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Eine mächtige Handelsmacht ohne König, ohne Heer, ohne Hauptstadt — und ohne Gründungsurkunde. Als 1418 jemand die Geburtsurkunde der Hanse sucht, findet sich:
Nichts.
Denn die Hanse wurde nie gegründet. Sie ist geworden.
In dieser Auftaktfolge legen wir das Fundament. Wir beginnen mit einem Schiff, das 1962 ein Bagger aus der Weser holt — der berühmten Bremer Kogge, jenem plumpen Eichenkasten, der den ganzen Norden trägt.
Und wir fragen: Wie wurde aus reisenden Kaufleuten eine Macht, die den Handel auf Nord- und Ostsee beherrschte?
Wir reisen nach Lübeck, der „Königin der Hanse", entschlüsseln, wie ein Bund ganz ohne Staat ganze Länder mit einem simplen Boykott in die Knie zwang, und entdecken, womit man wirklich reich wurde: mit Tuch, Salz und einem ziemlich unscheinbaren Fisch.
Der Beginn einer Reihe, die uns immer wieder zur Hanse zurückführt.
Leinen los.
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#Hanse #Handelsgeschichte #Seefahrt #Wirtschaftsgeschichte #Archäologie #Mittelalter #Deutschland #Nordeuropa
2 verrückte Kanonen. Geschütze, die einfach zu groß geraten sind, und doch mehr sind als eine geschichtliche Fußnote. Aber nicht nur die Themen haben sich heute verdoppelt, sondern auch das Modertatorenteam. Dieses Mal werden wir vom Podcast “Geschichte Ungenügend” tatkräftig unterstützt. Vielen Dank noch einmal an Janni und Abel, es war uns ein Fest.
Wir gehen der Frage nach, wann eigentlich eine Waffe einfach zu groß wird um noch praktischen Nutzen zu haben. Wie viel war Abschreckung, wie wirksamen waren sie in der Praxis.
Es geht nach Schottland und vor die Mauern von Konstantinopel. Es gibt viel zu entdecken, und eine Menge Spaß ist auch noch dabei!
#mittelalter #renaissance #kanonen #geschütze #orban #konstantinopel #monsmeg #bombarde #geschichte
Am Morgen nach der Explosion steht New York vor einem Rätsel: War es ein Unfall — oder Sabotage? Und wenn Sabotage: Wie soll man das je beweisen? In dieser zweiten von zwei Folgen erzählen wir das lange, unwahrscheinliche Nachspiel von Black Tom.
Es ist ein echter Kriminalfall. Die Täter tauchen unter oder sterben unbeachtet im Armengrab. Der Fall vor dem deutsch-amerikanischen Schiedsgericht geht zunächst komplett verloren — die Kronzeugen werden öffentlich als erwiesene Lügner gebrandmarkt. Bis einer von ihnen an Weihnachten 1930 in einem alten Unterhaltungsmagazin eine mit Zitronensaft und Nadelstichen versteckte Geheimbotschaft findet und damit den Fall wieder aufreißt. Am Ende steht 1939 ein Schuldspruch gegen Deutschland — ausgesprochen ausgerechnet in dem Jahr, in dem der nächste Weltkrieg beginnt. Die letzte Zahlung geht 1979 ein, dreiundsechzig Jahre nach dem Knall.
Wir erzählen von McCloy, dem jungen Anwalt, der Deutschland ein Jahrzehnt lang verklagte und es später als Hoher Kommissar mit aufbaute — und wir lösen zum Schluss die Leitfrage ein: Warum ist dieses gewaltige Ereignis fast vergessen? Und warum wird ausgerechnet seine berühmteste Narbe, die Fackel der Freiheitsstatue, bis heute gleich dreifach falsch erinnert? Wie immer flaggen wir ehrlich, was gesichert ist und was Legende bleibt. Leitfrage der Folge: Warum ist eine der größten Explosionen der US-Geschichte fast vergessen und an ihre bekannteste Narbe wird sich immer wieder falsch erinnert?
#neuzeit #usa #podcast #geschichte #nordamerika
Die USA sind offiziell neutral. Doch sie beliefern zugleich die Alliierten mit Bergen von Munition. Aus deutscher Sicht ist dieses „neutrale" Amerika die Waffenkammer des Feindes. Also führt das Deutsche Reich einen Krieg, den es offiziell gar nicht gibt: mit gefälschten Pässen, Scheinfirmen, Streiks und kleinen Brandsätzen in der Größe einer Zigarre.
In dieser ersten von zwei Folgen nehmen wir euch mit auf den langen, leisen Anlauf zu einer der größten Explosionen der amerikanischen Geschichte. Wir erzählen vom Widerspruch in der amerikanischen Neutralität, von einer Aktentasche, die den heimlichen Krieg auffliegen lässt, von einem ungesicherten Munitionshafen mitten in New York. Wir berichten von der Nacht zum 30. Juli 1916, in der um 2:08 Uhr zwei Millionen Pfund Munition in die Luft gehen, Fenster bis nach Manhattan zerspringen und die Freiheitsstatue Splitter abbekommt.
Vieles liegt im Dunkel der Zeit verloren. Von der Zahl der Toten bis zur Frage, wer in jener Nacht wirklich das Feuer legte.
Die Auflösung dieses Falls gibt es dann in Folge 2.
Kommt mit an Bord des Raumzeitschiffs.
Die Leitfrage der heutigen Folge: Wie erreicht ein Krieg ein Land, das sich für neutral hält?
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#neuzeit #usa #nordamerika #geschichte #politik #blacktom
Zum großen Finale unserer Kanal-Trilogie passiert etwas, das es bei uns noch nie gab: Das Raumzeitschiff landet nicht in der Vergangenheit, sondern in unserer eigenen Gegenwart. Statt Kaiser und Kapelle erwarten Cris und Jan diesmal Bauzäune, Kräne und Bagger.
Denn das Muster, das den Nord-Ostsee-Kanal seit 1895 verfolgt — „Gebaut, gefeiert, zu klein" — hört einfach nicht auf. Cris nimmt euch mit auf eine Reise einmal quer durch den Kanal, von Brunsbüttel im Westen bis Holtenau im Osten, und an fast jedem Kilometer wird gerade gebohrt, gebaggert oder gesprengt.
Wir erzählen, warum in Brunsbüttel für 1,2 Milliarden Euro eine komplett neue, fünfte Schleusenkammer entsteht — nur, damit man die alten von 1914 überhaupt sanieren kann. Warum ein 20 Kilometer langes Stück Kanal im Osten bis heute die Maße von 1914 trägt und deshalb zum Flaschenhals geworden ist. Warum die älteste Kanalbrücke von 1894 ersetzt werden muss — und was 5.000 überwinternde Fledermäuse mit dem Neubau zu tun haben. Und warum die Kleine Schleuse von 1895, das allererste Bauwerk dieser ganzen Geschichte, seit 2014 stillsteht und neu entsteht — inklusive einer Weltkriegsbombe im Baufeld und eines Leitungstunnels tief unter der Anlage.
Es geht um Bagger bei laufendem Betrieb, um den Sprung vom Papierdiagramm mit Lineal und Bleistift zum digitalen Zwilling, um eine Schleuse, die schon heute für den steigenden Meeresspiegel von morgen gebaut wird — und um eine ehrliche Frage, auf die es noch keine Antwort gibt: Was heißt es eigentlich, ein Bauwerk am Leben zu halten, das nie fertig sein darf? Zum ersten Mal erzählen wir eine Geschichte, deren Ende wir selbst nicht kennen.
Ein Hinweis in eigener Sache: Fast alle Termine in dieser Folge (fünfte Schleusenkammer Ende 2026, Levensauer Hochbrücke 2027/2028, Ausbau der Oststrecke nicht vor 2030) sind Planstände und können sich verschieben.
#nordostseekanal #neuzeit #gegewart #europe #deutschland #schleswigholstein
Kaum ist der Kaiser-Wilhelm-Kanal 1895 gefeiert, macht ihn ein einziges britisches Schiff wieder wertlos: die HMS Dreadnought. Die neuen Großkampfschiffe passen nicht mehr durch – und so wird das gerade fertige Bauwerk schon nach neunzehn Jahren wieder aufgerissen und bei laufendem Betrieb vergrößert. Eine Operation am offenen Herzen.
In Teil zwei unserer Reihe vor der Sommerpause begleiten wir den Kanal durch die dramatischsten Jahrzehnte seiner Geschichte: die feierliche Wiedereröffnung durch den Kaiser 1914, nur Tage vor dem Schuss von Sarajevo. Den Kieler Matrosenaufstand, der eine Revolution und das Ende der Monarchie auslöst. Einen Frachter namens Wimbledon, der zum allerersten großen Fall eines Weltgerichts wird. Und schließlich einen Diktator, der die mühsam erstrittenen Verträge einfach zerreißt.
Zwei Weltkriege, ein zerbrochenes Reich, eine versenkte Flotte – und mittendrin ein Kanal, der einfach alles und jeden überlebt. Wie aus einem militärischen Traum die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt wurde – und warum sein größter Niedergang in Wahrheit eine Befreiung war.
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#NordOstseeKanal #Marinegeschichte #Kaiserreich #ErsterWeltkrieg #ZweiterWeltkrieg #Völkerrecht #NeueUndNeuesteGeschichte #Zeitgeschichte #Deutschland #Europa
Knapp hundert Kilometer Wasser, quer durch Schleswig-Holstein, von der Nordsee in die Ostsee — und bis heute die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Aber warum gräbt sich ein ganzes Kaiserreich überhaupt so einen gewaltigen Graben durchs Land? Und für wen eigentlich?
In Teil 1 unserer Doppelfolge reisen Cris und Jan zurück ins Jahr 1887, an die Seite eines fast neunzigjährigen Kaisers mit einem Spaten in der Hand. Von den Wikingern, die ihre Boote über Land schleiften, über den tapferen kleinen Eiderkanal, Bismarcks eiskalte Flottenlogik und Moltkes spöttische Rede dagegen — bis zur größten Baustelle des Nordens: fast 9.000 Arbeiter, 80 Millionen Kubikmeter Erde, Baracken unter militärischer Leitung, ein Streik, die Cholera vor den Toren und ein zerbrochener Spaten als böses Omen.
Am Ende steht ein Triumph: das große Eröffnungsfest von 1895, Kriegsschiffe aus vierzehn Nationen, der erste Dokumentarfilm der deutschen Geschichte — und eine Kapelle, die der Türkei aus Verlegenheit „Guter Mond, du gehst so stille" vorspielt. Doch über dem Triumph liegt schon ein Schatten. Denn weit weg, in England, beginnt gerade etwas, das diesen funkelnagelneuen Kanal schon in zehn Jahren zu klein machen wird …
Eine Geschichte über große Träume, militärische Logik, viele tausend Menschen in den Baracken — und die Sektsteuer, die es bis heute gibt. Teil 2 (mit Jan) folgt in der kommenden Woche.
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#neuzeit #deutschland #geschichte #kaiserwilhelmkanal #europe #nok #nordostseekanal
Stell dir eine Katastrophe vor, die größer war als fast alles in der europäischen Geschichte – und die heute trotzdem kaum jemand kennt.
Im Sommer 1315 begann es zu regnen. Und es hörte nicht mehr auf. Nicht für Wochen, sondern für Jahre. Über halb Europa.
Das Korn verfaulte auf den Feldern, noch bevor man es ernten konnte. Die Preise explodierten. Menschen aßen Baumrinde, dann ihr eigenes Saatgut – also die Ernte des nächsten Jahres. Sie aßen ihre Zukunft auf.
Selbst der König von England fand kein Brot mehr. Ein französisches Heer versank einfach im Schlamm. Am Ende: Millionen Tote.
Wir nennen es den Großen Hunger. Und das Verrückte ist: Jeder kennt die Pest, die dreißig Jahre später kam. Aber den Hunger davor hat die Welt komplett vergessen – obwohl er die Pest vielleicht erst so tödlich gemacht hat.
Und seine Spur findest du bis heute an einem überraschenden Ort: versteckt in einem Märchen, das du als Kind gehört hast.
Die ganze Geschichte gibt's in der neuen Folge von Wissensreisende.
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#Europa #England #westeuropa #mittelalter #hungersnot #regen #naturkatastrophe #hunger
Russlands größter Dichter Alexander Puschkin hatte einen Urgroßvater aus Afrika. Das war Abram Petrowitsch Gannibal.
Um 1696 irgendwo in Zentralafrika geboren, wird er als Kind von seiner Familie getrennt, über das Osmanische Reich verschleppt und auf einem Sklavenmarkt in Konstantinopel verkauft. Dann landet er am Hof Peters des Großen. Und aus dem versklavten Kind wird der Schützling des mächtigsten Mannes Russlands.
Peter schickt ihn nach Frankreich. Abram kämpft in einem Krieg, studiert an einer der modernsten Militärakademien Europas, verliert sein Geld in einer Finanzkrise. Er gibt sich einen neuen Namen. Den eines afrikanischen Feldherrn, der die Römer das Fürchten lehrte.
Zurück in Russland steigt er auf. Und fällt. Wird nach Sibirien verbannt. Überlebt. Und kehrt zurück.
Wer war dieser Mann wirklich — und was verbindet ihn mit Alexander Puschkin?
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#Biografie #Sklaverei #Militär #PeterDerGroße #AlexanderPuschkin #OsmanischesReich #FrüheNeuzeit #Afrika #NaherUndMittlererOsten #Osteuropa
Eine Stadt klaut der anderen einen hölzernen Eimer vom Brunnen – und wenig später stehen sich Zehntausende auf dem Schlachtfeld gegenüber. So erzählt man sich seit siebenhundert Jahren die Geschichte des „Eimerkriegs" zwischen Bologna und Modena. Aber stimmt das überhaupt?
Cris und Jan setzen das Raumzeitschiff diesmal am späten Nachmittag des 15. November 1325 ab, kurz vor dem Dorf Zappolino – und mitten hinein in eine der größten Schlachten, die das mittelalterliche Europa je gesehen hat. Größer als Hastings. Und der Grund dafür war eben nicht ein gestohlener Eimer.
In dieser Folge nehmen wir die schöne Legende auseinander und zeigen, was wirklich dahintersteckte: der jahrhundertelange Konflikt zwischen Guelfen und Ghibellinen, zwischen Papst und Kaiser, der ganz Italien spaltete. Wir erleben, wie das winzige Modena das übermächtige Bologna besiegte, wie aus einem ernsten, blutigen Krieg eine Anekdote wurde – und welche Rolle ein freches Spottgedicht aus dem 17. Jahrhundert dabei spielte.
Am Ende steht die vielleicht wichtigste Frage von allen: Ist Geschichte das, was passiert ist – oder das, was erzählt wird? Und warum überlebt manchmal die bessere Geschichte statt der wahren?
Eine Reise zwischen Mythos und Wahrheit, blutigem Ernst und herrlicher Ironie. Mit einem Schluss, den sich kein Drehbuchautor besser hätte ausdenken können.
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#Italien #südeuropa #mittelalter #europa #geschichte #eimerkrieg #1325 #bologna #modena
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