Die Titelseite des „Spiegel“ vom 22. Dezember 2018 trägt in fetten Buchstaben auf orangem Untergrund die Zeile „Sagen, was ist“. Das ist der Werbeclaim des deutschen Nachrichtenmagazins. In diesem Fall signalisiert der Satz jedoch eine Selbstanklage: „Der Spiegel“ berichtete in der letzten Ausgabe des vergangenen Jahres von einem Fälschungsskandal in den eigenen Reihen. Der „Spiegel“-Redakteur Claas Relotius hätte in zumindest 14 von rund 60 Geschichten, die zwischen 2011 und 2018 veröffentlicht worden waren, Begebenheiten, Orte, Zitate und Gesprächspartner erfunden oder verfälscht dargestellt. Das war eine erste Bilanz der Redaktion, die weitere Aufklärung versprochen und eine Untersuchungskommission eingesetzt hat.
Christian Rainer über seinen Leitartikel. https://www.profil.at/meinung/christian-rainer-relotius-spiegel-profil-10587516