Was wichtig ist

Wird der Schrottplatz zum Rohstofflager der Zukunft?


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Was steckt noch im alten Auto? An der Montanuniversität Leoben entstehen neue Technologien, die wertvolle Metalle aus Autowracks zurückgewinnen – präzise, nachhaltig und mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz.

Erreicht ein Pkw das Ende seiner Lebensdauer, landet er heute nicht mehr auf dem Autofriedhof, sondern wird recycelt. Was früher als Schrottplatz-Schicksal endete, ist heute ein Ausgangspunkt für Innovation. Denn an der Montanuniversität Leoben werden neue Technologien zur Wiederverwertung entwickelt, die das Recycling ausgedienter Fahrzeuge auf ein neues Niveau heben sollen.

Im Rahmen des Innovationsforums sprach „Presse“-Redakteur Michael Köttritsch mit zwei Expert:innen der Montanuniversität Leoben: Roland Pomberger, Lehrstuhlleiter für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft, sowie Alexia Tischberger-Aldrian, Projektleiterin des Forschungsprojekts „Kiramet“. Gemeinsam gaben sie Einblicke in aktuelle Entwicklungen und zukünftige Potenziale der Altautoverwertung – direkt aus einer der führenden Forschungseinrichtungen Österreichs im Bereich Recyclingtechnik.

Wertstoffe im Fokus

Die Universität in der Steiermark hat sich längst als Innovationsschmiede etabliert und nimmt eine Vorreiterrolle beim Recycling von Fahrzeugen ein. Davon profitieren nicht nur die Forschung und Lehre, sondern auch Studierende, die frühzeitig in Projekte eingebunden werden.

Warum Autos besonders interessant für die Kreislaufwirtschaft sind, erklärt Roland Pomberger so: „Kein Produkt in unserer Gesellschaft enthält so viele interessante und wertvolle Rohstoffe wie ein Auto – und das in konzentrierter Form.“ Genau hier setzt die Motivation der Forscher:innen an: Diese Rohstoffe sollen möglichst effizient wieder verfügbar gemacht werden. Doch die Realität zeigt: Noch fehlen passende Technologien, um die verschiedenen Metalle in Altautos ausreichend präzise voneinander zu trennen. In diesem Zusammenhang gewinnt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zunehmend an Bedeutung – insbesondere bei der Sortierung von Schreddermaterialien.

Mit KI zu besserem Schrott

Hier kommt das Projekt „Kiramet“ ins Spiel. Unter der Leitung von Alexia Tischberger-Aldrian wird daran gearbeitet, ein KI-gestütztes Verfahren zur Aufbereitung von Metallverbundabfällen zu entwickeln. Ziel ist es, die Qualität von Schredderschrotten deutlich zu verbessern und sie hochwertigen Recyclingprozessen zuzuführen. Dabei handelt es sich nicht nur um eine technische Herausforderung, sondern auch um eine strategisch bedeutende Entwicklung: Denn politische Rahmenbedingungen wie der European Green Deal, der Green Industrial Deal sowie der Critical Raw Materials Act erhöhen den Druck auf Industrie und Forschung, nachhaltige Lösungen zu finden. Letzterer definiert sogar jene Rohstoffe, die als besonders kritisch und strategisch wichtig gelten – etwa Kupfer.

„Bei ,Kiramet‘ geht es darum, einen kostengünstig hergestellten, qualitativ hochwertigen Schrott zu erzeugen“, erklärt Tischberger-Aldrian. „Unser Ziel ist es, mit Hilfe von KI und bildverarbeitender Technologie speziell Kupferpartikel im Metallstrom zu erkennen und gezielt auszuschleusen.“ Gelingt dies, könnten nicht nur neue Maßstäbe im Recycling gesetzt, sondern auch wirtschaftlich tragfähige Lösungen geschaffen werden.

Forschung mit Praxisbezug

Dass solche Projekte nicht im luftleeren Raum entstehen, zeigt die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. An der Montanuniversität Leoben sind Studierende bereits ab dem vierten Semester in Forschungsarbeiten eingebunden – eine frühe Verbindung von Theorie und Praxis, die nachhaltige Innovation fördert. Diese Praxisnähe ist auch für Roland Pomberger zentral: „Wir sitzen in der Montanuniversität nicht im Elfenbeinturm, sondern leisten angewandte Forschung auf einem hohen technologischen Level.“ Ohne Partner aus der Industrie und Unternehmen, die sich mit KI beschäftigen, seien Vorhaben wie „Kiramet“ nicht umsetzbar.

Der Schlüssel zum Erfolg liege daher im Aufbau eines Konsortiums, das alle relevanten Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette einbindet. „Forschung im stillen Kämmerlein – das werden Sie an der Montanuniversität nicht finden“, bringt Pomberger es auf den Punkt.

Mehr zu „Kiramet“ erfahren Sie unter unileoben.ac.at

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Was wichtig istBy Die Presse

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