PET-CT in der Onkologie: Präzise Diagnostik für bessere TherapieentscheidungenEin Gespräch mit Dr. med. Philippe Appenzeller
In dieser Episode sprechen die Hosts
Dr. med. Roland Kuster und
Tariq Abu-Naaj mit
Dr. med. Philippe Appenzeller, Facharzt für Radiologie und Nuklearmedizin an der
Klinik im Park und der
Klinik Hirslanden Zürich, über das bildgebende Verfahren
PET-CT, das aus der modernen Onkologie nicht mehr wegzudenken ist.
🔍 Was ist ein PET-CT – und warum ist es so wichtig?Das
PET-CT (Positronen-Emissions-Tomografie kombiniert mit Computertomografie) verbindet zwei Technologien:
- Die CT liefert präzise anatomische Bilder.
- Die PET zeigt Stoffwechselaktivität, insbesondere in Tumorgewebe.
Der Vorteil: Man sieht nicht nur,
wo sich etwas im Körper befindet, sondern auch,
wie aktiv das Gewebe ist. Das ist essenziell für Diagnose, Therapieplanung und Nachsorge – insbesondere bei Krebs.
🧪 Wann kommt ein PET-CT zum Einsatz?Dr. Appenzeller erklärt, dass das Verfahren bei folgenden Indikationen besonders sinnvoll ist:
- Erstdiagnose und Staging von Tumoren (Ausbreitung erkennen)
- Therapiekontrolle: Hat die Behandlung angeschlagen?
- Nachsorge: Frühzeitiges Erkennen von Rückfällen (Rezidiven)
- Abklärung unklarer Befunde: Z. B. Unterscheidung von Tumor vs. Entzündung
📝 Wie läuft die Untersuchung ab?Der Ablauf einer PET-CT-Untersuchung umfasst mehrere Schritte:
- Aufklärung und Vorbereitung
- Verabreichung eines Tracers (z. B. radioaktiv markierter Zucker)
- Wartezeit von ca. 45–60 Minuten
- Aufnahme der Bilder im Gerät (ca. 15–20 Minuten)
- Nachbesprechung und Entlassung
Die gesamte Untersuchung dauert rund
2 Stunden.💡 Was müssen Patient:innen beachten?
- Nüchtern erscheinen (mind. 4 Stunden vor der Untersuchung)
- Zuckerhaltige Getränke vermeiden
- Medikamente nach Rücksprache anpassen
- Informieren Sie das Team über Allergien, Stillzeit oder eine Schwangerschaft
Wichtig: Nach der Untersuchung möglichst viel trinken und Kleinkinder am selben Tag nicht zu nah an sich heranlassen – minimale Reststrahlung ist vorhanden.⚠️ Risiken, Nebenwirkungen & Grenzen
- Strahlenbelastung: gering und im Verhältnis zum Nutzen meist unkritisch
- Kontraindikation in der Schwangerschaft
- Allergien sehr selten
- Begrenzter Einsatz bei Kindern (nur in Ausnahmesituationen)
💰 Verfügbarkeit & Kosten
- Nicht jede Klinik verfügt über ein PET-CT.
- In der Schweiz wird das PET-CT in der Regel von der Krankenkasse übernommen, sofern die medizinische Indikation nachvollziehbar ist.
🔭 Zukunft der PET-CT-DiagnostikDr. Appenzeller gibt einen Ausblick auf technologische Entwicklungen:
- Neue Tracer für spezifischere Tumordiagnostik
- Verbesserte Detektoren mit geringerer Strahlenbelastung
- Kürzere Untersuchungszeiten für mehr Komfort
🩺 FazitDas PET-CT ist ein modernes, sicheres und unverzichtbares Verfahren in der Krebsmedizin. Es unterstützt Ärztinnen und Ärzte dabei, zielgerichtet zu diagnostizieren, individuell zu therapieren und frühzeitig Rückfälle zu erkennen – zum Vorteil für Patientinnen und Patienten.
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