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Vielleicht merkt Heidi auch jetzt, wo ihre “kleine” Tochter Leni alt genug fürs Modeln ist, dass die extrem limitierenden Bedingungen der Branche selbst für sie Nachteile haben können.
Außerdem, hat vielleicht mal wer daran gedacht, dass jetzt Frauen ü 50 bei gntm sind, damit sich Heidi nicht so alt fühlt? Sie wird ja selbst nächstes Jahr 50…
Ne, im Ernst. Die Diskussion über die Glaubwürdigkeit der Diversität ist wichtig, aber lenkt auch ein bisschen davon ab, dass bei der Sendung noch weit aus mehr schief läuft.
Liebe Heidi, wir müssen reden!
Redaktion: Bianca Jankovska und Hannah Pfeiffer
Als ich im Sommersemester 2021 anfing, an der TU Dresden zu studieren, war Nadia zeitgleich in den Niederlanden. Ja, während des Lockdowns!
Aber die Pandemie war nicht das Einzige, das uns in diesem heftigen Jahr zu schaffen machte. Wir hatten beide unser gewohntes Umfeld verlassen, um uns 24/7 mit harten, juristischen Inhalten vollzustopfen wie Weihnachtsgänse. Die fachliche Herausforderung, kombiniert mit einem Umzug und dem Druck, diesen Abschluss – komme was wolle – innerhalb eines Jahres fertig zu bringen, brachte sowohl Nadia als auch mich an unsere psychischen Grenzen.
Deshalb haben wir diese längst überfällige Episode aufgenommen. Um allen, die ähnliche Pläne haben, eine ordentliche Portion Realismus zu servieren.
Ob es sich trotzdem gelohnt hat, die Strapazen auf sich zu nehmen?
Am 15. April 2012 wurde die erste Folge der HBO-Serie GIRLS ausgestrahlt. Das ist unfassbare 10 Jahre her! Es ging darum, sich selbst zu finden, die Komplexität von Freund*innenschaften, scheiß Jobs und weirde Typen.
Seitdem ist viel passiert. BLM hat Rassismus ins Gedächtnis der weißen Dominanzgesellschaft gebracht, #metoo hat Fragen über Consent und Machtmissbrauch aufgeworfen.
In den letzten zehn Jahren kamen nicht nur fünf weitere Staffeln von Girls, sondern extrem viel harte Kritik – zu nackt, zu weiß, zu privilegiert. Es gab kaum ein Medium, das nicht irgendwann einen Lena-Dunham-nervt Artikel publizierte. War das wirklich notwendig?
Bianca und Hannah fragen sich: Wie re-watcht sich Girls angesichts der massiven Kritik eigentlich heute?
In dieser Episode sprechen Esther und Bianca über den aktuell wohl besten Forenthread des Internets. Er heißt: ANTIWORK und ist auf Reddit zu finden.
Der Subreddit ANTIWORK ist deshalb so wichtig, weil er einen Safe Space für all jene bietet, die keine Lust auf Erwerbsarbeit für den Rest ihres Lebens haben. Und vor allem: diesen Wunsch dort auch artikulieren können, ohne als „faules“ Pack denunziert zu werden. Das ist das wirklich Neue an der ganzen Sache: Es geht nicht darum, wie man am schnellsten einen neuen Job findet (#bewerbungscoaching), sondern wie es gelingt, Arbeit zu dezentrieren. Und nein, das ist natürlich nicht immer einfach – oder gar möglich.
Artikel: "Sie kündigen in Massen"
Am 20. März ist die Homeofflicht-Pflicht in Deutschland ausgelaufen. Einen Rechtsanspruch auf das Arbeiten im Homeoffice gibt es bisher nicht. Das heißt: wird vom Arbeitgeber nichts anderes kommuniziert, müssen viele Arbeitnehmer wieder ins Office.
Das ist einerseits natürlich schrecklich. Andererseits scheint es, als hätten wir bei all den durchgesessenen Jogginghosen und weggeworfenen Pizza-Schachteln vergessen, dass das Homeoffice für viele arbeitsbedingte Probleme keine wirkliche Lösung ist.
Bei all der Euphorie ums Längerschlafen und weniger kontrolliert werden, haben wir übersehen, dass Arbeiten im Homeoffice auch Ausbeutung von Arbeitnehmern bedeuten kann. Dafür muss man tatsächlich nicht ins Office gehen. Warum wir das so sehen? Erfahrt ihr in dieser Episode von Death, Taxes and Neglecting my Fitness.
Ich bin Bianca Jankovska, und habe meine Wohnung seit 27 Wochen nicht mehr verlassen.
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