs diese Expedition für die Wissenschaft mit seinem fast 100 Jahre alten Segelschiff. Ziel ist das europäische Nordmeer sowie die Bäreninsel zwischen Nordkap und Spitzbergen in der Barentssee. Ziel sei es, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren für das, was auf und um die Ozeane herum passiert, sagt Fuchs in SWR Aktuell.
    Interessierte kommen via Internet mit auf die Reise
    Gleichzeitig haben wir den Schulterschluss mit der Wissenschaft gesucht und sind entsprechend mit digitaler Messtechnik ausgestattet, so dass wir einerseits Daten sammeln können und andererseits ein interessiertes Publikum über unsere Webseite auf die Reise mitnehmen können.

    Quelle: Arved Fuchs, Buchautor und Abenteurer

    Welche Daten gesammelt werden, was die Wissenschaft daraus schließen kann und weshalb er für den Schutz der Meere wirbt, darüber hat Arved Fuchs mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich gesprochen.
    8 min
  • Bildungsbericht 2024: Eigentlich hakt es überall
    Kai Maaz vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) ist einer der Autoren der Studie. Aus seiner Sicht sind Geld und Personal zwar die Hauptknackpunkte, aber eigentlich hakt es überall: "Absolut richtig. Wir haben an verschiedenen Stellen große Bedarfe, und das Problem ist, dass erst im Zusammenwirken der Bedarfe eigentlich die Herausforderungen wirklich sichtbar werden, um das Bildungssystem fit zu machen für die Zukunft."
    Am guten Willen fehlt es nicht
    Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Zelt räumt Maaz ein, dass es durchaus sehr viele Programme und Maßnahmen gibt, dass es auch in den letzten Jahren viele Reformen gab, es fehle aber die Koordination: "Das Entscheidende ist, dass (…) die verschiedenen Dinge noch nicht hinreichend zusammen gedacht werden. (…) Wir müssen zwar neue Dinge entwickeln aber auch die Dinge, die schon im System sind, wirklich aufeinander abstimmen."
    Viele Probleme lassen sich nicht von heute auf morgen lösen
    Auch wenn man Geld in die Hand nimmt, haben einige Herausforderungen einen langen Nachlauf, so der Bildungsexperte. Er erklärt das am Beispiel Kita-Plätze: "Selbst wenn die Finanzen da sind, (…) dann braucht es Räumlichkeiten und dann braucht es Personal." Generell ist für Maaz die frühkindliche Bildung eine der wichtigsten Baustellen. Dort müssten mehr Angebote geschaffen werden, vor allem für Familien mit Migrationshintergrund. Bei denen habe sich die Bildungsbeteiligung der Drei- bis Sechsjährigen sogar verringert: "Das heißt, wir müssen überlegen, wie kommen wir an die Familien heran, um sie dann auch davon zu überzeugen und zu motivieren, ihre Kinder in die Kindertageseinrichtungen zu bringen?"
    Angesichts der vielen Problemfelder im deutschen Bildungssystem erwartet Maaz von der Politik vor allem "Priorisierung, an welchen Stellen man beginnt und wo man zunächst den Fokus hinlegt."
    7 min
  • Nach Ukraine-Konferenz: Wie kann es weitergehen?
    „Diese Konferenz für die Vorbereitung eines Friedens war wichtig, um auszuloten, mit welchen Staaten man auf der Basis der UN-Charta möglicherweise eine Konstellation schaffen kann für spätere Friedensverhandlungen, denen sich auch Russland nicht entziehen kann.“

    Quelle: Wilfried Jilge, Historiker und Experte für Russland und die Ukraine

    Dass Staaten wie Indien oder Südafrika die Abschlusserklärung nicht unterzeichnet haben, ist für Jilge ein Manko, "aber es war trotzdem gut, dass sie [an der Konferenz] teilgenommen haben". Diese Abschlusserklärung, in der klare Forderungen an Russland gestellt werden, kann aus seiner Sicht „ein erster Schritt für weitere Verhandlungen“ sein.
    Diplomatie und militärische Unterstützung
    Jetzt sei es wichtig, weitere Strategien zu entwickeln – ohne überzogene Erwartungen. Dabei müsse aber die Ukraine weiter konsequent militärisch unterstützt werden, denn Putin werde "nur an den Verhandlungstisch kommen, wenn ihm seine Militärs sagen, er wird seine Ziele in der Ukraine nicht erreichen."
    China unterstützt Russland
    Die Rolle Chinas sieht Jilge – trotz gegenteiliger Behauptungen – nicht neutral sondern eher als Unterstützer Russlands: "Es liefert Technologie, stärkt die russische Wirtschaft (…) und meint, von der Auseinandersetzung zu profitieren." Deshalb brauche es jetzt „einen langen Atem und gut durchdachte Konzepte“. Denn "wenn Staaten wie China oder andere sehen, dass die Unterstützer-Koalition der Ukraine einheitlich an Bord bleibt, werden sie sich auch irgendwann möglicherweise auf Schritte zu konkreten Verhandlungen einlassen", so der Russland- und Ukraine-Experte im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Albrecht Ziegler.
    5 min
  • Kälte und Regen: Schlechte Stimmung bei Winzern in RLP
    Trotz Erderwärmung war vor allem der April in diesem Jahr bei uns eher kalt, und die letzten Wochen sehr regnerisch. Das sorgt bei den Winzern in Rheinland-Pfalz für schlechte Stimmung. Der Vizepräsident des Weinbauverbands Rheinhessen, Martin Fischborn, erklärt im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex, welche Auswirkungen die immer noch kühlen Nächte für die Entwicklung der Reben und den Weinertrag haben.
    Der Frost in diesem Jahr sorgt auch im nächsten Jahr noch für Einbußen

    Quelle: Martin Fischborn, Vizepräsident des Weinbauverbands Rheinhessen

    7 min
  • NGO: Lebensmittel-Abfälle vermeiden beginnt schon beim Einkauf
    Mörsen fordert in SWR Aktuell unter anderem eine bessere Aufklärung: Zum Beispiel deutliche Hinweise auf Lebensmittelverpackungen, dass Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht haben, noch genießbar seien.
    Es wird einfach sehr viel gekauft, was später nicht verzehrt wird und im Kühlschrank schlecht wird. Das hat auch damit zu tun, wie eingekauft wird - und wie gut dabei geplant wird. Da fehlen leider ein bisschen die Erfahrungen.

    Quelle: Theresa Mörsen, NGO "Zero Waste Europe"

    In der EU-Richtlinie würden zum Beispiel bei Handel und Gastronomie keine genauen Vorgaben gemacht, wie der Abfall zu reduzieren sei, kritisierte Mörsen. Vorschläge würde es geben, beispielsweise wie Verbraucher besser aufgeklärt weden sollten oder effizientere Lieferketten - "aber wie das genau funktionieren soll und wer dafür verantwortlich ist, müssen die Mitgliedsstaaten selbst umsetzen."
    Wie sich ihrer Meinung nach Lebensmittelabfälle noch reduzieren lassen und weshalb Aufklärungskampagnen bisher offenbar zu wenig bringen, darüber hat SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich mit Theresa Mörsen gesprochen.
    5 min
  • Ernährungstipp: Heißhunger - woher kommt er, was hilft dagegen?
    Heißhunger ist eigentlich eine ganz gute Funktion

    Quelle: Anna Dandekar, Ernährungsexpertin

    SWR Aktuell: Heißhunger ist ja mehr als einfach nur Appetit. Was ist denn der Auslöser für diese extreme Lust auf was ganz bestimmtes? Was macht da im Körper „Klick“?
    Anna Dandekar: In der Regel wird Heißhunger oder auch Hunger allgemein durch ein sehr komplexes Zusammenspiel von verschiedensten Hormonen und Vorgängen im Körper gesteuert. Also wir können ja alle das Insulin, das mit dem Blutzucker zusammenhängt. Aber es gibt auch noch andere, zum Beispiel Ghrelin oder Leptin. Und die spielen eine ganz große Rolle bei der Appetitregulierung, und die Auslöser können bei Heißhunger wirklich sehr unterschiedlich sein. Sehr oft ist es der Blutzuckerspiegel, der auf einmal zu niedrig ist. Der fällt dann unter einem gewissen Schwellenwert, und danach werden dann verschiedene Reaktionen ausgelöst, die dann im Umkehrschluss zu Hunger führen. Und es ist ja eigentlich ein ganz ursprünglicher Instinkt ist: Wenn eben der Blutzuckerspiegel zu niedrig ist, wenn die Nahrung wenig ist, bekommt man sofort Hunger und sucht sofort irgendetwas – das ist eigentlich eine ganz gute Funktion. Und heutzutage, wo wir ganz viel Zucker und Fett schnell zur Verfügung haben, geht das sehr schnell ins Blut, geht aber schnell wieder raus. Und dann setzt eben genau dieser Heißhunger ein, der uns früher eigentlich mal das Leben gerettet hat.
    SWR Aktuell: Der Blutzucker ist das Eine. Aber es passiert auch bei bestimmten Gewürzen, zum Beispiel Curry: Egal, ob Linsengericht oder als Wurst, wenn ich diesen Heißhunger auf Curry habe - geht es meinem Körper dann eigentlich um das Gewürz oder um das Grundnahrungsmittel?
    Alle Geschmacksnerven anregen, um das Hungergefühl wirklich gehen lassen zu können
    Dandekar: Curry ist ein tolles Beispiel. In dieser indisch-ayurvedischen Küche, woher das Curry ja kommt, denkt man, dass man Heißhunger vermeiden kann, indem man einem Gericht möglichst alle Geschmacksrichtungen hinzufügt. Ein gutes Curry ist deswegen auch ein bisschen süß, es ist ein bisschen bitter, etwas salzig, sauer und vor allem deftig, also dieser Geschmack von Umami. Das regt dann eben all unsere Geschmacksnerven auf der Zunge an. Und es kann eben auch sein, dass wir einmal all diese Geschmacksnerven anregen müssen, um wirklich zufrieden zu sein und dieses Hungergefühl dann auch wirklich gehen lassen zu können. Und außerdem enthält Curry auch Gewürze, die den Kreislauf anregen und wärmen. Und das kann bei Unterzuckerung auch vom Körper vorgezogen werden. Und wenn man jetzt zum Beispiel an die Wurst denkt, da könnte es jetzt auch um das Protein gehen. Das kann auch sein, dass der Körper dafür einen bestimmten Hunger entwickelt.
    SWR Aktuell: Man kann ja kaum widerstehen… aber wenn ich diesen Heißhunger-Gefühl nachgebe, ist das dann auch ein deutliches Zeichen dafür, dass mein Körper eben genau dieses Lebensmittel jetzt braucht?
    Dandekar: Bei diesen zucker- und fetthaltigen Sachen würde ich jetzt mal generell eher Nein sagen. Weil Heißhunger eben sehr viele unterschiedliche Gründe haben kann, sollte man erst mal versuchen herauszufinden, woran das dann gerade bei einem liegt. Es kann an Unterzuckerung liegen, es kann auch an Schlafmangel liegen. Es kann, wenn es ganz schlimm ist, sogar an einer Krankheit wie Diabetes liegen. Es kann aber auch einfach ein Nährstoffmangel vorliegen. Nach schweißtreibenden Sport habe ich zum Beispiel auch sehr starken Hunger auf Obst. Und da denke ich, dass mein Körper auf jeden Fall diese Mineralien, das Wasser und auch ein bisschen den Fruchtzucker braucht, die Energie. Aber es gibt auch andere Gründe, und die kennen wir, glaube ich alle. Wie Gewohnheit, die Lust, Langeweile oder ganz simpel, weil es einfach da ist, lecker ist - und man es eben gewohnt ist.
    SWR Aktuell: Oder weil im Fernsehen auch gerade gegessen wird.
    Dandekar: Genau, genau!
    SWR Aktuell: Nun gibt es diesen Mythos, dass vor allem Schwangere richtige Heißhungerattacken auf die wildesten Kombinationen haben Blumenkohl mit Vanille oder Gewürzgurken zum Frühstück. Sind es da die Hormone, oder gibt es dafür tatsächlich einen nachvollziehbaren Grund?
    Dandekar: Wir wissen tatsächlich auch noch nicht ganz genau, woran das liegt. Die Ernährungswissenschaft vermutet sehr stark, dass es an den verschiedenen Hormonen liegt. Östrogen und Progesteron, die in der Schwangerschaft Jahren eine Rolle spielen, spielen auch eine Rolle eben bei der Appetitregulierung. Und es kann natürlich auch sein, dass verschiedene Nährstoffe noch gedeckt werden müssen, die dann eben mit Salzigem in Kombination mit Süßem besonders gut zur Geltung kommen - und die der Körper deswegen essen will.
    SWR Aktuell: Süß oder fettig oder salzig - viele Heißhunger-Kandidaten sind nicht unbedingt die gesündesten: Schokolade, Chips, Pommes, um nur ein paar Klassiker zu nennen. Kann ich dieses Gefühl austricksen, also den Heißhunger befriedigen und trotzdem die ungesunde Kalorienbombe umgehen?
    Ich versuche, in mich hineinzuspüren, was ich jetzt wirklich brauche
    Dandekar: Was ich immer als Erstes mache, ist ein großes Glas Wasser zu trinken. Das ist eigentlich fast nie verkehrt. Und manchmal tarnt sich Durst auch als Hunger. Und dann stelle ich mir die Frage, wenn ich dann nach dem Wasser immer noch Hunger habe: Habe ich jetzt wirklich Hunger oder nur Lust? Und wenn es immer noch richtiger Hunger ist, dann versuche ich, in mich hineinzuspüren, was ich jetzt wirklich brauche, und stelle mir verschiedene Lebensmittelgruppen vor. Zum Beispiel eben etwas Proteinhaltiges wie Linsen oder Wurst oder Fleisch oder kohlehydratreiche Sachen wie Nudeln, Kartoffeln, etwas Salziges, etwas Wässriges. Ich versuche, so herauszufinden, was mein Körper gerade braucht. Aber ja, wenn man wirklich ganz ehrlich ist und dann wirklich immer noch Lust auf etwas Salziges oder was Ungesundes hat, dann hilft wirklich nur, das nicht zu Hause zu haben, sondern gesunde Alternativen griffbereit zu haben. Also eine Schale mit Nüssen, aufgeschnittenes Obst, Naturjoghurt, hartgekochtes Ei, also alles, was sich schnell zur Verfügung habe, kann dann den Körper stillen. Und dann kann ich vielleicht noch eine vernünftige Entscheidung treffen, bevor die Hormone überhandnehmen.
    6 min
  • Hochwasser, Erdbeben, Vulkanausbruch: Tipps zur Elementarschadenversicherung
    Die Unwetter mit massiven Niederschlägen und in der Folge mit katastrophalen Überflutungen in Süddeutschland - sie haben der Debatte um eine Pflichtversicherung für Hausbesitzerinnen und -besitzer gegen Elementarschäden wieder Auftrieb verschafft. Es geht dabei um Schäden, die eine Immobilie elementar schädigen - also die Überflutung ganzer Stockwerke oder die Zerstörung durch Naturgewalten. Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann ist für so eine Pflichtversicherung. Was sie in der konkreten Umsetzung für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeuten könnte, darüber hat SWR-Aktuell-Moderator Sebastian Felser mit Saidi Suliatu gesprochen. Er ist Chefredakteur beim Geld-Ratgeber "Finanztip".
    4 min

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