Thorax Schweiz: Der Podcast

Thorax Schweiz: Der Podcast

By Tariq Abu-Naaj & Dr. med. Roland KusterScienceMedicineHealth & Fitness
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Thorax Schweiz: Der Podcast episodes

  • #77 Spitalhygiene: Sicherheit, die man nicht sieht
    Spitalhygiene: Sicherheit, die man nicht siehtWer an Spitalhygiene denkt, hat häufig zuerst Händedesinfektionsmittel, Schutzmasken und saubere Patientenzimmer vor Augen. Doch hinter einer wirksamen Infektionsprävention steckt erheblich mehr: klare Abläufe, kontinuierliche Schulungen, die Überwachung von Infektionsraten, bauliche und technische Vorgaben sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit Antibiotika.
    Die Arbeit der Spitalhygiene findet häufig im Hintergrund statt. Ihre Wirkung betrifft jedoch alle Bereiche eines Spitals – und trägt wesentlich zur Sicherheit von Patientinnen und Patienten sowie der Mitarbeitenden bei.In dieser Folge des Thorax-Schweiz-Podcasts sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj mit Marc Frieseüber die vielfältigen Aufgaben moderner Spitalhygiene.
    Unser GastMarc Friese ist Leiter der Fachstelle für Spitalhygiene und Infektionsprävention der Hirslanden Kliniken Zürich. Seinen beruflichen Weg begann er in der Pflege. Nach Tätigkeiten in der Intensiv- und Notfallpflege spezialisierte er sich auf Infektionsprävention und Spitalhygiene. Heute verbindet seine Arbeit medizinische, mikrobiologische, technische, organisatorische und pädagogische Aufgaben.Gerade diese Vielfalt macht das Fachgebiet für ihn besonders interessant: Die Spitalhygiene arbeitet mit nahezu allen Berufsgruppen eines Spitals zusammen – von der Reinigung und Pflege über die Ärzteschaft bis zur Klinikdirektion.Spitalhygiene ist HygienemanagementDie Händedesinfektion bleibt eine der wirksamsten und wichtigsten Massnahmen zur Vermeidung von Erregerübertragungen. Moderne Spitalhygiene geht jedoch deutlich darüber hinaus.Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem:
    • Entwicklung und Überwachung von Hygienerichtlinien
    • Schulung und Beratung der Mitarbeitenden
    • Erfassung und Bewertung von Infektionen
    • Überwachung und Bekämpfung multiresistenter Erreger
    • Wasser-, Umwelt- und Bauhygiene
    • Begleitung medizinischer und pflegerischer Prozesse
    • Beratung bei Bau- und Umbaumassnahmen
    • Ausbruchsmanagement
    • Erhebung und Auswertung hygienerelevanter Kennzahlen
    • Schutz von Patientinnen, Patienten und Mitarbeitenden
    Die Fachstelle für Spitalhygiene der Hirslanden Kliniken Zürich erarbeitet Massnahmen zur Vermeidung von Infektionen und Erregerübertragungen, begleitet deren Umsetzung und unterstützt die Mitarbeitenden durch regelmässige Schulungen und Beratungen. Warum die Anforderungen im Spital besonders hoch sindViele stationär behandelte Patientinnen und Patienten sind älter, haben mehrere Erkrankungen oder verfügen über ein geschwächtes Immunsystem. Gleichzeitig ermöglicht die moderne Medizin immer komplexere und invasivere Behandlungen.Bei Operationen, Kathetern, Beatmungen und anderen medizinischen Verfahren werden natürliche Schutzbarrieren des Körpers überwunden. Dadurch können zusätzliche Infektionsrisiken entstehen. Je komplexer die medizinischen Möglichkeiten werden, desto wichtiger ist deshalb eine ebenso professionell organisierte Infektionsprävention.Was sind nosokomiale Infektionen?Als nosokomial werden Infektionen bezeichnet, die im Zusammenhang mit einer Behandlung in einer Gesundheitseinrichtung entstehen. Dazu können beispielsweise gehören:
    • Wundinfektionen nach einem operativen Eingriff
    • Lungenentzündungen
    • Harnwegsinfektionen
    • Blutstrominfektionen
    Solche Infektionen lassen sich trotz umfangreicher Schutzmassnahmen nicht vollständig verhindern. Entscheidend ist, dass sie systematisch erfasst, bewertet und möglichst früh erkannt werden.Eine nationale Erhebung von Swissnoso aus dem Jahr 2022 zeigte, dass zum Zeitpunkt der Untersuchung 5,9 Prozent der Patientinnen und Patienten in den teilnehmenden Schweizer Spitälern von einer healthcare-assoziierten Infektion betroffen waren. Marc Friese betont im Gespräch deshalb einen wichtigen Punkt: Ein Spital, das offen mit Infektionsraten umgeht und diese kontinuierlich überwacht, schafft die Grundlage für gezielte Verbesserungen. Das Auftreten einzelner Infektionen bedeutet nicht automatisch, dass die Hygiene schlecht funktioniert.Daten, Monitoring und AuditsEine professionelle Spitalhygiene benötigt verlässliche Daten. Dazu werden unter anderem Infektionsraten und die Umsetzung der Händehygiene erfasst.Zeigen die Daten Veränderungen oder Auffälligkeiten, kann die Fachstelle gezielt reagieren. Mögliche Massnahmen sind:
    • Beobachtung und Analyse der betreffenden Arbeitsabläufe
    • Überprüfung bestehender Hygienerichtlinien
    • zusätzliche Schulungen
    • Anpassung von Materialien und Prozessen
    • engmaschigere Überwachung bestimmter Infektionen
    • Unterstützung der betroffenen Station oder Abteilung
    Audits und Beobachtungen dienen dabei nicht der Suche nach Schuldigen. Sie sollen zeigen, an welchen Stellen im Arbeitsalltag Verbesserungen möglich sind.Partner und Coach statt „Hygienepolizei“Spitalhygiene wird von Mitarbeitenden gelegentlich als kontrollierende Instanz wahrgenommen. Marc Friese sieht sein Team jedoch ausdrücklich in einer anderen Rolle: als Partner, Berater und Coach.Hygienemassnahmen müssen im oft anspruchsvollen Klinikalltag zuverlässig funktionieren. Dazu reicht es nicht, Richtlinien zu schreiben oder Vorschriften zu erlassen. Die Fachpersonen müssen gemeinsam mit den Mitarbeitenden verstehen, weshalb ein Ablauf möglicherweise nicht wie vorgesehen umgesetzt wird und wie er verbessert werden kann.Ein wichtiger Bestandteil dieser Zusammenarbeit sind regelmässige, praxisnahe Schulungen. Statt langer theoretischer Einheiten setzt das Team unter anderem auf kurze Schulungen in Rapporten und Teamsitzungen. So können aktuelle Fragen direkt aufgegriffen und konkrete Situationen aus dem Arbeitsalltag besprochen werden.Hygiene schützt auch die MitarbeitendenInfektionsprävention dient nicht ausschliesslich der Patientensicherheit. Sie schützt auch Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachpersonen und alle weiteren Mitarbeitenden eines Spitals.Neben der Händedesinfektion spielen dabei beispielsweise Stich- und Schnittverletzungen eine wichtige Rolle. Wenn sich eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter an einer bereits verwendeten Kanüle oder einem Instrument verletzt, wird der Vorfall systematisch erfasst und analysiert.
    Dabei geht es um Fragen wie:
    • Wie ist die Verletzung entstanden?
    • Entspricht das verwendete Material den aktuellen Sicherheitsstandards?
    • Muss ein Arbeitsablauf verändert werden?
    • Könnte eine Schulung vergleichbare Ereignisse zukünftig verhindern?
    Aus einzelnen Vorfällen können so konkrete Verbesserungen für den Schutz aller Mitarbeitenden entstehen.Multiresistente ErregerEine der grössten zukünftigen Herausforderungen sieht Marc Friese in der zunehmenden Verbreitung multiresistenter Erreger. Dabei handelt es sich um Bakterien, gegen die mehrere Antibiotika nicht mehr ausreichend wirken.Patientinnen und Patienten mit bestimmten Risikofaktoren können deshalb gezielt untersucht werden. Dazu gehört beispielsweise ein vorangegangener Spitalaufenthalt im Ausland. Wird ein multiresistenter Erreger festgestellt, können zusätzliche Schutzmassnahmen erforderlich sein.Eine sogenannte Isolation bedeutet dabei nicht automatisch eine akute Gefahr. Sie dient vor allem dazu, eine Weiterverbreitung des Erregers zu verhindern. Dazu können ein Einzelzimmer oder zusätzliche Schutzkleidung beim engen Patientenkontakt gehören.Genauso wichtig ist ein gezielter und verantwortungsvoller Einsatz von Antibiotika. Dieses Vorgehen wird als Antimicrobial beziehungsweise Antibiotic Stewardship bezeichnet. Antibiotika sollen nur eingesetzt werden, wenn sie medizinisch notwendig sind – und dann möglichst passend zum jeweiligen Erreger.Welche Rolle spielen Patientinnen und Patienten?Auch Patientinnen und Patienten können zur Infektionsprävention beitragen. Sie dürfen Fragen stellen und das Behandlungsteam ansprechen, wenn sie unsicher sind.Hilfreich ist unter anderem:
    • die Empfehlungen zur Händehygiene zu beachten
    • Veränderungen an Wunden oder Zugängen frühzeitig zu melden
    • Hygieneregeln bei einer notwendigen Isolation einzuhalten
    • Informationen zu früheren Behandlungen oder Spitalaufenthalten vollständig weiterzugeben
    • bei Unklarheiten das Behandlungsteam oder die Spitalhygiene anzusprechen
    Die Hirslanden Kliniken Zürich bieten Beratung bei spitalhygienischen Fragen, Unterstützung bei Isolationen und die Beantwortung von Fragen bereits vor dem Klinikeintritt an. Kein Grund zur Angst vor einem SpitalaufenthaltNosokomiale Infektionen und multiresistente Erreger sind ernst zu nehmende Themen. Sie sollten jedoch nicht dazu führen, dass Patientinnen und Patienten aus Angst auf eine medizinisch notwendige Untersuchung oder Behandlung verzichten.Professionelle Spitalhygiene bedeutet, Risiken zu kennen, Entwicklungen kontinuierlich zu beobachten und auf Auffälligkeiten schnell zu reagieren. Patientensicherheit entsteht dabei nicht durch eine einzelne Massnahme. Sie ist das Ergebnis des täglichen Zusammenspiels aller Berufsgruppen.
    In dieser Folge erfahren Sie:
    • welche Aufgaben die moderne Spitalhygiene übernimmt
    • warum Händedesinfektion wichtig, aber nur ein Teil der Infektionsprävention ist
    • was unter einer nosokomialen Infektion verstanden wird
    • wie Infektionsraten erfasst und ausgewertet werden
    • welche Bedeutung Audits und digitale Daten haben
    • warum Spitalhygiene als Beratung und Coaching verstanden werden sollte
    • wie Mitarbeitende für Hygienemassnahmen sensibilisiert werden
    • welche Massnahmen Patientinnen, Patienten und Mitarbeitende schützen
    • wie mit multiresistenten Erregern umgegangen wird
    • warum ein verantwortungsvoller Einsatz von Antibiotika wichtig ist
    • welche Entwicklungen Marc Friese für die Zukunft erwartet
    • weshalb niemand aus Angst vor Infektionen einen notwendigen Spitalaufenthalt vermeiden sollte
    Wir bedanken uns herzlich bei Marc Friese für das offene Gespräch und die verständlichen Einblicke in ein Fachgebiet, dessen Arbeit häufig unsichtbar bleibt, für die moderne Medizin aber unverzichtbar ist.Weiterführende Informationen
    • Spitalhygiene der Hirslanden Kliniken Zürich
    • Informationen des Bundesamtes für Gesundheit zur Strategie NOSO



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    33 min
  • #76 Tuberkulose: Die unterschätzte Infektionskrankheit
    Tuberkulose: Die unterschätzte InfektionskrankheitEin unscheinbarer Laborraum, sterile Arbeitsflächen und hoch konzentrierte Arbeit: Hier entscheidet sich, ob in einer Patientenprobe Krankheitserreger nachgewiesen werden können. Gerade bei Tuberkulose ist diese diagnostische Arbeit besonders anspruchsvoll.
    Viele Menschen verbinden Tuberkulose mit vergangenen Jahrhunderten. Tatsächlich gehört sie jedoch weiterhin zu den bedeutendsten Infektionskrankheiten weltweit. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation erkrankten im Jahr 2024 schätzungsweise 10,7 Millionen Menschen an Tuberkulose; rund 1,23 Millionen Menschen starben daran. Auch in der Schweiz tritt die Erkrankung weiterhin auf – allerdings deutlich seltener als in vielen anderen Teilen der Welt. Das Bundesamt für Gesundheit spricht aktuell von rund 550 Erkrankungen pro Jahr. Doch wie wird Tuberkulose eigentlich diagnostiziert? Warum kann es mehrere Wochen dauern, bis ein Ergebnis sicher vorliegt? Und wie hoch ist das Ansteckungsrisiko in der Schweiz?Unsere Gästin
    Darüber sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj mit Dr. sc. nat. Bettina Schulthess. Sie ist:
    • Leiterin Mykobakteriologie am Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Zürich
    • Leiterin a.i. Mykologie
    • FAMH Mikrobiologie
    • Co-Leiterin des Nationalen Zentrums für Mykobakterien
    Mit ihrem Team untersucht sie Proben von Patientinnen und Patienten, bei denen der Verdacht auf Tuberkulose oder eine andere Infektion mit Mykobakterien besteht. Dabei arbeitet sie an der Schnittstelle von mikrobiologischer Diagnostik, Forschung, klinischer Medizin und öffentlicher Gesundheit.Weshalb Tuberkulose schwer nachzuweisen istMykobakterien unterscheiden sich in wichtigen Eigenschaften von vielen anderen Bakterien. Sie besitzen eine besondere Zellwand und vermehren sich aussergewöhnlich langsam. Während sich manche Bakterien unter günstigen Bedingungen bereits nach etwa 20 Minuten teilen, benötigen Mykobakterien dafür ungefähr 20 bis 24 Stunden.
    Das hat direkte Auswirkungen auf die Diagnostik. Beim sogenannten kulturellen Nachweis werden die Erreger im Labor vermehrt. Bis ein abschliessendes Ergebnis vorliegt, können deshalb bis zu acht Wochen vergehen.Für Patientinnen und Patienten sowie die behandelnden Ärztinnen und Ärzte ist diese Wartezeit eine grosse Belastung. Moderne PCR-Verfahren ermöglichen heute deutlich schneller erste verlässliche Ergebnisse. Sie weisen Bestandteile des Erbguts der Bakterien nach und können teilweise bereits Hinweise darauf geben, ob wichtige Antibiotika voraussichtlich wirksam sind.Mikroskop, PCR und kultureller NachweisBei einer vermuteten Lungentuberkulose wird häufig Sputum untersucht. Damit ist Material gemeint, das aus den tieferen Atemwegen abgehustet wird.Im Labor stehen mehrere diagnostische Verfahren zur Verfügung:
    • Mikroskopischer Nachweis der Bakterien
    • Nachweis des bakteriellen Erbguts mittels PCR
    • Vermehrung und kultureller Nachweis der Erreger
    • Untersuchung der Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Antibiotika
    • Genetischer Vergleich von Erregern zur Abklärung möglicher Infektionsketten
    Die verschiedenen Methoden ergänzen einander. Während PCR-Tests schnelle Ergebnisse liefern, bleibt der kulturelle Nachweis unter anderem für weiterführende Untersuchungen und eine umfassende Resistenzbestimmung wichtig.Wie ansteckend ist Tuberkulose?Tuberkulose wird über die Luft übertragen. Ein relevantes Ansteckungsrisiko besteht vor allem bei längerem und engem Kontakt mit einer Person, die an einer ansteckenden Lungentuberkulose erkrankt ist.Besonders betroffen können deshalb Menschen aus dem unmittelbaren Umfeld sein – beispielsweise Familienangehörige, enge Freundinnen und Freunde oder Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen. Eine kurze Begegnung bedeutet hingegen in der Regel noch kein hohes Ansteckungsrisiko.Da Tuberkulose in der Schweiz selten ist und die Beschwerden häufig unspezifisch sind, steht sie bei Husten oder allgemeinem Unwohlsein meist nicht an erster Stelle der möglichen Ursachen. Dennoch ist es wichtig, bei länger anhaltenden, ungewöhnlichen oder sich verschlechternden Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen.Antibiotikaresistenzen frühzeitig erkennenDie Behandlung einer Tuberkulose umfasst normalerweise mehrere Antibiotika und dauert häufig mindestens sechs Monate. Diese lange Behandlungsdauer ist notwendig, weil Mykobakterien langsam wachsen und zeitweise in eine Art Ruhezustand übergehen können.Eine besondere Herausforderung sind multiresistente Tuberkuloseerreger. Bei ihnen wirken wichtige Standardmedikamente nicht mehr ausreichend. Deshalb müssen Resistenzen möglichst früh erkannt und die eingesetzten Medikamente gezielt auf den jeweiligen Erreger abgestimmt werden.In der Schweiz treten resistente Formen vergleichsweise selten auf. Weltweit stellen sie jedoch ein erhebliches medizinisches Problem dar. Neue Antibiotika haben die Behandlungsmöglichkeiten verbessert. Damit diese Medikamente langfristig wirksam bleiben, müssen sie kontrolliert und resistenzgerecht eingesetzt werden.Arbeiten im HochsicherheitslaborDa im Labor mit ansteckenden Krankheitserregern gearbeitet wird, gelten umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen. Der Zugang ist streng geregelt, die Räume stehen unter Unterdruck und die Raumluft wird über spezielle Filter gereinigt.Die Mitarbeitenden tragen zusätzliche Schutzkleidung, Handschuhe und – abhängig von der jeweiligen Tätigkeit – Schutzmasken. Diese Massnahmen schützen sowohl das Laborpersonal als auch die Umgebung.Wie Bettina Schulthess erklärt, ist der Arbeitsalltag zwar stark strukturiert und reguliert, jedoch deutlich weniger dramatisch, als Hochsicherheitslabore häufig in Filmen dargestellt werden.
    In dieser Folge erfahren Sie:
    • weshalb Tuberkulose auch heute noch relevant ist
    • wie häufig die Erkrankung in der Schweiz vorkommt
    • welche Menschen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben können
    • wann eine Tuberkulose ansteckend ist
    • warum Mykobakterien diagnostisch besonders anspruchsvoll sind
    • wie Mikroskopie, PCR und kultureller Nachweis funktionieren
    • weshalb eine endgültige Diagnose mehrere Wochen dauern kann
    • welche Aufgaben das Nationale Zentrum für Mykobakterien übernimmt
    • warum Antibiotikaresistenzen frühzeitig erkannt werden müssen
    • wie die Behandlung einer Tuberkulose erfolgt
    • wie der Alltag in einem Hochsicherheitslabor aussieht
    • welche Fortschritte in Diagnostik und Therapie Hoffnung geben
    Ein Gespräch über eine Erkrankung, die in der Schweiz selten geworden ist, weltweit aber weiterhin Millionen Menschen betrifft – und über die wichtige Arbeit, die meist im Hintergrund stattfindet, bevor aus einem Verdacht eine gesicherte Diagnose wird.Wir bedanken uns herzlich bei Dr. sc. nat. Bettina Schulthess für die verständlichen Erklärungen und die Einblicke in ihre Arbeit.
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    23 min
  • #75 Pneumonie – behandeln, begleiten, entscheiden
    Pneumonie erkennen und Lebensqualität durch Palliative Care erhaltenEine Lungenentzündung kann Menschen jeden Alters treffen. Während sie bei manchen Patientinnen und Patienten vergleichsweise mild verläuft, kann sie insbesondere bei älteren oder immungeschwächten Menschen schnell zu einer ernsten Bedrohung werden. Ein Warnzeichen sollte dabei immer besondere Aufmerksamkeit erhalten: Atemnot.
    In dieser Folge des Thorax Schweiz Podcasts sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj mit 
    Dr. med. Dominik Schneider über zwei Themen, die auf den ersten Blick unterschiedlich erscheinen, im klinischen Alltag jedoch eng miteinander verbunden sind: 
    Pneumonie und Palliative Care.Dr. Schneider erklärt, wie eine Lungenentzündung entsteht, welche Symptome auf einen schweren Verlauf hinweisen können und warum Antibiotika nicht bei jeder Pneumonie helfen. Anschliessend sprechen wir darüber, was Palliative Care tatsächlich bedeutet, weshalb sie nicht erst am Lebensende beginnen sollte und wie sie Menschen mit schweren Lungenerkrankungen unterstützen kann.
    Podcast-InfokarteGast: Dr. med. Dominik Schneider
    Funktion: Chief Medical Officer & Chefarzt Medizin
    Fachgebiete: Innere Medizin, klinische Notfallmedizin und Palliative Care
    Institution: Spital Männedorf
    Hosts: Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj
    Themen: Pneumonie, Atemnot, Notfallmedizin, Palliative Care und Patientenverfügung
    Dauer: ca. 28 Minuten
    Darum geht es in dieser Folge
    • Was eine Pneumonie ist und welche Ursachen sie haben kann
    • Welche Symptome Patientinnen, Patienten und Angehörige ernst nehmen sollten
    • Wie bakterielle und virale Lungenentzündungen behandelt werden
    • Warum ältere und immungeschwächte Menschen besonders gefährdet sind
    • Was Palliative Care von einer rein krankheitsorientierten Behandlung unterscheidet
    • Warum Palliative Care frühzeitig einbezogen werden sollte
    • Wie Notfallmedizin, Intensivmedizin und Palliative Care zusammenarbeiten
    • Weshalb eine Patientenverfügung bereits in gesunden Zeiten sinnvoll ist
    Pneumonie: eine Entzündung mit unterschiedlichen UrsachenEine Pneumonie ist eine Entzündung des Lungengewebes. In den meisten Fällen wird sie durch eine Infektion ausgelöst. Verantwortlich können Bakterien, Viren und – deutlich seltener – Pilze sein. Auch nicht infektiöse Ursachen sind möglich, spielen im allgemeinen Sprachgebrauch jedoch eine geringere Rolle.Typische Beschwerden sind Fieber, Husten, Schüttelfrost, Atemnot und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Allerdings treten nicht bei allen Betroffenen sämtliche Symptome gleich stark auf. Gerade deshalb ist eine Lungenentzündung nicht immer leicht zu erkennen.Dr. Schneider betont im Gespräch, dass insbesondere Atemnot ernst genommen werden sollte. Sie kann darauf hinweisen, dass die Sauerstoffversorgung beeinträchtigt ist und eine rasche medizinische Beurteilung notwendig wird.Warum Antibiotika nicht immer helfenDie Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung. Bei bakteriellen Pneumonien können Antibiotika eingesetzt werden. Ist der Erreger bekannt, lässt sich die Therapie gezielter ausrichten. Bei viralen Lungenentzündungen steht dagegen häufig die unterstützende Behandlung im Vordergrund – beispielsweise durch Sauerstoff, Flüssigkeitszufuhr und die Linderung belastender Symptome.Auch die Dauer einer antibiotischen Behandlung hat sich verändert. Während früher häufig zehn bis vierzehn Tage behandelt wurde, reichen heute in vielen Fällen fünf bis sieben Tage. Eine möglichst gezielte und angemessen kurze Anwendung trägt dazu bei, die Entstehung von Antibiotikaresistenzen zu begrenzen.Ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben unter anderem Menschen über 65 Jahre, Patientinnen und Patienten nach einer Organtransplantation sowie Personen, deren Immunsystem durch Erkrankungen oder Medikamente geschwächt ist. Dazu gehören beispielsweise langfristige Kortisontherapien und bestimmte Krebsbehandlungen.
    Palliative Care bedeutet mehr als SterbebegleitungPalliative Care wird noch immer häufig ausschliesslich mit der letzten Lebensphase verbunden. Tatsächlich kann sie jedoch bereits deutlich früher sinnvoll sein – nämlich dann, wenn eine Erkrankung nicht mehr geheilt werden kann und belastende Symptome oder schwierige Entscheidungen auftreten.Das Ziel besteht nicht primär darin, die Lebenszeit zu verlängern. Im Mittelpunkt steht vielmehr die bestmögliche Lebensqualität. Neben körperlichen Beschwerden werden dabei auch psychische Belastungen, soziale Fragen und die Situation der Angehörigen berücksichtigt.Bei schweren Lungenerkrankungen wie Lungenkrebs, COPD oder Lungenfibrose können Atemnot, Schmerzen und eine verstärkte Schleimbildung die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Palliative Care verbindet medizinische Massnahmen mit psychologischer, pflegerischer und sozialer Unterstützung.Gerade bei Atemnot ist dieser ganzheitliche Ansatz wichtig: Angst kann Atemnot verstärken – und Atemnot wiederum Angst auslösen. Deshalb reicht es häufig nicht aus, ausschliesslich das körperliche Symptom zu behandeln.Palliative Care möglichst früh einbeziehenFrüher wurden kurative und palliative Behandlung häufig als zwei getrennte Phasen betrachtet. Zunächst behandelte die Onkologie die Tumorerkrankung. Erst wenn keine tumorgerichtete Therapie mehr möglich war, wurde die Palliativmedizin hinzugezogen.Heute arbeiten beide Bereiche zunehmend von Anfang an zusammen. Dadurch können Patientinnen und Patienten frühzeitig Vertrauen zu den beteiligten Fachpersonen aufbauen. Im Verlauf der Erkrankung kann sich der Schwerpunkt schrittweise von der Behandlung der Grunderkrankung hin zur Linderung belastender Symptome verschieben.Palliative Care und aktive medizinische Behandlung schliessen sich somit nicht gegenseitig aus. Sie ergänzen sich mit dem gemeinsamen Ziel, die Lebensqualität während des gesamten Krankheitsverlaufs möglichst gut zu erhalten.Wenn im Notfall jede Minute zählt
    In der Notfallmedizin muss zwischen Situationen unterschieden werden, in denen eine sofortige Behandlung erforderlich ist, und Fällen, in denen zunächst eine sorgfältige Diagnostik möglich ist.Bei starker Atemnot, Sauerstoffmangel, Kreislaufproblemen oder Anzeichen einer Sepsis können jede Stunde und mitunter jede Minute entscheidend sein. Dann müssen unterstützende Massnahmen, Antibiotika oder eine intensivmedizinische Behandlung rasch eingeleitet werden.Ist eine Patientin oder ein Patient stabil, bleibt dagegen Zeit, Untersuchungsergebnisse abzuwarten und beispielsweise zwischen einer viralen und einer bakteriellen Infektion zu unterscheiden. Diese Abklärung ist wichtig, weil sich die Behandlungen deutlich voneinander unterscheiden.Gemeinsame Entscheidungen für den einzelnen MenschenEine enge Zusammenarbeit zwischen Notfallmedizin, Intensivmedizin und Palliative Care ist besonders dann erforderlich, wenn schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen. Nicht für jeden schwer erkrankten Menschen ist eine Behandlung auf der Intensivstation oder eine künstliche Beatmung die passende Massnahme.Entscheidend sind die individuelle Situation, die medizinischen Möglichkeiten und vor allem die Wünsche der betroffenen Person. Damit diese berücksichtigt werden können, sollte möglichst früh darüber gesprochen werden.Dr. Schneider empfiehlt deshalb, sich bereits in gesunden Zeiten mit den eigenen Vorstellungen auseinanderzusetzen: Welche medizinischen Behandlungen wünsche ich mir? Wo liegen für mich persönliche Grenzen? Wer soll entscheiden, wenn ich mich selbst nicht mehr äussern kann?Eine Patientenverfügung kann dabei helfen, den eigenen Willen schriftlich festzuhalten. Ebenso wichtig ist das offene Gespräch mit Angehörigen und der Hausärztin oder dem Hausarzt.Fünf zentrale Erkenntnisse
    1. Eine Pneumonie kann durch Bakterien, Viren und in seltenen Fällen durch Pilze verursacht werden.
    2. Atemnot ist ein Warnzeichen und sollte zeitnah medizinisch abgeklärt werden.
    3. Palliative Care kann bereits früh im Verlauf einer nicht heilbaren Erkrankung sinnvoll sein.
    4. Lebensqualität umfasst körperliche, psychische und soziale Bedürfnisse.
    5. Eine Patientenverfügung und Gespräche mit Angehörigen können in Notfallsituationen wichtige Orientierung geben.
    Kapitel00:00 Begrüssung und Einführung
    00:57 Vorstellung von Dr. med. Dominik Schneider
    02:33 Was ist eine Pneumonie und wie entsteht sie?
    03:28 Symptome und wichtige Warnzeichen
    04:48 Behandlung viraler und bakterieller Pneumonien
    06:47 Kürzere Antibiotikatherapien und gefährdete Personengruppen
    09:44 Was bedeutet Palliative Care?
    11:30 Palliative Care bei schweren Lungenerkrankungen
    12:58 Warum eine frühe Begleitung sinnvoll ist
    15:54 Der Alltag in der klinischen Notfallmedizin
    17:30 Atemnot, Sepsis und schnelle Entscheidungen
    19:31 Zusammenarbeit von Notfall-, Intensiv- und Palliativmedizin
    21:30 Herausforderungen für die kommenden Jahre
    24:36 Patientenverfügung und Gespräche mit Angehörigen
    26:47 Verabschiedung
    Unser GastDr. med. Dominik Schneider ist Facharzt FMH für Innere Medizin sowie Chief Medical Officer und Chefarzt Medizin am Spital Männedorf. Er verfügt über Zusatzqualifikationen in klinischer Notfallmedizin, Schmerztherapie und Palliativmedizin. Seit 2020 leitet er die Medizinische Klinik des Spitals Männedorf und gehört zur ärztlichen Leitung des dortigen Kompetenzzentrums Palliative Care.Über das Spital MännedorfDas Spital Männedorf stellt die medizinische Versorgung der Bevölkerung am rechten Zürichseeufer sicher. Die Klinik Medizin verbindet eine umfassende internistische Versorgung mit verschiedenen spezialisierten Fachbereichen. Das interprofessionelle Kompetenzzentrum Palliative Care begleitet Menschen mit fortgeschrittenen, nicht heilbaren Erkrankungen und bezieht dabei auch Angehörige und das persönliche Unterstützungsnetzwerk ein.
    Zum YouTube-Kanal von Thorax Schweiz >>>
    Weitere Informationen: https://thorax-schweiz.ch
    Spital Männedorf: https://www.spitalmaennedorf.chWenn Ihnen diese Folge gefallen hat, abonnieren Sie den Thorax Schweiz Podcast und hinterlassen Sie uns eine positive Bewertung oder einen Kommentar. Damit helfen Sie uns, noch mehr Patientinnen, Patienten und Angehörige mit verständlichen Informationen rund um Lungengesundheit und Thoraxmedizin zu erreichen.
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    28 min
  • #74 Leben mit Sauerstoff – was Betroffene wissen sollten
    Wenn Sauerstoff zur Therapie wirdFür viele Menschen ist der Gedanke, dauerhaft Sauerstoff zu benötigen, zunächst mit Unsicherheit verbunden. Häufig entstehen sofort Fragen: Muss ich jetzt ständig ein Gerät mit mir tragen? Kann ich weiterhin reisen? Darf ich mich überhaupt noch körperlich belasten? Und bedeutet Atemnot automatisch, dass ich Sauerstoff brauche?In dieser Episode des Thorax Schweiz Podcasts sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj
    mit Dr. med. Tabea Hutter, Fachärztin für Pneumologie und Innere Medizin in der AEOLUS Lungenpraxis Bern. Gemeinsam erklären sie verständlich, wann eine Langzeitsauerstofftherapie medizinisch sinnvoll ist, wie der Bedarf bestimmt wird und welche Möglichkeiten heute für eine möglichst flexible Versorgung zur Verfügung stehen. Ein zentraler Punkt der Folge ist die Unterscheidung zwischen Atemnot und tatsächlichem Sauerstoffmangel. Dr. Hutter macht deutlich, dass nicht jede Kurzatmigkeit automatisch bedeutet, dass eine Sauerstofftherapie notwendig ist. Entscheidend sind objektive Messwerte wie Sauerstoffsättigung, Blutgasanalyse und Belastungstests. 
    Dabei kommt auch der 6-Minuten-Gehtest ausführlich zur Sprache. Er hilft dabei zu beurteilen, wie sich die Sauerstoffsättigung unter Belastung verändert und ob eine Patientin oder ein Patient nur beim Gehen oder auch dauerhaft Sauerstoff benötigt. Ebenso können nächtliche Messungen sinnvoll sein, wenn der Verdacht besteht, dass der Sauerstoffgehalt vor allem im Schlaf absinkt. Dr. Hutter erklärt außerdem die verschiedenen Versorgungssysteme: stationäre Konzentratoren für zu Hause, mobiler Sauerstoffkonzentrator und Flüssigsauerstoff. 

    Welche Lösung sinnvoll ist, hängt davon ab, wie viel Sauerstoff benötigt wird, wie mobil eine Person ist und wie der Alltag organisiert werden soll. Ein weiterer wichtiger Teil des Gesprächs widmet sich den ganz praktischen Herausforderungen. Akkulaufzeiten, Gewicht mobiler Geräte, Schläuche in der Wohnung, Lieferungen von Flüssigsauerstoff oder auch die Geräuschentwicklung eines Konzentrators können den Alltag beeinflussen. Genau deshalb ist eine gute Zusammenarbeit zwischen behandelnden Ärztinnen und Ärzten, den Patientinnen und Patienten sowie den Sauerstoff-Providern besonders wichtig. 
    Auch die Rolle der Lungenliga und anderer Anbieter wird angesprochen. Sie übernehmen die technische Versorgung, erklären den Umgang mit den Geräten und unterstützen Betroffene unter anderem auch bei Fragen zur Mobilität und zu Reisen. Ein Thema, das Dr. Hutter besonders klar hervorhebt, ist der Rauchstopp. Sauerstoff und Rauchen sind eine gefährliche Kombination, da durch die Sauerstoffzufuhr ein erhebliches Risiko für schwere Verbrennungen besteht. Die Episode zeigt gleichzeitig, dass Langzeitsauerstofftherapie nicht nur Einschränkungen bedeutet. Richtig eingestellt kann sie helfen, Symptome zu lindern, Belastbarkeit zu verbessern und bei schwerem chronischem Sauerstoffmangel auch die Prognose positiv zu beeinflussen. Ziel ist immer, Patientinnen und Patienten möglichst aktiv, mobil und selbstständig zu halten. 

    Darum geht es in dieser EpisodeWann ist Sauerstoff wirklich notwendig? Wie wird der Bedarf gemessen? Welche Geräte gibt es? Und wie kann der Alltag mit einer Langzeitsauerstofftherapie möglichst flexibel gestaltet werden?Dr. med. Tabea Hutter beantwortet die wichtigsten Fragen und zeigt, dass eine gut eingestellte Sauerstofftherapie für viele Betroffene deutlich mehr Lebensqualität bedeuten kann.
    Das erwartet Sie in dieser Folge
    • Bei welchen Lungenerkrankungen eine Langzeitsauerstofftherapie infrage kommt
    • Warum Atemnot nicht automatisch Sauerstoffmangel bedeutet
    • Wie Blutgasanalyse und Sauerstoffsättigung beurteilt werden
    • Welche Bedeutung der 6-Minuten-Gehtest hat
    • Welche stationären und mobilen Sauerstoffsysteme zur Verfügung stehen
    • Wie die Versorgung in der Schweiz organisiert ist
    • Warum Rauchstopp unter Sauerstofftherapie besonders wichtig ist
    • Wie Patientinnen und Patienten trotz Therapie aktiv bleiben können
    Die wichtigsten Themen der Episode
    Wann ist Langzeitsauerstoff notwendig?Bei schweren chronischen Lungenerkrankungen kann ein dauerhafter Sauerstoffmangel entstehen. Eine Langzeitsauerstofftherapie wird dann nach klaren medizinischen Kriterien verordnet. Typische Erkrankungen können beispielsweise COPD, fibrotische Lungenerkrankungen oder pulmonale Hypertonie sein. Atemnot ist nicht gleich SauerstoffmangelDr. Hutter betont, dass Sauerstoff nur dann sinnvoll ist, wenn tatsächlich ein Mangel nachgewiesen wurde. Besteht Atemnot bei normaler Sauerstoffsättigung, muss nach anderen Ursachen gesucht werden. Der 6-Minuten-GehtestDer Belastungstest zeigt, ob die Sauerstoffsättigung unter körperlicher Aktivität absinkt. Gleichzeitig liefert er wichtige Informationen über die allgemeine Belastbarkeit im Alltag. Stationär oder mobil?Je nach Bedarf stehen verschiedene Systeme zur Verfügung. Konzentratoren gewinnen Sauerstoff aus der Umgebungsluft, während Flüssigsauerstoff mobil mitgeführt werden kann. Welche Lösung geeignet ist, hängt immer von der individuellen Situation ab. Alltag und MobilitätEine moderne Sauerstoffversorgung soll Betroffene nicht ans Zuhause binden. Mit der richtigen Planung können viele Patientinnen und Patienten weiterhin spazieren gehen, soziale Kontakte pflegen oder Reisen unternehmen. Kosten und VersorgungWenn die medizinischen Kriterien erfüllt sind, werden die Kosten der Sauerstofftherapie grundsätzlich von der Schweizer Grundversicherung übernommen. Die Stromkosten eines Konzentrators müssen laut Aussage in der Episode allerdings selbst getragen werden. RauchstoppUnter Sauerstofftherapie darf nicht geraucht werden. Das erhöhte Brand- und Verbrennungsrisiko macht diesen Punkt zu einer zentralen Sicherheitsregel. 

    Die wichtigsten Erkenntnisse
    🟦 Nicht jede Atemnot bedeutet automatisch Sauerstoffmangel.🟦 Die Entscheidung für eine Sauerstofftherapie basiert auf klaren medizinischen Messwerten.🟦 Eine individuell angepasste Versorgung kann helfen, Mobilität und Selbstständigkeit zu erhalten.🟦 Bei schwerem chronischem Sauerstoffmangel kann die Langzeitsauerstofftherapie auch 
           die Prognose positiv beeinflussen.
    🟦 Rauchen und Sauerstofftherapie dürfen aus Sicherheitsgründen niemals kombiniert werden.
    Über unsere GesprächspartnerinDr. med. Tabea Hutter ist Fachärztin für Pneumologie und Innere Medizin.Sie ist in der Region Thun aufgewachsen und hat an der Universität Bern Medizin studiert. Ihre Weiterbildung zur Internistin führte sie durch verschiedene Spitäler im Kanton Bern und Solothurn. Anschließend absolvierte sie ihre Weiterbildung zur Pneumologin an der Universitätsklinik für Pneumologie des Inselspitals Bern.Zu ihren beruflichen Stationen zählen unter anderem das Spital Münsingen, das Bürgerspital Solothurn, die interdisziplinären Notfallstationen der Lindenhofgruppe, das Spital Thun und das Inselspital Bern. Dort war sie zuletzt als Oberärztin tätig. Im Frühjahr 2025 engagierte sie sich zudem im Rahmen eines Projekts von German Doctors in der medizinischen Grundversorgung in Flüchtlingscamps in Griechenland.Seit September 2025 arbeitet sie in der AEOLUS Lungenpraxis Bern. Besonders wichtig ist ihr eine vertrauensvolle und persönliche Betreuung ihrer Patientinnen und Patienten.
    Über die AEOLUS Lungenpraxis Bern
    Die AEOLUS Lungenpraxis Bern ist eine pneumologische Facharztpraxis im Berner Wankdorf. Sie betreut Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen der Lunge und Atemwege – von vergleichsweise häufigen Erkrankungen bis hin zu komplexeren pneumologischen Fragestellungen.Zum Spektrum gehören unter anderem die Diagnostik und Behandlung chronischer Lungenerkrankungen sowie schlafmedizinische und weitere pneumologische Abklärungen. Der Name AEOLUS nimmt Bezug auf den griechischen Windgott – passend zu einer Praxis, in der Atmung, Luft und Lungengesundheit im Mittelpunkt stehen.
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    Über Thorax SchweizThorax Schweiz informiert Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie Fachpersonen über Erkrankungen der Lunge, des Brustkorbs und der Atemwege. Gemeinsam mit erfahrenen Expertinnen und Experten vermitteln wir verständliches, wissenschaftlich fundiertes Wissen rund um Prävention, Diagnostik, moderne Therapien und den Alltag mit einer Erkrankung.
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    Ziel des von "Thorax-Schweiz" ist es, Hoffnung zu vermitteln und Chancen bei schwierigen Diagnosen aufzuzeigen. Dazu betrachten wir das Thema Thoraxerkrankungen aus einer ganzheitlichen Perspektive.

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    29 min
  • #73 Ein Pancoast-Tumor – und ein neuer Blick aufs Leben
    Wenn ungewöhnliche Beschwerden auf etwas Ernstes hinweisenNicht jede Krebserkrankung beginnt mit den typischen Symptomen. Bei einem sogenannten Pancoast-Tumor, einer seltenen Form des Lungenkrebses im oberen Bereich der Lunge, stehen häufig Schmerzen in Schulter, Arm oder Hand im Vordergrund – Beschwerden, die zunächst an orthopädische oder muskuläre Ursachen denken lassen.
    In dieser Episode des Thorax Schweiz Podcasts sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj
    mit Ernst Honegger, der genau diese Erfahrung gemacht hat. Was mit einem Druckgefühl unter dem linken Schulterblatt begann, entwickelte sich schließlich zur Diagnose eines Pancoast-Tumors. 
    Heute erzählt er offen von seinem persönlichen Weg – von der Diagnose über Chemotherapie und moderne Roboterchirurgie bis hin zu seinem neuen Engagement für andere Betroffene. 
    Schon zu Beginn des Gesprächs wird deutlich, wie außergewöhnlich Ernst Honegger mit der Situation umging. Als ehemaliger international tätiger Manager verstand er die Erkrankung zunächst als ein Problem, das es Schritt für Schritt zu lösen galt. Statt sich von der Diagnose lähmen zu lassen, suchte er aktiv nach Informationen, stellte seinen Ärztinnen und Ärzten Fragen und entwickelte großes Vertrauen in das interdisziplinäre Behandlungsteam. Ein wichtiger Meilenstein war für ihn die Entscheidung des Tumorboards, den Pancoast-Tumor nach einer vorbereitenden Therapie minimalinvasiv mit dem Da-Vinci-Operationssystem entfernen zu können. Im Gespräch beschreibt Ernst Honegger eindrucksvoll, warum ihm diese moderne Operationsmethode zusätzliche Zuversicht gab und wie intensiv er sich bereits vor dem Eingriff mit dem Verfahren beschäftigte. Ebenso offen berichtet er über die Schattenseiten seiner Behandlung. Besonders die Chemotherapie empfand er als die größte körperliche und mentale Herausforderung seines Lebens. Er verschweigt nicht, dass ihn diese Zeit zeitweise an seine Grenzen brachte. Gerade deshalb macht seine Geschichte anderen Betroffenen Mut: Trotz aller Belastungen fand er Schritt für Schritt zurück in den Alltag. Heute engagiert sich Ernst Honegger mit großer Leidenschaft für andere Menschen mit Krebs. Er unterstützt Betroffene als Peer, setzt sich als Patientenvertreter für die Weiterentwicklung der Krebsmedizin ein und engagiert sich auch auf europäischer Ebene für die Themen Cancer Survivorship und Lebensqualität nach Krebs. Seine persönliche Erfahrung möchte er weitergeben, damit andere Patientinnen und Patienten von seinem Wissen und seiner Zuversicht profitieren können. 
    Zum Abschluss richtet Ernst Honegger eine wichtige Botschaft an Menschen, die gerade erst ihre Diagnose erhalten haben: Vertrauen in das behandelnde Team, eine aktive Auseinandersetzung mit der Therapie und die Bereitschaft, Unterstützungsangebote wie Psychoonkologie oder Peer-Beratung anzunehmen, können helfen, diesen Weg besser zu bewältigen. Hoffnung, so macht dieses Gespräch deutlich, ist kein Gegensatz zur Medizin – sondern oft ein wichtiger Teil davon. 

    💙 Darum geht es in dieser EpisodeEin seltener Pancoast-Tumor, moderne Roboterchirurgie und ein Mensch, der sich trotz einer schweren Krebsdiagnose seine Zuversicht bewahrt hat.Ernst Honegger berichtet offen von seinem Behandlungsweg, den Herausforderungen der Chemotherapie und seinem heutigen Engagement für andere Betroffene.

    🩺 Das erwartet Sie in dieser Folge
    • Warum ein Pancoast-Tumor oft andere Symptome verursacht als klassischer Lungenkrebs
    • Wie Ernst Honegger seine Diagnose erlebt hat
    • Welche Rolle das Tumorboard bei seiner Behandlung spielte
    • Warum die minimalinvasive Roboterchirurgie für ihn ein wichtiger Hoffnungsschritt war
    • Wie belastend die Chemotherapie sein kann
    • Welche Bedeutung Vertrauen und Eigeninitiative während der Behandlung haben
    • Warum Ernst Honegger heute als Peer und Patientenvertreter aktiv ist
    • Welche Botschaft er anderen Betroffenen mitgeben möchte
    🎧 Die wichtigsten Themen der EpisodeUngewöhnliche SymptomeEin Druckgefühl unter dem Schulterblatt und Schmerzen im Arm führten schließlich zur Diagnose eines seltenen Pancoast-Tumors. Moderne BehandlungNach Chemotherapie und sorgfältiger Planung im Tumorboard konnte der Tumor minimalinvasiv mit dem Da-Vinci-Robotersystem entfernt werden. Die größte HerausforderungNicht die Operation, sondern die Nebenwirkungen der Chemotherapie beschreibt Ernst Honegger als schwierigste Phase seiner Behandlung. Ein neues EngagementHeute setzt sich Ernst Honegger als Peer, Patientenvertreter und Fürsprecher für Menschen mit Krebs ein – in der Schweiz und darüber hinaus. Hoffnung und VertrauenFür Ernst Honegger gehören Vertrauen in das Behandlungsteam, Eigeninitiative und Zuversicht zu den wichtigsten Bausteinen einer erfolgreichen Therapie. 

    💬 Die wichtigsten Erkenntnisse🟦 Lungenkrebs kann sich auch durch Schulter- oder Armschmerzen bemerkbar machen.🟦 Moderne Roboterchirurgie ermöglicht heute selbst bei komplexen Tumoren schonende Eingriffe.🟦 Die Chemotherapie kann körperlich und mental sehr belastend sein.🟦 Eine gute Aufklärung und Vertrauen in das Behandlungsteam geben Sicherheit.🟦 Die Erfahrungen von Betroffenen können anderen Menschen neue Hoffnung schenken.

    👤 Über unseren GesprächspartnerErnst Honegger ist Cancer Survivor und Patientenvertreter. Nach der erfolgreichen Behandlung eines seltenen Pancoast-Tumors engagiert er sich heute als Peer für Menschen mit Krebs, setzt sich für die Verbesserung der Lebensqualität nach einer Krebserkrankung ein und bringt seine Erfahrungen als Patientenvertreter in nationale und internationale Projekte ein.

    Herr Honegger wurde in Bern von Herrn Prof. Dr. med. Kocher behandelt.
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    🌐 Über Thorax SchweizThorax Schweiz informiert Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie Fachpersonen über Erkrankungen der Lunge, des Brustkorbs und der Krebsmedizin. Gemeinsam mit erfahrenen Expertinnen und Experten sowie Betroffenen vermitteln wir verständliches, wissenschaftlich fundiertes Wissen und persönliche Erfahrungen rund um Prävention, Diagnostik, moderne Therapien und das Leben mit einer Erkrankung.
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    22 min
  • #72 Peers – Leuchttürme für Menschen mit Krebs
    Die Erfahrung von Betroffenen ist Wissen, das man nicht lernen kannEine Krebsdiagnose stellt das Leben auf den Kopf. Neben der medizinischen Behandlung entstehen viele Fragen, Ängste und Unsicherheiten. Gerade in dieser Zeit kann der Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben, neue Kraft und Orientierung geben.
    In dieser Episode des Thorax Schweiz Podcasts sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj
    mit Erika Gardi, Pflegefachfrau, psychoonkologische Beraterin und Verantwortliche für den Betroffenenrat sowie die Peer-Plattform der Krebsliga Schweiz. Sie erklärt, warum die Erfahrungen von Betroffenen und Angehörigen eine unverzichtbare Ressource für eine moderne Krebsversorgung sind und wie dieses Wissen heute aktiv in die Arbeit der Krebsliga Schweiz einfließt. 
    Ein Schwerpunkt des Gesprächs ist der Betroffenenrat der Krebsliga Schweiz. Erika Gardi beschreibt ihn als Brücke zwischen Fachwissen und gelebter Erfahrung. Menschen, die selbst an Krebs erkrankt waren oder Angehörige begleitet haben, bringen ihre Perspektiven bei der Entwicklung neuer Angebote, Informationsmaterialien und gesundheitspolitischer Projekte ein. So entstehen Unterstützungsangebote, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Betroffenen orientieren. 
    Ein weiterer Schwerpunkt ist die Peer-Plattform.
    Erika Gardi erläutert, wie ehrenamtliche Peers Menschen begleiten, die gerade eine Krebsdiagnose erhalten haben. Dabei geht es nicht um medizinische Beratung, sondern um den Austausch auf Augenhöhe. Peers hören zu, teilen ihre eigenen Erfahrungen und schenken etwas, das häufig besonders wertvoll ist: das Gefühl, verstanden zu werden. Im Gespräch wird deutlich, dass Krebs weit mehr ist als eine medizinische Erkrankung. Fragen nach Familie, Beruf, Zukunft, finanzieller Sicherheit oder der Rückkehr in den Alltag beschäftigen viele Betroffene mindestens genauso stark wie die Therapie selbst. Genau hier können Gespräche mit Menschen helfen, die diesen Weg bereits gegangen sind. Besonders eindrucksvoll beschreibt Erika Gardi ihre Sicht auf die Peer-Arbeit: Für sie sind Peers wie Leuchttürme, die mit ihrer eigenen Erfahrung anderen Menschen Orientierung geben können. Dieses Bild verdeutlicht eindrucksvoll, welche Kraft im ehrlichen Austausch zwischen Menschen liegt, die ähnliche Herausforderungen erlebt haben. Auch die Rolle der Angehörigen kommt ausführlich zur Sprache. Erika Gardi macht deutlich, dass nicht nur Betroffene, sondern auch Partnerinnen, Partner und Familien Unterstützung benötigen. Zuhören, präsent sein und gemeinsam Unsicherheiten aushalten sei häufig wertvoller als gut gemeinte Ratschläge. Diese Episode zeigt, dass moderne Krebsversorgung nicht nur aus Diagnostik und Therapie besteht, sondern auch aus Menschlichkeit, gegenseitigem Verständnis und der Bereitschaft, Erfahrungen miteinander zu teilen.

    💙 Darum geht es in dieser EpisodeWas bedeutet es, wenn Menschen ihre eigenen Erfahrungen mit einer Krebserkrankung an andere weitergeben? Welche Rolle spielen Betroffene bei der Weiterentwicklung der Krebsversorgung? Und warum können Gespräche auf Augenhöhe neue Hoffnung schenken?Erika Gardi gibt spannende Einblicke in die Arbeit der Krebsliga Schweiz und zeigt, wie wichtig gelebte Erfahrung für Betroffene, Angehörige und das Gesundheitssystem ist.

    🩺 Das erwartet Sie in dieser Folge
    • Was der Betroffenenrat der Krebsliga Schweiz macht
    • Wie die Peer-Plattform funktioniert
    • Warum Erfahrung eine wichtige Ergänzung zur Medizin ist
    • Welche Fragen Betroffene besonders beschäftigen
    • Wie Angehörige besser unterstützt werden können
    • Welche Eigenschaften gute Peers mitbringen
    • Warum Zuhören oft wichtiger ist als Ratschläge
    • Welche Zukunft Erika Gardi für die Peer-Arbeit sieht
    🎧 Die wichtigsten Themen der Episode
    Der BetroffenenratMenschen mit eigener Krebs- oder Angehörigenerfahrung bringen ihre Perspektiven aktiv in Projekte, Informationsangebote und gesundheitspolitische Themen der Krebsliga Schweiz ein. Peer-PlattformPeers begleiten Betroffene auf Augenhöhe. Sie beraten nicht medizinisch, sondern teilen ihre Erfahrungen, hören zu und machen Mut. Gelebte ErfahrungErfahrungswissen ergänzt die medizinische Versorgung und hilft dabei, Angebote näher an den Bedürfnissen der Betroffenen auszurichten. AngehörigeAuch Angehörige brauchen Unterstützung. Ehrliches Zuhören und gemeinsame Gespräche können eine große Entlastung sein. MenschlichkeitModerne Krebsversorgung bedeutet nicht nur innovative Therapien, sondern auch zwischenmenschliche Begleitung und gegenseitige Unterstützung. 

    💬 Die wichtigsten Erkenntnisse🟦 Gelebte Erfahrung ist eine wertvolle Ergänzung zur medizinischen Behandlung.🟦 Peers begleiten Menschen auf Augenhöhe und schenken Hoffnung.🟦 Der Betroffenenrat bringt die Stimme der Patientinnen und Patienten aktiv in die Weiterentwicklung der Krebsversorgung ein.🟦 Angehörige benötigen ebenso Unterstützung wie Betroffene.🟦 Zuhören ist oft die wichtigste Form der Hilfe.

    👩 Über unsere GesprächspartnerinErika Gardi ist Pflegefachfrau, psychoonkologische Beraterin und seit vielen Jahren bei der Krebsliga Schweiz tätig. Sie verantwortet den Betroffenenrat sowie die Peer-Plattform und setzt sich dafür ein, dass die Erfahrungen von Menschen mit Krebs und ihren Angehörigen aktiv in die Weiterentwicklung der Krebsversorgung einfließen. Mit ihrem Engagement trägt sie dazu bei, dass Betroffene Unterstützung auf Augenhöhe erhalten und ihre Stimme in Gesellschaft, Forschung und Gesundheitswesen gehört wird.

    🏥 Über die Krebsliga SchweizDie Krebsliga Schweiz engagiert sich für Prävention, Früherkennung, Beratung, Forschung und die Unterstützung von Menschen mit Krebs und ihren Angehörigen. Mit Angeboten wie der Peer-Plattform und dem Betroffenenrat stärkt sie den Austausch zwischen Betroffenen und Fachpersonen und setzt sich dafür ein, die Krebsversorgung konsequent an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten.
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    🌐 Über Thorax SchweizThorax Schweiz informiert Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie Fachpersonen über Erkrankungen der Lunge, des Brustkorbs und der Krebsmedizin. Gemeinsam mit erfahrenen Expertinnen und Experten sowie Betroffenen vermitteln wir verständliches, wissenschaftlich fundiertes Wissen und persönliche Erfahrungen rund um Prävention, Diagnostik, moderne Therapien und das Leben mit einer Erkrankung. Unser Ziel ist es, Menschen zu begleiten, Orientierung zu geben und den Austausch zwischen Medizin und Betroffenen zu fördern.
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    Ziel des von "Thorax-Schweiz" ist es, Hoffnung zu vermitteln und Chancen bei schwierigen Diagnosen aufzuzeigen. Dazu betrachten wir das Thema Thoraxerkrankungen aus einer ganzheitlichen Perspektive.

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    33 min
  • #71 Krebs verändert das Leben – aber nicht die Hoffnung
    Manchmal hilft am meisten jemand, der den gleichen Weg gegangen ist!
    Eine Krebsdiagnose verändert das Leben von einem Moment auf den anderen. Viele Betroffene fühlen sich zunächst allein, überfordert oder voller Fragen. Ärztinnen und Ärzte kümmern sich um die medizinische Behandlung, Angehörige möchten helfen – und dennoch bleibt oft das Bedürfnis, mit jemandem zu sprechen, der genau weiß, wie sich diese Situation anfühlt.
    In dieser Episode des Thorax Schweiz Podcasts sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj
    mit Sascha Santschi, der selbst an Lungenkrebs erkrankt war und heute als ehrenamtlicher Peer der Krebsliga Schweiz Menschen begleitet, die gerade ihre Krebsdiagnose erhalten haben. Seine Geschichte beginnt auf einer Baustelle, wo ihn der Anruf seines Hausarztes erreichte. Obwohl ihn die Diagnose wie ein Schlag traf, fasste er sofort einen Entschluss: aufgeben war für ihn keine Option. Statt sich von Angst bestimmen zu lassen, entwickelte er einen persönlichen „Überlebensfahrplan“ und richtete seinen Blick konsequent nach vorne. 
    Sascha erzählt offen, wie ihn seine Frau, seine Familie und sein Behandlungsteam auf diesem Weg begleitet haben. Gleichzeitig beschreibt er, wie sich seine Sicht auf das Leben grundlegend verändert hat. Freizeit, gemeinsame Erlebnisse und kleine Momente im Alltag haben heute einen ganz anderen Stellenwert als früher. Eine blühende Wiese oder ein Wochenende mit seiner Frau im Camper bedeuten ihm inzwischen mehr als beruflicher Erfolg oder materielle Dinge. 
    Ein Schwerpunkt der Episode ist seine Tätigkeit als Peer der Krebsliga Schweiz. Sascha erklärt, was ein Peer überhaupt macht und warum viele Betroffene gerade den Austausch mit einem Menschen suchen, der eine ähnliche Situation selbst erlebt hat. Er gibt keine medizinischen Ratschläge, sondern schenkt Zeit, hört zu und teilt seine persönlichen Erfahrungen. Gerade dieses Zuhören erlebt er als einen der wertvollsten Beiträge, den er leisten kann. 
    Im Gespräch wird deutlich, dass Hoffnung nicht bedeutet, die Realität auszublenden. Auch Sascha kannte Angst, Zweifel und Unsicherheit. Dennoch entschied er sich bewusst dafür, seinen Blick auf das zu richten, was möglich ist, statt auf das, was er nicht beeinflussen kann. Diese Haltung prägt bis heute sein Leben und sein Engagement für andere Betroffene. 
    Besonders bewegend sind seine Gedanken zur Rolle der Angehörigen. Oft möchten sie helfen und wissen doch nicht, wie. Sascha macht Mut, dass es häufig gar keine großen Worte braucht. Zuhören, da sein und gemeinsam schweigen können manchmal wertvoller sein als jede gut gemeinte Floskel. Diese Episode ist keine medizinische Fachfolge. Sie ist ein persönliches Gespräch über Hoffnung, Resilienz und die Kraft, die entstehen kann, wenn Menschen ihre Erfahrungen miteinander teilen.

    💙 Darum geht es in dieser EpisodeWie verarbeitet man eine Krebsdiagnose? Was gibt Kraft, wenn plötzlich nichts mehr selbstverständlich erscheint? Und weshalb kann der Austausch mit einem Menschen, der Ähnliches erlebt hat, so wertvoll sein?Sascha Santschi berichtet offen von seinem eigenen Weg und erklärt, warum er sich heute als Peer der Krebsliga Schweiz engagiert.

    🩺 Das erwartet Sie in dieser Folge
    • Wie Sascha seine Krebsdiagnose erlebt hat
    • Warum Aufgeben für ihn nie eine Option war
    • Welche Rolle Familie und behandelnde Ärztinnen und Ärzte gespielt haben
    • Wie die Erkrankung seinen Blick auf das Leben verändert hat
    • Was ein Peer der Krebsliga Schweiz macht
    • Warum Zuhören manchmal wichtiger ist als Ratschläge
    • Welche Unterstützung Angehörige geben können
    • Was Sascha heute Menschen mit einer neuen Krebsdiagnose mit auf den Weg gibt
    🎧 Die wichtigsten Themen der EpisodeDie DiagnoseSascha erzählt offen vom Moment, in dem er die Diagnose Lungenkrebs erhielt, und warum für ihn sofort feststand, den Weg aktiv anzugehen. Ein neues LebenDie Erkrankung hat seine Prioritäten verändert. Heute stehen gemeinsame Zeit, Familie und bewusstes Erleben des Alltags im Mittelpunkt. Peer-UnterstützungAls Peer begleitet Sascha heute Menschen mit einer Krebsdiagnose. Er hört zu, teilt seine Erfahrungen und schenkt Zeit – ohne medizinische Beratung zu ersetzen. Die Kraft der HoffnungAuch wenn Angst und Zweifel Teil einer Krebserkrankung sind, zeigt Sascha, wie eine positive Haltung helfen kann, den Blick nach vorne zu richten. AngehörigeNicht perfekte Worte helfen am meisten, sondern ehrliche Nähe, Geduld und das Gefühl, gemeinsam durch eine schwierige Zeit zu gehen. 

    💬 Die wichtigsten Erkenntnisse🟦 Niemand muss eine Krebsdiagnose alleine bewältigen.🟦 Der Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben, kann neue Hoffnung geben.🟦 Zuhören ist oft wertvoller als gut gemeinte Ratschläge.🟦 Eine Krebserkrankung verändert häufig den Blick auf das Leben und die eigenen Prioritäten.🟦 Auch kleine Momente können neue Kraft schenken.

    👤 Über unseren GesprächspartnerSascha Santschi ist Cancer Survivor und engagiert sich ehrenamtlich als Peer der Krebsliga Schweiz. Nach seiner eigenen Lungenkrebserkrankung begleitet er heute Menschen, die ebenfalls mit einer Krebsdiagnose konfrontiert sind. Als Peer hört er zu, teilt seine persönlichen Erfahrungen und möchte Betroffenen Mut machen. Sein Engagement basiert auf der Überzeugung, dass gemeinsame Erfahrungen Hoffnung geben und niemand mit seiner Erkrankung allein sein sollte.

    🏥 Über die Peer-Plattform der Krebsliga SchweizDie Peer-Plattform der Krebsliga Schweiz bringt Menschen zusammen, die selbst eine Krebserkrankung erlebt haben, mit Betroffenen, die sich aktuell in einer ähnlichen Situation befinden. Im Mittelpunkt stehen persönliche Gespräche auf Augenhöhe. Die ehrenamtlichen Peers ersetzen keine medizinische oder psychologische Beratung, bieten jedoch etwas, das häufig als besonders wertvoll empfunden wird: Verständnis aus eigener Erfahrung und ein offenes Ohr.
    Hier geht es zur Peer Plattform der Krebsliga >>>

    ❤️ Hat Ihnen diese Folge gefallen?Dann freuen wir uns über Ihre Unterstützung.⭐⭐⭐⭐⭐ Bewerten Sie den Thorax Schweiz Podcast auf Spotify oder Apple Podcasts.Mit Ihrer Bewertung helfen Sie dabei, dass noch mehr Menschen verlässliche Informationen, persönliche Erfahrungen und wertvolle Unterstützung rund um das Thema Krebs finden.

    🌐 Über Thorax SchweizThorax Schweiz informiert Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie Fachpersonen über Erkrankungen der Lunge, des Brustkorbs und der Krebsmedizin. Gemeinsam mit erfahrenen Expertinnen und Experten sowie Betroffenen vermitteln wir verständliches, wissenschaftlich fundiertes Wissen und persönliche Erfahrungen rund um Prävention, Diagnostik, moderne Therapien und den Alltag mit einer Erkrankung. Unser Ziel ist es, Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, Mut zu machen und Orientierung zu geben.
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    31 min
  • #70 Krebs erkennen, bevor Symptome entstehen
    Krebs erkennen, bevor Beschwerden entstehenEine Krebsdiagnose verändert das Leben oft von einem Tag auf den anderen. Umso wichtiger ist es, Krebserkrankungen möglichst früh zu entdecken – idealerweise noch bevor Beschwerden auftreten. Genau hier setzt die Krebsfrüherkennung an. Sie ermöglicht nicht nur eine frühere Behandlung und bessere Heilungschancen, sondern kann bei einigen Krebsarten sogar verhindern, dass Krebs überhaupt entsteht. In dieser Episode des Thorax Schweiz Podcasts sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj mit
    Dr. vet. Julia Schwarz, Fachspezialistin für Krebsfrüherkennung bei der Krebsliga Schweiz. 

    Sie erklärt verständlich, welche Krebsarten sich für Früherkennungsprogramme eignen, warum nicht jede Untersuchung sinnvoll ist und welche wissenschaftlichen Kriterien erfüllt sein müssen, bevor eine Früherkennung empfohlen werden kann. 
    Ein Schwerpunkt der Episode sind die aktuell empfohlenen Früherkennungsprogramme für Darmkrebs, Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs. Dr. Schwarz erläutert, für welche Altersgruppen diese Untersuchungen vorgesehen sind, welche Vorteile sie bieten und weshalb sie dazu beitragen können, Krebs in einem heilbaren Stadium zu entdecken. Besonders eindrucksvoll beschreibt sie, dass sich bei Darm- und Gebärmutterhalskrebs durch die Entfernung von Krebsvorstufen sogar die Entstehung einer Krebserkrankung verhindern lässt. Ein weiterer wichtiger Teil des Gesprächs beschäftigt sich mit den Grenzen der Früherkennung. Kein Test ist vollkommen. Dr. Schwarz erklärt, weshalb falsch-positive oder falsch-negative Ergebnisse vorkommen können, welche Risiken Untersuchungen mit sich bringen und warum jede Person eine informierte Entscheidung treffen sollte. Die Krebsliga Schweiz setzt sich deshalb dafür ein, dass Menschen verständlich über Chancen und mögliche Nachteile informiert werden. 
    Besonders relevant für die Thorax-Schweiz-Community ist das Thema Lungenkrebs. Obwohl wissenschaftliche Studien zeigen, dass ein niedrig dosiertes CT bei langjährigen Raucherinnen und Rauchern Leben retten kann, existiert in der Schweiz bislang kein flächendeckendes Früherkennungsprogramm. Dr. Schwarz erläutert den aktuellen Stand der Forschung, laufende Pilotprojekte und warum sie optimistisch ist, dass sich die Situation in den kommenden Jahren verbessern wird. 
    Ebenso offen spricht sie über die Herausforderungen im Schweizer Gesundheitssystem. Organisierte Früherkennungsprogramme unterscheiden sich je nach Kanton erheblich. Dadurch entstehen regionale Unterschiede beim Zugang zu wichtigen Gesundheitsleistungen. Die Krebsliga Schweiz engagiert sich deshalb dafür, allen Menschen in der Schweiz unabhängig vom Wohnort einen möglichst einfachen Zugang zu qualitätsgesicherten Früherkennungsprogrammen zu ermöglichen. 
    Zum Abschluss wird das Gespräch sehr persönlich. Dr. Julia Schwarz berichtet von ihrer eigenen Krebserkrankung vor mehr als zehn Jahren. Diese Erfahrung hat ihren beruflichen Weg grundlegend verändert und motiviert sie bis heute, sich für Prävention und Krebsfrüherkennung einzusetzen. Eine bewegende Geschichte, die dieser Episode eine besondere Tiefe verleiht. 

    💙 Darum geht es in dieser EpisodeKrebsfrüherkennung kann Leben retten. Dennoch nehmen viele Menschen die empfohlenen Untersuchungen nicht wahr oder wissen gar nicht, welche Angebote für sie infrage kommen.Dr. Julia Schwarz erklärt, welche Krebsarten heute sinnvoll früh erkannt werden können, warum Früherkennung manchmal sogar Krebs verhindert und weshalb eine gut informierte Entscheidung wichtiger ist als Angst oder Unsicherheit.

    🩺 Das erwartet Sie in dieser Folge
    • Was Krebsfrüherkennung überhaupt bedeutet
    • Warum Krebs häufig erst spät Beschwerden verursacht
    • Welche Früherkennungsuntersuchungen heute empfohlen werden
    • Wie Darm- und Gebärmutterhalskrebs sogar verhindert werden können
    • Welche Vor- und Nachteile Früherkennung hat
    • Warum organisierte Programme so wichtig sind
    • Der aktuelle Stand der Lungenkrebsfrüherkennung
    • Weshalb der Wohnort in der Schweiz noch immer über den Zugang entscheidet
    • Warum Wissen Ängste abbauen kann
    🎧 Die wichtigsten Themen der Episode
    Warum Früherkennung Leben retten kannViele Tumoren wachsen über Jahre, ohne Beschwerden zu verursachen. Früherkennung ermöglicht eine Behandlung in einem deutlich früheren Stadium. Krebs verhindern statt nur entdeckenBei Darmkrebs und Gebärmutterhalskrebs können Krebsvorstufen erkannt und entfernt werden, bevor Krebs entsteht. Chancen und GrenzenJede Früherkennungsuntersuchung bietet Vorteile, kann aber auch Nachteile wie falsch-positive Befunde oder Überdiagnosen mit sich bringen. LungenkrebsfrüherkennungInternationale Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse. In der Schweiz laufen erste Pilotprojekte, ein flächendeckendes Programm gibt es derzeit jedoch noch nicht. ChancengleichheitOrganisierte Programme verbessern Qualität, Information und Zugang zur Früherkennung – dennoch bestehen in der Schweiz weiterhin kantonale Unterschiede. Persönliche MotivationDie eigene Krebserkrankung hat Dr. Julia Schwarz dazu bewegt, sich beruflich für Prävention und Krebsfrüherkennung einzusetzen. 

    💬 Die wichtigsten Erkenntnisse🟦 Krebs verursacht häufig erst spät Beschwerden.🟦 Früherkennung verbessert die Heilungschancen erheblich.🟦 Manche Krebsarten können durch Früherkennung sogar verhindert werden.🟦 Informierte Entscheidungen sind wichtiger als Angst.🟦 Lungenkrebsfrüherkennung wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

    👩‍⚕️ Über unsere GesprächspartnerinDr. vet. Julia Schwarz ist Fachspezialistin für Krebsfrüherkennung bei der Krebsliga Schweiz. Nach ihrer Ausbildung zur Tierärztin und einer Tätigkeit in der Forschung führte ihre eigene Krebserkrankung vor über zehn Jahren zu einem beruflichen Neuanfang. Heute engagiert sie sich dafür, den Zugang zu qualitätsgesicherten Früherkennungsprogrammen in der Schweiz zu verbessern, die Bevölkerung verständlich zu informieren und Projekte zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung voranzutreiben.

    🏥 Über die Krebsliga SchweizDie Krebsliga Schweiz engagiert sich seit vielen Jahrzehnten für Prävention, Früherkennung, Beratung, Forschung und die Unterstützung von Menschen mit Krebs und ihren Angehörigen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der verständlichen Information der Bevölkerung sowie der Förderung qualitätsgesicherter Früherkennungsprogramme, damit möglichst viele Menschen von den Chancen einer frühen Diagnose profitieren können.
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    ❤️ Hat Ihnen diese Folge gefallen?Dann freuen wir uns über Ihre Unterstützung.⭐⭐⭐⭐⭐ Bewerten Sie den Thorax Schweiz Podcast auf Spotify oder Apple Podcasts.Mit Ihrer Bewertung helfen Sie dabei, dass noch mehr Menschen verlässliche und verständliche Informationen rund um Krebsfrüherkennung, Prävention und moderne Krebsmedizin finden.

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    35 min
  • #69 Moderne Krebsmedizin – Präzise. Persönlich. Hoffnungsvoll.
    Die Onkologie erlebt einen ParadigmenwechselNoch vor wenigen Jahrzehnten standen in der Krebsmedizin nur wenige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Heute ermöglichen genetische Analysen und moderne Medikamente eine Therapie, die sich immer stärker an den biologischen Eigenschaften eines Tumors orientiert. Statt alle Patientinnen und Patienten nach demselben Schema zu behandeln, rückt die personalisierte Medizin zunehmend in den Mittelpunkt. 
    In dieser Episode des Thorax Schweiz Podcasts sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj mit
    PD Dr. med. Marco Siano, Facharzt für Innere Medizin und Medizinische Onkologie
    am Seeland Cancer Center. Der erfahrene Onkologe blickt auf viele Jahre als Chefarzt eines großen Tumorzentrums zurück und verbindet heute modernste Krebsmedizin mit einer besonders persönlichen Betreuung seiner Patientinnen und Patienten. 
    Ein Schwerpunkt des Gesprächs ist die genetische Sequenzierung von Tumoren. PD Dr. Siano erklärt anschaulich, wie Tumorgewebe heute untersucht wird, weshalb bestimmte genetische Veränderungen eine entscheidende Rolle spielen und wie sogenannte zielgerichtete Therapien genau dort ansetzen, wo das Tumorwachstum entsteht. Für viele Betroffene bedeutet dies eine deutlich wirksamere und gleichzeitig besser verträgliche Behandlung als noch vor wenigen Jahren. 
    Ein weiterer Schwerpunkt ist die Immuntherapie. Anders als klassische Chemotherapien greift sie den Tumor nicht direkt an, sondern aktiviert das körpereigene Immunsystem. Anhand eindrucksvoller Beispiele aus seiner täglichen Praxis beschreibt PD Dr. Siano, wie Patientinnen und Patienten heute über viele Jahre mit einer guten Lebensqualität leben können – Entwicklungen, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar waren. 
    Doch moderne Onkologie bedeutet für ihn weit mehr als innovative Medikamente. Im Gespräch wird deutlich, weshalb Ernährung, Psychoonkologie, Palliativmedizin und integrative Medizin heute selbstverständlich zu einer ganzheitlichen Krebsbehandlung gehören. Ebenso spricht er offen über die Verantwortung gegenüber den Patientinnen und Patienten, die Bedeutung empathischer Gespräche und die Herausforderungen einer personalisierten Betreuung. Diese Episode zeigt eindrucksvoll, wie rasant sich die Krebsmedizin entwickelt hat – und warum moderne Onkologie heute Präzisionsmedizin und Menschlichkeit gleichermaßen bedeutet.
    💙 Darum geht es in dieser EpisodeDie moderne Krebsmedizin entwickelt sich mit hoher Geschwindigkeit weiter. Genetische Sequenzierungen, zielgerichtete Medikamente und Immuntherapien eröffnen neue Behandlungsmöglichkeiten und verbessern für viele Betroffene die Prognose und Lebensqualität.PD Dr. Marco Siano erklärt verständlich, wie diese Therapien funktionieren, welche Patientinnen und Patienten davon profitieren können und weshalb moderne Onkologie immer auch eine individuelle und ganzheitliche Betreuung umfasst.
    🩺 Das erwartet Sie in dieser Folge
    • Wie genetische Sequenzierungen die Krebsbehandlung verändern
    • Was zielgerichtete Therapien von einer klassischen Chemotherapie unterscheidet
    • Wie Immuntherapien das körpereigene Immunsystem aktivieren
    • Welche Chancen moderne Präzisionsmedizin bietet
    • Warum nicht jede genetische Veränderung therapeutisch genutzt werden kann
    • Welche Bedeutung Ernährung, Psychoonkologie und Palliativmedizin haben
    • Wie sich die Rolle der Onkologinnen und Onkologen in den vergangenen Jahren verändert hat
    • Warum moderne Krebsmedizin immer individueller wird
    🎧 Die wichtigsten Themen der EpisodePersonalisierte MedizinTumoren werden heute zunehmend anhand ihrer biologischen Eigenschaften behandelt – nicht allein nach ihrem Ursprungsorgan. Dadurch können Therapien individueller ausgewählt werden. Genetische SequenzierungDurch die Analyse genetischer Veränderungen lassen sich sogenannte Treibermutationen identifizieren, für die inzwischen hochwirksame zielgerichtete Medikamente zur Verfügung stehen. Zielgerichtete TherapienTyrosinkinase-Inhibitoren blockieren gezielt krankhafte Signalwege innerhalb der Tumorzellen und ermöglichen häufig eine sehr wirksame Behandlung bei gleichzeitig guter Verträglichkeit. ImmuntherapieCheckpoint-Inhibitoren helfen dem Immunsystem dabei, Tumorzellen wieder als fremd zu erkennen und gezielt anzugreifen. Für viele Patientinnen und Patienten haben diese Therapien die Prognose grundlegend verbessert. Der Mensch bleibt im MittelpunktModerne Onkologie umfasst weit mehr als Medikamente. Psychoonkologie, Ernährung, Palliativmedizin und integrative Ansätze tragen wesentlich dazu bei, die Lebensqualität während der Behandlung zu erhalten. 
    💬 Die wichtigsten Erkenntnisse🟦 Moderne Krebsmedizin wird zunehmend personalisiert.🟦 Genetische Analysen ermöglichen individuell angepasste Therapien.🟦 Immuntherapien haben die Behandlung vieler Tumorerkrankungen grundlegend verändert.🟦 Lebensqualität ist heute ein zentrales Therapieziel.🟦 Erfolgreiche Onkologie verbindet Hightech mit Menschlichkeit.
    👨‍⚕️ Über unseren GesprächspartnerPD Dr. med. Marco Siano ist Facharzt für Innere Medizin und Medizinische Onkologie am Seeland Cancer Centerin Biel. Zuvor war er viele Jahre Chefarzt eines großen Tumorzentrums und verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Behandlung solider Tumoren, insbesondere von Plattenepithelkarzinomen und seltenen Tumorerkrankungen. Sein besonderes Interesse gilt der personalisierten Onkologie, der Präzisionsmedizin sowie einer ganzheitlichen Betreuung von Menschen mit Krebs.
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    🏥 Über das Seeland Cancer CenterDas Seeland Cancer Center in Biel bietet Patientinnen und Patienten mit Tumor- und Bluterkrankungen eine moderne, interdisziplinäre und wohnortnahe Versorgung. Neben innovativen medikamentösen Therapien gehören Ernährungsberatung, Psychoonkologie, integrative Medizin und eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen zum Behandlungskonzept. Ziel ist eine medizinisch hochwertige und gleichzeitig persönliche Betreuung während aller Phasen der Erkrankung.
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  • #68 Ernährung als Teil der Krebstherapie
    Ernährung ist TherapieViele Menschen verbinden Ernährung in erster Linie mit Prävention oder einem gesunden Lebensstil. Während einer Krebsbehandlung verändert sich diese Sichtweise jedoch grundlegend. Plötzlich geht es nicht mehr darum, möglichst fettarm oder kalorienbewusst zu essen. 

    Viel wichtiger ist es, den Körper ausreichend mit Energie und Eiweiß zu versorgen, um Kraft zu erhalten, Therapien besser zu vertragen und den Heilungsverlauf zu unterstützen. Genau hier setzt die moderne onkologische Ernährungstherapie an. 
    In dieser Episode des Thorax Schweiz Podcasts sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj mit Nadine Jarisch MSc, diplomierte Ernährungsberaterin und Master of Science.
    Seit vielen Jahren begleitet sie Menschen mit onkologischen und hämato-onkologischen Erkrankungen und unterstützt sie dabei, ihren Ernährungszustand trotz oftmals belastender Therapien zu stabilisieren. Heute arbeitet sie am Tumorzentrum Biel (Seeland Cancer Center)und betreut zusätzlich stationäre Patientinnen und Patienten an der Klinik Linde in Biel. 
    Gemeinsam sprechen sie darüber, weshalb Mangelernährung bei Krebserkrankungen so häufig vorkommt und warum sie häufig unterschätzt wird. Nadine Jarisch erklärt verständlich, welche Veränderungen Tumorerkrankungen im Stoffwechsel auslösen können, weshalb viele Betroffene an Gewicht verlieren und warum insbesondere der Verlust von Muskelmasse den weiteren Therapieverlauf erschweren kann. Ebenso geht sie auf die Auswirkungen von Chemotherapie, Immuntherapie und Bestrahlung auf Appetit, Geschmackssinn und Verdauung ein. 
    Ein weiterer Schwerpunkt der Episode ist die individuelle Ernährungstherapie. Die Expertin beschreibt, wie eine strukturierte Ernährungsberatung abläuft, welche Screeningverfahren eingesetzt werden und weshalb jede Behandlung an die persönliche Situation angepasst werden muss. Dabei erläutert sie anschaulich, wann eine Anpassung der normalen Ernährung ausreicht, wann spezielle Trinknahrung sinnvoll sein kann und in welchen Situationen eine Sonden- oder parenterale Ernährung notwendig wird. 
    Besonders praxisnah wird die Folge, wenn Nadine Jarisch auf Fragen eingeht, die ihr nahezu täglich gestellt werden. Darf ich noch Zucker essen? Sind Milchprodukte schädlich? Gibt es Lebensmittel, die Krebs "aushungern" können? Ihre Antworten beruhen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und räumen mit vielen verbreiteten Mythen auf. Sie macht deutlich, dass es während einer Krebsbehandlung keine allgemeingültige Krebsdiät gibt und dass individuelle Bedürfnisse immer Vorrang vor pauschalen Ernährungsempfehlungen haben. 
    Auch Angehörige stehen im Mittelpunkt dieser Episode. Sie erleben häufig mit großer Sorge, wie ein nahestehender Mensch an Gewicht verliert oder kaum noch essen kann. Nadine Jarisch erklärt, wie Angehörige sinnvoll unterstützen können, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen. Kleine Mahlzeiten, gemeinsames Essen, Geduld und Verständnis sind oftmals wertvoller als gut gemeinte Aufforderungen zum Essen. Zum Abschluss sprechen die Gastgeber mit ihrer Gesprächspartnerin darüber, welche Rolle Ernährung langfristig für Kraft, Mobilität und Lebensqualität spielt. Denn eine gute Ernährung kann dazu beitragen, Therapien besser zu vertragen, Komplikationen zu reduzieren und den Alltag trotz einer schweren Erkrankung möglichst selbstbestimmt zu gestalten. Gleichzeitig wird deutlich: Ernährung ersetzt keine Krebstherapie – sie ist aber ein wichtiger Baustein einer modernen, ganzheitlichen Behandlung. 

    💙 Darum geht es in dieser EpisodeWährend einer Krebsbehandlung verändern sich die Anforderungen an die Ernährung häufig grundlegend. Mangelernährung, Gewichtsverlust und Muskelabbau können den Therapieverlauf beeinflussen und die Lebensqualität erheblich einschränken.Nadine Jarisch erklärt, weshalb eine frühzeitige Ernährungstherapie so wichtig ist, wie Betroffene und Angehörige unterstützt werden können und welche Maßnahmen heute zur Verfügung stehen – von der Anpassung der täglichen Ernährung bis hin zu Trinknahrung oder Sondenernährung. Gleichzeitig ordnet sie zahlreiche Ernährungsmythen wissenschaftlich ein und zeigt, worauf Patientinnen und Patienten wirklich achten sollten.🩺 Das erwartet Sie in dieser FolgeIn dieser Episode erfahren Sie unter anderem:
    • Warum Mangelernährung bei Krebs so häufig auftritt
    • Welche Veränderungen Tumorerkrankungen im Stoffwechsel verursachen
    • Weshalb Eiweiß während einer Krebsbehandlung besonders wichtig ist
    • Wie eine professionelle Ernährungstherapie aufgebaut ist
    • Wann Trinknahrung oder Sondenernährung sinnvoll werden
    • Welche Rolle Angehörige spielen
    • Warum es keine wissenschaftlich belegte Krebsdiät gibt
    • Weshalb Ernährung den Behandlungserfolg und die Lebensqualität positiv beeinflussen kann
    🎧 Die wichtigsten Themen der Episode
    Warum Mangelernährung früh erkannt werden sollteBereits ein geringer unbeabsichtigter Gewichtsverlust kann den weiteren Krankheitsverlauf beeinflussen. Nadine Jarisch erklärt, wie Mangelernährung erkannt wird und weshalb ein frühzeitiges Eingreifen so wichtig ist. Der Stoffwechsel verändert sichTumorerkrankungen beeinflussen den gesamten Stoffwechsel. Appetitlosigkeit, ein erhöhter Energieverbrauch und Muskelabbau können bereits vor Therapiebeginn auftreten. Eiweiß als Schlüssel zur TherapieEine ausreichende Eiweißzufuhr unterstützt den Erhalt der Muskelmasse, die Regeneration und die Belastbarkeit während der Behandlung. Individuelle Ernährung statt pauschaler VerboteNicht jede Empfehlung aus dem Internet ist wissenschaftlich begründet. Entscheidend ist eine individuell angepasste Ernährung, die sich am aktuellen Gesundheitszustand orientiert. Angehörige sinnvoll einbindenAngehörige können eine wichtige Unterstützung sein. Verständnis, Geduld und gemeinsame Mahlzeiten helfen häufig mehr als Druck oder Verbote. Ernährung als Teil der KrebstherapieEine gute Ernährung ersetzt keine Tumorbehandlung, kann aber wesentlich dazu beitragen, Therapien besser zu vertragen, Komplikationen zu vermeiden und die Lebensqualität zu erhalten. 

    💬 Die wichtigsten Erkenntnisse🟦 Eine gute Ernährung kann den Behandlungserfolg positiv unterstützen und die Lebensqualität verbessern.🟦 Während einer Krebsbehandlung stehen Energie- und Eiweißversorgung im Vordergrund.🟦 Es gibt keine wissenschaftlich belegte Krebsdiät.🟦 Mangelernährung sollte möglichst früh erkannt und behandelt werden.🟦 Angehörige sind ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Ernährungstherapie.

    👩‍⚕️ Über unsere GesprächspartnerinNadine Jarisch MSc ist diplomierte Ernährungsberaterin und Master of Science in Ernährung und Diätetik. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Ernährungstherapie von Patientinnen und Patienten mit onkologischen und hämato-onkologischen Erkrankungen. Am Tumorzentrum Biel (Seeland Cancer Center) begleitet sie Betroffene vor, während und nach einer Krebsbehandlung. Darüber hinaus betreut sie stationäre Patientinnen und Patienten an der Klinik Linde in Biel. Sie engagiert sich seit vielen Jahren für eine evidenzbasierte Ernährungstherapie und hat an klinischen Studien mitgewirkt.
    Alle Infos zu unserer Gesprächspartnerin Frau Jarisch und Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier >>>

    🏥 Über das Tumorzentrum Biel (Seeland Cancer Center)Das Tumorzentrum Biel (Seeland Cancer Center) vereint Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener Fachrichtungen unter einem Dach und bietet Patientinnen und Patienten mit Tumor- und Bluterkrankungen eine umfassende und wohnortnahe Betreuung. Durch die enge Zusammenarbeit von Onkologie, Hämatologie, Ernährungstherapie, Pflege und weiteren Fachdisziplinen entsteht eine individuelle Behandlung, die medizinische Kompetenz und persönliche Begleitung miteinander verbindet.
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    🌐 Über Thorax SchweizThorax Schweiz informiert Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie Fachpersonen über Erkrankungen der Lunge, des Brustkorbs und der Atemwege. Gemeinsam mit erfahrenen Expertinnen und Experten vermitteln wir verständliches, wissenschaftlich fundiertes Wissen rund um Prävention, Diagnostik, moderne Therapien und Nachsorge. Unser Ziel ist es, medizinisches Wissen verständlich aufzubereiten und Menschen auf ihrem Weg kompetent zu begleiten.
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