In der aktuellen Folge des Börsentalks stehen die Märkte ganz im Zeichen geopolitischer Unsicherheiten und einer enttäuschend verlaufenen Berichtssaison. Im Fokus steht dabei einmal mehr Donald Trump. Neue Zolldrohungen, Aussagen zu Grönland und geopolitisches Säbelrasseln sorgen für Nervosität, lösen aber keine echte Panik aus. Die militärische Komponente scheint vom Tisch zu sein. Vielmehr geht es Trump um Deals und Verhandlungsmacht. Entsprechend zeigen sich die Börsen erstaunlich robust, Rücksetzer bleiben überschaubar. Die zentrale Frage lautet dahererneut: „Buy the Dip?” Selektive Rücksetzer, insbesondere bei Einzeltiteln oder auch im Kryptobereich, können Chancen bieten, auch wenn es bislang keinen „echten” Dip gegeben hat.
Parallel dazu wird deutlich, wie abhängig Europa weiterhin von den USA ist, vor allem im Technologiebereich. Einegeschlossene europäische Haltung fehlt jedoch, während Grönland eher als geopolitisches Druckmittel denn als realistisches Übernahmeziel betrachtet wird. Für Anleger ist jedoch entscheidend, was das alles für den Markt bedeutet. Hier zeigt sich eine gewisse Reife, denn politische Schlagzeilen werden schneller verdaut als noch in der Vergangenheit.
Ein zweiter Schwerpunkt ist die Berichtssaison. Diese ist zwar nicht schlecht, aber in ihrer Wirkung klar enttäuschend. Viele Unternehmen liefern solide oder sogar leicht bessere Zahlen, werden im Anschluss daran aber dennoch abverkauft. Der Grund dafür sind vorsichtige Ausblicke und Gewinnmitnahmen nach zuvor starken Kursanstiegen.Selbst positive Beispiele wie Netflix konnten das nicht verhindern. „Gut reicht nicht mehr“ – der Markt verlangt nach starken Perspektiven, sonst bleiben Kursgewinne aus. Entsprechend dürfte das Marktumfeld in den kommenden Wochen zäh bleiben.
Gerade in diesem Umfeld sehen wir Chancen bei Strukturierten Produkten wie Discount-Zertifikaten oder ReverseConvertibles. Diese ermöglichen es, von erhöhter Volatilität zu profitieren und das Aktienrisiko zu begrenzen, auch wenn das Kurspotenzial nach obeneingeschränkt ist. Ergänzend behalten wir die makroökonomische Seite im Blick. Der US-Dollar schwächelt, während die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen zuletzt auf rund 4,3 Prozent gestiegen sind. Das ist noch kein Stressniveau, doch ein weiterer Anstieg in Richtung 4,5 Prozent und darüber hinaus könnte dieAktienmärkte spürbar belasten.
Das Fazit fällt dennoch beruhigend aus. Es gibt viele Schlagzeilen, aber keine Eskalation und somit keinen Grund zur Panik. Anleger sollten Ruhe bewahren, ihr Depot nicht im Minutentakt kontrollieren und gezielt Chancen nutzen. Konkrete Investmentideen wollen die beiden in der nächsten Folge nachliefern.
👉 Alle Positionen und Gewichtungen unseres Portfolios findet ihr hier: https://www.payoff.ch/znuni-portfolio
❓ Wer sind wir?
Roman Przibylla ist CCO bei Bitcoin Suisse und seit mehr als 15 Jahren in verschiedenen Führungspositionen für die HSBC in Düsseldorf, die Deutsche Bank und die Commerzbank in Frankfurt sowie bei Vontobel und Maverix Securities in Zürich am Kapitalmarkt tätig.
Serge Nussbaumer ist Head Public Solutions bei Maverix. Er war zuvor Chefredaktor bei payoff.ch und seit fast 30 Jahren in verschiedenen Funktionen u.a. bei der Credit Suisse und der St. Galler Kantonalbank tätig. Dabei war er stets mit Anlegern und den Finanzmärkten verbunden.
⚠️ Disclaimer: Keine Anlageberatung oder -empfehlung. Alle Angaben ohne Gewähr. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklung.