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In der dritten Folge unserer Reihe zu den "Lebensstilen 2040", die vom ITZ (www.zukunftpassiert.de)) ausgearbeitet wurden, beschäftigen sich Mirja und Eike mit den Lebensentwürfen der jungen Menschen. Die Krisen der vergangenen Jahre (Klima, Digitalisierung, Corona, Ukraine, Inflation, Rechtsdrift, Iran) haben das Leben der jungen Menschen maßgeblich beeinflusst.
Traditionelle Erwartungen an Jugend und Adoleszenz in einer offenen Welt, wie sie für ältere Lebensstilgruppen prägend waren, Selbstverwirklichung, Rebellion und das Ausbilden eigener Werte, erscheinen seit Mitte der 2020er Jahren mehr denn je in Frage gestellt. Im Gespräch der beiden Zukunftsforscher:innen wird deutlich: "SIM-so-reals", "Boomerang Kids" und die "Generation Lost" suchen nach jeweils sehr eigenen, krisenadaptierten Wegen der Identitätsbildung.
Immer mehr Faszination entsteht beispielsweise in der digitalen Welt (als Gegenentwurf und Escaperoom zur "analogen" Multikrise), das Errwachsensein wird mitunter aufgeschoben, was zu neuen Beziehungs-Arrangements mit Eltern und Mitwelt führt. Trotzdem bleibt gesellschaftliches Engagement ein wichtiges Wertefundament der Jungen. Allerdings findet Identitätsbildung in den kommenden Jahren stärker zwischen Selbsterhaltung und Selbstverwirklichung statt.
Die Studie "Lebensstile 2040" erscheint in diesem Jahr in der Reihe "Megatrends und Transformations-Management" bei Springer/nature.
Mirja und Eike sprechen über die Lebensstile der nächsten Jahre. Bei den Foodies ist zunächst die Frage zu beantworten, wie so etwas wie Ernährung zu einem Lebensstil werden kann.
Interessant bei den Foodies ist darüber hinaus, dass der Lebensstil vor allem bei jungen Menschen gefunden wird. Seit einigen Jahren verbinden gerade junge Menschen ihre Werthaltungen und ihre Erwartungen von einem guten und gesunden Leben direkt mit der Wahl des "richtigen" Essens. Dabei gibt es DAS richtige Essen ja gar nicht. Es gibt nicht den finalen Ernährungstrend, der uns ein rundum gesundes und zufriedenes Leben garantiert. Hieran zeigt sich jedoch, wie wichtig Esskulturen und Ernährungsformen für die Entwicklung eigener Werte sind.
Fest steht auch, dass sich die Foodies mit ihrer besonderen Aufmerksamkeit für gesunde Ernährung zugleich als eminent politische Lebensstilgruppe verstehen. Viele von Ihnen definieren sich über den Wunsch, das globale Ernährungssystem, wie es ist, radikal zu verändern. Der Ort, an dem sie ihre Visionen von einem guten Leben zelebrieren, ist zum einen die Küche. Zum anderen aber auch das Internet, in dem sie sich in den vergangenen Jahren als asymmetrische Bewegung entworfen haben.
Im März 2026 startet der neue Jahrgang unsere MBA-Studiums "Future Management". Wer "Zukunft studieren" möchte, kann sich hier noch anmelden.
Das Buch "Lebensstile 2040" von Eike Wenzel erscheint in diesem Jahr in der Reihe "Megatrends und Transformations-Management" bei Springer Nature.
Im Mittelpunkt des ersten Teils stehen methodische Fragen: Warum sollten wir uns mit Lebensstilen befassen, was unterscheiden die Lebensstil-Typologien des ITZ von den Sinus-Milieus?
Das Buch "Lebensstile 2040" erscheint in diesem Jahr bei Springer in Heidelberg.
Rutger Bregman ist ein umtriebiger Intellektueller. Wir kennen ihn aus Talkshows, wo er Millionäre und Milliardäre davon zu überzeugen versucht, dass sie mit ihrem Geld auch wirklich gute Dinge tun können. Wir kennen ihn vom Weltwirtschaftsgipfel in Davos, wo er Politiker und Business-Leader bei ihrer Phrasendrescherei entlarvt.
Endlich mal ein positiver Populist, denn Bregman fragt uns, wie wir Talent und Karriere moralisch relevant machen können. Dabei bleibt er immer optimistisch.
Er hält die großen Probleme unserer Zeit für lösbar. Mirja, Klaus und Eike diskutieren anhand von Bregmans neuem Buch "Moralische Ambition", warum struktureller Wandel wirksamer ist als individuelle Moral. Etwas zu bewegen, ist wichtiger als moralische Reinheit, darin stimmen sie mit Bregman ebenfalls überein. Macht und Institutionen sind notwendige Hebel - doch dafür braucht es eine moralische Anstrengung - von uns allen.
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Wir sprechen mit Gina Strecker, sie ist Zukunftsforscherin und leitet in unserem MBA das Modul "Futures Literacy" und ist als Zukunftsforscherin in der Agentur für Innovation, Abteilung Cybersicherheit, angestellt. Wir reden über Erwartungen, Impact und Möglichkeiten der Zukunftsforschung in schwierigen Zeiten.
Einig sind wir uns, dass Zukunftsforschung die Zukunft nicht vorhersehen kann. In der Diskussion stellen wir uns die Frage, wie der Blick in die Zukunft, Unternehmen, aber auch jedem einzelnen dabei helfen kann, die eigene Zukunft in die Hand zu nehmen. "Futures Literacy" heißt dann: durch den Blick nach vorne in Möglichkeitsräumen denken und handeln zu lernen. Dabei geht es eben nicht um das Verstehen der einen Zukunft, sondern um die kreative, faktenbasierte Beschäftigung mit Zukünften.
Unser MBA-Studiengang "Future Management" geht im März in die nächste Runde. Wer Interesse an dem berufsbegleitenden Studiengang hat, kann sich hier weiter informieren:
Mirja, Eike und Klaus, die drei von der Trendtankstelle, ergründen das Gefühl der "politischen Müdigkeit" am Ende dieses Jahres. Liegt es daran, dass der Traum von einer bruchlosen Umsetzung des Green Deals an Friedrich Merz' Populismus zu zerschellen droht? Oder sind es die Wahlen im kommenden Jahr (u.a. auch in Frankreich und Ungarn), die schlechte Laune machen?
Links
Teresa Ribera: Europe must be a rulemaker, not a rule taker. In: Financial Times, 27. November 2025. https://www.ft.com/content/a7ef36e6-7288-4e12-b80a-085acd6a722f
Reale Utopien: Wege aus dem Kapitalismus, Suhrkamp 2017.
Carolin Amlinger, Oliver Nachtwey: Zerstörungs-Lust. Elemente des demokratischen Faschismus, Suhrkamp 2025.
Hannah Ritchie: Not the End of the World: The Sunday Times bestseller that will make you rethink everything you thought you knew about climate, Vintage 2024.
Wir sehnen uns nach 3. Orten. Es kann ja nicht sein, dass das kurze Gespräch mit dem Paketboten an der Haustür künftig der einzige Sozialkontakt bleibt. Was zeichnet heute die 3. Orte zwischen Zuhause und Job aus? Seit Corona arbeiten viele von uns im Homeoffice, aber auch das hat das Interesse an öffentlichen Orten des Miteinanders nicht schrumpfen lassen. Ganz im Gegenteil.
Aber was prägt 3. Orte speziell in Zeiten von Digitalisierung und SocialMedia? Mirja, Klaus und Eike suchen nach den kommunikativen Hotspots der Zukunft. Die europäische Stadt seit der Renaissance war wohl der ideale 3rd Place. Aber auch Museen, Parks und Friedhöfe können dritte Orte des Gemeinsinns sein, die wir heute so dringend brauchen.
Dritte Orte, davon sind wir überzeugt, ziehen uns nicht zuletzt deswegen an, weil sie „Moratorien des Alltags“ (Odo Marquard) gestatten.
Links
_B.F. Skinner: Futurum II - Walden Two, 1971
_Thomas Morus: Utopia
_Lea Ypi: Aufrecht. Überleben im Zeitalter der Extreme, 2025
_Zukunftsort Schloss Blumenfeld - https://schloss-blumenfeld.de/
_Kontakt Kiosk - Das Projekt "Kontakt Kiosk" bringt Kunst, Kultur und Begegnung in leerstehende Räume des ländlichen Raums. An wechselnden Orten schaffen wir mit Ausstellungen, Workshops und offenen Formaten einen niedrigschwelligen Zugang zu Kultur – kostenlos und für alle. Ziel ist es, jungen Menschen temporäre Räume der Teilhabe und des Miteinanders zu bieten – gerade dort, wo kulturelle Angebote fehlen. Damit sprechen wir zwei zentrale Herausforderungen im ländlichen Raum an: den Leerstand sinnvoll zu nutzen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt und Dialog zu fördern – in einer Zeit wachsender sozialer Spannungen und digitaler Entfremdung. https://kreativland.mfg.de/ideenwettbewerb-kreativland-bw-gestalten/gewinnerinnen-teams/kontakt-kiosk/
_Aller.Land - Mit Aller.Land gestalten Menschen ihr Dorf, ihre Region, ihre Zukunft – durch Kultur und Beteiligung https://www.allerland-programm.de/
_Netzwerk Zukunftsorte - Wir vernetzen und begleiten aktive Zukunftsorte auf dem Land, sammeln und teilen das Praxiswissen aus den Projekten, unterstützen Kommunen und Immobilienbesitzer*innen dabei, neue Wege zu gehen & beraten beim Aufbau von Zukunftsorten. https://zukunftsorte.land/
_NEULANDIA - Zukunftsträume für ländliche Räume https://neulandia.de/
Das Herumlavieren bei der Frage, ob sich deutsche Unternehmen in der Ära Trump ihre anspruchsvolle Diversity-Politik überhaupt leisten können, zeigt, wie explosiv Diversity tatsächlich ist. Das Team von "Zett hoch drei" schaut genauer hin und stellt fest: Ja, Diversity ist disruptiv, Diversity wird als Wertewandelprozess auch Donald Trump überstehen. Diversity ist eine Erfolgsgeschichte, weil die Menschen spüren, dass Vielfalt moralischen und auch ökonomischen Fortschritt verspricht.
Mirja, Klaus und Eike beleuchten u.a. die folgenden Facetten des großen Wertewandels:
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Bis vor Kurzem schien es ein Wohlfühlthema, nun ist ein Kulturkampf darum entbrannt: Diversity. Die Trump-Regierung geht mit immer härteren Maßnahmen gegen alles vor, was sie selbst als „woke“ definiert. Gemeint sind aber nicht zuletzt Menschenrechte wie Gleichbehandlung, Meinungsfreiheit und Schutz vor Diskriminierung.
Auch Unternehmen aus Deutschland wurden inzwischen von den USA aufgefordert, ihre Diversity-Programme einzustellen, wenn sie weiterhin dort Geschäfte machen wollen. Ein echtes Dilemma: Was tun? Die seit Jahren propagierten Werte kurzerhand über Bord werfen, oder dazu stehen und möglicherweise Umsatzeinbußen riskieren? Ganz aktuell stellt sich diese Frage für die Sponsor-Unternehmen der Vereine, die ab Mitte Juni in den USA bei der FIFA-Klub-WM antreten: von Adidas bis Puma, von Allianz bis Audi, von Telekom bis SAP.
Dazu haben wir Lisa Salza von "amnesty international" als Expertin in unserem Podcast zu Gast. Auch für sie war es bis vor kurzem „unvorstellbar“, dass elementare Menschenrechte in den USA in so kurzer Zeit so unter Beschuss geraten könnten.
Passend zum Thema könnt Ihr hier unsere Petition unterschreiben
Lesetipps
Bilanz von Amnesty International zu 100 Tagen Präsident Trump im Amt.
Bericht (auf Englisch): https://www.amnesty.ch/de/laender/amerikas/usa/dok/2025/100-tage-praesident-trump/amr5193132025english.pdf
Zu Rassismus im Fussball: Spielfeld der Herrenmenschen von Ronny Blaschke
Zu genderspezifischer Diskriminierung im Fussball in Afghanistan: Meine wundervollen Schwestern - Eine Geschichte über Mut, Hoffnung und das afghanische Frauen-Fussballteam von Khalida Popal.
Sport and Rights Alliance’s Submission to UN Report on a World of Sport Free Racism, Racial Discrimination, Xenophobia and Related Intolerance.
Brief von Human Rights Watch an die Fifa zur WM 2026 (Englisch)
Auswirkungen von Sportpolitik und -praxis auf Individuen und ihre Identität: Sports and Human Rights, div. Autor*innen (Englisch).
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