Thorax Schweiz: Der Podcast

Thorax Schweiz: Der Podcast

By Tariq Abu-Naaj & Dr. med. Roland KusterScienceMedicineHealth & Fitness
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Thorax Schweiz: Der Podcast episodes

  • #87 Neue Hoffnung durch Immuntherapie
    Immuntherapie gegen Lungenkrebs – was heute möglich ist
    Immuntherapie bei Lungenkrebs: Wie moderne Onkologie die Behandlung verändertDie Diagnose Lungenkrebs ist für Betroffene und Angehörige häufig mit grosser Unsicherheit verbunden. Gleichzeitig haben sich die Behandlungsmöglichkeiten in der Onkologie in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt.Während früher vor allem Operation, Chemotherapie und Bestrahlung im Mittelpunkt standen, können heute bei bestimmten Patientinnen und Patienten zusätzlich Immuntherapien und zielgerichtete Medikamente eingesetzt werden.Doch was bedeutet das konkret?
    Warum kann eine Immuntherapie bei einem Patienten sehr gut wirken und bei einem anderen kaum? Welche Rolle spielen genetische Veränderungen des Tumors? Und weshalb ist es heute so wichtig, einen Lungentumor vor Beginn der Behandlung möglichst genau zu charakterisieren?
    Darüber sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj in dieser Folge des Thorax Schweiz Podcasts mit Dr. med. Andreas Jakobs, Facharzt für Innere Medizin sowie Hämatologie und internistische Onkologie an der Hirslanden Klinik Aarau.
    Nicht jeder Lungentumor ist gleichDer Begriff Lungenkrebs beschreibt nicht eine einzige Erkrankung. Tumoren können sich hinsichtlich ihrer Zellart, ihrer biologischen Eigenschaften und bestimmter molekularer Veränderungen deutlich voneinander unterscheiden.Diese Unterschiede können entscheidend dafür sein, welche Therapie eingesetzt wird.Deshalb reicht es heute bei vielen Patientinnen und Patienten nicht mehr aus, lediglich festzustellen, dass ein bösartiger Lungentumor vorliegt. Das Tumorgewebe wird genauer untersucht, um Eigenschaften zu finden, die Hinweise auf die optimale Behandlung geben können.Damit wird die Therapie zunehmend individueller.
    Was ist eine Immuntherapie?Unser Immunsystem ist grundsätzlich dazu in der Lage, krankhaft veränderte Zellen zu erkennen und zu bekämpfen. Tumorzellen verfügen jedoch über verschiedene Mechanismen, mit denen sie sich dieser Immunantwort entziehen können.Bestimmte moderne Immuntherapien setzen genau an diesem Punkt an.Sie greifen nicht unmittelbar die Krebszelle an, wie es beispielsweise bei einer klassischen Chemotherapie geschieht, sondern können bestimmte Bremsmechanismen des Immunsystems beeinflussen. Dadurch kann das körpereigene Abwehrsystem Tumorzellen wieder besser erkennen und bekämpfen.Im Podcast erklärt Dr. Andreas Jakobs, warum dieses Prinzip die Behandlung verschiedener Tumorerkrankungen verändert hat und welche Bedeutung es beim Lungenkrebs besitzt.
    Immuntherapie ist nicht für jeden Patienten geeignetEine der grossen Herausforderungen der modernen Onkologie besteht darin herauszufinden, welche Patientinnen und Patienten besonders von einer bestimmten Behandlung profitieren können.Dafür werden sogenannte Biomarker untersucht.Sie können Hinweise darauf geben, ob beispielsweise eine Immuntherapie oder eine zielgerichtete Therapie infrage kommt.Auch Tumorart, Krankheitsstadium, Allgemeinzustand und mögliche Begleiterkrankungen spielen bei der Therapieentscheidung eine wichtige Rolle.Die Entscheidung erfolgt deshalb in der Regel nicht durch eine einzelne Fachperson, sondern interdisziplinär.Zielgerichtete TherapieEin weiterer wichtiger Fortschritt sind sogenannte zielgerichtete Medikamente.Bei manchen Lungentumoren finden sich bestimmte molekulare oder genetische Veränderungen, die das Wachstum der Krebszellen antreiben. Sind solche Veränderungen bekannt und stehen passende Medikamente zur Verfügung, kann die Therapie gezielt an diesen Mechanismen ansetzen.Damit gewinnt die molekulare Diagnostik zunehmend an Bedeutung.Aus der Frage„Welche Art von Lungenkrebs liegt vor?“wird immer häufiger zusätzlich die Frage:„Welche biologischen Eigenschaften besitzt genau dieser Tumor?“Chemotherapie hat weiterhin einen wichtigen StellenwertDie Entwicklung neuer Medikamente bedeutet nicht, dass die klassische Chemotherapie keine Rolle mehr spielt.Je nach Tumorart und Krankheitsstadium kann sie weiterhin ein zentraler Bestandteil der Behandlung sein.
    Auch Kombinationen verschiedener Verfahren werden eingesetzt. So können beispielsweise Chemotherapie und Immuntherapie miteinander kombiniert oder medikamentöse Therapien mit Operation und Bestrahlung abgestimmt werden.Welches Konzept sinnvoll ist, hängt von der individuellen Erkrankungssituation ab.Nebenwirkungen einer ImmuntherapieViele Patientinnen und Patienten verbinden eine Krebstherapie mit typischen Nebenwirkungen einer Chemotherapie wie Haarausfall, Übelkeit oder Erschöpfung.Immuntherapien besitzen jedoch ein anderes Nebenwirkungsprofil.Da sie das Immunsystem beeinflussen, kann dieses in manchen Fällen auch gesundes Gewebe angreifen. Dadurch können entzündliche Reaktionen an unterschiedlichen Organen auftreten.Deshalb ist es wichtig, dass Patientinnen und Patienten Veränderungen oder neue Beschwerden während der Therapie frühzeitig mit ihrem Behandlungsteam besprechen.
    Welche Fortschritte wurden erreicht?Besonders bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen haben neue Medikamente die Behandlungsmöglichkeiten erheblich erweitert.Patientinnen und Patienten, für die früher nur begrenzte therapeutische Optionen zur Verfügung standen, können heute in bestimmten Situationen deutlich länger von einer Behandlung profitieren.Dabei geht es nicht ausschliesslich um Lebenszeit.Ein wichtiges Ziel moderner Krebstherapie ist ebenso, die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten und Beschwerden durch die Erkrankung zu reduzieren.Die wichtigsten Themen dieser FolgeIn dieser Folge erfahren Sie unter anderem:
    • welche Rolle die internistische Onkologie bei der Behandlung von Lungenkrebs übernimmt
    • warum Lungenkrebs nicht gleich Lungenkrebs ist
    • welche Untersuchungen vor Beginn einer medikamentösen Therapie wichtig sein können
    • wie eine Immuntherapie funktioniert
    • worin sich Immuntherapie und Chemotherapie unterscheiden
    • welche Patientinnen und Patienten von einer Immuntherapie profitieren können
    • welche Nebenwirkungen bei Immuntherapien auftreten können
    • was unter einer zielgerichteten Therapie verstanden wird
    • weshalb Biomarker und molekulare Diagnostik immer wichtiger werden
    • was personalisierte Medizin beim Lungenkrebs bedeutet
    • welche Rolle Kombinationstherapien spielen
    • wie sich die Prognose bei bestimmten Formen von Lungenkrebs verändert hat.
    Alle Kontaktinformationen von Herrn Dr. med. Andreas Jakob
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    Weitere verständliche Informationen über Lungenerkrankungen, Diagnostik und moderne Behandlungsmöglichkeiten finden Sie unter:thorax-schweiz.ch


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    29 min
  • #86 Wenn der Körper heilen soll: Neue Wege in der Sportmedizin
    Was braucht der Körper, um sich nach einer Verletzung zu erholen? Und welche Rolle spielen dabei moderne Behandlungsverfahren, Bewegung, Schlaf und das persönliche Umfeld?

    In dieser Episode des Thorax Schweiz Podcast sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj mit
    Dr. med. Eva-Leena Trachsler und Dr. med. univ. Philipp Sacherer von MEDANDSPORT KLOTEN über aktuelle Ansätze der Sportmedizin.

    Die beiden kennen sich aus ihrer früheren Tätigkeit in der Sportmedizin und verbinden in ihrer Praxis verschiedene medizinische Blickwinkel. Dr. Sacherer ist in der Allgemein- und Sportmedizin tätig und betreut als Teamarzt den EHC Kloten. Frau Dr. Trachsler ist Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie und ergänzt die Sportmedizin unter anderem durch komplementärmedizinische Ansätze.

    Der EHC Kloten (Eishockey Club Kloten) ist ein traditionsreicher Schweizer Eishockeyverein aus Kloten bei Zürich. Seine erste Mannschaft spielt in der National League, der höchsten Schweizer Eishockeyliga – vergleichbar mit der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Der 1934 gegründete Club trägt seine Heimspiele in der SWISS Arena aus. Dr. Sacherer betreut die Profimannschaft als Teamarzt.

    Wie anspruchsvoll die Betreuung eines Eishockeyteams sein kann, zeigt Dr. Sacherer am Beispiel der laufenden Saison und der Playoffs: Akute Verletzungen, Infekte, Rehabilitation und die Entscheidung, wann ein Spieler wieder einsatzfähig ist, verlangen eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzteteam, Physiotherapie, Sportwissenschaft und Trainerstab.
    Zur Sprache kommen typische Verletzungen an Schulter, Hüfte, Knie und Sprunggelenk, aber auch Rippenprellungen und der seltenere Pneumothorax, bei dem Luft in den Raum zwischen Lunge und Brustwand gelangt.

    Ein weiterer Schwerpunkt ist die regenerative Medizin des Bewegungsapparates. Frau Dr. Trachsler erklärt den Gedanken, körpereigene Heilungsprozesse zu unterstützen und erläutert Verfahren, die in der Praxis ergänzend eingesetzt werden – darunter aufbereitetes Eigenblut, Injektionstherapien und fokussierte Stosswellentherapie. Zugleich warnt sie vor überzogenen Heilversprechen:
    Nicht jedes neue Verfahren ist automatisch ausreichend wissenschaftlich belegt. Eine sorgfältige Diagnose und etablierte aktive Therapien bleiben zentral.

    Wie lassen sich klassische Schulmedizin und Komplementärmedizin sinnvoll miteinander kombinieren?
    Das Gespräch beleuchtet unter anderem Akupunktur, Mind-Body-Medizin, Stressregulation und die Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung. Dabei wird deutlich: Solche Verfahren werden von den Gästen als mögliche Ergänzung zu anderen Therapieformen beschrieben, nicht als Ersatz für eine medizinisch notwendige Behandlung.

    Ausserdem sprechen die Gäste darüber, warum eine wirksame Rehabilitation weit über die Behandlung einer einzelnen Sehne oder eines Gelenks hinausgeht. Schlaf, Ernährung, Belastungssteuerung, das physiotherapeutische Netzwerk und individuelle Lebensumstände können eine grosse Rolle spielen. Und nicht zuletzt braucht gute Medizin Zeit, Zuhören und eine gemeinsame Entscheidung darüber, welche Behandlung für einen bestimmten Menschen tatsächlich sinnvoll und im Alltag umsetzbar ist.

    Diese Folge richtet sich an Menschen mit Beschwerden des Bewegungsapparates, sportlich Aktive und alle, die erfahren möchten, wie verschiedene medizinische Disziplinen in der Praxis zusammenarbeiten.

    Weiterführende Links
    MEDANDSPORT KLOTEN –
    Praxis für Sport- und Allgemeinmedizin: https://www.medandsport-kloten.ch/

    Thorax Schweiz – Patientenratgeber und Podcast: https://thorax-schweiz.ch/

    Hinweis Die besprochenen Behandlungsverfahren haben je nach Erkrankung und Indikation eine unterschiedliche wissenschaftliche Evidenz. Informationen aus dem Podcast ersetzen keine individuelle ärztliche Untersuchung oder Therapieempfehlung.
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    34 min
  • #85 Unfallchirurgie im Alter – zurück auf die Beine
    Unfälle im Alter: Warum schnelle Mobilisation so entscheidend ist

    Ein Sturz kann für ältere Menschen weitreichende Folgen haben. Nicht nur, weil Knochen im Alter häufiger brechen, sondern auch, weil Begleiterkrankungen, der allgemeine Gesundheitszustand und die bisherige Selbstständigkeit darüber mitentscheiden, wie gut und wie schnell sich ein Mensch von einer Verletzung erholt. In dieser Folge des Thorax Schweiz Podcast sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj mit Dr. med. Michele Arigoni, Chefarzt Traumatologie am Spital Uster. Er erklärt, warum die Behandlung älterer Unfallpatientinnen und -patienten andere Anforderungen stellt als bei jüngeren Menschen und weshalb dabei immer der ganze Mensch betrachtet werden muss. 
    Zu den häufigen Verletzungen im Alter gehören Frakturen an Hüfte, Handgelenk und Schulter. Ein Grund dafür ist, dass Schutzreaktionen beim Sturz mit zunehmendem Alter weniger ausgeprägt sein können. Gleichzeitig spielt Osteoporose eine wichtige Rolle: Eine verminderte Knochenfestigkeit kann dazu führen, dass bereits ein Sturz mit vergleichsweise geringer Energie einen Knochenbruch verursacht. 
    Dr. Arigoni erläutert, welche Bedeutung moderne Implantate und Operationsverfahren bei osteoporotischen Knochen haben und warum die Entscheidung für oder gegen eine Operation nicht allein vom Alter abhängen darf. Entscheidend sind vielmehr die individuelle Ausgangssituation, Begleiterkrankungen, die Mobilität vor dem Unfall, die Wohnsituation 
    und die persönlichen Ziele der Patientin oder des Patienten. Eine Operation kann dabei nicht nur der Wiederherstellung der Mobilität dienen, sondern in bestimmten Situationen auch eine wichtige Form der Schmerztherapie sein. 
    Ein besonderer Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf der frühen Mobilisation. Gerade für ältere Menschen kann längeres Liegen zusätzliche gesundheitliche Probleme mit sich bringen. Deshalb ist es ein wesentliches Ziel der Behandlung, Patientinnen und Patienten nach einer Verletzung oder Operation möglichst rasch wieder in Bewegung zu bringen. Dafür braucht es die enge Zusammenarbeit von Unfallchirurgie, Anästhesie, Innerer Medizin, Altersmedizin, Pflege und Physiotherapie. Auch die Zeit nach dem Akutspital ist Thema der Folge. Dr. Arigoni beschreibt Möglichkeiten wie Rehabilitation, akutgeriatrische Rehabilitation und Übergangspflege. Das übergeordnete Ziel bleibt dabei möglichst, den Zustand und die Selbstständigkeit vor dem Unfall wieder zu erreichen und eine Rückkehr in das vertraute Lebensumfeld zu ermöglichen. 
    Zum Abschluss geht es um die Frage, wie sich weitere Stürze und Frakturen verhindern lassen. Ganganalyse, .berprüfung von Sehvermögen und Gleichgewicht, eine gute altersmedizinische Betreuung und die Abklärung beziehungsweise Behandlung einer Osteoporose können wichtige Bausteine der Prävention sein. Eine Folge über moderne Unfallchirurgie, aber vor allem über eine zentrale Frage im höheren Lebensalter: Was braucht ein Mensch nach einer Verletzung, um möglichst sicher, selbstständig und mit guter Lebensqualität wieder auf die Beine zu kommen? 
    3. Das erfahren Sie in dieser Folge • Warum Unfallverletzungen bei älteren Menschen häufig komplexer sind als bei jüngeren. • Welche Rolle Begleiterkrankungen, Allgemeinzustand und Osteoporose bei der Therapieplanung spielen. • Warum Hüfte, Handgelenk und Schulter im Alter besonders häufig von Frakturen betroffen sind. • Wie moderne Implantate und Operationstechniken die Behandlung osteoporotischer Knochen unterstützen. • Warum das kalendarische Alter allein keine ausreichende Grundlage für eine Therapieentscheidung ist. • Weshalb eine Operation in bestimmten Situationen auch der Schmerzreduktion und der besseren Pflege dienen kann. • Warum frühe Mobilisation gerade im Alter so wichtig ist. • Welche Bedeutung die Zusammenarbeit von Unfallchirurgie, Anästhesie, Innerer Medizin, Altersmedizin, Pflege und Physiotherapie hat. • Welche Möglichkeiten bestehen, wenn eine direkte Rückkehr nach Hause noch nicht möglich ist.

    Über unseren Gast:
    Dr. med. Michele Arigoni ist Chefarzt Traumatologie am Spital Uster und Facharzt für Chirurgie mit den Schwerpunkten Allgemeinchirurgie und Traumatologie. Das Leistungsspektrum der Traumatologie und Unfallchirurgie am Spital Uster umfasst die Notfallbehandlung von Verletzungen des Bewegungsapparates sowie deren operative und konservative Versorgung. Bei der Behandlung arbeiten unter anderem Traumatologie, Orthopädie und Handchirurgie eng zusammen.
    Hier finden Sie die Webseite des Spitals Uster >>>
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    18 min
  • #84 Rauchstopp – warum Sie es nicht allein schaffen müssen
    Rauchstopp: Es geht um mehr als Willenskraft„Ich könnte jederzeit aufhören.“ Diesen Gedanken kennen vermutlich viele Menschen, die rauchen oder andere Nikotinprodukte konsumieren. Doch wenn der Entschluss tatsächlich gefasst ist, zeigt sich häufig, wie schwierig der Ausstieg sein kann.Das liegt nicht einfach an mangelnder Disziplin. Nikotin wirkt direkt auf das Belohnungssystem im Gehirn. Gleichzeitig verknüpft sich der Konsum im Laufe der Zeit mit Gewohnheiten und bestimmten Situationen: die Zigarette am Morgen, die Pause bei der Arbeit, Stress, ein schwieriges Gespräch oder der gemeinsame Abend mit Freunden. Körperliche Abhängigkeit, psychische Routinen und das soziale Umfeld greifen ineinander.

    In Folge #84 des Thorax Schweiz Podcasts sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj mit
    Ursina Raymann, Bereichsleiterin Gesundheitsförderung und Prävention sowie Mitglied der Geschäftsleitung
    der Lungenliga Ost.Ursina Raymann kommt ursprünglich aus den Sportwissenschaften und arbeitete rund 15 Jahre im psychiatrischen Umfeld. Heute beschäftigt sie sich intensiv mit Gesundheitsförderung und Prävention. Im Podcast erklärt sie, warum sie gerade in der Prävention ein enormes Potenzial sieht, Menschen zu stärken und Erkrankungen möglichst zu verhindern.

    Warum fällt der Rauchstopp so schwer?Ein wichtiger Teil des Gesprächs beschäftigt sich mit der Frage, warum der Wunsch aufzuhören allein häufig nicht ausreicht.Neben der körperlichen Nikotinabhängigkeit spielen erlernte Verhaltensmuster eine entscheidende Rolle. Bestimmte Situationen werden über Jahre mit dem Konsum verbunden. Deshalb sollte eine erfolgreiche Tabak- oder Nikotinentwöhnung nach Ansicht von Ursina Raymann körperliche, psychische und soziale Faktoren berücksichtigen.
    Rückfall? Nicht gleich aufgebenBesonders wichtig ist Ursina Raymann ein realistischer Umgang mit Rückfällen. Ein erneuter Griff zur Zigarette bedeutet nicht, dass der gesamte Versuch gescheitert ist.Entscheidend ist vielmehr, herauszufinden, welche Situationen das Verlangen auslösen und welche alternativen Verhaltensweisen helfen können.Für Momente mit starkem Verlangen nennt sie im Gespräch eine besonders einfache Strategie:Die 3A-Regel:Abwarten. Ablenken. Abhauen.Denn starkes Verlangen – das sogenannte Craving – kann wieder abklingen. Gleichzeitig empfiehlt sie, sich bei Rückschlägen nicht selbst zu verurteilen, sondern daraus zu lernen und den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. 

    Welche Unterstützung bietet die Lungenliga Ost?Niemand muss einen Rauchstopp allein bewältigen.Die Lungenliga Ost bietet beziehungsweise vermittelt unterschiedliche Unterstützungsformen. Dazu gehören Einzelberatungen und Gruppenkurse sowie die Zusammenarbeit mit medizinischen Partnern. Zusätzlich gibt es nationale Angebote mit telefonischer oder digitaler Beratung.Dabei gibt es nicht den einen richtigen Weg für alle. Manche Menschen profitieren vom persönlichen Einzelgespräch, andere von einer Gruppe und wieder andere bevorzugen eine telefonische oder digitale Unterstützung. Ziel ist es, ein Angebot zu finden, das zur jeweiligen Person und ihrer Lebenssituation passt.

    Vapes und Pouches: eine neue HerausforderungBesondere Aufmerksamkeit widmet die Episode jungen Menschen. E-Zigaretten, Einweg-Vapes und Nikotin-Pouches werden häufig modern und attraktiv präsentiert und können dadurch harmloser wirken, als sie sind.Ursina Raymann berichtet aus der Präventionsarbeit an Schulen, dass gerade Jugendliche für neue Produkte und Trends empfänglich sind. Deshalb setzt die Lungenliga nicht nur auf Warnungen, sondern auf Gesundheitskompetenz: Jugendliche sollen verstehen, warum sie angesprochen werden und welche Bedeutung ihre Entscheidungen für die eigene Gesundheit haben können.


    Das erwartet Sie in dieser Folge
    • Warum Nikotin so stark abhängig machen kann
    • Weshalb Rauchstopp nicht nur eine Frage der Willenskraft ist
    • Welche Rolle Gewohnheiten und das soziale Umfeld spielen
    • Wie die 3A-Strategie bei akutem Verlangen helfen kann
    • Warum Rückfälle nicht das Ende eines Rauchstopps bedeuten müssen
    • Welche Angebote die Lungenliga Ost zur Rauch- und Nikotinentwöhnung bietet
    • Was Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention bedeuten
    • Warum Vapes und Nikotin-Pouches gerade bei Jugendlichen ein wichtiges Präventionsthema sind
    • Weshalb professionelle Unterstützung den Weg zum Rauchstopp erleichtern kann
    Über unsere GesprächspartnerinUrsina Raymann ist Bereichsleiterin Gesundheitsförderung und Prävention sowie Mitglied der Geschäftsleitung der Lungenliga Ost. Ursprünglich kommt sie aus den Sportwissenschaften und ist Bewegungs- und Sporttherapeutin. Nach rund 15 Jahren Tätigkeit im psychiatrischen Umfeld wechselte sie in den Bereich Prävention und Gesundheitsförderung.Bei der Lungenliga Ost setzt sie sich dafür ein, Lungenerkrankungen möglichst zu verhindern, Gesundheitskompetenz zu stärken und gleichzeitig Menschen zu unterstützen, die bereits mit einer Atemwegs- oder Lungenerkrankung leben.

    Über die Lungenliga OstDie Lungenliga Ost ist eine Non-Profit-Organisation und Beratungs- und Informationsstelle rund um Atmung und Lungengesundheit. Sie begleitet Menschen mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen und engagiert sich gleichzeitig intensiv in Prävention und Gesundheitsförderung.Zum Angebot gehören unter anderem Beratung, Präventionsarbeit, Unterstützung beim Rauch- und Nikotinstopp sowie Angebote, die Menschen mit bestehenden Lungenerkrankungen dabei unterstützen sollen, möglichst selbstständig und mit hoher Lebensqualität zu leben.

    Hier geht es zur Webseite der Lungenliga Ost >>>
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    26 min
  • #83 Schlafapnoe am Steuer: Wenn Müdigkeit zur Gefahr wird
    Schlafapnoe am Steuer: Wenn Müdigkeit zur Gefahr wirdMorgens aufwachen und trotzdem erschöpft sein. Tagsüber gegen Müdigkeit kämpfen. Und dabei beruflich einen bis zu 40 Tonnen schweren Lastwagen sicher durch den Strassenverkehr bewegen müssen.Für Raoul Hangartner war diese Situation lange Realität.Seit 32 Jahren arbeitet er als Berufschauffeur und ist regelmässig auf langen Strecken unterwegs. Seine Fahrten führen ihn unter anderem von der Ostschweiz bis ins Ruhrgebiet nach Deutschland.Dass hinter seiner anhaltenden Müdigkeit eine Schlafapnoe steckte, wusste er zunächst nicht.
    In dieser Folge des Thorax Schweiz Podcasts spricht Raoul Hangartner mit Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj über seine Erfahrungen mit der Erkrankung, den Weg zur Diagnose und darüber, wie eine CPAP-Therapie seinen Schlaf und seinen Alltag verändert hat.Wenn Schlaf nicht mehr erholsam istSchlafapnoe ist eine Erkrankung, bei der es während des Schlafs wiederholt zu Atemaussetzern oder einer deutlich verminderten Atmung kommt.Dadurch kann der Schlaf gestört werden, ohne dass die betroffene Person die nächtlichen Ereignisse bewusst wahrnimmt.Zu den möglichen Folgen gehören ausgeprägte Tagesmüdigkeit, Konzentrationsprobleme und eine verminderte Leistungsfähigkeit.Raoul Hangartner beschreibt, dass er morgens häufig genauso müde aufwachte, wie er am Abend eingeschlafen war.
    Während langer Fahrten musste er deshalb immer wieder Pausen einlegen und sich hinlegen.Rückblickend berichtet er auch von gefährlichen Situationen durch Sekundenschlaf.Die Diagnose kam überraschendEntdeckt wurde die Schlafapnoe bei Raoul Hangartner im Rahmen einer Abklärung wegen seines Übergewichts.Zunächst erhielt er ein kleines Messgerät, das seine Atmung während der Nacht untersuchte.Die Ergebnisse führten zu einer weiteren Untersuchung im Schlaflabor.Dort wurde die Schlafapnoe bestätigt.Für Raoul war die Diagnose zunächst ein Schock. Gleichzeitig war er erleichtert, endlich eine Erklärung für seine anhaltende Müdigkeit zu haben.Denn nun konnte die Erkrankung gezielt behandelt werden.„Mein Kompressor“ – der Beginn einer neuen SchlafqualitätNach der Diagnose erhielt Raoul Hangartner ein CPAP-Gerät.Bei der CPAP-Therapie wird während des Schlafs über eine Maske ein kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck erzeugt. Dieser hilft dabei, die oberen Atemwege offenzuhalten.Raoul nennt sein Gerät liebevoll seinen „Kompressor“.
    Anders als viele Betroffene hatte er kaum Schwierigkeiten, sich an die Maske und den Schlauch zu gewöhnen.Schon in den ersten Nächten bemerkte er eine deutliche Veränderung.Er konnte wieder erholsamer schlafen und fühlte sich morgens wesentlich ausgeruhter.Diese unmittelbare Verbesserung war für ihn eine wichtige Motivation, die Therapie regelmässig anzuwenden.Schlafapnoe und Sicherheit im StrassenverkehrEin besonders wichtiger Teil unseres Gesprächs beschäftigt sich mit der Verantwortung von Berufschauffeuren.Raoul Hangartner transportiert mit seinem Lastwagen schwere Lasten und legt regelmässig grosse Entfernungen zurück.
    Unbehandelte Schlafapnoe mit ausgeprägter Tagesmüdigkeit kann die Aufmerksamkeit beeinträchtigen und das Unfallrisiko erhöhen.Raoul erzählt offen, dass er früher auch Situationen erlebte, in denen er durch Sekundenschlaf gefährdet war.Seine Geschichte macht deutlich, wie wichtig es ist, anhaltende Müdigkeit ernst zu nehmen und medizinisch abklären zu lassen.Gerade Menschen, die beruflich Fahrzeuge führen oder Maschinen bedienen, tragen eine besondere Verantwortung.
    Bei Schläfrigkeit am Steuer sollte die Fahrt nicht fortgesetzt werden. Betroffene sollten sich ärztlich untersuchen lassen und ihre Fahreignung gegebenenfalls fachlich beurteilen lassen.Mit dem CPAP-Gerät unterwegsAls Berufschauffeur verbringt Raoul Hangartner regelmässig Nächte im Lastwagen.Sein CPAP-Gerät begleitet ihn dabei.Im Interview beschreibt er, wie selbstverständlich die Therapie inzwischen zu seinem Alltag gehört.Er nutzt das Gerät auch unterwegs und lässt es regelmässig bei der Lungenliga kontrollieren.Bei diesen Terminen werden die gespeicherten Therapiedaten besprochen und das Gerät überprüft.Die Betreuung hilft ihm, seine Therapie langfristig fortzuführen.Was hat sich durch die Behandlung verändert?Für Raoul Hangartner ist die wichtigste Veränderung eindeutig: Er schläft wieder besser.Doch auch sein Umfeld hat Unterschiede bemerkt.Er berichtet, dass er früher durch seine Müdigkeit manchmal gereizter war und schneller ungeduldig reagierte.Seit der Behandlung fühlt er sich ausgeglichener und kann seinem Beruf wieder mit mehr Freude nachgehen.Die Therapie hat ihm damit nicht nur erholsamere Nächte ermöglicht, sondern auch sein Wohlbefinden im Alltag verbessert.
    Eine zusätzliche gesundheitliche HerausforderungIm Gespräch berichtet Raoul auch von einer schweren Lungenembolie, die unabhängig von seiner Schlafapnoe medizinisch behandelt werden musste.Er beschreibt die damalige Atemnot und den Weg zur Diagnose.
    Diese Erfahrung zeigt, dass neue oder plötzlich zunehmende Atembeschwerden nicht automatisch einer bereits bekannten Erkrankung zugeschrieben werden dürfen.Plötzliche oder schwere Atemnot kann ein medizinischer Notfall sein und erfordert sofortige Abklärung.Aus Raouls Schilderung lässt sich weder ableiten, dass seine Schlafapnoe die Lungenembolie verursacht hat, noch dass die CPAP-Therapie eine Lungenembolie verhindern oder behandeln könnte.Warum die Betreuung durch die Lungenliga wichtig istRaoul Hangartner berichtet sehr positiv über die Unterstützung durch die Lungenliga.Besonders schätzt er, dass er das Therapiegerät mieten kann und dass es regelmässig fachlich überprüft wird.Für ihn bedeutet diese Betreuung Sicherheit und Kontinuität.Denn eine Schlafapnoe-Therapie endet nicht mit der Übergabe eines Gerätes.Auch langfristige Kontrollen, eine passende Maske und die richtige Einstellung sind wichtig.Seine Botschaft an andere Betroffene
    Am Ende des Gesprächs richtet sich Raoul Hangartner an Menschen, die möglicherweise selbst unter Schlafapnoe leiden.Sein Rat ist einfach:
    Lassen Sie sich untersuchen und nehmen Sie Hilfe an.Aus seiner eigenen Erfahrung weiss er, wie stark sich die Lebensqualität durch eine geeignete Behandlung verbessern kann.Und er möchte anderen die Sorge nehmen, dass eine CPAP-Therapie zwangsläufig eine grosse Einschränkung bedeutet.Für ihn gehört sein „Kompressor“ heute ganz selbstverständlich zum Leben.In dieser Folge erfahren Sie:
    • wie Raoul Hangartners Schlafapnoe entdeckt wurde,
    • welche Beschwerden ihn vor der Diagnose begleiteten,
    • warum Tagesmüdigkeit für Berufschauffeure besonders gefährlich sein kann,
    • wie die Untersuchungen im Schlaflabor abliefen,
    • warum ihm die CPAP-Therapie schon in den ersten Nächten half,
    • wie er sein Gerät auf langen Lastwagenfahrten nutzt,
    • welche Veränderungen seine Arbeitskollegen bemerkten,
    • wie die Lungenliga ihn bei der Therapie unterstützt,
    • warum regelmässige Kontrollen wichtig sind,
    • und welchen Rat er anderen Menschen mit Schlafapnoe gibt.
    Unser GastRaoul Hangartner
    Schlafapnoe-Patient und Berufschauffeur mit 32 Jahren Berufserfahrung.Er berichtet über seinen persönlichen Weg zur Diagnose, seine CPAP-Therapie und das Leben mit Schlafapnoe im Berufsalltag.HostsDr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-NaajThorax Schweiz – medizinisches Wissen verständlich erklärt.

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    22 min
  • #82 Das Leben ist zu schön, um aufzugeben
    „Das Leben ist zu schön, um aufzugeben“ – Marco Winiger über sein Leben mit COPDWas passiert, wenn ein Spaziergang von 200 Metern zur Herausforderung wird? Wenn körperliche Leistungsfähigkeit verloren geht und man plötzlich auf die Hilfe anderer angewiesen ist? Und wie findet man trotz einer chronischen Lungenerkrankung wieder Zuversicht und Lebensfreude?
    In Folge #82 des Thorax Schweiz Podcasts sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj mit Marco Winiger, der seit vielen Jahren mit COPD lebt.
    Marco ist 55 Jahre alt, gelernter Mechaniker, Vater, Grossvater und Partner. Seine COPD-Diagnose erhielt er ungefähr zwischen 2005 und 2010. Doch zunächst schenkte er der Erkrankung kaum Beachtung.Heute spricht er offen über seine Erfahrungen, seine körperlichen Einschränkungen, die schwierige Zeit nach einem schweren Unfall und den langen Weg zu einem bewussteren Umgang mit seiner Gesundheit.Es ist ein Gespräch über COPD – vor allem aber über Selbstwert, Akzeptanz, persönliche Veränderungen und die Frage, was ein erfülltes Leben ausmacht.„COPD waren für mich nur vier Buchstaben“
    Als Marco Winiger seine Diagnose erhielt, konnte er zunächst wenig damit anfangen.Er arbeitete weiter, lebte wie zuvor und ignorierte die zunehmenden Einschränkungen seiner körperlichen Leistungsfähigkeit.Dass er schneller ausser Atem geriet oder bei bestimmten Aktivitäten nicht mehr so belastbar war, nahm er kaum ernst.
    Erst nach einem schweren Unfall im Jahr 2018 und mehreren anschliessenden Operationen veränderte sich seine Situation grundlegend.Längere Phasen mit eingeschränkter Bewegungsmöglichkeit und zunehmende Atembeschwerden führten dazu, dass er sich intensiver mit seiner Gesundheit auseinandersetzen musste.Besonders belastend war für ihn, dass er nicht mehr arbeiten konnte und seine bisherige Leistungsfähigkeit verlor.Wenn Leistung zum Massstab für den eigenen Wert wirdMarco beschreibt im Interview einen sehr persönlichen Konflikt.Über viele Jahre definierte er seinen Selbstwert stark über seine Arbeit und darüber, was er für andere leisten konnte.
    Er war es gewohnt, Verantwortung zu übernehmen, anderen zu helfen und körperlich aktiv zu sein.Plötzlich musste er akzeptieren, dass er selbst Unterstützung benötigte.Diese Veränderung fiel ihm zunächst schwer.Heute kann er Hilfe annehmen und betrachtet sich nicht mehr ausschliesslich über das, was er körperlich leisten kann.
    Eine Erkenntnis, die weit über die COPD-Erkrankung hinausgeht.Der Wendepunkt: «Besser leben mit COPD»Ein wichtiger Wendepunkt kam für Marco im Jahr 2021.
    Auf Empfehlung seines Arztes nahm er am Kurs «Besser leben mit COPD» der Lungenliga teil.Dort verstand er nach eigenen Worten zum ersten Mal wirklich, was seine Erkrankung bedeutet, warum bestimmte Beschwerden auftreten und wie er seine Behandlung bewusster gestalten kann.Besonders wertvoll war für ihn auch der Austausch mit anderen Betroffenen.Die Begegnungen halfen ihm, seine eigene Situation besser einzuordnen und Entscheidungen für seine Gesundheit zu treffen.Der Kurs war für ihn nicht einfach eine Informationsveranstaltung, sondern der Beginn einer grundlegenden Veränderung.
    Der Rauchstopp – eine schwierige, aber wichtige EntscheidungMarco spricht sehr offen über seine langjährige Rauchgeschichte.Neben beruflichen Belastungen durch Metallstaub und andere Partikel sieht er insbesondere seinen früheren Rauchkonsum als wesentlichen Faktor für seine Lungenerkrankung.Sein Rauchstopp war kein einfacher oder geradliniger Prozess.Nach einem ersten erfolgreichen Zeitraum begann er vorübergehend wieder zu rauchen. Erst mit weiterer Unterstützung und einer intensiven persönlichen Auseinandersetzung gelang ihm der dauerhafte Ausstieg.Zum Zeitpunkt der Aufnahme berichtet Marco, seit rund vier Jahren nicht mehr geraucht zu haben.Dabei macht er deutlich, wie eng diese Entscheidung mit seinem veränderten Selbstwertgefühl verbunden war.Er wollte nicht länger nur funktionieren, sondern Verantwortung für sich selbst übernehmen.Wenn 200 Meter zur Herausforderung werdenHeute gehört Atemnot zu Marcos grössten alltäglichen Einschränkungen.Schon eine Strecke von ungefähr 200 Metern kann ihn erheblich belasten.Früher war er häufig derjenige, der anderen half. Heute ist er manchmal darauf angewiesen, dass seine Partnerin beispielsweise Einkaufstaschen für ihn trägt.Auch die Blicke anderer Menschen beschäftigten ihn lange.Inzwischen hat er gelernt, solche Situationen anders zu betrachten.Nicht mehr der Eindruck nach aussen steht im Mittelpunkt, sondern das, was ihm persönlich guttut und seinen Alltag erleichtert.
    Bewegung als fester Bestandteil des LebensTrotz seiner Einschränkungen spielt Bewegung für Marco eine zentrale Rolle.Er berichtet, dass er dreimal wöchentlich an einem betreuten Training teilnimmt und an weiteren Tagen bewusst spazieren geht.Besonders wichtig ist ihm dabei auch die Zeit in der Natur.Bewegung bedeutet für ihn nicht, frühere Leistungen wieder erreichen zu müssen.Vielmehr möchte er seine vorhandenen körperlichen Möglichkeiten möglichst lange erhalten und gleichzeitig etwas für sein psychisches Wohlbefinden tun.Sein persönlicher Ansatz: Die eigenen Grenzen kennen, aber innerhalb dieser Grenzen aktiv bleiben.Die Bedeutung von Familie und professioneller UnterstützungEin weiterer Schwerpunkt unseres Gesprächs ist die Unterstützung durch andere Menschen.Marco berichtet, wie wichtig seine Partnerin, seine Familie, sein Hausarzt, seine Psychologin und die Lungenliga für ihn geworden sind.Dabei unterscheidet er deutlich zwischen Unterstützung und Mitleid.Er möchte nicht auf seine Erkrankung reduziert werden.Viel wichtiger ist ihm, weiterhin als vollwertiger Mensch, Vater, Grossvater und Partner wahrgenommen zu werden.Diese Haltung hat ihm geholfen, Hilfe anzunehmen, ohne das Gefühl zu haben, dadurch an Wert zu verlieren.«Slow down, take it easy»Gegen Ende des Gesprächs erzählt Marco von zwei Tätowierungen, die für ihn eine besondere Bedeutung haben.Die Worte «Slow down, take it easy» erinnern ihn daran, langsamer zu machen und sich selbst weniger unter Druck zu setzen.
    Mit dem Wort «LOVE» auf seiner Hand verbindet er die Erkenntnis, dass er sich selbst mit derselben Fürsorge begegnen möchte, die er anderen Menschen entgegenbringt.Diese sehr persönliche Geschichte zeigt, wie stark sich sein Blick auf das Leben verändert hat.Seine Botschaft: Niemals aufgebenMarco möchte anderen Menschen mit COPD Mut machen.Er empfiehlt, Beschwerden frühzeitig ernst zu nehmen, medizinische Hilfe zu suchen, Unterstützungsangebote anzunehmen und sich mit der eigenen Erkrankung auseinanderzusetzen.Seine wichtigste Botschaft ist jedoch nicht medizinischer Natur.Es geht darum, den eigenen Wert zu erkennen, auch mit Einschränkungen am Leben teilzunehmen und sich die Freude am Leben zu bewahren.Das Leben ist zu schön, um aufzugeben.In dieser Folge erfahren Sie:
    • wie Marco Winiger seine COPD-Diagnose zunächst erlebte,
    • warum er die Erkrankung viele Jahre weitgehend ignorierte,
    • welche Auswirkungen ein schwerer Unfall auf sein weiteres Leben hatte,
    • wie er lernte, mit zunehmender Atemnot umzugehen,
    • warum der Verlust seiner Leistungsfähigkeit auch seinen Selbstwert erschütterte,
    • welche Bedeutung der Kurs «Besser leben mit COPD» für ihn hatte,
    • wie er den Rauchstopp schliesslich bewältigte,
    • warum Bewegung für ihn heute unverzichtbar ist,
    • welche Rolle Familie, psychologische Betreuung und die Lungenliga spielen,
    • wie er gelernt hat, Hilfe anzunehmen,
    • und warum Selbstfürsorge und Lebensfreude für ihn heute wichtiger sind als früher.
    Unser GastMarco Winiger
    COPD-Betroffener, 55 Jahre alt, gelernter Mechaniker, Vater und Grossvater.Er erzählt von seinem persönlichen Weg mit COPD und seinen Erfahrungen mit den Unterstützungsangeboten der Lungenliga.HostsDr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-NaajThorax Schweiz – medizinisches Wissen verständlich erklärt.

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    26 min
  • #81 COPD – Mehr Lebensqualität trotz Atemnot
    COPD – Mehr Lebensqualität trotz AtemnotCOPD ist eine chronische Lungenerkrankung, die den Alltag erheblich verändern kann. Doch wie können Betroffene trotz Atemnot aktiv bleiben, ihre Beschwerden besser einschätzen und möglichst selbstbestimmt leben?In Folge #81 des Thorax Schweiz Podcasts sind Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj zu Gast bei der Lungenliga Ost in St. Gallen.
    Unsere Gesprächspartnerinnen sind Claudia Ackermann, stellvertretende Geschäftsführerin und Bereichsleiterin Heimtherapie, sowie Ursina Raymann, Bereichsleiterin Gesundheitsförderung und Prävention und Mitglied der Geschäftsleitung.
    Gemeinsam sprechen wir über die Früherkennung von COPD, den richtigen Umgang mit Inhalationsgeräten, Bewegung trotz Atemnot und darüber, wie Betroffene lernen können, mit ihrer Erkrankung besser umzugehen.Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Beratungs- und Unterstützungsangeboten der Lungenliga Ost.COPD frühzeitig erkennen – warum jede Veränderung zähltCOPD entwickelt sich häufig schleichend. Erste Beschwerden werden deshalb nicht immer ernst genommen.Typische Warnzeichen sind die sogenannten AHA-Symptome:
    • Atemnot, zunächst häufig bei körperlicher Belastung
    • Husten, der über längere Zeit bestehen bleibt
    • Auswurf, der regelmässig auftreten kann
    Claudia Ackermann erklärt, warum es wichtig ist, solche Beschwerden frühzeitig ärztlich abklären zu lassen.Denn COPD ist nicht heilbar. Eine frühzeitige Diagnose und geeignete Behandlung können jedoch helfen, Beschwerden zu lindern und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.
    Wie kann die Lungenliga Ost helfen?Die Lungenliga Ost begleitet Menschen mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen in den Kantonen St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden, Glarus sowie im Fürstentum Liechtenstein.Im Gespräch erfahren wir, wie breit das Angebot aufgestellt ist: von der Heimtherapie und individuellen Beratung über Lungenfunktionstests bis hin zu Schulungen, Bewegung und Präventionsangeboten.Ein wichtiger Bestandteil ist die Unterstützung von Menschen, die im Alltag auf Sauerstoff angewiesen sind.Claudia Ackermann beschreibt beispielsweise, wie die Lungenliga Ost Patientinnen und Patienten dabei unterstützt, auch mit einer Sauerstofftherapie mobil zu bleiben und Reisen zu planen.Lungenfunktionstest und individuelle COPD-BeratungEin Lungenfunktionstest kann wichtige Hinweise auf eine eingeschränkte Atmung liefern.Die Lungenliga Ost bietet eine einfache Spirometrie an. Dabei wird die Lungenfunktion gemessen und das Ergebnis mit der betroffenen Person besprochen.
    Wichtig: Die Lungenliga Ost stellt im Rahmen dieser Tests keine medizinischen Diagnosen. Bei auffälligen Ergebnissen wird eine weiterführende ärztliche Abklärung empfohlen.Menschen mit bereits diagnostizierter COPD können zudem eine individuelle Beratung in Anspruch nehmen.Dabei geht es beispielsweise um die richtige Anwendung von Inhalationsgeräten, Bewegung, Ernährung oder den Umgang mit Belastungen im Alltag.
    Inhalationsgeräte: Kleine Fehler mit grosser WirkungViele Menschen mit COPD verwenden regelmässig inhalative Medikamente.Doch die Anwendung ist nicht immer einfach.Claudia Ackermann berichtet, dass selbst langjährige Patientinnen und Patienten ihre Inhalationsgeräte nicht immer korrekt benutzen.In der Beratung werden deshalb die einzelnen Schritte gemeinsam überprüft und geübt.Denn die richtige Inhalationstechnik ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die verordneten Medikamente ihre Wirkung am vorgesehenen Ort entfalten können.Wenn gute und schlechte Tage wechselnCOPD verläuft nicht jeden Tag gleich.Manchmal sind alltägliche Aktivitäten gut möglich. An anderen Tagen können bereits kleine Anstrengungen zu ausgeprägter Atemnot führen.Ursina Raymann erklärt, warum Betroffene lernen sollten, ihre persönlichen Warnzeichen zu erkennen.Dabei helfen unter anderem:
    • ein individuell abgestimmter Aktionsplan,
    • das frühzeitige Erkennen von Verschlechterungen,
    • atemerleichternde Körperhaltungen,
    • die bewusste Einteilung der eigenen Energie,
    • und Strategien zur Vorbeugung von Infekten.
    Das Ziel ist, möglichst früh reagieren zu können und nicht erst dann Unterstützung zu suchen, wenn sich die Beschwerden deutlich verschlechtert haben.Bewegung trotz Atemnot – warum weniger manchmal mehr istEin besonders wichtiges Thema unseres Gesprächs ist körperliche Aktivität.Viele Menschen mit COPD vermeiden Bewegung, weil sie Angst vor Atemnot haben. Dabei kann regelmässige, an die persönliche Belastbarkeit angepasste Bewegung helfen, körperliche Leistungsfähigkeit und Selbstvertrauen zu erhalten.Ursina Raymann empfiehlt, klein anzufangen und vor allem auf Regelmässigkeit zu achten.Lieber täglich zehn bis fünfzehn Minuten in einem individuell geeigneten Tempo als gelegentlich eine zu hohe Belastung.Entscheidend ist, Aktivitäten zu finden, die Freude machen und sich gut in den Alltag integrieren lassen.Auch die Tagesform muss berücksichtigt werden. An schlechteren Tagen darf die Belastung entsprechend reduziert werden.Ernährung und psychisches WohlbefindenCOPD betrifft nicht nur die Lunge.Auch Ernährung, Muskelkraft, Erschöpfung, Ängste und das soziale Umfeld beeinflussen den Alltag der Betroffenen.
    Im Gespräch erfahren wir, warum sowohl Untergewicht als auch Übergewicht zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen können und weshalb eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung wichtig ist.Ein weiterer Schwerpunkt ist die psychische Gesundheit.Atemnot kann Angst auslösen – und Angst wiederum das Gefühl von Atemnot verstärken.Deshalb sind Gespräche, Erfahrungsaustausch und die Unterstützung durch Angehörige wichtige Bestandteile einer umfassenden Betreuung.«Besser leben mit COPD» – Selbstmanagement lernenMit dem Coaching «Besser leben mit COPD» bietet die Lungenliga Ost ein strukturiertes Angebot, bei dem Betroffene und Angehörige lernen, die Erkrankung besser zu verstehen und den Alltag aktiv zu gestalten.Dabei geht es nicht nur um medizinisches Wissen.Teilnehmende lernen beispielsweise, Beschwerden besser einzuschätzen, ihre Kräfte einzuteilen und auf Veränderungen angemessen zu reagieren.Ergänzend gibt es Erfahrungsaustauschgruppen, Lungensport und atemtherapeutische Angebote. Die ambulante pulmonale Rehabilitation erfolgt in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen.Ursina Raymann vergleicht das Selbstmanagement mit einem Werkzeugkoffer: Je mehr hilfreiche Strategien darin vorhanden sind, desto besser lassen sich unterschiedliche Alltagssituationen bewältigen.Selbstbestimmt leben – trotz chronischer ErkrankungEine zentrale Botschaft dieser Podcastfolge lautet:
    Menschen mit COPD sind ihrer Erkrankung nicht einfach hilflos ausgeliefert.Mit medizinischer Betreuung, Wissen, geeigneten Therapien, Bewegung und individueller Unterstützung können sie aktiv dazu beitragen, ihren Alltag besser zu bewältigen.Dabei müssen Betroffene nicht alles alleine schaffen.Die Lungenliga Ost möchte ihnen und ihren Angehörigen mit Beratung, Schulung und Begleitung zur Seite stehen.
    Kapitelübersicht00:00 – Wenn die Luft knapp wird: Einführung in COPD
    00:55 – Claudia Ackermann und Ursina Raymann stellen sich vor
    03:28 – Die Lungenliga Ost und ihre Angebote
    06:50 – Welche Rolle spielt COPD in der täglichen Betreuung?
    08:14 – Die ersten Warnzeichen: Atemnot, Husten und Auswurf
    09:21 – COPD-Risikotest und Früherkennung
    09:58 – Lungenfunktionstest und individuelle Beratung
    12:59 – Inhalationsgeräte richtig anwenden
    14:42 – Gute und schlechte Tage: Umgang mit Verschlechterungen
    18:24 – Bewegung trotz Atemnot
    21:39 – Ernährung und psychisches Wohlbefinden
    24:39 – Gruppencoachings, Lungensport und Rehabilitation
    26:52 – Selbstmanagement: Die Erkrankung aktiv mitgestalten
    28:23 – Fazit und wichtigste Botschaften
    Unsere GästeClaudia Ackermann
    Stellvertretende Geschäftsführerin und Bereichsleiterin Heimtherapie, Lungenliga OstUrsina Raymann
    Bereichsleiterin Gesundheitsförderung und Prävention, Mitglied der Geschäftsleitung, Lungenliga Ost
    Über die Lungenliga OstDie Lungenliga Ost ist eine Beratungs- und Informationsstelle für alle Belange der Atmung.In enger Zusammenarbeit mit öffentlichen Spitälern, Lungenfachärztinnen und Lungenfachärzten sowie weiteren Partnerorganisationen betreut sie Menschen mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen in den Kantonen St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden, Glarus sowie im Fürstentum Liechtenstein.Darüber hinaus engagiert sie sich in der Gesundheitsförderung, Prävention und Patientenbildung.Weitere Informationen: https://www.lungenliga.ch/lungenliga-stgallen-appenzell/ueber-unsHosts: Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-NaajThorax Schweiz – medizinisches Wissen verständlich erklärt.

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    31 min
  • #80 Schlafapnoe: Damit die Therapie auch wirklich funktioniert
    Schlafapnoe: Damit die Therapie auch wirklich funktioniertMorgens erschöpft aufwachen, obwohl man scheinbar ausreichend lange geschlafen hat? Konzentrationsprobleme am Tag? Oder berichtet die Partnerin oder der Partner sogar von Atemaussetzern während der Nacht?Hinter solchen Beschwerden kann eine Schlafapnoe stecken.
    In dieser Folge des Thorax Schweiz Podcasts sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj mit Norbert Sobota, Pflegefachmann bei der Lungenliga Ost. Seit 14 Jahren arbeitet er dort in der Heimtherapie und betreut unter anderem Menschen mit Schlafapnoe.Im Mittelpunkt unseres Gesprächs steht deshalb vor allem eine ganz praktische Frage:
    Wie gelingt eine Schlafapnoe-Therapie im wirklichen Leben?
    Wenn der Schlaf nicht mehr erholsam istMenschen mit Schlafapnoe bemerken ihre nächtlichen Atemaussetzer häufig nicht selbst.Hinweise können unter anderem ausgeprägte Tagesmüdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Kopfschmerzen sein. Besonders aufmerksam sollte man werden, wenn Angehörige während des Schlafs längere Atempausen beobachten.Auch Sekundenschlaf kann ein wichtiges Warnsignal darstellen – insbesondere im Strassenverkehr oder bei Tätigkeiten, die eine hohe Aufmerksamkeit erfordern.Von der Diagnose zur TherapieIst eine Schlafapnoe diagnostiziert und eine entsprechende Therapie verordnet, beginnt für viele Betroffene ein völlig neuer Abschnitt.Ein häufig eingesetztes Verfahren ist die CPAP-Therapie. Dabei sorgt ein Gerät während des Schlafs über eine Maske für einen kontinuierlichen positiven Atemwegsdruck und unterstützt dabei, die Atemwege offenzuhalten.Norbert Sobota erklärt im Podcast, wie Patientinnen und Patienten mit der Therapie vertraut gemacht werden und welche Bedeutung die weitere Betreuung und regelmässige Kontrollen haben.Denn ein CPAP-Gerät zu erhalten, ist nur der erste Schritt.
    Wenn die Maske Probleme machtGerade zu Beginn einer CPAP-Therapie können Schwierigkeiten auftreten.Manche Betroffene leiden beispielsweise unter Mundtrockenheit. Andere kommen mit ihrer Maske nicht gut zurecht oder empfinden den Therapiedruck als unangenehm. Auch Schwierigkeiten beim Ausatmen können die Therapie erschweren.Genau hier zeigt sich, wie wichtig eine individuelle Betreuung ist.Je nach Problem können beispielsweise eine Befeuchtung ergänzt, eine andere Maskenform ausprobiert oder die Einstellungen des Gerätes überprüft und angepasst werden.Das Ziel ist nicht nur, dass ein Gerät benutzt wird. Die Therapie sollte so eingestellt sein, dass Patientinnen und Patienten möglichst gut damit zurechtkommen und sie dauerhaft anwenden können.Warum eine Behandlung wichtig istEine Schlafapnoe kann weit mehr bedeuten als Müdigkeit am nächsten Morgen.Im Gespräch geht es deshalb auch um mögliche gesundheitliche Folgen und Begleiterkrankungen. Norbert Sobota erläutert aus seiner praktischen Erfahrung, warum eine konsequente Behandlung nicht nur für den Schlaf, sondern auch für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität wichtig sein kann.

    Der Apnoe-Hypopnoe-IndexIm Podcast erklärt Norbert Sobota ausserdem den sogenannten Apnoe-Hypopnoe-Index, kurz AHI.Er beschreibt, wie häufig während des Schlafs Atemaussetzer beziehungsweise deutlich verminderte Atemflüsse auftreten und ist ein wichtiger Wert bei der Beurteilung einer Schlafapnoe.Gemeinsam mit Beschwerden und weiteren medizinischen Faktoren kann er eine Rolle bei der Entscheidung über die geeignete Behandlung spielen.Gibt es Alternativen zu CPAP?Nicht jeder Mensch kommt mit einer CPAP-Therapie gleich gut zurecht.Abhängig von der individuellen Situation und der Form beziehungsweise Ausprägung der Schlafapnoe können deshalb weitere Behandlungsmöglichkeiten geprüft werden.Im Podcast sprechen wir unter anderem über Unterkieferprotrusionsschienen. Sie verlagern den Unterkiefer nach vorne und können dadurch dazu beitragen, den Rachenraum während des Schlafs offenzuhalten.Auch Verfahren zur Stimulation des Zungennervs kommen bei ausgewählten Patientinnen und Patienten infrage.Welche Therapie geeignet ist, muss jedoch immer individuell medizinisch beurteilt werden.Was können Betroffene selbst tun?Auch Lebensstilfaktoren kommen im Gespräch zur Sprache.
    Norbert Sobota spricht über Gewicht, Bewegung, Ernährung und regelmässige Schlafzeiten. Gerade bei bestehendem Übergewicht kann eine Gewichtsreduktion Bestandteil des Behandlungskonzeptes sein.Die Schlafapnoe-Therapie besteht deshalb nicht zwangsläufig nur aus einem Gerät neben dem Bett. Je nach individueller Situation können verschiedene medizinische und persönliche Faktoren berücksichtigt werden.Therapie bedeutet auch BegleitungEin besonders wichtiger Aspekt dieser Folge ist die Rolle der spezialisierten Pflege.Denn viele Fragen entstehen erst zu Hause:Sitzt die Maske richtig? Warum ist der Mund morgens so trocken? Ist der Druck zu hoch? Warum fällt das Ausatmen schwer? Und was kann verändert werden, damit die Therapie angenehmer wird?Genau bei solchen Problemen kann eine professionelle Begleitung wichtig sein.Norbert Sobota macht im Gespräch deutlich, dass verschiedene Schwierigkeiten nicht einfach hingenommen werden müssen. Maske, Befeuchtung oder Geräteeinstellungen können überprüft und je nach Situation angepasst werden.Lebensqualität zurückgewinnenAm Ende des Gesprächs formuliert Norbert Sobota eine zentrale Botschaft: Ziel der Behandlung ist es auch, Lebensqualität zu erhalten oder wiederzugewinnen.Wer Symptome einer Schlafapnoe bei sich beobachtet oder von Angehörigen auf nächtliche Atemaussetzer aufmerksam gemacht wird, sollte diese Hinweise deshalb ernst nehmen und ärztlich abklären lassen.In dieser Folge erfahren Sie:
    • welche Symptome auf eine Schlafapnoe hinweisen können,
    • wie der Weg von der Diagnose zur Therapie aussehen kann,
    • was der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) bedeutet,
    • wie eine CPAP-Therapie funktioniert,
    • warum die weitere Betreuung wichtig ist,
    • was bei Mundtrockenheit oder Problemen mit der Maske getan werden kann,
    • welche weiteren Therapieoptionen angesprochen werden,
    • welche Rolle Gewicht, Bewegung und Schlafgewohnheiten spielen,
    • wie Norbert Sobota die Kostenübernahme in der Schweiz beschreibt,
    • und warum eine erfolgreiche Behandlung auch die Lebensqualität verbessern kann.
    Kapitel00:00 – Schlafapnoe: Einführung in das Thema
    01:01 – Norbert Sobota und seine Arbeit bei der Lungenliga Ost
    01:30 – Schlafapnoe in der täglichen Betreuung
    02:00 – Warnzeichen und typische Beschwerden
    02:47 – Von der Diagnose zur Therapie
    03:45 – Welche Folgen kann Schlafapnoe haben?
    05:31 – CPAP und der Apnoe-Hypopnoe-Index
    06:20 – Kostenübernahme in der Schweiz
    07:20 – Welche Alternativen zu CPAP gibt es?
    09:03 – Gewicht, Bewegung und Schlafgewohnheiten
    09:45 – Typische Probleme mit der CPAP-Therapie
    10:22 – Mundtrockenheit, Maske und Therapiedruck
    11:10 – Entwicklungen in der Schlafapnoe-Therapie
    11:40 – Die wichtigste Botschaft an Betroffene
    12:09 – Fazit und VerabschiedungZu Gast:

    Norbert Sobota
    Pflegefachmann bei der Lungenliga Ost
    Schwerpunkt Heimtherapie und Betreuung von Menschen mit Schlafapnoe
    Hosts:
    Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj🎙️ Thorax Schweiz – medizinisches Wissen verständlich erklärt.

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    14 min
  • #79 Fischhaut, Chirurgie und die Kunst der Wundheilung
    Wenn Wunden nicht heilenEine kleine Verletzung heilt meistens von selbst. Doch was passiert, wenn eine Wunde über längere Zeit bestehen bleibt, sich entzündet oder sich trotz Behandlung keine erkennbare Besserung zeigt?Darüber sprechen Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj in dieser Folge des Thorax Schweiz Podcasts mit Dr. med. Siamak Sharafi, Oberarzt Chirurgie und ärztlicher Leiter des Wundbehandlungszentrums am Spital Uster.Dr. Sharafi und sein Team beschäftigen sich mit einem breiten Spektrum akuter, chronischer und komplexer Wunden. Neben konservativen Behandlungen spielen dabei auch chirurgische und rekonstruktive Verfahren eine wichtige Rolle.
    Wann braucht eine Wunde spezialisierte Behandlung?Nicht jede Wunde muss in einem spezialisierten Wundzentrum behandelt werden. Viele kleinere Wunden können durch Hausärztinnen und Hausärzte beziehungsweise andere medizinische Fachpersonen gut versorgt werden.Aufmerksam sollte man jedoch werden, wenn eine Wunde keine erkennbare Heilungstendenz zeigt, sich der Zustand verschlechtert oder neue Probleme wie eine Infektion hinzukommen. Dann kann eine spezialisierte Abklärung sinnvoll sein.
    Im Podcast erklärt Dr. Sharafi, warum gerade bei komplexen Verläufen eine frühzeitige Einschätzung helfen kann, Ursachen zu erkennen und die Behandlung entsprechend anzupassen.Wundheilung betrifft den ganzen MenschenOb eine Wunde heilt, hängt nicht allein von der Wundversorgung ab.
    Eine zentrale Rolle spielt beispielsweise die Durchblutung. Sowohl arterielle als auch venöse Durchblutungsstörungen können die Heilung beeinträchtigen. Deshalb gehört die Beurteilung der Gefässsituation bei entsprechenden Patientinnen und Patienten zu den wichtigen Bestandteilen der Diagnostik.Aber auch Ernährung, Infektionen, Begleiterkrankungen und die Mitarbeit der Patientinnen und Patienten können den Verlauf beeinflussen.
    Dr. Sharafi beschreibt moderne Wundbehandlung deshalb als interdisziplinäre Aufgabe. Je nach Situation arbeiten unter anderem Chirurgie, Angiologie, Infektiologie, Ernährungsberatung, Physiotherapie und weitere Fachbereiche zusammen.
    Wenn aus einer vermeintlichen Wunde etwas anderes wirdAuch im Bereich des Brustkorbs können Wundheilungsstörungen auftreten – beispielsweise nach Operationen, bei Infektionen, nach Verletzungen oder im Zusammenhang mit Tumorerkrankungen.Dr. Sharafi weist im Gespräch auf einen wichtigen Aspekt hin: Nicht jede Veränderung, die zunächst wie eine chronische Wunde erscheint, muss tatsächlich eine klassische Wundheilungsstörung sein. In bestimmten Situationen kann deshalb auch eine Gewebeprobe notwendig werden, um beispielsweise eine bösartige Erkrankung auszuschliessen.Fischhaut als biologisches Material
    Besonders spannend wird es bei einem Verfahren, das zunächst ungewöhnlich klingt: Fischhaut.Aufbereitete Fischhaut kann als biologische Matrix bei bestimmten komplexen Wunden eingesetzt werden. Sie dient dabei als Struktur, in die körpereigene Zellen und Gefässe einwachsen können.Dr. Sharafi berichtet im Podcast von seinen Erfahrungen mit diesem Verfahren insbesondere bei tiefen und schwierig zu behandelnden Gewebedefekten. Dabei geht es nicht darum, einfach eine Wunde „abzudecken“, sondern Bedingungen zu schaffen, unter denen sich neues Gewebe entwickeln kann.Schmerzen gehören ebenfalls zur BehandlungChronische und komplexe Wunden können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Schmerzen spielen dabei häufig eine wichtige Rolle.
    Eine angemessene Schmerzbehandlung gehört deshalb für Dr. Sharafi selbstverständlich zum Behandlungskonzept. Wenn die Möglichkeiten des behandelnden Teams nicht ausreichen, werden spezialisierte Schmerztherapeutinnen und -therapeuten hinzugezogen.
    Darf man mit einer offenen Wunde duschen?Auch eine sehr praktische Frage kommt zur Sprache: Wie viel Wasser verträgt eine Wunde?Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Dr. Sharafi erklärt, warum Art und Ursache der Wunde sowie die jeweilige Behandlung berücksichtigt werden müssen. Gerade bei rekonstruktiven Eingriffen, Transplantationen oder frischen Operationswunden gelten andere Anforderungen als bei bestimmten offen behandelten Wunden.Deshalb sollte die individuelle Empfehlung des behandelnden Teams beachtet werden.Wann sollte man ärztlichen Rat suchen?Eine der wichtigsten Botschaften dieser Folge lautet: Lieber einmal mehr nachfragen als zu lange selbst experimentieren.Wenn eine Wunde nicht heilt, sich verändert, stärker schmerzt oder Anzeichen einer Infektion auftreten, sollte medizinischer Rat eingeholt werden.Denn erfolgreiche Wundbehandlung bedeutet nicht nur, die Wunde selbst zu betrachten. Entscheidend ist häufig, die Ursache zu verstehen und Patientinnen und Patienten als Ganzes zu behandeln.
    In dieser Folge erfahren Sie unter anderem:
    • wann aus einer Wunde ein medizinisches Problem werden kann,
    • warum Durchblutung für die Heilung so entscheidend ist,
    • welche Rolle Ernährung und Begleiterkrankungen spielen,
    • woran sich mögliche Wundinfektionen erkennen lassen,
    • warum Wundbehandlung häufig Teamarbeit verschiedener Fachrichtungen ist,
    • welche Besonderheiten Wunden im Bereich des Brustkorbs haben können,
    • wie biologische Hautersatzverfahren eingesetzt werden,
    • was sich hinter der Behandlung mit Fischhaut verbirgt,
    • warum Geduld bei komplexen Wunden wichtig sein kann,
    • und wann Betroffene besser ärztlichen Rat suchen sollten.
    Zu Gast:
    Dr. med. Siamak Sharafi
    Oberarzt Chirurgie und ärztlicher Leiter des Wundbehandlungszentrums, Spital UsterHosts:
    Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj

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    37 min
  • #78 Heute entscheiden, was morgen zählt
    Was soll geschehen, wenn ich selbst nicht mehr entscheiden kann?Wir planen vieles in unserem Leben. Wir kümmern uns um Versicherungen, unsere Finanzen und vielleicht auch um einen Vorsorgeauftrag. Doch eine ganz persönliche Frage bleibt erstaunlich häufig unbeantwortet: Wie möchte ich medizinisch behandelt werden, wenn ich meinen Willen eines Tages nicht mehr selbst äußern kann?
    Genau darum geht es in dieser Episode des Thorax Schweiz Podcasts.Dr. med. Roland Kuster und Tariq Abu-Naaj sprechen mit Adina Frei-Kuster, Pflegefachfrau, ACP-Beraterin und Geschäftsführerin der neuvoa GmbH, über Advanced Care Planning (ACP) beziehungsweise die gesundheitliche Vorausplanung.
    Adina Frei-Kuster bringt langjährige Erfahrung aus der Inneren Medizin, Palliative Care sowie Onkologie und Hämatologie mit. In ihrer früheren Tätigkeit initiierte sie im Rahmen einer Pflegesprechstunde auch ein Angebot für Advanced Care Planning. Die Erfahrungen mit Patientinnen und Patienten, Angehörigen und Behandlungsteams führten schließlich dazu, dass sie sich ganz diesem Bereich widmete und die neuvoa GmbH gründete.

    Mehr als eine PatientenverfügungAdvanced Care Planning entstand ursprünglich aus der Palliativmedizin. Ziel war es, medizinische Behandlungen am Lebensende stärker an den individuellen Wünschen und Wertvorstellungen der Patientinnen und Patienten auszurichten.Heute wird das Konzept breiter verstanden. Gesundheitliche Vorausplanung ist ein fortlaufender und dynamischer Prozess, der nicht nur schwer kranke Menschen betrifft. Auch gesunde Menschen können sich damit auseinandersetzen, was ihnen wichtig wäre, falls sie vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr selbst entscheiden könnten. 
    Die Patientenverfügung bezeichnet Adina Frei-Kuster dabei als das Herzstück der gesundheitlichen Vorausplanung. Doch ein Dokument allein genügt nicht immer. Medizinische Begriffe wie Reanimation oder Beatmung sind komplex und können unterschiedlich verstanden werden. In der Praxis erlebt sie deshalb auch Patientenverfügungen, die widersprüchlich formuliert oder in einer konkreten Situation nur schwer umsetzbar sind. Professionelle Beratung soll helfen, Wünsche so festzuhalten, dass sie verständlich und medizinisch anwendbar sind. 
    Wann ist der richtige Zeitpunkt?Eine der wichtigsten Botschaften dieser Folge lautet: Es ist eigentlich nie zu früh – aber manchmal zu spät.Adina Frei-Kuster vergleicht gesundheitliche Vorausplanung mit unserer Wohnsituation. Was mit 20 Jahren zu unserem Leben passt, kann mit 50, 70 oder 90 völlig anders aussehen. Genauso dürfen sich auch unsere Vorstellungen über medizinische Behandlung verändern.Statt sich in jungen Jahren vorzustellen, welche Entscheidungen man vielleicht mit 95 Jahren treffen würde, empfiehlt sie, die aktuelle Lebenssituation und einen überschaubaren Zeitraum in den Blick zu nehmen: Wer wäre heute meine geeignete Vertretungsperson? Was ist mir derzeit wichtig? Wo liegen momentan meine persönlichen Grenzen? 
    Es geht um die eigenen WerteEin wesentlicher Teil einer ACP-Beratung besteht deshalb nicht darin, einfach Formulare auszufüllen. Vielmehr geht es darum, herauszufinden, welche Werte und Wünsche einen Menschen tatsächlich leiten.Dabei gibt es keine universell richtige Entscheidung. Adina Frei-Kuster berichtet beispielsweise von Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen, deren größte Sorge darin besteht, dass ihnen eine Behandlung zu früh vorenthalten werden könnte. Gleichzeitig begegnet sie jungen und gesunden Menschen, denen besonders wichtig ist, persönliche Grenzen medizinischer Behandlung festzuhalten.Entscheidend ist, dass nicht die Vorstellungen der beratenden Person im Mittelpunkt stehen, sondern der individuelle Wille des Menschen. Wer soll für mich entscheiden?Auch die Wahl einer Vertretungsperson will gut überlegt sein.Die Person, die einem emotional am nächsten steht, muss nicht automatisch diejenige sein, die in einer schwierigen Situation am besten Entscheidungen treffen kann. Deshalb empfiehlt Adina Frei-Kuster, nicht nur einen Namen einzutragen, sondern die Frage wirklich zu Ende zu denken: Wem vertraue ich zu, meinen Willen auch in einer emotional belastenden Situation zu vertreten?
    Vorsorge endet nicht bei medizinischen FragenIm Gespräch geht es deshalb auch um Vorsorgeauftrag und digitalen Nachlass. Adina Frei-Kuster verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Nicht alles im Leben lässt sich planen, aber viele Situationen können durch rechtzeitige Überlegungen planbarer werden.Ziel ist es, Lücken zu erkennen, bevor Angehörige plötzlich vor Fragen stehen, auf die niemand eine Antwort kennt. Vorsorge kann auch Angehörige schützenBesonders eindrücklich wird das Gespräch, als es um Angehörige geht.Was passiert, wenn eine Ehefrau, ein Ehemann, ein Kind oder eine andere nahestehende Person plötzlich über medizinische Maßnahmen entscheiden muss, ohne zu wissen, was der betroffene Mensch gewollt hätte?Adina Frei-Kuster beschreibt gesundheitliche Vorausplanung deshalb auch als Entlastung für die Familie. Das betrifft keineswegs nur ältere Menschen. Auch junge Eltern können beispielsweise festlegen, was geschehen soll, wenn sie nach einem Unfall vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr für ihre Kinder sorgen können.
    Ihr Gedanke dazu ist ebenso einfach wie eindrücklich: Wer gesundheitliche Vorausplanung nicht für sich selbst machen möchte, kann sie auch für die Menschen machen, die einem wichtig sind. 
    Das Ziel: Vorsorgen – und dann lebenZum Abschluss wünscht sich Adina Frei-Kuster vor allem eine Enttabuisierung. Gesundheitliche Vorausplanung soll nicht ausschließlich mit Sterben und Tod verbunden werden. Vielmehr kann das Wissen, wichtige Dinge geregelt zu haben, Sicherheit schaffen.Der vielleicht schönste Gedanke dieser Folge ist deshalb: Wer für den Fall der Fälle vorgesorgt hat, darf sich anschließend wieder ganz auf das Leben konzentrieren. 
    Das erwartet Sie in dieser Folge
    • Was Advanced Care Planning beziehungsweise gesundheitliche Vorausplanung bedeutet
    • Warum das Thema auch gesunde und jüngere Menschen betrifft
    • Welche Rolle eine Patientenverfügung spielt
    • Warum Patientenverfügungen manchmal medizinisch nicht umsetzbar sind
    • Wann der richtige Zeitpunkt für gesundheitliche Vorausplanung ist
    • Wie persönliche Werte und Wünsche in die Planung einfließen
    • Worauf bei der Wahl einer Vertretungsperson zu achten ist
    • Warum auch Vorsorgeauftrag und digitaler Nachlass dazugehören können
    • Wie Vorausplanung Angehörige in schwierigen Situationen entlasten kann
    • Warum Vorsorge letztlich auch etwas mit Lebensqualität zu tun hat
    Über Adina Frei-KusterAdina Frei-Kuster ist Pflegefachfrau HF, zertifizierte ACP-Beraterin und Geschäftsführerin der neuvoa GmbH. Zu ihren Qualifikationen gehören unter anderem Palliative Care, Gesundheitsmanagement und Pain Nursing. In ihrer langjährigen Tätigkeit in Onkologie und Hämatologie erlebte sie immer wieder, wie schwierig medizinische Entscheidungen für Betroffene, Angehörige und Behandlungsteams werden können, wenn die Wünsche eines Menschen nicht bekannt oder nicht eindeutig dokumentiert sind. Diese Erfahrungen haben sie dazu bewegt, sich auf gesundheitliche Vorausplanung zu spezialisieren. Neben ihrer Beratungstätigkeit ist sie nach eigener Aussage im Podcast auch als Ausbildnerin für ACP Swiss an Fachhochschulen und Gesundheitseinrichtungen tätig. Über neuvoaDie neuvoa GmbH begleitet Menschen bei der gesundheitlichen Vorausplanung nach dem Konzept des Advanced Care Planning. Der Name „neuvoa“ stammt aus dem Finnischen und bedeutet „beraten“. Das Unternehmen setzt auf individuelle Fachberatung durch zertifizierte ACP-Beraterinnen mit pflegerischer Erfahrung. Ziel ist es, persönliche Wünsche und Entscheidungen so zu formulieren, dass sie verständlich, umsetzbar und in einer späteren medizinischen Entscheidungssituation tatsächlich hilfreich sind.Mehr über neuvoa und die gesundheitliche Vorausplanung
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