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"Eure Güte werde allen Menschen bekannt." (Hl. Paulus)
Je dramatischer die Situation ist, desto mehr müssen die Christen Zuversicht verbreiten. Wir erfahren eine gewisse Machtöosigkeit. Vielleicht tut es uns gut, uns machtlos zu fühlen, weil wir uns dann ganz auf den Herrn verlassen müssen.
Meine flehentliche Bitte ist, dass wir nichts tun, was zur Spaltung in der Gesellschaft beiträgt. Denn die Spaltung ist immer ein Einfallstor für das Böse.
Die Worte heute sind wie ein Tryptichon - jedes Wort gibt dem anderen sein Gewicht.
Christus ist erhöht und wartet.
Aber erst wenn jedes Glied seines Leibes bereit ist und erlöst und befreit werden will, kann er die Schöpfung erlösen. Es fällt uns schwer zu warten! Und es ist schwer zu ertragen, dass er dem Recht nicht endlich zum Durchbruch verhilft. Aber er ist da. Das Opfer ist gebracht und die Erlösung ist geschehen. (33. Sonntag i, JK/ B)
Es ist keine seltene Erfahrung, dass jemand, der viele Therapien und Therapieansätze selbst erfahren hat, immer wieder gesagt bekommen hat, er müsse mehr zu sich finden und mehr auf sich selbst achten. Einmal wurde ich gefragt, was denn nun eigentlich stimmen würde, das Eine oder das Andere? Mehr bei sich sein oder sich hingeben und den Nächsten lieben?
Der Mensch wird in dem Maß glücklich, in dem er sich verschenkt. Und deshalb gibt es keine Trennung zwischen unserer Selbstliebe und unserer Nächstenliebe. Mehr noch, Jesus selbst zeigt, was wir aus der Erfahrung kennen, dass beide auf einer Ebene liegen und sich gegenseitig bedingen.
Es geschieht etwas Ungeheuerliches: die Menge will den blinden Bartimäus davon abhalten zu Jesus zu gehen. Sein Rufen ist ein Bild für das Rufen der menschlichen Tiefe nach Gott, für die Stimme in jedem Menschen, die sich nach dem Schöpfer sehnt. Tief in seinem Herzen weiß der Mensch, dass das Leben ein unantastbares Geschenk ist. Aber die Macht der öffentlichen Meinung versucht die Stimme zum Schweigen zu bringen.
Da der junge Mann in Jesus mehr spürt als den "puren Durchschnitt", geht er zu ihm, um sich ihm ganz auszuliefern. Es ist wie eine innige Begegnung zweier Herzen, wenn er in seiner Sehnsucht kommt und Jesus seine Frage mit dem Lockruf in die Nachfolge beantwortet. Aber der Mann kann seiner Sehnsucht nicht folgen, denn der Besitz hält ihn fest. Und damit können auch Güter wie Beziehungsreichtum, Kontakte, Ansehen und Erfolg gemeint sein. Es muss nicht zwingend materieller Besitz bedeuten, der ihn zurückhält, Jesus nicht etwas von sich, sondern sich selbst zu geben.
Ich wandte mich an alle Dinge, die vor der Tür meines Leibes stehen, und ich sagte zu ihnen: „Erzählt mir etwas von meinem Gott, sagt mir etwas über ihn! Meine Frage war mein gespannter Blick auf sie. Und ihre Antwort war ihre Schönheit.
(Hl. Augustinus)
Gott möchte, dass der Mensch zu seiner größten Fülle gelangt. Und das können wir nicht, ohne dass wir die Schöpfungsordnung anerkennen.
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