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Am Erntedankfest werden wir durch das Sichtbare hindurch zum Unsichtbaren geführt: was wir sichtbar empfangen, führt uns immer auch darüber hinaus. Wer aber nur die Gabe sieht, geht am Eigentlichen vorbei, er sieht nicht, dass in jeder Gabe der Geber sich selbst schenkt.
Wir können mit Petrus gut mitempfinden, wenn er in der heutigen Episode aus dem Evangelium einen Weg des Leidens und der Ablehnung für Jesus nicht zu akzeptieren bereit ist. Er ist sich sicher, dass Jesus der Messias ist und spricht hier zunächst ein großes Bekenntnis aus, das Jesus anerkennend als göttliche Eingebung bezeichnet. Doch dann, als Jesus ankündigt, dass er leiden und von den maßgeblichen Autoritäten verworfen wird, lehnt sich Petrus vehement dagegen auf. Zu übersetzen wäre hier eigentlich: „er drohte Jesus“, was zeigt, wie unvorstellbar das Scheitern für ihn ist und wie wenig vereinbar mit seiner Vorstellung vom Messias, vom Sohn des Höchsten. Und Jesus wiederum weist ihn zurecht, indem er ihm vorwirft, das im Blick zu haben, „was die Menschen wollen“. Hierin deutet sich schon an, was das darauffolgende Wort von der Kreuzesnachfolge und von der Selbstverleugnung sagen will: Jesus lädt Petrus und uns ein die großen Pläne Gottes zu sehen und nicht unseren eigenen engen und kleinen Träumen nachzuhängen.
Es geht bei der Eucharistie um eine innere Wesensverwandlung: ich kann äußerlich keine Veränderung feststellen, aber das ist genau das Geheimnis, dass ich das Innere nicht aussagen kann, wenn ich nur das Äußere beschreibe! Es ist das Geheimnis der Eucharistie, wie es auch das Geheimnis eines jeden Menschen ist, dass ich ihn nicht erfasse, wenn ich ihn in seinem substanziellen Dasein, in seinem Äußeren und Fassbaren beschreibe.
So wie das Wunder des Weines, der nicht zu Ende ging, unter der Mitwirkung der Mutter - Maria - geschehen ist, so geschieht hier das Wunder des Brotes, bei dem alle satt werden, unter der Mitwirkung der Jünger. Anders als in Kana bei der Hochzeit ist es Jesus selbst, der auf die Jünger zugeht und sie fragt, ob sie der Not abhelfen können. Da sie nichts bei sich haben und nur auf einen kleinen Jungen verweisen können, ist es am Ende er, von dem das Wunder seinen Ausgang nimmt. Er, der kleine Juge, gibt mutig alles, was er hat, er stellt alles zur Verfügung und hält nichts zurück. Voll Vertrauen legt er alles Jesus in die Hände, der das aufrundet, was fehlt, um den Hunger so vieler zu stillen.
Wenn Jesus mit seinen Jüngern an einen einsamen Ort fahren will, um ein wenig auszuruhen, erkennen wir uns in dieser Situation leicht wieder. Die Anforderungen waren hoch, vieles war zu tun und allen konnte man gar nicht gerecht werden und so lag es nahe, einmal die Einsamkeit aufzusuchen, um unter sich zu sein und wieder Kraft schöpfen zu können. So sollte es sein und so wäre es notwendig und sinnvoll, doch dann wird der Plan durchkreuzt. Die Menschen hören, dass Jesus in der Nähe ist und folgen ihm und er geht darauf ein! Die Jünger werden mit hineingenommen in die Situation der Anforderung und vielleicht sogar der Überforderung. Hier deutet sich der Kreuzungspunkt an zwischen eigenen Wünschen und den Bedürnissen der anderen, die, wie Jesus sagt, „keinen Hirten haben“ und Ihn brauchen. Er gibt sich hinein und zögert nicht, seinen Plan A, doch endlich einmal Ruhe zu haben, aufzugeben.
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