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Die Freiheit der Forschung war in der DDR durch das politische Misstrauen geprägt, das die Staatspartei SED ihren Spitzenwissenschaftlern entgegen brachte. Schlussendlich schadete sie damit dem eigenen wissenschaftlichen Fortschritt. Reinhard Buthmann, langjähriger Forscher beim BStU und zuvor in der DDR-Kosmosforschung tätig, zeichnet in seinem Buch "Versagtes Vertrauen" etliche Biographien "bürgerlicher Wissenschaftler" nach, die von SED und Stasi verfolgt und dann in der Ära Honecker rasch aus ihren Funktionen verdrängt wurden.
Im Sommer 2013 liest Petra Riemann in der Zeitung: Ihr Vater, der Schauspieler Lutz Riemann, war ein umtriebiger IM der Stasi. Er dementiert das nicht, aber weist all ihre Fragen zurück. Die Tochter begibt sich auf Spurensuche, die sie ins Stasi-Unterlagen-Archiv führt. Zusammen mit ihrem Mann Torsten Sasse schreibt sie darüber ein Buch: "Die Stasi, der König und der Zimmermann – eine Geschichte von Verrat". Hier erzählen die beiden nun von den Auswirkungen dieser Lüge und dem Leben in Ost und West.
Über das Binnenverhältnis der Geheimpolizeien Osteuropas gibt es viele allgemeine Annahmen und etliche Spurensuchen, aber nur wenige umfassende Studien. Dr. Tytus Jaskułowski schloss nun diese Forschungslücke mit seiner ausführlichen Veröffentlichung über die Stasi und die polnische Geheimpolizei. Er las dafür zahllose Stasi-Akten und recherchierte im polnischen Parallelarchiv. Im Gespräch dreht sich alles um „eine Freundschaft, die es nicht gab“ — so der Titel seiner Studie.
Das Jahr 2021 ist ein besonderes für das Stasi-Unterlagen-Archiv. Denn am 17. Juni wird es Teil des Bundesarchivs. Was das für die Nutzung der Akten bedeutet und was aus dem Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) wird, darüber spricht der derzeitige BStU Roland Jahn im Podcast mit Dagmar Hovestädt und Maximilian Schönherr.
Dagmar Hovestädt und Maximilian Schönherr lassen das Podcast-Jahr 2020 von "111 Kilometer Akten" kurz Revue passieren.
Es begann im März 1982 mit der Verabschieding eines Volkskammer-Gesetzes, das es möglich machen sollte, auch Frauen in der DDR zur Wehrpflicht einzuziehen: Eine kleine Gruppe von Frauen fand sich im Protest dagegen zusammen. Das führte bei der Stasi zur Entdeckung eines neuen Feindbildes: kritische Frauen in der Friedensbewegung. In dieser Folge des Podcasts berichten zwei Mitgründerinnen der "Frauen für den Frieden" über ihre politische Arbeit: Almuth Ilsen und Ruth Leiserowitz. 2019 erschien ihr Buch "Seid doch laut! Die Frauen für den Frieden in Ost-Berlin".
Wie durchdringt man das Meer an Informationen, das die Stasi über die eigene Bevölkerung sammelte? In seiner neuen Studie beschreibt der Historiker Dr. Christian Booß, wie die Stasi die im sozialistischen Lager verbreitete Idee der Kybernetik für die Sammlung und Steuerung von Informationen anwandte. Auch wenn diese "kybernetische Utopie" scheiterte - so der Buchtitel - vollzog die Stasi wichtige Schritte auf dem Weg hin zu einem "digitalen Überwachungsstaat", dessen elektronische Spuren sie in der Friedlichen Revolution fast vollständig beseitigte.
Die persönliche Akteneinsicht dient auch heute noch vielen zur Aufklärung des eigenen Schicksals zu Zeiten der DDR. Sie ist eine zentrale Aufgabe des Stasi-Unterlagen-Archivs. Über drei Millionen Anträge gingen dazu seit 1992 ein. Susann Freitag ist eine von ca. 350 MitarbeiterInnen an 13 Standorten, die diese Anträge bearbeiten. Sie verhilft Menschen zur Einsicht in Unterlagen, die die Stasi zu ihnen angelegt hat.
Brandenburg-Görden gehörte mit seinen bis zu 3.500 Insassen zu den vier größten Haftorten in der DDR . Dr. Tobias Wunschik (BStU) hat in seiner Studie "Honeckers Zuchthaus" die Geschichte dieses Gefängnisses von 1949 bis 1989 untersucht. Ihn beschäftigen die Schicksale der Gefangenen sowie die Biografien der Verantwortlichen in der Gefängnisverwaltung und bei der Staatssicherheit. Hier im Podcast erzählen zwei ehemalige politische Häftlinge und ein Gefängnispfarrer von ihren Erfahrungen. Zu Beginn stellt der Autor diese seine Studie vor.
Weit über zwei Millionen Fotos sind Teil des Bestands des Stasi-Unterlagen-Archiv. Dr. Philipp Springer hat in seiner Studie "Der Blick der Staatssicherheit" dieses visuelle Erbe der Stasi zum ersten Mal umfassend betrachtet und analysiert. Ein Gespräch über das Medium Fotografie im Alltag einer Geheimpolizei.
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