Welterbe Hallstatt

Welterbe Hallstatt

By Friedrich Idam, Gestaltung: Reinhard PilzSociety & CultureDocumentaryHistory
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Welterbe Hallstatt episodes

  • Hallstatt – Franziszeischer Kataster
    Ein Plandokument aus dem 19. Jh.

    Aus den Franziszeischen Plänen, den sogenannten Katastralmappen, können nicht nur Informationen über historische Grundstückszuschnitte und die Flächennutzung gewonnen werden, sondern auch Aufschlüsse über die Art und Größe der Bebauung. In den weitergeführten sogenannten Rektifikationsmappen sind die Veränderungen der Bebauung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausführlich und umfassend dokumentiert.

    Link zum Franziszeischen Kataster im Geoinformationssystem DORIS

    Link zur Episode über die Hausnummerierung in Hallstatt.

    19 min
  • Welterbe – Bedürfnisanstalten
    Vom Brunzwinkel zur Toilette

    Der Kunsthistoriker Paul Mahringer spricht mit Friedrich Idam über gesellschaftliche Wandlungsprozesse, die an der Entwicklung öffentlicher Klosettanlagen ablesbar sind. Im Zuge der Großstadtwerdung der Welterbestätte Wien im 19. Jh. wurden auch die damals neuartigen Hygienevorstellungen baulich umgesetzt. Oberhalb des Kanalsystems wurde öffentlich zugängliche Bedürfnisanstalten errichtet.

    Link zu der Bildersammlung von Brunzwinkeln

    Literatur:

    Peter Payer, Unentbehrliche Requisiten der Großstadt. Eine Kulturgeschichte der öffentlichen Bedürfnisanstalten von Wien. Wien: Löcker Verlag 2000.

    Claudia Lingenhöl, Kleinbauten der Stadt Wien, Diplomarbeit TU-Wien, 2021.

    29 min
  • Welterbe – Wertekonflikte 02
    Bewahren vs. Verändern

    Der Historiker Sebastian Daniel hat die Wortmeldungen in drei öffentlichen Diskussionsveranstaltungen in den Welterbestätten Regensburg, Augsburg und Hamburg detailliert analysiert. Dabei prallen die Werte wie das unveränderte Erhalten und des Anpassens des Bestandes an den Klimawandel aufeinander. Im Gespräch mit Friedrich Idam zeigt Sebastian Daniel interessante Lösungsansätze auf.

    Downloadlink zur Studie von Sebastian Daniel auf Researchgate

    22 min
  • Welterbe – Wertekonflikte 01
    Bewahren vs. Verändern

    Der Historiker Sebastian Daniel hat die Wortmeldungen in drei öffentlichen Diskussionsveranstaltungen in den Welterbestätten Regensburg, Augsburg und Hamburg detailliert analysiert. Dabei prallen die Werte wie das unveränderte Erhalten und des Anpassens des Bestandes an den Klimawandel aufeinander. Im Gespräch mit Friedrich Idam zeigt Sebastian Daniel interessante Lösungsansätze auf.

    Downloadlink zur Studie von Sebastian Daniel auf Researchgate

    26 min
  • Salzkammergut - Fensterläden
    Bewährter Hitzeschutz

    Hölzerne Fensterflügel finden wir bereits als Schiebebrettchen vor den Luken der Almhütten. Ab dem 19. Jahrhundert fanden dann Jalousien mit verstellbaren Lamellen, den sogenannten Jalousiebrettchen, weite Verbreitung und prägen immer noch die Fassaden der Wohnhäuser.

    Neben der ästhetischen Qualität besitzen hölzerne Jalousien aber auch großes Zukunftspotential zur hochqualitativen, individuell regulierbaren und nachhaltigen Gebäudekühlung.

    Weitere Informationen zu Leinölfarben

    17 min
  • Finanz- und Hofkammerarchiv Wien
    Dokumente aus dem Salzkammergut

    Die Hofkammer, 1527 von Ferdinand I. begründet, wurde im Lauf der Jahrhunderte zu einem "Superministerium", dem Vorläufer eines Finanz-, Handels-, Wirtschafts-, Bergbau- und Verkehrsministeriums die in einer Behörde zusammengefasst waren. Ihre alten "Acta" wurden im 16. Jahrhundert von der laufenden Registratur getrennt, in eigenen Räumlichkeiten untergebracht und von einem eigens dafür bestellten Beamten betreut.

    In der Hofkammer zu Wien wurde bis 1848 die zentrale Finanzverwaltung der Habsburgermonarchie durchgeführt. Das Hofkammerarchiv umfasst mehr als 30 Millionen Akten. Zu den Aufgaben der Hofkammer zählten neben der eigentlichen Finanzverwaltung auch die Agenden von Wirtschaft, Handel, Bergbau, Bauten, Kredit, Geldwesen und Verkehr. Darüber hinaus wurden auch die Repräsentations- und Hofstaatsauslagen verwaltet.

    Die Archivräumlichkeiten befanden sich ab 1583 im alten Kaiserspital, am Ort des heutigen Ballhausplatzes. Im Jahre 1848 wurde unter der Archivdirektion Franz Grillparzer das mittlerweile stark gewachsene Archiv übersiedelt. Das für diesen Zweck von Paul Sprenger geschaffenes Bauwerk, der "Neubau" in der Johannesgasse, gilt als der älteste, in Funktion erhaltenen Archivzweckbau Österreichs. Das 7-Geschoßige Gebäude wurde auf den, aus der Wende vom 14. Zum 15. Jh. Stammenden, Kellergewölben des geschleiften Kleinmariazeller Hofs errichtet.

    Das Gebäude bildete mit der originalen Archiveinrichtung, (u. a. Direktionszimmer Grillparzers) ein einzigartiges herausragendes Ensemble der Biedermeierzeit. Aus denkmalschützerischen Überlegungen wurde das Hofkammerarchiv auch lange nicht in das Zentralarchiv in Wien-Erdberg übersiedelt, sondern blieb bis 2006 in seinem ursprünglichen Ort einheitlich erhalten. Die Hofkammer selbst wurde 1848 durch mehrere Ministerien ersetzt, der Name Hofkammerarchiv blieb jedoch erhalten.

    Nach ihrer Entstehungszeit erfolgte eine Unterteilung der Bestände in Gruppen:

    Die Finanzverwaltung vor 1527.

    Um 1500, mit dem Wachsen des habsburgischen Herrschaftsgebietes, wurde eine "Raitkammer" für die NÖ. Lande eingerichtet. Sie besorgte nicht nur die Verwaltung des Kammerguts, sondern auch die Rechtsprechung für die Kammer-Untertanen und die gesamte Rechnungskontrolle. Die älteste Urkunde des Archivs, ein Diplom Friedrichs I., stammt aus dem Jahre 1180.
    Aktenbestände des Hofkammerarchivs dieser Zeit, welche sich auf das Salzkammergut beziehen sind im Fonds 6, "Obderennsisches Salzkammergut", zu finden.

    Die Akten der alten Hofkammer (1527-1749)

    Aus einer schlanken Behörde mit ursprünglich zwei Räten (plus Schreibpersonal) entwickelte sich im Laufe der Zeit ein komplexer Verwaltungsapparat. Die Akten aus dieser Periode bilden das Herzstück des Archivs, und sind nach Ländergruppen gegliedert. Eine Unterbehörde der Hofkammer war die niederösterreichische Kammer, die für die Verwaltung der Gefälle von Ober- und Niederösterreich zuständig war. Die Akten der "NÖ Kammer" behandeln den Zeitraum von 1522 bis 1749 und beinhalten auch das gesamte Montanisticum der Monarchie. Damit enthalten diese Bestände auch zahlreiche Quellen zur Geschichte des Salzkammergutes, etwa die Reihen des sogenannten "Münz- und Bergwesen" die sich mit der Verwaltung der Bergwerke befassen.

    Die Akten der neuen Hofkammer (1762-1848)

    Im Zuge der Verwaltungsreformen von Maria Theresia zur Straffung des Staatswesens wurde die altehrwürdige Hofkammer 1749 mit der Hofkanzlei zum "Directorium in publicis et Cameralibus" zusammengeschlossen. Die Akten dieser Behörde liegen heute im Allgemeinen Verwaltungsarchiv. Die neue Behörde bewährte sich aber nicht, sodass die Hofkammer neu strukturiert ab 1762 wieder selbständig geführt wurde. Die Verwaltungsaufgaben wurden nunmehr in Sektionen abgewickelt, denen jeweils separate Archivfonds entsprechen. Der Fonds "Bancale" behandelt zunächst einträgliche Mauten, Zölle und Staatsbetriebe, und damit auch das gesamte habsburgische Salinenwesen. Die Bezeichnung "Bancale" rührt daher, dass ursprünglich die Erträge der einträglichsten Gefälle an die Wiener Stadt-Banco verpfändet worden waren. Dieses Institut war mit dem Aufbringen von Bargeld für den Staatshaushalt aus verzinslichen Kapitaleinlagen und der Tilgung der Staatschulden befasst.

    Die Bestände des Finanzarchivs

    Diese stellen zunächst eine Fortsetzung der Akten des Hofkammerarchivs dar (mit Ausnahme jener Agenden, die 1848 an die neuen Ministerien für Ackerbau, Handel etc. abgegeben wurden). Für die Geschichtsforschung des Salzkammergutes sind die Akten der "Montanabteilung" (1848-1875) und der "Montanistischen Behörden", von Interesse.

    Links zu den Episoden

    Löckerbrunnen

    500 Jahre Salzkammergut

    Pferdeeisenbahn Obertraun-Kainisch

    Alle Fotos © Alexander Savel

    22 min
  • Hallstatt - Simonydenkmal
    Ein Obelisk aus Bruchsteinen

    Der aus Bruchsteinen aufgemauerte Obelisk ruht auf einer pyramidenstumpfförmigen Basis in welche an der Ost-, Süd- und Westseite mittig jeweils eine, nach oben offene, Nische eingetieft ist. Diese Nischen laufen in einer abgeschrägten Sohlbank aus und reichen in ihrer Tiefe jeweils bis zu den nach unten verlängerten Seitenflächen des Obelisken. Auf diese Weise bilden sich an den Ecken zinnenartige Sockel, auf denen die Kanten des Obelisken ruhen. In die Südfläche des Obelisken sind eine große und 2 kleine Schrifttafeln eingelassen, die Nordseite der Basis zeigt keine Eintiefung und läuft horizontal durch. Trotz des, aus der unmittelbaren Umgebung stammenden, unebenen, unregelmäßigen und groben Bruchsteinmaterials zeigt das Denkmal einen klaren, geometrischen Habitus.

    Zeitgenössische Presseberichte belegen - im Widerspruch zum Inschriftentext von 2007 - die Errichtung des "Simony-Gedenksteins" für den Sommer 1909. Das Denkmal wurde im Rahmen einer Exkursion der Generalversammlung des Alpenvereins, dessen Gründungsmitglied Simony war, am 2. 9. 1909 feierlich enthüllt. 1842 stand Simony zum ersten Mal auf dem höchsten Gipfel des Dachsteins, dem sein wissenschaftliches Hauptwerk, eine zweibändige Dachsteinmonographie, gewidmet ist. Simony beschäftigte sich daneben auch mit dem Hallstättersee, der Hydrographie, dem Klima, dem Bergbau und der Archäologie. Er wurde 1851 zum ersten Universitätsprofessor für Geographie in Österreich bestellt und machte das Dachsteingebirge allgemein bekannt und den Alpinismus im Salzkammergut salonfähig. Er ist der Begründer des Hallstätter Ortsmuseums (1844), führte 1847 den Begriff "Dachsteinkalk" in der Geologie ein und wählte 1875 den Bauplatz für die Simonyhütte (Eröffnung 1877) aus.

    Friedrich Simony (1813-1896)

    Geboren am 30.11.1813 in Hrochowteinitz/Nordböhmen als uneheliches Kind; zunächst Ordensgymnasium, Apothekerlehre und dann Laborant; ab 1836 weitere Gymnasialjahre und Studium der Naturwissenschaften in Wien; 1840 erstmals in Hallstatt und im Dachsteingebiet; Kontakt mit bekannten Persönlichkeiten (Fürst Metternich, Adalbert Stifter, Johann Georg Ramsauer u.a.); kurzzeitige Berufung an das Landesmuseum Klagenfurt; 1851 1.Universitätsprofessor f. Geographie in Österreich und Vermählung (zwei Söhne, eine Tochter); 1856 Mitbegründer der Geographischen Gesellschaft; 1862 Mitbegründer des Österreichischen Alpenvereins; 1873 wird Simonys Bild "Gletscherphänomene" bei der Weltausstellung/Wien ausgezeichnet; 1889 erscheint die erste Auflage der Dachsteinmonographie; am 20.7.1896 stirbt Simony in St.Gallen/Steiermark.

    Inschriften

    Dem Andenken

    an den hochverdienten
    Erforscher und Darsteller
    der Berg und Gletscher-
    welt des Dachsteingebietes
    Dr. Friedrich Simony
    gewidmet von der
    Sektion Austria des
    österreichischen Alpenvereines
    Die Inschrift ist in dunkel ausgemalter Fraktur in eine 85cm x 62cm große Tafel aus heller Brekzie eingekerbt.

    Errichtet 1907

    Sekti[on] A[ust]ria
    D. u. [Oe. A. V.]
    Renoviert 2[0]07
    Die Inschrift ist in hell ausgemalter Fraktur in eine kleine Tafel aus Granit (Balmoral Rosso) eingekerbt. Die Tafel ist durch Gewalteinwirkung stark beschädigt und der Text ist nur noch bruchstückhaft erhalten, kann aber noch kontextual rekonstruiert werden.

    Franz [Leeb]

    Maure[rme]ister
    Die Inschrift ist aus der Antiqua in eine kleine Tafel aus weißem (Laaser?) Marmor eingekerbt, Reste einer dunkelbraunen Ausmalung sind erhalten. Durch eine starke Beschädigung in der rechten oberen Ecke ist vom Familiennamen nur noch der vertikale Anstrich des Initialbuchstaben schwach zu erkennen. Durch eine Literaturquelle ist der Ischler Maurermeister Franz Leeb als Erbauer belegt.

    Quellen:

    Linzer Volksblatt v. 16. 9. 1909, S. 5.
    Ischler Wochenblatt v. 12. 9. 1909, S. 5.
    Der Österreichische Alpenverein und die Sektion "Austria" des Deutschen und Osterreichischen Alpenvereins 1862-1912, Wien 1912

    11 min
  • Hallstatt – Hausnummern
    Ein interessantes System

    Verbindet man im Markt Hallstatt diejenigen Häuser, welche bereits um 1770 bestanden sind, mit einer Linie in der Reihenfolge ihrer Hausnummern ergibt sich eine interessante Kurve, aus der die Systematik der Nummerierung verständlich wird. Durch den Abbruch von Häusern, die Aufteilung von Grundstücken und die Wiedervergabe alter Nummern an Neubauten wurde dieses ursprünglich geometrisch-geographisches System ab dem 19. Jahrhundert von einem chronologischen System abgelöst. Dadurch erscheint das jetzt bestehende Nummerierungssystem auf den ersten Blick völlig chaotisch und erst eine genaue Analyse des Bestandes und dessen Baugeschichte machen das ursprüngliche System verständlich.

    15 min
  • Hallstatt – Hausindustrie T2
    Spinnen um zu überleben

    Der Historiker Ernst Tipka erzählt im Gespräch mit Friedrich Idam von seinen spannenden Erkenntnissen über die Sozialstruktur im Salzkammergut zu Ende des 18. Jahrhunderts, die er durch intensives Quellenstudium gewonnen hat. Für die Linzer Wollzeugmanufaktur wurde auch in Hallstatt Garn gesponnen. Das Spinnmaterial wurde von weither importiert, da die Wolle der heimischen Schafe nicht die geforderte Qualität besaß. Im Rahmen dieser Hausindustrie konnten sich arbeitslose Jugendliche, vor allem aber die zahlreichen Witwen ihr Überleben sichern, da hat die soziale Versorgung zu dieser Zeit sehr mangelhaft war und im Salzkammergut große Armut herrschte.

    30 min
  • Hallstatt – Hausindustrie T1
    Spinnen um zu überleben

    Der Historiker Ernst Tipka erzählt im Gespräch mit Friedrich Idam von seinen spannenden Erkenntnissen über die Sozialstruktur im Salzkammergut zu Ende des 18. Jahrhunderts, die er durch intensives Quellenstudium gewonnen hat. Für die Linzer Wollzeugmanufaktur wurde auch in Hallstatt Garn gesponnen. Das Spinnmaterial wurde von weither importiert, da die Wolle der heimischen Schafe nicht die geforderte Qualität besaß. Im Rahmen dieser Hausindustrie konnten sich arbeitslose Jugendliche, vor allem aber die zahlreichen Witwen ihr Überleben sichern, da hat die soziale Versorgung zu dieser Zeit sehr mangelhaft war und im Salzkammergut große Armut herrschte.

    30 min

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Das Welterbegebiet Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut ist eine einzigartige Kulturlandschaft mit einem reichen kulturellen Erbe. Mein Name ist Friedrich Idam und ich stelle ihnen in jeder Episode eine neuen Aspekt unseres Welterbes vor. Dieser Podcast wird von Welterbe - Management Hallstatt unterstützt.