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Optimismus und Pessimismus sind beides Verstimmungen. Gebildete Hoffnung ist mehr als positiv denken, sagt die Praktische Theologin Regina Polak. Denn in den Erzählungen der Bibel können wir zuschauen, wie Menschen unter widrigsten Umständen hoffen und hoffen lernen. Ein Gespräch über Migration, Klagen, Leiden – und die Kraft, die daraus erwachsen kann.
Darf man bei dieser Nachrichtenlage ein Gespräch über die Freude senden?, haben wir uns gefragt. Ja! Würde die Philosophin und Theologin Isabella Guanzini antworten. Sie begreift Freude nicht als privates Erlebnis, sondern als tiefe Resonanz, in der wir wahrnehmen, wie die Welt sein soll und wie sie gerade nicht ist – und somit als der Kern jeder Revolte. Und weil traurige und melancholische Menschen leichter zu lenken sind, ist die Freude auch ein politischer Akt.
Unvermischt und ungetrennt sind bei Christian Lehnert die Dichtung und das Sprechen über Gott als Theologe. Beide bewegen sich zwischen Sagbarem und Unsagbarem, zwischen selber losgehen und kommen lassen. Deswegen begrüßt uns Lehnert zum Gespräch mit dem Satz: „Ich habe etwas mitgebracht, aber das Mitgebrachte ist irgendwie nicht vorhanden.“
Ludwig Böhme ist Sänger und Dirigent. Von klein auf singt er im Gottesdienst – als Chorknabe des weltberühmten Thomanerchors, später gründet er das Vokalensemble CALMUS: „Es geschieht, es kommt der richtige Moment, wann das Stück losgeht.“ In diesem Gespräch geht es um die Stille und ums Anfangen, ums Singen und um das Neue, das erst aus der Wiederholung entsteht.
„Ich habe eine Ahnung von einer Fülle, von einer Gerechtigkeit, von einer Würde, und aus der lebe ich… und ich kann gar nicht anders, als dass ich wünsche, dass die anderen auch diese Erfahrung machen.“ Wie diese Ahnung sie ermutigt und in Gang setzt, schilderte die Ordensfrau Susanne Schneider, als wir sie in München zum Gespräch besucht haben: „Es ist immer ein Wagnis. Aber wenn ich oft genug in der Luft gelaufen bin, dann traue ich dem immer mehr.“
„Was fürchtest du, Herodes? Christus kommt und will dir doch nichts nehmen.“ Diese Frage aus dem Stundengebet sprach Philip Geister an. Dabei ist die Angst des Kindermörders von Betlehem doch völlig nachvollziehbar. Kann der Retter der Welt retten, ohne die Mächtigen vom Thron zu stürzen? Und tut der Sturz vom Thron nicht weh? „Du musst, um frei zu sein, um das eine zu machen, das andere einfach lassen. Aber das ist durchaus eine befreiende Erfahrung.“
Thomas Hirsch-Hüffell hat es erlebt: „… ich stehe da und das Ganze, also das All, das Ganze und ich sind dasselbe. Und gleichzeitig komplett unterschieden. Also das Ganze ist das Ganze und ich bin mehr Ich denn je.“ Seither versucht er Räume zu schaffen, in denen man dem Geheimnis begegnet. Wenn das Ganze, nämlich Gott, also der ganze Kosmos, auf einem einzelnen Gesicht erscheinen kann – dann ist das möglich. Oder?
„Das war eine mußevolle Stunde“, sagte der Philosoph und Theologe Holger Zaborowski am Ende unseres letzten Gesprächs der ersten Staffel. Dabei erscheint Muße erstmal erklärungsbedürftig. In der Muße sind wir selbstvergessen und deshalb ganz da. Wie konnte es geschehen, dass diesen Begriff immer weniger Menschen verstehen?
Zeit ist immer gleich und immer anders. Wo ich in meiner Zeit stehe, weiß ich nicht. Durch die Seitentür werden wir ins Theater des Lebens geschubst, das Stück hat schon lange begonnen und wir müssen uns zusammenreimen, was vorher war und worum es geht. An Ostern, in der Passionszeit oder an Weihnachten binden wir vergangene Zeit, Gegenwart und Zukunft ganz selbstverständlich zusammen, wenn wir sie uns wieder holen. Was ist Zeit?, fragt Stefanie Rabe, Zeiten-Forscherin und Pfarrerin.
10. Februar 1990: Während in Europa der Eiserne Vorhang gefallen ist, hält Nelson Mandela seine erste große Rede seit seiner Freilassung vor mehr als 100.000 Zuhörern. Der Weg Südafrikas in eine neue Zukunft ohne Apartheid beginnt. Die Zukunft darf, darüber ist man sich einig, nicht am Leid der Opfer vorbeiführen. Der Theologe Ralf Wüstenberg begegnet dem schmerzhaften Prozess der Wahrheits- und Versöhnungskommission 1996. Und der lässt ihn nicht mehr los.
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